DE3241293C2 - Verfahren zur Wiedergewinnung von Uran aus einem mit Uran kontaminierten Abwasser - Google Patents
Verfahren zur Wiedergewinnung von Uran aus einem mit Uran kontaminierten AbwasserInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Wiedergewinnung
von Uran aus einem mit Uran kontaminierten Abwasser mit den
Merkmalen 1.2, 1.24 und 1.3 bis 1.8 des Anspruches 1 als
Oberbegriff, wie er durch die JP-PS 53-27 800 druckschriftlich
belegt ist.
In Fabriken für die Herstellung nuklearen Brennstoffes fällt
Abfall in konstanter Menge an, der Uran und andere Verunreinigungen
enthält. Das Uran wird von den anderen Verunreinigungen
getrennt, um erneut als Nuklearbrennstoff verwendet
zu werden.
Im japanischen Patent Kokai Nr. 56-1 09 825 (Japanische Patentanmeldung)
mit der Serien-Nr. 55-11 191 sind einfache Verfahren
für die Wiedergewinnung von Uran und/oder Thorium aus
dem radioaktiven Brennstoffabfall erläutert. Während eines
Schrittes dieses Verfahrens wird der Abfall in Salpetersäure
gelöst, um den Abfall als Flüssigkeit vorliegen zu haben, zu der
Wasserstoffperoxid hinzugegeben wird, um Uran und/oder Thorium zu eluieren
und in einem weiteren Verfahrensschritt Uran und/oder Thorium von der
Flüssigkeit zu trennen. Ist das Reinigungsverfahren durchgeführt, so enthält die
vom Uran und/oder Thorium befreite Flüssigkeit Wasserstoffperoxid (H₂O₂)
üblicherweise in einem Anteil von 0,2 bis 0,3 Gew.-%, während der Urananteil
zwischen etwa 300 bis 1000 mg/l lag.
In den japanischen Patentveröffentlichungen Nr. 48-38 320
(1973) und Nr. 57-5 319 (1982) sind Verfahren für die Wiedergewinnung
von Uran aus uranhaltigen Flüssigkeiten beschrieben.
Das Verfahren mit Wasserglasausfällung
schließt als Verfahrensschritt die Hinzufügung von Wasserglas (wäßrige
Silikatlösung) zu der Abfallflüssigkeit ein, um eine Wasserglas-Uran-
Ausfällung zu erhalten, wobei weiter das Lösen des Niederschlages in Salpetersäure
zum Eluieren von Uran in Salpetersäure und Wiedergewinnung des Urans aus
eluiertem Uran vorgesehen ist. Beim Verfahren mit dem Ausfällen durch
Wasserglas bildet das zugegebene Wasserglas amorphes Siliziumoxid als wirksames
Adsorbens. Das amorphe Siliziumoxid hat einen großen Oberflächenbereich
und eine hohe Aktivität bei der Adsorption in der Lösung und bildet einen
Niederschlag mit sehr guter Filtriereigenschaft. Zu dieser Zeit nimmt der
amorphe Siliziumoxidniederschlag durch Adsorption Uran auf, das in der Lösung
enthalten ist, um das Uran wiedergewinnen zu können. Weiteres Uran, das in den
amorphen Siliziumoxidniederschlag übergegangen ist, kann durch Säurebehandlung
eluiert werden, worauf Uran als Säurelösung wiedergewonnen werden kann.
Wenn der radioaktive, Uran enthaltende flüssige Abfall mit dem Verfahren unter
Verwendung einer Wasserglasausfällung in Anwesenheit von H₂O₂ behandelt wird,
zeigt es sich, daß die Abfallflüssigkeit immer noch in einer Menge von 10 bis
100 mg/l Uran enthält. Dieser Urangehalt ist mehr, als im Hinblick auf die
Abfall-Lagerung unter Berücksichtigung der Umgebungsbelastung vertretbar ist.
