DE3309743C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Streuen von
Schüttgut aus lignozellulosehaltigen, mit Bindemitteln
benetzten Teilchen gemäß den Merkmalen des Oberbegriffes
des Anspruches 1. Sie betrifft weiter eine Vorrichtung
entsprechend den Merkmalen des Oberbegriffes des Anspruches
2.
Bekanntlich ist die Streuung des aus gröberen und feineren
Teilchen bestehenden Schüttgutes, z.B. von gröberen und
feineren Spänen, zur Herstellung von Holzspanplatten, einer
der wichtigsten Verfahrensschritte bei der industriellen,
serienmäßigen Herstellung von Holzspanplatten. Die Streuung
des Schüttgutes auf ein in Streurichtung und unterhalb der
Streuvorrichtung befindliches Formband dient der Herstel
lung der sogenannten Vorformlinge, also eines Schüttkuchens
oder Schüttvlieses, deren Qualität für die Endeigenschaften
der herzustellenden Platten ausschlaggebend ist. Dabei ist
es besonders wichtig, daß der Formling mit größtmöglicher
Genauigkeit und Gleichmäßigkeit gestreut wird, da nur so
das erforderliche Schüttgut in wirtschaftlich vertretbarer
Weise eingesetzt wird. Weiterhin ist die Forderung nach
Genauigkeit und Gleichmäßigkeit der Streuung technologisch
sehr bedeutsam, damit Platten mit vorbestimmter geforderter
Qualität nach Aufbau und Festigkeit hergestellt werden kön
nen. Die gleichmäßige Verteilung des Schüttgutes
über den Querschnitt der Platte ist ferner für die Höhe
und Gleichmäßigkeit der Festigkeitseigenschaften der
fertigen zementgebundenen Holzspanplatte von entscheidender
Bedeutung.
Die bekannten Streuverfahren lassen sich in der Spanplatten
fabrikation in zwei Kategorien einteilen.
Die erste Gruppe sind Anlagen, bei denen das Schüttgut
nach dem sogenannten Windsichtverfahren gestreut wird. Hier
bei gelangt das aus dem Dosierbunker kommende Spanvlies
zu einer Austragwalze, beispielsweise einer Stachelwalze,
welche die Späne abwirft und dabei das Spanvlies auflöst.
Die abfallenden Späne fallen dann durch einen Luftstrom, der
sie auf das Formband verteilt, derart, daß die Feinstspäne
die äußeren Schichten und die gröberen Späne in der Mittel
schicht abgelegt werden. Diese Windsichtstreuung arbeitet
bei Spanplatten zufriedenstellend, zeigt aber bei zement
gebundenen Holzspanplatten einen erheblichen Nachteil. Das
bekannte Verfahren ergibt nur dann eine befriedigende Streuung,
wenn die zementbenetzten Späne eine gewisse Gesamtfeurigkeit
nicht überschreiten. Solche zementbenetzten Späne als Schütt
gut lassen sich zwar noch in befriedigender Weise streuen,
ergeben aber Platten mit relativ niedrigen Festigkeitswerten.
Man hat bereits versucht, diesen Nachteil bei dreischichtigen
Platten in der Weise zu beseitigen, daß man die trockenen
Deckschichten mit Windsichtung streut, während die Mittel
schicht der Platte in anderer Weise gestreut wird, um die
Feuchtigkeit in der Mittelschicht höher halten zu können.
Dennoch sind die Ergebnisse nicht gleichwertig mit den
Platten, bei denen alle Schichten mit genügender Feuchtigkeit
gefahren werden können. Zudem ist das getrennte Streuen unter
schiedlich feuchter Deck- und Mittelschichtspäne nur bei
größeren Anlagen wirtschaftlich vertretbar, zumal es auch
höhere Investitionen erfordert.
