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DE3200305C2 - Verfahren zur Verbesserung der Füllfähigkeit von Tabak, insbesondere Tabakblattschnitt - Google Patents

Verfahren zur Verbesserung der Füllfähigkeit von Tabak, insbesondere Tabakblattschnitt

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DE3200305C2
DE3200305C2 DE3200305A DE3200305A DE3200305C2 DE 3200305 C2 DE3200305 C2 DE 3200305C2 DE 3200305 A DE3200305 A DE 3200305A DE 3200305 A DE3200305 A DE 3200305A DE 3200305 C2 DE3200305 C2 DE 3200305C2
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Abstract

Die bei Verfahren zur Verbesserung der Füllfähigkeit von Tabak durch Expansion des Tabaks mit einem verdampfbaren Expansionsmittel beobachtete Beeinträchtigung des Rauchgeschmacks läßt sich vermeiden, wenn man dem Tabak vor der Expansion ein Antioxidationsmittel, insbesondere Ascorbinsäure, zusetzt. Zusätzlich können auch Antioxidationsmittelsynergisten zugegeben werden.

Description

Die B-findung betrifft ein Verfahren zur Verbesserung der Füllfähigkeit von Tabak, insbesondere TabakblJittschnitt, bei dem Rohtabak angefeuchtet entrippt !und geschnitten sowie nach Imprägnierung mit einem verdampfbaren Expansionsmittel einer Druckreduktion und/oder Temperaturerhöhung unterworfen wird.
Tabakblätter enthalten bei der Ernte eine beträchtliche Menige Wasser. Dieses Wasser wird nach der Ernte ■durch verschiedene Trocknungsverfahren entfernt wodurch die Blattstruktur zusammenschrumpft Bei den gewöhnlichen Verfahren zur Vorbereitung von Tabak für die Herstellung von Zigaretten und Zigarren gewinnt der Tabak — wenn überhaupt — nur einen geringen Teil des ursprünglichen Volumens zurück, so daß sich insgesamt ein erheblicher Verlust in der Füllfähigkeit des Tabaks ergibt Der Tabak besitzt dann eine höhere Volumendichte als die, die zur Herstellung von Zigaretten befriedigender Qualität eigentlich erforderlich ist.
Zur Verbesserung der Füllfähigkeit von Tabak — auch Tabakexpansion genannt — sind zahlreiche Verfahren bekannt Diesen Verfahren ist gemeinsam, daß der zu expandierende Tabak unter bestimmten Bedingungen von Druck und Temperatur mit einem flüchtigen Hilfsstoff imprägniert wird, wobei dieser Hilfsstoff bzw. das Treibmittel durch Wärmezufuhr und/oder Druckreduktion anschließend verdampft wird. Die dabei stattfindende Volumenvergrößerung des Hilfsstoffes bewirkt die Expansion des Tabaks. Die bekannten Verfahren zur Expansion von Tabak unterscheiden sich vor allem durch die Art der zum Einsatz kommenden Hilfsstoffe (Treibmittel); so verwendet das Verfahren gemäß DE-PS 19 17 552 flüchtige organische Flüssigkeiten, das Verfahren gemäß DE-PS 2143 388 ein Gemisch aus Ammoniak und Kohlendioxid, das Verfahren gemäß DE-OS 25 03 636 Kohlendioxid und das Verfahren gemäß DE-OS 29 03 300 Stickstoff oder Argon.
Es ist ein wesentlicher Nachteil der vorstehend genanntem Verfahren, daß sie zwar zu einer brauchbaren Tabakexpansion führen, gleichzeitig der Rauchgeschmack der so expandierten Tabake erheblich
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4r>
b0 beeinträchtigt wird. Dabei wird nicht nur die Geschmacksintensität verringert, sondern die so behandelten Tabake weisen auch negative Geschmacksnierkmaie auf, die nach1 Aussage von Experten durch das Auftreten unerwünschterer Geschmacksnoten wie bitter, metallisch, muffig oder ranzig-„beschrieben werden können. Da die expandierten/Tabake diese unerwünschten Geschmäcksnoten vor.-Jhrer Behandlung nicht aufwiesen, werden diese eindeutig durch die Behandlung verursacht
