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" Antiallergisches Präparat und Verfahren zu seiner
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Herstellung II Beanspruchte Prioritäten: 12. Mai 1980, Japan, Nr.
55-61755 und 19. März 1981, Japan, Nr. 56-38790 Die Erfindung betrifft ein antiallergisches
Präparat, das als Hauptwirkstoff einen Streptokokkenstamm aus der Familie der Lactobacteriaceaen
enthält, sowie Verfahren zu seiner Herstellung.
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Viele Medizinarten werden entweder aus Mikroorganismen oder Teilen
von Mikroorganismen hergestellt. Arzneipräparate, die von Mikroorganismen stammen,
werden vielfach verwendet, wie Präparate zur Kontrolle der intestinalen Funktionen,
die aus Streptokokkenstämmen, insbesondere aus aktiven Enterokokken, hergestellt
worden sind, sowie polyvalente Antigenpräparate,
die aus verschiedenen
pathogenen Mikroben oder Mikroben des Respirationstraktes hergestellt worden sind.
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Der Hauptwirkstoff dieser Mikroorganismen ist eine Proteinart, die
Menschen und Tieren fremd ist. Außer Urokinase leiten sich alle pharmakologischen
Enzyme von Substanzen oder Körpern ab, die es beim Menschen nicht gibt; außerdem
sind diese Enzyme in bezug auf den Menschen heterogen.
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Wird eine gewisse, dem Körper fremde Proteinart einem Säugetier verabreicht,
so bildet es automatisch Antikörper. Die Neigung zur Bildung von Antikörpern ist
besonders ausgeprägt, wenn diese Proteine in den Muskel injiziert werden, obwohl
sich dann das Problem stellt, daß der für Allergie verantwortliche Antikörper IgE
auch produziert wird. Werden Allergene in einem lebenden Körper gebildet, so kann
die Folge ein schwerer anaphylaktischer Schock sein, der durch die immunologische
Antwort auf die toxische Wirkung der in den Körper eingeführten Antigene verursacht
wird.
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Die pathologischen Symptome, die aus den verschiedenen immunologischen
Reaktionen entstehen, die durch den Eintritt fremder Heteroantigene in den Körper
verursacht werden, werden "heteroimmune Krankheit" genannt.
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Allergische Erkrankungen sind von P.G.H. Gell, R.R.A. Coombs und P.J.
Lachmann in "Clinical Aspects of Immunology", 3. Ausgabe, Blackwell, 1975, in vier
Typen, je nach Art der immunoloyischen Reaktion, eingeteilt worden:
Typ
I: Die auf den Zellen fixierten IgE-Antikörper reagieren mit dem Antigen, verursachen
die Freisetzung von Histamin und die Aktivierung einer langsam reagierenden Substanz
(SRS-A) und des Eosinophil-chemotaktischen Faktors (ECF-A).
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Dies ist der Mechanismus, der für die Asthma-Atopie, Heufieber, Urticaria,
atopische Dermatitis, Anaphylaxie und Angioödeme verantwortlich ist.
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Typ II: Die IgE- oder IgM-Antikörper reagieren mit dem Antigen auf
Zielzellen und aktivieren das Komplement, was zu einer Zellyse führt. Dieser Mechanismus
tritt bei gewissen Arten von Arzneimittelreaktionen auf.
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Typ III: Die IgG- oder IgH-Antikörper bilden Komplexe mit dem Antigen
und den komplementären neutrophilen chemotakischen Faktoren, wodurch lokale Gewebeentzündungen
entstehen.
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Dieser Mechanismus tritt bei Serumkrankheiten auf.
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Typ IV: Sensibilisierte Lymphozyten reagieren mit dem Antigen und
verursachen durch die Wirkung der Lymphokinese Entzündungen.
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Das Hauptbeispiel dafür ist die allergische Kontaktdermatitis.
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Alle diese allergischen Reaktionen werden beim Menschen wie auch in
verschiedenen Säugetieren gefunden.
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Die Erfinder haben verschiedene Versuche über die Bildung von Antikörpern
in Meerschweinchen durchgeführt, denen Fremdprotein verabreicht worden ist. Bei
der Verabreichung von Streptokokken aus Kuhmilch an Meerschweinchen, die zu hohe
Antikörperwerte hatten, wurde interessanterweise festgestellt, daß die Streptokokken
die Überproduktion von IgE hemmen, unabhängig davon, ob der Mikroorganismus lebend
oder tot ist.
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Anhand dieser Fähigkeit der Streptokokken, die Überproduktion von
IgE bei der Einführung von Heteroprotein in vivo zu hemmen, haben die Anmelder die
Möglichkeit untersucht, Streptokokken auch als Vorbeugung und Therapie bei verschiedenen-heteroimmunen
Krankheiten anzuwenden. Die Hemmwirkung einer allergischen Reaktion wurde mit einer
typischen heteroimmunen Krankheit untersucht, für die ein experimentelles System
leicht aufgebaut werden kann. Es konnten wertvolle und erfolgversprechende Ergebnisse
erhalten werden.
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Zu der Familie der Lactobacteriaceaen gehören viele Streptokokken-Arten,
wie Streptococcus pyogenes, Streptococcus equismilis, Streptococcus zooepidemicus,
Streptococcus equi, Streptococcus dysgalatiae, Streptococcus sanguis, Streptococcus
pneumoniae, Streptococcus anginosus, Streptococcus agalactiae, Streptococcus acidominimus,
Streptococcus salivarius, Streptococcus mitis, Streptococcus bovis, Streptococcus
equinus,
Streptococcus thermophilus, Streptococcus faecalis, Streptococcus faecium, Streptococcus
avium, Streptococcus uberis, Streptococcus lactis und Streptococcus cremoris.
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Unter diesen Stämmen ist Streptococcus lactis ein typischer nichtpathogener
Mikroorganismus, der in der Milch der meisten Tiere gefunden und für die Herstellung
von Milchprodukten verwendet wird, wie Butter, Käse oder Joghurt.
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Streptococcus bovis gehört zu den Lactobacteriaceaen und wird in der
Milch der meisten Tiere gefunden.
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Streptococcus faecalis stammt aus Pflanzen und wurde zur Herstellung
von Arzneipräparaten, die für die Kontrolle der intestinalen Funktionen geeignet
sind, verwendet.
