DE3339410C1 - Verfahren zum elektrochemischen Aufrauhen von Aluminiumoberflaechen bei der Herstellung von Offsetdruckplatten - Google Patents
Verfahren zum elektrochemischen Aufrauhen von Aluminiumoberflaechen bei der Herstellung von OffsetdruckplattenInfo
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Description
55
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum elektrochemischen Aufrauhen von Aluminiumoberflächen bei
der Herstellung von Offsetdruckplatten unter Verwendung eines Salpetersäure, Borsäure und Wasser enthaltenden
Elektrolyten unter Wechselstrom.
Zur Herstellung von Offsetdruckplatten ist es bekannt, aus Aluminium oder Aluminiumlegierungen
bestehende Einzelplatten oder Bänder, die nach Abschluß des Verfahrens in Einzelplatten aufgeteilt
werden, elektrochemisch aufzurauhen, danach in einem weiteren Elektrolyten zu anodisieren und damit zu stabilisieren
und schließlich die so bearbeiteten Oberflächen mit einer fotosensibien Beschichtung zu versehen.
Die erzeugte Oberflächenrauhigkeit dient dabei primär dazu, eine feste Verankerung der Beschichtung auf der
Platte sowie die Wasserführung an den bildfreien Stellen in der Druckmaschine zu gewährleisten.
Hinsichtlich der Oberflächenrauhigkeit besteht zunächst die Forderung, daß sie über die gesamte Oberfläche
homogen ist und daß vereinzelte grubenförmige Vertiefungen ausgeschlossen sind. Überdies bestehen
hinsichtlich der Feinheit der Oberflächenrauhigkeit, also hinsichtlich der Porengröße, je nach dem speziellen
Verwendungszweck der Druckplatten abweichende Anforderungen.
Die Oberflächenrauhigkeit wird durch eine Vielzahl von Parametern des angewendeten Verfahrens bestimmt.
Hier sind insbesondere die Zusammensetzung des Elektrolyten, dessen Temperatur, die Stromdichte
und die Verweilzeit der Einzelplatte bzw. des kontinuierlich weiter transportierten Bandes im Elektrolyten
von Bedeutung. Zu beachten ist dabei aber, daß die für ein bestimmtes Verfahren geltende Kombination dieser
Parameter nicht ohne weiteres geändert werden kann, ohne die Gefahr einzugehen, unbrauchbare Verfahrenserzeugnisse zu erhalten. Überdies 'ist es mit erheblichem
Zeit- und Kostenaufwand verbunden, während des laufenden Betriebes in einer bestehenden Anlage
die Werte der Elektrolyten, z. B. Temperatur und Badzusammensetzung, zu verändern, um unterschiedliche
Oberflächenparameter entsprechend den verschiedenartigen Anforderungen der Druckindustrie zu erhalten.
So ist ein Verfahren zum gleichmäßigen und feinen elektrolytischen oder elektrochemischen Aufrauhen
von Aluminiumoberflächen bekannt (DE-PS 2149 899), das einen Elektrolyten vorsieht, der 0,5 bis 2
Gewichtsprozent Salzsäure bzw. 0,5 bis 3 Gewichtsprozent Salpetersäure und 0,1 bis 1,5 Gewichtsprozent Borsäure
enthält, wobei eine Stromdichte von 0,5 bis 10 A/dm2 angewendet werden soll. Bei diesem Verfahren
werden Einzelplatten taktweise durch den Elektrolyten bewegt, wobei die Verweilzeit im Elektrolyten 5
Minuten beträgt. Eine wesentliche Änderung der Rauhigkeitswerte, wie sie für bestimmte Druckvorgänge
erforderlich ist, ist nun bei diesem bekannten Verfahren nicht etwa dadurch zu erzielen, daß der Säureanteil
erhöht und/oder die Stromdichte gesteigert wird. Eine solche Veränderung der genannten Parameter würde
vielmehr zu einer unregelmäßigen und damit unbrauchbaren Oberflächenstruktur führen.
Ferner ist ein Verfahren zum elektrochemischen Aufrauhen von Aluminium und dessen Verwendung
als Trägermaterial für Offsetdruckplatten bekannt (DE-OS 32 22170), bei dem ein wäßriger Elektrolyt verwendet
wird, der neben Salzsäure und/oder Salpetersäure Wasserstoffperoxid enthält. Zusätzlich kann der
Elektrolyt Aluminiumchlorid und/oder Aluminiumnitrat enthalten. Die Verwendung eines Zusatzes von Borsäure
zu Salpetersäure soll nach dieser Druckschrift nicht zu Oberflächen führen, die für die Anforderungen
auf dem Druckplattengebiet ausreichend sind.
