DE3019119C2 - Pneumatischer Antrieb für Schalt- und Stellglieder - Google Patents
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf -inen pneumatischen Antrieb für Schalt- und Stellglieder wie beispielsweise
Verschlüsse, Ventile, Klappen, Schalter, Signalgeber od. dgl. mit einem in einem Zylinder verschiebbaren
Kolben und einer damit verbundenen, auf das zu betätigende Schalt- oder Stellglied einwirkenden «0
Kolbenstange und mindestens einer nahe des Zylinderbodens in den Zylinder mündenden Zuführleitung für
das gasförmige Druckmedium, wobei die Zuführleitung mindestens eine Abzweigleitung aufweist, die in den
Nutengrund einer umfangsgeschlossenen, im Zylinder vorgesehenen und einen Dichtring aufnehmenden Nut
mündet und der bei beaufschlagtem Zylinder ebenfalls druckbeaufschlagte Dichtring dadurch den unter Druck
stehenden Zylinderraum dichtend abschließt.
Ein solcher pneumatischer Antrieb ist bekannt, DE-OS 27 55 239. Die erwähnte, den Dichtring tragende
Nut ist dabei in der inneren Zylinderwand vorgesehen, und zwar in dem vom Kolben überfahrenen Bereich.
Der Dichtring wird bei der Beaufschlagung des Zylinders mit dem Druckmedium quer zur Bewegungsrichtung
des Kolbens verschoben, gestaucht und an den Kolben gepreßt. Bei der Entlastung des Zylinders wird
der gummielastische weiche Dichtring ebenfalls quer zur Bewegungsrichtung des Kolbens nach außen
gedrückt. Dieser Dichtring muß entsprechend nachgiebig und elastisch sein, damit er diese Bewegungen
durchführen kann, damit er sich in ausreichendem Maße dehnen kann bzw. stauchen läßt. Der vom Dichtring bei
der Entlüftung des Zylinders freigegebene Spalt wird dabei von der inneren Zylinderwand und der Kolbenwange
begrenzt, ist also relativ kleinflächig, da dieser Spaltraum, der das Spiel zwischen Kolben und
Zyiinderwand bestimmt, im Hinblick auf die ordnungsgemäße Führung des Kolbens im Zylinder nicht beliebig
vergrößert werden kann.
E? ist aus der DE-AS 25 35 524 auch ein Hubzylinder für Schienenbremsmagnete von Schienenfahrzeugen
bekannt Dieser besitzt einen druckmittelbeaufschlagbaren und durch einen Kolbendichtring gegen die
Zyiinderwand abgedichteten Kolben, dessen eine Endstellung durch einen Anschlag zwischen einem
Zylinderdeckel des Hubzylinders und dem Kolben bestimmt ist Der Anschlag des Zylinderdeckels und der
Kolben besitzen zur Zylinderachse konzentrisch angeordnete Anschlagfläche, die in der Endstellung des
Kolbens aneinander anliegen. In einer Nut des Kolbens liegt der Kolbendichtring. Die Rückseite dieser Nut ist
über eine Bohrung mit der Druckmittelleitung verbunden, so daß bei beaufschlagtem Hubzylinder der im
Kolben gelagerte Dichtring an die Zylinderlaufbahn gedrückt wird. Während der Fahrt eines Fahrzeuges
wirken zwischen den Kolben und dessen Zyiinderlaufbahn
Querkräfte, die von Seiten-Beschleunigungen und Stoßen des Fahrzeuges sowie von eventuellen Bändelungen
des über die am Zyiinderboden versehieblich geführten Kolbenstange aufgehängten Schienenbremsmagneten
bedingt sind. Dies führt im Bereich der Kolbenendlage zu einem Verschleiß der Zylinderlaufbahn
und kann damit Undichtigkeiten zwischen Kolben und Zylinderlaufbahn bedingen. Der erwähnte Hubzylinder
für Schienenüremsmagnete ist nun so konstruiert, daß trotz der auf ihn einwirkenden Querkräfte und
Seitenbeschleunigungen der in seiner angehobenen Endstellung befindliche Kolben durch Absichern gegen
radiales Ausweichen und gegen Pendelbewegungen keinen Verschleiß an dem in dieser Stellung mit ihm
zusammenwirkenden Bereich der Zylinderlaufbahn bewirken kann, so daß Undichtigkeiten und damit teure
Wartungsarbeiten vermieden werden.
Der Anmeldungsgegenstand stellt nun eine Weiterentwicklung
des erstbesprochenen pneumatischen Antriebes dar.
