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Aufschlagzünder mit Sicherungseinrichtung für Geschosse
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Die Erfindung betrifft einen Aufschlagzünder für Ge-Geschosse, insbesondere
pyrotechnische Geschosse und Übungsgeschosse, der im Oberbegriff des Anspruchs 1
angegebenen Art.
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Aus dcr deutschen Patentschr5ft 1 678 492 ist ein Aufschlagzünder
bekannt, bei der: sich in einer in Längsrichtung sich erstreckenden zentralen Ausnehmung
des Geschosses hintereinander eir fest angeordneter Zündstift und eine mit Zündsatz
gefüllte axial verschiebliche Zündkapsel befinden, wobei zwischen diesen beiden
Teilen eine Druckfeder angeordnet ist. Beim Aufschlag des Geschosses verschiebt
sich die Zündkapsel unter dem Einfluss der Massel trägheit gegen die Kraft der Feder
nach dem Zündstift zu und wird dabei von ciesein gezündet.
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Um den Nachteil der fehlender Rohr- und Vorrohrsicherheit
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auch der nur bedingt vorhandenen Transportsicherheit zu beheben, ist für einen Aufschlagünder
dieser Art gemäß der deutschen Patenl;schrift 1 578 457 vorgesehen, in einer radialen
Geschossbohrung ein als Sperrstift ausgebildetes Sperrglied anzuordnen, das mit
s(-inem einen Ende in die Geschossausnehmung hineinragt und dabei den verschieblichen
Teil des Aufschlagzünders in seiner hinteren Stellung arretiert, solange das kopfartig;
verdickte andere Ende des Sperrgliedes in einer am Umfan- des Geschosses ausgebildeten
und als Anschlag dienenden Vertiefung durch die übergreifende Patronenhülse bzw.
den Lauf der Waffe und auch durch den Druck der Pulvergase beim Abschuß gehalten
ist.
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Dieser Aufschlagzünder mit Sicherungseinrichtung erfüllt anEidh alle
an ihn gestellten Erwartungen in bezug auf Furktion und Sicherheit, jedoch hat diese
Einrichtung den Nachteil, daß sie sehr stark von den jeweiligen Gegebenheiten, d.h.
vom jeweiligen Anwendungsfal in bezug auf Art und Ausbildung der Munition bzw. des
Geschosses abhängt und für jeden einzelnen Anwendungsfall durch entsprechende umfangreiche
Abänderungen bzw. Anpassungen variiert werden muß.
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Zweck der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen Aufschlagzünder
mit Sicherungseinrichtung der beschriebenen Art so auszubilden, daß er sioh ähnlich
wie die an sich bekannten Zündschrauben als im wesentlichen gleichbleibendes Bauelement
für die verschiedensten Anwendungsmöglichkeiten einsetzen läßt.
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Die erfindungsgemäße Aufgabe wird gelöst durch eine Ausbildung cntsprcchend
dem Kennzeichen des Anspruchs 1.
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Von besonderem Vorteil ist dabei, daß man vom kaliber des Geschesses
1lnd weitgehendst auch vom Durchmesser der Ge-
schossausnehmung
unabhängig ist, d.h. daß man bezüglich letzterer in puncto Genauigkeit der Ausbildung
vor keine besonderen Probleme gestellt ist. Von wesentlicher Bedeutung ist nur,
daß die Aufschlagzünderhülse oder das Abdeckelement fest im Geschossboden angeordnet
und der jeweil- andere Teil mittels des Abscherbundes bis zur Schußabgabe hinreichend
in seiner Lage gehalten ist.
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Fiir Anwendungsfälle, bei denen die Gefahr gegeben sein könnte, daß
die Aufschlagzündung aus irgendwelchen Grunde versagen könnte, eine sichere Zündung
der Nutzladung aber in jedem Falle sichergestellt sein muß, wie dies beispielsweise
bei pyrotechnischer Munition wie Reizstoff-, Rauch-, leucht-, Blitz-, Nebel oder
Farbmarkierung - etc. der Fall ist, erweist es sich als zwecksißig, die zur Lösung
der Verriegelung des Aufschlag;ünders dienende Abzündladung mit einer Verzögerungsladung
in Verbindung zu bringen, die ihrerseits dann wieder mit der Zündkapsel des Aufschlagzünders
korrespondiert. Dies hat u.a. den Vorteil, daß bei einem eventuellen Versagen des
Aufschlagzünders, beispielsweise bei Einsatz der Munition in ungünstigem Gelände,
durch diese sogenannte redundante Zündung der gedachte Einsatzzweck erreicht, d.h.
trotzdem eine sichere Zündung der eigentlichen Wirkladung des Geschosses erzielt
wird.
