DE3120351C1 - Verfahren zur Herstellung einer Prägegravur auf einem der Oberflächenformung von Preßlaminaten dienenden Prägewerkzeug - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer Prägegravur auf einem der Oberflächenformung von Preßlaminaten dienenden PrägewerkzeugInfo
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Description
- Die nach diesem Verfahren hergestellten Preßwerkzeuge haben im Gegensatz zu den bekannten Ausführungen eine Prägegravur, deren vertiefte Flächenbereiche glattpoliert und deren in der oberen Ebene liegenden erhabenen Flächenbereiche mattiert sind. Der mit diesem Preßwerkzeug auf dem Preßlaminat o. dgl. gefertigte Prägedruck besitzt daher im Bereich der tiefsten Prägeflächen eine Mattierung, während die höher liegenden erhabenen Prägeflächen eine »glattpolierte« Oberfläche zeigen. Hierdurch lassen sich Prägelaminate o. dgl. mit völlig neuartigen Prägemustern fertigen. Beispielsweise kann ein Abdruck in der Art eines Rattangeflechts hergestellt werden, bei dem die das Geflecht wiedergebenden erhabenen Rippen glanzpoliert wirken, während die dazwischenliegenden tieferen Flächenbereiche mattiert sind. Bei einem Kachelmuster sind die tiefliegenden »Fugen« mattiert und die »Kacheloberflächen« glänzend poliert.
- Besondere Vorteile ergeben sich auch dadurch, daß nach einem weiteren Erfindungsmerkmal die von dem Abdecklack freigelegten erhabenen Flächenteile des Prägewerkzeugs im anschließenden Ätzverfahren mit einer ein- oder mehrstufigen Prägegravur eines beliebigen Musters versehen werden können. Soll das Preßlaminat beispielsweise ein einer Holzmaserung naturgetreu nachgebildetes Prägemuster erhalten, so kann eine der Holzporosität entsprechende Ätzgravur und in einem weiteren Arbeitsgang eine reliefartige Abstufung, wie sie im geschliffenen Naturholz durch die Jahresringe verursacht werden, in die erhabenen Flächenbereiche des Preßwerkzeugs eingearbeitet werden. Die tief liegenden glänzend polierten Flächenbereiche erzeugen dann beim Prägedruck eine glänzend polierte Oberfläche der erhabenen Flächenbereiche des Preßlaminats, so daß die tieferen matten Poren und Maserstrukturen deutlicher hervortreten.
- Das elektrolytische Polieren geschieht in bekannter Weise dadurch, daß das zuvor mit einer Ätzgravur versehene Prägewerkzeug in Form einer Preßplatte, einer Prägewalze oder eines Endlosbandes in eine saure Elektrolytlösung getaucht und als Anode an einen Stromkreis angeschlossen wird. Bei dieser Verfahrensweise wird das zu polierende Metall oberflächlich aufgelöst, so daß eine hochglanzpolierte Oberfläche entsteht. Soll der Hochglanzeffekt verringert werden, so besteht die Möglichkeit, die elektrolytisch polierte Oberfläche durch Sandbestrahlung zu bearbeiten.
- Durch die Art und Dauer der Sandbestrahlung läßt sich der gewünschte Glanzgrad einstellen.
- Das Entfernen des erhärteten Abdecklacks über den erhabenen Flächenbereichen kann beispielsweise durch Abziehen mittels eines Rakelmessers erfolgen. Wird ein Abdecklack verwendet, der nach seiner Erhärtung spröde ist, so blättert oder platzt die Lackmasse über den erhabenen Flächenbereichen ab. Der Abdecklack muß so gewählt werden, daß er gegenüber der Ätzflüssigkeit beständig ist und vorzugsweise durch Verdampfen des Lösungs- oder Dispersionsmittels zu einer spröden Masse erhärtet. Das Entfernen des erhärteten Abdecklacks kann aber auch durch Abschleifen z. B. mittels einer Schwabbel- und Poliermaschine erfolgen.
- Die Verfahrensschritte sind in den Fig. 1 bis 4 schematisch verdeutlicht Zur Herstellung des aus einem polierten Blech aus Stahl oder einem anderen Metall bestehenden Preßwerkzeugs 1, welches z. B bei für Etagenpressen bestimmte Preßbleche Flächenabmessungen von 230 600 cm haben kann. wird zunächst mit einem üblichen Ätzverfahren, wie es zg, in der DE-AS 27 06 947 beschrieben ist, eine ein- oder mehrstufige Prägegravur eingearbeitet In Fig. 1 sind die von der Ätzgravur gebildeten Flächenbereiche in Vergrößerung und stark schematisiert dargestellt, wobei die am höchsten liegende Oberfläche der erhabenen Flächenbereiche mit 2 und die Oberflächen der vertieften Flächenbereiche mit3 bezeichnet sind.
