-
Rostkühler
-
Die Erfindung bezieht sich auf einen Rostkühler zum Kühlen von Schüttgut,
insbesondere zum Kühlen von Zementklinker, wobei im Auslaufbereich des Kühlers eine
Stauvorrichtung zum Anstauen des Schüttgutbettes vorgesehen ist.
-
Aus der DE-PS 31 31 514 ist ein Rostkühler zum Kühlen von Schüttgut,
insbesondere zum Kühlen von Zementklinker bekannt, bei dem zum Anstauen des Schüttgutbettes
eine oberhalb des Schüttgutbettes befindliche verstellbare Stauwand mit Grenzdruckschaltung
angeordnet ist. Durch diese oberhalb des Schüttgutbettes angeordnete Stauwana wird
jedoch im Betrieb des Rostkühlers das Schüttgut gegen den Rost gedrückt. Wenn es
sich nun bei dem Rost um einen Schrägrost handelt, bei dem das Schüttgut infolge
der Schwerkraft von selbst über den Kühlerrost ablaufen soll, sind Verstopfungen
zwischen dem unteren Rana der Stauwano und dem Rost nicht zu vermeiden, insbesondere
dann nicht, wenn es sich bei dem zu kühlenden Gut um Zementklinker handelt, der
ein sehr gemischtes, fein- bis sehr grobes Kornspektrum aufweist. Diese bekannte
Stauwana mulo aaher häufig ausgeschwenkt werden, insoesonoere dann, wenn Gutbrocken
im Schüttgutbett anfallen, die gröber sinu als die zwischen der Stauwand und dem
Rost befindliche Durchtrittsöffnung. Dies führt zu ständigen, völlig unkontrollierbaren
Schwankungen oer Schüttgutbetthöhe auf dem Rost, was sich nicht nur sehr nachteilig
auf die
kütilung des Schüttgutes auswirkt, sondern wodurch auch
aer heilre Klinker schlagartig zum Ende des Kühlers bewegt wird, was zu Störungen
beim brecher uno Transport führen kann.
-
Weiterhin wird hierbei auch durch den von der Stauwano auf oas Schüttgut
wirkenden Staudruck ein starker Verschleind sowohl an der Stauwano als auch am Kühirost
verursacht.
-
Diesselben Nachteile treten jedoch auch bei einem Rostkühler mit Schub-
ooer Schüttelrost auf. Bei einem derartigen Rost kommt bei der Verwendung einer
solchen bekannten Stauwana auch noch der Nachteil des erhöhten Energieaufwandes
hinzu, da sich der auf das Schüttgut wirkende Stauoruck der Stauwand hemmend beziehungsweise
bremseno auf die Bewegung des Rostes auswirkt.
-
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Stauvorrichtung bei
einem Rostkühler zum Kühlen von Schüttgut zu schaffen, die unter Vermeidung aer
oben angeführten Nachteile aas Anstauen uno Autrechterhalten eines gleichmäßig hohen
Schüttgutbettes auf dem Kühlerrost in einfacher Weise ermöglicht.
-
Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Stauvorrichtung aus wenigstens
einer rotierenden profilierten Walze besteht. Mit Hilfe der profilierten Walze als
Stauvorrichtung kann nicht nur sehr vorteilhaft eine stets gleichbleibende Schüttgutbetthöhe
auf dem Rost des Kühlers aufrechterhalten, sondern auch der Gutaustrag in Flierichtung
wirksam unterstützt werden. Auf diese Weise wird durch die erfindungsgemäße Stauvorrichtung
im Vergleich zu bekannten Stauvorrichtungen der Kühlerrost im Bereich der Stauvorrichtung
vor zusätzlichem Verschleiß bewahrt. Auch kann durch entsprechende Änderung der
Umlaufgeschwindigkeit der Walze die Betthöhe des Schüttgutes auf dem Rost verändert
und dadurch das Schüttgutbett oen jeweils optimalen Kühlbedingungen auf dem Rost
arlgepaít werden.
