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Vorrichtung zur mikroskopischen
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Beobachtung flüssiger Proben Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung
zur mikroskopischen Beobachtung flüssiger Proben verschieden hohen Dichtegrades
bei kontinuierlichem Kapillarendurchfluß und gleichzeitiger Projektion auf einen
Mattscheiben-Bildschirm.
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Solche Vorrichtungen sind in klinisch-biologischen Labors für die
morphologische Diagnose wie auch bei industriellen Verfahren zur Bestimmung von
Kennwerten anwendbar, wobei man das Bild auf einen Mattscheiben-Bildschirm projiziert.
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Speziell auf medizinischem Gebiet wwrd die erfindungsgemäße Vorrichtung
für die mikroskopische Identifizierung pathogener oder auch nicht pathogener Körper
(Parasiten, Mikroben,
Zellkörper usw.) sowohl in Kot, als auch in
Urinsedimenten, Blut oder sonstigen Körperflüssigkeiten angewandt Ferner lassen
sie sich in der Industrie, insbesondere der Lebensmittel verarbeitenden Industrie,
verwenden.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung gestattet gegenüber herkömmlichen
mikroskopischen Beobachtungsverfahren, bei welchen die Probe sich auf dem Objektträger
oder zwischen diesem und dem Deckglas befindet, die Projektion der Abbildung mikroskopischer
Körper, die sich in einer kontinuierlichen, flüssigen Kapillarströmung fortbewegen.
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Im folgenden werden die gebräuchlichsten mikroskopischen Untersuchungsverfahren
nach dem Stand der Technik zusammen--gestellt: 1. Die Probe wird auf einen herkömmlichen
Objektträger aus dünnem Flachglas untersucht. Dabei handelt es sich um eine dünnschichtige
Probe, die mit verschiedenen Farbstoffen angefärbt wurde, um Einzelheiten erkennbar
zu machen. Der Objektträger mit der Probe wird in den Wagen der Trägerplatte des
Mikroskops eingesetzt. Die Beobachtung erfolgt direkt, wenn sie mit schwachen Objektiven
(1 0-fache Vergrößerung. 0. ä.) vorgenommen wird oder über einen auf der Probe befindlichen
bltropfen, wenn man die Vorderlinse eines Immersionsobjektives (90- oder 100-fach)
in den Öltropfen eintaucht, ohne jedoch mit dem Objektiv das Präparat zu berühren.
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2. Untersuchung der auf dem Objektträger ausgebreiteten, im allgemeinen
angefärbten Probe, die mit einem Deckglas herkömmlicher Art abgedeckt wurde. Üblicherweise
werden Trockenobjektive mit kleinerem (10-fach usw.) bis zu hohem (40- oder 60-fach)
Vergrößerungsgrad benützt. Bei Verwendung eines dünnen Deckglases und eines
bltropfens
kann die Beobachtung auch mittels starker Immersionsobjekte (90- oder 100-fache
Vergrößerung) erfolgen. Das Präparat, das zwischen dem Deck glas und dem Objektträger
eingeschlossen wird, wird ebenfalls in den Wagen der Halterplatte des Mikroskops
eingesetzt.
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Bei den Untersuchungen nach einem der beiden genannten Verfahren sind
die folgenden Schritte in der angegebenen Reihenfolge vorzunehmen: 1. Fokusieren
mit dem jeweils gewählten Objektiv, was zunächst mit Hilfe des Grobtriebs, anschließend
im näheren Bereich des Brennpunkts mit dem Feintrieb bewerkstelligt wird; 2. Sobald
die Feineinstellung auf einem Abschnitt der Probe, welcher der linken oberen Ecke
des Präparats so nahe wie möglich liegt, gelungen ist, werden unter ständiger Justierung
der Brennpunktseinstellung mit dem Feintrieb so lange einzelne Felder bestrichen,
bis die rechte obere Ecke des Präparats erreicht wird, wonach man auf einer Geraden
nach unten weiterfährt und sodann in umgekehrter Richtung nach links fortschreitet.
Diese Zickzack-Bewegung soll gewährleisten, daß man Bilder von der gesamten Fläche
des Präparates erhält.
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Dabei ist die gesamte Beobachtung zunächst bei geringer, anschließend
bei starker Vergrößerung vorzunehmen.