Es ist eine allgemein bekannte Praxis, Tabakblätter vor dem Schneiden zur Geschmacksverbesserung oder -anreicherung mit Stoffen wie Zucker, Lakritz, Kakao, Fruchtsirups und dergleichen zu behandeln. Es ist gleichermaßen bekannt fertig geschnittenen Tabak zu dem gleichen Zweck mit Aromastoffen .zu versetzen. Hierzu werden natürliche und synthetisch hergestellte, naturidentische Essenzen aller Art oder sjich einzelne Aromastoffe wie Menthol oder Vanillin eingesetzt Die Liste der hierzu verwendbaren Stoffe und Essenzen ist umfangreich, vgl. die Aufstellung von Leffingwell et al, Tobacco Flavouring for Smoking Products, «972. Versuche haben jedoch ergeben, daß es im Falle des expandierten Tabaks nicht oder nur in sehr unbefriedigendem Maße gelingt, die oben beschriebenen, durch die Expansion bewirkten unerwünschten Geschmackseigenschaften durch die üblichen Zusätze von Aromaoder Geschmacksstoffen sowohl auf dem Tabakblatt als auch auf geschnittenem Tabak zu vermeiden, zu beseitigen oder zu verdecken.
Überraschenderweise wurde nun festgestellt daß die Entstehung der oben beschriebenen, durch die Expansion bewirkten unerwünschten Geschmacksmerkmale vollständig verhindert werden kann, wenn man dem Tabak vor der Expansion ein Antioxidationsmittel in einer Menge von 0,0001 bis weniger als 0,1 Gew.-%, bezogen auf Tabaktrockengewicht, zusetzt.
Dabei ist es zur Erreichung des angestrebten Effekts unbedingt notwendig, diese Stoffe dem Tabak vor dem Expansionsschritt zuzusetzen, z. B. während oder nach dem Auffeuchten oder Entrippen der Tabakblätter, vorzugsweise nach dem Entrippen oder nach dem Schneiden. Eine nachträgliche Zugabe des Antioxidationsmittels auf bereits expandierten Tabakschnitt hat keinen Einfluß auf die unerwünschten Geschmacksnoten.
Als für den vorliegenden Zweck am besten geeignet hat sich Ascorbinsäure erwiesen, jedoch ergeben auch andere Stoffe, von denen bekannt ist, daß sie die Selbstoxidation von Lebensmitteln und Essenzen verhindern oder verzögern, einen geschmacksverbessernden Effekt. Stoffe mit solchen Eigenschaften sind bekannt; Auflistungen finden sich z. B. in Aebi et al, Kosmetika, Riechstoffe und Lebensmittelzusatzstoffe, Thieme Verlag, 1978, S. 86-102.
Der geschmacksschonende Effekt der vorliegenden Erfindung ist um so überraschender, als Stoffe, denen eine die Oxidation von Lebensmitteln und Essenzen verhindernde Wirkung zugeschrieben wird, im Tabak als natürliche Inhaltsstoffe vorkommen. Derartige Inhaltsstoffe sind z. B. Ascorbinsäure, Pektine, Aminosäuren, insbesondere Prolin, Kaffeesäure, Ferulasäure, Chlorogensäure, sowie Quercetinderivate wie z. B. Rutin. Es war daher nicht zu erwarten, daß eine nachträgliche bzw. zusätzliche Aufbringung solcher Stoffe einen geschmacksschonenden Effekt bewirken würde. Insbesondere der geschmacksschonende Effekt der Ascorbinsäure war überraschend, da diesem Stoff in
der oben erwähnten Aufstellung von Leffingwell et al keine Wirkung zugeschrieben wird.
Als eine für den geschmacksschonenden Effekt besonders geeignete Zugabemenge an Antioxidationsmittel hat sich eine solche im Bereich von 0,001 bis weniger als 0,1 Gew.-%, bezogen auf das Tabaktrockengewicht, erwiesen.
Besonders geeignet sind solche Stoffe als Antioxidationsmittel, die wie die oben genannten natürliche Tabakinhaltsstoffe sind. Bevorzugt ist der Zusatz von Ascorbinsäure.
In dem Verfahren der Erfindung können weiterhin Stoffe eingesetzt werden, von denen bekannt ist, daß sie Antioxidationsmittel für Lebensmittel und Aromastoffe oder Essenzen in ihrer Wirkung unterstützen bzw. verstärken. Solche als Synergisten bezeichneten Stoffe sind bekannt; Auflistungen finden sich ebenfalls in der oben genannten Publikation. Als für die vorliegenden Zwecke am besten geeignet erwiesen haben sich ein- oder mehrbasige Mono- oder Polyhydroxycarbonsäuren wie Milchsäure, Weinsäure, Zitronensäure oder dergleichen. Die Zugabeir.enge dieser Stoffe kann über einen Bereich von 0,001 bis 2 Gew.-%, bezogen auf das Tabaktrockengewicht, variieren, wobei eine Zugabemenge von 0,05 bis 2 Gew.-% geeignet ist Besonders bevorzugt ist weiterhin eine Kombination von Ascorbinsäure und Citronensäure.
Weitere bevorzugte Merkmale des Verfahrens der Erfindung ergeben sich aus den folgenden Beispielen und den Ansprüchen.
Beispiel 1
