DE2943292A1 - Meissel fuer eine einschlagvorrichtung - Google Patents
Meissel fuer eine einschlagvorrichtungInfo
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Description
SCHWEIZERISCHE ALUMINIUM AG, 3965 Chippis
3. September 1979
FPRS-HBr/eh 1367 -
FPRS-HBr/eh 1367 -
1 3001 2/0569
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Meissel für
eine Einschlagvorrichtung zum Brechen der erstarrten Kruste eines Elektrolyseofens, insbesondere zur Herstellung von Aluminium.
Für die Gewinnung von Aluminium durch Elektrolyse von Aluminiumoxid
wird dieses in einer Fluoridschmelze gelöst, die zum grössten Teil aus Kryolith besteht. Das kathodisch abgeschiedene
Aluminium sammelt sich unter der Fluoridschmelze auf dem Kohleboden der Zelle, wobei die Oberfläche des flüssigen Aluminiums
die Kathode bildet. In die Schmelze tauchen von oben Anoden ein, die bei konventionnellen Verfahren aus amorphem
Kohlenstoff bestehen. An den Kohleanoden entsteht durch die elektrolytische Zersetzung des Aluminiumoxids Sauerstoff, der
sich mit dem Kohlenstoff der Anoden zu C0_ und CO verbindet.
Die Elektrolyse findet in einem Temperaturbereich von etwa 940 - 950° C statt.
Im Laufe der Elektrolyse verarmt der Elektrolyt an Aluminiumoxid. Bei einer unteren Konzentration von 1-2 Gew.-% Aluminiumoxid
im Elektrolyten kommt es plötzlich zum Anodeneffekt, der sich in einer plötzlichen Spannungserhöhung von beispielsweise
4 - 4,5 V auf 30 V und darüber auswirkt. Spätestens dann muss die Kruste eingeschlagen und die Aluminiumoxidkonzentration
durch Zugabe von neuem Aluminiumoxid (Tonerde) angehoben werden.
Die Zelle wird im normalen Betrieb üblicherweise periodisch bedient, auch wenn kein Anodeneffekt auftritt. Ausserdem muss
bei jedem Anodeneffekt die Badkruste eingeschlagen und die Tonerdekonzentration durch Zugabe von neuem Aluminiumoxid
angehoben werden, was einer Zellenbedienung entspricht.
130012/0569
δ _4-
Zur Zellenbedienung ist über lange Jahre die Kruste aus erstarrter
Schmelze zwischen den Anoden und dem Seitenbord der Elektrolysezelle eingeschlagen und anschliessend neues Aluminiumoxid
zugegeben worden. Diese heute noch weitgehend angewandte Praxis stösst auf zunehmende Kritik wegen Verschmutzung
der Luft in der Elektrolysehalle und der äusseren Atmosphäre. Die Forderung nach Kapselung der Elektrolyseöfen und die Behandlung
der Abgase ist in den letzten Jahren zunehmend zur zwingenden Notwendigkeit geworden. Eine maximale Zurückhaltung
der Elektrolysegase durch Kapselung kann jedoch nicht gewährleistet werden, wenn eine klassische Längsseitenbedienung
zwischen den Anoden und dem Seitenbord der Oefen erfolgt.
In neuerer Zeit sind deshalb die Aluminiumhersteller immer mehr zur Bedienung in der Ofenlängsachse übergegangen. Nach dem
Einschlagen der Kruste erfolgt die Tonerdezugabe entweder lokal und kontinuierlich nach dem "Point-Feeder"-Prinzip oder
nichtkontinuierlich über die ganze Ofenlängsachse verteilt. In beiden Fällen ist auf der Elektrolysezelle ein Vorratsbunker
für die Tonerde angeordnet. Entsprechendes gilt für die von der Anmelderin in jüngerer Zeit vorgeschlagene Querbedienung
der Elektrolyseöfen (CH-Pat.-Anm. 7956/77).
Für das Einschlagen des erstarrten Flusses werden in bekannten Vorrichtungen im Querschnitt rechteckige oder runde Meissel
eingesetzt.
Der untere, beim Einschlagen mit der Kruste unmittelbar in Eingriff stehende Bereich des Meisseis ist bei diesen bekannten
Vorrichtungen folgendermassen ausgebildet: Ebene, zu den Seitenflächen der Meissel vertikal angeordnete
Stirnfläche (CH-PS 520 778). Diese Ausführungsform des Meisseis kann als Normalfall bezeichnet
werden.
Runder Meissel mit einer kegelförmigen Spitze CDE-PS 2 135 485)
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Kegelstumpfförmige Einengung eines runden Meisseis (US-PS 3 ,371 026).
