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GERÄT ZUR INFBAROTSPEKTROMETRISCHEN BESTIMMUNG DER KONZENtRATtOt
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DER KOMPONENTEN EINER FLUSSIGKEIT Die Erfindung betrifft ein Spektrometer,
das zur Bestimmung der Konzentration eines oder mehrerer Bestandteile einer flüssigen
Probe geeignet ist. Die zu untersuchende Probe wird in einen Behälter, die Küvette,
gefüllt und mit monochromatischem Licht durchstrahlt, wobei eine von der Art und
Konzentration der Bestandteile der Probe abhängige Absorption auftritt. Dieser Effekt
wird ausgenutzt, die Konzentration der Bestandteile der Probe zu bestimmen. Für
eine Probe, die aus n Komponenten besteht, reichen (n-1) Messungen bei (n-1) verschiedenen
Wellenlängen aus, um die Konzentration aller n Komponenten zu bestimmen. Hierbei
sind die Wellenlängen vorteilhaft so zu wählen, daß bei jeder Wellenlänge je eine
Komponente stark und die anderen Komponenten schwach absorbieren.
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Die unmittelbare Bestimmung der Absorption aus dem Transmissionsverlust
beim Durchstrahlen der Probe ist in der Regel nicht möglich, weil außer Absorption
in der Probe auch noch Verluste durch Reflexion und Absorption in den Küvettenfenstern
auftreten. In der Photometrie wP~d die Bestimmung dieser zusätzlichen Verluste überlicherweise
so umgangen, daß neben der Messung an der zu analysierenden Probe noch eine Referenzmessung
durchgeführt wird. Für die Referenzmessung wird eine zur Messung an der Probenlösung
analoge Transmissionsmessung an einer geeigneten Referenzlösung durchgeführt. Die
Referenzlösung wird entweder in die auch für die Probenmessung verwendete Küvette,
oder in ein möglichst identisches Duplikat dieser Küvette gefüllt. Aus dem Vergleich
dieser beiden Messungen läßt sich dann sofort die Absorption der Probe bestimmen,
vorausgesetzt die Absorption der Referenzlösung ist bekannt, und die Brechungsindizes
von Referenzlösung und Probenlösung werden gleich oder weichen nur wenig voneinander
ab. Vorteilhafterweise verwendet man als Referenzlösung den Hauptbestandteil der
zu analysierenden Probenlösung. In diesem Fall ist die Anpassung des Brechungsindex
in der Regel hinreichend genau.
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Der infrarote Spektralbereich bietet sich für die quantitative Flüssigkeitsanalyse
an, weil fast alle molekularen Spezies in einem relativ engen Spektralbereich (2
- 20 Ihm) charakteristisch infrarotaktiv sind. Dieser Spektralbereich ist heute
mit einem Spektrometer unter Verwendung von nur wenigen kommerziell erhältlichen
Strahlungsquellen und Detektoren apparativ zugänglich.
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Ein weiterer Vorteil sind die geringen Photonenenergien in diesem
Spektralbereich, die weit unter den Energien liegen, bei denen photochemische Reaktionen
ausgelöst werden. Im Unterschied zum sichtbaren und nahen ultravioletten Spektralbereich
absorbieren im Infraroten aber auch alle wichtigen Lösungsmittel. Daraus resultieren
besondere apparative Probleme, die bisher dem Einsatz der Infrarotspektroskopie
in der quantitativen Flüssigkeitsanalytik im Wege standen. Flüssigkeiten weisen
typisch im infraroten Spektralbereich Absorptionskoeffizienten von o( = 100 bis
1000 pro cm auf.