5 kg einer entrippten Virginia-Tabakblattmischung werden mit 0,41 Wasser besprüht und so auf eine Tabakfeuchte von ca. 20% gebracht. Der Tabak wird dann geschnitten und einem Expansionsverfahren mit flüssigem CO2 als Treibmittel unterworfen. Aus dem fertigen expandierten Tabak wurden dann Filterzigaretten mit 84 mm Länge hergestellt Der Geschmack dieser Zigaretten wurde von einem Expertenteam im Vergleich zu einer Zigarette mit der gleichen, aber nicht expandierten Tabakmischung beurteilt. Nach Ansicht der Experten war- der Rauchgeschmack der den expandierten Tabak enthaltenden Zigarette insgesamt flacher und wies außerdem deutliche unangenehme bittere, metallische, muffige und ranzige Geschmacksnoten auf, die der unbehandelte Tabak nicht besaß.
Beispiel 2
5 kg der in Beispiel 1 verwendeten Tabakmischung wurden mit einer Lösung von 4 g Ascorbinsäure in 0,4 I Wasser besprüht Dieser Tabak wurde dann wie in Beispiel 1 beschrieben weiterbehandelt Der Geschmack der aus diesem expandierten Tabak hergestellten Zigaretten wurde von einem Expertenteam im Vergleich zu der Zigarette aus Beispiel 1 als aromatischer und qualitativ insgesamt wesentlich besser beurteilt, es traten keinerlei negative Geschmackseigenschaften auf.
Beispiel 3
5 kg der in Beispiel 1 verwendeten Tabakmischung wurden mit einer Lösung von 2 g Ascorbinsäure und 10 g Zitronensäure in 0,41 Wasser besprüht Der Tabak wurde dann wie in Beispiel 1 beschrieben weiterbehandelt Der Geschmack der aus diesem expandierten Täfcak hergestellten Probezigaretten wurde im Vergleich zu der Zigarette aus Beispiel 1 als aromatischer, weniger kratzend und qualitativ wesentlich besser beurteilt Auch bei dieser Zigarette waren die für die -'" Zigarette aus Beispiel 1 typischen unerwünschten Geschmacksmerkmale nicht mehr spürbar.
Beispiel 4
5 kg der in Beispiel 1 verwendeten entrippten -'· Tabakmischung wurden mit einer Lösung von 0,25 g 3,5-Di-tert-butyI-4-hydroxytoluol (BHT) in 50 g Äthanol besprüht Nach dem Verdampfen des Äthanols wurde der Tabak dam? mit 0,4 1 Wasser besprüht und wie in Beispiel 1 beschrieben weiterbehandelt Der '" Geschmack der aus diesem expandierten Tabak hergestellten Zigaretten wurde von einem Expertenteam im Vergleich zu der Zigarette aus Beispiel 1 als aromatischer und insgesamt wesentlich besser beurteilt, es traten keinerlei negative Geschmacksnoten auf.
Beispiel 5
250 g des expandierten Tabaks aus Beispiel 1 wurden mit einer Lösung von 0,1g Ascorbinsäure in 10 ml Wasser besprüht Nach vorsichtiger Trocknung des so
4(1 behandelten Tabaks auf den ursprünglichen Feuchtigkeitsgehalt wurden Zigaretten hergestellt Der Rauchgeschmack dieser Zigaretten wies gegenüber den 2'igaretten aus Beispiel 1 keinerlei geschmackliche Verbesserung auf; die beschriebenen unangenehmen Geschmacksnoten waren weiterhin deutlich wahrnehmbar.
Dieses Beispiel zeigt, daß das erfindungsgemäße Verfahren zur Schonung des Tabakaromas nur dann den gewünschten Effekt hat, wenn es vor dem Expansions-
v> prozeß angewendet wird.

Claims (4)

  1. Patentansprüche:
    1 U-jVerfahiren zur Verbesserung der Füllfähigkeit von Tabak, insbesondere Tabakblattschnitt bei dem RcJabak aufgefeuchtet, entrippt und geschnitten "» sowip nach Imprägnierung mit einem verdampfbaren Expansionsmittel einer Druckreduktion und/ oder! Temperaturerhöhung unterworfen wird, daduriehgekennzeichnet, daß man dem Tabak vor eier Expansion ein Antioxidationsmittel in einer '" Menjje von 0,0001 bis weniger als 0,1 Gew.-%, bezojgen auf Tabaktrockengewicht zusetzt.
  2. 2. 'Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man Ascorbinsäure zusetzt
  3. 3. !Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, i"· dadurch gekennzeichnet, daß man 0,00t bis 2 Gew.-% bezogen auf Tabaktrockengewicht, eines Antioxidationsmittelsynergisten zusetzt
  4. 4. !Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Gemisch von Ascorbinsäure -° und Citronensäure zusetzt
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