Das bekannte Verfahren zielt darauf, einen Aluminiumträger mit einer feinen, aufgerauhten, im wesentlichen
narbenfreien Oberfläche zu schaffen. Es ist demzufolge nicht auch für die Herstellung einer gröberen
Oberfläche bestimmt oder geeignet.
Es ist ferner ein Verfahren zur elektrolytischen Aufrauhung von Aluminium und zu dessen Verwendung
als Trägermaterial für Offsetdruckplatten bekannt (EP-OS 0089508), bei dem ein Elektrolyt verwendet
wird, der zwingend Salpetersäure und Oxalsäure enthal-
3
ten muß. Als Zusätze können dann noch Borsäure, Alu- 2. Ausfuhrungsbeispiel:
miniumnitrat und/oder Wasserstoffperoxid im Elektrolyten
enthalten sein. Auch nach dieser Druckschrift soll Salpetersäure 6,5 g/I ein Zusatz von Borsäuren zu Salpetersäure nicht zu Borsäure 5 5 g/l
Oberflächen führen, die insbesondere für die Anforde- 5 .. . rangen auf dem Druckplattengebiet ausreichend sind. Aluminium 5,u g/l
Hinsichtlich der mit diesem bekannten Verfahren Temperatur des Elektrolyten 400C
angestrebten Oberflächenrauhigkeit gelten die vorste- Rehandlunesdauer 60 s
henden Ausführungen betreffend die DE-OS 3222170. Behandlungsdauer 60 s
Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe io Dabei wurde nacheinander mit drei Stromdichten
zugrunde, ein Verfahren der eingangs erwähnten Art so gearbeitet, wobei sich bei den einzelnen Stromdichten
auszubilden, daß bei hoher Produktionsmenge eine folgende arithmethische Mittenrauhwerte Ra. ergaben:
gleichmäßige Oberflächenrauhigkeit bei der Herstel- , „ .. , __ . .. 2 „ . ,„
lung von Offsetdruckplatten mit einfachen Mitteln zwi- L Stromdichte 20 A/dm* Äa = 0,39 μπι
sehen fein und grob gewählt werden kann. 15 2. Stromdichte 30 A/dm2 Ra. = 0,55 μΐη
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der ein- 3. Stromdichte 40 A/dm2 Ra = 0,97 μπι
gangs erwähnten Art dadurch gelöst, daß das aufzurauhende Material als kontinuierliches Band durch den 3. Ausführungsbeispiel:
Elektrolyten hindurchgeführt wird, daß der Elektrolyt 3 bis 15 g/l Aluminium enthält und die Stromdichte 20 Salpetersäure 6,5 g/l
zwischen 15 und 90 A/dm2 liegt. Borsäure 10 0 g/l
Durch die Konstanthaltung des Aluminiumanteils im .. . . '
Elektrolyten auf einem bestimmten Wert innerhalb des Aluminium 3,u g/l
angegebenen Bereichs wird es in überraschender Weise Temperatur des Elektrolyten 40° C
möglich, die Stromdichte in den genannten weiten 25 Behandlungsdauer 36 s
Grenzen zu variieren und damit entgegen der aus dem
Stand der Technik nahegelegten Befürchtung eine Dabei wurde nacheinander mit fünf Stromdichten
gleichmäßige, den Anforderungen der Druckindustrie gearbeitet, wobei sich bei den einzelnen Stromdichten
entsprechende, nach Wunsch feine oder gröbere Ober- folgende arithmethische Mittenrauhwerte Ra ergaben:
flächenrauhigkeit zu erhalten. Von Vorteil ist dabei ins- 30 , c ... ,n . ., 2 _ „ ,,
besondere, daß eine erwünschte Änderung der Oberflä- L Stromdichte 30 A/dm2 *a = 0,33 μπι
chenrauhigkeit durch die Änderung der Stromdichte 2. Stromdichte 40 A/dm2 Ra. = 0,46 μπι
allein herbeigeführt werden kann, die Stromdichte aber 3. Stromdichte 50 A/dm2 Ra. = 0,63 μΐη
den am einfachsten variablen beteiligten Parameter des 4 stromdichte 60 A/dm2 Rn = 0,89 μπι
Verfahrens darstellt. Da dieses Verfahren zudem die 35 nn Ί
Führung des aufzurauhenden Materials in Form eines 5· Stromdichte 70 A/dm2 Ra. = 1,21 um
kontinuierlichen Bandes vorsieht, sind hohe Produktionsmengen erreichbar. Die Möglichkeit des Einsatzes
höherer Stromdichten führt zu einer wesentlichen Reduzierung der Verweilzeiten und damit zu einer
gesteigerten Produktivität.
