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Zielfernrohr Die Erfindung betrifft ein Zielfernrohr, insbesondere
Fir Jagdgewehre od. dgl., welches an der Oberseite eines Laufes montierbar ist und
an seinem lichteintrittsseitigen Endbereich eine Objektivlinse und am augenseitigen
Endbereich eine Okularlinse, eine Feldlinse und dergleichen aufweist, wobei diese
Endbereiche zur Aufnahme der Linsen vorzugsweise verdickt sind und wobei ggf. die
Vergrößerung des Zielfernrohres verstellbar ist.
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Derartige Zielfernrohre sind bereits bekannt. Insbesondere bei ungünstigen
Lichtverhältnissen, z. B. in der Abend- oder Morgendämmerung, ist es bei der Jagd
notwendig, Zielfernrohre mit einer hohen Lichtstärke - bzw. unter Berücksichtigung
der Vergrößerung - mit einer hohen Dämmerungszahl zu verwenden.
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Dies erreicht man durch eine großflächige Ausbildung der lichteintrittsseitigen
Objektivlinse, die dann in der Regel z. B. einen Durchmesser von 50 mm oder mehr
aufweist.
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Die Zielfernrohr-Montage erfolgt auf der Oberseite des Laufes bzw.
bei mehrläufigen Gewehren auf der Oberseite des oder der oberen Läufe. Dabei ist
man bestrebt, den Abstand des Zielfernrohres und damit auch seiner optischen Visierlinie
gegenüber der Sxienachse des entsprechenden Kugellaufes so klein wie möglich zu
halten. Durch diesen Abstand zwischen der Visierlinie und der Seelenachse des Kugellaufes
wird nämlich wesentlich die Schußabweichung beim sogenannten
"Verkanten",
bei dem die Verbindungsebene der Visierlinie und der Seelenachse von der Vertikalen
abweicht, beeinflußt derart, daß bei größerem Abstand sich der Fehler durch Verkanten
verstärkt bemerkbar macht. Bei Zielfernrohren mit hoher Lichtstärke bzw. Dämmerungszahl
und entsprechendem Querschnitt zumindest der Objektivlinse ist jedoch in nachteiliger
Weise der Abstand zwischen der Visierlinie und der Seelenachse des Kugellaufes vergleichsweise
groß, so daß die Gefahr von Fehlschüssen durch Verkanten besonders groß ist.
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Somit wird ein Teil der guten optischen Eigenschaften dieser lichtstarken
Zielfernrohre insbesondere durch die geometrischen Montageverhältnisse wieder zunichte
gemacht. Bei lichtstarken Zielfernrohren mit variabler Vergrößerung kommt noch hinzu,
daß bei kleiner Vergrößerung eine die Lichtstärke des menschlichen Auges übertreffende
und somit nutzlose Lichtstärke des Zielfernrohres zur Verfügung steht.
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Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Zielfernrohr
der eingangs erwähnten Art zu schaffen, das insbesondere auch bei lichtstarker Ausführung
mit der dabei vergleichsweise großflächigen Lichteintrittslinse und dgl. einerseits
günstige Montageverhältnisse bietet, durch die die Gefahr von Fehlschüssen durch
Verkanten zumindest reduziert ist. Außerdem soll bei Ausführungsformen dieser Zielfernrohre
mit variabler Vergrößerung eine Verbesserung der Sicht- bzw. Zielverhältnisse bei
jeweils weitgehend optimaler Lichtstärke vorhanden sein. Insgesamt ist somit Aufgabe
der Erfindung, die mögliche Zielpräzision durch entsprechende Ausbildung bzw. Anpaßbarkeit
des Zielfernrohres und/oder durch Kontrolleinrichtungen zu verbessern.
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Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß einerseits vorgeschlagen,
daß zumindest die lichteintrittsseitige Linse(n) mit ihrem Linsengehäuse an ihrer
dem Lauf zugewandten Seite eine Abflachung und/oder Ausnehmung od.dgl. aufweist.
Dadurch
besteht nun die Möglichkeit, daß das Zielfernrohr mit geringerem
Abstand bzgl. seiner Visierlinie an dem Kugellauf mit seiner Seelenachse angeordnet
werden kann. Dadurch können die nachteiligen Auswirkungen beim Verkanten des Gewehres
wesentlich reduziert werden.
