DE29806416U1 - Ziegenleder mit einer genarbten Beschichtung - Google Patents
Ziegenleder mit einer genarbten BeschichtungInfo
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Description
Philipp Schaefer, Am Leinewehr 25, 30519 Hannover
Ziegenleder mit einer genarbten Beschichtung
Die Erfindung betrifft ein Vollnarben-Ziegenleder mit einer dünnen Beschichtung und einer
Narbung in der Beschichtung, die keine Ähnlichkeit mit der typischen, natürlichen
Zielgenledernarbung aufweist.
Aufgrund seiner typischen, natürlichen Narbung wird Ziegenleder im Schuhbereich
hauptsächlich fur elegante Schuhe verwendet. Außerdem ist es bekannt, Ziegenleder mit einer
dünnen Lack-, Gold- oder Silberfolienoberschicht zu versehen und Abendschuhe daraus
herzustellen.
Wegen seiner hohen Festikeitseigenschaften bei geringem Gewicht findet es auch
Anwendung im orthopädischen Schuhbau und als Ziegenvelour, d. h. die Rückseite wird
durch Schleifen velourisiert.
Ziegenleder ist bei dünner Stärke und bei niedriger Dichte wesentlich reißfester und leichter
als Rindleder mit vergleichbarer Stärke, die hauptsächlich für die Herstellung von Sport- und
Athletikschuhen verwendet werden.
Es-ist die typische, natürliche Ziegenledernarbung, die dem Einsatz als Schaftmaterial für
Sport- und Athletikschuhen entgegensteht.
So verfügt vollnarbiges Ziegenleder mit einer Stärke von 1,0 mm über eine wesentlich höhere
Reiß- und Weiterreißfestigkeit als vollnarbiges Rindleder in der gleichen Stärke.
Aufgrund seiner feinen Faserstruktur und seiner niedrigen Dichte die ähnlich der
Faserstruktur und Dichte von Kangaruhledern sind, wäre Ziegenleder für Athletikschuhe
besonders geeignet. Kangaruhleder, daß bekanntlich nur im begrenzten Umfang zur
Verfügung steht, das aber ähnliche Eigenschaften wie zum Beispiel Ziegenleder aufweist, ist
für hoch beanspruchte Athletikschuhe das bevorzugte Narbenleder, während genarbtes
Ziegenleder unbedeutend geblieben ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde ein vollnarbiges Ziegenleder zu schaffen, das
jedoch eine Oberflächennarbung aufweist, die keine Ähnlichkeit mit der typisch, natürlichen
Ziegenledernarbung hat. Das vollnarbige Ziegenleder soll eine Oberfläche aufweisen, die
mittels der Narbung aussieht wie zum Beispiel Kangaruhleder, Kalbleder, Rindleder oder
eine technische Narben struktur.
Die natürliche Weichheit, die niedrige Dichte, die hohe Weiterreißfestikeit und die natürliche
Wasserspeicherung und Wasserdampfdurchlässigkeit des Ziegenleders soll jedoch nicht oder
nur kaum verändert werden.
Die Lösung der Aufgabe wird gemäß dem gekennzeichnetem Teil des Anspruchs „1" erreicht.
Die Vollnarben-Ziegenleder (1) haben eine Gesamtstärke zwischen 0,7 mm und 1,4 mm,
vorzugsweise 0,9 mm bis 1,1 mm. Die Narbenseite (2) der Ziegenleder wurden vor dem
Beschichten mit einem feinen Schmirgelpapier leicht geschliffen, so daß die Struktur der
Narbenschicht noch weitgehend vorhanden ist.
Die dünne Gesamtbeschichtung (3) besteht aus zwei separat gefertigten Polyurthanschichten
und ist dünner als 0,11 mm, vorzugsweise dünner als 0.09 mm. Die äußere der beiden
Polyurethanbeschichtungen (4) enthält die Narbung. Sie ist dünner als 0,6 mm, vorzugsweise
dünner als 0,4 mm und weist eine durchgängige Porenstruktur (5) auf. Dadurch, daß die Narbenschicht des Ziegenleders (2) nur leicht angeschliffen wurde, wird
erreicht, daß eine gute Verankerung zwischen der Schicht (6) und der Schicht (2) erzielt wird
ohne das jedoch die Schicht (6), die als Klebstoff fur die Schicht (4) dient, in die Faserschicht
des Ziegenleders einzieht.
Für die Erfindung ist es wesentlich, daß die Narbenschicht des Ziegenleders weitestgehend
vorhanden ist, um die natürliche Weichheit des Ziegenleders zu erhalten.
Beim Entfernen der Narbenschicht würde die Schicht (6) im flüssigen Zustand in die Struktur
der Lederfaserschicht einziehen und das Leder verhärten. Bei abstehenden Fasern, wie beim
Spalt- oder stark geschliffenen Narbenleder wäre eine dickere Beschichtung zum Bilden
einer genarbten Oberfläche erforderlich, was ebenfalls zumindest in Bezug auf Weichheit,
Griff und Wasserdampfdurchlässigkeit nachteilig wäre.
Die Äußere, die Narbung enthaltende Schicht (4), ist über die Schicht (6) mit der
Narbenschicht (2) des Ziegenleders verbunden. Sie besitzt eine Vielzahl von durchgehenden
Poren (5), die bereits bei 40-facher Vergrößerung deutlich sichtbar sind. Vor allem sieht man
die Poren auch ohne Vergrößerung, wenn man diese dünne Schicht (4) von der geprägten
Unterlage, auf der sie gefertigt wurde, entfernt und vor eine Lichtquelle hält.