- Das mit der Prägegravur versehene Prägewerkzeug 1 wird in ein saures Elektrolytbad gehängt und anodisch an einen Stromkreis angeschlossen, wodurch die Gesamtoberfläche, bestehend aus den hoch liegenden Oberflächen 2 und den tiefer liegenden Oberflächen 3 sowie den zugehörigen Randflächen der Gravurbereiche, elektrolytisch poliert werden. Dieses elektrolytische Polieren kann bis zu einem Hochglanzeffekt geführt werden.
- Anschließend wird auf die Gravurfläche des Prägewerkzeugs 1 ein Abdecklack 4 aufgetragen, so daß alle Flächenbereiche abgedeckt sind (vgl. Fig. 1). Nach dem Erhärten des Abdecklacks 4 wird dessen obere Schicht bis zur Oberfläche 2 der erhabenen Flächenbereiche z. B. mittels eines Rakelmessers abgeschabt bzw.
- abgezogen.
- Danach werden die freigelegten Oberflächen 2 geätzt.
- Ist eine einfache Mattierung erwünscht, reicht ein Eintauchen des Prägewerkzeugs 1 in eine Ätzlösung aus.
- Soll jedoch diese Oberfläche 2 mit einer feinen Prägegravur, z. B. zur Darstellung von Holzporen, Maserstrukturen, einer mikrofeinen Aufrauhung o. dgl.
- versehen werden, kann dies mit Hilfe des vorgenannten Ätzverfahrens geschehen. Die durch das Ätzen auf der Oberfläche 2 gebildete Prägegravur bzw. Mattierung ist mit5 bezeichnet.
- Nach dem Ablösen des restlichen Abdecklacks 4 besitzt das Preßwerkzeug 1, wie in Fig. 3 angedeutet ist, eine mattierte oder fein strukturierte Prägegravur auf den hochliegenden Oberflächen 2 der erhabenen Flächenbereiche und polierte Oberflächen 3 der vertieften Flächenbereiche, wobei die letzteren auch mehrstufig, d. h. verschiedene Ätztiefen haben können.
- F i g. 4 zeigt ein mit dem in F i g. 3 dargestellten Prägewerkzeug hergestelltes Preßlaminat 6, welches umgekehrt mattierte bzw. fein strukturierte Oberflächen 2 a auf den tiefsten Flächenbereichen hat, während die höherliegenden Oberflächen 3a der erhabenen Flächenbereiche hochglänzend glatt sind.
- - Leerseite - - Leerseite - - Leerseite -
Claims (5)
- Patentansprüche.1 Verfahren zur Herstellung einer Prägegravur auf einem der Oberflächenformung von Preßlaminaten dienenden Prägewerkzeug durch Auftragen einer dem Prägemuster entsprechenden Ätzreserve und anschließender Ätzbehandlung sowie Polierung des Prägewerkzeuges, dadurch gekennzeichnet, daß (a) die gesamte Oberfläche des mit der Prägegravur versehenen Prägewerkzeuges (1) elektrolytisch poliert und (b) mit einem Abdecklack (4) beschichtet wird, (c) der erhärtete Abdecklack (4) bis zur Oberfläche (2) der erhabenen Flächenbereiche mechanisch entfernt wird, (d) die freigelegten Flächenbereiche geätzt werden und (e) der restliche Abdecklack (4) mit einem Lösungsmittel entfernt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das mit der Prägegravur versehene Prägewerkzeug (1) zum elektrolytischen Polieren als Anode in eine saure Elektrolytlösung getaucht wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der erhärtete Abdecklack (4) bis zur Oberfläche (2) der erhabenen Flächenbereiche abgezogen oder abgeschliffen wird.
- 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die freigelegten erhabenen Flächenbereiche im Ätzverfahren mit einer ein- oder mehrstufigen Prägegravur (5) versehen werden.