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Nach einen weiteren Vorschlag der Erfindung ist vorgesehen, die Anzündladung
in einem besonderen Trägerstück anzuordnen, das seinerseits im Geschoßboden befestigt
wird. Dies hat den Vorteil, daß man sich in Abhängigkeit von den jeweiligen Geschossverhältnissen
in bezug auf Konstruktion und Abmessungen durch entsprechende Wahl einer mehr oder
weniger großen und entsprechend gestalteten Anzündladung ohne Schwierigkeiten an
die Gegebenheiten anpassen Rann. Hierbei kann die sichere Zündung der Anzündladung
in jedem Falle in einfacher Weise
durch Anordnung einer in geringem
Abstand vom Boden der Anzündladungshülse gehaltenen Schlagscheibe mit Schlagbolzenwarze
bewirkt werden.
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Die Erfindung ist in der Zeichnung in Ausführungsbeispielen gezeigt
und wird anhand dieser nachstehend näher erläutert. Es zeigen Figur 1 den in einem
Geschossboden angeordneten Aufschlagzünder im Schnitt, Figur 2 zwei verschiebene
Varianten der Anordnung des Aufschlagzünders im Geschossboden in vergrößertem Maßstab.,
Figur 3 den Aufschlagzünder in Anwendung bei einem Geschoss für Reizstoffmunition
in vergrößertem Maßstab und Figur 4 die Anwendung am -Beispiel einer kompletten
Reizstoffpatrone.
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Nach Figur 1 ist die Aufschlagzünderhülse 6 mittels ihres Ringbundes
14 zwischen den Geschoßboden 3 und dem in diesem mittels der Bördelung 15 gehaltenen
Trägerstück 16 eingeklemmt, wobei zwischen den Ringbund 14 und den Boden 3 der Abscherbund
17 des Abdeckelementes 5, das hier als zylindrische Hülse mit Ringbund 18 ausgebildet
ist, sowie zwischen die hülsenförmige Verlängerung 4 des Trägerstückes 16 und'die
Bördelung 15 die Schlagscheibe 7 mit Schlagbolzenwarze 19 eingeklemmt sind. Am vorderen
Ende der Hülse 6 ist die Zündnadel 8 eingebördelt. Zwischen dieser und der Ziindkapsel
2 ist die Kegeldruckfeder 9 angeordnet. Die mit dem Zündsatz 20 geladene Zündkapsel
2 ist in ihrer hinteren Stellung durch die in einer Durchbrechung 21 der Hülse C
angeordnet und in eine Vertiefung der Zündkapselhülse 22 hineinragenden als Kugel
ausgebildeten Sperrelemente 10,
die außenseitig durch das Abdeckelernent
5 überdeckt werden1 gehalten und verriegelt.
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In Richtung auf den Geschossboden 3 zu weist das Abdeckelement 5 die
Durchbrechungen 23 auf. Ebenso ist die Aufschlagzünderhülse 6 nahe ihrem vorderen
Ende mit den Durchbrechungen 24 versehen. Im Trägerstück 16 ist das Anzündelement
11 mit seinem Boden in dichtem Abstand von der Schlagbolzenwarze 19 untergebracht.
Desweiteren ist in.der Aufschlagz'ünderhülse 6 gegenüber dem Anzündelement 11 das
Verzögerungsstück 1 mit Hülse 25 und Verzögerurgssatz 26 angeordnet. Der Ringbund
14 der Aufschlagzünderhülse 6 weist die Durchbrechungen 27 und der Geschossboden
3 die Durchbrechungen 28 auf, wobei in letzteren die' Kugeln 13 untergebracht und
durch Verstammen des Geschossbodens am äußeren Ende der Durch brechurgen 27 gegen
Herausfallen gesichert sind.
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Die Zahl der Sperrelemente kann selbstverständlich den jeweiligen
Umständen angepasst werden.Ansich genügt ein einziges Sperrelement, es können aber
ebenso anstelle der hier gezeigten zwei Brerrelemente auch mehrere vorzuzsweise
gleichmäßige über den Umfang verteilt angeordnete Sperrelemente vorgesehen werden.