Ebene untere Stirnflächen von Meissein weisen jedoch den Nachteil auf, dass die verhältnismässig harte und dicke Elektrolytkruste
gleichzeitig über die ganze Querschnittsfläche eingedrückt werden muss. Beim Einsatz von sich im untersten Bereich
verjüngenden Meissein wird wohl die anzuwendende Vertikalkraft
kleiner, es sind jedoch infolge der Keilwirkung der Schrägseiten noch beachtliche, seitwärts gerichtete Kräfte zu überwinden.
Dies erhöht nicht nur den Energieaufwand, sondern auch die Investitionskosten in beträchtlichem Masse.
Die Erfinder haben sich deshalb die Aufgabe gestellt, eine Meisselform für eine Einschlagvorrichtung zum Brechen der erstarrten
Kruste eines Elektrolyseofens zu schaffen, bei welcher der für das Einschlagen erforderliche Kraftaufwand erheblich
vermindert wird.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass mindestens
Teile des Randbereichs der Meisselunterseite deren übrige Bereiche überragen und als Stanzkanten ausgebildet sind, und
dass die Meisselunterseite keine nach aussen geneigte, beim Durchstossen der Kruste nach aussen gerichtete Seitenkräfte
bewirkende Flächen aufweist.
Beim Einsatz eines Meisseis mit erfindungsgemäss ausgesparter
Unterseite wirkt dieser beim Einschlagen der Elektrolytkruste wie ein Stanz- bzw. Abscherwerkzeug. Der geringere Kraftaufwand
zum Durchlöchern der Kruste vermindert einerseits den Energieaufwand und erlaubt andererseits, mit weniger massiv gebauten
Schlagvorrichtungen auszukommen, was auch die Investitionen niedriger zu halten ermöglicht.
Die Meissel werden aus üblichem Material, vorzugweise aus St 45 - 50, einem harten und schweissbaren Stahl, herge-
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1 -6-
stellt. Für die aus den aus Umweltschützgründen zunehmend
häufiger angewandte Mittel-, Quer- oder Punktbedienung sind Meissel mit im Querschnitt länglichen Rechtecke, z.B. 150 χ
40 mm, besonders günstig, weil beim Umrüsten von bestehenden Oefen der Anodenabstand in der Ofenlängsachse (Mittelbedienung)
bzw. Ofenquerachse (Querbedienung) nicht oder nur unwesentlich verändert werden muss.
Aus fertigungstechnischen Gründen sind bei im Querschnitt runden Meissein kegel-, kegelstumpf- oder kalottenförmige Aussparungen,
bei im Querschnitt rechteckigen Meissein keilförmige Aussparungen bevorzugt.
Die Einschlagvorrichtung, welche im Prinzip aus Druckzylinder, Kolbenstange und Meissel besteht, ist direkt oder indirekt
am Zellenaufbau befestigt oder Bestandteil eines Bedienungsfahrzeuges bzw. Ofenmanipulators.
Beispiele von Ausführungsformen der Erfindung werden anhand der Zeichnung schematisch dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 und 2 einen Glockenmeissel mit kegelförmiger Aussparung, Ansicht bzw. von unten
Fig. 3 und 4 einen Glockenmeissel mit kegelstumpfförmiger Aussparung, Ansicht bzw. von
unten
Fig. 5 und 6 einen fischschwanzförmig ausgebildeten
Meissel, Ansicht bzw. von unten
Fig. 7 und 8 Varianten der Ausbildung des Randbereichs bei A von Fig. 1, 3 und 5.
In den Fig. 1 und 2 wird ein zylinderförmiger Meissel 10 dargestellt,
der statt einer ebenen unteren Stirnseite eine kegel-
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förmige Aussparung 12 aufweist. Die Mantelfläche dieser kegelförmigen
Aussparung 12 und die Mantelfläche des Zylinders bilden eine von unten sichtbare kreisförmige Schnittfläche,
welche die Stanzfläche darstellt. Die Mantellinien der kegelförmigen Aussparung 12 bilden mit der Horizontalen einen
Winkel *L , welcher vorzugsweise im Bereich von 15-45 liegt.
Bei kleineren Winkeln nimmt die Wirkung des als Stanzwerkzeug eingesetzten Meisseis zunehmend ab, grössere Winkel als 45°
sind aus wirtschaftlichen und mechanischen Gründen zunehmend
uninteressanter.
Beim Niederdrücken des Meisseis 10 wird aus der erstarrten Kruste des Elektrolyten ein kreisförmiges Loch ausgestanzt.
