DE3345628C2 - - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft das Sichten von Tabak.
Bei der Verarbeitung von Tabak wird oft bei unterschiedlichen
Verfahrensstufen eine Mischung leichterer und schwererer Tabak
anteile erhalten, die voneinander getrennt werden müssen, um
deren bessere Weiterverarbeitung zu ermöglichen. Zu diesem
Zweck wurden schon verschiedene Schwerkraftwindsichter einge
setzt.
Das Windsichten kann beispielsweise Anwendung finden für
geschnittene Tabakblätter, um das gewünschte Tabakblattmaterial
von den unerwünschten Tabakrippen und -stielen zu trennen.
Gesichtet wird auch bei der Herstellung der Endmischung des ge
schnittenen und für die Zigarettenherstellung vorgesehenen Ta
baks, um unerwünschte Rippen und Stiele zu entfernen. Ein
anderes Anwendungsbeispiel für das Windsichten ist die Verar
beitung von aus ganzen Tabakblättern geschnittenem Material,
wie dies in der US-PS 42 33 996 beschrieben ist. Dabei wird
schweres Schnittgut des Tabaks mit Rippen- und Stielanteilen
von leichtem Schnittgut ohne Rippen- und Stielanteile getrennt.
Weiterhin wird auch nach weiterem Aufschluß des schweren
Schnittguts zur Trennung des Blattschnittguts von den Rippen-
und Stielanteilen gesichtet.
Aus der US-PS 43 86 617 ist ein Verfahren für die Erzeugung und
Verarbeitung geschnittener Tabakrippen und -stiele bekannt, bei
dem diese zwischen gegenläufig rotierenden Mahlscheiben zer
fasert werden. Das resultierende Material enthält üblicherweise
für die Endverarbeitung unerwünschte schwere Anteile und Faser
klumpen, die entfernt werden müssen. Um solche unerwünschten
schweren Anteile und Faserklumpen von den zerfaserten Stielen
abzutrennen, eignen sich bekannte Tabakschwerkraftwindsichter
nicht optimal, weil die Vereinzelung des Sichtguts nicht
ausreicht.
Bei den bekannten Tabaksichtern, die üblicherweise auf einer
Schwerkraftsichttrennung schwerer von leichten Teilchen in Luft
beruhen, tritt somit das Problem auf, daß eine befriedigende
Trennung von leichten und schweren Partikeln zumeist nicht ge
währleistet ist und brauchbare Tabakanteile verlorengehen oder
eine weitere Verarbeitung in einer weiteren Verarbeitungsstufe
notwendig wird. Liegt das unerwünschte Material als schwerer
Anteil vor, kann dieser mit Zusammenballungen erwünschten
leichteren Materials vermengt sein, so daß bei der Trennung
auch erwünschtes Material verlorengeht.
Ein Beispiel für solch ein Material sind die Klumpen der oben
erwähnten geschnittenen Rippen und Stiele, die von den erwünsch
ten einzelnen geschnittenen Stielteilen mit den schweren Stiel
anteilen beim Sichtverfahren entfernt werden. Ein anderes
Beispiel ist die Klumpenbildung orientalischer Tabakblätter,
die beim Öffnen und Sichten anfällt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Tabak-Schwer
kraftwindsichter anzugeben, die eine zumindest nahezu voll
ständige Trennung der leichten von den schweren Tabakpartikeln
erlaubt und eine nutzbare Weiterbehandlung von schweren Parti
keln ermöglichen, die als Zusammenballung leichter Teilchen
vorliegen, um die brauchbaren leichten Teilchen daraus zu
gewinnen.
Ein Schwerkraftwindsichter, der diese Aufgabe löst, ist mit
seinen Ausgestaltungen in den Patentansprüchen gekennzeichnet.
Die Erfindung sieht vor, daß der Tabak einem aufsteigenden
Luftstrom im wesentlichen in Form einzelner voneinander ge
trennter Partikel zugeführt wird, wobei der Luftstrom eine
Geschwindigkeit aufweist, die groß genug ist, um die leichten
Partikel mitzuführen, jedoch zu gering ist, um auch die ver
einzelten schweren Partikel mitzunehmen. Da die Tabakpartikel
dem Luftstrom in aufgelöster bzw. vereinzelter Form aufgegeben
werden, wird jedes Tabakpartikel durch den Luftstrom in beab
sichtigter Weise beeinflußt, so daß im Gegensatz zum Stand der
Technik eine im wesentlichen vollständige Trennung der leichten
von den schweren Teilchen erfolgt.