-
Es ist zwar aus der deutschen Patentschrift 20 26 261 bekannt, am
Ende eines Rostabschnittes einen Brecher anzuordnen, jedoch dient dieser Brecher
nur zum Brechen der im Kühler anfallenden groben Kornfraktion, nicht aber zum Anstauen
des Schüttgutbettes auf dem Kühlerrost. Dasselbe gilt auch für den im aeutschen
Gebrauchsmuster 1985o75 beschriebenen und in der Zeichnung dargestellten Wanderrostkühler,
bei dem zwischen zwei hintereinander angeordneten Kühlrosten eine Zerkleinerungseinrichtung
vorgesehen ist.
-
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind
zwei mit Abstand übereinander angeordnete Brechwalzen vorgesehen, wobei die obere
zweite Brechwalze gleich oder gegensinnig zur unteren Brechwalze angetrieben wird.
Auf diese Weise erfolgt neben der gleichmäßigen Anstauung des Schüttgutbettes auf
dem Kühlerrost auch eine Zerkleinerung von im Schüttgutbett befindlichen gröberen,
innen heißen Materialien, die dann im zweiten Teil des Kühlrostes gut gekühlt werden.
Besondere Brechaggregate sind daher bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung der
Stauvorrichtung nicht mehr erforderlich. Beim Brechvorgang werden die beiden Brechwalzen
verständlicherweise gegensinnig zueinander umlaufend angetrieden. Falls jedoctl
ein so großer Gutbrocken im Schüttgutbett auftritt, aer vori den Brechwalzen nicht
in den Walzenspalt eingezogen und zerkleinert werden kann, so wird die obere Brechwalze
gleichsinnig zur unteren Brechwalze angetrieben und dadurch der Gutbrocken über
die obere Brechwalze hinweg zum Austrag hin gefördert.
-
Um auch große Gutbrocken zu zerkleinern, die in den Brechspalt der
beiden ersten Brechwalzen nicht eingezogen und zerkleinert werden können, sind in
weiterer Ausgestaltung der Erfindung drei mit Abstand voneinander
angeordnete
Brechwalzen vorgesehen, wobei die dritte Brechwalze etwa in gleicher Höhe wie die
zweite Brechwalze angeordnet ist, und wobei der Brechspalt zwischen der zweiten
und der dritten Brechwalze größer ist als der Brechspalt zwischen der ersten und
zweiten Brechwalze. Mit Hilfe dieser erfindungsgemäß angeordneten Brechwalzen können
alle im Schüttgutbett befindlichen, über einen bestimmten Körnungsbereich hinausgehenden
gröberen Körnungen beziehungsweise Schüttgutbrocken mit Sicherheit erfolgt und zerkleinert
werden.
-
In vorteilhafter Weiterbildung aer Erfinoung ist oberhalb der Walzen
ein Schüttgutfühler angeordnet, der über eine Steuereinrichtung mit den Antriebsmotoren
der Brechwalzen in Verbindung steht. Mit Hilfe der Steuereinrichtung können sehr
vorteilhaft die Drehrichtungen der Antriebsmotore und damit auch die Drehrichtungen
der Brechwalzen jeweils so veränaert werden, daß das zu zerkleinernde Schüttgut
entweder in den Brechspalt eingezogen und gebrochen, oder aber über die Brechwalzen
hinweg zum Austrag gefördert wird.
-
eä einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind die
Walzen innen hohl ausgebildet und an Leitungen für die Zu- una Abfuhr von Kühlmedien
angeschlossen. Auf diese Weise können die Walzen sehr vorteilhaft von innen gekühlt
und dadurch vor Überhitzungen bewahrt werden.
-
Weitere Einzelheiten, Merkmale una Vorteile der Erfindung ergeben
sich aus oer nachfolgenden Erläuterung eines in der Zeichnung im Teillängsschnitt
schematisch dargestellten Kostkühlers gemäß der Erfindung.