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Bei den genannten Arbeitsgängen spielen sowohl die Beleuchtung der
Probe durch eine einwandfreie Anordnung des Spiegels, in den das von der Lichtquelle
kommende Licht einfällt, als auch die Höhe des Kondensors,
der näher
an das Präparat herangebracht werden muß, falls die Beobachtung mit Objektiven stärkerer
Vergrößerung erfolgt, eine äußerst wichtige Rolle. Bedeutsam ist auch die Einstellung
des Lichtbündels mittels der Irisblende.
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Mit dieser Verfahrensweise werden in klinischen Labors durch morphologische
Diagnosen fäkale Ausscheidungen und Harnrückstände, Leukozyten usw. analysiert.
Als Fachliteratur über dieses Thema seien genannt: EL MICROSCOPIO Y SU APPLICACION,
Ed Ernst~Leitz, RFA; MIKROSKOPICA-TECHNIKA, Ed. Statni Zorav Naklad. hecks, 1954;
SCIENTIFIC INSTRUMENT & APPARATUS, Baird & Tatlock (London) Limited, 1966;
PARASITOLOGIA Y MEDICINA TROPF CAL, Kouri y colaboradores; MANUAL DE FOTOGRAFIA
MODERNA, H. Windish Edic. Omega, Sps., PEQUENO LAROUSSE DE CIENCIA Y TECNICA, Jean-Francoise
Arnaud, 1969; HEMATO-LOGIA CLINICA, Wintrobe; HISTOLOGIA, Ham; MANUAL DE MICROBIOLOGIA,
Jawetz; PARASITOLOGIA CLINICA, Craig y Faust; MANUAL DE LA UNESCO PARA LA ENSENANZA
DE LA CIENCIA, 1961; FISICA GENERAL, Sears Zemanski; THORN LIGHTNING TECHNICAL POCKET
BOOK, Thom House, Upper St. Martin Lane, London, Wc 249ED, 1972; LOS FUNDA-MENTOS
DE LA LUZ Y LA ILUMINACION, Walter Sturrock K.A.
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Staley, 1965; FISICA BIOLOGICA, Raul Wernike, ME.TODOS DE LABORATORIO,
Kolmer; Das Präparieren der Proben nach dem Stand der Technik weist zahlreiche Mängel
auf. So ist es z.B. bei der Untersuchung von fäkalen Ausscheidungen erforderlich,
jeweils drei gleichartige Proben zu präparieren, wobei eine mit Eosin eingefärbt
wird, eine weitere mit Lugol behandelt wird (beide sind
für die
Direktuntersuchung bestimmt); aus einer dritten Probe wird das Konzentrat hergestellt
Beim herkömmlichen Erstellen eines Leukogramms wird zum Präparieren des Abstrichs
zunächst das Ausbreiten und anschließend das Einfärben vorgenommen, bevor die mikroskopische
Beobachtung erfolgen kann. Die Nachteile dieses Verfahrens sind bekannt, da die
weißen Zellkörper sich beim Ausbreiten der Blutmenge unregelmäßig über das Objektträgerglas
verteilen. Daher werden auch im Verlauf einer Untersuchung verschiedene Ermittlungsmöglichkeiten
genutzt, um auf diese Weise zu einem Ergebnis zu gelangen, das dem tatsächlichen
Zustand in den Blutgefäßen so nahe wie möglich kommt. Dabei ist zu beachten, daß
das Leukogramm als Prozentzahl angegeben wird, d.h. als Verhältnis zu insgesamt
100 gezählten und diagnostizierten Fällen.
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Zur Herstellung eines Harnrückstand-Präparats wird eine repräsentative
Probe durch Zentrifugieren und Dekantieren erhalten. Die Ergebnisse werden in absoluten
Zahlen dargestellt.
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Die beim Stand der Technik oft auftretenden Mängel können folgendermaßen
zusammengefaßt werden: aj Die Ergebnisse des Leukogramms sind selbst dann nicht
absolut zuverlässig, wenn die dafür bestgeeignete Methodologie angewandt wird, b)
die Präparate mit Fäkalienproben müssen dreifach angefer tigt werden, c) für jede
Untersuchung ist ein frisches Objektträgerglas sowie ein frisches Deckglas erforderlich1
gleichgültig,
ob es sich um Blut, fäkale Ausscheidungen oder Urinsedimente
handelt Auch die eigentliche Technik der mikroskopischen Beobachtung weist nach
dem Stand der Technik zahlreiche Mängel auf: Nach den üblichen Verfahrensweisen
ist eine Reihe von Handhabungsschritten nach ziemlich genauer Vorschrift vorzunehmen,
die alle ihre Schwierigkeiten aufweisen und nicht leicht durchzuführen sind2 insbesondere,
wenn einige Untersuchungen bereits vorgenommen wurden.