Die zweite Gruppe sind solche Anlagen, die mit Wurfstreuung
arbeiten. Bei der Wurfstreuung wird z.B. das aus einem Do
sierbunker ausgetragene oder das von einem Abwurfband auf
eine Streuwalze fallende Spangut einer oder mehreren sich
drehenden Streuvorrichtungen, beispielsweise einer rotie
renden Separierwalze oder dgl., zugeführt und von dieser in
Richtung des unterhalb der Streuvorrichtung sich bewegenden
Formbandes abgeworfen. Hierbei wird infolge der Wurfbe
wegung der einzelnen Späneteilchen ein Separiereffekt er
zielt, in dem die schwereren, gröberen Teilchen längere
Wurfbahnen und die leichteren, feineren Teilchen kürzere
Wurfbahnen durchlaufen. Die Größe der Wurfbahn sowie das
Maß der Auflösewirkung des Schüttgutes wird durch die mit
Stacheln oder Nocken versehenen Walzen entsprechend ihrer
Umlaufgeschwindigkeit bestimmt. Es können damit Spänevliese
gestreut werden, bei denen die Späne entsprechend ihrer
Größe geschichtet sind, und zwar derart, daß die Feinst
späne auf der Außenseite und die groben Späne im Inneren
des Vlieses liegen (vgl. DE-OS 21 57 386).
Man benützt vielfach ein ganzes System solcher Streuwalzen,
um eine zufriedenstellende Auflösung und Separierung der
Späne zu erhalten; dennoch haften diesem Verfahren zahl
reiche Streufehler an, wie beispielsweise ungleiche Sepa
rierung, zu kurze Streuwinkel, Gewichtsabfall an den
Plattenrändern, Ansatzbildung an den Wänden usw. Am
nachteiligsten ist, daß sehr oft einzelne grobe Späne in
die aus feineren Spänen bestehende Deckschicht gelangen, so
daß die einheitliche Struktur der feinen Deckschichten
zerstört wird. Ein weiterer Nachteil der bekannten
Wurfstreuungen liegt darin, daß infolge der Rotation der
Streuvorrichtungen unkontrollierbare Luftströmungen ent
stehen, die insbesondere die feinen und feinsten Span
teilchen mitreißen, so daß Streuungenauigkeiten entstehen.
Durch die unkontrollierten Luftströme entstehen auch nicht
definierbare Strömungsverhältnisse in dem Streuungsraum
oberhalb des Formbandes. Alle diese Nachteile wirken sich
beim Streuen zementgebundener Holzspanplatten in noch
stärkerem Maße aus.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das gattungs
gemäße Verfahren so weiterzubilden, daß das Schüttgut opti
mal gleichmäßig nach Grob- und Feingut derart separiert
wird, daß die feinen Teilchen aus dem Spänestrom weitgehend
abgesondert und nach unten geleitet werden, während die
gröberen Teilchen unter Verkürzung ihrer Flugbahn nach
unten in die Kernschicht umgelenkt werden.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der im Oberbegriff
des Anspruches 1 genannten Art durch die Merkmale des
Kennzeichens und bei einer Vorrichtung entsprechend den
Merkmalen des Gattungsbegriffes des Anspruches 2 durch die
kennzeichnenden Merkmale dieses Anspruches gelöst. Die
Unteransprüche enthalten weitere zweckmäßige Ausbildungen
der Vorrichtung nach Anspruch 2.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren und seiner Vorrichtung
lassen sich die vorstehend erwähnten Nachteile vermeiden
und es können insbesondere mit Zement umhüllte Späne vor
teilhaft derart gestreut werden, daß auf einer großen
Fläche die feinen und gröberen Späne gleichmäßig und mit
feinem Übergang voneinander getrennt werden, so daß das
Auftreten innerer Spannungen beim Pressen weitgehend re
duziert und das Stehvermögen der Platte sowie ihre Festig
keitseigenschaften erhöht werden. Dadurch, daß aus dem ab
geworfenen Streugut die feineren Teilchen (Feingut) durch
einen rotierenden Zwangsluftstrom mindestens teilweise aus
dem Streustrom ausgeschieden und auf einem kürzeren Fall
wege zum Formband gelenkt werden und daß ferner im Streu
strom zu weit fliegende gröbere Gutteilchen (Grobgut) an
einer hinteren Stelle abgebremst und zum Formband umgelenkt
werden, wird erreicht, daß alle feinsten Gutteilchen schon
gezielt auf das Formband gelangen, bevor andere, nämlich
gröbere Gutteilchen, auf ihm abgelagert werden. Dadurch
gelangen maximal viele feinste Spangutteilchen in die
äußersten Schichten der Platte, während durch die Ab
bremsung der gröberen Teilchen und ihre Umlenkung zum
Formband hin gewährleistet ist, daß diese Teilchen tat
sächlich in gewünschter Weise ausschließlich in die
Kernschicht der Platte gelangen.