Mit der Speise- bzw. Aufgabeeinrichtung erfolgt nicht nur ein
Zumessen des Tabaks zum Sichter, sondern gleichzeitig wird eine
Vereinzelung der Teilchen mit Hilfe der besonderen den Speise
walzen nachgeordnete Schleuderwalze vorgenommen, welche mit den
Speisewalzen zusammenarbeitet, um die an sich schwer aufzulösen
den Zusammenballungen gut dispergiert in den Sichtluftstrom
einzuschleudern, damit alle leichten, zu gewinnenden Tabakpar
tikeln vom Luftstrom nach oben mitgenommen werden und lediglich
an sich auszuscheidende schwere Teilchen, wie nicht zerfaserte
Stiele oder nicht aufgelöste Zusammenballungen, in den Sammel
bereich für die schweren Partikel gelangen.
Wegen der schlechten Sichtfähigkeit aufgeschlossener und
zerfaserter Rippen und Stiele sieht eine Ausgestaltung der
Erfindung vor, daß die ausgeschiedenen schweren Partikeln, die
sozusagen durch den Sichtluftstrom hindurchgeschleudert werden,
aufgefangen und noch einmal durch eine weitere Schleuderwalze
vereinzelt werden, um noch einmal in den Sichtluftstrom einge
tragen zu werden. Auch hierbei lassen sich zunächst nicht
ausreichend vereinzelte Tabakpartikeln, die jedoch brauchbares
Material darstellen und daher mit dem Sichtluftstrom nach oben
auszutragen sind, gewinnen.
Die zurückgebliebenen Zusammenballungen können wieder gesammelt
und wiederholt der Nachsichtung unterworfen werden, bis alle
einzelnen Partikel voneinander getrennt sind und vom Luftstrom
nach oben abgeführt werden, wenn einige Zusammenballungen nur
schwer aufzulösen sind. Die Nachsichtung von Grobgut ist an
sich bekannt (DE-OS 16 32 146), wird aber nicht in Verbindung
mit einer aktiven Vereinzelung der Partikeln durchgeführt.
Die Erfindung hat sich als besonders wirkungsvoll für Tabakmate
rial erwiesen, das Zusammenballungen und Faserverknäulungen
aufweist.
Der erfindungsgemäße Schwerkraftsichter wird insbesondere für
zerfaserte Tabakrippen und -stiele, aber auch zerfasertes
Blattmaterial und dgl. angewendet, kann aber auch überall dort
eingesetzt werden, wo zu verarbeitendes Tabakmaterial unter
schiedlich schwere Anteile aufweist, die voneinander für die
Weiterverarbeitung getrennt werden müssen. Hierzu gehört
jegliches Tabakschnittgut.
Wie aus der US-PS 43 86 617 bekannt ist, werden die zerfaserten
Stiele aus dem Luftstrom, in den sie zuerst vom Zerfaserer ge
schleudert werden, abgetrennt und dann teilweise von seinem ur
sprünglichen Feuchtigkeitsgehalt im Zerfaserer auf einen Feuch
tigkeitsgehalt von etwa 19 bis 35 Gew.-% unter Verwendung einer
üblichen Tabaktrocknungsanlage, wie beispielsweise einem
Trommeltrockner, heruntergetrocknet.
Der erfindungsgemäße Schwerkraftsichter wird zweckmäßigerweise
für diese teilweise getrockneten und zerfaserten Stiele ange
wendet, wobei der schwere Anteil, vorzugsweise nach dem Wieder
auflösen, dem Zerfaserer für die Weiterverarbeitung, wenn
gewünscht, wieder zugeführt wird.
Bei dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel
einer Sichtvorrichtung 10 für das Sichten zerfaserter Tabak
stiele werden diese einem Aufgabebehälter 12 unter Ausbildung
einer Schicht 14, die sowohl die gewünschten leichten Partikel
als auch die unerwünschten schweren Partikel enthält, zuge
führt. Am unteren Ende des Aufgabebehälters 12 sind in einer
Kammer zwei gegensinnig rotierende Speise- oder Dosierwalzen 16
mit jeweils einer Vielzahl von radialen, von der Oberfläche
abstehenden Stiften 18 angeordnet. Die Stifte 18 der Speise
walzen 16 sind so angeordnet, daß im Spalt 19 zwischen den
Speisewalzen die Stifte 18 in einer Linie ausgerichtet sind.
