DE3046628A1 - Verfahren zum verabreichen von peloid-voll- oder sitzbaedern an patienten sowie vorrichtung zur durchfuehrung des verfahrens - Google Patents
Verfahren zum verabreichen von peloid-voll- oder sitzbaedern an patienten sowie vorrichtung zur durchfuehrung des verfahrensInfo
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Description
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- Beschreibung
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
- Beim Verabreichen von Peloid-Vollbädern wurde der Patient bisher in eine zum größeren Teil der Gesamthöhe mit der Peloidbadflüssigkeit gefüllte Wanne gelegt. Nach beendeter Therapie wurde die Peloidbadflüssigkeit abgepumpt und auf geeignetnBodenflächen versickern gelassen oder in das Abwassernetz eingeleitet, da aus hygienischen Gründen eine mehrfache Verwendung nicht möglich war. Weil für ein Vollbad mindestens 100 kg Peloidfeststoffmasse aufgewendet werden müssen, führte das bisherige Verfahren zu einem Raubbau an ortsgebundenen Peloiden, das in verschiedenen Kurorten schon dazu geführt hat, daß auf die Verabreichung von Peloidbädern verzichtet wird.
- Es ist auch schon bekannt, schwierig zu lagernde Patienten (beispielsweise solche mit Brandverletzungen) auf einen mit Wasser gefüllten Trog zu legen, bei welchem auf den Wasserspiegel eine flüssigkeitsdichte Folie aufgelegt ist, deren Fläche etwa der lichten Draufsichtfläche des Troges entspricht und deren Randbereiche an der Troginnenfläche flüssigkeitsdicht befestigt ist. Die flüssigkeitsdichte Folie hat aber in diesem Fall lediglich die Funktion der Liegefläche einen Wasserbettes, wie es auch bisweilen als Hauseinrichtungsgegenstand verwendet wird.
- Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines demgegenüber verbesserten Verfahrens zum Verabreichen von Peloid-Voll- bzw. -Sitzbädern, welches für jede einzelne Badetherapie nur einen Bruchteil der bisher benötigten Mengen an Peloidfeststoffen erfordert.
- Erreicht wird dies durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs 1.
- Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren macht derjenige Anteil der Peloidbadflüssigkeit, welcher mit dem Körper des Patienten in Berührung kommt und durch Weggießen nach beendeter Therapie verlorengeht, lediglich einen geringeren Bruchteil des in der Wanne enthaltenen Gesamtvolumens an Peloidbadflüssigkeit aus. Dadurch, daß auch der von der Folie überdeckte Volumenteil mit im wesentlichen der gleichen Peloidbadflüssigkeit gefüllt ist wie derjenige Volumenbereich, in welchen der Patient eingelegt wird, ergibt sich der Vorteil, daß die Wärmeübertragung von der Ileiz- und Umwälzeinrichtung der Wanne zu der Oberfläche der Folie hin genauso gering ist, wie in der oberhalb der Folie befindlichen Peloidbadflüssigkeit, welche mit dem Körper des Patienten in Berührung steht. Infolgedessen kann auch bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die Peloidbadflüssigkeit, bei welcher praktisch keine Konvektion auftritt, in beiden Volumenbereichen der Wanne auf eine verhältnismäßig hohe Temperatur in der Größenordnung von etwa 480C erwärmt werden, im Gegensatz zu einem Bad mit einer wässrigen Wirkstofflösung ohne Peloidfeststoffe, wo eine starke Konvektion auftritt und daher lediglich Temperaturen in der Größenordnung bis zu etwa 370G angewendet werden können. Die lediglich bei Peloidvollbädern bekannte Anwendung höherer Temperaturen in der Größenordnung von bis zu 4800 hat erhebliche therapeutische Vorteile, wobei andererseits eine Ubererwärmung des Patienten nicht eintritt, da zwischen der Peloidbadflüssigkeit und dem Körper des Patienten ein hoher Temperaturgradient entsteht (im Gegensatz zu wässrigen Lösungen ohne Peloidfeststoffe).
- Andererseits bedeutet es bei dem erfindungsgemäßen Verfahren keinen Nachteil, daß lediglich ein Deilvolumen der gesamten Menge an Peloidbadflüssigkeit mit dem Körper des Patienten in Beruhrung steht, weil infolge der fehlenden Konvektion bei Peloidbadflüssigkeiten, wie sie vorangehend schon dargelegt wurde, ohnehin nur die der Oberfläche des Körpers des Patienten benachbarten Schichten der Peloidbadflüssigkeit zum therapeutischen Effekt beitragen.