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1. muß der Fachmann sein Blickfeld dem Okularsystem des Mikroskops
(Monokular- oder BinokulXlsystem) ständig in einer unbequemen, ermüdenden Stellung
anpassen; 2. muß er einen bestimmten Bereich des Präparats ausfindig machen und
das Bild scharf einstellen, indem das Objektiv mit dem geringen Vergrößerungsgrad
abgesenkt wird; 3. muß die Fokusierung mittels leichter Aufstrich- und Abwärtsbewegungen
und Drehen an der Feineinstellschraube ständig berichtigt werden; 4. muß der Beobachter
das Präparat in zickzackförmign Linien vorgehend beobachten, wobei Objektivwecbse?!'
ständige Feineinstellung und Neueinstellung der jeweils zu untersuchenden Felder
nötig ist. Diese sorgfältig durchzuführenden Arbeiten führen zu einer Beeinträchtigung
der Konzentration des Beobachters und beeinträchtigen die Zuverlässigkeit der diagnostischen
Ergebnisse; ferner wird so nur eine sehr geringe Produktivität erbracht. Schließlich
ist auch die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse beeinträchtigt, da bei der
Untersuchung
unkontrollierbare subjektive Entscheidungen mitwirken.
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Ferner müssen sowohl der Kondensor als auch die Irisblende jener
gewählten Objektive mit der Hand bedient werden.
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All diese Handlungen wirken sich auf die Qualität und Produktivität
der Arbeit ungünstig aus.
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Die beschriebene Methode nach dem Stand der Technik ermöglicht keine
Beobachtung bei kontinuierlicher Strömung der zu untersuchenden Flüssigkeit, die
bei der morphologischen Diagnose notwendig sein konnte und in der Praxis bei i.ndustriellen
Verfahren auch ur Beobachtung flüssiger Proben verschieden hoher Dichte, verschieden
hoher Färbung usw.
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erforderlich ist.
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Das Verfahren nach dem Stand der Technik eignet sich nur wenig oder
gar nicht für eine Automatisierung diagnostischer mikroskopischer Verfahren.
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Die Mikroskope, die mit einem Projektionssystem für auf Objektträgergläsern
oder zwischen diesen und Deckgläsern präparierter Proben versehen sind, werden lediglich
während der kurzen Zeiträume der Ausbildung benützt, da ihre teuren Lichtquellen
nur eine kurze, sehr beschränkte Lebensdauer besitzen, welche die Verwendung im
kontinuierlichen 8- oder mehrstündigen Betrieb in den technischen Einrichtungen
unmöglich machen.
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Aufgabe der Erfindung ist daher eine Vorrichtung zur mikroskopischen
Beobachtung bei gleichzeitiger Projektion auf einen Mattscheiben-Bildschirm unter
Verwendung einer eigenen Lichtquelle sowie eines eigenen Projektors, die beide von
langer Lebensdauer und starker Leuchtkraft sind, für kon-
tinuierlich
strömende flüssige Proben verschieden hoher Dichten.
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Gegenstand der Erfindung ist eine Vorrichtung zur mikroskopischen
Beobachtung flüssiger Proben verschieden hohen Dichtegrades bei kontinuierlichem
kapillarem Durchfluß und gleichzeitiger Projektion auf einen Mattscheiben-Biidschirm,
die gekennzeichnet ist durch einen geschlossenen Behälter zur Unterbringung der
zu untersuchenden Flüssigkeitsproben mit Verteilerleitungen zu zwei Kapillar-Objektsträgervorrichtungen
hin , um gleichzeitig zwei verschiedene Abschnitte ein und derselben Probe beobachten
zu können, sowie einen Schlauch für di Zuführung der die Fortbewegung der Probe
durch das Kapillargefäß verursachenden Betriebsmittel in den genannten Behälter
und für das Durchspülen des Systems, zwei Mikroskope mit ihrem jeweiligen Zubehör
und je einer Vorrichtung mit einem Mattscheiben-Bildschirm und einem besonders konstruierten
Projektor, zwei Kapillar-Objektträgervorrichtungen, die auf der Halteplatte ihres
jeweiligen Mikroskops angebracht sind, mit Bildschirmen aus Mattglas, wobei die
Kapillar-Objektträgervorrichtungen mit einem hermetisch abgedichteten Kapillarhohlraum
versehen sind, durch den die zu untersuchende Flüssigkeit fließt, und Zusatzteile
und Verbindungs- und Anschlußelemente und -stücke, die dazu dienen,-daß die Flüssigkeit
im kapillaren Hohlraum in beiden Richtungen in Bewegung gesetzt werden kann.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist einen hohen Grad an Leistungsfähigkeit
und Wirksamkeit, universelle Verwendungs- und Einsatzmöglichkeiten wie auch einen
hohen Grad an Mechanisierung auf. Sie besitzt großes mikroskopisches Auflösungsvermögen
und eine starke Vergrößerungsfähigkeit der simultanen Beobachtungsfelder bei ein
und derselben Probe und gestattet gleichzeitig einen vereinfachten Untersuchungsvorgang,
da die Anzahl der für jede Probe anfallenden Prä-
parate verringert
wird Auch die Zahl der Bedienungsvorgänge, die zur mikroskopischen Beobachtungstechnik
gehören, wird herabgesetzt; gleichzeitig wird die manuelle Betätigung des Geräts
eingeschränkt.
