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Elektrisch angetriebener,
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zweirädriger Golfhandwagen Die Erfindung betrifft einen elektrisch
angetriebenen, zweirädrigen Golfhandwagen mit einem Chassis, an dem koaxiale lager
für die beiden Räder vorgesehen sind, eine Deichsel angelenkt und mindestens ein
batteriegespeister Elektromotor abgestützt ist.
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Es sind dreirädrige Golfhandwagen bekannt, die zwar Vorteile hinsichtlich
iastaufnahme und Standsicherheit bieten, die aber so sperrig sind, daß sie kaum
oder höchstens nach einer nahezu vollständigen Demontage beispielsweise im Kofferraum
eines Personenkraftwagens mitgeführt werden können.
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Letztere Nachteile liegen bei zweirädrigen Golfhandwagen, wie diese
beispielsweise durch die D2-OS 26 34 765 bekannt sind, im allgemeinen nicht vor,
jedoch ist dieser bekannte zweirädrige Golfhandwagen insbesondere wegen seines hoch
liegenden Schwerpunktes unbefriedigend in seiner Fahreigenschaft. Gerade bei abschüssigem
Gelände ist dieser bekannte Wagen meist nur unter Betätigung einer besonderen Bremsvorrichtung
handhabbar. Zudem ist bei diesem bekannten Wagen nur ein Abnehmen der beiden Räder
und des Golfgepäckes möglich, weshalb zum Transport ein verhältnismäßig großer PKW-Kofferraum
erforderlich ist, in dem der demontierte Golfwagen aber nur einen unsicheren Stand
hat. Zudem bleibt auch der demontierte Golfwagen nur sperrig und schwergewichtig,
weshalb er zO B. von Frauen im allgemeinen nicht gehoben und verladen werden kann.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen zweirädrigen Golfhandwagen
zu schaffen, der hinsichtlich des Fahrverhaltens und der Abstellbarkeit sehr bequem
handhabbar ist, der aber zugleich auch in äußerst raumsparender Weise zusammengelegt
und dabei in noch gut tragbare bzw. anhebbare Teile zerlegt werden kann0 Ausgehend
vom gattungsgemäßen Golfhandwagen wird die Lösung dieser Aufgabe erfindungsgemäß
dadurch erreicht, daß das Chassis aus einem etwa horizontal zwischen den Rädern
sich
erstreckenden, in Höhe oder tiefer als die Radachse liegenden,
den bzw. die Elektromotoren umschließenden Rahmen besteht, in welchen die Batterie
einhängbar ist, daß das Chassis an der Vorderseite mit einem auf dem Boden aufsetzbaren
Auslegerarm von etwa halber Deichsellänge versehen ist, daß die mit einer Halterung
für den Golfköcher versehene Deichsel nach vorne hin bis auf den Auslegerarm niederschwenkbar
am Chassis angelenkt ist und daß die dann über den Auslegerarm vorstehende Deichselhälfte
zurückklappbar ist.
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Durch die Erfindung werden eine Reihe von Vorteilen erreicht Durch
das tiefliegende, die schweren Teile wie Motore und Batterie tragende Chassis kann
der Golfhandwagen sehr leicht vom Benutzer geführt werden. Denn der Benutzer bringt
im allgemeinen unbewußt den Wagen in eine solche Stellung, daß der Schwerpunkt in
der die Radachse enthaltenden Vertikalebene liegt, da dann der Benutzer keine Kraft
zur Kompensation von Gewichtsmomenten des Wagens mehr aufzubringen hat. Der Benutzer
kann sich somit allein auf das lenken und Beschleunigen des Wagens konzentrieren,
wobei die Beschleunigung des Wagens gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung mittels eines an der Deichsel angeordneten Drehgriffes mit Potentiometer
erfolgt, wobei der Drehgriff durch eine Rückholfeder in Richtung auf die Nullstellung
belastet ist. Dies hat zur Folge, daß beim Loslassen des Handgriffes der Motor sofort
abschaltet und der Wagen zum Stillstand kommt.
