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Betr.: Anmeldung einer Kondensatorzündanlage für
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Verbrennungsmotoren.
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Diese Kondensatorzündanlage ermöglicht eine bessere Verbrennung und
damit eine bessere Ausnutzung des Treibstoffs, was eine Senkung des Verbrauchs und
eine Verringerung der giftigen Be= standteile der Abgase zur Folge hat.
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Sie ist anwendbar für Viertakt- Ottomotoren und Zweitaktmotoren.
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Außer Benzin als Treibstoff können auch Gase, Alkohole oder Feststoffe
( Kohlestaub, Holzstaub ) verwendet werden.
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Da diese Treibstoffe oft höhere Flammpunkte als Benzin haben ist bei
Betrieb der Motoren mit der herkömmlichen Induktions= zündanlage sicher mit erheblichen
Start- u. Laufschwierigkeiten zu rechnen, denn gerade in der Startphase und bei
höheren Drehzahlen ist bei Induktionszündanlagen der Zündfunke, der Ja das Gemisch
zünden soll, besonders schwach. Die Ursache ist die absinkende Batteriespannung
infolge der hohen Belastung durch den Anlasser und bei den hohen Drehzahlen die
Zeitkon= stante die aus der Spuleninduktivität L und dem Spulenwider= stand R gebildet
wird. Sie verhindert, daß der Zündspule bei der immer kürzer werdenden Zeit zwischen
den einzelnen Funken noch ein ausreichender Strom I eingeprägt werden kann.
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Die Lösung der genannten Probleme ist bei der Kondensator= zündanlage
gegeben.
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Es ist der schnellere Aufbau des Funkens, die Umsetzung von mehr Energie
an der Zündkerze, längere Brenndauer des Funkens und Stabilisierung der Zündenergie
bei absinkender Batteriespannung.
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Diese Zündanlage besteht aus einem Gleichspannungswandler, dem Kondensator
C5 als Energiespeicher, demThyristor Th als Schalter, einem Steuerteil,welches den
Thyristor in den durch den Unterbrecherkontakt vorgegebenen Zündzeitpunkten ansteuert
und einem Schwellwertschalter der dafür sorgt, daß der Gleichspannungswandler keine
größere Spannung als 450 Volt abgeben kann.
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Zusätzlich ist eine Impulsformerschaltung vorhanden. Sie ermöglicht
den Betrieb eines Drehzahlmessers.
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Ein weiteres Anwendungsgebiet für die Kondensatorzündanlage kann die
einzelne- oder fortlaufende Zündung von Brennern, Düsen oder Triebwerken sein (z.B.
Pulstriebwerke)
Vor- und Nachteile dieser Kondensatorzündanlage
~ gegenüber der herkömmlichen Indukt ions zündanlage Man kann die Auslösung der
Funkenfolge auch bei dieser Kondensat.rzündanlage elektronisch realisieren. In Trage
kommen hauptsächlich drei Möglichkeiten dafür: a) Lichtquelle und Photodiode b)
Magnet und Hallgenerator c) Magnet und Induktionsspule Da aber heute noch Jeder
Ottemotor den Unterbrecherkontakt zur Auslösung der Funkenfolge hat, wollte ich
ihn unverändert beibehalten. Auch mit dem parallel geschalteten Kondensator ck.
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Er bildete Ja bei der Induktionszündanlage einen Reihen= schwingkreis
mit der Induktivität L der Zündspule.
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Der Nachteil dieser Kondensatorzündanlage ist der, daß sie ein zusätzlicher
Aufwand ist,der etwas kostet und der womöglich insgesamt die Störanfälligkeit vergrößert.
Allerdings wird die Störanfälligkeit des Unterbrecherkontakts kleiner und seine
Lebensdauer vervielfacht sich.
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Durch die Umsetzung von mehr Energie an der Kerze, den schnelleren
Aufbau des Funkens und einer längeren Brenndauer des Funkens verringert sich der
Treibstoffverbrauch was der Hauptvorteil der Kondensatorzündanlage ist.
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Bei 26 Testfahrten mit Jeder Zündungsart und Je eine Tank= füllung
wurde eine Ersparnis von 10,6% gemessen. Testfahr= zeug war ein Opel Rec BJ. 77
mit 100 PS!
Während der Startphase geht die Batteriespannung infolge
der hohen Belastung durch den Anlasser herunter. Bei der Induks tionszündanlage
geht dadurch die Stärke des Zündfunkens herunter, obwohl gerade in der Startphase
ein kräftiger Funke zur Entzündung des Gemisches nötig ist.
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Hier bemerkt man zuerst das mühelose starten, sogar mit Batterien
die eigentlich schon auf den Bleischrott gehörten.
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Dann die leichte Annahme von Gas und den kräftigen Durchzug bis in
hohe Drehzahlen.