Die Ausbildung bzw. Abmessungen von Hülsendurchbruch, Vertiefung und Kugeln wird
zweckmäßig so gewählt, daß die Kugeln zu weniger als der HäiJ'te ihres Durchmessers
in die Zündkapselhülse hinein ragen. Eine entsprechende Ausbildung und Anordnung
wird zweckmäßig auch dann vorgesehen, wenn die Sperrelemente eine andere als die
Kugelform aufweisen.
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Im Fal]e des Einwirkens eines genügend hohen Druckes auf die Schlagscheibe
7, die auch als Napf ausgebildet werden kann, wie dies beim Abschuss eines Geschosses
der Fall ist, wird durch die Schlagbolzenwarze 19 das Anzündelement 11 gezündet.
Die von ihm erzcugten
Zünd- bzw. Druckgase strömen über die Durchbrechungen
27 auf die hintere Fläche des Ringbundes 29 des Abdeckelementes 5 und bewirken,
daß der Abscherbund 17 abgeschert wird und das Abdeckelement 5 bis zum Ans chlagen
seines Bundes 29 am Geschossboden 3 nach vorn verschoben wird, wonach die Zündgase
durch die Durchbrechl ngen 28 abströmen können. Gleichzeitig kommen die Durci brechungen
23 in den Bereich der Sperrelemente 10, wodurch diese frei sind und aus den Durchbrechungen
21 bzw. Äertiefungen herausfallen können und dementsprechend nunmehr die Verriegelung
der Zündkapsel 2 aufgehoben ist. Trifft der Aufschlagzünder bzw. ein Geschoss mit
der Zündnadel 8 voran auf ein Hindernis, so wird nunmehr infolge der Massenträgheit-
die Zündkapsel gegen den Druck der Feder 9 gegen die Zündnadel 8 verschoben und
die Zündladung 20 gezündet. Durch die Feder 9 wird die Zündkapse 2 in der Folge
wieder nach hinten verschoben,wodurch die Durchbrechungen 24 freigegeben werden,
so daß die Zi:ndgase durch diese hindurchtreten und ei-le benachbarte bzw.
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umgebende Wirkladung, beispielsweise eine Tränengasladung, zünden
können.
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Das Zünden des Anzündelementes 11 hat zur Folgt, daß durch die Zündgase
auch die benachbarte Verzögerungs@adung gezündet wird, wobei dieser ggf. eine Anfeuerungsladung
30 vorgeschaltet und/oder eine Abfeuerungsladwlg 31 nachgeschaltet sein kann. Die
Verzögerungsladung selbst wird selbstverständlich so bemessen, wie es die jeweiligen
Verhältnisse erfordern, wie andererseits auch die Empfindlichkeit des Aufschlagzünders
selbstverständlich auf die Gegebenheiten abgestimmt wird. Es muß diese im einblick
auf die geringe Gesehossgeschwindigke@t bei Reizstoffmunition zum Beispiel verhältnisrräßi
groß sein, wenn das sichere Funktionieren des Aufschlagzünders gewährleistet sein
soll. Sofern eine Verzögerungsladung
für eine redundante Zündung
als nicht erforderlich angesehen wird, beispielseise im Hinblick auf die Art der
Munition bzw. deren Verwendungszweck, so kann das Verzögerungsstück 1 in einfacher
Weise durch einen Blindstopfen aus einem entsprechenden geeigneten Material ersetzt
erden, wodurch alle übrigen Teile des Aufschlagzünders samt Sicherungseinrichtung
unverändert belassen werden können.
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Die Anordnung und Ausbildung des Aufschlagzünders und der Sicherungseinrichtung
gemäß Figur 2 entspricht im Prinzip derjerigen gemäß Figur 1, jedoch weist die Aufschlagzünderhülse
6 in der Figur rechts nicht nur in ihrem vorderen, nahe dem Zündstift 8 liegenden
Bereich, sondern auch in ihrem der Zündkapsel 2 benachbarten Bereich Öffnurgen 24
für den Durchtritt der Zündgase auf und ist der Verizögerungssatz 26 mit Anfeuerungsatz
30 und Abfeuer@ngssatz 31 direkt in die Aufschlagzünderhülse 6 einge@racht, also
die Verzögerungshülse in die Aufschlagzünderhülse inkorporiert.