- Der Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt darin, daß also bei einer gegenüber den bekannten Verfahren zum Verabreichen von Peloidvollbädern ungeminderten- therapeutischen Wirksamkeit nach beendeter Badetherapie derjenige Anteil der PeloidbadfliistiSkeit, welcher sich oberhalb der Folie befindet bzw. von dieser umgeben ist, wie bisher abgeleitet werden kann, während andererseits der weitaus größere Anteil der -aufgewendeten Peloidbadflüssigkeit, da nicht mit dem Körper des Patienten in Berührung gekommen, in-der Wanne verbleiben kann und für weitere Therapieanwendungen zur Verfügung steht.
- Durch die Weiterbildung nach dem Patentanspruch 2 wird erreicht, daß nach dem Einlegen des Patienten in das Peloidbad ein Wärmeschock vermieden wird und die oberhalb der Folie befindliche bzw. von dieser umgebene Peloidbadflüssigkeit die zur Therapie erforderliche Temperatur erst langsam nach Ablauf eines gewissen Zeitintervalls annimmt.
- Durch die Weiterbildung nach dem Patentanspruch 3 wird erreicht, daß auch teurere Zusatzstoffe in die oberhalb der Folie befindliche Peloidbadflüssigkeit eingebracht werden können, da die Aufwandmenge nur einem Bruchteil der Aufwandmenge bei den bekannten Peloidbädern entspricht, bei denen nach der Therapie die gesamte Elüssigkeit verlorengeht.
- Durch die Vorrichtung nach dem Patentanspruch 4 wird besonders sichergestellt, daß die beiden im unteren und oberen Teil der Wanne enthaltenen Anteile der Peloidbadflüssigkeit.miteinander in Verbindung treten können, was aus hygienischen Gründen unerwünscht ist.
- Durch die Vorrichtung nach dem Patentanspruch 5 wird erreicht, daß die oberhalb der Folie befindliche bzw. von dieser umgebene Peloidbadflüssigkeit nicht mit einer gesonderten Pumpe abgepumpt werden muß, sondern daß vielmehr durch das Befestigen des Umfangsrandes der Folie an den Befestigungselementen der Wanne nebst dem damit verbundenen zwangsläufigen Hochheben des Folienbodens die Peloidbadflüssigkeit von selbst in einen oberen Wannenablauf einzulaufen vermag.
- Durch die Weiterbildung der Vorrichtung nach dem Patentanspruch 6 wird erreicht, daß sich der Umfangsrand der Folie während der Dauer der Therapie von dem Umfangsrand der Wanne nicht zu lösen vermag daß also ein unbeabsichtigtes Abrutschen des Folienrandes nach innen nebst einem Inverbindungtreten beider PeloidbadfOüssigkeitsanteile vermieden wird.
- Durch die Vorrichtung nach dem Patentanspruch 7 wird zusätzlich zu den Merkmalen nach dem Anspruch 5 oder auch wahlweise erreicht, daß ohne Anwendung einer besonderen Pumpe die oberhalb der Folie befindliche bzw. von dieser umgebene Peloidbadflüssigkeit in einen Wannenablauf eingeleitet werden kann.
- Durch die Weiterbildung nach dem Patentanspruch 8 wird erreicht, daß ein Durchtreten der Folie in jedem Fall vermieden wird, auch wenn der Patient mit seinen Füßen selbst in die Wanne einsteigt und nicht in das Bad eingelegt wird.
- Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen: Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel einer zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geeigneten Wanne nebst eingelegter Folie im Vertikalschnitt parallel zu der Wannenschmalseite, Fig. 2 die Wanne von Fig. 1 in einer demSegenüber verkleinerten perspektivischen Ansicht von oben.
- Die in der Zeichnung dargestellte Wanne 1 weist in Anbringung auf ihrem Boden eine Heiz- und Umwälzeinrichtung 2 auf (gestrichelt angedeutet), welcher ein von der Wannenaußenseite zugängliches Schalttafelelement 3 zugeordnet ist, das in üblicher Weise ein oder mehrere Thermometer, einen Ein/Ausschalter und dergleichen mehr enthalten kann.
- Die Wanne 1 ist zum größeren Teil der Gesamthöhe mit einer Peloidbadflüssigkeit I gefüllt, welche blasenfrei von einer eine Gewebearmierung aufweisenden Folie 4 überdeckt ist, die ihrerseits in Anpassung an die Innenform der Wanne 1 in Form eines oben offenen flexiblen Kastens ausgebildet ist. Die Peloidbadflüssigkeit I verbleibt beständig in der Wanne und wird auf einer durch die Einrichtung 2 vorgegebenen Temperatur gehalten.