-
Wie die Zeichnung zeigt, besteht dieser Rostkühler aus einem Gehäuse
11 mit darin zwei hintereinander angeordneten Kühl rosten 12 und 13. Bei diesem
in der Zeichnung
dargestellten Rostkühler handelt es sich um einen
Schubrostkühler, bei dem die leicht zum Auslaufenue hin nach unten geneigt angeordneten
Kühlroste 12 una 13 mit in der Zeichnung nicht näher dargestelltem Schubantrieb
verbunden sind. Unterhalb der Kühlerroste 12 uno 13 befinden sich Luftkammern 14
und 15, die über Druckluftleitungen 16 und 17 mit Kühlluft beaufschlagt werden.
Die in Pfeilrichtung a nach obenhin aus aem Rostkühler austretende erwärmte Kühlluft
kann sehr vorteilhaft als sekundäre Verbrennungsluft einem dem Rostkühler vorgeschalteten
Ofen, zum Beispiel Drehrohrofen, zugeführt werden.
-
Am Auslaufende des Kühlrostes 12 ist gemäß der Erfindung eine Stachelwalze
18 angeordnet, die von einem in der Zeichnung nicht näher dargestellten Antriebsmotor
im Uhrzeigersinn angetrieben wird. Mit Hilfe dieser Stachelwalze 18 wird einerseits
sehr vorteilnaft ein Anstauen des-Schüttgutbettes 19 auf dem Kühlerrost 12 erreicht
und andererseits wird das Schüttgut von der Stachelwalze 18 in Fließrichtung mitgenommen
una auf den nachfolgenden Kühlerrost 13 ausgetragen. Durch Änderung der Umdrehungsgeschwindigkeit
der Stachelwalze 18 kann hierbei sehr vorteilhaft Einfluß auf die jeweils gewünschte
Höhe des Schüttgutbettes 19 auf dem ühlrost 12 genommen und dadurch der Rostkühler
auf die optimale Kühlwirkung des jeweiligen Schüttgutes eingestellt una betrieben
werden.
-
Wenn das zu kühlende Schüttgut ein sehr weites Kornspektrum aufweist,
das heißt wenn neben sehr feinkörnigen Materialien auch größere Gutbrocken, wie
sie beispielsweise bei dem aus einem Drehrohrofen austretenden Zementklinker (Pfeil
b), anfallen, kann gemäß der Erfindung sehr vorteilhaft am Auslaufende des Kühlerrostes
eine weitere, in der Zeichnung gestrichelt dargestellte Stachelwalze 20
rilit
abstand über der Stachelwalze angeordnet werden. Diese StactleSwalze 2ú wird im
Normalbetrieb gegensinnig zur Stachelwalze 18 angetrieben, das heißt entgegen dem
Uhrzeigersinn, wodurch das dem Kühlerrost 12 verlassende Schüttgut in den zwischen
aen Stachelwalzen 18 una 20 Deflndlichen Spalt eingezogen und darin zerkleinert
wira.
-
Somit erfüllen die erfinaungsgemäls angeordneten Stachelwalzen 18
und 20 sehr vorteilhaft zwei Funktionen, nämlich eine Anstauung des Schüttgutbettes
auf dem Kühlerrost 12 und gleichzeitig eine Zerkleinerung des Schüttgutes auf eine
bestimmte Endkorngröße.