Bei der für die Durchführung dieses Verfahrens geeigneten
Vorrichtung mit einem Dosierband, das Schüttgut bestehend
aus feineren und gröberen Teilchen aufnimmt und mit einer
im Endbereich des Dosierbandes angeordneten, mechanischen
Wurfvorrichtung, beispielsweise einer Abwurfwalze oder
dgl., und einem darunter liegenden, sich bewegenden Form
band zur Aufnahme des zu schüttenden Vorformlings, ist
unterhalb der Abwurfvorrichtung eine zur Erzeugung einer
nach unten zum Formband gerichteten Zwangsluftströmung
dienende Vorrichtung, beispielsweise eine rotierende
Luftwalze, angeordnet. Als Luftleitwalze kann beispiels
weise eine Zahnscheibenwalze dienen, welche einen Außen
durchmesser hat, der mindestens so groß ist, wie der
Außendurchmesser der Abwurfwalze. Diese Luftleitwalze ist
vorteilhaft in Draufsicht senkrecht unterhalb der Abwurf
walze angeordnet. In weiterer Ausbildung kann zwischen dem
Außenumfang der Luftleitwalze und dem Außenumfang der An
triebsrolle des Dosierbandes ein kanalartiger, sich ver
engender Lufteintrittspalt vorgesehen sein. Der hiermit
erzielte Zwangsluftstrom scheidet den überwiegenden Teil
der feinen und feinsten Teilchen aus dem Streugutstrom aus
und führt diese auf verkürztem Wege zum Formband. Infolge
der Abbremsung der weiter fliegenden gröberen Gutteilchen
an einer Stelle, die hinter dem abgeleiteten Zwangsluft
strom liegt, lassen sich die gröberen Teilchen in einfacher
Weise zum Formband umlenken. Hierzu kann im hinteren Be
reich des die größeren Gutteilchen mitführenden Streu
stromes eine diese gröberen Gutteilchen nach unten zum
Formband umlenkende Prallwand vorgesehen sein. Zweckmäßig
ist dabei der Längsabstand der Prallwand von der Wurfwalze
einstellbar.
Infolge dieser Ausbildung werden gröbere Späne an der
Prallwand zum Formband umgelenkt, auf welchem ein langer
Streukeil gebildet wird. Der Zwangsluftstrom entzieht somit
dem eigentlichen Streustrom, der von der Wurfvorrichtung
abgeworfen wird und unkontrollierte Luft und mit dieser
feine und feinste Teilchen mitführt, einen Teil dieses
Luftstromes und der darin enthaltenen feinen und feinsten
Teilchen und verhindert so, daß diese feinen und feinsten
Teilchen in unerwünschter Weise zu weit transportiert
werden, wodurch eine optimale Separierung verhindert wird.
Die Vorrichtung nach Anspruch 3 kann noch dadurch zweck
mäßig weiter ausgestaltet werden, daß zwischen dem Außen
umfang der Luftleitwalze und dem Außenumfang der Antriebs
rolle des Dosierbandes ein kanalartiger, sich verengender
Lufteintrittspalt ausgebildet wird. Schließlich kann im
Bereich der Luftleitwalze und dem unteren Trum des Dosier
bandes eine zum Formband gerichtete Luftleitwand angeordnet
werden, derart, daß ein in Drehrichtung der Luftleitwalze
sich verjüngender Luftzuführungskanal für den Eintritt des
Separierluftstromes geschaffen ist.
Bei dem in der Zeichnung schematisch dargestellten Aus
führungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist mit
1 das Dosierband bezeichnet, das von der Antriebsrolle
16 in Richtung des eingezeichneten Pfeiles 17 angetrieben wird.
Das auf dem Dosierband 1 in einer dosierten Schüttgut
schicht 8 in Richtung des Pfeiles 17 vorgeschobene Schütt
gut gelangt am vorderen Ende in den Bereich der Abwurf
walze 2, die in Richtung des eingezeichneten Pfeiles um
eine horizontale Achse dreht. Diese mit Stacheln oder
Nocken versehene Abwurfwalze rotiert mit solcher Geschwindig
keit, daß das ankommende Schüttgut 8 aufgelöst und in einem
Streustrom nach vorne abgeworfen wird.