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Im Unterschied dazu ist in der Figur 2 links eine Variante gezeigt,
bei welcher das Abdeckelement 5 in einer vorderen Stellung über den Ringbund 18
mittels des Sprengrings 32 oder dergleichen im Geschossboden 3 fixiert und die Aufschlagzünderhülse
6 mittels des Abscherbundes 33 zwischen Geschossboden 3 und Trägerstück 16 bis zum
m Abschuß eingespannt, aber dann nach dem Abscheren des Scherbundes 33 um ein gewisses
Maß nach vorn verschiedlich angeordnet ist, so daß bei Zurücklegen ihres Verschiebungsweges
die Kugel 10 sich nach vorn iiber das -hier nicht mit Durchbrechungen versehene
Abdeckelement verschiebt und die Kugel somit freigegeben und damit der Aufsc@@agzünder
entriegelt wrd Im Unterschied zu der ander@n Variante ist hier dann selbstverständlich
auch
keine Durchbrechun; im Ringbund 14 der Aufschlagzünderhülse
6 erforderlich, jedoch ist es nötig, die Öffnung 28 für das Abströmen der Gase der
Anzündladung so wie gezeigt auszubilden .
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Über den Geschossboden 3 ist hier der Aufschlagzünder in das hintere
Ende des Geschossmantels 34 eingesetzt und durch die Bördelung 35 gehalten sowie
durch dies Dichtung 36 abgedichtet. Um den Aufschlagzünder herum sind die hier z.B.
Tränengas æzeugenden Festkörper 77 mit dazwischen angeordneten deren Anzünden unterstützenden
Ringscheiben 38 aus beispielsweise Schwars.pulver aeordnet. Zweckmäßig werden auch
bei dieser Anordnung in den Durchbrechungen 28 Kugeln angeordnet und gegen Herausfallen
verstemmt, die dann die Aufgabe haben, iie Gase der Anzündladung nach dem Verschieben
des Abdeckelementes 5 bzw. der Aufschlagzünderhülse 6 abströmen zu lassen, andererseits
aber gegen die Gase der Treibladung der Patrone abzudichten, damit nicht durch die
Treibgase eine unerwünschte Verriegelung dieser Teile 5 zzw. 6 in ihrer hinteren
Position erfolgt.
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In Figur 3 ist ein komplettes Geschoss für Reizmunition gezeigt, wobei
der vordere Teil der AuSschlagzïnderhülse 6 von den Anziindstoppienen 39 aus scfr;iarzpulve
r getränkter Baumwolle umgeben ist. Die Tränengas @rzeugenden Festkörper 37 und
die Schwazpulverringscheiben 38 sind zwischen den inerten Ringscheiben 40 und 41
unter Zwischenschaltung der den Austritt fester unverbrannter Teilchen verhindernden
Siebscheibe 42 durch die eingebördelte Verschlussscheibe 43 eingespannt. Die vordere
Geschossöffnung 44 ist mittels der Verschlussscheibe 45 verschlossen und längs ihres
landes 46 abgedichtet, bis der T)ruck des sich entwickelnden Tränengases diese Scheibe
aushlägt und das Tränengas austroten läßt. 47 bezeichnet
eine weitere
Siebscheibe, die den gleichen Zweck verfolgt wie die Siebscheibe 42.
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In Figur 4 ist das Geschoss 48 mit seinem hinteren Fnde in die Hülse
49 eingesetzt und zur Patronc 50 komplettiert In den Hülsenboden 51 ist das Teil
52 mit Anzündhütehen 53 eingeschraubt, wobei letzteres über die Öffnung 54 in Verbindung
steht mit der ebenfalls im Hülsenboden 51 untergebrachten Treibladung 55. Beim feuern
der Patrone 50 zünden die Zündgase des Anzündhütchens 53 über den Kanal 54 die Treibladung
55, deren sich entwickelndes Treibgas zum einen über die Kanäle 56 das Geschoss
48 antreibt und zum anderen über den Kanal 57 auf die Schlagscheibe 7 einwirgt und
dadurch das Anzündelement 11 ziindet, wonach sich dann der schon zuvor beschriebene
Vorgang abspielt.
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