Weitere Merkmale der vorliegenden Erfindung sind an sich
ebenfalls bekannt, ohne daß damit etwas über die Gesamtheit
der Erfindung ausgesagt wäre. So ist z. B. das Merkmal 1.22
des Anspruches 1 aus der DE-OS 27 14 202 bekannt, indem dort
ein Verfahren für die Behandlung radioaktiver Abfallflüssigkeit,
die Uran enthält, beschrieben ist, das der Wiedergewinnung
von Ruthenium unter Erzeugung eines Niederschlages
dient, und bei dem der uranenthaltenden Abfallflüssigkeit
ein Additiv zugegeben wird, das Hydrazin oder ein Eisensalz
(Nickelferrocyanid) ist. Zur Behandlung ist auch eine radioaktive
Abfallflüssigkeit bekannt, die zusammen mit Uran Wasserstoffperoxid
(H₂O₂) enthält, um unter Erzeugung eines Niederschlages
Uran wiederzugewinnen (DE-OS 23 55 093). Die Behandlung
radioaktiver Abfallflüssigkeit, die zusammen mit
Wasserstoffperoxid Uran enthält, unter Erzeugung eines Wasserglasniederschlages
und zur Wiedergewinnung des Urans ist
auch bei Hinzufügung von Hydrazin (DE-Z "Kerntechnik", 18. Jahrgang,
1976, No. 10, Seiten 426 bis 430) oder - in ähnlichem
Zusammenhang - eines Eisensalzes (GB-PS 12 11 816) bekannt.
Allen bekannten Verfahren ist gemeinsam, daß Uran aus der Abfallflüssigkeit
nicht in dem Maße wiedergewonnen werden kann,
wie es aus heutiger Sicht aus ökonomischen und Gründen des
Schutzes der Umwelt wünschenswert ist. Es ist deshalb Aufgabe
der Erfindung, uranhaltige Abfallflüssigkeit in höherem
als heute üblichem Maße zu dekontaminieren, d. h. Uran aus
der Abfallflüssigkeit zu entfernen, um dieses wiederverwenden
und die Abfallflüssigkeit weitgehend gereinigt zur Verwertung
zur Verfügung stellen zu können.
Der Lösung dieser Aufgabe dient die Gesamtheit der Merkmale
des Anspruches 1, und die Merkmale der Unteransprüche gestalten
das erfindungsgemäße Verfahren noch weiter aus. Es
hat sich gezeigt, daß dann aus der kontaminierten Abfallflüssigkeit
in sehr hohem Maße Uran entfernt werden kann,
wenn in Verbindung mit den weiteren Verfahrensmerkmalen
ein Additiv oder
mehrere Additive zum Entmischen von H₂O₂ hinzugegeben werden, das in der
Abfallflüssigkeit in einem Anteil von 0,2 bis 0,3 Gew.-% vorhanden ist, ehe der
Verfahrensschritt einer Wasserglasausfällung durchgeführt wird.
Als Ergebnis dieses Verfahrens wurde festgestellt, daß der Urangehalt in der
Abfallflüssigkeit auf einen Wert von etwa 0,1 mg/l gesunken war und die Werte
niedriger als Standardwerte liegen, wie sie bei der Entlassung von Nuklearbrennstoffmaterial
durch mit diesem Material umgehende Fabriken in die Umgebung
auftreten. Selbst wenn die Abfallflüssigkeit H₂O₂ enthält, führt das erfindungsgemäße
Verfahren zu einer deutlichen Verringerung des Gehaltes an Uran in der
Abfallflüssigkeit. In einem Verfahren für die Wiedergewinnung von Uran aus einer
Uran enthaltenden Abfallflüssigkeit, ist es notwendig, zuerst H₂O₂ zu
entmischen, ehe in die Stufe des Wasserglasniederschlagverfahrens eingetreten
wird.
Es ist an sich bekannt, eine Lösung zu kochen, um H₂O₂ in Lösung zu entmischen.
Dieses Verfahren benötigt jedoch nicht nur eine Heizvorrichtung, sondern für die
Entmischung auch mehr Zeit, es ist also nicht besonders ökonomisch. Bei anderen
bekannten Verfahren zum Entmischen von H₂O₂ in Lösung wird Natriumsulfit
zugegeben. Es hat sich jedoch bestätigt, daß Natriumsulfit für die Wiedergewinnung
von Uran als Hemmstoff wirkt und demzufolge die Wiedergewinnung von
Uran verhindert wird.
Aufgabe der Erfindung ist es, Additive für das Entmischen von H₂O₂ aufzuzeigen,
die das Wasserglasniederschlagsverfahren bei der Wiedergewinnung von Uran
aus einer Abfüllflüssigkeit in Anwesenheit von H₂O₂ nicht behindern. Demzufolge
befaßt sich die Erfindung mit einem Verfahren der Wiedergewinnung von
Uran mit hoher Ausbeute aus einer radioaktiven Abfallflüssigkeit.