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Einen weiteren wesentlichen Vorteil erbringt der vordere, auf den
Boden aufsetzbare Auslegerarm, der einerseits ein wegrollsicheres Absetzen des Wagens
erlaubt, andrerseits aber auch als beim Fahren in abschüssigem Gelände als Bremse
über den Boden geschleift werden kann und somit eine gesonderte Bremseinrichtung
erübrigt, Trotz dieses eine Dreipunktabsetzung des Wagens ermöglichenden Auslegers
kann der Golfhandwagen nach der Erfindung sehr raumsparend zusammengeklappt werden,
da die Deichsel, hälftig zusammengeklappt, auf den Auslegerarm niedergeschwenkt
werden kann.
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Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung kann der Auslegers arm am
vorderen Ende einen Gleitschuh aufweisen, so daß der Wagen quasi auch als dreirädriges
Fahrzeug geführt werden kann, wobei aber durch mehr oder weniger starkes Belasten
des Gleitschuhs variable Bremseffekte ausgeführt werden können.
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Weiterhin kann der Erfindung zufolge am vorderen Ende des Auslegerarmes
ein in Richtung zum Chassis hin umlegbarer Klappsitz vorgesehen werden0 Im zusammengelegten
Zustand nimmt der Golfhandwagen nach der Erfindung in gewünschter Weise zwar nur
einen geringen Raum ein, jedoch bleibt er verhältnismäßig schwergewichtig, so daß
er nur von einer verhältnismäßig kräftigen Person in den Kofferraum eines PKW's
gehoben werden könnte.
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Um die Mitführung und das Verladen des Handgolfwagens weiter zu erleichtern,
ist der Erfindung zufolge vorgesehen, daß seine schwergewichtigen Teile wie insbesondere
die Batterie zusammen mit einem die elektronische Steuerung enthaltenen Kasten abnehmbar
sind, wobei sowohl mechanische als auch elektrische Steckverbindungen an Batteriehalterung,
Steuerungskasten und Chassis vorgesehen sind, die das Zusammensetzen dieser Teile
erleichtern und insbesondere auch nur in einer, der richtigen Lage zulassen.
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Schließlich ist der Erfindung zufolge noch vorgesehen, daß die Räder
von den Achsen abnehmbar sind, wobei den Rädern Schnellverschlüsse zugeordnet sind,
die - außer einer Entriegelungsstellung - wahlweise eine drehfeste Kopplung zwischen
Rad und Radachse oder einen Freilauf ermöglichen. Im Falle einer drehfesten Kopplung
wirken die Elektromotoren - bei losgelassenem Handgriff-Potentiometer - beim Verfahren
des Wagens beispielsweise auf abschüssiger Bahn als Generator und damit als Bremse.
Die Einstellung des Preilaufes ermöglicht es, den Wagen leichtgängig allein von
Hand zu schieben.
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Weitere Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben
und anhand der nachfolgenden Pigurenbeschreibung näher erläutert. In der Zeichnung
zeigen
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht des Golfhandwagens nach
der Erfindung in Gebrauchsstellung, Figo 2 eine Vorderansicht des Golfwagens, jedoch
ohne den vorderen Klappsitz, Figo 3 eine Seitenansicht gemäß der Schnittlinie III-III
in Fig0 2, Fig. 4 den Golfwagen in zusammengeklapptem Zustand und bei abgenommener
Batterie und Steuerungselektronik, Figo 5 eine Explosivdarstellung der mechanisch
und elektrisch durch Steckverbindungen zusammenzufügenden Teile Chassis, Batterie
mit Halterung und Elektronik-Steuerkasten, Fig. 6 in Draufsicht ein Radachsenende,
Fig. 7 einen Schnitt gemäß der Linie VII-VII in Fig0 6 und
Fig.