Beim Durchgreifen der Kruste bilden sich keine nach aussen gerichtete Kraftkomponenten aus. Die von der Mantelfläche des
Kegels 12 ausgeübten Seitenkräfte sind nach innen gerichtet und wirken deshalb auf denjenigen Teil der Kruste, der durchgestossen
werden muss.
Falls die Aussparung eines zylinderförmig ausgestalteten Meisseis 10, wie in den Fig. 3 und 4 dargestellt, kegeistumpfförmig
ausgebildet ist, wirkt die Mantelfläche 14 des Kegelstumpfs
in gleicher Weise wie die Mantelfläche 12 des Kegels von Tig. 1. Die Korizontalflache 16 übt ihre ausschliesslich
nach unten gerichtete Kraft erst aus, wenn der Meissel schon ein Stück weit in die Kruste hineingedrückt worden ist.
In den Fig. 5 und 6 ist ein im Querschnitt rechtwinkliger Meissel 18 dargestellt, welcher statt einer horizontalen
ebenen Stirnfläche eine keilförmige Aussparung 20 aufweist. Für die Wahl des Neigungswinkels e>£· dieser Fischschwanzform
gelten dieselben Kriterien wie in den vorhergehenden Figuren. Der in der Schnittebene von Fig. 5 ausgesparte dreieckige Teil
kann nach einer nicht dargestellten Variante auch trapezförmig sein, ähnlich wie in Fig. 3.
130012/0569
29A3292 3 -β-
In Fig. 7 ist eine Ausführungsvariante der Stanzkante in vergrösserter
Massstab dargestellt. Die Aussparung, gleichgültig ob sie kegel- oder keilförmig ist, verläuft vorerst in einem
steileren Winkel 22 und geht dann in einen flacheren Winkel
24 über. Dies hat den Vorteil, dass der Meissel mit weniger
Kraft in die Kruste hineingestanzt werden kann. Für diese
Variante ist jedoch nur sehr hartes und verschleissfestes
Meisselmaterial geeignet.
24 über. Dies hat den Vorteil, dass der Meissel mit weniger
Kraft in die Kruste hineingestanzt werden kann. Für diese
Variante ist jedoch nur sehr hartes und verschleissfestes
Meisselmaterial geeignet.
In Fig. 3 wird eine weitere Ausführungsvariante der Stanzkante des Meisseis gezeigt. Die Aussparung beginnt nicht am Umfang
des Meisseis, sondern ist etwas eingerückt, wodurch im Randbereich eine Horizontalfläche 26 gebildet wird. Auf der Innenseite
dieser Horizontalfläche folgt die Aussparung 28, vorzugsweise
mit den oben füro£ angegebenen Werten. Bei dieser Ausführungsform
des Meisseis muss beim Eindrücken der Kruste in der Anfangsphase mehr Kraft aufgewendet werden; dafür ist
jedoch der Verschleiss an Meisselmaterial geringer.
jedoch der Verschleiss an Meisselmaterial geringer.
Es versteht sich von selbst, dass die Vorteile der Erfindung auch mit anderen Formen der Aussparung an der Unterseite des
Meisseis erreicht werden können, falls keine nach aussen gerichteten Seitenkräfte erzeugt werden.
130012/0569
Claims (6)
1. Meissel für eine Einschlagvorrichtung zum Brechen der erstarrten
Kruste eines Elektrolyseofens, insbesondere zur Herstellung von Aluminium,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens Teile des Randbereichs der Meisselunterseite deren übrige Bereiche überragen und als Stanzkanten ausgebildet
sind, und dass die Meisselunterseite keine nach aussen geneigte, beim Durchstossen der Kruste nach aussen
gerichtete Seitenkräfte bewirkenden Flächen aufweist.
2. Meissel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dieser zylinderförmig ausgebildet ist und auf der Unterseite
eine sich bis in den Randbereich erstreckende kegelförmige, kegelstumpfförmige oder kalottenförmige Aussparung
(12, 14, 16) aufweist.
3. Meissel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dieser im Querschnitt rechteckig ausgebildet ist und auf
der Unterseite eine sich bis in den Randbereich erstrekkende keilförmige Aussparung (20) aufweist.
4. Meissel nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
dass der Neigungswinkel (<?£) der Aussparung zwischen 15 und
45° liegt.
5. Meissel nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Stanzkante vorerst eine Aussparung
(22) mit grossem Neigungswinkel und innerhalb davon eine Aussparung (24) mit kleinerem Neigungswinkel ausgebildet
ist.
130012/0569 ORIGINAL INSPECTED
6. Meissel nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Stanzkante eine horizontale
Randfläche (26) und eine innen anschliessende Aussparung (28) ausgebildet ist.
130012/0569
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
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