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Im Prinzip wächst die Nachweisempfindlichkeit eines Spektrometers
mit zunehmender Dicke der durchstrahlten Probe. Es wäre von daher günstig, die Küvettenlänge
so groß zu wählen, wie es das verfügbare Probenvolumen zuläßt. Man muß jedoch berücksichtigen,
daß die aus der Probe austretende Infrarotstrahlung bei einer angenommenen Meßzeit
von ca. 1 Sekunde noch mit ausreichendem Signal-Rauschabstand detektierbar sein
muß. Daraus folgt, daß selbst bei Verwendung leistungsstarker Infrarotlichtquellen,
wie z. B. Bleisalzdiodenlasern mit ca. 50 f Leistung und empfindlichen Detektoren,
wie etwa Cd mg Te-Detektoren mit einer Detektivität von D 2.1010 ,,Hzl x :y cm.Hz
W1, die Schichtdicke der zu analysierenden Flüssigkeit weit unter einem Millimeter
liegen muß. Aus der geringen spektralen Variation der Absorptionskoeffizienten im
Infraroten, abgeschätzt in 10:i,folgt, daß der quantitative Nachweis einer bestimmten
kleinen Konzentration eines gelösten Stoffes nur dann mit vergleichbarer Genauigkeit
möglich ist, wenn das Infrarotspektrometer noch Transmissionsunterschiede in der
Meßstrecke nachzuweisen vermag, die etwa zwei bis drei Größenordnungen kleiner sind
als die Transmissionsunterschiede, die ein im ultravioletten
oder
sichtbaren Spektralbereich arbeitendes Spektrometer aufzülösen vermag. Bei einer
Extinktion von 1 (10 Z Transmission) muß beim Infrarotspektrometer noch eine Transmissionsänderung
von 10 3 meßbar sein, um eine quantitative Analyse im Promillegewichts-Konzentrationsbereich
zu ermöglichen.
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Anders als beim im Sichtbaren oder Ultravioletten arbeitenden Spektrometer
stellt diese Bedingung besondere Anforderungen an die Küvette und Küvettenanordnung
im Infrarotspektrometer. Zur Verdeutlichung ist im folgenden abgeschätzt welche
Küvettenfebler schon nicht mehr tolerierbar sind bei Untersuchungen einer wäßrigen
Lösung. Als Beispiel wird eine wäßrige Lösung gewählt, weil die Analyse wäßriger
Lösungen einen breiten Raum in der Analytik einnimmt.
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Setzt man voraus, daß ein Bleisalzdiodenlaser als Infrarotlichtquelle
und ein Cadmium-Quecksilber-Tellurid-Detektor verwendet wird, dann ist aus dem notwendigen
Detektor-Signal-Rauschabstand abschätzbar, daß die mit der Probenlösung gefüllte
Küvette noch eine Transmission von ca. 1 Z aufweisen muß. Bei einem typischen -1
Wasserabsorptionskoeffizienten von αH20 = 400 cm errechnet sich daraus eine
Küvettendicke von ca. 50 µm. Bei einem im Wasser gei7sten Stoff mit einer Konzentration
von X = 10 3 und einem auf die Konzentration X = 1 bezogenen Absorptionskoeffizienten
von -1 x = 1000 cm würde sich die Transmission der Küvette bei dieser x Schichtdicke
um nur drei Promille, bezogen auf die Transmission der mit reinem Wasser gefüllten
Küvette, verkleinern. Diese kleine Transmissionsänderung muß verglichen werden mit
den.möglichen Transmissionsänderungen, hervorgerufen etwa durch unkontrollierte
Temperaturen oder Dimensionsänderung der'Küvette, die z. B. beim Wechsel des Küvetteninhaltes
auftreten können.
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Nimmt man an, daß die optische Länge der Küvette sich um nur 0,1 pm
unkontrolliert verändert, so ruft diese Änderung bei dem oben angenommenen Absorptionskoeffizienten
für Wasser eine Transmissionsänderung von 4 Promille hervor. Weniger stark aber
immer noch beträchtlich
ist der Temperatureinfluß. Aus der Änderung
der Wasserdichte berechnet man in der Nähe der Raumtemperatur eine Transmissionsänderung
von ca. 10-4 -4 pro Kelvin.
