DE3428975A1 - Atmungsgesteuerter herzschrittmacher - Google Patents
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Description
Atmungsgesteuerter Herz schrittmacher
Die Erfindung betrifft einen atmungsgesteuerten Herzschrittmacher gemäß den Merkmalen des Oberbegriffs des
Patentanspruchs 1.
Aus der europäischen Offenlegungsschrift 89 014 ist ein
Herzschrittmacher bekannt, dessen Stimulationsimpuls-Grundfrequenz
bzw. -rate atmungsabhängig gesteuert wird,
um so die Stimulationsrate besser dem physiologischen Bedarf des Patienten anpassen zu können. Ein Rheographieimpulsgenerator
des Schrittmachers erzeugt mit konstanter Frequenz aufeinanderfolgende Konstantstromimpulse, die
zwischen zwei in den Brustkorb des Patienten mit Abstand voneinander implantierte Elektroden fließen. Die Spannung
zwischen den beiden Elektroden ist proportional zur Brustkorbimpedanz
und ändert sich atmungsabhängig mit der Dehnung des Brustkorbs. Ein auf die Spannungsamplitude der
Rheographieimpulse ansprechender Atmungsdetektor ermittelt,
beispielsweise durch zeitliche Integration der Impuls-Spannungsamplituden ein der SpannungsSchwankung
und damit der Atemrate entsprechendes Atmungssignal. Eine
Steuerung steuert die Stimulationsgrundfrequenz des Herzschrittmachers abhängig von dem Atmungssignal entsprechend
einer vorbestimmten Atmungssignal-Stimulationsgrundfrequenz-Charakteristik/
insbesondere in der Weise, daß mit wachsender Atmungsrate die Stimulationsgrundfrequenz
erhöht wird.
Bei dem bekannten Herzschrittmacher ist die Frequenz der Rheographieimpulse beträchtlich größer als die
Stimulationsgrundfrequenz. Dies kann zu Stimulationsstörungen führen/ da der Herzschrittmacher unter Um-
ständen durch seine eigenen Rheographieimpulse inhibitiert wird. Weiterhin werden EKG-Messungen
erschwert, da die Rheographieimpulse in dem EKG-Bild auftauchen und die Kontrolle der Herzschrittmacherfunktion
am Patienten erschweren. Weiterhin kann unter Hyperventilationsbedxngungen, die mit einer plötzlichen
Steigerung der Atemfrequenz verbunden sind, die in einem solchen Fall unerwünschte Steigerung der Stimulationsgrundfrequenz
nicht verhindert werden.
Es ist Aufgabe der Erfindung, einen atmungsgesteuerten Herzschrittmacher der vorstehend erläuterten Art so zu
verbessern, daß Störungen des EKG-Bilds durch Rheographieimpulse in vernachlässigbaren Grenzen gehalten
werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Rheographieimpulsgenerator die Rheographieimpulse
jeweils zeitlich abhängig von den Stimulationsimpulsen und/oder von Inhibitionsimpulsen, welche den Stimulations·
impulsgenerator für die Abgabe von Stimulationsimpulsen sperren, erzeugt. Die Rheographieimpulse haben damit
eine feste zeitliche Zuordnung zu den von dem EKG-Schreiber aufgezeichneten Herzaktionspotentialen und
lassen sich eindeutig sowohl von den Eigenrhythmuspotentialen
des Patienten als auch den Stimulationspotentialen trennen. Ein derartiger Rheographieimpulsgenerator kann
. ζ.
bei Herzschrittmachern jedes Typs eingesetzt werden, soweit die Stimulationsgrundfrequenz des Stimulationsimpulsgenerators
atimingsabhängig steuerbar ist. Herzschrittmacher
vom Demand-Typ werden allerdings bevorzugt.
Unter Stimulationsgrundfrequenz soll hier und im folgenden die Rate verstanden werden, mit der die Stimulationsimpulse aufeinanderfolgen oder aufeinanderfolgen würden,
wenn sie nicht durch Inhibitionsimpulse unterdrückt wären.