Die Speisewalzen 16 drehen sich in entgegengesetzter Richtung,
so daß die Stifte 18 im Spalt 19 zwischen den Speisewalzen 16
zusammenarbeiten, um die Zufuhr einer gewünschten Menge der
zerfaserten Stiele aus der Schicht 14 zu steuern. Die zuzumes
sende Menge an zerfaserten Stielen kann durch Änderung der
Drehgeschwindigkeit der Speisewalzen 16 variiert werden.
Eine als Stiftwalze ausgebildete Schleuderwalze 20 ist unter
halb und im wesentlichen äquidistant von den Speisewalzen 16
angeordnet und weist radial abstehende Stifte 22 auf. Eine im
unteren Teil der Kammer ausgebildete kreisförmig gewölbte Leit
wand 24 mit gleichem Krümmungsmittelpunkt wie die Schleuder
walze 20 ist als Leitfläche für den Tabakstrom vorgesehen, um
diese in gekrümmter Bahn um die Schleuderwalze 20 zu führen.
Auf der Innenfläche 25 der Leitwand 24 erstrecken sich zur
Schleuderwalze 20 hin Stifte 25. Die Stifte 22 an der Schleu
derwalze 20 und die abstehenden Stifte 25 arbeiten unter
Trennung der einzelnen zerfaserten Rippen- und Stielteile
zusammen, wenn der zugemessene Strom über die gewölbte Leitwand
24 geführt wird. Die getrennten Rippen- und Stielpartikel
werden von der Leitwand 24 als horizontaler Tabakstrom 26 in
eine geschlossene Kammer 28 ausgeschleudert. Geeignete Speise
walzen 16 und Schleuderwalzen 20 sind in der GB-PS 15 56 370
beschrieben.
Ein aufsteigender Luftstrom 30 strömt durch ein unterhalb der
Schleuderwalze 20 in die Kammer 28 mündendes Einlaßrohr 32 in
die Kammer 28 unter Wirkung eines in der Kammer 28 aufrechter
haltenen Vakuums ein und ist auf den horizontal geführten
Tabakstrom 26 gerichtet. Die Geschwindigkeit des Luftstroms 30
wird auf einen Wert eingestellt, bei dem die leichten Partikel
34, die eine leichte Fraktion der gefaserten Stielteile bilden,
zu einem Auslaß 36, an den das Vakuum angelegt ist, mitgenommen
werden, während die schwereren Teilchen 38 längs der Trajek
torien 39 aufgrund ihrer größeren Schwerkraft auf eine Sammel
fläche 40 vor der Rückwand der Kammer 28 fallen.
Auf diese Weise entsteht ein Luftstrom, der darin suspendierte,
aufgelöste gefaserte Stielpartikel enthält und frei von schwe
ren Stielanteilen und Klumpen leichter Tabakpartikel ist. Die
leichten Tabakpartikel 34 können beispielsweise zum Mischen mit
geschnittenen Tabakblättern gemäß der in der GB-PS 21 15 681
beschriebenen Verfahrensweise verwendet werden.
Eine schnell umlaufende als Stiftwalze ausgebildete weitere
Schleuderwalze 44 mit radial abstehenden Stiften 45 ist ober
halb einer mit Stiften 47 versehenen gewölbten vorderen Leit
wand 46 der Sammelfläche 40 angeordnet und dient dazu, die auf
ihr liegende schwere Fraktion und Zusammenballungen brauchbarer
zerfaserter Stiele aufzulösen. Die schnell umlaufende Schleuder
walze 44 schleudert das auf der Sammelfläche 40 befindliche und
aufgelöste Tabakgut unter Ausbildung eines Stroms 48 von der
vorderen Leitwand 46 in einen aufsteigenden Luftstrom 50, der
durch einen tiefer liegenden Spalt 52 aufgrund des Vakuums in
der Kammer 28 angesaugt wird. Die Luft tritt durch eine Öffnung
53 in der Rückwand der Kammer unterhalb der weiteren Schleuder
walze 44 ein. Durch diese Maßnahme kann eine weitere Abtrennung
einzelner Partikel der zerfaserten Stiele erreicht werden. Oft
ist jedoch eine vollständige Trennung der einzelnen Partikel
der Klumpen nicht möglich. Die Geschwindigkeit des Luftstroms
50 wird auf solch einen Wert eingestellt, daß die einzelnen
nochmals aufgelösten oder getrennten zerfaserten Stielpartikel
54 im Luftstrom 50 nach oben geführt werden, während die
schweren Stielanteile von dieser Maßnahme nicht berührt werden
und die nur unvollständig gelösten Klumpen als Strom 56 abwärts
fallen. Der mit den Tabakpartikeln 54 beladene Luftstrom 50
vereinigt sich mit dem Strom 34 und wird mit diesem zusammen
durch den Auslaß 36 abgesaugt. Der Strom 56 mit den schweren
Stielanteilen verläuft dabei entlang einer gekrümmten Bahn und
wird auf einer schrägen Fläche 58, die gegenüber der weiteren
Schleuderwalze 44 an der Kammer 28 angeordnet ist, gesammelt
und zu einem in der Zeichnung nicht gezeigten Sammelbehälter
abgeführt. Diese schweren Stielanteile können dann auf belie
bige Weise weiterverarbeitet werden.