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Es wurden nun neue Arten von Streptococcus lactis gefunden, die eine
wirkungsvolle, allergiehemmende Komponente haben und zur Herstellung von antiallergischen
Präparaten verwendet werden können, nämlich Streptococcus lactis (Lister) Lohnis
BK-042 bzw. BK-045. Beide Stämme wurden im Fermentation Research Institute, Agency
of Industrial Science and Technology, Japan, und beider American Type Culture Collection,
Maryland, V.St.A., unter folgenden Nummern hinterlegt:
Streptococcus
lactis (Lister) Lohnis BK-042: FERM-P 4590 und ATCC 31861 Streptococcus lactis (Lister)
Lohnis BK-045: FERM-P 4591 und ATCC 31862.
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Die mykologischen Eigenschaften dieser beiden Mikroorganismen sind
wie folgt: I) Streptococcus lactis (Lister) Lohnis BK-042 a) Morphologische Eigenschaften
(1) Form: Ketten von eiförmigen Zellen mit einem Durchmesser von 0,1 bis 1,0ßm (2)
Beweglichkeit: nicht beweglich (3) Gram-Färbung: positiv.
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b) Fermentationseigenschaften (1) Wachstumsbedingungen: fakultativ
anaerob (2) Wachstum bei 450C: nicht feststellbar (3) Verflüssigung von Gelatine:
negativ (4) Reduktion von Lackmusmilch: positiv (5) Fermentation von Sacchariden:
Mannose + Mannit +
Maltose + Salicin + Saccharose # Stärke -Glukose
+ Inulin -wobei + Fermentation, - keine Fermentation und + nicht feststellbar bedeuten.
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c) Physiologische Eigenschaften (1) Oxydase-Test: negativ (2) Katalase-Test:
negativ (3) Oxydation-Fermentationstest: Fermentation (4) Wachstum in einer Kulturbrühe,
die 6,5 % Natriumchlorid enthält: kein Wachstum feststellbar (5) Wachstum bei pH
9,6: kein Wachstum feststellbar (6) Wirkung von Wärme auf das Wachstum (30-minütiges
Erhitzen bei 600C): kein Wachstum feststellbar (7) Milchsäure-Produktion aus Glukose:
96 % (8) optische Drehung der durch den Stamm produzierten Milchsäure: D+ II) Streptococcus
lactis (Lister) Lohnis BK-45 a) Morphologische Eigenschaften (1) Form: Ketten von
eiförmigen Zellen mit einem Durchmesser von 0,6 bis 1,0am
(2) Beweglichkeit:
nicht beweglich (3) Gram-Färbung: positiv b) Fermentationseigenschaften (1) Wachstumsbedingungen:
fakultativ anaerob (2) Wachstum bei 450C: positiv (3) Verflüssigung von Gelatine:
negativ (4) Reduktion von Lackmusmilch: positiv (5) Fermentation von Sacchariden:
Mannose + Mannit + Maltose + Salicin + Saccharose -Stärke -Glukose + Inulin -wobei
+ Fermentation, - keine Fermentation und - nicht feststellbar bedeuten.
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c) Physiologische Eigenschaften (1) Oxydase-Test: negativ (2) Katalase-Test:
negativ (3) Oxydation-Fermentations-Test: Fermentation (4) Wachstum in einer Kulturbrühe,
die 6,5% Natriumchlorid enthält: kein Wachstum feststellbar
(5)
Wachstum bei pH 9,6: kein Wachstum feststellbar (6) Wirkung von Hitze auf das Wachstum
(30-minütiges Erhitzen bei 600C): kein Wachstum feststellbar (7) Milchsäure-Produktion
aus Glukose: 92 % (8) optische Drehung der durch den Stamm produzierten Milchsäure:
d) Hämolyse (1) Pferdeblut-Agar: Reaktion (2) Schafblut-Agar: -Reaktion.
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Da festgestellt worden ist, daß auch noch andere Streptokokkenstämme
wertvolle Komponenten zur Herstellung von antiallergischen Präparaten haben, wurden
folgende Stämme hinterlegt: Streptococcus lactis BK-051 beim Institute For Fermentation
of Osaka, Japan,unter der Nr. IFO 12007, Streptococcus bovis BK-052 sowie Streptococcus
faecalis BK-026 beim Institute For Fermentation of Osaka, Japan, unter den Nummern
IFO 12057 bzw. IFO 12964 und bei der American Type Culture Collection unter den
Nummern ATCC 15351 bzw. ATCC 10100.
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Gegenstand der Erfindung ist somit ein antiallergisches Präparat,
das als Hauptwirkstoff Streptococcus lactis, Streptococcus bovis oder Streptococcus
faecalis aus der Familie der auch in Form von Zellfragmenten, Lactobacteriaceaen,/gegebenenfalls
in Kombination mit üblichen
Trägerstoffen und/oder Verdünnungsmitteln,
enthält.
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Im erfindungsgemäßen Präparat können lebende Mikroorganismen aber
auch abgetötete Stämme, die durch Hitze oder durch Gefriertrocknen behandelt worden
sind, oder Fragmente dieser Stämme als Wirkstoff verwendet werden. Das erfindungsgemäße
antiallergische Präparat kann herkömmliche Zusätze oder Stabilisatoren enthalten
und als Suspension, Körner, Granulat oder Pulver vorliegen. Auch die Verabreichungsart
ist nicht kritisch,-das Präparat kann oral, intraperitoneal oder intravenös verabreicht
werden.
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Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung des antiallergischen
Präparats, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man Streptococcus lactis, Streptococcus
bovis oder Streptococcus faecalis aus der Familie der Lactobacteriaceaen kultiviert,
aus der Kulturbrühe isoliert und zu einem Pulver gefriertrocknet.
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Versuchstieren (Meerschweinchen), die wegen einer Überproduktion an
Immunoglobulin E (IgE) an allergischen Krankheiten litten, wurde das erfindungsgemäße
antiallergische Präparat verabreicht. Die damit erreichte antiallergische Reaktion
bestätigt die erfolgreiche Verabreichung dieses Präparats.
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Die typischen Vorteile des erfindungsgemäßen antiallergischen Präparats
sind folgende:
(1) Das erfindungsgemäße antiallergische Präparat
ist bei verschiedenen Arten von heterogenen Immunkrankheiten wirkungsvoll, wie allergischem
Bronchialasthma, infantilem Asthma, allergischer Rhinitis (Heufieber, Pollinose),
atopischer Dermatitis, Ernährungsallergie, Arzneimittelallergie, allergischer Lebertoxikose
oder allergischer Gastroenteritis.
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(2) Das erfindungsgemäS Präparat besteht im wesentlichen aus dem Mikroorganismus
selbst. In den Versuchen konnten weder eine Toxizität noch Nebenwirkungen festgestellt
werden, so daß das Präparat als pharmakologisch sehr sicher angesehen werden kann.
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(3) Im Gegensatz zu herkömmlichen antiallergischen Präparaten, die
aus polyvalenten Antigenen hergestellt werden, besteht das erfindungsgemäße Präparat
aus einem einzigen Bacterium.