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Die Abschätzung nur dieser beiden Fehlereinflüsse zeigt deutlich,
daß an die Temperaturkonstanz und besonders an die Formstabilität der Küvette erhebliche
Anforderungen gestellt werden. Die üblicherweise in der Infrarotspektroskopie verwendeten
Küvetten bestehen aus einem Fensterpaar, zwischen das ein Flüssigkeitsfilm eingepreßt
wird. Wegen der mangelhaften Reproduzierbarkeit der Dicke des Flüssigkeitsfilmes
scheiden diese Küvetten für quantitative Untersuchungen aus.
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Die prinzipiell überlegene stoffspezifische Selektivität eines Infrarotspektrometers
kann nur dann für die quantitative Analyse ausgeschöpft werden, wenn es gelingt,
Küvetten zu realisieren, deren optische Parameter extrem stabil sind. Die optischen
Längen der Küvetten müssen nach Probenwechsel mit besser als 100 nm reproduzierbar
sein.
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Basierend auf diesen Überlegungen wird erfindungsgemäß ein Spektrometer
mit einer Spezialküvette vorgeschlagen, die konstruktionsbedingt sehr stabil ist,
und die so in das optische System des Spektrometers integriert ist, daß auch beim
Probenwechsel maximale optische Stabilität der Gesamtanordnung Spektrometer-Küvette
gewährleistet ist. Im folgenden werden auf sieben Abbildungen Ausführungsbeispiele
der Spezialküvetten und Spektrometeranordnungen, ausgerüstet mit dieser Küvette,
beschrieben.
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Die Bilder la, 1b zeigen schematisch ein Ausführungsbeispiel der
vorgeschlagenen Küvette. Zwei infrarottransparente Fenster (1, 2) werden durch zwei
Drähte (3, 4), deren Dicke dem geforderten Fensterabstand entspricht, auf Distanz
verkittet. Der Kitt (5) fixiert nach Aushärten die Position der Drähte und hält
die Fenster zusammen. Der Probenkanal (6) ist oben und unten offen. Die fertige
Einheit, bestehend aus den beiden verkitteten Fenstern mit eingekitteten Drähten,
wird mit einem Küvettenträger (8) verbunden. Durch einen Sauganschluß (7), angebracht
im Küvettenträger (8), kann die Flüssigkeit - Probe@oder Referenz - durch die untere
Öffnung (9) angesaugt
werden. Bedingt durch den typisch kleinen
Fensterabstand(ca'.'! 100 /um) werden fast alle Flüssigkeiten nach Ansaugen durch
Kapillarwirkung in der Küvette gehalten.
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Bild 2 zeigt eine Variante der Küvette nach Bild 1. Zwei an den offenen
Enden des Probenkanals (6) zusätzlich eingekittete Platten (10, 11) vermindern den
Ein- und Austrittsquerschnitt so weit, daß auch Flüssigkeiten mit extrem kleiner
Oberflächenspannung und ungünstiger Benetzung durch Kapillarwirkung gehalten -werden.
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Bild 3 zeigt eine Zwillingsküvette mit zwei eng benachbarten Probenkanälen
(12, 13). Die Geometrie dieser Probenkanäle ist wieder durch Drähte (14, 15, 16,
17) festgelegt. Über zwei Sauganschlüsse (18, 19) können beide Probenräume wahlweise
mit Flüssigkeit gefüllt werden.Die Kerbe (20) verhindert die vollständige Benetzung
der Küvettenunterkante und gestattet es, bei einer als Tropfen vorliegenden Probe,
alternativ die Probenkanäle (17) und (13) git der anzusaugenden Flüssigkeit in Kontakt
zu bringen.
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Bild 4 zeigt eine- Variante der Zwillingsküvette mit einem versiegelten
Probenkanal (21), der mit einer Referenzlösung gefüllt ist.