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4 Zyl. Viertakt- Ottomotoren bis 9000 U/min.
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Der Strom der Kondensatorzundanlage steigt mit zunehmender Drehzahl
an, so wie es die Formel für den Leistungsbedarf auf Seite (&) auch aussagt.
Der der Induktionszündanlage fällt mit steigender Drehzahl und damit fällt die Energie
der Zündspule ab. Die Folge ist bei der Induktionszünd, anlage, daß bei höheren
Drehzahlen der Zündfunke schwächer wird.
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Der Grund dafür ist dieZeitkonstante die die Induktivität L mit dem
ohmschen Widerstand R der Zündspule plus eventuellei Vorwiderstand bildet.
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L T = R Bei hohen Drehzahlen wird die Zeit zwischen den einzelnen
Zündungen so kurz, daß nicht mehr gelingt der Zündspule einen ausreichenden Strom
einzuprägen.
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Man behilft sich heute mit Vorwiderständen. Damit werden zwar höhere
Drehzahlen möglich, aber gleichzeitig schwächt man so den Zündfunken über den gesamten
Bereich. Man sieht das Vorwiderstände genaugenommen ein fauler Kompromiß ist.
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Funktion der ICondensatorzündanlae für Verbrennungsmotoren Geht man
davon aus, daß gerade eine Zündung stattfand, so geht bis zur nächsten Zündung folgendes
vor: Der Gleichspannungswandler setzt wieder ein und läd Konden= sator C5 bis zur
Spannungsbegrenzung 450 Volt auf.
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Kommt nun der nächste Zündimpuls, so wird der Thyristor Th angesteuert
und gleichzeitlg durch einen Rechteckimpuls der Dauer lms der Gleichspannungswandler
stillgelegt.
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Mit Beginn des Rechteckimpulses beginnt auch die Entladung von C5
Der Vorgang bei der Entladung und Schwingung über die Induktiven tät der Zündspule
ist wie folgt: Kommt ein Steuerimpuls auf das Gate des Thyristors so wird dieser
leitend und läßt die soeben in C5 eingespeicherte elektrische Energie auf die Induktivität
L der Zündspule ( Primärwicklung ) Aus dieser Entladung entsteht übergehend eine
volle Schwingung zwischen C5 und L der Zündspule. Man sieht C5u. L bilden einen
gedämpften Schwingkreis bei dem am Anfang die Energie im Kondensator Cs steckte.
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Schwingungsdauer T -
Nach dieser ersten Vellschwingung sperrt der Thyristor und mit dem noch verbliebenen
Energierest schließt sich eine weitere gedämpfte Schwingung an. Sie findet zwischen
L u. C6 statt.
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Der Widerstand R5 behindert zwar letztere Schwingung, ist aber zur
Begrenzung des zulässigen Thyristorstromes nötig.
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Durch den parallel zur Zündspuleninduktivität L liegenden Kon= densator
C6 wird also eine Nachschwingung ermöglicht die die Brenndauer des Funkens an der
Kerze verlängert.
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G6 bildet ebenfalls in Verbindung mit dem Ausgangswiderstand des Gleichspannungswandlers
die R C Beschaltung für den ThyrisX tor. Diese Beschaltung ist bekanntlich ein Schutz
für den Thyrister gegen schnellen SpannungsanstiegaU¼t.
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Ein Viertakt- Ottomotor kann bis 9000 U/min betrieben werden wenn
er 4 Zylinder hat. Bei Zweitaktmotoren gilt jeweils die halbe Drehzahl bei gleicher
Zylinderzahl.
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Daraus ergibt sich eine Folgefrequenz von 300 Funken/sec, oder 3,33
ms müssen ausreichen C5 nach jeder Entladung wieder auf 450 Volt aufzuladen.
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Der Wert für C5 ist 2 uF und U ist 450 Volt.
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Somit ist die gespeicherte Energie: (mWs) C5.U² = 2.10-6 As . ( 450
V )² = 0,2 Ws = 200 mWs 2. 2 . V Da verlangt ist, daß C5 in 3,33 ms immer wieder
450 Volt erreicht hat muß der Gleichspannungswandler eine bestimmte Leistung (W)
aufbringen: C5.U² 2.10-6 As . ( 450 V )² = 60,8 2 . t 2 . V.3,33.10-3s
Beschreibung
des Gloichspannungswandlerm Der Gleichspannungswandler hat die Aufgabe 12 Volt Gleichspannung
in 450 Volt Gleichspannung umzuwandeln bei einer Leistung von rund 61 Watt.
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Sein Hauptbestandteil ist ein Multivibrator aus den Darlington5 transistoren
T5 , T? deren Collektorwiderstände Jeweils durch die Wicklungshälften der Primärwicklung
eines Ubertragers gebildet werden.