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(4) Die verwendeten Mikroorganismen sind nicht pathogen, so daß sie
keine Infektion hervorrufen und die Möglichkeit bieten, lebende Mikroorganismen
zu verwenden.
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(5) Im Gegensatz zu herkömmlichen mikrobiellen Präparaten, die durch
Inokulation oder Injektion verabreicht werden, kann das erfidungsgemäße Präparat
oral verabreicht werden, so daG es ¢ cLen Pati'nten die mit del Inokulation vcrbundene
Angst und einen psychologischen Widerstand nicht gibt.
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(6) Bei der Behandlung von Asthma führt die Verwendung des erfindungsgemäßen
Präparats zu einem deutlichen Abfall des IsE-Spiegels, wodurch bestätigt wird, daß
das erfindungsgemäße Präparat zufriedenstellend mit herkömmlichen Präparaten und
Verfahren verglichen werden kann.
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(7) Man kann im erfindungsgemäßen Präparat Extrakte der Mikroorganismen
als antiallergischen Wirkstoff verwenden. Die Wirkung tritt schon bei sehr geringer
Dosis ein, z.B.
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1 mg/kg Körpergewicht/Tag bis zu 50 mg/kg/Tag, wobei das Präparat
entweder unter die Haut, intramuskulär oder intravenös injiziert oder oral verabreicht
werden kann.
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Die Beispiele erläutern die Erfindung.
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Beispiel 1 Streptococcus lactis BK-042 und BK-045 werden kultiviert
und mittels einer Zentrifuge isoliert. Die Mikroorganismen werden eingehend mit
destilliertem Wasser gewaschen und in herkömm-1 scher Weise zu einem trockenen Pulver
gefriergetrocknet.
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Für die Versuche werden 4 Wochen alte weibliche Meerschweinchen mit
einem Körpergewicht von 340 bis 460 g eine Woche lang beobachtet, dann werden gesunde
Tiere ausgewählt. Während dieser Zeit und während des Versuchs werden die Meerschweinchen
in einem kontrollierten Käfig bei einer Temperatur von 22 + 2 C und einer Feuchtigkeit
von 50 + 5 % gehalten, wobei
sie festes Futter und Wasser ohne
Einschränkung erhielten Für die Sensibilisierung der Test-Meerschweinchen wird einem
Kaninchen mit einem Körpergewicht von etwa 3 kg eine Suspension im Gewichtsverhältnis
von 1:1 von 1 %iger i-Amylaselösung (kristalline s-Amylase aus Heubazillus) und
Freund's Komplettadjuvans in einer Dosis von 1 ml/Tier zweimal wöchentlich während
4 Wochen injiziert. Für die passive Sensibilisierung wird das aus dem Kaninchen
erhaltene Anti- s-amylase-Kaninchenserum (Antikörperwert: 32-fach) in einer Dosis
von 2 ml/Tier 21 Meeschweinchen intraperitoneal injiziert.
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Je einer Gruppe von drei Meerschweinchen wird eine, zwei bzw. drei
Wochen vor der passiven Sensibilisierung mit dem Anti-£ -amylase-Kaninchenserum
jeden Tag mittels einer Metallsonde Streptococcus lactis BK-042 bzw. BK-045 verabreicht
und zwar in einer Dosis von 100 mg/Tier als Suspension in physiologischer Natriumchloridlösung.
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Die Bildung von Antikörpern wird anhand der IgE-Werte unter Verwendung
eines Rhadebas-IgE-Testpräparats bestimmt. Die Ergebnisse werden in Tabelle I mit
der Kontrollgruppe verglichen, wobei alle Werte das Mittel von drei Tieren jeder
Gruppe sind.
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Tabelle 1 IgE - Werte in ßMol/ml
| Dauer |
| Stamm nicht |
| verabreicht 1 Woche 2 Wochen Wochen |
| S. lactis 31,7 17,3 17,0 |
| BK-042 68 7 |
| S. lactis 33,0 16,3 l9,3 |
| BK-045 |
Wie aus der Tabelle I ersichtlich, ist die Fähigkeit zur Antikörperbildung bei mit
dem Mikroorganismus behandelten Gruppen deutlich gehemmt im Vergleich zu Kontrollgruppen.
Der etwas niedrigere Wert nach zwei Wochen wird der Tatsache zugeschrieben, daß
die untersuchten Meerschweinchen bei der Zwangsverabreichung des Mikroorganismus
mit der Magensonde zum Erbrechen neigten und folglich an Bronchitis litten.
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Die Hemmung der allergischen Reaktion durch die in Tabelle I angegebenen
Mikroorganismen wird wie folgt untersucht: Sieben Meerschweinchen (Körpergewicht
340 bis 460 g) in einer Gruppe werden 48 Stunden nach Beendigung der passiven Sensibilisierung
mit dem oben beschriebenen Anti-oC -amylase-Kaninchenserum in einer Kammer mit einer
1 %igen oc-Amylaselösung während 30 Minuten mit einer Geschwindigkeit von 1,46 ml/Minute
mittels eines Ultraschall-Zerstäubers besprüht. Der dabei bei den Tieren auftretende
allergische Schock wird beobachtet.
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Die Tiere erhalten zwangsweise täglich Streptococcus lactis
in
einer Dosis von 400 mg/kg. Die Hemmung des allergischen Schocks wird durch Vergleich
der mit dem Mikroorganismus behandelten Tiere mit Kontrolltieren bestimmt. Die Ergebnisse
sind in Tabelle II angegeben, der Schweregrad des Anfalls wird nach folgenden Stufen
bestimmt: Grad 0: keine Anzeichen Grad 1: Zittern, Niesen Grad 2: Atemnot, Ataxie,
Harn- und Stuhlentleerung Grad 3: Atemnot, Ataxie, Harn- und Stuhlentleerung, Krämpfe,
Lähmung, Zyanose Grad 4: Tod.