Bei einem Verfahren für die Wiedergewinnung von Uran aus radioaktiver Abfallflüssigkeit
mit H₂O₂, zu der Wasserglas zugefügt ist, um einen Uran-Wasserglas-
Niederschlag zu erhalten, enthält die Erfindung den Verfahrensschritt, daß der
radioaktiven Abfallflüssigkeit ein Stoff aus folgender Gruppe hinzugefügt wird:
Alkalisulfit, Hydrazin, Mangansalz, Eisensalz, Kaliumhydroxid (Ätzkali);
ehe Wasserglas zum Entmischen von H₂O₂ zugegeben wird.
Des weiteren enthält die Erfindung den Schritt, daß der Abfallflüssigkeit mit
H₂O₂ ein Stoff aus folgender Gruppe hinzugefügt wird:
Alkalisulfit, Hydrazin, Mangansalz, Eisensalz, Kaliumhydroxid (Ätzkali);
worauf die Flüssigkeit umgerührt wird, worauf sie zum Ermöglichen des
Absetzens stehengelassen wird, worauf der pH-Wert (Wasserstoffionenexponent)
der Abfüllflüssigkeit eingeregelt wird, worauf die Verunreinigungen abgefiltert
werden und worauf schließlich zu der so vorbereiteten Flüssigkeit Wasserglas
zugegeben wird, um einen Uranwasserglasniederschlag zu bilden, der abfiltriert
wird.
Gemäß der Erfindung sollte vorhandenes H₂O₂ entfernt werden, um durch
Additive entmischt zu werden. Diese Additive wirken nicht als Verzögerer bei
der Wiedergewinnung von Uran beim Wasserglasniederschlagverfahren. Mit der
Erfindung werden die Additive sowohl ihrer Art als auch in ihrer Menge
ausgewählt, um ein optimales Ergebnis zu bringen. Die brauchbaren Zusätze sind
Alkalisulfit, Hydrazin, Mangansalz, Eisensalz, Kaliumhydroxid (Ätzkali). Als
Alkalisulfit kann Natriumsulfit oder Kaliumsulfit verwendet werden. Alkalisulfit
und Hydrazin wirken als Reduktionsmittel von H₂O₂. Beispielsweise wirken
Mangannitrat und Eisenchlorid als Katalysator beim Entmischen von H₂O₂.
Ätzalkali, wie Natriumhydroxid und Kaliumhydroxid, wirkt als ein Additiv für
H₂O₂. Diese Zusatzmittel sind beim Entmischen von H₂O₂ wirksam, wenn sie in
ausreichender Menge zugegeben werden; dagegen wirken sie nicht als Verzögerer
bei der Wiedergewinnung von Uran mittels des Wasserglasniederschlagsverfahrens.
Die Menge der Zusatzstoffe hat innerhalb eines kleineren Bereiches zu liegen,
wie er sich aus den Beispielen ergibt. Wird als Additiv Alkalisulfit verwendet, so
ist die am zweckmäßigsten zu verwendende Menge dem Bereich zwischen dem
0,0- bis 1,1fachen des theoretischen chemischen Äquivalenzwertes von Alkalisulfit
für das Entmischen von H₂O₂ zu entnehmen. Die Wirksamkeit von Alkalisulfit
wird bei abweichenden Mengen verringert. Der beste Wert für Hydrazin ist gleich
oder höher als das 1,1fache des theoretischen chemischen Äquivalenzwertes von
Hydrazin für die Reduktion von H₂O₂. Bezüglich der Menge von Mangansalz gilt,
daß die Nettomanganmenge, die benötigt wird, gleich oder größer als das
0,15fache des Gewichtes des H₂O₂ sein soll.
Im Hinblick auf die Menge an Eisensalz ist festzuhalten, daß die benötigte
Nettoeisenmenge gleich oder mehr als das 0,25fache des H₂O₂-Gewichtes
betragen soll.
Gemäß der vorliegenden Erfindung für die Wiedergewinnung von Uran mittels des
Wasserglasniederschlagverfahrens ist der Exponent des Wasserstoffiones (pH-
Wert) der Abfallflüssigkeit wünschenswerterweise gleich oder über pH=8 gehalten.