. ;.
Den Stimulationsimpulsen und/oder Inhibitionsimpulsen
ist üblicherweise jeweils ein- Refraktärzeitintervall zugeordnet, in welchem der Herzschrittmacher "blind" ist und weder
auf intracardiale Signale des Patienten oder auf dessen Stimulationsantwort ansprechen kann. In einer bevorzugten
Ausführungsform erzeugt der Rheographieimpulsgenerator die Rheographieimpulse innerhalb dieser Refraktärzeiten.
Auf diese Weise kann jede Störung des Herzschrittmacherbetriebs und jede Fehlstimulation des Patienten
durch die Rheographieimpulse sicher verhindert .werden.
Die Refraktärzeit der Stimulationsimpulse beginnt bevorzugt
bereits kurz vor dem Stimulationsimpuls. Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, wenn der Rheographieimpulsgenerator
die Rheographieimpulse innerhalb des den einzelnen Stimulationsimpulsen jeweils unmittelbar vorangehenden
Refraktärzeitintervalls erzeugt. Damit wird erreicht, daß der Stimulationsimpuls bzw. Polarisationserscheinungen aufgrund dieses Impulses die Rheographie-
messung nicht stören können.
Bevorzugt erzeugt der Rheographieimpulsgenerator für jeden Stimulationsimpuls und/oder Inhibitionsimpuls einen
einzigen Rheographieimpuls. Durch diese einfache Bemessung:= ■
regel wird das eingangs angesprochene Problem einer unerwünschten
Steigerung der Stimulationsgrundfrequenz bei
- ίο-
plötzlicher Hyperventilation überwunden. Die durch die
Folgerate der Rheographieimpulse bestimmte Abtastfrequenz, mit der Impedanzänderungen und damit Atemschwankungen
erfaßt werden, ist so klein, daß der Atmungsdetektor raschen, großen Atemrateschwankungen, wie sie bei einer
Hyperventilation auftreten, nicht folgen kann.
Im folgenden soll ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand von Zeichnungen näher erläutert werden. Es zeigt:
·
Fig. 1 ein Blockschaltbild eines atmungsgesteuerten Schrittmachers vom Demand-Typ;
Fig. 2a bis d Zeitdiagramme mit Herzaktionspotentialen, Inhibitionsimpulsen, Stimulationsimpulsen
und Rheographieimpulsen;
Fig. 3a und b einander zugeordnete Zeitdiagramme der
Atemfrequenz und der Stimulationsgrundfrequenz bei langsamer Änderung der Atem
frequenz und
Fig. 4a und b einander zugeordnete Zeitdiagramme der Ätemfrequenz und der Stimulationsfrequenz
bei rascher Änderung der Atemfrequenz.
Der implantierbare Herzschrittmacher gemäß Fig. 1 enthält in einem zugleich eine neutrale Elektrode bildenden
Gehäuse 1 einen Stimulationsimpulsgenerator 3, der über eine in das Herz des Patienten zu implantierende Stimulationselektrode
5 Stimuiationsimpulse mit steuerbarer Stimulationsgrundfrequenz abgibt. Ein über einen Verstärker
7 ebenfalls an die Stimulationselektrode 5 angeschlossener Detektor 9 spricht auf die körpereigenen Herzaktionspotentiale
des Patienten, beispielsweise die R- oder P-Welle,
an und erzeugt bei Auftreten dieser Herzaktionspotentiale an seinem Ausgang jeweils einen Inhibitionsimpuls, der über eine
Steuerung 11 den Stimulationsimpulsgenerator 3 für die
Abgabe eines Stimulationsimpulses sperrt. Die Steuerung 11 bestimmt die Stimulationsgrundfrequenz des
Stimulationsimpulsgenerators 3. Um die Stimulationsgrundfrequenz den physiologischen Bedürfnissen des
Patienten anpassen zu können, kann die Stimulationsgrundfrequenz abhängig von der Atmungsfrequenz und/oder