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T a b e l l e II
| Stamm S. lactis BK-045 S. lactis BK-042 |
| Kontrolle Kontrolle |
| Dosis (mg/kg/Tag) - 400 400 400 - 400 400 400 |
| Dauer (Tage) - 1 2 3 - 1 2 3 |
| Schwere Grad 4 2 |
| und Grad 3 4 1 2 3 2 1 |
| Häufigkeit Grad 2 3 6 6 2 2 5 4 3 |
| der Grad 1 1 2 1 3 |
| Anfälle Grad 0 1 1 1 |
| Gesamtzahl an Meer- |
| schweinchen 7 7 7 7 7 7 7 7 |
| mittlerer |
| Schweregrad 2,57 2,14 1,86 1,71 3,00 2,29 1,71 1,29 |
| Standardabweichung 0,535 0,378 0,378 1,113 0,816 0,488 0,951
0,756 |
| Sterblichkeit (%) 0 0 0 0 29 0 0 0 |
| Student's t-Test - 1,740 2,872 1,845 - 1,977 0,613 1,690 |
In den unbehandelten Kontrollgruppen mußten alle Meerschweinchen
etwa 3 Minuten nach dem Besprühen mit der 1 %igen «=Amylaselösung keuchen, während
etwa 5 Minuten später einige erbrechen mußten und Krämpfe sowie Harnentleerung beobachtet
wurden. Zwei Tiere litten an Zyanose, Lähmung der Hinterpfoten und waren am Ende
des Besprühen am allgemeinen anaphylaktischen Schock gestorben.
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Andererseits zeigen die mit den Bakterien behandelten Tiere im Vergleich
zu den unbehandelten Gruppen eine ausgezeichnete Hemmung der allgemeinen Anaphylaxie.
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Beispiel 2 Streptococcus lactis BK-042 bzw. BK-045 werden kultiviert
und eingehend mit Wasser gewaschen. Je 150 g Mikroorganismus werden mit destilliertem
Wasser auf ein Volumen von 500 ml aufgefüllt, die Zellen werden während 60 Minuten
mit Ultraschall (20 kHz, 200 W) aufgebrochen. Die den zertrümmerten Mikroorganismus
enthaltende Flüssigkeit wird 60 Minuten bei 11 000 UpS zentrifugiert, jeder überstand
wird gefriergetrocknet. Man erhält etwa 8 bis 9 g Trockenprodukt.
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Diese Produkte werden auf ihre Wirksamkeit zur Hemmung des anaphylaktischen
Schocks untersucht: Weibliche Meerschweinchen mit einem mittleren Körpergewicht
von 240 g werden eine Woche besbachtet, dann werden 30 gesunde
Tiere
in drei Gruppen eingeteilt. Während der Voruntersuchung und des Versuchs werden
die Tiere in einer thermostatisierten Zuchtkammer bei einer Temperatur von 22 +
20C und einer Feuchtigkeit von 50 + 5 % gehalten, wobei sie ohne Beschränkungen
handelsübliches gepulvertes Diät futter und Leitungswasser erhielten.
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10 Meerschweinchen jeder Gruppe wird vor der passiven Sensibilisierung
mit dem Anti-albumin-Kaninchenserum während 20 Tagen ein Futter verabreicht, das
mit dem erfindungsgemäßen Präparat vermischt ist, wobei die Mengen so berechnet
werden, daß eine Gesamtdosis von 100 mg/Tier/Tag erreicht wird.
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Das Anti-albumin-Kaninchenserum erhält man durch intramuskuläre Injektion
an ein Kaninchen mit einem Körpergewicht von etwa 4 kg von 1 ml einer Suspension
im Gewichtsverhältnis von 1:1 einer 1 %igen Albuminlösung und Freund's Komplettadjuvans
dreimal pro Woche während 5 Wochen.
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2 ml dieses Anti-albumin-Kaninchenserums (Antikörperwert: 16-fach)
werden intraperitoneal jedem Meerschweinchen injiziert. 48 Stunden später wird jedes
Meerschweinchen in eine 52,5 Kammer gesetzt und mittels eines Ultraschall-Zerstäubers
mit einer Geschwindigkeit von 1,5 ml/Minute während 30 Minuten mit 1 90iger Albuminlösung
besprüht.
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Der dabei auftretende anaphylaktische Schock wird mit dem
von
unbehandelten Tieren verglichen. Die Ergebnisse sind in Tabelle III angegeben, der
Schweregrad wird gemäß Beispiel 1 bestimmt.
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T a b e 1 1 e III
| S. lactis |
| Stamm Kontrolle BK-042 BK-045 |
| Dosis (mg/Tier/Tag) - 100 100 |
| Dauer (Tage) 20 20 |
| Grad 4 2 |
| Schwere Grad 3 5 2 # 2 |
| und Grad 2 2 1 2 |
| Häufigkeit |
| der Grad 1 1 3 0 |
| Anfälle Grad 0 4 # 6 |
| Gesamtzahl der Meer- 10 10 10 |
| schweinchen 10 10 10 |
| mittlerer Schwere- |
| grad 2,8 1,1 1,0 |
| Standardabweichung 0,919 1,197 1,333 |
| Sterblichkeit (%) 20 0 0 |
| Student's t-Test @ 3,564** 2,871* |
(* :95 % Verläßlichkeit **:99 % Verläßlichkeit) Jedes Meerschweinchen nahm die Gesamtmenge
an Futter auf, das mit dem wie oben beschrieben hergestellten Extrakt vermischt
war, um 100 mg/Tier/Tag zu verabreichen. Die Meerschweinchen nahmen normal zu.
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Zwei der nicht behandelten Tiere aus der Kontrollgruppe litten 30
Sekunden nach Beginn des Besprühens mit 1 %Tier Albuminlösung an schweren Krämpfen,
eine Minute nach Sprühbeginn waren sie tot. Ein anderes Meerschweinchen litt an
schwerer Zyanose, zwei Tiere litten an Zyanose und Lähmung der Hinterpfoten etwa
5 Minuten nach Sprühbeginn und fünf Tiere zeigten Kurzatmigkeit, Lähmung der Hinterpfoten
und Ataxie.
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Im Gegensatz dazu zeigten sechs mit S. lactis BK-045 behandelte Tiere
und vier mit S. lactis BK-042 behandelte Meerschweinchen keinerlei Anzeichen einer
Veränderung. Einige andere mit dem erfindungsgemäßen Präparat behandelte Tiere hatten
jedoch schwere Zyanose und Krämpfe, doch starb keines der behandelten Meerschweinchen.
Die Verminderung der Schocksymptome ist in diesen Gruppen deutlich zu beobachten.
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Mit anderen Worten zeigten alle Tiere der Kontrollgruppe schwere Symptome,
wogegen sechs der mit S. lactis behandelten zehn Tiere keine Symtome aufwiesen.
Außerdem konnten bei den Meerschweinchen, die mit dem gemäß Beispiel 2 hergestellten
Produkt behandelt worden waren, keine Nebenwirkungen festgestellt werden.
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Fünf Wistar-Ratten mit einem Körpergewicht von 200 bis 240 g wurde
oral 50 bis 70 g/kg Körpergewicht/Tag gefriergetrocknetes Produkt (wie oben hergestellt)
jeden Tag während einer Woche verabreicht. Bei der Autopsie konnten an keinem Tier
Zeichen
von Anomalität festgestellt werden.