Für alle Beispiele wird der pH-Wert der Uran enthaltenden radioaktiven Abfallflüssigkeit
durch Hinzufügen von wäßriger Ammoniaklösung oder Ätzkali zu
Kalilösung gesteuert. Die Verunreinigungen des Uranabfalles wie Aluminium,
Eisen, Magnesium oder Blei werden durch Hinzufügen von wäßrigem Ammoniak
oder Ätzalkali beseitigt, um von jedem das entsprechende Hydroxid zu bilden und
danach das jeweilige Hydroxid niederzuschlagen und durch Abfiltern zu entfernen.
Die Behandlung der Uran enthaltenden radioaktiven Abfallflüssigkeit in Anwesenheit
von H₂O₂ kann auch nach dem
Mischen mehrerer radioaktiver Abfallflüssigkeiten miteinander erfolgen.
Wasserglas hat eine Zusammensetzung aus Na₂O und nSiO in wäßriger Lösung.
Im Fall n=2 enthält es etwa 30 Gew.-% SiO₂, etwa 10 Gew.-% Na₂O und
Restwasser. Die wünschenswerterweise hinzuzufügende Wasserglasmenge beträgt
etwa 3 g/l. Bei der vorliegenden Erfindung wird zunächst ein Additiv zu der
Abfallflüssigkeit zugegeben, um ein Entmischen von H₂O₂ zu bewirken, worauf
die Abfallflüssigkeit durch Hinzufügen von Kalilauge eingestellt wird, um
Hydroxide der Verunreinigungen zu bilden, die dann abgefiltert werden. In das
erhaltene Filtrat wird dann Wasserglas zugegeben, um einen Uran-Wasserglas-
Niederschlag zu erhalten, in dem Uran niedergeschlagen ist, zusammen mit
Verbindungen, die Uransilikat, Ammoniakuranat und Siliziumoxid enthalten. Der
Uran-Wasserglas-Niederschlag hat eine große Ausbildungsrate und ausgezeichnete
Filtrierfähigkeit. Der Niederschlag ist ein im wesentlichen reiner Uran-
Wasserglas-Niederschlag.
Nachfolgend sollen Ausführungsbeispiele der Erfindung im einzelnen beschrieben
werden. Mit den Ausführungsbeispielen der Erfindung sollte die Erfindung besser
verstanden werden. Die Beispiele sollen aber lediglich der Erläuterung, nicht der
Begrenzung der Erfindung dienen.
11 g Natriumsulfit wurden zu 1000 ml radioaktiver Abfallflüssigkeit hinzugegeben,
in der 0,3 Gew.-% H₂O₂ und 670 mg/l Uran vorhanden waren, um H₂O₂ zu
entmischen, worauf die Substanz 10 Minuten lang gerührt wurde. Daraufhin
erfolgte die Einstellung durch Hinzufügen von wäßrigem Ammoniak auf den pH-
Wert 9. In das demgemäß erhaltene Filtrat wurden 3 g Wasserglas zugegeben und
10 Minuten lang umgerührt, worauf der Uran-Wasserglas-Niederschlag abfiltriert
und mit Salpetersäure behandelt wurde, um das wäßrige Urannitrat zu lösen.
Durch diese Behandlung wurde der Urangehalt in der Abfallflüssigkeit auf
0,1 mg/l gesenkt. In ähnlicher Weise wurde ein Verfahren durchgeführt, bei dem
an der Stelle von Natriumsulfit Kaliumsulfit verwendet wurde (Beispiel 2).
In 1000 ml radioaktive Abfallflüssigkeit, in der der Anteil H₂O₂ 0,2 Gew.-%
betrug und die 630 mg/l Uran enthielt, wurden 8 Gew.-% Hydrazin in wäßriger
Lösung eingegeben und die Mischung 5 Minuten lang umgerührt, um das H₂O₂ zu
entmischen. Daraufhin wurde durch Hinzufügen von wäßrigem Ammoniak der
pH-Wert auf 9 eingestellt. Das erhaltene Hydroxid und die Verunreinigungen
wurden abgefiltert. In das dabei erhaltene Filtrat wurden 3 g Wasserglas zugegeben, um den Uran-Wasserglas-Niederschlag zu erhalten, und dann wurde
10 Minuten lang umgerührt und danach der Niederschlag abgefiltert. Der
erhaltene Uran-Wasserglas-Niederschlag wurde mit Salpetersäure gelöst, um
wäßriges Urannitrat zu ergeben. Der Urangehalt in der Abfallflüssigkeit war so
auf 0,09 mg/l gesenkt worden.