Vorteilhafte Weiterbildung des Verfahrens sind Gegenstand der Unteransprüche.
Im folgenden Teil der Beschreibung werden einige Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen Verfahrens
beschrieben.
1. Ausführungsbeispiel:
Zusammensetzung des Elektrolyten:
• Salpetersäure 8,5 g/l
Borsäure 10,0 g/l
Aluminium 5,0 g/l
Borsäure 10,0 g/l
Aluminium 5,0 g/l
Temperatur des Elektrolyten 400C
Behandlungsdauer 60 s
Dabei wurde nacheinander mit vier Stromdichten gearbeitet, wobei sich bei den einzelnen Stromdichten
folgende arithmethische Mittenrauhwerte Ra, ergaben:
1. Stromdichte 20 A/dm2 Ra. = 0,45 μΐη
2. Stromdichte 30 A/dm2 Ra. = 0,49 μΐη
3. Stromdichte 40 A/dm2 Ra. = 0,55 μπι.
4. Stromdichte 60 A/dm2 Ra = 0,99 μΐη
- Leerseite -
Claims (9)
1. Verfahren zum elektrochemischen Aufrauhen von Aluminiumoberflächen bei der Herstellung von
Offsetdruckplatten unter Verwendung eines Salpetersäure, Borsäure und Wasser enthaltenden Elektrolyten
unter Wechselstrom, dadurch gekennzeichnet,
daß das aufzurauhende Material als kontinuierliches Band durch den Elektrolyten hindurchgeführt
wird, daß der Elektrolyt 3 bis 15 g/l Aluminium enthält und die Stromdichte zwischen 15 und
90 A/dm2 liegt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektrolyt 4 bis 15 g/l Salpetersäure
und 3 bis 12 g/l Borsäure enthält und die Zeit für das Hindurchführen des bandförmigen Materials
durch den Elektrolyten zwischen 20 und 90 s liegt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektrolyt 6 bis 10 g/l SaI-petersäure,
5 bis 10 g/l Borsäure und 5 bis 8 g/l Aluminium enthält und daß die Zeit für das Hindurchführen
des bandförmigen Materials durch den Elektrolyten 30 bis 60 s beträgt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur
des Elektrolyten zwischen 30 und 55° Cliegt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur des Elektrolyten 40° C
beträgt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Stromdichte zwischen 20 und 70 A/dm2 liegt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektrolyt
8,5 g/l Salpetersäure, 10,0 g/l Borsäure und 5,0 g/l Aluminium enthält und daß bei einer Behandlungsdauer
von 60 s die Stromdichte zwischen 20 und 60 A/dm2 liegt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektrolyt 6,5 g/l
Salpetersäure, 5,5 g/l Borsäure und 5,0 g/l Aluminium enthält und daß bei einer Behandlungsdauer
von 60 s die Stromdichte zwischen 20 und 40 A/dm2 liegt,
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Elektrolyt 6,5 g/l
Salpetersäure, 10,0 g/l Borsäure und 5,0 g/l Aluminium enthält und daß bei einer Behandlungsdauer
von 36 s die Stromdichte zwischen 30 und 70 A/dm2 liegt.
Priority Applications (4)
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|---|---|---|---|
| DE3339410A DE3339410C1 (de) | 1983-10-29 | 1983-10-29 | Verfahren zum elektrochemischen Aufrauhen von Aluminiumoberflaechen bei der Herstellung von Offsetdruckplatten |
| EP84111438A EP0143932B1 (de) | 1983-10-29 | 1984-09-26 | Verfahren zum elektrochemischen Aufrauhen von Aluminiumoberflächen bei der Herstellung von Offsetdruckplatten |
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Applications Claiming Priority (1)
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