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Hierdurch werden die Arbeitsbedingungen für das Bedienungspersonal
erleichtert und die wegen der extrem anstrengenden Sichtbedingungen beim üblichen
Verfahren rasch einsetzende Ermüdung verzögert. Schließlich werden die Qualität
und die Zuverlässigkeit der Untersuchung erhöht und gleichzeitig die Kosten für
Forschungszwecke gesenkt.
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De Kern der vorliegenden Erfindung liegt in einem hermetisch abgeschlossenen
Kapillarsystem, durch weIches nach Belieben eine kontinuierliche Strömung einer
zu untsuchenden Flüssigkeit, die unterschiedlich hohe Dichtegrade besitzen kann,
erzeugt wird.
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Im Kapillarsystem kann die innere oder lichte Weite in senkrechter
Richtung durch Drehung des äußeren Oberteils in Größenbereichen, die von mehreren
Millimetern über Tausend stel-Millimeter bis zu Null gehen können, reguliert werden.
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Dies erfolgt in Abhängigkeit von der Dichte der zu untersuchenden
Flüssigkeit oder zum Durchspülen des Kapillarsystems.
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Die Vorrichtung besitzt einen Behälter zur Aufnahme von Proben, von
dem Leitungen zu den. Kapillarvorrichtungen wie zur Zuleitung für den luft-, vakuum-
oder wassererzeugten Überdruck abgehen. Hierdurch ist es möglich, die Probe in jedem
Zeitpunkt je nach Wunsch des Bedienungspersonals zu den Kapillarröhren hin zu verschieben,
zurückzuführen oder auch völlig zum Stillstand zu bringen sowie nach der mikroskopischen
Untersuchung das System zu säubern.
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Die Kapillarvorrichtung wird in den Wagen der Halteplatte des jeweiligen
Mikroskops eingesetzt Die Kapillarströmung steht ununterbrochen im Brennpunkt der
Feineinstellung des Mikroskop-Objektivs.
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Wegen der geringen Stärke des durchsichtigen Deckblättchens sowie
der Konstruktion der übrigen Elemente und wege der Möglichkeit, die Dicke der Strömung
in senkrechter Richtung zu vermindern, kann die Beobachtung in ein und derselben
Vorrichtung sowohl mit schwachen als auch mit stark vergrößernden Objektiven einschließlich
solcher mit 90- oder 100-facher Vergrößerung, durchgeführt werden.
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Man verwendet eine geeignete starke Lichtquelle von J.anger Lebensdauer,
z.B. eine Quecksilberdampf- oder ähnliche Lampe der Art, wie sie für Straßenbeleuchtung
verwendet wird, in entsprechender Anwendung. Diese Lampe befindet sich in einem
System mit eltptische.n Spiegeln und konvergenten Linsen, die in ihrer Gesamtanordnung
ein spezielles, für dieses Gerät charakteristisches System darstellt und dazu dient,
auf einem Bildschirm aus schmirgelgeschliffenem Mattglas mit einer Fresnel'schen
Linse ein scharfes Bild zu projizieren. So ist es möglich, die Diagnose während
des ganzen Arbeitstages durchzuführen, ohne den Raum verdunkeln zu müssen.
