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"Reinigungs- und Transport-
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vorrichtung für Rüben 478 Die Erfindung betrifft eine Reinigungs-
und Transportvorrichtung für Rüben, insbesondere an mehrreihigen Rübenerntemaschinen.
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Eine mehrreihige Rübenerntemaschine, die im Anschluß an einen Zuförderer
in einem beengten Bereich zwischen ihren Laufradachsen und unterhalb eines Rübensammelbehälters
eine Reinigungs- und Transportvorrichtung aufweist, ist beispielsweise aus dem Prospekt
P 785 der Anmelderin bekannt. Bei dieser vorbekannten Rübenerntemaschine ist die
Reinigungs- und Transportvorrichtung ein Siebstabband, das bei schwierigen Rodeverhältnissen
nur bedingt eine Reinigung der gerodeten Rüben bewältigen kann.
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E8 ist ferner eine mehrreihig arbeitende Rübenerntemaschine bekannt
geworden, bei der anstelle des Siebstabbandes ein Siebrad vorgesehen ist, dem die
zu reinigenden Rüben an seiner Vorderseite aufgegeben werden und das diese an seiner
Rückseite wieder abgibt. Die Rüben werden also bei dieser Vorrichtung etwa über
den halben Umlaufbereich des Siebrades mitgenommen und dabei auch teilweise gereinigt.
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Bei schwierigen Rodeverhältnissen, d. h. bei stark verschmutzten Rüben,
sind die beiden vorbekannten Reinigungs-und Transportvorrichtungen aufgrund der
relativ kurzen Siebstrecken nicht ausreichend. Bekannte, aus mehreren hintereinandergeschalteten
Siebrädern bestehende Reinigungs- und Transportvorrichtungen, mit denen eine gründlichere
Reinigung erzielbar ist, sind wegen ihrer großen Baulänge bei den eingangs genannten
Maschinen nicht einsetzbar, da nur ein beengter Bauraum zur Verfügung steht.
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Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, mit geringem konstruktivem
Aufwand eine Reinigungs- und Transportvorrichtung -zu schaffen, die bei nur begrenzt
zur Verfügung stehendem Bauraum innerhalb der Maschine eine lange Siebstrecke für
die zu reinigenden Rüben ermöglicht.
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Gemäß der Erfindung wird dies bei den eingangs genannten Rübenerntemaschinen
erreicht durch mindestens zwei in unterschiedlichen Ebenen übereinander am Maschinengestell
angeordnete, angetrieben umlaufende Siebräder, deren oberes Siebrad eine von seiner
durch einen Zuförderer beschickten Rübenaufnahmestelle bis über eine Rübenausförderstelle
des darunter liegenden Siebrades hinausreichende, durch mindestens eine das Siebrad
an seinem Außenumfang umgebende Leiteinrichtung begrenzte Sieb-und Förderstrecke
und dessen unteres Siebrad eine von diesem, einer Fallstufe folgenden Rübenübernahmebereich
bis zu seiner
Rübenausförderstelle reichende/sich erstreckende,
durch mindestens eine das Siebrad an seinem Außenumfang umgebende Leiteinrichtung
begrenzte Sieb- und Förderstrecke aufweist.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist kurzbauend ausgeführt, weist
nur wenige einfache und somit insgesamt kostengünstige Bauteile auf, die aufgrund
des langen erzielbaren Reinigunqsweges eine gründliche, jedoch insgesamt schonende
Reinigung der Rüben gewährleistet. Die zu reinigenden und zu transportierenden Rüben
gelangen dabei zunächst über einen Zuförderer auf das obere Siebrad und werden durch
dieses hunter gleichzeitiger Absiebung und Reinigung so weit durch die Leiteinrichtung
auf diesem Siebrad herumgeführt, bis sie eine Rübenausförderstelle des unteren Siebrades
passiert haben und dann hinter dieser nach dem Passieren der Fall stufe auf das
untere Siebrad fallen können. Die zu reinigenden Rüben legen also bereits auf dem
oberen Sieb rad einen beachtlichen Reinigungs weg, der etwa dem halben Siebrad-Umlaufweg
entspricht, zurück, bis sie über die Fallstufe auf das untere Siebrad hinunterfallen.
Liegt diese Fallstufe, in Umlaufrichtung des unteren Siebrades gesehen, unmittelbar
hinter der Rübenausförderstelle desselben, so kann die Reinigungs- und Siebwirkung
des unteren Siebrades nahezu über dessen gesamten Umlaufbereich ausgenutzt werden,
wodurch die gewünschte lange Siebstrecke für die zu reinigenden Rüben und demzufolge
eine gründliche, jedoch insgesamt schonende Reinigung derselben erreicht wird.