Mangannitrat mit 0,4 g Mn wurde zum Entmischen von H₂O₂ in 1000 ml radioaktive
Abfallflüssigkeit eingegeben, die 0,2 Gew.-% H₂O₂ und 630 mg/l Uran
enthielt, anschließend wurde 20 Minuten lang umgerührt, dann wurde durch
Zugabe von wäßrigem Ammoniak der pH-Wert auf 9 eingestellt und schließlich
abgefiltert. In das so erhaltene Filtrat wurden 3 g Wasserglas zugegeben, um den
Uran-Wasserglasniederschlag zu erhalten, der abgefiltert wurde und mit Salpetersäure
gelöst wurde, um wäßriges Urannitrat zu erhalten, worauf 10 Minuten
umgerührt wurde, danach wurde abgefiltert. Der Urangehalt in der Abfallflüssigkeit
wurde so auf 0,04 mg/l gesenkt.
Eisenchlorid mit 1 g Eisengehalt wurde in 1000 ml radioaktive Abfallflüssigkeit
eingegeben, in der 0,3 Gew.-% H₂O₂ und 300 mg/l Uran enthalten waren. Es sollte
wieder das H₂O₂ entmischt werden. Anschließend wurde 15 Minuten lang
umgerührt. Dann wurde durch Zugabe von wäßrigem Ammoniak der pH-Wert
auf 9 eingestellt und anschließend gefiltert. In das so erhaltene Filtrat wurden
3 g Wasserglas hinzugegeben, um einen Uran-Wasserglas-Niederschlag zu erhalten.
Danach wurde 10 Minuten lang umgerührt und dann der Niederschlag
abgefiltert. Der Uran-Wasserglas-Niederschlag wurde mit Salpetersäure gelöst,
um wäßriges Urannitrat zu erhalten. Der Urangehalt in der Abfallflüssigkeit
wurde bei dem Verfahren gemäß diesem Beispiel auf 0,05 mg/l gesenkt.
Ein wäßriges Natriumhydroxid als Additiv von H₂O₂ wurde zu 1000 ml Abfallflüssigkeit
mit 0,2 Gew.-% H₂O₂ und 630 mg/l Uran zugegeben. Danach wurde
umgerührt und der pH-Wert mit Abfallflüssigkeit auf 9 eingestellt. Ein sich dabei
ergebender Niederschlag wurde gefiltert, es wurde 3 g Wasserglas zu dem so
erhaltenen Filtrat hinzugegeben und 10 Minuten lang umgerührt. Der erhaltene
Uran-Wasserglas-Niederschlag wurde abgefiltert. Der Niederschlag wurde mit
Salpetersäure gelöst, um wäßriges Urannitrat zu erhalten. Der Urangehalt in der
Abfallflüssigkeit wurde so auf 0,1 mg/l gesenkt. An der Stelle von Natriumhydroxid
kann bei sonst im wesentlichen gleichen Bedingungen Kaliumhydroxid
verwendet werden.
Wäßriges Ammoniak wurde zu 1000 ml radioaktiver Abfallflüssigkeit mit
0,3 Gew.-% H₂O₂ und 740 mg/l Uran hinzugegeben, ohne daß jedoch eines der
Additive hinzugegeben und der pH-Wert auf 9 eingestellt wurde. Der erzeugte
Niederschlag wurde durch Filtration getrennt, und zu dem getrennten Niederschlag
wurden 3 g Wasserglas zugegeben. Dann wurde 10 Minuten lang umgerührt,
und der sich danach einstellende Uran-Wasserglas-Niederschlag wurde abgefiltert.
Der Niederschlag wurde mit Salpetersäure gelöst, um wäßriges Urannitrat zu
erhalten. Der Urangehalt betrug danach 90 mg Uran in einem Liter Abfallflüssigkeit.
Für das Verfahren der Wiedergewinnung von Uran aus einer radioaktiven Abfallflüssigkeit
gemäß der vorliegenden Erfindung sind in der nachfolgenden
Tabelle die Ergebnisse der Beispiele 1 bis 5 und des Vergleichsbeispieles
aufgetragen.