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Da in der Regel der lichteintrittsseitige Endbereich den größten Querschnitt
aufweist, genügt es dabei, wenn nur diese Eintrittslinse mit ihrem Linsengehäuse
die schon vorerwähnte Abflachung und/oder Ausnehmung aufweist. Andererseits kann
jedoch auch das Okularlinsengehäuse entsprechend ausgebildet sein.
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Bei einem Zielfernrohr, das eine durchgehend gleichmäßige Querschnittsform
aufweist, würde dementsprechend auch die Abflachung und/oder die Ausnehmung durchgehend
über die ganze Länge des Zielfernrohres vorgesehen sein.
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Nach einer Ausgestaltung der Erfindung, für die selbständiger Schutz
beansprucht wird, ist bei einem Zielfernrohr mit verstellbarer Vergrößerung vorgesehen,
daß das Fernrohr eine Abblendvorrichtung zur Reduzierung der Lichtstärke aufweist.
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Mittels einer solchen Abblendvorrichtung besteht die Möglichkeit der
Anpassung der erforderlichen Lichtstärke an die jeweiligen Verhältnisse und insbesondere
kann dadurch auch eine "0berschüssige" Lichtstärke zur Erhöhung der Schärfentiefe
verwendet und somit die Zielverhältnisse verbessert werden.
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Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung für die ebenfalls
selbständiger Schutz beansprucht wird, ist vorgesehen, daß innerhalb des Zielfernrohres
eine Kontrolleinrichtung zur visuellen Kontrolle eines Parallaxenfehlers angeordnet
ist.
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Auch dadurch können die Zielverhältnisse durch leichte optische Erkennbarkeit
eines Zielfehlers durch die Kontrolleinrichtung und entsprechende Korrektur der
Anschlagstellung verbessert werden.
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Weitere Busoestaltunaen der Erfindung sind in den weiteren Unteransprüchen
aufgeführt.
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Nachstehend ist die Erfindung mit ihren wesentlichen Einzelheiten
anhand der Zeichnung noch näher beschrieben.
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Es zeigt in unterschiedlichen Maßstäben und zum Teil stärker schematisiert:
Fig. 1 eine Seitenansicht eines Gewehres mit Zielfernrohr, Fig. 2 eine Vorderansicht
eines etwa Fig. 1 entsprechenden, auf einem Lauf montierten Zielfernrohres, Fig.
3 eine Vorderansicht eines etwas abgewandelten, ebenfalls auf einem Lauf montierten
Zielfernrohres, Fig. 4 einen Querschnitt eines Gewehres im Vorderschaftbereich mit
einem wiederum abgewandelt ausgebildeten Zielfernrohr in Vorderansicht, Fig. 5 eine
Teilseitenansicht des in Fig. 4 gezeigten, in Funktionsstellung befindlichen Zielfernrohres,
Fig 6 einen Querschnitt einer Bockbüchsflinte mit aufmontiertem, erfindungsgemäßem
Zielfernrohr, Fig. 7 eine Seitenansicht eines Zielfernrohres mit Zusatzeinrichtungen,
Fig. 8 eine Kontrolleinrichtung bei Parallaxenfreiheit und Fig. 9 eine ontrolleinrichtung
bei einem Parallaxenfehler.
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Ein in Fig. 1 gezeigtes Gewehr 1 ist mit einem auf der Oberseite seines
Laufes 2 montierten Zielfernrohr 3 ausgerüstet.
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Dieses Zielfernrohr 3 weist an seinen Endbereichen Querschnittsverdickungen
4, 4a auf, wobei die Querschnittsverdickung 4 am lichteintrittsseitigen Endbereich
5 das Gehäuse für eine darin eingesetzte Objektivlinse und dgl. und die Querschnittsverdikkung
4a am augenseitigen Endbereich 6 ein Gehäuse für dort eingesetzte Linsen, z.B. für
eine Okularlinse, eine Feldlinse und dgl. bilden.
