DE3010964C2 - Verfahren und Vorrichtung zum Entleeren von Hohlräume aufweisenden Werkstücken - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Entleeren von Hohlräume aufweisenden WerkstückenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine für die
Durchführung des Verfahrens erforderliche Vorrichtung zum Entleeren von Hohlräume aufweisenden
Werkstücken, insbesondere Gußstücken mit in unterschiedlicher Richtung angeordneten Hohlräumen und
Kanälen, die mit Strahlmittel. Sand oder ähnlichem Material gefüllt sind, durch Bewegungen der Werkstükke
unter Rotation derselben um eine Drehachse.
Bekannt ist eine Vorrichtung bzw. ein Verfahren der eingangs genannten Art (OE-OS 19 56 590), bei
welchem die Werkstücke während einer kreisförmigen Transportbewegung um eine Achse gleichzeitig um eine
zweite Achse gedreht werden, während die zweite Achse während der Transportbewegung immer horizontal
verläuft Es I .'innen somit nur die im Werkstück
vorhandenen Hohlräume entleert werden, welche radial oder annähernd radial zu dieser Achse verlaufen.
Kanäle im Werkstück mit räumlich verlaufenden Krümmungen, wie sie z. B. in Motorblöcken vorkommen,
können mit dieser vorbekannten Verrichtung nicht entleert werden.
Die DE-OS 26 07 736 zeigt eine Schleuderstrahlmaschine
zum Reinigen von Gußstücken mittels Schleuderstrahlen, wobei die Gußstücke gleichzeitig einer
Vibration während der Vorwärtsbewegung durch einen durch Stäbe gebildeten Tunnel ausgesetzt werden.
Durch unterschiedliche Tunnelausbildungen können die Werkstücke in unterschiedliche Winkelstellungen bezüglich
nur der Längsachse gebracht werden, womit zwar eine allseitige Strahlbehandlung erreicht werden
kann, jedoch die Entleerung der in unterschiedlichen Richtungen und mit Krümmungen versehenen Hohlräume
nach der Strahlbehandlung nicht ι löglich ist.
Außerdem ist es bekannt, das sich in Hohlräumen von Werkstücken befindliche Strahlmittel mittels Rotation
um eine Achse innerhalb der Strahlkammer zu entfernen (z. B. CH-PS 4 62 659 oder DE-OS 22 51 570).
im weiteren isi es bekannt, GuSsiücke in einer Aufspannlage mittels Vibrationseinrichtungen (z. B.
US-PS i 7 68 428) zu reinigen bzw. zu entleeren.
Beide Verfahren sind ebenfalls nicht für Werkstücke mit in mehreren Richtungen verlaufenden gekrümmten
Hohlräumen und Kanälen geeignet, v»ie dies z. B. bei den heutigen Motorblöcken oder Zylinderköpfen der
Fall ist da ein Abfließen des in den Hohlräumen befindlichen Materials nicht nach allen Richtungen
möglich ist.
Es hat sich auch in der Praxis gezeigt, daß derartige
•n Yv'erksiüukc mine» Diuikiiussigkcii laici Diuv-kiuii
nicht einwandfrei geleert bzw. gereinigt werden konnier.. Außerdem sind diese Verfahren im Betrieb
sehr teutr, umweltschädlich und erfordern zusätzliche Reinigungsanlagen für die verwendete Flüssigkeit bzw.
so die Druckluft.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren der eingangs genannten Art und eine dafür
notwendige robuste und einfache Vorrichtung zu schaffen, mittels welcher Werkstücke mit kompliziert
verlaufenden Hohlräumen und Kanälen durch deren Bewegung ohne zusätzliche flüssige bzw. pneumatische
Spülvorgänge entleert werden können.
Zur Lösung dieser Aufgabe sind die im Anspruch 1
Zur Lösung dieser Aufgabe sind die im Anspruch 1
angegebenen Verfahrensmerkmale vorgesehen.
