DE3039151A1 - Verfahren zur behandlung von verkokungsteerdaempfen - Google Patents
Verfahren zur behandlung von verkokungsteerdaempfenInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C10—PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
- C10C—WORKING-UP PITCH, ASPHALT, BITUMEN, TAR; PYROLIGNEOUS ACID
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- Production Of Liquid Hydrocarbon Mixture For Refining Petroleum (AREA)
Description
Die Erfindung bezieht sich auf die Behandlung von Gasen oder Dämpfen, die bei der Verkokung oder Verschwelung
von Kohle entstehen.
Es ist bekannt, daß bei der Verkokung oder Verschwelung von Kohle (die auch als Pyrolyse bezeichnet wird) Gase
oder Dämpfe entstehen, die reich an Teer sind- Der Teer enthält eine große Anzahl von Substanzen, einschließlich
Ölbestandteilen. Die Ölbestandteile werden als Lösungsmittel für Kohle bei der Kohleverflüssigung verwendet
und es ist vorgeschlagen worden, flüssige Brennstoffe und/oder chemische Ausgangsmaterialien durch Aufbereitung
der Öle mittels Wasserstoffbehandlung herzustellen.
Es sind Untersuchungen durchgeführt worden, die sich mit dem Problem des Materials hohen Molekulargewichts im Teer
beschäftigen. Ein großer Teil dieses Materials wird durch Polymerisation einfacherer Moleküle gebildet, wobei die
Polymerisation in der Dampfphase sowie während und nach der Kondensation auftreten kann. Die Polymere neigen dazu,
zu verkohlen, wenn der Teer destilliert oder hydriert wird. Die Hydropyrolyse, d. h. die Pyrolyse in Gegenwart
von Wasserstoff, die Verkokung der Kohle unter hohem Wasserstoffdruck, sowie die Aufbereitung der Teeröle vermindert
die Polymerisationsreaktion beträchtlich. Jedoch weist die Hydropyrolyse diejenigen erheblichen Nachteile auf, die
mit dem Überführen von Feststoffen in und aus Systemen hohen Drucks zusammenhängen, sowie den Nachteil eines hohen
WasserstoffVerbrauchs durch die Bildung von Methan als Nebenprodukt.
Durch die Erfindung wird ein Verfahren zur Behandlung von Teerdämpfen aus der Kohleverkokung oder -verschwelung bereitgestellt,
bei dem die Dämpfe mit einem Wasserstoff-
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Donor abgeschreckt werden.
Durch die Erfindung wird ferner ein Verfahren zur Verkokung
oder Verschwelung von Kohle bereitgestellt, bei dem die Teerdämpfe, die gebildet werden, mit einem Wasserstoff-Donor
abgeschreckt werden.
Vorzugsweise wird durch das Abschrecken die Temperatur
der Dämpfe auf weniger als 400° G, vorzugsweise auf weniger als 200° C herabgesetzt.
Die zu verkokende oder verschwelende Kohle kann Fettkohle (bituminous coal) oder weniger wertvolle Kohle, wie Braunkohle,
sein, jedoch wird eine hoch- oder mittelflüchtige Fettkohle bevorzugt.
Die Verkokung oder Verschwelung kann mit einer ruhenden Kohleladung oder in einer dispersen Phase durchgeführt
werden, jedoch wird sie vorzugsweise mit einem Wirbelschichtbett durchgeführt. Die Verkokungs- oder Verschwelungstemperatur
kann zwischen 500 und 650° C betragen, wobei die Verkokung oder Verschwelung zweckmäßigerweise bei oder
nahe Atmosphärendruck erfolgt. Die Verkokung oder Ver— schwelung kann in Gegenwart eines reaktiven Gases, wie
Wasserdampf, Kohlendioxid oder Wasserstoff erfolgen. Auch wenn angenommen wird, daß diese Bedingungen die vorteilhaftesten
sind, ist davon auszugehen, daß die Erfindung auch bei anderen Verkokungsverfahren, wie der Schnellpyrolyse
(flash pyrolysis) mit Vorteil anwendbar ist.