abhängig von der Atmungstiefe entsprechend einer durch einen Speicher i 3 oder einen Funktionsgenerator oder dergleichen
vorgegebenen Atmungs-Stimulationsfrequenz-Charakteristik gesteuert werden. Die Atmungsfrequenz wird
durch Impedanzmessung der Brustkorbimpedanz des Patienten ermittelt. Hierzu ist im Abstand von der neutralen Elektrode
1 eine Rheographieelektrode 15 in den Brustkorb subkutan implantiert, der aus einem Rheographieimpulsgenerator
17 Konstantstromimpulse mit konstanter Amplitude zugeführt werden. Ein über einen Verstärker 19 an
die Rheographieelektrode 15 angeschlossener Atmungsdetektor 21 erzeugt, abhängig von den während der Rheographieimpulse
zwischen den Elektroden 1, 15 anliegenden Impulsspannungswerten ein Signal, welches der Frequenz
der SpannungsSchwankung und damit der Atmungsfrequenz
entspricht. Dieses Atmungssignal wird der Steuerung 11 zugeführt, die abhängig von dem Atmungssignal die Stimulationsgrundfrequenz
entsprechend der vorgegebenen Atmungs-Stimulationsgrundfrequenz-Charakteristik steuert.
Der Atmungsdetektor kann herkömmlich ausgebildet sein und die Schwankungsfrequenz, mit der die Spannungsamplituden
der Rheographieimpulse abhängig von der Atmung
schwanken, durch Integration oder mittels eines Digitalrechners ermitteln.
Die Steuerung 11 triggert den Rheographieimpulsgenerator
17 so, daß dieser für jeden Inhibitionsimpuls und jeden
Stimulationsimpuls einen einzigen Rheographieimpuls in enger zeitlicher Nachbarschaft abgibt. Auf diese Weise
können Stimulationsstörungen vermieden werden. In Fig. 2a sind die Herzaktionspotentiale des Patienten dargestellt.
Mit 23 ist der autonome QRS-Komplex bezeichnet. Mit 25
sind Herzaktionspotentiale bezeichnet, die als Folge eines Stimulationsimpülses des Herzschrittmachers entstehen.
Fig. 2b zeigt bei 27 die vom Detektor 9 beim Auftreten des autonomen QRS-Konplexes 23 erzeugten Inhibitions impulse.
An jeden der Inhibitionsimpulse 27 schließt sich ein Refraktärzeitintervall 29 an, in welchem der Herzschrittmacher
für weitere an seiner Stimulationselektrode 5 auftretende Impulse "blind" ist. Die Inhibitionsimpulse
27 sperren, wie Fig. 2c zeigt, den Stimulationsimpulsgenerator 3 und verhindern die Abgabe von Stimulationsimpulsen. Treten innerhalb eines durch die Stimulationsgrundfrequenz
bestimmten Zeitintervalls keine autonomen Herzaktionspotentiale
und damit keine Inhibitionsimpulse auf, so gibt der Stimulationsimpulsgenerator 3 Stimulations
impulse 31 ab. Jedem der Stimulationsimpulse 31 geht eine Refraktärzeit 33 unmittelbar voraus und folgt
eine Refraktärzeit 35 unmittelbar nach. Innerhalb dieser Refraktärzeiten ist der Herzschrittmacher ebenfalls
"blind" und kann durch Impulse an seiner Stimulationselektrode 5 nicht inhibitiert. Fig. 2d zeigt die von der Steuerung
getriggerten Rheographieimpulse 37. Beim Auftreten der inhibitionsimpulse 27 werden die Rheographieimpulse 37
während des Inhibitionsimpulses 27 oder während der nachfolgenden Refraktärzeit 29 ausgelöst. Bei fehlenden Inhibitionsimpulsen
werden die Rheographieimpulse 37 während der jedem Stimulationsimpuls 31 vorangehenden Refraktärzeit
33 erzeugt. Auf diese Weise wird sicherge-
stellt, daß die Rheographiemessung nicht durch Stimulationsimpulse
oder durch diese Impulse ausgelöste Polarisationserscheinungen gestört wird.