Aufgabe ist es, bei einem solchen Antrieb die Konstruktion so zu gestalten, daß die Entlüftungsöffnung
möglichst groß gewählt werden kann, damit der Zylinderraum so rasch wie möglich entlüftet werden
kann, ohne daß dadurch das zwischen Kolben und Zylinderwand herrschende Spiel, das für die Führung
des Kolbens wesentlich ist, beeinflußt und abgeändert werden müßte. Ferner sollen Gleitreibungen am
Dichtring durch die Relativbewegung zwischen diesem und dem Kolben vermieden werden, um eine Erhöhung
der Lebensdauer des Dichtringes zu erreichen. Außerdem soll der Dichtring au» einem gegenüber Weichgummi
härteren Material gefertigt werden können, um mit höheren Differenzdrücken arbeiten zu können, was
ebenfalls die Geschwindigkeit des Entlüftungsvorganges günstig beeinflußt.
Zur Lösung dieser komplexen Aufgabenstellung schlägt die Erfindung vor, daß der Zylinder zwischen der
Stirnfläche der Zylinderhülse und der zugewandten Stirnfläche des Zylinderbodens einen in der Zylinder-Querschnittsebene
liegenden, umlaufenden Spalt aufweist-, der aus dem Zylinderraum nach außen führt, und
daß mindestens eine der beiden, diesen Spalt bildenden Ringstirnflächen die Nut enthält, die zum Spalt hin offen
ist.
Der oben beschriebene und erläuterte Hubzylinder für Schienenbremsmagnete von Schienenfahrzeugen
bietet für eine solche Lösung keine Anregung, da seine konstruktiven Gegebenheiten auf gänzlich anderen
■ί
Voraussetzungen beruheil.
Die Zeichnung veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand eines Schnellschluß-Eckventiles.
Es zeigt
F i g. 1 einen Längsschnitt bei geöffnetem Ventil;
F i g. 2 einen Längsschnitt bei entlüftetem Zylinder in jenem Augenblick, bevor das Ventil schließt
Der pneumatische Antrieb weist einen Zylinder 1 auf, der aus der Zylinderhülse 2 und dem Zylinderboden 3
besteht Diese beiden Teile sind unter Freilassung eines Spaltes 4 miteinander verbunden. Dieser Spalt 4 wird
dadurch gebildet, daß Zylinderboden 3 und Zylinderhülse 2 durch zur Achse der Zylinderhülse 2 parallele
Schrauben miteinander verbunden werden, wobei durch eingelegte Distanzscheiben aie Größe dieses Spaltes 4
bestimmbar ist Diese Schrauben und die von ihnen durchsetzten Distanzscheiben sind hier nicht dargestellt
Abgeschlossen wird die Zylinderhülse 2 oben durch eine einsetzbare Stirnwand 5 mit einer oder mehreren
Entlüftungsbohrungen 6. Diese einsetzbare Stirnwand 5 ist durch einen Sprengring 7 in ihrer Lage fixiert In
diesem Zylinder 1 ist ein Kolben S mit Kolbenringen 9 verschiebbar. Mit diesem Kolben 8 ist die Kolbei?:tange
10 formschlüssig verbunden, die mit ihrem einen Ende in ein Ventilgehäuse 11 eines Eckventiles ragt Die
Kolbenstange trägt einen Ventilteller IZ Ventilgehäuse
11 und Zylinder 1 sind über einen Flansch 13 und Schrauben fest miteinander verbunden. Das andere
Ende 14 der Kolbenstange kann aus dem Zylinder 1 herausgeführt sein und mit einem Stellanzeiger direkt
oder indirekt verbunden werden, der die jeweilige Stellung des Ventiles anzeigt Eine Schraubenfeder 15,
im Zylinder 1 und koaxial zu diesem angeordnet, stützt sich einerseits an der eingesetzten Stirnwand 5,
andererseits an der Rückseite des Kolbens 8 ab und drückt bei entlüftetem Zylinderraum 16 den Ventilteller
12 gegen seinen Sitz 17. Die Kraft dieser Feder 15 bestimmt den Schließdruck des Ventils.
