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Beschreibung des Schiffs - Kipp - Hebewerk,
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Wie bekannt, hat man schon seit lan$;erer Zeit, Höhenunterschiede
von Flüssen und Kanälen durch Schleusen überbrückt, um sie der Schiffahrt nutzbar
zu machen.( in ganzer L&'nße ) Um die Schleusenkammern immer wieder neu zu befüllen,
werden laufend größere Mengen Wasser benötigt, die durch einfachen Zulauf den Flüssen
entnommen werden.
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Bei Kanälen wird dieses schwieriger, weil kein natürlicher Zulauf
vorhanden ist. Das beim Schleusen benötigte Wasser muß nach jedem befüllen der Schleusenkammer,
wieder durch nachpumpen ersetzt werden. Da es sich hierbei um größere Mengen Wasser
handelt, ist der Schleusenbetrieb auch sehr kostspielrg.
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Da der Wasserverbrauch bei regem Schleusenbetrieb, bzw. beim überwinden
von größeren Höhenunterschieden zu groß wird, baut man in den letzten Jahren Hebewerke,
die kaum Wasser verbrauchen.
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Die bisher in Betrieb befindlichen Hebewerke, die zum Teil sehr kompliziert
sind, und schon bei der Errichtung sehr kostenintensiv waren, erfordern auch irn
-täglichen Betrieb sehr hohe Kosten.
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Auch schlagen die recht hohen Kosten für Personal, für die neu wendigen
Fachkraft, die zur Bedienung dieser umfangreichen und komplizierten Anlagen notwendig
sind, sehr zu Buche.
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Um die enormen Kosten zu verringern, die die neuen moderner Bauwerke
verschlingen, muf6 von den komplizierten Anlagen abeangen werden. Keine riesigen
Betontürme, keine große " Beton - Unterwelt " für die großen maschinellen Anlagen,
wodurch auch wenier Fachpersonal benötigt wird.
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Diesen gigantischen Hebewerken, setze ich mein Schiffs - Kipp -Hebewerk
entgegen, welches viel unkomplizierter, also viel einfacher und schätzungsweise
40 bis 5() ; billiger iii der çferstellung ist. Es eignet sich u. A. r;anz besonders
für große Flüsse mit hohen Wasserfällen. Ein Hebewerk mit den notwendigen großen
Hochbauten, ist hier garnicht zu verwenden, auch nicht zu bezahlen. Durch fehlen
der großen Betontürme, fügt sich meine Anlage außerdem viel 'besser in die Landschaft
ein.
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Bei meinen Überlegungen wie man Kanäle, große Flüsse mit Stromschnellen,
Wasserfällen und Seen mit verschieden hohen Wasserspiegeln überbrücken und somit
der Schiffahrt nutzbar machen kann, geht es mir nicht darum ,eine weitere Art von
Hebewerken zu schaffen. Ich will vielmehr eine Anlage bauen, die in ihrer Art ganz
neu ist, einfacher und besser ihren Zweck erfüllt.
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Der Damm eines an einen Fluß, oder an einen See herangeführten Kanal,
der höher liegt als das Unterwasser, oder das Oberwasser eines li'lusses mit einem
großen Wasserfall, haben ja beide eine vom Unter zum Oberwasser aufstrebende Böschung.
Der Kanal läuft bei meinem Kipp - Hebewerk nicht frontal auf das Unterwasser zu.
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Er läuft vielmehr parallel zum Unter oder Oberwasser, je nach Größe
des Hebewerkes, daran vorbei. Hierdurch wird erreicht,daß man bei Bedarf, weitere
Hebewerke kostengünstig nachbauen kann, bzw. ein Kleinhebewerk für die Kleinschiffahrt,
daneben setzen kann, um die Betriebskosten weiter zu senken.
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Wie aus den Zeichnungen ersichtlich, legen sich - je nach Länge der
Fahrwanne bzw. den zu befördernden Schiffen - mehrere Gleise in die Böschungsschräge,
bis über die Dammkrone und weiter bergab bis in das Oberwasser, oder in Gegenrichtung.
Die beförderung der Fahrwanne mit dem zu hebenden Schiff, erfolgt nicht durch Seilzüge.
Lediglich die Gegengewichte, werden durch Seile oder Ketten, mit der Fahrwanne verbunden,
die unterhalb der Fahrwanne, ebenfalls auf Schienen rollen.
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sechs Ol-hydraulik oder Elektromotoren, treiben über Untersetzungsgetriebe,
die in die Zahnstangen eingreifenden Antriebsräder, ähnlich wie bei den Zahnradbahnen
in den Bergen, an.
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Die Motore, Getrie und Zahnräder, haben sornit keine Lasten zu heben,
vielmehr nur fortzubewegen, da die Schienen, die Lasten aufnehmen.
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Wenn ein Schiff in die Fahrwanne im Unterwasser ein ;efahren ist,
schließt der Xollschütz die mit Wasser gefüllte Fahrwanne ab.
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Die schräge an der Böschung liegende Fahrwanne, bewegt sich dann mit
dem im Wasser schwiniInenden Schiff bis zur Dammkrone, und kippt dann in etwa drei
Meter ]Iöhe iiber dem Oberwasser, langsam in die Waagerechte. I[ierbei wird das
Schiff, mit dem in der Fahrwanne überlauf'enden Wasser mitgenommen, und beim lleiterkippen
bis zur gegenüberliegenden Schräglage soweit übergeschwomen, bis es an der anderen
Seite der Fahrwanne anliegt.