Zur gezielten Aussonderung feinster Spanteilchen und zur
Erzielung einer kontrollierten Luftumwälzung innerhalb der
Streukammer K ist unterhalb der Abwurfwalze 2 eine Vorrichtung
zur Erzeugung einer nach unten zum Formband 6 gerichteten
Zwangluftströmung 14 vorgesehen. Sie besteht im Ausführungs
beispiel aus einer sogenannten Luftleitwalze 3, die beispiels
weise als Zahnscheibenwalze ausgebildet sein kann. Die
Rotation dieser Luftleitwalze 3 in Richtung des Pfeiles 18
erzeugt eine Luftströmung in Richtung der Pfeile 14′, die
bei der angegebenen Drehrichtung im vorderen Bereich der
Luftleitwalze 3 nach unten in Richtung 14 zum Formband 6 hin
gerichtet ist und ferner entlang des Teilumfangs der Luftleit
walze 3 entsprechend den Pfeilen 14′ verläuft.
Dieser Zwangsluftstrom 14 bewirkt, daß feine und feinste
Spanteilchen unmittelbar nach Abwurf durch die Abwurfwalze
2 aus der eigentlichen Streuströmung abgesondert und nach
unten direkt auf das von der Rolle 6′ angetriebene Formband 6
gebracht werden, bevor andere gröbere Teilchen dorthin ge
langen. Dadurch ist gewährleistet, daß die feinen und
feinsten Teilchen in die äußerste Schicht der fertigen Platte
gelangen, wodurch die Oberflächenqualität der Platte ver
bessert wird.
Zugleich wird der bei bisherigen Ausführungen bestehende
Nachteil vermieden, wonach mit dem eigentlichen geworfenen
Streustrom zuviel Luft mitgeführt wird, die die Feinteile
des Spangutes zuweit nach vorne führt und die erwünschte
Separierung in hohem Maße verschlechtert.
Der Luftleitwalze 3, deren Durchmesser mindestens so groß
wie der Außendurchmesser der Abwurfwalze 2 ist, und die,
vorzugsweise in Draufsicht gesehen, unmittelbar senkrecht
unterhalb der Abwurfwalze 2 liegt, ist unterhalb der An
triebsrolle 16 bzw. des Dosierbandes 1 eine zum Formband
nach unten gerichtete und nach hinten bogenförmig ausge
wölbte Luftleitwand 5 zugeordnet, derart, daß einmal die
Streukammer K nach hinten strömungstechnisch abgeschlossen
ist und zum anderen im Bereich der Ansaugseite der
rotierenden Luftleitwalze 3 ein sich nach oben zur Antriebs
rolle bzw. -walze 16 des Dosierbandes 1 verjüngender Ein
trittsspalt für den Zwangsluftstrom gebildet wird,
wodurch die Geschwindigkeit
des eingeholten Luftstromes an dieser Stelle vergrößert
wird.
Da der Streukammerraum nach hinten durch die Luftleitwand 5
praktisch geschlossen ist, ergibt sich insbesondere durch
die Anordnung der Luftleitwalze 3, daß in der Streukammer K
selbst nach Menge und Richtung gezielte Luftströmungen
umlaufen.
Wenn die Streukammer auch in ihrem vorderen Bereich durch
die als Prallwand 4 bezeichnete Wand annähernd strömungs
technisch geschlossen ist, wird innerhalb der Streu
station 12 ein in sich wenigstens strömungstechnisch ge
schlossener Raum gebildet, in dem ständig eine begrenzte
Luftmenge mit gezielter Strömungsrichtung umgewälzt wird,
so daß diese Luft aus dem mit Zement benetzten Späne
material nur eine begrenzte Feuchtigkeit aufnehmen kann,
wodurch eine unerwünschte Trocknung des Schüttgutes
weitgehend verhindert wird. Die geschlossene Ausbildung
der Streukammer K wird noch dadurch verbessert, daß
die Abwurfwalze 2 und die Antriebswalze 16 des Dosier
bandes 1 den Raum zwischen den Wänden 4 und 5 mindestens
annähernd abschließen.