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Beispiel 3 Streptococcus lactis BK-042, BK-045, BK-051, Streptococcus
bovis BK-052 und Streptococcus faecalis BK-026 werden gemäß der Arbeitsweise des
Beispiels 2 kultiviert und der Extrakt gewonnen.
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Jeder Extrakt wird vor der Sensibilisierung oral den Meerschweinchen
durch Vermischen mit dem Futter verabreicht, die Dosierung wird gemäß Beispiel 2
berechnet. Die Tiere erhalten die Extrakte in gleicher Weise auch nach der Sensibilisierung.
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Für die Sensibilisierung wird ein Anti-Heubazillus-a -Amylase-Kaninchenserum
hergestellt, das mit physiologischer Kochsalzlösung auf 32-fache Verdünnung verdünnt
wird und in einer Menge von 1,5 ml intraperitoneal jedem Meerschweinchen injiziert
wird. Die allergische Reaktion wird 48 Stunden nach der Sensibilisierung induziert.
Die Symptome der Reaktion werden gemäB Beispiel 1 angegeben.
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Die allergische Reaktion wird dadurch induziert, daß man sieben Meerschweinchen
jeder Gruppe in einem 52,2 l-Käfig mit einer 1 %igen 6-Amylaselösung in physiologischer
Natriumchloridlösung zur Inhalation besprüht und zwar mit einer Geschwindigkeit
von 1,5 ml/Minute während 10 Minuten unter
Verwendung eines Ultraschall-Zerstäubers.
Die Ergebnisse sind in Tabelle IV angegeben.
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T a b e l l e IV
| Stamm intakte Kon- S. lactis S. bovis S. faecalis |
| Kontrolle trolle BK-042 BK-045 BK-051 BK-052 BK-026 |
| Dosis (mg/kg/Tag) 150 10 150 10 150 10 150 10 150 10 |
| Dauer (Tage) 14 14 14 14 14 14 14 14 14 14 |
| Schwere Grad 4 2 1 2 |
| und Grad 3 4 3 1 2 1 1 2 1 2 2 2 |
| Häufigkeit Grad 2 1 2 3 3 2 1 1 1 1 3 |
| der Grad 1 1 2 1 2 2 3 2 3 2 3 |
| Anfälle Grad 0 5 1 1 1 2 2 1 1 1 2 |
| Gesamtzahl an Meer- |
| schweinchen 5 7 7 7 7 7 7 7 7 7 7 7 |
| mittlerer |
| Schweregrad 0 3,14 2,00 1,57 1,86 1,29 1,57 1,57 2,14 1,57
2,00 1,29 |
| Standardabweichung 0,690 1,155 0,976 1,069 1,113 1,512 1,134
1,574 1,134 0,816 1,254 |
| Sterblichkeit (%) 28,6 0 0 0 14,3 28,6 0 0 0 |
| * ** * * * * * ** |
| Student's t-Test 2,336 3,476 2,242 2,607 2,308 3,130 1,540
2,018 2,240 3,144 |
(* : 95% Verläßlichkeit; ** : 99% Verläßlichkeit)
Beispiel 4 Streptococcus
lactis BK-045 wird in 100 ml einer Kulturbrühe, die 1 % Glukose, 1 % gepulverte
Hefe und 1 % Pepton enthält, bei 320C während 18 Stunden kultiviert. Die Kulturbrühe
wird dann bei 10 000 UpM zentrifugiert.
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Der Mikroorganismus wird eingehend mit destilliertem Wasser gewaschen
und in einer Menge von 150 g in einem 500 ml fassenden konischen Becher mit destilliertem
Wasser auf 500 ml verdünnt. Diese Suspension wird in einem Eiswasserbad mit Ultraschall
(200 kHz, 200 W) während einer Stunde aufgebrochen, dann bei 11 000 UpM eine Stunde
zentrifugiert, um die hochmolekularen Substanzen, die hauptsächlich aus den Zellwänden
bestehen, zu entfernen. Der Überstand wird bei niedriger Temperatur und vermindertem
Druck eingeengt und während 48 Stunden durch eine semipermeable Cellulosemembran
dialysiert.
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Der Rückstand wird bei 12 000 UpM 20 Minuten zentrifugiert.
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Der Überstand wird gefriergetrocknet, man erhält ein weißes bis schwachgelbes
geruchloses Pulver in einer Ausbeute von etwa 500 mg je 100 g Lebendorganismus.
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Das Produkt aus dem letzten Überstand wird auf seine Wirksamkeit zur
Hemmung des anaphylaktischen Schocks untersucht: Weibliche Meerschweinchen mit einem
mittleren Körpergewicht von 210 g werden 10 Tage beobachtet, dann werden fünf gesunde
Tiere für jede Gruppe ausgewählt. Während der Vorversuche und des Versuchs werden
die Tiere in einer thermostatisierten Kammer,
in der die Temperatur
23 + 3"C beträgt, gehalten, die Meerschweinchen erhalten ohne Beschränkung gepulvertes
Diätfutter und Leitungswasser.
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Das oben beschriebene Pulver wird in physiologischer Natriumchloridlösung
suspendiert, die Suspension wird intravenös in die Vorderpfoten in einer Dosis von
50 mg/kg Körpergewicht/Tag während zwei Tagen injiziert.
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Zur Sensibilisierung wird den Meerschweinchen intraperitoneal 1,5
ml Anti-CC-amylase-Kaninchenserum (Antikörperwert: 32-fach) injiziert, das von einem
Kaninchen mit einem Körpergewicht von 3 kg stammt, dem intramuskulär dreimal wöchentlich
während 5 Wochen 1 ml einer Suspension von 1 %Tier d~Amylaselösung und Freund's
Komplettadjuvans injiziert worden ist. 48 Stunden nach der Sensibilisierung wird
jedes Meerschweinchen in einer 1,68 1 fassenden zylindrischen Kammer mit einer Geschwindigkeit
von 0,5 ml/Minute mit einer 1 Eigen α-Amylaselösung unter Verwendung eines
Ultraschall-Zerstäubers während 10 Minuten besprüht. Der dabei auftretende anaphylaktische
Schock wird mit dem von Kontrolltieren verglichen. Die Ergebnisse sind in Tabelle
V angegeben, die Schwere des Schocks wird wie in Beispiel 1 beschrieben.