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Nun senkt sich die Fahrwanne mit dem zu befördernden Schiff, weiter
in das Oberwasser, bzw. bei Wasserfällen in einen Stichkanal, der vom Oberwasser
der vom Oberwasser des Flusses abzweigt.
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Höhenunterschiede ganz gleich wie groß, zwischen dem Ober und IJnterwasser,
spielen keine Rolle. Korrekturen der Schiffslage in der Fahrwanne, können vom Schiff
aus, von der Schiffsbesatzung vorgenommen werden. Das in der Fahrwanne liegende
Schiff, kann nach dem wiedereintauchen im Oberwasser und öffnen des am anderen Ende
der Fahrwanne liegenden zweiten Rollschütz, sofort wieder ausfahren. Hierdurch ist
der Auf bzw. Abstieg beendet.
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Beim Wiedereintauchen der Fahrwanne in das Ober bzw. Unterwasser,
erleichtert ein neben dem Hebewerk liegender See bzw. vorbeilaufender Fluß oder
Kanal, das Zulaufen beim Ausheben und Ablaufen des Wassers beim Ein-tauchen der
Fahrwanne. Dieses wird auch noch durch große Schlitze bzw. Öffnungen in der Stützwand
des Hebewerkes am Ober und Unterwasser erleichtert.
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Da die Fahrwanne durch Zahnräder neben den Laufrädern auch unterwasser
angetrieben wird, ist ein Aufschwimmen derselben beim Eintauchen nicht möglich.
Dieses wird falls nötig durch einspannen der Laufräder verhindert. Durch herabsetzen
der Senkgeschwindigkeit beim eintauchen der Fahrwanne, kann das verdrängte Wasser
noch langsamer ablaufen, falls dieses nötig sein sollte.
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Sollte bei schmalen Flüssen und Kanälen mit geringer Wassertiefe,
das wasser trotzdem nicht entsprechend zu, bzw. ablaufen, ist für den Fall, ein
abschot;ten des Tauchbeckens vorgesehen. )urc,'h die einfache Bauart der ganzen
Anlage, dürften Störungen und somit Betriebsstillegungen des Hebewerkes, weitgehend
entfallen.
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Auch bei einem evtl. Störfall, sind @nstandstzungen, oben auf der
Dammkrone, sehr einfach durchzuführen, da alles leicht zugänglich und einfach ist.
Es befinden sich keine beweglicher Teile unter Tage.
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Eine kleine Bedienungsmannschaft, sorgt mit der problemlosen einfachen
Anlage, für einen rentablen sichern Betrieb. Auch bei ausfall eines Mo-tors oder
f.iehrstufengetriebes - welche gweweils auf einer Seite, miteinander verbunden sind
- ist das Schiffs - Kipp - Hebewerk, weiter betriebsbereit.
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Auf den anliegenden Zeichnungen, ist das Schiffs - Kipp - Hebewerk
dargestellt und zwar: Abb. 1 Die Draufsicht der kpl. Anlage.
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Abb. 2 Der Längsschnitt auf dem Damm.
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Abb. 3 Eine Ansicht der Fahrwanne m.Rollschütz.
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Das kompl. Hebewerk (1) liegt zwischen dem Oberwasser (2) und dem
Unterwasser (3) auf der Schräge (4) des Dammes (20). Hierauf liegen die Fahrschienen
mit Zahnstangen (5) auf denen die baufräder (6) der Fahrwanne (7) rollen.
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Die Fahrwanne (7) bzw. Laufräder (6) der Böschung bzw. Dammschräge
(4) angepaßt, nimmt im Unterwasser liegend, das zu befördernde Schiff (8) auf. Nach
dem einlaufen des Schiffes (8) schließt der Rollschütz (9) vom Pendelleitstand (23)
aus geschaltet, die Fahrwanne (7) ab. Durch einschalten der Motore (11) ebenfalls
vom Leitstand (23) aus, läuft die Fahrwanne (7) mit dem im Wasser schwimmenden Schiff
(8) auf den Schienen (5) aufwärts. Die gleiche Reihenfolge beim absteigen des Schiffes.
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Da je drei Öl-hydraulisch oder elektrisch angetriebene Motore 411)
mit den Untersetzungsgetrieben auf jeder Seite der Jiahrwanne (7) durch die Hauptantriebswellen
(12) verbunden sind, kann auch
bei ausfall eines Antriebes, der
Betrieb weiterlaufen. Die erforderlichen Bremsanlagen für einen notfall, befinden
sich ebenfalls neben den Antrieben.
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Der Leitstand (23) ist so angeordnet, daß der Fahrer durch die seitliche
Pendelbewegung, je nach lage der Fahrwanne (7) im Unter oder Oberwasser, den gesamten
Hebevorgang im Einmann -Betrieb, bedienen bzw. beobachten kann. Der Strom für die
el.
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Anlage und Aggregate ( 13) kommt iiber den Str#mabnehmer ( 14) von
der Oberleitung ( 15) oder über eine Kabelrolle.
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Die auch auf Räder laufenden Gegengewichte (16) der Fahrwanne (7)
die ebenfalls auf Schienen unterhalb der Fahrwanne auf der Dammschräge (4) herlaufen,
schaffen den Gewichtsausgleich.
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Die Verbindung zwischen der Fahrwanne (7) und den Gegengewichten (16)
wird durch Seile oder Ketten (17) über durchgehende ellen (18) und Seilrollen (19)
auf der Dammkrone (20) hergestellt. i)as Auswechseln der Bedienungsmannschaft erfolgt
über die Stahltreppe (21) die über die Stützwände (22) zu erreichen sind.