Nach einer weiteren Ausbildung hat die Prallwand 4 einen
solchen Verlauf, daß die gröberen Gutteilchen im Streu
strom beim Aufprallen unten zum Formband 6 hin umgelenkt
werden. Die Prallwand 4 ist also so ausgebildet, und geformt,
daß sie die Wurfbahnen der gröberen Spangutteilchen, die
gegen sie geworfen werden, unterbricht und diese gröberen
Teilchen nach unten zum Formband ablenkt. Zu diesem Zweck
verläuft die Prallwand 4 bogenförmig, wobei ihre definitive
Form selbstverständlich durch entsprechende Versuche
festzulegen ist. Zweckmäßig ist die Prallwand 4 nach Art
eines konvexen Bogens von der Wurfwalze 2 beginnend bis in
die Nähe der Oberfläche des zu streuenden Vorformlings 10
geführt. Die
Lage der Prallwand im Verhältnis zur Abwurfwalze bzw. zur
Luftleitwalze ist je nach den gegebenen Verhältnissen fest
zulegen, wobei zur leichten Einstellung des Längsabstandes
zwischen Abwurfwalze 2 bzw. Luftleitwalze und Prallwand,
diese lageveränderlich und einstellbar angeordnet ist. Nach
einem weiteren Merkmal kann die Prallwand 4 wenigstens an
nähernd parabolisch ausgebildet sein und sich mindestens
bis zum hinteren Ende des Schüttkeiles 7 erstrecken; sie kann auch die
Form eines Ellipsen-Abschnittes haben.
Das vordosierte Schüttgut wird somit auf dem Dosierband
1 der Abwurfwalze 2 zugeführt und von dieser in einem Streu
strom in Richtung auf die besonders geformte Prallwand 4
geschleudert. Diese Prallwand 4 ist, wie schon erwähnt,
hinsichtlich ihrer Form so zu gestalten, daß auf dem Form
band 6 ein stets gleichmäßiger, lang gestreckter Schütt
keil 7 mit sehr guter Auflösung gebildet wird. Der Schütt
keil 7 stellt die untere Hälfte der zu fertigenden Platte
dar, die obere Hälfte entsteht bei kleineren Anlagen durch
die Bewegung des Formbandes 6 entgegengesetzt zur Richtung 15
oder durch eine zweite, vorzugsweise spiegelbildlich ange
ordnete Streuanlage.
Die besondere Lage der Luftleitwalze 3 direkt unterhalb der
Abwurfwalze und die besondere Ausbildung dieser Luftleit
walze, derart, daß ihr Durchmesser größer als der der Abwurf
walze ist, hat den Vorteil, daß die von der Abwurfwalze 2 etwa senkrecht
herunterfallenden Spangutteilchen nicht mehr wie bisher
unmittelbar auf das Formband und damit in die äußeren
feinen Deckschichten gelangen kann. Etwa in diesem Bereich
bereits herunterfallende Spangutteilchen werden von der
Luftleitwalze aufgenommen und infolge der Rotation der Luft
leitwalze von ihr abgeworfen und wieder der Hauptmasse des
Streustromes zugeführt, so daß diese in die
mittlere Schicht des Formlings gelangen. Dadurch daß nach
der Erfindung insgesamt eine annähernd strömungstechnisch
geschlossene Streukammer K geschaffen ist, wird innerhalb
dieser Kammer immer dieselbe Luft umgewälzt, die dadurch
stets genügend Feuchtigkeit hat, wodurch ein unerwünschter
Entzug von Feuchte aus dem Spangut vermieden ist. Vorteil
haft ist ferner, daß durch diese geschlossene Luftum
wälzung verhältnismäßig wenig Luft in den Raum der Streu
station 12 und damit in den Fabrikationsraum entweichen
kann, so daß auch in die umgebenden Räume weniger Staub
gelangen kann.
In der schematischen Darstellung sind die Abwurfbahnen 11 bis 11 d
der Spanteilchen von der Abwurfwalze beginnend und die
Umlenkbahnen der Einfachheit halber und zur Veranschau
lichung der Wirkungsweise der Prallwand als Geraden einge
zeichnet. Man erkennt jedoch, daß durch die erfindungsge
mäße Ausbildung der Prallwand 4 eine besonders konzentrierte
und gezielte Streuung der Späne innerhalb der Streukammer K
erreicht wird, wobei in Verbindung mit der gezielten Erzeugung
einer Zwangsströmung und der dadurch erreichten Beruhigung
der Strömungsverhältnisse in der Streukammer sowie der
Vorseparierung feiner und feinster Teilchen ein Streukeil
mit optimaler Lagerung der feinsten Teilchen in den Außen
schichten und der gröberen Teilchen in den Mittelschichten
bei bisher nicht erreichter Gleichmäßigkeit und Genauigkeit
der Steuerung selbst erzielt wird. Mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren und der Vorrichtung ist es möglich, mit Zement
umhüllte Späne ohne Schwierigkeiten auch bei höheren
Feuchtigkeiten des Schüttgutes einwandfrei zu streuen. Dabei
verhindert die Anordnung und Größe der Luftleitwalze 3
das unerwünschte Herabfallen der groben Teilchen von der Ab
wurfwalze 2 auf das darunter liegende Formband, wobei diese
Luftleitwalze 3 auch die Auflösung des Schüttgutes durch die
Abwurfwalze unterstützt, so daß insgesamt Formlinge für
zementgebundene Spanplatten hoher Qualität in bezug auf
das Aussehen, die Festigkeiten und das Stehvermögen
gestreut werden können.