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Die erfindungsgemäße Vorrichtung stellt ein Universaigerät dar, das
die Untersuchung von Flüssigkeiten verschieden hohen Dichtegrades bei kontinuierlichem
kapillarem Durchfluß ermöglicht, den unterschiedlichsten Verwendungszwecken in der
Medizin, der Indutrie usw. dienen kann und eine herkömmlich manuelle Arbeit weitgehend
automatisiert. Durch Verwendung von zwei oder mehreren mikroskopischen Systemen
mit hohem Auflösungsvermögen und entsprechender Projektion
auf
einen Mattscheiben-Bildschirm ist hiermit die simulr tane Beobachtung zweier oder
mehrerer Anteile ein und derselben Probe möglich.
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Im folgenden wird eine Aus führungs form der Erfindung näher erläutert.
Diese weist zwei Mikroskope auf, welche zusätze lich mit Mattscheiben- Bildschirmen
ausgestattet sind, die der simultanen Beobachtung von zwei Anteilen ein und derselben
Probe dienen. Diese Bilder werden durch die starken und langlebigen Lichtquellen
und das Zubehör des Spezial-Projektionssystems erzeugt und auf die Bildschirme übertragen.
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In den Figuren 1 - 4 wird eine solche Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Vorrichtung abgebildet.
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Fig. 1 zeigt eine Vorderansicht des Geräts, Fig. 2 einen Längsschnitt
der Kapillar-Objektträgervorrichtung, Fig. 3 einen Längsschnitt des Spezialsteuerventils
und Fig. 4 einen Längsschnitt durch den Projektor.
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Gem Fig. 1 besitzt das Gerät ein tischförmiges Untergestell 1, auf
dessen horizontaler Oberfläche 2 die beiden Mikroskope 3 und 26 gewöhnlicher, zusainiflengesetzt
monokularer Bauart montiert sind, bei denen das Okularsystem entfernt und durch
jeweils eine Vorrichtung mit einem Mattscheiben-Bildschirm ersetzt wurde. Ferner
weisen sie Projektionsvorrichtungen 4, 27 auf, die unten an Hand Fig. 4 näher beschrieben
werden.
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Auf dem Wagen der Halteplatte eines jeden der beiden Mikroskope werden
die Kapillar-Objekthaltervorrichtungen 6, 24 fest angebracht, deren Kapillargefäße
mit der senkrechten Achse des jeweiligen Projektors und des Objektivs des jeweiligen
Mikroskops übereinstimmen, unter welchem sich die zu untersuchende Flüssigkeit fortbewegt.
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Die flüssigen Proben werden in den zylinderförmigen, ein geeignetes
Volumen besitzenden und in entsprechender Stellung befindlichen Aufnahmebehälter
7 eingebracht, der von einer Halterung 8 getragen wird. Dieser Behälter wird mit
einem hermetisch schließenden Deckel 9 verschlossen, der leicht abmontiert werden
kann und irit einem Schlauch 10 an die Leitung 11 angeschlossen ist, welche die
Betriebsmittel über den entsprechenden Anschluß zum Spezialsteuerventil 12 für die
luftdruck-, vakuum- oder wasserbetätigten Systeme liefert.
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Ventil 12 ist an der Schaltung der Schalttafel 13 angebracht, die
Siichan der Vorderseite des Geräts befindet, an welcher wiederum die Regelventile
14 für den Luftdruck, 15 für das Vakuum und 16 für das Wasser installiert sind.
Ferner sind an der Schalttafel 13 die elektrischen Schalter 22, 31 zum Inbetriebsetzen
der Projektionsvorrichtungen 27, 4 und die Schalter 23 und 30 für die Ventilatoren
29 und 25 angebracht.
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Der Behälter für die Aufnahme der Proben ist über die Schläuche und
Leitungen trmit den Kapillar-Objekthaltervorrichtungen 6, 24 verbunden.
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Die verwendeten Substanzen werden, ebenso wie das zum Durchspülen
verwendete Wasser, über die Rohrleitungen 18, 19 zum Abwassersystem hinabgeführt.
An der Austrittsstelle eines jeden Objekthalters sind die jeweils entsprechenden
Ventile 20, 21 installiert, die den Durchfluß der Proben regeln.