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Der Ubertrager ist ein E 30 Ferritkern ohne Luftspalt.
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Die Frequenz dieses Multivibrators wird durch die beiden Zeitglieder
R3 , C2 u. R4 , 0 bestimmt. Sie beträgt etwa 6 kHz.
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Die beiden Darlingtontransistoren legen abwechselnd und periodisch
mit 6 kHz die Wicklungshälften n1 oder n3 an die Betriebsspannung 12 Volt.
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In der gemeinsamen Sekundärwicklung n2 wird dabei Spannung induziert
und mit einer Brückenschaltung aus vier Dioden gleichgerichtet.
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Steigt nun die Ausgangsspannung des Gleichrichters über die festgelegte
obere Schaltschwelle des Schwellwertschalters an, (450 Volt) so steigt auch die
Ausgangsspannung des Teilers aus den Widerständen R1 , R2 bis der aus den Transistoren
T3 , T4 bestehende Schwellwertschalter anspricht.
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Dieser schaltet dann den Transistor T6 , der dann über die beiden
Entkopplungsdioden D1 , D2 die Zeitglieder R3 , C2 u. R4 , C3 an Massepotential
( O Volt ) legt.
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In diesem Moment hört der Multivibrator auf zu arbeiten und die Spannung
kann nicht größer als 450 Volt werden.
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Der Kondensator 0 erreicht nun durch Entladung über den Teiler R1
, R2 nach einer gewissen Zeit die untere Schalt schwelle die etwa bei 400 Volt liegt.
Ist die erreicht beginnt die Schwingung wieder und damit die, Aufladung auf 450
Volt.
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Im unbelastetem Zustand pendelt die Ausgangsspannung also ständig
zwischen zwei vorher bestimmbaren Werten.
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( Zweipunktregelung ) Mit den Darlingtontransistoren im Schalterbetrieb
und dem Ferritkern als übertrager ergibt sich ein kleiner Aufbau der gesamten Schaltung.
Sie fand Platz auf einer Platine der Größe 85 x 62 mm.
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Der Gleichspannungswandler ist auch in anderen Bereichen der Elektronik
anwendbar, denn er ist auf seine Leistung (60,8 Watt) bezogen klein und arbeitet
mit gutem Wirkungsgrad.
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Beschreibung des Steuerteils Das Steuerteil ist eine monostabile Kippschaltung
(Mono Flop) aus den Transistoren g , T2 . Er hat die Aufgabe aus den vom Unterbrecherkontakt
kommenden Zündzeitpunkten Rechtecks impulse mit der Dauer 1 ms zur Stillegung des
Gleichspannungs, wandlers zu erzeugen.
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Aus der ansteigenden Flanke dieses Impulses wird durch das Differenzierglied
C4 , R6 der eigentliche Steuerimpuls für das Gate des Thyristors Th gewonnen.
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Die Gesamtschwingdauer t die sich aus den nacheinander folgenden Schwingungen
zwischen C5 , L und der gedämpften Nachschwingung zwischen C6 , L (Zündspule) ergibt
ist kleiner als 1 ms.
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Die Differenz zwischen beiden ist die Zeit in der der Thyristor seine
von der vorhergehenden Entladung in seinen dotierten Schichten verbliebenen Elektronen
abbauen kann. (Freiwerdezeit) Der Thyristor würde ohne diese Freiwerdezeit nicht
mehr sperren. Und das muß er da sofort der neue Ladevorgang für den Kondensator
C5 beginnt.
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Noch ven der herkömmlichen Induktionszündanlage stammt der dem Unterbrecherkontakt
parallel geschaltete Kondensator Ck.
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Er ist zum Betrieb der Kondensatorzündanlage nicht mehr nötig.
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Ihn zu entfernen ist aber dennoch nicht nötig, denn die Zündverzögerung
die aus der Zeitkonstante Rk s Ck entsteht ist so klein , daß sie auch bei den hohen
Drehzahlen nicht von Belang ist.
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Im Eingang des Steuerteils liegt der Kgndensator Cl . Er hat die Aufgabe
außer dem Zündimpuls beim erstmaligen öffnen des Unterbrecherkontakts keinen weiteren
Impuls auf das Steuerteil kommen zu lassen.
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Solche Störimpulse würden den Thyristor mehrfach ansteuern was Fehlzündungen
bedeuten würde.
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Die Lösung des Problems ist so, daß C1 schon mit dem ersten öffnen
aufgeladen ist und danach für weitere Impulse wie eine Sperre wirkt.
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Es können also vom einen bis zum nächsten Zündimpuls, der Ja frühestens
nach 3,33 ms entsprechend 9000 U/min bei Viertakt- Ottomotoren und 4 Zylindern kommen
kann, keine anderen eventuellen Störimpulse den Thyristor ansteuern und zu Fehlzündungen
führen.