Wasserstoff-Donoren sind als Lösungsmittel für den Abbau
und die Verflüssigung von Kohle bekannt. Bei der Kohleverflüssigung
wird angenommen, daß von dem Lösungsmittel zur Verfügung gestellter Wasserstoff auf die sich im Abbau
befindliche Kohlestruktur übertragen wird, wodurch die
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löslichen molekularen Fragmente stabilisiert werden, wenn sie gebildet werden. Der Wasserstoff-Donor wird seinerseits
in eine stabile ungesättigte Form übergeführt, die anschließend oder gleichzeitig nach herkömmlichen Hydrierungsverfahren
regeneriert werden kann. Typische Wasserstoff -Donoren sind Hydroaromaten, wobei nach der Erfindung
hydrierte Teeröle und Tetralin bevorzugt werden, obgleich auch Tetrahydrochinolin und o-Cyclohexyphenol geeignet
sind. Es können auch Wasserstoff-Donoren verwendet werden, die direkt oder durch Wasserstoffbehandlung von
Produkten erhalten werden, die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren gebildet werden.
Das Abschrecken kann nach bekannten Grundsätzen chemischer Technologie erfolgen, beispielsweise durch Sprühen des
Wasserstoff-Donors. Die Erfindung stellt zweckmäßigerweise ein Teil eines Verfahrens dar, bei dem der eingesetzte Donor
in dehydrierter Form durch Hydrierung für den erneuten Gebrauch regeneriert wird, wobei der regenerierte Donor
vor dem Abschrecken abgekühlt wird. Das Abschrecken wird vorzugsweise durchgeführt, sobald dies nach der Bildung
der Dämpfe praktisch möglich ist, um die Möglichkeit einer Polymerisation der koksbildenden Vorprodukte soweit
wie möglich herabzusetzen.
Durch die Erfindung wird als Produkt eine stabilisierte Teerlösung bereitgestellt, die Verkokungs- oder Verschwelungsteer
und den Wasserstoff in einem Gewichtsverhältnis von Teer zu Wasserstoff-Donor von 1:0,5 bis 1:10, vorzugsweise
von 1:1 bis 1:5 enthält. Die Gegenwart des Wasserstoff -Donors setzt die Viskosität des Teers herab, wodurch
die Weiterverarbeitung erleichtert wird. Darüber hinaus ist die niedrige Viskosität von Vorteil, wenn der Teer
von einem Wirbelschichtverkokungs- oder Verschwelungsofen
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stammt, bei dem die feinen Kohleverunreinigungen leicht entfernt werden können, beispielsweise durch Filtrieren
oder Absitzen lassen. Es ist ersichtlich, daß der Wasserstoff -Donor Wasserstoff auf diejenigen Teerbestandteile
überträgt, die das größte Bestreben nach ihm beim Abschrecken haben und er dann seinerseits dehydriert wird.
Das Produkt unterscheidet sich also von demjenigen, das beim Lösen von kondensiertem Teer (der bereits polymerisierte
Bestandteile enthält) in einem Wasserstoff-Donor entstehen
würde.
Die Teerlösung kann fraktioniert werden, beispielsweise unter vermindertem Druck, um den dehydrierten Donor zu
entfernen. Der Donor und der gewonnene Teer können dann getrennt voneinander in bekannter Weise katalytisch hydriert
werden, wobei der Donor dem Verfahrensschritt des Abschreckens
im Kreislauf wieder zugeführt wird und der hydrierte Teer zu chemischen Ausgangsprodukten und zu
Brennstoff weiterverarbeitet wird. Stattdessen kann die Teerlösung katalytisch hydriert und dann fraktioniert
werden, um den regenerierten Donor für die Kreislaufführung
sowie das hydrierte Teeröl zu erhalten. Es wird angenommen, daß das letztere Verfahren besonders vorteilhaft ist,
und zwar wegen der Wasserstoffübertragung auf den Donor.
Nachstehend ist die Erfindung anhand eines Beispiels näher erläutert.
BEISPIEL
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Eine hochflüchtige Fettkohle, d. h. eine Fettkohle mit einem hohen Gehalt an flüchtigen Bestandteilen (von
der Zeche Linby, England) wurde einem Wirbelschichtbett aus Sand, der von einer außerhalb angeordneten Heizvor-
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richtung auf 600 C erwärmt wurde, in einer Menge von
1 kg/Stunde zugeführt. Das Bett wurde mit Stickstoff aufgewirbelt. Sofort nachdem die Dämpfe durch Zersetzung der
Kohle entstanden und von dem Stickstoffstrom aus dem Behälter,
der die Wirbelschicht enthielt, entfernt worden waren, wurden sie mit einem Sprühstrahl aus Tetralin
von einem Sprühkopf abgeschreckt, der in einer Krümmung in dem Rohr, durch das die Dämpfe strömen, angeordnet war,
und zwar so, daß der Sprühstrahl das Rohr völlig ausfüllte.