8 in Draufsicht einen Schieber zur Entriegelung bzw. Kopplung von Rad und Achse,
Fig0 1 zeigt einen elektrisch angetriebenen, zweirädrigen Golfhandwagen mit einem
Chassis 1, welches als ein Rechteckrahmen aus zwei Seitenplatten 2, 3 und zwei Vierkant-Verbindungsstreben
4, 5 besteht0 In den Seitenplatten 2, 3 sind jeweils koaxiale Lager für die beiden
Räder vorgesehen, wobei jedem Rad 6, 7 ein an der Innenseite der Platten 2, 3 angeordneter
Motor 8, 9 zugeordnet ist. In der Pahrstellung liegt das Chassis 1 etwa horizontal
und unterhalb der die Radachsen10 enthaltenden Horizontalebene0 An die beiden Seitenplatten
2, 3 ist eine im wesentlichen als U-förmiger Lenkrahmen ausgebildete Deichsel 11
angelenkt, wobei die Anlenkstellen 12 in Fahrtrichtung vor der Radachse10 liegen.
Die Deichsel kann rückwärts bis Auftreffen ihrer Holme auf die an den Seitenplatten
2, 3 befestigten Anschläge 13 frei geschwenkt werden. Die Deichsel besteht aus zwei
über arretierbare Gelenke 14, 15 verbundenen Hälften 16, 17, die aufeinander geklappt
werden können, indem die untere Hälfte 16 nach vorne und die obere Hälfte 17 nach
hinten umgelegt werden. An der unteren Hälfte 16 der Deichsel ist ein Querbügel
18 mit Befestigungsaugen 19 zum Festschnüren eines Golfköchers 20 (vergl0 Fig0 3)
angebracht0 Am oberen Querholm
trägt die Deichsel 11 einen Drehgriff
21 mit Potentiometer, welcher zur Steuerung und Einschaltung der Motore 8, 9 dient.
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Der Drehgriff 21 ist durch eine schematisch dargestellte Rückholfeder
22 in Richtung auf die Nullstellung des Potentiometers belastet derart, daß beim
Loslassen des Drehgriffes die Motore augenblicklich stillgesetzt werden. Hierdurch
ist sichergestellt, daß im Falle einer Gefahr die Vorwärtsbewegung sofort eingestellt
wird0 Dies ist ein großer Sicherheitsfaktor, der mögliche Unfälle weitestgehend
reduziert. Darüber hinaus kann jeder Benutzer bei Erreichen seines Fahrzeles die
Deichsel des Fahrzeuges einfach loslassen und ohne Betätigung eines "Ausschalters"
und ohne Rückdrehen des Drehgriffes den Wagen raschestens zum Stehen bringen.
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Die Antriebsenergie wird von einer Batterie 23 geliefert, die in einer
Halterung 24 sitzt, mittels welcher die Batterie zwischen die beiden Streben 4,
5 des Chassis eingehängt ist.
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Die Halterung 24 ist hierbei mit Stfckzapfen 26 versehen, die in entsprechende
Aufnahmelöcher 27 der Streben 4, 5 eingreifen und den mechanischen Sitz sichern
(vergl0 auch Fig. 5). Auf der Batterie sitzt ein abnehmbarer Steuerungskasten 28,
der die Steuerelektronik enthält, Auch dieser Kasten ist durch Montage-Steckzapfen
29, die in Löcher 30 an einem chassisfesten Stützarm eingreifen, lagegerecht positioniert.
Die elektrische Verbindung zwischen Batterie 23 mit Batteriehalterung
24,
Steuerkasten 28 und den am Chassis angeordneten elektrischen Anschlüssen für die
Motore und den Steuer-Drehgriff 21 erfolgt über Sätze 31/32 bzw. 33/34 von elektrischen
Steckverbindungen.
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An die Vorderseite des Chassis 1 ist ein Auslegerarm 35 in Form eines
etwa dreieckigen Rahmens angeschlossen, der an seinem vorderen Ende einen beweglichen
Gleitschuh 36 trägt, der nicht nur eine Dreipunkt-Absetzung des Wagens (vergl.
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Figo 3) erlaubt, sondern auch als Schleifbremse beim Verfahren auf
abschüssigem Gelände benutzt werden kann. Perner ist der Golfwagen am vorderen Ende
seines Auslegers mit einem Klappsitz 37 versehen, der nach hinten, d. h. in Richtung
auf das Chassis 1, umgelegt und zusammengeklappt werden kann0 Figo 4 zeigt den Golfwagen
in zusammengeklapptem Zustand, in welchem die beiden aufeinandergeklappten Deichselhälften
16, 17 nach vorne hin auf den Auslegerarm 35 umgelegt sind.