Die zur Durchführung des Verfahrens erforderliche Vorrichtung weist einen an einem Grundsupport
schwenkbar gelagerten Zwischensupport auf, der eine mittels eines Drehantriebes rotierbare Aufspannvorrichtung
für mindestens ein Werkstück aufweist, deren Drehachse in einer vertikalen Ebene schwenkbar ist, an
welcher erfind-ingsgemäß mindestens ein Vibrator an der Aufspannvorrichtung angeordnet ist, der zusammen
mit dem Drehantrieb und dem Schwenkantrieb mit einer Programmsteuerung, vorzugsweise einer numerischen
Steuerung wirkverbunden ist.
Vorrichtungen der obengenannter Art . '■ dem erfindungsgemäßen Merkmal sind un;.r <ki. Namen
Manipulatoren bzw. Industrieroboter bekanntgeworden ι ί (z.B. CH-PS 5 92 505). jedoch sind diese durch die
fehlende Möglichkeit der Vibration ,es Werkstückes für
das erfindungsgemäße Verfemen nicht geeignet Zudem
ist entweder wie bei der gen?· men Vorrichtung der Schwenkbereich zu gering, oder die Industrieroboter
sind für die schweren Werkstücke zu wenig robust und im Aufbau zu kompliziert und teuer.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren werden die Werkstücke räumlich der Reihe nach in derartige
Positionen gebracht, so daß ein Abfließen des körnigen Materials aus den gekrümmten, in verschiedenen
Richtungen laufenden Hohlräumen, bzw. Kanälen bis zu deren Öffnungen an der Werkstückoberfläche ohne ein
Zurückfließen gewährleistet ist, wobei die Vibration des Werkstückes während diesen Bewegungen oder entsprechend
einer Verfahrensvariante nur an einzelnen Positionen das körnige Material lockert und den
Ausfluß gewährleistet.
Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung ein umweltfreundli- }■>
ches und kostengünstiges Entleeren von Werkstücken mit komplizierten und vielfältigen Hohlräumen, wobei
das aus den Werkstücken ausfallende körnige Material, wie z. B. Strahlmittel, aufgefangen wird und direkt einer
Wiederverwertung zugeführt werden kann.
Die Erfindung ist in den Zeichnungen beispielsweise dargestellt und nachfolgend beschrieben. Es zeigt
Fig. 1 eine Seitens "sieht der erfindungsgemäßen Vorrichtung, und
Fig. 2 eine Ansicht von vorn.
Die in den F i g. 1 und 2 gezeigte Vorrichtung zum Entleeren von Hohlräume aufweisenden Werkstücken
weist einen Grundsupport 1. einen daran schwenkbar gelagerten Zwischensupport 2 und eine rotierbare
Aufspannvorrichtung 3 auf. in
Der Grundsupport 1 besteht aus zwei fest mit dem Boden verbundenen Füßen 4. welche mittels einer
Querstrebe 5 miteinander verbunden sind und einem rechten und linken (.agerarm 6 und 7, in welchen der
/wischensupport ζ um eine horizontal veriauienoe v>
Schwenkachse 8 drehbar gelagert ist. An dem Gnindsupport 1 ist ein an einer Haltevorrichtung 9
befestigter Auffangbehälter 10 angeordnet, dessen Abflußöffnung 11 über ejner weiter nichi dargestellten
Transporteinrichtung liegt. Am linken Lagerarm 7 ist bO
ein Schwenkantrieb 12 angeordnet, welcher aus einem vorzugsweise als Elektromotor ausgebildeten Antriebsmotor
13 und einem die Drehzahl untersetzenden Winkelgetriebe 14 besteht. Das, eine Welle 15
antreibende. Winkelgetriebe 14 ist in einem am Lagerarm 7 befestigter. Gehäuse i6 untergebracht, an
welchem auch der Antriebsmotor 13 angeflanscht ist. In
diesem Gehäuse 16 ist auch ein durch die Weile 15 direkt angetriebener Drehmelder 17 untergebracht
An der Welie 15 ist ein Drehantrieb 18 befestigt, welcher aus einem, in einem Gehäuse 19 angeordneten
Schnecken-Getriebe 20 und einem am Gehäuse 19 angeflanschten, vorzugsweise elektrischen Antriebsmotor
21 besteht. Der mit einem Drehmelder 26 versehene Drehantrieb 18 weist eine Ausgangswelle 22 auf, deren
Mitte eine Drehachse 23 für die daran befestigte Aufspannvorrichtung 3 bildet. Diese ist mittels elastischer
Elemente 24, vorzugsweise Gummielemenie, an einer Drehscheibe 25 der Ausgangswelle 22 befestigt.