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Eine einfache und somit kostengünstige Lagerung für die Siebräder
wird durch eine koaxiale Lagerung derselben im bzw. am Rahmen der Rübenerntemaschine
erreicht, wobei gemäß einer einfachen Ausführungsform die Siebräder mit gleichem
Drehsinn und gleicher Drehzahl umlaufend angetrieben sind.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind die Siebräder mit unterschiedlicher
Drehzahl umlaufend antreibbar, wodurch ein unterschiedlicher Absiebeffekt und somit
eine Anpassung der Reinigungsintensität an unterschiedliche Rübenverhältnisse möglicht
ist.
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Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist eine Ausführungsform
möglich, bei der die Siebräder bzw. einander benachbarte Siebräder mit gegenläufigem
Drehsinn umlaufend angetrieben sind. Eine solche Ausgestaltung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung kann insbesondere bei stark verschmutzten Rüben vorteilhaft sein, weil
dabei die Rüben nach Passieren der Fallstufe auf dem unteren Siebrad eine entgegengesetzte
Umlaufrichtung einnehmen, d. h. sie müssen in diesem Bereich von der einen in die
andere Bewegungsrichtung, umgelenkt werden.
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Bei einem solchen Ausführungsbeispiel müßte die Fallstufe für die
Rüben allerdings vor der Rübenausförderstelle des unteren Siebrades liegen, um einen
vollen Reinigungs- und Absiebumlauf auf dem unteren Siebrad zu erreichen.
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Gemäß einem Ausführungsbeispiel der Er-findung weist das obere Siebrad
einen kleineren Durchmesser als das darunter liegende Siebrad auf. Die zu reinigenden
Rüben fallen bei diesem Ausführungebeispiel am Ende der Leiteinrichtung des oberen
Siebrades unmittelbar auf das untere Siebrad und werden von diesem weiter gereinigt
und gefördert. Es sind hierzu keine zusätzlichen Führungs- bzw. Leitteile im Bereich
der Fallstufe erforderlich.
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Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung weisen die Siebräder etwa
gleichgroße Durchmesser auf und im Bereich der Fallstufe zwischen oberem und unterem
Sieb rad ist ein Rübenleit- bzw. Rübenfallkanal angeordnet. Bei dieser Ausführungsform
wird
auch bereits auf dem oberen Siebrad aufgrund des größeren Durchmessers desselben
eine längere Siebstrecke erreicht, es ist jedoch randseitig ein Rübenleit- bzw.
Rübenfallkanal erforderlich, der seitlich über den äußeren Umfang der Siebräder
vorstehend ausgeführt sein muß.
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Aufgrund der kompakten Bauform ist es möglich, die Siebräder im Bereich
zwischen den Laufradachsen sowie im Bereich unterhalb eines Rübensammelbehälters
einer mehrreihigen Rüberlcrntcw maschine an deren Rahmen zu lagern. Dabei kann in
besonders raumsparender und somit äußerst vorteilhafter Weise zumin(leit einer der
beiden Förderer (ZuFörderer zum oberen Siebrad und/ oder der dem unteren Siebrad
nachgeschaltete Höhenförderar) breitenmäßig sich zwischen den Rädern erstrecken.
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Weitere vorteilhafte Ausgestaltungsbeispiele und Weiterbildungen der
Erfindung, insbesondere bzgl. der die Siebräder umgebenden Leiteinrichtungen, sind
den übrigen Unteransprüchen zu entnehmen.
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Die Erfindung erstreckt sich nicht nur auf die Merkmale der einzelnen
Ansprüche sondern auch auf deren Kombination.
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Die Erfindung ist an einem Ausführungsbeispiel in der Zeichnung dargestellt
und wird im folgenden näher beschrieben.
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Es zeigt: Fig. 1 schematisch in Seitenansicht eine Rübenerntemaschine,
bei der im Bereich zwischen deren Laufradachsen und unterhalb eines Rübensammelbehälters
zwei übereinander angeordnete Siebräder vorgesehen sind, Fig. 2 die Rübenförderstrecke
innerhalb der Rübenerntemaschine gemäß Fig. 1 in Draufsicht derselben, Fig. 3 eine
gegenüber Fig. 1 vergrößerte Teil-Seitenansicht der Siebradkonstruktion und die
Fig. 4 die Siebradanordnung gemäß Fig. 3 in Draufsicht.