Die nur teilweise ausgelösten Klumpen, die in einem nach oben
gerichteten Strom 60 enthalten sind, werden mit dem Strom 39
der schweren Fraktion mitgenommen und durch diesen der Sammel
fläche 40 wieder zugeführt. Das teilweise Auflösen und die
Kreislaufführung werden so lange wiederholt, bis alle einzelnen
Tabakstielteile des zu Anfang bestehenden Klumpens voneinander
getrennt sind. Die gesichtete Schicht 14 aus gefaserten Tabak
stielen kann jeden geeigneten Feuchtigkeitsgehalt aufweisen.
Zweckmäßigerweise wird der Sichter für gefaserte Tabakrippen
und -stiele angewandt, die einen mittleren Feuchtigkeitsgehalt
aufweisen und die noch bis zu einem für die Verwendung in
Zigaretten geeigneten Feuchtigkeitsgehalt getrocknet werden
müssen. Da bei solch einem Feuchtigkeitsgehalt das gefaserte
Rippen- und Stielmaterial beim Auflösen nicht zerstört wird,
läßt sich die abschließende Trocknung des gefaserten Rippen-
und Stielmaterials bis zu einem gewünschten Feuchtigkeitsgehalt
wirksamer mit Partikeln durchführen, die aufgelöst und getrennt
worden sind, insbesondere wenn das in der GB-PS 21 17 871
offenbarte selektive Trocknungsverfahren angewendet wird.
Claims (3)
1. Schwerkraftwindsichter für Tabakpartikeln, die Zusammen
ballungen enthalten, insbesondere von zerfaserten Tabakrippen
und -stielen, mit einer von unten nach oben durchströmbaren
Sichtkammer, die wenigstens einen unteren Lufteinlaß und einen
oberen Luftauslaß für einen aufsteigenden Luftstrom hat, und
mit einer seitlich einer Einlaßöffnung angesetzten Aufgabeein
richtung für das Zumessen und Einschleudern der Tabakpartikeln
in den aufsteigenden Luftstrom,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Aufgabeeinrichtung zum Vereinzeln und Zumessen der Ta
bakpartikeln und darauf folgenden Einschleudern der vereinzel
ten Tabakpartikeln zwei zusammenwirkende gegenläufige, mit
Stiften (18) besetzte Speisewalzen (16) hat, die die Tabak
partikeln an eine unmittelbar nachgeordnete, mit ihnen zusammen
wirkende und an ihrer Oberfläche mit Stiften (22) versehene
Schleuderwalze (20) abgeben, die über eine unterhalb von ihr
vorgesehene gewölbte, mit Stiften (25) besetzte Leitwand (24)
umläuft und die Tabakpartikeln vereinzelt und quer durch die
seitliche Einlaßöffnung in den aufsteigenden Luftstrom ein
schleudert.
2. Schwerkraftwindsichter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sichtkammer (28) eine Sammelfläche (40) für schwere Ta
bakpartikeln mit Abstand von der Schleuderwalze (20) aufweist,
oberhalb derer eine weitere mit Stiften (45) versehene Schleu
derwalze (44) zum erneuten Vereinzeln und Einschleudern gesam
melter Tabakpartikel in den aufsteigenden Luftstrom vorgesehen
ist.
3. Schwerkraftwindsichter nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
das die weitere Schleuderwalze (44) ebenfalls oberhalb einer
mit Stiften (47) besetzten gewölbten Leitwand (46), die insbe
sondere Teil der Sammelfläche (40) ist, umläuft.
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