DE29703713U1 - Siebrechen - Google Patents
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Description
RAI 3356 G
Gunter Reist
Siebrechen
Die Erfindung betrifft einen Siebrechen zum Austrag von Feststoffen aus einem Abwasserstrom, mit einem antreibbaren,
in den Abwasserstrom einsetzbaren Siebband, das zwei seitliche Gliederketten aufweist, zwischen denen sich aus
Lochblechen bestehende Siebelemente erstrecken.
Abwasser müssen insbesondere vor der Behandlung in Kläranlagen
von mitgeführten Feststoffen mechanisch gereinigt werden, die eine vorgegebene Partikelgröße überschreiten. Hierzu ist
es bekannt, den Abwasserstrom durch einen Siebrechen zu leiten, der die Feststoffe zurückhält. In regelmäßigen
Abständen oder kontinuierlich ist ein Austrag der Feststoffe erforderlich, um ein Verstopfen des Siebrechens zu vermeiden.
Zu diesem Zweck sind Siebrechen oder Filterrechen in unterschiedlicher Bauart bekannt. Überwiegend weisen diese
Siebrechen ein nach Art eines Paternosters endlos umlaufendes, angetriebenes Siebband auf, das aus einzelnen Siebgliedern
besteht, die mit ihren Zwischenräumen die vom Abwasserstrom durchströmte Siebfläche bilden.
Neben Siebrechen deren Siebelemente aus Gruppen von nebeneinander angeordneten Siebgliedern bestehen (WO 92/18
221), sind Siebrechen der eingangs genannten Gattung bekannt, bei denen die Siebelemente jeweils von einem flachen
Lochblech gebildet werden. Diese Siebrechen mit Lochblechen haben den Vorteil eines verhältnismäßig einfachen Aufbaus, so
daß sie verhältnismäßig kostengünstig herzustellen sind. Auch im Falle einer Beschädigung der Siebelemente ist der
Austausch eines Lochblechs verhältnismäßig einfach auszuführen, wobei auch die Ersatzteilbeschaffung einfach ist, weil
die Lochbleche in einfacher Weise und mit geringen Kosten hergestellt werden können und weil beim Austausch einzelner
Lochbleche die beiderseitigen Gliederketten eingebaut bleiben.
Bei diesen bekannten Siebrechen mit Lochblechen ist nur die Umlaufbewegung des Siebbandes steuerbar. Bei geringem
Wasseranfall steht das Siebband über größere Zeitabstände still, da keine oder nur eine sehr geringe Wasserstandsdifferenz
beiderseits des Siebrechens auftritt. Wegen der geringen Fließgeschwindigkeit des Wassers setzt sich vor allem grobes
Material im Kanal ab, so daß fast nur noch feines Material an das Siebband gelangt. Dieses feine Material wird größtenteils
durch die Bohrungen der Lochbleche hindurchgespült. Hierbei handelt es sich sowohl um anorganisches als auch um
organisches Material.
Bei großem Wasseranfall, beispielsweise nach einem Regenereignis, erfolgt durch die hohe Fließgeschwindigkeit des
Wassers eine Spülung des Kanals. Das Siebband belegt sich schnell und wird infolge der auftretenden Wasserstandsdiffe-
renz durch seine Steuerung auf Dauerlauf und unter Umständen zusätzlich auf höhere Umlaufgeschwindigkeit geschaltet. Nach
Beendigung des Spülstoßes kommt nur noch wenig Material, aber die Wassermenge bleibt noch für längere Zeit unverändert. Das
Siebband wird aus Sicherheitsgründen weiterhin im Dauerlauf betrieben. Bedingt durch die Strömungsverhältnisse wird
feines Material durch das Siebband hindurchgespült und somit nicht ausgetragen.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Siebrechen der eingangs genannten Gattung so auszubilden, daß ein besserer
Schmutzaustrag erreicht wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß jedes
Siebelement aus zwei aufeinanderliegenden, relativ zueinander
verschiebbaren Lochblechen besteht, und daß eines der beiden Siebbleche als bewegliches Lochblech aufgeführt und
mindestens an einer Stelle der Umlaufbahn des Siebbandes mit einem Verstellantrieb in Eingriff steht.
Durch die Relatiwerstellung der beiden aufeinanderliegenden
Siebbleche, die jeweils ein Siebelement bilden, wird der Durchlaßquerschnitt der Bohrungen der Siebelemente verändert.
Damit wird neben der Antriebssteuerung des Siebrechens eine weitere Steuerungsmöglichkeit hinsichtlich der Siebwirkung
geschaffen, wodurch sich eine optimale Anpassung an die jeweils auftretenden Verhältnisse erreichen läßt.