Die Aufspannvorrichtung 3 besteht aus einer Grundplatte 27. einer mittels Konsolen 36 daran befestigten
Auflageplatte 28 mit einem daran befestigten Vibrator 29 und aus mit Spannstücken 30 versehenen Spannzylindern
31, welche mittels Trägern 32 an der Grundplane 27 gegenüberliegend der AuflagepliLte 28 befestie' sind.
Für jedes aufzuspannende Werkstück 33 ist ein Spannzylinder· 31 vorgesehen, wob-ji in dem gezeigten
Ausführungsbeispiel zwei Werkstück 13 nebeneinander
liegend aufspannbar sind.
Am Gehäuse 19 ist ein an Armen 34 befestigtes veränderbares Gegengewicht 35 angeordnet. Zur
Veränderung des Gewichtsaus-gleiches ist das Gegengewicht 35 entweder an den Armen 34 verschiebbar
befestigt, es ist als Hohlkörper ausgebildet und mit unterschiedlichen Mengen einer Flüssigkeit oder eines
körnigen Materials füllbar oder es können verschieden schwere Gegengewichte 35 durch deren leichte
Auswechselbarkeit an den Armen 34 befestigt werden. Dies ist erforderlich, wenn unterschiedlich schwere oder
jeweils eine unterschiedliche Anzahl von Werkstücken 33 mit der Vorrichtung entleert werden sollen.
Die Antriebe 12 und 18, der Vibrator 29 und die Drehmelder 17 und 26 sind mit einer weiter nicht
dargestellten Programmsteuerung wirkverbunden, wobei der gewünschte Bewegungsablauf der zu entleerenden
Werkstücke mittels z. B. auf Lochkarten. Lochbändern. Magnetbändern oder ähnlichen Datenspeichern
fe.igehalten und in die Steuerung eingegeben wird. Die
teilweise komplizierten Bewegungsabläufe können durch Eingabe Jer geometrischen Lage der Hohlräume
und Kanäle mittels eines in der Steuerung integrierten oder eines externen Rechners ermiceit und in die
Steuerung eingegeben werden. Der Bewegungsablauf wird dabei so gesteuert, daß ausgehend von den am
Ende von Kanälen liegenden Hohlräumen ein Entleeren der Hohlräume von dem körnigen Material durch
Abfließen in Richtung der Öffnung ohne ein Zurückfließen gewährleistet .st. ^md die Hohlräume bis zur
Öffnung voll Material, muß vorangehend ein Ausfließen des Materials ausgehend von der Öffnung erfolgen,
wodurch einzelne Bewegungsabläufe mehrmals wiederholt werden mir.sen. Zur Lockerung Jes körnigen
iviateriais werden die Werkstücke während dem gain-ci
Bewegungsablauf oder nur an einzelnen programmierten Positionen einer Vibration ausgesetzt Der Bewegungsablauf
des Werkstückes 33 setzt sich aus einer
Rotation um die l>>:hachse 23 entsprechend dem Pfeil
37, einer Schwenkbewegung um die Schwenkachse 8 entsprechend dem Pfeil 38 und aus der Vibration
entsprechend dem Pfeil 39 zusammen.
Durch den an der Aufspannvorrichtung 3 angeordneten Vibrator 29 und die elastische Aufhängung mittels
elastischer Elemente 24 an der Drehscheibe 25 wird die ganze Aufspannvorrichtung 3 mit Werkstücken 33 in
Schwingung versetzt.