-
Für den Fall, daß im Schüttgut ein so großer Gutbrocken auftritt,
daß er von den Stachelwalzen 18 und 20 nicht in den dazwischen befindlichen Brechspalt
eingezogen und zerkleinert werden kann, ist mit Abstand oberhalb der Stachelwalze
20 ein Schüttgutfühler 21 angeordnet, der über eine in der Zeichnung nicht näher
dargestellte Steuereinrichtung mit dem Antriebsmotor aer Stachelwalze 20 in Verbindung
steht. Der Schüttgutfühler 21, welcher aus mehreren einzelnen über den gesamten
Querschnitt verlaufenden Stäben, oder einer dünnen Wand bestehen kann, ist an der
Decke des RostKühleryehäuses 11 schwenkbeweglicn angeordnet. Sobala nun ein unzerbrechlicher
Gutbrocken den Schüttgutfühler 21 berührt und diesen aus seiner vertikalen Lage
in die beispielsweise in der Zeichnung gestrichelt dargestellte Lage 21' Dewegt,
erfolgt über die Steuereinrichtung eine Umkehr der Drehrichtung des Antriebsmotors,
und damit der Stachelwalze 20 im Uhrzeigersinn, wodurch der unzerbrechliche Brocken
22 über die Stachelwalze 20 hinwegbewegt uno auf den nachfolgenden Kühlerrost 13
gefördert wira. Um nun aen Gutbrocken 22 noch innerhalb des Rostkühlers zu zerkleinern,
kann es yegebenenfalls zweckmäßig sein, neben der Stachelwalze 20 eine weitere in
der Zeichnung gestrichelt dargestellte
Stachelwalze 23 mit gröberen
Abstano als die Stactlelwalze 20 gegenüber der Stachelwalze 18 anzuoranen, so aat
oer Schüttgutbrocken 22 mit Sicherheit in den zwischen den Stachelwalzen 20 und
23 befinolichen Brechspalt eingezogen und darin zerkleinert werden kann. Sobald
der Schüttgutbrocken 22 über die Stachelwalze hinwegbewegt und anschließend in zerkleinerter
Form auf den Kühlerrost 13 gelangt ist, und der Schüttgutfühler 21 in die Ausgangsposit-ion
zurückgekehrt ist, wird über die Steuereinrichtung und Antriebsmotor die Drehrichtung
der Stachelwalze 20 geändert, so daa die Stachelwalze 20 wiederum entgegen dem Uhrzeigersinn
umläuft uno zusammen mit der Stachelwalze 18 die Brechfunktion übernimmt. Für den
Fall, daß beispielsweise der Schüttgutbrocken 22 so groß ist, daß er auch von den
Stachelwalzen 20 und 23 nicht mit in den Brechspalt eingezogen und darin zerkleinert
werden kann, besteht sehr vorteilhaft auch die Möglichkeit einer Drehrichtungsänderung
der Stachelwalze 23 im Uhrzeigersinn, so daß oer Schüttgutbrocken 22 auch über die
Stachelwalze 23 hinweg bewegt und auf das auf dem Kühlerrost 13 befindliche zerkleinerte
Schüttgut abgeworfen und in geeigneter Weise von dort entfernt werden kann.
-
Um den Kühl- und Zerkleinerungsprozeß im Rostkühler gemäld der Erfindung
besser überwachen una bei Störfällen sofort eingreifen zu können, ist in der Decke
des Kühlergehäuses 11 sehr vorteilhaft eine Fernsehkamera 24 angeordnet.
-
Auch können die Walzen innen hohl ausgebildet uno an in oer Zeichnung
nicht näher dargestellten Leitungen für die Zu-und Abfuhr von Kühlmedien, zum Beispiel
Kühlluft, angeschlossen sein. Auf diese Weise können die Walzen sehr vorteilhaft
von innen her gekühlt una dadurch vor Uberhitzungen bewahrt werden.
-
Die Lrfiridun ist nicht auf das in der Zeichnung Schematisch dargestellte
Ausführungsbeispiel beschränkt. So können beispielsweise auch die als Stauvorrichtung
vorgesehenen walzen gemäß der Erfindung nicht nur bei einunu mehrteiligen Schubrostkühlern
sonoern ebensogut bei ein- uno mehrteiligen Schrägrostkühlern ooer Wanderrustkühlern
mit denselben Vorteilen eingesetzt werden. Auch besteht die MöglichKeit, anstatt
Stachelwalzen andere beliebig profilierte Walzen zum Anstauen des Schüttgutbettes
und zur Förderung uno Zerkleinerung des Schüttgutes einzusetzen.