Durch Veränderung der Spaltweite (Lochgröße) der Siebelemente wird im Betriebszustand mit geringem Wasseranfall mehr
Material ausgetragen, wobei die durch die Verringerung der
Spaltweite bedingte Wasserspiegeldifferenz dazu führt, daß
der Antrieb des Siebbandes wieder eingeschaltet wird. Das Siebband trägt bei verringerter Spaltbreite mehr Material
aus.
Bei steigendem Wasserzufluß wird die Spaltweite nur so vergrößert, wie dies für den jeweiligen Betriebszustand
erforderlich ist. Dadurch wird auch bei hohem Wasserzufluß noch jeweils eine optimale Siebleistung erreicht.
Die verbesserte Austragsleistung ermöglicht es, auf unvorhergesehene Wetterereignisse besser zu reagieren und
verringert weiter die Verstopfungsgefahr für nachgeschaltete Pumpen und Leitungen. Die Laufzeiten des Siebbandes können so
optimiert werden, daß angeschwemmtes Rechengut zusätzlich als Feinsieb wirkt und auch feinen Schmutz zurückhält. Dies
ermöglicht es, bei einem nachgeschalteten Waschvorgang auch größere Mengen organischer Stoffe auszuwaschen und einem
Klärprozeß zuzuführen.
Vorteilhafte Ausgestaltungen des Erfindungsgedankens sind
Gegenstand der Unteransprüche.
Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung näher erläutert, die in der Zeichnung dargestellt sind. Es zeigt:
Fig. 1 in einer Teil-Draufsicht ein Siebband eines Siebrechens
zum Austrag von Feststoffen aus einem Abwasserstrom,
Fig. 2 einen Schnitt längs der Linie II-II in Fig. 1,
Fig. 3 einen vergrößerten Teilschnitt durch das Siebband im Vorlauf und Rücklauf und
Fig. 4 eine Teil-Draufsicht in Richtung des Pfeiles IV in
Fig. 3.
Der in den Fig. 1-4 dargestellte Siebrechen dient dazu, aus einem Abwasserstrom Feststoffe auszutragen. Ein umlaufendes,
antreibbares Siebband 1 weist zwei seitliche Gliederketten auf, zwischen denen sich Lochbleche 3 als Siebelemente
erstrecken, die als doppellagige Lochbleche 3a, 3b ausgeführt sind.
Jeweils ein Lochblech 3 b der beiden aufeinanderliegenden Lochbleche, ist an seinen beiden Enden mit einem Tragwinkel 4
verbunden, beispielsweise verschraubt, der mit einem Glied 2a der Gliederkette 2 verbunden ist. Jeder Tragwinkel 4 weist
ein Anschlagblech 5 auf, das an der Unterseite des Lochblechs 3 b anliegt und sich fast über dessen gesamte Breite
erstreckt.
Zwischen den Längskanten 3c benachbarter Lochbleche 3 ist jeweils ein Fugenbrückenprofil 6 eingesetzt, das bei dem
dargestellten Ausführungsbeispiel aus zwei Profilleisten 7 besteht, die jeweils aus einem verformten Blechstreifen
gebildet sind. Die beiden Profilleisten 7 sind durch im Abstand zueinander angeordnete Schrauben 8 miteinander
verbunden. Wie in Fig. 2 gezeigt, ist jede Schraube 8 an ihrem einen Ende mit der unteren Profilleiste 7 verbunden,
beispielsweise verschweißt und ragt mit ihrem anderen Ende
durch eine Bohrung der oberen Profilleiste 7 und trägt eine gesicherte Hutmutter 9.
Eine auf der Schraube 8 aufgenommene, zwischen den beiden
Profilleisten 7 angeordnete Distanzhülse 10 bildet einen Abstandshalter zwischen den beiden Profilleisten 7.
Zwischen den beiden Längsrändern der im Abstand zueinander angeordneten Profilleisten 7 ist am Fugenbrückenprofil 6
jeweils eine Haltenut 11 gebildet, die jeweils eine der beiden Längskanten 3c beweglich und schwenkbar aufnimmt. Jede
der beiden Haltenuten 11 des Fugenbrückenprofils 6 weist eine durch zwei Nutlippen 12 begrenzte Nutmündung auf, deren
lichte Weite größer als die Gesamtdicke der Lochbleche 3a, b ist. Man erkennt außerdem, daß sich die Haltenut 11 zum
Nutgrund hin erweitert. Die den Lochblechen 3 a, 3 b zugekehrten Innenflächen der Nutlippen 12 sind im Querschnitt
konvex gewölbt. Dies ermöglicht im Bereich der Umlenkung des Siebbandes eine Schwenkbewegung der benachbarten Lochbleche
relativ zueinander. Außerdem ermöglicht die bewegliche Aufnahme der Längsränder 3c in den Haltenuten 11 eine
Verschiebung der beiden Lochbleche 3a, 3b relativ zueinander.