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Die Figuren 1 und 2 zeigen eine selbstfahrende 6reihig arbeitende
Rübenerntemaschine, die ein Maschinengestell 1 aufweist, das sich auf dem Boden
mittels vorzugsweise unlenkbarer Räder 2 einer angetriebenen Vorderachse 3 sowie
vorzugsweise lenkbarer Räder einer Hinterachse 5 abstützt.
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Im Vorderachsbereich ist eine Fahrerkabine 6 und im Hinterachsbereich
ein Antriebsmotor 7 angeordnet. Zwischen den beiden Radachsen 2 und 5 ist oberhalb
des Maschinengestells ein Rübensammelbehälter 8 für die gerodeten Rüben vorgesehen.
Rodeeinrichtungen 9 sind an einem mittels Hydraulikzylinder lo gegenüber dem Maschinengestell
1 höhenverschwenkbaren Gerätetraggestell 11 angordnet; sie sind dabei vorzugsweise
von
Roderädern gebildet, können jedoch auch von Rodescharen od.
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dgl. gebildet sein. Die gerodeten Rüben werden vorzugsweise auf eine
Sieb- und Förderstrecke 12, beispielsweise eine Walzen-Anordnung, aufgegeben, welche
die Rüben hoch- sowie seitwärts bewegend zu einem mittleren Durchlaß zwischen den
vorderen Rädern 2 (insbesondere inneren Rädern von ZwillingsreifenX fördert und
dann über weitere Reinigungs- und Transportmittel, wie Siebräder 13, 14 auf einen
die Rüben abfördernden, insbesondere den Sammelbehälter 8 beladenden Höhenförderer
15 oder im Bedarfsfall zu einer Schwadablagestelle bewegt. Vor dem Rodeaggregat
ist ein mit 16 beziffertes Köpfaggregait, vorzugsweise Schlegelköpfer, angeordnet,
welches von Muschinengese1l-Seitenholmen sowie gegenüber dem Maschinengestell 1
bewegbaren Schwingen 17 (die jeweils mittels Hydraulikzylinder 18 höhellverschwenkbar
sind) in jeweils erforderlicher Position gehalten wird.
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Wie den Figuren 1 und 3 zu entnehmen ist, gelangen die durch die Rodeeinrichtungen
9 gerodeten Rüben auf die Sieb- und Förderstrecke 12, die durch mit Leitrippen 19
versehene, angetrieben umlaufende Förderwalzen 20 gebildet wird. Die Leitrippen
19 der Förderutalzen 20 führen dabei die gerodeten Rüben so weit seitwärts, insbesondere
zur Mitte hin zusammen, daß diese auf einen vorzugsweise zwischen den Rädern 2 der
Vorderachse 3 liegenden Zuförderer 21 abgegeben werden können.
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Über diesen Zuförderer 21 gelangen die Rüben, wie dies insbesondere
auch die Figuren 3 und 4 zeigen, auf die erfindungsgemäße, aus zwei Siebrädern 13
und 14 bestehende Reinigungs-und Transportvorrichtung. Der Zuförderer 21 fördert
die Rüben zunächst auf das obere Siebrad 13. Auf diesem oberen Siebrad 13 werden
die Rüben unter gleichzeitiger Absiebung und Reinigung durch eine Leiteinrichtung
22 so weit herumgeführt, bis
sie eine Rübenausförderstelle 23,
die durch ein Ausförderleitteil 24 an ihrer Rückseite begrenzt ist, passiert haben
und dann hinter dieser über eine Fallstufe 25 auf das untere Siebrad 14 gelangen
(fallen) können. Wie die den Rübenförderweg markierende, mit Punkten versehene Linie
26 zeigt, legen die zu reinigenden Rüben also bereits auf dem oberen Siebrad 13
einen etwa dem halben Siebrad-Umlaufweg entsprechenden Reinigungsweg zurück, bis
sie über die Fallstufe 25 auf das untere Siebrad 14 hinunterfallen. Liegt diese
Fallstufe 25 in Umlaufrichtung des unteren Siebrades 14 gesehen unmittelbar (wie
bevorzug) hinter der Rübenausförderstelle 23 desselben, so kann die Reinigungs-
und Siebwirkung des unteren Siebrades 14 nahezu über dessen gesamten Umlaufbereich
augenutzt werden, wodurch die gewünschte lange Siebstrecke für die zu reinigenden
Rüben und demzufolge eine gründliche, jedoch insgesamt schonende (da kein hartes
Angreifen der Rüben erfolgt) Reinigung derselben erreicht wird. Auf dem unteren
Siebrad 14 werden die Rüben durch eine das Sieb rad 14 an seinem Außenumfang umgebende
Leiteinrichtung 27 seitlich begrenzt bzw. geführt. Wie insbesondere die Figur 4
zeigt, können die Siebräder 13 und 14 die angedeuteten Siebstabformen mit entgegen
Umlaufrichtung weisenden Siebstäben 28, 28' aufweisen. Grundsätzlich sind jedoch
auch andere bekannte Siebstabformen einsetzbar. Von dem unteren Siebrad 14 gelangen
die Rüben im Bereich der Rübenausförderstelle 23 in einen Höhenförderer 29, der
diese dann in den Rübensammelbehälter 8 fördert. Zur Unterstützung der Ausförderung
ist im Endbereich der Rübenausförderstelle 23 eine Ausförderleiteinrichtung 30 angeordnet.