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Der Kapillarobjekthalter 6, 24 gestattet eine Beobachtung der flüssigen
Proben bei kontinuierlichem, regelbarem Durchfluß durch das Mikroskopsystem mit
dem Mattscheiben-Bildschirm Gemäß Fig. 2 weist der Kapiilar-Objekthalter 6, 24 einen
Metallsockel 201 auf, mit dem er am Wagen der Halteplatte des Mikroskops befestigt
ist und der radial angeordnete Bohrungen 202 an den entgegengesetzten Seiten der
Stützscheibe des Sockels besitzt, die dazu dienen, die Vorrichtung an den Aufnahmebehälter
anzuschließen und so einen kontinuierlichen Umlauf herzustellen; am zylindrischen
Teil dieses Sockels ist auch ein durchsichtiges Halterungsteil 203 eingelassen,
das den Boden der Kapillarhöhlung 204 bildet und mit seinen Bohrungen 205 auf die
Bohrungen 202 des Sockels 201 auftrifft, durch die der Zu- und Ablauf der zu untersuchenden
Flüssigkeit zur Kapillarhöhlung 204 gegeben ist.
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Die erwähnte Kapillarhöhlung 204 wird durch den Raum dargestellt,
der zwischen der oberen Oberfläche des Halterungsteils 203 und der unteren Oberfläche
des durchsichtigen Deckglases 206 liegt, das die erforderliche Stärke aufweist,
um die mikroskopische Untersuchung bei Verwendung von Ohjektiven bis zu einer hundertfachen
Vergrößerung zu ermöglichen, und zusammen mit der Scheibe 207, die dem Schutz der
genannten Deckscheibe 206 dient, und dem Teil 208 ein einziges zusammengesetztes
Stück bildet, welches mit dem Haiterungsteil 203 durch die rechteckigen Kontaktoberflächen
an seinem Oberteil verbunden ist, und zwar mit geeigneten Abmessungen für diese
Oberflächen, die die Form des hermetisch abgeschlossenen Kapillarhohlraumes bestimmen,
durch den die genannten Teile ihre Lage verändern können.
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Die Weite des Hohlraums kann je nach dem Dichtegrad der untersuchten
Flüssigkeit dadurch verändert werden, daß das genannte, aus den Teilen 208 und 207
sowie aus dem Flachstück 206 zusammengesetzte Verbindungsstück seine Lage verändert.
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Dies erfolgt durch Einwirkung der Federn 209, die in geeigneter Weise
zwischen den Teilen 203 und 208 untergebracht sind, sowie der drehenden Gleitbewegung
des Teils 210 auf dem Gewinde des Sockels 1, wobei die einzustellende lichte Weite
von 0 bis zu irgendeinem Wert der Breite des Gangs des genannten Gewindes reichen
und mit Hilfe des Einstellzeigers 211 sowie der entsprechenden Markierung für die
Winkeleinteilung, welche sich an der oberen Oberfläche der Scheibe des Sockels 201
befindet, eingestellt werden kann Die Wahl des entsprechenden Werts arn Einstellzeiger
erfolgt durch Drehen des Drehknopfes 210, wobei. sich über -die lose Scheibe 212
und durch die freie Koppelung des Verbindungsstücks aus den Teilen 206, 207 und
208 mit den Teilen 210 und 201 die Drehbewegung des Teils 210 in eine senkrechte
Verschiebung gegenüber den vorstehend be schriebenen rechteckigen Oberflächen der
Teile 203 und 208 und somit des Deckglases 206 verwandelt.
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Ebenso kann die lichte Weite des Kapillarhohlraums ange messen vergrößert
werden, um nach Abschluß der Untersuchung jeder einzelnen Probe das ganze System
durchzuspülen.
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Das Spezialsteuerventil 12 kann geinäß Fig. 3 aus einen hermetisch
abgedichteten Körper bestehen, der sich aus den Teilen 301, 302 und 303 zusammensetzt,
welcher durch die Schrauben 304 und die Dichtungsteile 305 und 306 miteinander verbunden
sind. Mit Hilfe der Bohrungen in Teil 301 wird das Ventil auf der Schalttafel 13
montiert
Teil 302 besitzt drei Zugangsöffnungen: 307 für Wasser,
308 für Druckluft und 309 für Vakuum, die an die entsprechenden Versorgungssyste
! angeschlossen sind. Dazu tritt eine Austrittsöffnung 310 für die genannten drei
Betriebsmittel, die zum Aufnahmebehälter hinführen. Im Inneren des Körpers ist die
Steuerachse 311 mit ihren Nuten und Gewindegängen 312 montiert, in einer Form ausgebildet
und mit Abmessungen versehen, die geei.gnet sind, die entsprechenden Verbindungen
der Rohrleitungen 307, 308 und 309 mit der Leitung 310 herzustellen.