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Fig. 2 läßt gut den Eintrittsquerschnitt des in Fig. 1 gezeigten Zielfernrohres
3 erkennen. Die lichteintrittsseitige Linse(n) ist dabei etwa rechteckförmig ausgebildet,
wobei diese Linse 7 mit ihrem Gehäuse in Funktionsstellung in Querformat, mit ihrer
größeren Erstreckung etwa horizontal angeordnet ist.
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Durch diese Formgebung kann die Eintrittslinse bei vergleichsweise
großer Querschnittsfläche eine niedrige Bauhöhe aufweisen, so daß der Abstand a
zwischen der Visierlinse ist und der Seelenachse S des entsprechenden Laufes 2 sehr
klein gehalten werden kann.
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Fig. 3 zeigt eine etwas abgewandelte Querschnittsformgebung der Eintrittslinse
7a, die hier eine etwa ovale Form aufweist.
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Eine besonders kompakte Bauform bzw. Anordnung eines erfindungsgemäßen
Zielfernrohres 3 ist durch die in Fig. 4 gezeigte Formgebung der vorderen Linse(n)
7b mit Linsengehäuse ermöglicht.
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Diese Linse weist einen im wesentlichen kreisförmigen Querschnitt
auf, wobei an der dem Lauf zugewandten Seite eine etwa der Umrißform des Laufes
2 angepaßte, etwa rinnenförmige Ausnehmung 8 vorgesehen ist. Insbesondere Fig. 5
läßt in der Seitenansicht erkennen, daß das Zielfernrohr dadurch sehr nahe an dem
Kugellauf 2 montiert werden kann, wobei die unteren Seitenkanten der Ausnehmung
8 den Lauf 2 teilweise umfassen.
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Ggf. besteht auch bei der in Fig. 2 (u.Fig. 3) gezeigten Querschnittsform
der Eintrittslinse 7 noch die Möglichkeit, eine etwa der in Fig. 4 und 5 entsprechende
Ausnehmung 8, wie in Fig. 2 strichliniert angedeutet, vorzusehen. Dadurch wäre dann
eine noch näher an dem Lauf liegende Montage des Zielfernrohres mit der in Fig.
2 oder ggf. auch mit der in Fig. 3 gezeigten Querschnittsform möglich.
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Fig. 6 zeigt einen Querschnitt einer Bockbüchsflinte mit aufmontiertem,
erfindungsgemäßem Zielfernrohr 3. Hier ist der Kugellauf 2a oben-und der Schrotlauf
9 unten angeordnet, wobei das Zielfernrohr 3 auf dem Kugellauf 2a montiert ist.
Diese Anordnung der Läufe und die erfindungsgemäße Ausbildung des Zielfernrohres
3 sind besonders vorteilhaft, weil hier auch bei dieser Bockbüchswaffe nur ein sehr
geringer Abstand a zwischen der Visierlinie V und der Seelenachse S des Kugellaufes
2a gegeben ist. Somit können auch bei diesen Bockbüchswaffen die gerade dort häufig
auftretenden Fehlschüsse durch Verkanten des Gewehres wesentlich reduziert werden.
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Bei einer Anordnung des Zielfernrohres, bei dem der augenseitige Endbereich
6 mit der dortigen Querschnittsverdickung 4a über den Verschluß 10 des Gewehres
1 (Fig.1) zumindest teilweise nach hinten übersteht, kann der augenseitige Endbereich
mit seinen Linsen den üblichen kreisförmigen Querschnitt aufweisen. In der Regel
ist es auch so, daß diese augenseitige Querschnittsverdickung 4a geringer ist als
die am lichteintrittsseitigen Endbereich, so daß dort zwischen dieser Querschnittsverdickung
4a und der Laufoberseite noch genügend Spielraum zur Verfügung steht.
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Ein in Fig. 7 gezeigtes Zielfernrohr 3a ist im Bereich des Objektivgehäuses
11 kann z.3. mit einer Ausnehmung 8 versehen sein,etwa vergleichbar mit dem Zielfernrohr
gem. Fig. 4 und 5. Das Zielfernrohr 3a weist eine verstellbare Vergrößerung
auf,
die hier mittels eines Einstellringes 12 den jeweiligen Erfordernissen angepaßt
werden kann. Die Vergrößerungsverstellung kann beispielsweise zwischen drei und
neunfach liegen. Bei geringer Vergrößerung weist dabei ein solches Zielfernrohr
3a häufig eine Lichtstärke von 200 oder mehr auf.