Claims (10)
1. Verfahren zum Streuen von
Schüttgut aus gröberen
und feineren Teilchen
aus zementbenetzten Holzspänen
zur Herstellung zementgebundener Spanplatten, bei
dem das Schüttgut mittels Wurfsichtung in einem Streu
strom in Richtung der Vorwärtsbewegung eines tiefer
liegenden Formbandes auf dieses zu einem Vorformling
gestreut und separiert wird, derart, daß die feineren
Teilchen auf kürzerem Wege als die gröberen Teilchen
auf das Formband gestreut werden, dadurch gekennzeich
net, daß aus dem abgeworfenen Streugut die feineren
Teilchen (Feingut) durch einen rotierenden Zwangsluft
strom mindestens teilweise aus dem Streustrom ausge
schieden und auf einem kürzeren Fallwege zum Formband (6)
geleitet werden, und daß im Streustrom zu weit fliegende
gröbere Gutteilchen (Grobgut) an einer hinteren Stelle
abgebremst und zum Formband (6) umgelenkt werden.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1
mit einem Dosierband, das Schüttgut bestehend aus feineren
und gröberen Teilchen aufnimmt und mit einer im Endbereich
des Dosierbandes angeordneten mechanischen Wurfvorrichtung,
und einem darunter liegenden,
sich bewegenden Formband zur Aufnahme des zu schüttenden
Vorformlings, dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb der Ab
wurfvorrichtung (2) eine zur Erzeugung einer nach unten
zum Formband (6) gerichteten Zwangsluftströmung (14) dienende
Vorrichtung angeordnet
ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die zur Erzeugung einer nach unten zum Formband (6)
gerichteten Zwangsluftströmung (14) dienende Vorrichtung
eine rotierende Luftleitwalze (3) ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Luftleitwalze (3),
eine Zahnscheibenwalze ist, einen Außen
durchmesser hat, der mindestens so groß ist wie der
Außendurchmesser der Abwurfwalze (2), und daß die Luft
leitwalze (3) in Draufsicht senkrecht unterhalb der
Abwurfwalze (2) angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Außenumfang der
Luftleitwalze (3) und dem Außenumfang der Antriebsrolle (16)
des Dosierbandes (1) ein kanalartiger, sich verengender Luft
eintrittsspalt (9) vorgesehen ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Luftleitwalze (3)
und dem unteren Trum (1′) des Dosierbandes (1) eine zum
Formband (6) gerichtete Luftleitwand (5) angeordnet ist,
derart, daß ein in Drehrichtung der Luftleitwalze (3) sich
verjüngender Luftführungskanal (19) für den Eintritt des
Separierluftstromes geschaffen ist.
7. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche
2 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß im hinteren Bereich des die
größeren Gutteilchen mitführenden Streustromes eine diese
gröberen Gutteilchen nach unten zum Formband (6) umlenkende
Prallwand (4) angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß der Längsabstand der Prall
wand (4) von der Wurfwalze (2) einstellbar ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Prallwand (4) von der
Abwurfwalze (2) bis in die Nähe der Oberfläche des zu
streuenden Vorformlings (10) bogenförmig
verläuft.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die Prallwand (4), die Abwurf
walze (2), der vordere Abschnitt des Dosierbandes (1)
sowie die Luftleitwand (5) einen strömungstechnisch wenig
stens annähernd geschlossenen Raum bilden, dessen untere
Begrenzung das Formband (6) bildet.
Priority Applications (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19833309743 DE3309743A1 (de) | 1983-03-18 | 1983-03-18 | Verfahren zum streuen von spanplatten, insbesondere zementgebundener spanplatten und vorrichtung zur durchfuehrung des verfahrens |
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Applications Claiming Priority (1)
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