In der Tabelle ist der Urangehalt der Abfallflüssigkeit dargestellt. Die Additive
wurden bei den Versuchen, die der Tabelle zugrunde liegen, 1000 ml Abfallflüssigkeit
zugegeben, um ein Entmischen von H₂O₂ zu bewirken, wobei die
Additive selbst und die jeweils angewendete Menge der Additive verändert
wurden, ehe der Wasserglasniederschlag behandelt wurde. Bei den Beispielen 1
bis 5 lag der Urangehalt in der Abfallflüssigkeit im Bereich zwischen 0,04 und
0,10 mg/l, während im Vergleichsbeispiel 90 mg Uran je l Abfallflüssigkeit
vorgesehen waren. Die Uranrückgewinnungsrate betrug in den Beispielen 1 bis 5
99,99, 99,99, 99,99, 99,98 und 99,98%. Im Vergleichsbeispiel betrug sie nur
87,84%. Zusammenfassend betrug die Uranrückgewinnungsrate bei der Erfindung
entsprechend den Beispielen 1 bis 5 99,99 bzw. mindestens 99,98%, während sie
beim Vergleichsbeispiel lediglich bei 87,84% lag. Es zeigt sich, daß die
Rückgewinnungsrate durch die Erfindung deutlich angehoben werden kann.
Die Erfindung zeigt somit ein Verfahren für die Behandlung einer radioaktiven
Abfallflüssigkeit, bei dem Uran aus einer H₂O₂ enthaltenden radioaktiven
Abfallflüssigkeit wiedergewonnen werden kann. Das Uran wird aus der Abfallflüssigkeit
bei hoher Ausbeute zurückgewonnen. Das Verfahren für die Wiedergewinnung
von Uran gemäß der Erfindung ist sehr wirtschaftlich durchführbar, es
ist ohne besonderen technischen Aufwand in die Praxis umzusetzen, die an
seinem Ende vorliegende Abfallflüssigkeit hat einen Urananteil von weniger als
0,1 mg/l und stellt deswegen keine Belastung der Umwelt dar.
Claims (3)
1. Verfahren zur Wiedergewinnung von Uran aus einem mit
Uran kontaminierten Abwasser,
- 1.1 bei dem das Abwasser zusätzlich Wasserstoffsuperoxid (H₂O₂) enthält,
- 1.2 bei dem man ein Additiv zugibt, das
- 1.21 entweder aus Kaliumsulfit (K₂SO₃) oder Natriumsulfit (Na₂SO₃) in einer Menge, die im Bereich von 0,9 bis zum 1,1fachen des stöchiometrischen Wertes des Wasserstoffsuperoxids liegt,
- 1.22 oder aus Hydrazin (NH₂-NH₂) besteht, in einer Menge, die größer als das 1,1fache des dem Wasserstoffsuperoxid entsprechenden stöchiometrischen Wertes ist,
- 1.23 oder aus Mangannitrat besteht, in einer Menge, die dem Wert des 0,15fachen des Wasserstoffsuperoxidgewichtes entspricht,
- 1.24 oder aus Eisenchlorid besteht, in einer Menge im Wert des 0,25fachen des Wasserstoffsuperoxidgewichtes als Eisen,
- 1.3 daß danach durch Zufügen von Ammoniumhydroxid (NH₄OH) oder Kaliumhydroxid (KOH) der pH-Wert des Abwassers auf einen Wert von mehr als 8 eingestellt wird,
- 1.4 daß anschließend das Abwasser mindestens solange gerührt wird, bis sich das Wasserstoffsuperoxid zersetzt hat,
- 1.5 daß dann der in den vorangegangenen Verfahrensschritten erhaltene Niederschlag abgefiltert wird,
- 1.6 daß danach durch Zugabe von Wasserglas zu der gefilterten Flüssigkeit ein Wasserglas-Uran-Niederschlag gebildet wird, der
- 1.7 abgefiltert wird und
- 1.8 daß schließlich Wasserglas und Uran getrennt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch
ein Abwasser mit mehr als 0,2 Gew.-% Wasserstoffperoxid.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der pH-Wert des Abwassers auf
9 eingestellt wird.
Applications Claiming Priority (1)
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