Der in einer Querschnittsebene des Zylinders 1 liegende Spalt 4, der den Zylinderraum 16 mit der freien
Atmosphäre verbindet, ist einerseits durch die Ringstirnfläche 18 der Zylinderhülse 2, andererseits durch die
vom äußeren Rand des Zylinderbodens 3 gebildete Ringstirnfläche 19 begrenzt In der Ringstirnfläche 18
der Zylinderhülse 2 ist eine umlaufende Nut 20 eingearbeitet, die gegenüber der benachbarten Ringstirnfläche
19 offen ist In dieser Nut 20 liegt ein Dichtring 21 aus einem gegenüber Weichgummi hartem
Material, wobei der Durchmesser des Dichtringquerschnittes etwas größer ist als die Breite der Nut 20, so
daß der Dichtring 21 an beiden Wangen der Nut 20 anliegt. Die Tiefe der Nut 20 ist etwas größer als der
Durchmesser des Dichtringquerschnittes, so daß dieser Dichtring 21 zur Gänze von dieser Nut 20 aufgenommen
werden kann, ohne daß er in den Spalt 4 ragt. Seitlich an der Zylinderhülse 2 sind drei Wegeventile 22
angeflanscht Beim Ausführungsbeispiel sind zwei solcher Ventile gezeigt, es können jedoch entlang des
Umfanges mehrere solcher Ventile vorgesehen werden. Der Ventilkörper 23 dieser Ventile 22 ist zweckmäßigerweise
über hier nicht dargestellte Elektromagnete versiellbar. Eine erste Bohrung 24 des Ventils 22 ist mit
einer hier nicht dargestellten Druckluftquelle verbunden, eine zweite Bohrung 25 dient als Entlüftungsöffnung
und führt unmittelbar ins »Freie«. Die dritte Bohrung 26 dient zur Beaufschlagung des Zylinderraumes
16 über die in der Zylinderhülse 2 vorgesehene Zuführleitung 27, aber aixh zur Entlüftung dieses
Raumes, Die Mündung 28 der Zuführleitung 27 liegt nahe dem Zylinderboden 3. Diese Zuführleitung 27
besitzt eine Abzweigleiti-ng 29, die unmittelbar in die
umlaufende Nut 20, und zwar zum Nutgrund führt, wobei zweckmäßigerwejse der Querschnitt dieser
Abzweigleitung 29 größer ist als jener der Zuführleitung 27. Darüber hinaus ist diese Abzweigleitung 29
zweckmäßigerweise auch kürzer, also von geringerer Länge als die Zuführleitung 27. Soweit zum allgemeinen
ίο konstruktiven Aufbau des Ausführungsbeispieles.
In der aus F i g. I ersichtlichen Stellung des pneumatischen
Antriebes ist das Eckventil geöffnet Die Ventilkörper 23 verbinden dabei die Druckleitungen 24
mit den Zuführleitungen 27. Der in der Zuführleitung 27 is herrschende Druck steht auch in der Abzweigleitung 29
an und drückt den Dichtring 21 entlang seines gesamten Umfanges in axialer Richtung des Zylinders aus der Nut
20, so daß er an der Ringstirnf!äche 19 des Zylinderbodens 3 fest angepreßt ist Damit ist der
Zylinderraum 16 nach außen abgedichtet und der hier herrschende Druck preßt den Kolben » entgegen der
Wirkung der Feder 15 nach oben, so naß die Feder
vorgespannt ist Durch die Distanzhülse 30 ist der Verschiebeweg des Kolbens nach oben begrenzt Das
Ventil bleibt so lange geöffnet (Fig. 1), solange der
Zylinderraum 16 unter Druck steht
Soll das Ventil nun geschlossen werden, so werden über die hier nicht dargestellten Elektromagnete die
Ventilkörper 23 in die aus F i g. 2 ersichtliche Stellung gedreht Nun ist die Zuführleitung 27 und auch die
Abzweigleitung 29 über die Bohrung 25 mit der Atmosphäre verbunden und der Druck in diesen
Leitungsabschnitten 27 und 29 bricht zusammen. Durch den im ersten Augenblick herrschenden Differenzdruck
zwischen innen und der Rückseite des Dichtringes 21 wird dieser Dichtring in die Nut 20 zurückgedrängt
(Fig.2). so daß der im Zylinderraum 16 herrschende
Druck sich vornehmlich über den nun frei werdenden Spalt 4 abbauen kann, was außerordentlich rasch
•»ο geschieht, da durch das Zurückdrängen des Dichtringes
21 in die Nut 20 eine im Verhältnis zu den QuerscHnittsöffnungen der Bohrungen 25 in den
Ventilen 22 außerordentlich große öffnung freigegeben wird, durch die die Druckluft abströmen kann. Die
vorgespannte Feder 15 preßt nun den Kolben schlagartig nach unten und schließt damit das Ventil.
Der beschriebene Vorgang spielt sich innerhalb weniger Milli-Sekunden ab.