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Der Klappsitz 37 ist, wie ersichtlich, zuvor nach hinten zwischen
die beiden Holme des Auslegerarmes umgelegt. In diesem Zustand wird er des geringen
Gewichtes wegen bei einer notwendigen Verladung in den Kofferraum eines PKW gelegt.
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Die Deichselhälften 16, 17 sind hinsichtlich des Abstandes ihrer beiden
Seitenholme, der Lage des Querbügels 18, bzw.
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der weiteren Querstreben und durch die Abbiegung der oberen Deichselhälfte,
derart ausgelegt, daß nunmehr die beiden von der Radachse abgezogenen Räder zwischen
Auslegerarm bzw0 Klappsitz unten, Deichselhälfte 16 seitlich und Deichselhälfte
17 oben, eingefaßt gelegt werden können. Die verhältnismäßig schwergewichtige Batterie
23 und der Steuerungskasten 28, die zuvor abgenommen worden sind, was infolge der
ausschließlich vorgesehenen Steckverbindungen sowohl für den mechanischen als auch
für den elektrischen Anschluß mit einem Handgriff vorgenommen werden kann, werden
nunmehr aus Raumersparnisgründen in den für sie vorgesehenen Teil des Chassis 1,
nämlich zwischen die beiden Vierkant-Verbindungsstreben 4, 5 eingesetzt. Auch die
Abnahme bzw0 das Wiederaufsetzen der Räder 6, 7 ist in gleicher Weise bequem durchführbar,
da hierzu nur der in jeweils einer radnabenfesten Scheibe 38 geführte Schieber 39
verstellt werden muß, vergl. Fig. 6, 7 und 8. Der Schieber weist ein die Radachse
10 aufnehmendes Langloch 40 auf, welches aus einem Kreisteil vom Radachsendurchmesser
R, einem Schlitz 42 von der Breite b einer Radachsenabflachung 43 und einem Kreisteil
44 vom Durchmesser r einer Radachseneinschnürung 45 besteht. Jedem Langlochabschnitt
ist ein Rastkugelsitz 46 am Schieber zugeordnet. Wenn der Schieber 99 mit dem großen
Kreisteil 41
über die Radachse geschoben ist, kann das Rad abgezogen
werden Wenn der Schieber mit seinem Schlitzteil 42 die Radachse im Bereich ihrer
Abflachung aufnimmt, ist das Rad drehfest mit der Achse verbunden und kann also
der Elektromotor das Rad antreiben bzw. wirkt der Motor als Bremse einem selbsltUtigen
Wegrollen des Golfwagens entgegen. Wenn der Schieber die Radachse mit dem kleineren
Kreisteil 44 aufnimmt, ist ein Freilauf eingestellt.
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Die im Steuerungskasten 28 untergebrachte Elektronik ist so ausgelegt,
daß sie nur die Energiezufuhr zu den Motoren 8, 9 zuläßt, die der höchsten Aufnahmefähigkeit
der Motore entspricht, Damit ist der Einbau und die Betätigung einer Uberlastsicherung
erübrigt. Ferner enthält die Steuerelektronik zugleich Vorrichtung zum Laden der
Batterie sowie eine Regeleinrichtung zur Regulierung des Ladevorgangs Hierdurch
wird einmal din zusätzliches Ladegerät erübrigt und zum anderen die Annehmlichkeit
geboten, daß die Batterie ohne zeitliche Begrenzung an eine Stromquelle (Steckdose)
angeschlossen werden kann, ohne daß eine Überlastung und Schädigung der Batterie
und ein Verlust an Energie zu befürchten isto Batterien verlieren nämlich, wenn
sie nicht benutzt werden, bekanhtermaßen pro Tag 1% ihrer Ladungsenergie. Eine weitere
Eigenschaft
der genannten Elektronik ist die Fähigkeit, im Palle zwei Motoren am Chassis angebracht
sind, diese unterschiedlich so mit Energie zu versorgen, daß ein Differential nicht
benötigt wird0