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Tabelle V
| 5. lactis |
| Stamm Kontrolle BK-045 |
| Dosis (mg/Tier/Tag) - 50 |
| Dauer (Tage) # 2 |
| Grad 4 4 |
| Schwere Grad 3 1 |
| und |
| Häufigkeit Grad 2 |
| der Grad 1 2 |
| Anfälle Grad 0 2 |
| Gesamtzahl an Meer- 5 5 |
| Schweinchen |
| mittlerer. Schweregrad 3,8 0,8 |
| Standardabweichung 0,447 0,837 |
| Sterblichkeit (%) 80 0 |
| Student's t-Test 7,076** |
(**: 99 % Verläßlichkeit) Die Tiere der Kontrollgruppe hatten nach 30 Sekunden Besprühen
mit der 1 %igen Albuminlösung schwere Krämpfe, eine Minute nach Beginn des Besprühens
waren vier Meerschweinchen tot. Das fünfte litt an schwerer Zyanose, überlebte aber.
-
Die mit dem erfindungsgemäßen Präparat behandelten Tiere litten entweder
an Atemnot, Krämpfen oder Ataxie, andere wiederum zeigten Kurzatmigkeit und Krämpfe,
jedoch starb keines. Das beweist, daß das erfindungsgemäße, wie oben beschrieben
hergestellte Präparat eine gute Wirkung gegen allergische Reaktionen hat.
-
Beispiel 5 Zwei 1935 getrocknete S. lactis BK-045-Stämme werden gemäß
der Arbeitsweise des Beispiels 4 aufgebrochen, zentrifugiert und dialysiert. Die
Dialysate werden 20 Minuten bei 12 000 UpM zentrifugiert. Der eine Niederschlag
wird verworfen, ein überstand wird gefriergetrocknet, wobei man 10,05 g weißes oder
schwachgelbes gepulvertes Produkt enthält. Der andere Niederschlag wird gefriergetrocknet,
man erhält 4,95 g eines Produkts, das im weiteren als "B-1" bezeichnet wird.
-
Der Uberstand zu diesem Produkt wird mit 99,5 volumenprozentigem Äthylalkohol
langsam versetzt, man erhält eine Lösung mit einer Athylalkoholkonzentration von
etwa 25 Volumenprozent. Während der Zugabe des Äthylalkohols entsteht eine weiße
Suspension, die 20 Minuten bei 12 000 UpM zentrifugiert wird. Nach dem Dekantieren
wird der Niederschlag gefriergetrocknet, man erhält 4,60 g weißes oder schwachgelbes
gepulvertes Produkt, das mit B-2" bezeichnet wird.
-
Der dekantierte Überstand wird mit weiterem 99,5 tigem Äthylalkohol
versetzt, man erhält eine Lösung mit einer Äthylalkoholkonzentration von etwa 40
Volumenprozent. Die dabei entstehende weiße Suspension wird 20 Minuten bei 12 000
UpM zentrifugiert. Der Überstand wird dekantiert, der Niederschlag wird gefriergetrocknet,
wobei man 4,23 g eines weißen oder schwachgelben gepulverten Produkts erhält, das
die Bezeichnung "B-3" erhält.
-
Der dekantierte Überstand wird mit 99,5 % Äthylalkohol versetzt, man
erhält eine Lösung mit einem Äthylalkoholgehalt von etwa 50 Volumenprozent. Die
schwachweiße Suspension wird 20 Minuten bei 12 000 UpM zentrifugiert. Der Niederschlag
wird nach dem Abddcantieren gefriergetrocknet, wobei man 0,05 g eines weißen oder
schwachgelben gepulverten Produkts erhält, das mit "B-4" bezeichnet wird.
-
Jede dieser Fraktionen wird an Meerschweinchen zur Bestimmung der
Antianaphylaxe-Wirkung verabreicht. Weibliche Meerschweinchen werden wie in Beispiel
3 beschrieben ausgewählt und in Gruppen zu sieben Meerschweinchen eingeteilt.
-
Die Versuchsbedingungen sind wie in Beispiel 3 beschrieben.
-
Jede Fraktion wird in das Futter der Meerschweinchen gemischt, die
Dosierung für jedes Meerschweinchen beträgt 150 mg/kg Körpergewicht/Tag. Die Dosierung
wird anhand der Futteraufnahme durch jedes Meerschweinchen am Tag zuvor berechnet.
Der Versuch dauert 14 Tage, die Tiere werden wie in Beispiel 3 beschrieben behandelt.
Die Ergebnisse sind in Tabelle VI zusammengefaßt.
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T a b e l l e VI
| Fraktion Kontrolle B-1 B-2 B-3 B-4 |
| Dosis (mg/kg/Tag) - 150 150 150 150 |
| Dauer (Tage) - 14 14 14 14 |
| Schwere Grad 4 5 4 3 1 1 |
| und Grad 3 2 3 1 1 3 |
| Häufigkeit Grad 2 1 3 1 |
| der Grad 1 1 1 1 |
| Anfälle Grad 0 1 1 |
| Gesamtzahl an Meer- |
| schweinchen 7 7 7 7 7 |
| mittlerer |
| Schweregrad 3,71 3,57 2,57 2,00 2,29 |
| Standardabweichung 1,428 0,535 1,618 1,291 1,033 |
| Sterblichkeit (%) 71 57 43 14 14 |
| Student's t-Test 0,512 0,971 3,281** 2,569* |
(* : 95% Verläßlichkeit; ** : 95% Verläßlichkeit)
Nach dem Besprühen
mit 1 %Tier >-Amylaselösung zeigten alle Kontrolltiere Atemnot und Niesen, wobei
etwa 4 Minuten nach Beginn der Sprühbehandlung fünf Tiere tot waren. Zwei Meerschweinchen
hatten schwere Zyanoseanfälle, Krämpfe und Lähmungen. Vier Meerschweinchen, denen
die Fraktion B-i verabreicht worden war, starben, drei davon hatten schwere Symptome.
Das heißt, daß die Fraktion B-1 gegen allergische Symptome nicht wirksam ist. Drei
Meerschweinchen, die die Fraktion B-2 erhalten hatten, starben, nur eines überlebte
mit schweren Symptomen. Da die anderen Tiere allergische Symptome in geringerem
Ausmaß aufwiesen als die Tiere, die mit der Fraktion B-1 behandelt worden waren,
hat die Fraktion B-2 eine gewisse Wirkung gegen allergische Symptome.
-
Andererseits sind die Fraktionen B-3 und B-4 deutlich wirksam gegen
allergische Symptome. Eines der mit der Fraktion B-3 behandelten Tiere starb, ein
anderes Meerschweinchen hatte schwere Symptome, die anderen zeigten nur leichte
Symptome.
-
Das heißt, die Fraktion B-3 ist gegen allergische Symptome sehr wirksam.
Eines der Tiere, das die Fraktion B-4 erhalten hatte, starb, drei hatten schwere
Symptome, die anderen nur leichte Symptome. Die Fraktion B-4 ist daher gegen allergische
Symptome wirksam.