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Da die Lichtstärke des menschlichen Auges im Bereich von etwa 50 liegt,
ist diese hohe Lichtstärke des Zielfernrohres nutzlos. Erfindungsgemäß ist deshalb
vorgesehen, daß das Fernrohr eine im ganzen mit 13 bzw.13a bezeichnete Abblendvorrichtungaufweist.
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Mittels dieser Abblendvorrichtung 13 besteht die Möglichkeit der Anpassung
der Lichtstärke des Zielfernrohres 3 an die maximale Lichtstärke des menschlichen
Auges. Dabei erzielt man eine erhebliche Steigerung der Tiefenschärfe, die für das
Zielen besonders vorteilhaft und günstig ist. Im Ausführungsbeispiel ist als Abblendvorrichtung
eine mittels eines Verstellringes 14 einstellbare Irisblende 15 vorgesehen. Diese
kann, wie in Fig. 7 dargestellt, im Bereich der Objektivlinse innerhalb des Objektivgehäuses
11 angeordnet sein. Die Verstellung der Abblendvorrichtung 13 sowie die Verstellung
der Vergrößerung mittels des Einstellringes 12 können entweder unabhängig erfolgen
oder es besteht andererseits die Möglichkeit, daß die Abblendvorrichtung und die
Vergrößerungs-Verstellvorrichtung gekuppelt bzw. kuppelbar sind, wobei die Abblendung
bei abnehmender Vergrößerung zunimmt. Durch Verwendung einer Rutschkupplung innerhalb
der Obertragungsstrecke könnte auch die der jeweiligen Vergrößerung zuzuordnende
Abblendung verstellt werden. Bei einem mit einer Ausnehmung 8 versehenen Fernrohr
ist die Abblendvorrichtung 13a bzw.13 zumindest der Verstellring 14 a im daran anschließenden
Bereich, wie strichliniert eingezeichnet, vorgesehen.
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Die Figuren 7 bis 9 lassen noch gut eine weitere Hilfseinrichtung
zur Vermeidung von Zielfehlern erkennen. Insbesondere ist dazu eine Kontrolleinrichtung
16 zur visuellen Kontrolle eines Parallaxenfehlers vorgeshen. Diese ist im wesentlichen
durch einen vzw. runden Tubus 17 gebildet, dessen Eintrittsrand 18 und dessen Austrittsrand
19 bei Parallaxenfreiheit konzentrische Kreise bzw. Umrisse bilden. Dies ist gut
in Fig. 8 erkennbar.
In Fig. 9 erkennt man gut einen Parallaxenfehler,
wo der Austrittsrand 19 gegenüber dem Eintrittsrand 18 nach links verschoben ist.
Mit 20 ist noch ein kornartiges Absehen bezeichnet, das ggf. innerhalb des Tubus
17 angeordnet sein kann.
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Die Kontrolleinrichtung 16 kann etwa im Mittelbereich des Zielfernrohres
3a, wie dargestellt, angeordnet sein. Der Tubus 17 kann aus einem durchsichtigen
Werkstoff vzw. aus Glas bestehen, wobei der Eintrittsrand 18 und der Austrittsrand
19 zur Erhöhung des Kontrastes farbig abgesetzt sind.
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Insgesamt bietet das erfindungsgemäße Zielfernrohr 3, 3a> insbesondere
bei Kombination seiner erfindungswesentlichen Merkmale, die Möglichkeit einer wesentlich
präziseren Schußabgabe, da Zielfehler entweder schon konstruktionsbedingt oder aber
durch gut erkennbare Kontrollinformationen vermieden werden können.
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Erwähnt sei noch, daß das erfindungsgemäße Zielfernrohr gegebenenfalls
auch auf anderen Waffen, z.B. Faustfeuerwaffen bei entsprechenden geänderten äußeren
Abmessungen eingesetzt werden kann.
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Alle in der Beschreibung, den Ansprüchen und der Zeichnung dargestellten
Merkmale können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination miteinander erfindungswesentlich
sein.
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Zusammenfassung