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Die Temperatur der Dämpfe unmittelbar vor dem Sprühstrahl
zum Abschrecken betrug etwa 600° C, wobei sie auf etwa 100 C danach herabgesetzt wurde.
Die abgeschreckten Dämpfe wurden von einem Behälter aufgenommen,
der von einer Kühlspirale,die mit kaltem Wasser beschickt wurde, gekühlt wurde, wo ein Teer hoher Qualität
anfiel, der analysiert wurde. Das Tetralin wurde dem Sprühstrahl wieder zugeführt, wobei festgestellt wurde,
daß das Stickstoffgas noch einen Anteil an Tetralin enthielt, so daß eine weitere Kühlung des Gases erfoderlich
war, um Verluste zu vermeiden.
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<alA BROSEDKa BROSE*
D-8023 München-Pullach. 'Viener Otr 2; Te' (CH9) >
9^ 30 7ν T»lex S 212147 bros d; Cables: «Patenjjbus- MuflChen r Λ
COAL INDUSTRY (PATENTS) LIMITED
Hobart House
Grosvenor Place
London SWlX 7AE/
England
Ihr Zeichen: Tag:
Yourref.: Case i|l6l/GER Date: l6. Okt. I98O
1) Die mit der Anmeldung und im Laufe des Verfahrens eingereichten
Patentansprüche sind Pormulierungsversuche ohne Präjudiz für die Erzielung weitergehenden Patentschutzes.
2) In Unteransprüchen verwendete Rückbeziehungen weisen
auf die weitere Ausbildung des Gegenstandes des Hauptanspruches durch die Merkmale des jeweiligen Unteranspruches
hin; sie sind nicht als ein Verzicht auf die Erzielung eines selbständigen,gegenständlichen Schutzes
für die Merkmale der rückbezogenen Unteransprüche zu verstehen.
3) Die Anmelderin behält sich vor, noch weitere, bisher nur in der Beschreibung offenbarte Merkmale von erfindungswesentlicher
Bedeutung zu beanspruchen; insbesondere beabsichtigt die Anmelderin, auf in den Unterlagen
etwa offenbarteneue Stoffe Stoffansprüche zu richten.
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Claims (9)
1. Verfahren zur Behandlung von Teerdämpfen aus der Verkokung
oder Verschwelung von Kohle, dadurch g ekennzeichnet, daß die Dämpfe mit einem
Wasserstoff-Donor abgeschreckt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Teerdämpfe durch das Abschrecken auf eine Temperatur unter 4OO° C abgekühlt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Teerdämpfe durch das Abschrecken auf eine Temperatur unter 300° C abgekühlt werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Wasserstoff-Donor
hydriertes Teeröl oder Tetralin ist.
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5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß der Wasserstoff-Donor
gegenüber den Teerdämpfen mit einem Gewichtsverhältnis von 10:1 bis 5:1 eingesetzt wird.
6. Verfahren zur Verkokung oder Verschwelung von Kohle, dadurch gekennzeichnet, daß die dabei
gebildeten Teerdämpfe nach einem der Ansprüche 1 bis
5 behandelt werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Verkokung oder Verschwelung
in einem Wirbelschichtofen bei einer Temperatur zwischen 500 und 65O° C durchgeführt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch g e k e η η-zeichnet,
daß die Verkokung oder Verschwelung in Gegenwart eines reaktiven Gases durchgeführt wird.
9. Teerlösung, dadurch gekennzeichnet, daß
sie stabilisiert ist und Verkokungs- oder Verschwelungsteer enthält, der mit einem Wasserstoff-Donor mit einem
Gewichtsverhältnxs von 1:0,5 bis 1:10 Teer gegenüber dem Wasserstoff-Donor abgeschreckt ist.
IO. Teerlösung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß das Gewichtsverhältnxs des Teers zu dem Wasserstoff-Donor 1:1 bis 1:5 beträgt.
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Legal Events
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