-
Während der Untersuchung zeigten die Meerschweinchen keine Nebenwirkungen.
-
Beispiel 6 Erfindungsgemäß kann man Streptococcus lactis entweder
in fester Form oder in einem flüssigen Kulturmedium kultivieren, das flüssige Kulturmedium
ist jedoch vorzuziehen, um eine größere Ausbeute zu erhalten.
-
Obwohl verschiedene Kulturbrühen im Handel erhältlich sind, wurden
für die Versuche verschiedene Kulturbrühen speziell hergestellt, um die Ausbeute
an lebendem Bakterium je Mengeneinheit Kulturbrühe zu erhöhen.
-
Kulturbrühe I: 5 bis 50 g Glukose, 3 bis 20 g gepulverte Hefe, 3 bis
20 g Pepton und 0 bis 20 g Natriumbicarbonat werden in mit Ionenaustauscher behandeltem
Wasser gelöst und auf 1 1 aufgefüllt. Die Lösung wird unter erhöhtem Druck und einer
Temperatur von 1210C 20 Minuten sterilisiert, dann mit Natriumhydroxid auf pH 7,0
bis 8,5 eingestellt.
-
Kulturbrühe II: 5 bis 50 g Glukose, 0 bis 20 g Natriumcitrat, 0 bis
20 g Natriumbicarbonat und 0 bis 20 g Kaliumphosphat werden in mit Ionenaustauscher
behandeltem Wasser gelöst und auf 500 ml aufgefüllt. Man erhält Brühe A.
-
Anschließend werden 5 bis 20 g gepulverte Hefe und 5 bis 20 g Pepton
in mit Ionenaustauscher behandeltem Wasser
gelöst. Man erhält 500
ml der Brühe B.
-
Beide Brühen A und B werden unter hohem Druck bei einer Temperatur
von 1210C 20 Minuten sterilisiert und miteinander vermischt. Das Gemisch wird mit
Natriumhydroxid auf pH 7,0 bis 8,5 eingestellt.
-
Kulturbrühe III: 5 bis 20 g Glukose, 5 bis 20 g gepulverte Hefe, 5
bis 20 g Pepton, 0 bis 20 g Natriumcitrat und 0 bis 20 g Kaliumphosphat werden in
mit Ionenaustauscher behandeltem Wasser gelöst und auf 1 1 aufgefüllt. Die Lösung
wird mit Natriumhydroxid auf pH 7,5 bis 8,5 eingestellt und durch ein Ultrafilter
filtriert.
-
Streptococcus lactis BT<-042, BK-045 und BK-051, Streptococcus
bovis BK-052 und Streptococcus faecalis BK-026 werden in den jeweiligen Brühen kultiviert.
Am Ende der Fermentationszeit beträgt der pE-Wert der Kulturbrühe 4,3 bis 4,5. Die
Stämme werden jeweils aus ihren Kulturbrühen isoliert, die Ausbeuten betragen für
Streptococcus lactis und Streptococcus faecalis etwa 6,0 bis 6,5 g/l und für Streptococcus
bovis etwa 8 g/l.
-
In der ersten Stufe werden die auf diese Weise erhaltenen Stämme zweimal
eingehend mit etwa dem fünffachen Volumen an physiologischer Natriumchloridlösung,
dann einmal mit genügend destilliertem Wasser gewaschen.
-
In der zweiten Stufe werden 150 g gewaschene Stämme mit so viel destilliertem
Wasser versetzt, daß man etwa 1500 ml Suspension erhält, die mit Ultraschall behandelt
wird, um die Zellen aufzubrechen. Die die Zelltrümmer enthaltende Suspension wird
zentrifugiert, der Überstand wird gewonnen.
-
In der dritten Stufe wird der überstand in einem Gefriertrockner bis
auf ein Zehntel seines ursprünglichen Volumens eingeengt. Das Konzentrat wird zweimal
an einer semipermeablen Cellulosemembran gegen das zehnfache Volumen an destilliertem
Wasser während 24 Stunden bei niedriger Temperatur dialysiert.
-
Das restliche Dialysat wird bei 12 000 UpM während 20 Minuten zentrifugiert,
der Überstand wird gewonnen.
-
Dieser Uberstand wird allmählich mit 99,5 % Äthylalkohol versetzt.
Während der Alkoholzugabe verändert das in dem Überstand unlösliche Protein seine
Eigenschaften und wird in dem überstand suspendiert.. Die Alkoholzugabe wird bei
einer Äthylalkoholkonzentration von 30 % beendet. Der Uberstand wird zentrifugiert,
der Niederschlag wird gewonnen. In dieser vierten Stufe beträgt die Menge an zugegebenem
99,5 %igem Äthylalkohol 43 ml je 100 ml überstand.
-
Der erhaltene Niederschlag wird gefriergetrocknet, man erhält ein
weißes oder schwachgraues, farb- und geruchloses Pulver in einer Ausbeute von 0;23
Gewichtsprozent des gewaschenen Stamms.
-
Beispiel 7 Die Arbeitsweise des Beispiels 6 wird wiederholt, man
erhält in der vierten Stufe 10 g Niederschlag, der mit destilliertem Wasser versetzt
wird. Man erhält 50 ml einer Suspension, die Heißwasserbad in einem / 15 Minuten
erhitzt wird. Das thermisch denaturierte Protein wird bei 12 000 UpM 20 Minuten
zentrifugiert. Der Niederschlag wird gefriergetrocknet. Das Pulver enthält im wesentlichen
thermisch denaturiertes Protein, die an das Protein gebundenen löslichen Substanzen
sind in dem Beispiel 6 in / beschriebenen Verfahren entfernt worden. Die Ausbeute
an Pulver beträgt etwa 0,12 Gewichtsprozent, bezogen auf den gewaschenen Stamm.