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Nach Füllen eines Probenkanals (21) mit der Referenzlösung werden
die offenen Enden des Probenkanales mit Kittpfropfen (22, 23) dauerhaft verschlossen.
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Bild 5 zeigt als Ausführungsbeispiel ein Zweistrahlspektrometer mit
automatischer Probenzuführung und zwei Meßstrecken (24, 25) zur simultanen oder
quasisimultanen -Durchführung der Transmissionsmessung an der Referenz- und an der
Probenflüssigkeit.
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In den beiden Meßstrecken (24, 25) sind zwei Küvetten (26, 27), ausgeführt
nach Bild 1 oder Bild 2, ortsfest eingebaut. Die beiden Küvetten (26, 27) sind so
über einem Teller (28) angeordnet, daß wahlweise in die Küvetten die zu analysierenden
Flüssigkeiten (29) oder Referenzflüssigkeiten (30) mit Hilfe der Sauganschlüsse
(7) vom Teller übernommen werden können. Die Flüssigkeitsübernahme erfolgt dadurch,
daß die unteren offenen Kuvettenenden, die in die anzusaugenden Flüssigkeiten getaucht
werden
und durch Unterdruck angesaugt werden. Die Flüssigkeiten sind entweder an vorherbestimmten
Plätzen direkt auf den Probenteller getropft oder in offene-Behälter gefüllt, die
an vorherbestimmten Plätzen auf dem Probenteller stehen. Das Heranführender Flüssigkeiten
erfolgt durch Weiterdrehen des Tellers vermittels eines nicht gezeichneten Drehmechanismus,
und der Kontakt zwischen Flüssigkeit und Küvette wird durch Heben des Tellers über
einen ebenfalls nicht gezeichneten Hubmechanismus bewerkstelligt.
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Die zeitliche Probenfolge für jede Küvette ist gegeben durch die Anordnung
der Proben auf dem Teller und dem Steuerungsplan für die Drehbewegung des Tellers.
Auf dem Probenteller (28) können auch zur Reinigung der Küvetten geeignete Waschlösungen
(31) plaziert sein. In der hier beschriebenen Anordnung können die zwei getrennten
Küvetten auch durch die Doppelküvette (Bild 3) ersetzt werden.
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Bild 6 zeigt als Ausführungsbeispiel die Meßstrecke eines Einstrahlspektrometers,
bestückt mit einer Küvette nach Bild 3. Die Zwillingsküvette ist an einem schwingenden
Balken (32) befestigt, der die Küvette so bewegt, daß ein Infrarotstrahl (33) periodisch
durch die beiden Probenkanäle (12, 13) der Küvette geführt wird. Abweichend von
Bild 5 werden hier die nacheinander in die Küvette anzusaugenden Flüssigkeiten (29,
30) beispielsweise über einen geraden Magazinstreifen (34) der Küvette zugeführt.
Die Flüssigkeiten sind wieder wie in Bild 5 entweder direkt auf den Magazinstreifen
getropft oder sie sind in Behälter gefüllt, die in Serie auf dem Magazinstreifen
angeordnet sind. Über einen nicht gezeigten Magazinvorschubmechanismus, der es erlaubt
das Magazin in den angegebenen Richtungen (35) zu bewegen, kann jede auf dem Magazin
befindliche Flüssigkeit in jede der beiden Teilkanäle der Küvette gefüllt werden.
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Bild 7 zeigt eine Variante des Ausführungsbeispiels nach Bild 6.
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Die Variante besteht darin, daß die Doppelküvette nach Ausführungsform
Bild 3 ortsfest ist und der Infrarotstrahl (36) unter Zuhilfenahme von zwei Strahlumlenkern
(37, 38) periodisch zwischen zwei verschiedenen Wegen (39, 40), die durch die beiden
Küvettenkanäle führen, wechselt.
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