Die Schichten (4) und (6) können aus einer verfestigten Polyurethanlösung oder einer
verfestigten Polyurethandispersion bestehen.
Obwohl die Gesamtbeschichtung weniger als 0,11 mm Stark ist, weist das vollnarbige
Ziegenleder eine genarbte Oberfläche auf, die nicht an Ziegenleder erinnert, auch nicht bei
einer Dehnung, wie sie zum Beispiel für die Schuhherstellung erforderlich ist.
Die Oberfläche besitzt vorzugsweise eine Narbung, die ein Aussehen wie vollnarbiges
natürliches Kangaruhleder oder vollnarbiges natürliches Rindleder hat. Tm Rahmen der
Erfindung kann aber jede Narbung beziehungsweise Prägung vorkommen, die nicht aussieht
wie die typische, natürliche Ziegenledernarbung.
Durch die dünne Beschichtung wird das vollnarbige Ziegenleder in Bezug auf
Abriebfestigkeit und ungehindertes Eindringen von Wasser und Schmutz von außen geschützt.
Die reichlich vorhandenen Poren (5) sorgen dafür, daß das beschichtete vollnarbige
Ziegenleder eine hohe Wasserdampfdurchlässigkeit aufweist. Vorteilhaft ist es wenn eine der Schichten (3) aus einer Polyurthanlösung und eine aus einer
Polyurethandispersion gebildet wurde.
Im Rahmen der Erfindung kann ein gesamtes Ziegenfell beschichtet sein oder ein vorher aus
dem Ziegenfell geschnittenes Formatteil, was insbesondere von Vorteil ist, wenn auf einem
und demselben Formatteil Zonen mit unterschiedlichen Narben struktur gewünscht werden.
Leicht geschliffene Ziegenleder werden hier als vollnarbige Ziegenleder bezeichnet, weil man
von vollnarbigen Ziegenleder auszugehen hat und nicht von Spalten, tief geschliffenen
Narbenleder oder von der Rückseite (Fleischseite) des Leders.
Eventuell zusätzlich vorhandene Schichten aufgebracht auf die Schicht (4), die dünner als
0,01 mm sind, wie zum Beispiel Griffmittel oder Haftvermittler bleiben bei dieser
Betrachtung unberücksichtigt.
Zur Beurteilung und messen der Schichtdicke wird zum Beispiel die Schicht (4) von der
Schicht (6) fein säuberlich getrennt, ggf. mit Hilfe von Lösungsmittel und nach dem
Verdampfen des Lösungsmittels mit einem Druck von 10 kg/cm gemessen.
Claims (9)
1. Vollnarbiges Ziegenleder (1) mit einer dünnen Beschichtung und einer Narbung in der
Beschichtung die keine Ähnlichkeit mit der typischen natürlichen Ziegenledernarbung
aufweist, dadurch gekennzeichnet, das die leicht geschliffene Narbenseite
(2) des vollnarbigen Ziegenleders, eine aus zwei Polyurethanschichten bestehende
Beschichtung (3) mit einer Gesamtstärke von weniger als 0,11 mm aufweist und das die
äußere, die Narbung enthaltende Schicht (4) mittels der Schicht (6) mit dem vollnarbigen
Ziegenleders verbunden ist, ohne das die Schicht (6) wesentlich in die Faserstruktur des
vollnarbigen Ziegenleders eingedrungen ist.
2. Nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Ziegenleder (1) eine
Stärke von 0,7 mm bis 1,1 mm aufweist, vorzugsweise 0,9 mm bis 1,1 mm.
3. Nach Anspruch 1 und 2, d a du r c h gekennzeichnet, daß die Beschichtung (3)
eine Stärke von weniger als 0,11 mm, vorzugsweise von weniger als 0,9 mm aufweist.
4. Nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Beschichtung (4) dünner als 0,6 mm, vorzugsweise dünner als 0,4 mm ist.
5. Nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß eine der Schichten aus einer verfestigten Polyurthanlösung besteht.
6. Nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß eine der Schicht aus einer verfestigten Polyurethandispersion besteht.
7. Nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß beide der Schichten aus einer verfestigten Polyurethandispersion gebildet sind.
8. Nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Poren (5) in der Schicht (4) vor einer Lichtquelle deutlich sichtbar sind.
9. Nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das vollnarbige
Ziegenleder als Formatteil in Form eines Schaftteils vorliegt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE29806416U DE29806416U1 (de) | 1998-04-08 | 1998-04-08 | Ziegenleder mit einer genarbten Beschichtung |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE29806416U DE29806416U1 (de) | 1998-04-08 | 1998-04-08 | Ziegenleder mit einer genarbten Beschichtung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE29806416U1 true DE29806416U1 (de) | 1998-07-30 |
Family
ID=8055481
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE29806416U Expired - Lifetime DE29806416U1 (de) | 1998-04-08 | 1998-04-08 | Ziegenleder mit einer genarbten Beschichtung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE29806416U1 (de) |
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| DE20010978U1 (de) | 2000-06-21 | 2000-09-07 | Schaefer, Philipp, 30519 Hannover | Beschichtetes Substrat |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| R207 | Utility model specification |
Effective date: 19980910 |
|
| R163 | Identified publications notified |
Effective date: 19980804 |
|
| R150 | Utility model maintained after payment of first maintenance fee after three years |
Effective date: 20011128 |
|
| R157 | Lapse of ip right after 6 years |
Effective date: 20041103 |