-
Die Produkte der Beispiele 6 und 7 werden auf ihre antiallergische
Wirkung untersucht, wobei Meerschweinchen verwendet werden, bei denen in vivo Antigene
durch Einführen von Heteroprotein gebildet werden- und durch aktive Sensibilisierung
mit dem Antigen allergisches Asthma hervorgerufen wird (siehe z.B. auch T. Yagura
et al. "Experimental Allergic Asthma in Guinea Pigs", Allergology, Excepta Medica
P. 148, Amsterdam, 1971). Die Ergebnisse sind in Tabelle VII zusammengefaßt.
-
T a b e l l e VII
| Intakte |
| Kontrolle Kontrolle Beispiel 6 Beispiel 7 |
| Dosis (mg/kg/Tag) 1 1 |
| Dauer (Tage) 3 3 |
| Schwere Grad 4 7 2 |
| und Grad 3 2 3 3 |
| Häufigkeit Grad 2 1 4 3 |
| der Grad 1 2 1 |
| Anfälle Grad 0 5 1 1 |
| Gesamtzahl an Meerschweinchen 5 10 10 10 |
| mittlerer Schweregrad 0 3,6 1,9 2,4 |
| Standardabweichung 0,699 0,994 1,265 |
| Sterblichkeit (%) 70,0 0 20,0 |
| Student's t-Test 4,422** 2,626* |
(* : 95% Verläßlichkeit;** : 99% Verläßlichkeit)
Aus den Ergebnissen
der Tabelle VII ist ersichtlich, daß die Produkte der Beispiele 6 und 7 erstaunliche
Wirkungen bei der Hemmung der Bildung von Antikörpern, chemischen Angriffsinduktionssubstanzen,
wie Histamin oder Serotonin, beim Antagonismus zwischen Antikörpern-und chemischen
Produkten sowie zur Förderung der Bildung von antiallergischen Antikörpern haben.
-
Außerdem wird das experimentelle allergische Asthma bei den Meerschweinchen
auch mittels passiver Sensibilisierung mit Anti-Kaninchenserum induziert. Die antiallergische
Wirkung der Produkte der Beispiele 6 und 7 wird durch Verabreichen an die Meerschweinchen
untersucht. Die Ergebnisse sind in den Tabellen VIII und IX zusammengefaßt.
-
T a b e l l e VIII
| intakte Kontrolle S.latis S.bovis S.faecalis |
| Stamm Kontrolle BK-045 BK-052 BK-026 |
| Dosis (mg/kg/Tag) 3 1 0.5 3 3 |
| Dauer (Tage) 10 10 10 10 10 |
| Schwere Grad 4 9 1 1 2 3 1 |
| und Grad 3 7 2 2 4 1 3 |
| Häufigkeit Grad 2 1 2 3 1 2 1 |
| der Grad 1 2 3 2 1 1 |
| Anfälle Grad 0 5 3 1 1 1 |
| Gesamtzahl an Meer- 5 17 10 10 10 7 7 |
| schweinchen |
| mittlerer Schweregrad 0 3,47 1,60 1,90 2,40 2,85 2,28 |
| Standardabweichung 0,624 1,430 1,197 1,350 1,215 1,380 |
| Sterblichkeit (%) 52,9 10,0 10,0 20,0 42,9 14,3 |
| Student's t-Test 4,71** 4,48** 4,57** 1,67 2,96** |
(* : 95% Verläßlichkeit** : 99% Verläßlichkeit)
T a b e l l e IX
| intakte Kontrolle S.lactis S.bovis S.faecalis |
| Stamm Kontrolle BK-045 BK-052 BK-026 |
| Dosis (mg/kg/Tag) 1 1 1 |
| Dauer (Tage) 7 7 7 |
| Schwere Grad 4 6 1 |
| und Grad 3 3 4 4 5 |
| Häufigkeit Grad 2 1 1 1 2 |
| der Grad 1 2 2 2 |
| Anfälle Grad 0 5 3 2 1 |
| Gesamtzahl an Meer- 5 10 10 10 10 |
| schweinchen |
| mittlerer Schweregrad 3.5 1.6 2.0 2.1 |
| Standardabweichung 0.707 1.350 1.414 1.101 |
| Sterblichkeit (%) 60 0 10 0 |
| Student's t-Test 3.943** 3.000** 3.385** |
(* : 95% Verläßlichkeit** : 99% Verläßlichkeit)
Bei der passiven
Sensibilisierung wird der Anti-Kaninchen-IgE-Antikörper im Anti-Kaninchenserum gebildet.
Wird dieser IgE-Antikörper dem Meerschweinchen verabreicht, so leidet dieses an
allergischen Reaktionen, die mit den erfindungsgemäßen Präparaten gehemmt werden
können.
-
Da Streptococcus lactis, Streptococcus bovis und Streptococcus faecalis
sehr sicher sind, sind deren Extrakte und somit die erfindungsgemäßen antiallergischen
Präparate natürlich auch sehr sicher. Die Tabellen X, XI, XII und XIII, in denen
einige dieser Stämme und deren Extrakte auf ihre Sicherheit geprüft werden, bestätigen
das.
-
T a b e 1 1 e X: LD50(mg/kg) Verbreichung (mg/kg)
| Substanz Tier Substanz Tier Sex zahl ip po |
| BK-026 ddy - Mäuse M 8 190 480 >3000 |
| " Wistar-Ratten M 8 250 >5000 |
| BK-045 ddy - Mäuse M 10 250 600 >30000 |
| " Wistar-Ratten M 10 >30000 |
| BK-045 ICR-Mäuse F 10 720-1040 |
| Extrakt des |
| Beispiels 2 ddy-Aläuse M 10 2000 >30000 |
T a b e l l e XI
| An- |
| Substanz Tier Sex zahl Dosis(mg/kg) Tage Befund |
| BK-045 Wistar- M 4 50000-70000 5 kein Tier |
| Ratten starb, |
| Diarrhöe |
| 1 ddy-Mäuse M 6 100000 5 3 Mäuse |
| starben an |
| Unterer- |
| näherung |
T a b e l l e XII
| Substanz Tier Sex An- Dosis Fütterungs- Befund |
| zahl dauer |
| BK-045 Wistar-Ratten F 10 5000 mg/kg 3 Monate |
| keine |
| BK-045 ddy- Mäuse F 10 3000 mg/kg 6 Monate histo- |
| chemi- |
| BK-045 ddy- Mäuse M 10 3000 mg/kg 6 Monate schen |
| - und pa- |
| BK-045 Wistar-Ratter M 10 10% des 4 Monate thologi- |
| Futters schen |
| BK-045 Wistar-Ratter F 10 10% des 4 Monate Ver- |
| Futters änderun- |
| BK-045 gen |
| Extrakt des Fischer- M 5 5% des 22 Wochen |
| Beispiels 2 Ratten Futters |
* : 86 Wochen alte Tiere T a b e l l e XIII
| Substanz Tier Sex An- Dosis Fütterungs Befund |
| zahl dauer |
| BK-045 Wistar-Ratter M 4 0.05% des 18 Monate keine |
| Futters histo- |
| 0.5% des 18 Monate chemi- |
| Futters schen |
| 5% des 18 Monate und pa- |
| Futters tholo- |
| Wistar-Ratter M 5 1500 mg/kg 18 Monate schen |
| BK-026 Veränder- |
| ddy-Mäuse M 6 250 mg/kg 24 Monate ungen |