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Diese Achse ist mittels der Stopfbüchse 313 hermetisch abgedichtet.
Die Achse wird mit dem Hebel 14, mit dem sie verbunden ist, in Betriebsstellung
gebracht, wobei diese Einstellung mit Hilfe des Kugelknopfs 315 erfolgt.
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Es können folgende Einstellungen gewählt werden: Mikroskopische Beobachtung
bei kontinuierlichem Durchfluß, mikroskopische Beobachtung eines im statischen Zustand
befindlichen, bestimmten eobachtungsfeldes, Rückführung der Probe, um die Beobachtung
zu wiederholen und Durchspülen des Systems.
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Die Projektoren 4,27 bestehen jeweils aus einer geschlossenen zylindrischen
Kammer 401 (vergl. Fig. 4) in deren Innerem als Lichtquelle eine gewöhnliche Quecksilber-Dampflampe
403 oder eine mit gleichwertigem Gas gefüllte Entladungslampe angeordnet ist, die
eine große Leuchtkraft und lange Lebensdauer besitzt und in ihrer Stellung verändert
werden kann.
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Aus dem Inneren der Kammer 401 wird die beim Betrieb der Lampe 403
erwärmte Luft mittels eines Entlüftungsventilators 404 abgesaugt der am Metallgestell
des Untergestells 1 befestigt, mit Schwingungsdämpfern versehen und derart an die
Saugöffnung der Kammer angeschlossen ist, daß er einen kräftigen Kühlluftzug erzeugt,
der durch eine weitere Öffnung eindringt, die sich zwischen den Wänden der Kammer
und dem Schirm 409 befindet. Die Luftumwälzung kann aber auch dadurch bewerkstelligt
werden, daß die Vorrichtung an ein zentrales Absaugsystem angeschlossen wird. Der
obere Teil der Kammer 401 ist mit der Scheibe 410 an das Senkrechtrohr 407 angeschlossen,
welches mit Hilfe der Schützscheibe 408 an das Untergestell des Geräts festgeschraubt
ist und dne gesamte Projektionsvorrichtung abstützt.
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Das Lichtbündel, das die Kammer verläßt, durchläuft zwei konvergente
Linsen 405, 406, die in senkrechter Richtung verstellbar sind.
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Mit seinem oberen Ende reicht das Rohr 407 in den Kondensor 411 des
Mikroskops hinein.
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Im Folgenden wird die Arbeitsweise der erfindungsgemäßen Vorrichtung
beschrieben: Zunächst wird die Probe in den Aufnahmebehälter: eingeführt und mittels
des Verschlußdeckels 9 (Fig. 1) verschlossen.
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Die Flüssigkeit gelangt . durch die Schwerkraft in die Rohrleitungen
17 und durch diese zu den .Kapillarobjektträger-Vorrichtungen 6,24, wo gleichzeitig
zwei Anteile derselben Probe beobachtet werden.
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Die hierfür notwendigen Vorbereitungsmaßnahmen am Gerät bestehen darin,
die lichte Weite des Kapillarhohlraums in Abhängigkeit von der Dichte der Flüssigkeit
zu wählen, in dem
der Einstellzeiger 211 (Fig. 2) von der Stellung
0 bis zur Winkelmarkierung gedreht wird, die der gewählten lichten Weite entspricht.
Gleichzeitig sind ebenfalls die Einstellungen für die Ventile 20, 21 zu wählen und
das Ventil 12 für die statische Beobachtung abzuschalten.
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Das Gerät wird an das Wasser-, Vakuum- und Druckluftsystem angeschlossen,
in dem die Ventile 16, 15 rund 14 in die dafür angezeigte Stellung gebracht werden
und das Steuerventil 12 je nach der gewünschten Arbeitsweise eingestellt wird.
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Nach Einschalten der Projektoren 4,27 sowie ihrer Ventilatoren 25
und 29 durch Betätigung der Schalter 22, 23, 30, 31 wird die Feineinstellung des
Systems beider Mikroskope bei gleichzeitiger Beobachtung der Bilder auf den Mattscheiben
5,28 vorgenommen. Die Flüssigkeit, die den Gegenstand der Untersuchung bildet, wird,
wenn die richtige Focussierung erreicht wird, in Bewegung versetzt, in dem das Spezialsteuerventil
12 in die Stellung "Druckluft" gebracht wird.