Es ist zweckmäßig, die Nut 20 möglichst am äußeren Rand der Ringstirnflächen vorzusehen, wodurch der
Querschnitt der vom Dichtring verschlossenen Spaltöffnung noch zusätzlich vergrößert werden kann, so daß
sich der Entlüftungsvorgang noch rascher abwickelt. Im gezeigten Ausführungsbeispiel sind die Ventile 22, die
Zufülirleitungen 27, die Abzweigleitungen 29 und die Nut 20 in der Zylinderhülse 2 angeordnet. Ohne dit
Funktion zu beeinträchtigen, könnten diese Teile auch im Zylinderboden 3 angeordnet werden. Der Spalt 4
liegt beim gezeigten Ausführungsbeispiel in der M Querschnittsebene do Zylinderbodens 3. Es wäre
möglich, diesen Spalt etwas nach oben zu versetzen, in dem der Zylinderboden in seinem Randbereich in
Richtung auf die Zylinderhülse hochgezogen wird.
Dank des erfindungsgemäßen Vorschlages wird der
6> Dichtring 21 ausschließlich und allein in axialer
Richtung bewegt, brauch», also weder in seiner Ebene
festaucht noch gedehnt zu werden, wie dies bei der bislang bekannten Konstruktion der Fall war. Auch
gleitet die Zylinderwand nicht mehr am Dichtring, was dessen Lebensdauer günstig beeinflußt. Da der Dichtring
seine Weite nicht mehr verändern muß. kann für diesen Dichtring ein gegenüber Weichgummi härteres
Material verwendet werden, so daß mit höheren Differenzdrücken gearbeitet werden kann. Trotz
konstanter Spaltweite verbreitert sich der Spalt in radialer Richtung nach außen. Auch dies begünstigt die
Geschwindigkeit des Druckabfalles bei der Entlüftung des Zylinders. Es ist auch möglich, die Schließkraft für
das Ventil, die hier durch die Feder 15 aufgebracht wird, auf einem anderen Wege zu erzeugen, beispielsweise
durch doppeltwirkende Pnetimatikzylinder od. dgl. Eine weitere Ausführungsvariante liegt darin, daß in einer
Ringfläche mehrere Nuten oder in beiden den Spalt 4 begrenzenden Ringflächen jeweils Nuten vorgesehen
werden. Im letzteren Fall können diese Nuten in gleichen oder in gegeneinander versetzten Ebenen
liegen. Im ersten Fall liegen dann die von den Nuten aufgenommenen Dichtringe bei beaufschlagtem Zylinder
unmittelbar aneinander an.
Der erlindungsgemäße pneumatische Antrieb wurde in Verbindung mit einem Ventil vorstehend beschrieben.
Dieser pneumatische Antrieb kann auch für andere Stellvorgänge verwendet werden. Er wird überall dort
zweckmäßigerwrise eingesetzt, wo außerordentlich rasche SchließgesL hwindigkeiten gefordert werden.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (2)
1. Pneumatischer Antrieb für Schalt- und Stellglieder wie beispielsweise Verschlüsse, Ventile, Klappen,
Schalter, Signalgeber od, dgl mit einem in einem Zylinder verschiebbaren Kolben und einer
damit verbundenen, auf das zu betätigende Schaltoder Stellglied einwirkenden Kolbenstange und
mindestens einer nahe des Zylinderbodens in den Zylinder mündenden Zuführleitung für das gasförmige
Druckmedium, wobei die Zuführleitung mindestens eine Abzweigleitung aufweist, die in den
Nutengrund einer umfangsgeschlossenen, im Zylinder vorgesehenen und einen Dichtring aufnehmenden
Nut mündet und der bei beaufschlagtem is Zylinder ebenfalls druckbeaufschlagte Dichtring
dadurch den unter Druck stehenden Zylinderraum dichtend abschließt, dadurch gekennzeichnet,
daß der Zylinder (1) zwischen der Stirnfläche (18) der Zylinderhülse (2) und der zugewandten
Stirnfläche (19) des Zylinderbodens (3) einen in der Zylinder-Querschnittsebene liegenden, umlaufenden
Spalt (4) aufweist, der aus dem Zylinderraum nach außen führt, und daß mindestens eine der beiden,
diesen Spalt (4) bildenden Ringstirnflächen (18, 19) die Nut (20) enthält, die zum Spalt (4) hin offen ist
2. Pneumatischer Antrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Nut (20) im radial
äußeren Randbereich der Ringstirnfläche (18 oder 19) angeordnet ist
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