Diese Ausförderleiteinrichtung 30 kann starr ausgeführt sein, es ist jedoch auch
möglich angetrieben umlaufende Ausförderleiteinrichtungen anzuordnen, die dabei
sowohl liegende als auch stehende (oder schräggstellte) Achsen haben können.
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Wie insbesondere die Figur 3 zeigt, können im Bereich der Fallstufe
25 von dem oberen Siebrad 13 auf das untere Siebrad
14 am Außenumfang
des unteren Siebrades 14 zusätzliche Leit-bzw. Fangstäbe 31 vorgesehen sein, die
ein Herausfallen von Rüben in diesem Bereich verhindern. Der besseren Übersicht
wegen sind in Figur 3 die Leiteinrichtungen 22, 27 einstückig und ohne Halterungen
dargestellt; wie jedoch die Figur 4 beim oberen Siebrad 13 zeigt, kann eine solche
Leiteinrichtung 22' aus mehrer Leiteinrichtungs-Teilstücken 32, 33,'34 bestehen.
In bevorzugter Ausführungsform sind diese Leiteinrichtungs-Teilstücke 32, 33, 34
an stehenden Haltestielen 35 befestigt und die Haltestiele sind verschwenkbar und
feststellbar am Rahmen der Maschine angelenkt. Die Leiteinrichtungs-Teilstücke 32,
33, 34 können dabei in den Förderweg der Rüben hineinragend einqestellt werden,
wodurch insbesondere bei schwierigen Bodenverhältnissen eine gründlichere Reinigung
der Rüben erreichbar ist. Für besonders schwierige Bodenverhältnisse ist es sowohl
bei dem oberen als auch bei dem unteren Siebrad möglich, deren Leiteinrichtungen
22 bzw. 27 mit festen, höckerartigen Erhöhungen zu versehen, die eine intensive
undgründliche Reinigung der Rüben bewirken.
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Die Siebräder 13, 14 sind in bevorzugter Ausführungsform, wie dargestellt,
koaxial im bzw. am Maschinengestell 1 der Rübenerntemaschine gelagert und dabei
mit gleichem DrehsinnQund gleicher Drehzahl umlaufend angetrieben. Grundsätzlich
ist jedoch auch ein Antrieb der Siebräder 13, 14 mit unterschiedlicher Drehzahl
möglich. In weiterer Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann auch ein
gegenläufiger Antrieb der Siebräder 13, 14 erfolgen. Aufgrund der Umkehr der Bewegunsrichtung
der geförderten Rüben im Anschluß an die Fallstufe erfolgt in diesem Bereich eine
besonders intensive Reinigung derselben.
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Der Ant-rieb der Siebräder 13, 14 erfolgt über ein in nicht näher
dargestellter Weise am Maschinengestell 1 angelenktes Getriebe 38, das mechanisch
oder auch hydraulisch angetrieben sein kann. In bevorzugter Ausführungsform weist
dieses Getriebe 38 eine Stelleinrichtung für die Einstellung unterschiedlicher Abtriebsdrehzahlen
auf.
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Für besonders schwierige Bodenverhältnisse kann, wie dies in Figur
4 angedeutet ist, oberhalb mindestens des Siebrades 14 mindestens eine bis auf dessen
Umlaufebene hinabreichende Rüberlbrelnseinrichtung 36 vorgesehen sein. In bevorzugter
Ausführungsform weist die Rübenbremseinrichtung elastisch nachgiebige Bremselemente
32 auf, die in ihrer Neigung und in ihrem Abstand zum Siebrad 14 einstellbar ausgeführt
sind.
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