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Die Überwachung des Untersuchungsvorganges findet gleichzeitig über
die Bildschirme beider Vorrichtungen statt, und der Durchfluß kann nach Belieben
des Bedienungspersonals unterbrochen werden, um die statische Beobachtung bestimmter
Felder oder Abschnitte vorzunehmen, wenn die Diag nose es erfordern sollte. Zu diesem
Zweck kann auch ein gegenläufiger Rückfluß eingestellt werden, wobei im ersteren
Fall (Abbremsen zur Beobachtung im statischen Zustand) das System abgeschaltet,
im letzteren Fall (Rückfluß) das Vakuum angeschaltet wird, in dem man das Steuerventil
betätigt.
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Nach Abschluß der Untersuchung wird von Hand oder in bei liebiger
anderer Form eine gewisse Menge Detergens in den Aufnahmebehälter 7 eingeführt und
Wasser durch Betätigung der entsprechenden Schaltung des Ventils 12 zum Durchspülen
oder Säubern des Systems hindurchgeleitet. Zu diesem Zweck können die lichte Weite
des Kapillarhohlraums 204 vergrößert und die Ventile 20, 21 geöffnet werden, um
den Reinigungsvorgang zu erleichtern.
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Mit Hilfe einer Kapillar-Objekthaltervorrichtung können alle möglichen
Untersuchungsarten an Flüssigkeiten unterschiedlichen Dichtegrads unter Fortlassen
der herkömmliche Deckgläser und Objektträger durchgeführt werden, deren Vorbereitung
und Wiederbenützung umständlich und schwierig ist.
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D.h., ein Gerät kann unter anderem die gesamte morphologische Hilfsdienst-Diagnose
eines klinischen Labors an flüssigen oder auch verflüssigbaren Proben bewältigen.
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Ferner ist die Vorrichtung direkt auf die Untersuchung in dustrieller
Vorgänge anwendbar.
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Eine einzige Bedienungsperson kann eine große Anzahl qualitätsmäßig
hochwertiger Untersuchungen im Verlauf eines einzigen Arbeitstages durchführen.
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Mit dem erfindungsgemäßen Gerät ist es möglich, eine unbeç grenzte
Menge einer jeden Probe-bei kontinuierlichem Durchfluß zu beobachten.
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Dieses System gestattet die Durchführung einer Doppel- oder Dreifach-Simultanbeobachtung
des Untersuchungsfelds an verschiedenen Anteilen ein und derselben Probe - eine
Möglichkeit, die bei der in der Mikroskopie üblichen Verfahrensweise auf keinen
Fall zu verwirklichen ist.
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Die Beobachtungsdauer für jede Probe wird um mehr als 50% verringert,
wobei noch der zusätzliche Zeitaufwand unberücksichtigt bleibt, den das Präparieren
und Aufziehen jeder einzelnen Probe nach der herkömmlichen Methode beansprucht.
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Die Bedienungsperson leistet eine weniger anstrengende Arbeit, da
zahlreiche Arbeitsvorgänge und Handgriffe der herkömmlichen Verfahrensweise, wie
z.B. unablässiges und fortgesetztes Hineinblicken in das Okular des Mikroskops,
Einstellung und Neueinstellung jedes einzelnen Objektivs, Bestreichen der Felder
des Objekts und anschließende Wiederholung des Vorgangs für jedes einzelne Feld
fortfallen.
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Dagegen bringt die erfindungsgemäße Vorrichtung beim Beobachten bei
kontinuierlichem Durchfluß und Projektion auf einen Bildschirm einen erheblichen
Zeitgewinn und eine große Ersparnis an körperlicher und geistiger Anstrengung mit
sich.
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Das Gerät besitzt einen einzigartigen, eigenen, hinsichtlich der Anschaffungskosten
erschwinglichen Projektor mit einer Lampe von praktisch unbegrenzter Lebensdauer,
einem Spiegel und Sammellinsen. Diese Einzelteile bilden zusammen ein System, das
in der Lage ist, jahrelang die tägliche Hilfsdienst-Arbeit ohne Schaden auszuhalten,
was bei andersartigen Projektoren unmöglich wäre.
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Erfindungsgemäß wird die Automatisierung der mikroskopischen morphologischen
Diagnose dadurch ermöglicht, daß die für die herkömmliche Verfahrensweise erforderlichen
zahlreichen manuellen Bedienungsvorgänge, insbesondere das Bestreichen der Felder
des Objekts, das Präparieren der Proben usw. überflüssig werden.
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