- 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die elektrolytisch polierte Oberfläche durch Sandbestrahlung bearbeitetwird.Die Erfindung betrifft die Herstellung einer Prägegravur auf einem der Oberflächenformung von Preßlaminaten o. dgl. dienenden Prägewerkzeug durch Auftragen einer dem Prägemuster entsprechenden Ätzreserve und anschließender Ätzbehandlung sowie Polierung des Prägewerkzeuges.Preßlaminate in der Art kunststoffbeschichteter Hartfaserplatten, Holzfaserplatten, Holzspanplatten, Glasfaserplatten u. dgl., die im Möbelbau oder in der Raumausstattung Verwendung finden, werden in zunehmendem Maße mit einer in die Oberfläche eingeprägten Strukturierung versehen, deren Muster beliebig sein kann. Zu solchen Mustern gehören beispielsweise Feinstrukturierungen oder Riffelungen, Noppen, aber auch eine Strukturierung in der Art einer Holzmaserung. Das Einprägen der Strukturierung geschieht mit Hilfe von Prägewerkzeugen, die je nach der Herstellungsmethode verschieden sind. Bei der gebräuchlichsten Preßmethode in Etagenpressen finden großformatige planebene Preßbleche Verwendung, welche mit einer Prägegravur versehen sind. Weiterhin finden Prägewalzen oder Endlosbandpaare Anwendung, mit denen die Herstellung der Preßlaminate und deren Oberflächenprägung oder eine Oberflächenprägung von Kunststoffbahnen u. dgl. erfolgt. Die Prägegravur in den Preßblechen, Preßwalzen oder Endlosbändern wird überwiegend mit Hilfe der Ätzmethode eingearbeitet, wobei eine sogenannte Ätzreserve in einem vorgesehenen Muster auf das Preßwerkzeug aufgetragen und der von der Ätzreserve freibleibende Flächenbereich durch eine Ätzbehandlung je nach der Behandlungsdauer verschieden tief weggeätzt wird. Der Auftrag des Ätzreservemusters kann beispielsweise durch Aufdrukken oder nach dem sogenannten fotografischen Reproduktionsverfahren erfolgen. Solche Preßwerkzeuge sind für viele Pressungen mit den diskontinuierlich arbeitenden Etagenpressen geeignet. Das Auftragen der Ätzreserve sowie die nachfolgende Ätzbehandlung können, wie die DE-AS 27 06 947 zeigt, ein- oder mehrfach wiederholt werden, um eine mehrstufige Ätzgravur zu erzielen.Zur besseren optischen Unterscheidung der erhabenen Flächenbereiche des Preßlaminats von denen durch Ätzung vertieften Flächenbereichen ist es bekannt, die Oberfläche des geätzten Preßwerkzeugs mechanisch zu polieren, so daß die vertieften Flächenbereiche des damit produzierten Preßlaminats glatt und dessen in der oberen Ebene liegenden erhabenen Flächenbereiche mattiert sind. Durch das mechanische Polieren der Gesamtfläche werden jedoch teilweise auch die vertieften Flächenbereiche des Preßwerkzeugs poliert, und es entstehen keine scharfen, dem Prägemuster entsprechenden Konturen.Weiterhin ist zur Herstellung von Strukturen oder Verzierungen auf Gehäusen von Taschenfeuerzeugen, Uhren, Schmuckwaren oder Geräten aus der DE-OS 25 O9 865 bekannt, auf das polierte Stahlblech eine Nickelschicht galvanisch aufzutragen, auf diese einen der Musterung entsprechenden Abdecklack aufzutragen, die nicht bedeckten Flächenbereiche bis zur Oberfläche des Stahlblechs in einer Säurelösung zu entnickeln, anschließend den Abdecklack abzulösen und dann das Stahlblech mattzubürsten oder durch Sandbestrahlung zu behandeln, wobei die nicht weggelöste Nickelschicht als abriebfeste Abdeckmaske dient. Nach der Mattierung wird das restliche Nickel weggelöst. Bei dem auf diese Art und Weise bearbeiteten Stahlblech werden die dem Muster entsprechenden unbehandelten Flächenbereiche begrenzt. Zur Herstellung einer Prägegravur auf einem der Oberflächenbehandlung von Preßlaminaten o. dgl. dienenden Prägewerkzeug ist diese Behandlungsmethode nicht geeignet.Der Erfindung liegt demgegenüber die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der gattungsgemäßen Art derart weiterzuentwickeln, daß eine konturenscharfe Abgrenzung zwischen polierten und mattierten Flächenbereichen des Prägewerkzeuges erreicht wird, wobei die erhabenen Flächenbereiche des damit hergestellten Preßlaminats »poliert« und dessen tiefer liegende Flächenbereiche »mattiert« geprägt werden.Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebenen Verfahrensschritte (a) bis (e) gelöst.
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