- Zur Durchführung einer Therapie wird weitere Peloidbadflüssigkeit II auf die Folie 4 gefüllt, in welche ein Patient 5 (lediglich schematische Querschnittdarstellung) eingelegt werden kann. Die Peloidbadflüssigkeit II hat in den meisten Fällen genau die gleiche Zusammensetzung wie die Peloidbadflüssigkeit I, kann jedoch je nach Anforderung auch noch gewisse wasserlösliche Zusatzstoffe enthalten. Die Peloidbadflüssigkeit II kann beim Einfüllen entweder die gleiche Temperatur wie die Peloidbadflüssigkeit I aufweisen oder aber wesentlich darunter liegen, wobei erst nach dem Einlegen des Patienten 5 eine allmähliche Erwärmung durch Wärmeübertragung seitens der Peloidbadflüssigkeit I eintritt.
- Der Umfangsrand der Folie 4 ist in Abständen mit Befestigungsteilen versehen, welche beim vorliegenden Ausf uhrungsb eispi el die Form von (nicht veranschaulichten) Knopflöchern aufweisen. Jedem Knopfloch der Folie 4 ist ein Befestigungselement 6 aus einer Mehrzahl von noppenartigen Befestigungselementen 6 zugeordnet, die im Bereich des Wannenumfangsrandes korrespondierend zu den Knopflöchern der Folie 4 vorgesehen sind (vgl. auch Fig. 2). Von einem Bodenteil der Folie 4 ausgehend ist ein flexibler Ablaufschlauch 7 nach unten und über einen Stutzen 7' aus der Wanne 1 herausgeführt.
- Mittels einer nicht gezeigten Pumpe kann bei Bedarf die oberhalb der Folie 4 befindliche Peloidbadflüssigkeit tollständig abgepumpt werden.
- Während der Badetherapie befinden sich die Enopflöcher der Folie 4 in Eingriff mit den oberen Befestigungselementen 6 der Wanne 1, wie dies in Fig. 1 dargestellt ist. Nach beendeter Therapie, wenn sich der Körper des Patienten 5 nicht mehr in der Wanne befindet, wird über den Schlauch 7 die Peloidbadflüssigkeit II abgepumpt und mehrmals mit reinem Wasser nachgespült, bis die Folie 4 sauber ist. Nunmehr ist die Folie 4 zur erneuten Aufnahme von Peloidbadflüssigkeit II und damit zur Durchführung einer weiteren Badetherapie bereit.
- Zum Zwecke eines eventuellen Austausches der Folie wird die Verbindung zwischen dem Umfangsrand der Folie 4 und den Befestigungselementen 6 gelöst.
Claims (7)
- Verfahren zum Verabreichen von Peloid-Voll- oder Sitzbädern an Patienten sowie Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.. Batentanspruch~ )Verfahren zum Verabreichen von Peloid-Voll- oder Sitzl an Patienten unter Verwendung einer mit einer Heiz-und Umwälzeinrichtung versehenen Wanne, dadurch gekennzeichnet, daß aus dem Flüssigkeitsspiegel der zum größeren Teil der Gesamthöhe mitieiner Peloidbadflüssigkeit gefüllten Wanne eine flüssigkeitsdichte Folie aufgelegt wird, deren Fläche wesentlich größer als die lichte Draufsichtfläche der Wanne ist und deren umlaufender Rand zumindest bis zum oberen Wannenumfangsrand hochgefuhrt und dort festgehalten wird, daß das durch die aufgelegte Folie und den oberen Wannenumfangsrand begrenzte Restvolumen der Wanne zumindest zum Teil mit weiterer Peloidbadflüssigkeit gefüllt wird und daß der Patient in dieses Restvolumen eingelegt wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die in das Restvolumen einzufüllende Peloidbadflüssigkeit auf eine geringere Temperatur als die bereits in der Wanne befindliche Peloidbadflüssigkeit erwärmt wird
- 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die in das Restvolumen einzufüllende Peloidbadflüssigkeit mit therapiewirksamen Zusatzstoffen versehen wird, die in der bereits in der Wanne befindlichen Peloidbadflüssigkeit nicht enthalten sind.
- 4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie (4) in Anpassung an die Innenform der Wanne (1) in Form eines oben offenen flexiblen Kastens ausgebildet ist.
- 5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Umfangsrand der Folie (4) in Abständen mit 3efestigungsteilen versehen ist, die mit korrespondierenden Befestigungselementen (6) am oberen Teil der Außenumfangsfläche der Wanne (1) in Eingriff zu bringen sind.
- 6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im Bodenteil der Folie (4) ein Ablaufschlauch (7) für die oberhalb befindliche Peloidbadflüssigkeit (II) vorgesehen ist.
- 7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Folie (4) mit einer Gewebearmierung versehen ist.
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