Fig. 3 zeigt in einander zugeordneten Zeitdiagrammen
die Atemfrequenz f, und die Stimulationsgrundfrequenz f„
jeweils abhängig von der Zeit t. Die Atemfrequenz f,
ändert sich nur langsam und dementsprechend ändert sich ebenfalls langsam die Stimulationsgrundfrequenz f„.
Fig. 4 zeigt, in"einander zugehörigen Zeitdiagrammen die
Atemfrequenz f und die Stimulationsgrundfrequenz f für eine rasche Atemfrequenzänderung, wie sie beispielsweise
bei einer Hyperventilation auftritt. Bei dieser vielfach nur kurzzeitig und nicht aufgrund körperlicher
Belastung o.dgl. verursachten raschen Zunahme der Atemfrequenz soll sich die Stimulationsgrundfrequenz nicht
oder nur unwesentlich ändern, wie dies in Fig. 4b dargestellt
ist. Die Charakteristik der Fig. 4b wird bei dem Schrittmacher der Fig. 1 dadurch erreicht, daß lediglich
ein einziger Rheographieimpuls in jeder Periode der Stimulationsgrundfrequenz erzeugt wird. Dies hat zur
Folge, daß für die Auswertung der Spannungsschwankungen der Rheographieimpulse nur mit relativ niedriger Abtastfrequenz
aufeinanderfolgende Spannungswerte zur Verfügung stehen. Rasche SpannungsSchwankungen, wie sie im Fall
der Fig. 4a auftreten würden, führen deshalb nicht zu einer Änderung des Ausgangssignals des Atemdetektors 21,
womit auch die Stimulationsgrundfrequenz nicht geändert
wird.
- Leerseite -
Claims (4)
- PatentansprücheAtmungsgesteuerter Herz schrittmacher, mit einem Stimulationsimpulse mit steuerbarer Stimulationsgrundfrequenz erzeugenden Stimulationsimpulsgenerator (3) ,einem Rheographieimpulse konstanter Amplitude erzeugenden Rheographieimpulsgenerator (17), einem abhängig von der Impedanzinformation der Rheographieimpulse ein die Atmungsfrequenz und/oder die Atmungstiefe repräsentierendes Atmungssignal erzeugen-10 den Atmungsdetektor (21),und einer die Stimulationsgrundfrequenz des Stimulationsimpulsgenerators (3) entsprechend einer vorbestimmten Atmungssignal-Stimulationsgrundfrequenz-Charakteristik abhängig von dem Atmungssignal steuernden15 Steuerung (11, 13),dadurch gekennzeichnet, daß der Rheographieimpulsgenerator (17) die Rheographieimpulse jeweils zeitlich abhängig von den Stimulationsimpulsen und/oder von Inhibitionsimpulsen, welche den Stimulationsimpulsgenerator (3) für die Abgabe vonStimulationsimpulsen sperren,erzeugt.
- 2. Herzschrittmacher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Rheographieimpulsgenerator (17) die Rheographieimpulse innerhalb der den einzelnen Inhibitionsimpulsen und/oder Stimulationsimpulsen jeweils zugeordneten Refraktärzeitintervallen, in welchen die Auswertung und/oder Erzeugung von Impulsen durch den Stimulationsimpulsgenerator (3) gesperrt ist, erzeugt.
- 3. Herzschrittmacher nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Rheographieimpulsgenerator (17) die Rheographieimpulse innerhalb eines den einzelnen Stimulationsimpulsen jeweils unmittelbar vorangehenden Refraktärzeitintervalls erzeugt.
- 4. Herzschrittmacher nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Rheographieimpulsgenerator (17) für jeden Stimulationsimpuls und/oder jeden Inhibitionsimpuls einen einzigen Rheographieimpuls erzeugt.
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| DE (1) | DE3428975A1 (de) |
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