Wie insbesondere aus Fig. 3 zu erkennen ist, besteht jedes Siebelement aus zwei aufeinanderliegenden Siebblechen 3a und
3b, wobei das eine Lochblech 3b als festes Lochblech mit der Gliederkette 2 verbunden ist.
Das daraufliegende bewegliche Lochblech 3a trägt an seinem einen Ende einen Winkel 13, dessen nach außen ragender Arm
13a mit einer Führungsgabel 14 versehen ist. In Figur 3 ist
beispielsweise eine Stellung gezeigt, in der die Löcher 16 des beweglichen Lochblechs 3a mit den Löchern 17 des festen
Lochblechs 3b zur Deckung gebracht sind. In diesem Zustand haben die Siebelemente ihre größtmögliche Spaltweite.
An einer vorgegebenen Stelle der Umlaufbahn des Siebbandes 1, im Rücklauf kommt die Führungsgabel 14 mit einer Verstellschiene
15 in Eingriff, die quer zur Laufrichtung des Siebbandes verstellbar ist. Wie in Fig. 3 gezeigt, ist die
Verstellschiene 15 über eine Schubstange 18 mit einem Verstellantrieb 19 verbunden, beispielsweise einem druckmittelbetätigten
Zylinder, der mit einer nur schematisch dargestellten Steuereinrichtung 20 verbunden ist. Die
Steuereinrichtung 20 kann mit einem die jeweiligen Strömungsverhältnisse erfassenden Sensor 21 in Verbindung stehen,
beispielsweise einer Einrichtung zur Wasserstandsmessung vor und hinter dem Siebrechen.
Die beiden Lochbleche 3a und 3b werden an ihren beiden Längsrändern durch das Fugenbrückenprofil 7 zusammengehalten.
Zusätzlich oder anstelle dieses Fugenbrückenprofils kann vorgesehen sein, daß in Langlöchern 22 der beiden Lochbleche
3a und 3b Profilstücke 23 eingesetzt sind, die mit ihren beiden verbreiterten Köpfen die Ränder der Langlöcher 22
übergreifen und die beiden Lochbleche 3a, 3b zusammenhalten.
Über den Verstellantrieb 19 wird durch Relativverschiebung der beiden Lochbleche 3a, 3b eine Veränderung der Spaltweite
der Siebelemente 3 vorgenommen und dadurch die Siebwirkung so beeinflußt, daß unter allen auftretenden Betriebsbedingungen
eine optimale Austragsleistung erreicht wird.
Wenn der Sensor 21 ein Anwachsen der Höhendifferenz des
Wasserspiegels vor und hinter dem Siebrechen feststellt, wird das Siebband 1 zunächst in Dauerlauf geschaltet und
möglicherweise auch auf eine höhere Geschwindigkeit geschaltet. Erst wenn diese Maßnahme bei eng eingestellter
Spaltweite infolge eines großen Wasserzulaufs nicht ausreicht, wird durch Betätigung der Verstelleinrichtung
eine Spaltweitenvergrößerung durchgeführt.
Wenn nach Beendigung des Spülstoßes nur noch wenig und sehr feines Material ankommt, aber die Wassermenge noch für
längere Zeit hoch bleibt, hält der sehr hohe Wasserstand das Siebband aus Sicherheitsgründen noch im Dauerlauf. Es wird
nur wenig feines Material angeschwemmt. Um zu verhindern, daß dieses Material ungehindert durch den Siebrechen fließt, wird
die Spaltweite schon bei anfänglichem Rückgang des Wasserspiegels so verringert daß das feine Material besser
ausgetragen wird.
Claims (4)
1. Siebrechen zum Austrag von Feststoffen aus einem Abwasserstrom, mit einem antreibbaren, in den Abwasserstrom
einsetzbaren Siebband, das zwei seitliche Gliederketten aufweist, zwischen denen sich aus Lochblechen bestehende
Siebelemente erstrecken, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Siebelement (3) aus zwei aufeinanderllegenden, relativ
zueinander verschiebbaren Lochblechen (3a, 3b) besteht und daß eines der beiden Lochbleche (3a, 3b) als bewegliches
Lochblech (3a) ausgeführt und mindestens an einer Stelle der Umlaufbahn des Siebbandes (1) mit einem Verstellantrieb (19)
in Eingriff steht.
2. Siebrechen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils das andere, feste Lochblech (3b) mit der Gliederkette
(2) verbunden ist.
3. Siebrechen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das bewegliche Lochblech (3a) an einer Stelle im Rücklauf des
Siebbandes (1) an einer Verstellschiene (15) geführt ist, die quer zur Laufrichtung des Siebbandes (1) verstellbar ist.
4. Siebrechen nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß der Verstellantrieb (19) mit einer
Steuereinrichtung (20) verbunden ist.
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