Es ist auch möglich, jedem Werkstück 33 einen
Es ist auch möglich, jedem Werkstück 33 einen
Vibrator 29 mit einer getrennt beweglichen Auflageplatte
28 zuzuordnen, Wobei dieser dann gegen ein
elastisches Glied des Spannstückes 30, z. B. eine Feder oder gegen einen pneumatisch beaufschlagten Spannzylinder
31 arbeitet Hierbei wird nicht die gesamte Aufspannvorrichtung 3 in Vibration versetzt und die
elastischen Elemente 24 können entfallen oder sind so
ausgelegt, daß keine Schwingungen auf den Drehantrieb 13 übertragen werden,
Durch die einseitige Spannung der Werkstücke
Durch die einseitige Spannung der Werkstücke
kommen die Öffnungen der Hohlräume frei über den Auffangbehälter 10 zu liegen, was ein direktes Entleeren
des körnigen Materials in den Auffangbehälter erleichtert.
Erfolgt das Entleeren direkt anschließend an eine Strahlbehandlung der Werkstücke, so kann das im
Auffangbehälter gesammelte Strahlmittel und die abgestrahlten Teilchen direkt mittels einer Transporteinrichtung
in den Strahlmittelkreislauf der Strahlmaschine
zurückgeführt werden.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (10)
1. Verfahren zum Entleeren von Hohlräume aufweisenden Werkstücken, insbesondere Gußstükken
mit in unterschiedlicher Richtung angeordneten Hohlräumen und Kanälen, die mit Strahlmittel, Sand
oder ähnlichem Material gefüllt sind, durch Bewegungen
der Werkstücke unter Rotation derselben um eine Drehachse, dadurch gekennzeichnet,
daß die Drehachse und das oder die Werkstücke gleichzeitig in einer vertikalen Ebene
geschwenkt und dabei die Bewegungsabläufe individuell dem Verlauf der Hohlräume in den Werkstükken
angepaßt und zeitlich gezielt derart gesteuert werden, daß letztere in einer bestimmten Zeitfolge
in eine Vielzahl gewünschter räumlicher Positionen gebracht werden, in denen das oder die Werkstücke
einer Vibration ausgesetzt werden und das in allen Hohlräumen der Werkstücke befindliche Material
ausfließt
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das oder die Werkstücke nur in bestimmten räumlichen Positionen einer Vibration
ausgesetzt werden.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß Anspruch 1 mit einem :n einem Grundsupport
schwenkbar gelagerten Zwischensupport, der eine mittels eines Drehantriebes rotierbare Aufspannvorrichtung
für mindestens ein Werkstück aufweist, d-^en Drehachse in einer vertikalen Ebene
schwenkbar ist, gekennzeichnet durch wenigstens einen an der Aufspannvorrichtung (3) angeordneten
Vibrator (29), der zusammen nut dem Drehantrieb (18) und dem Schwenksntiieb (12) mit einer
Programmsteuerung, vorzugsweise einer numerischen Steuerung, wirkverbunden ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Zwischensupport (2) um eine
horizontale, in senkrechter Richtung zur Drehachse (23) der Aufspannvorrichtung (3) verlaufend und
unterhalb dieser versetzt angeordnete Schwenkachse (8) mittels eines am Grundsupport (1) angeordneten
Schwenkantriebes (12) mindestens um 200° und maximal um 270" schwenkbar ist.
5. Vorrichtung .nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufspannvorrichtung (3) am
Drehantrieb (18) mittels elastischer Elemente (24), vorzugsweise Gummielemente, befestigt ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufspannvorrichtung
(3) eine Auflageplatte (28) und für jedes zu spannende Werkstück (33) einen Spannzylinder (31)
mit Spannstück (30) aufweist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Vibrator (25) an der Unterseite der
Auflageplatte (28) angeordnet ist
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß am Grundsupport (1)
unterhalb des Zwischensupports (2) ein Auffangbehälter (10) für das aus dem bzw. den Werkstücken
(33) ausfließende Material angeordnet ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß am Zwischensupport
(2) auf der der Aufspannvorrichtung (3) gegenüberliegenden Seite der Schwenkachse (8) ein veränderbares
Gegengewicht (35) angeordnet ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß der Drehantrieb (J8) und der Schwenkantrieb (12) je einen Drehmelder
(17,26) aufweisen.
Applications Claiming Priority (1)
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