-
Verkehrsinsel
-
Die Erfindung betrifft eine Verkehrsinsel insbesondere zur Lenkung
des Verkehrsflusses in Wohnstraßen und -plätzen.
-
Insbesondere in Neubaugebieten hat sich gezeigt, daß verkehrstechnisch
gut angelegte Wohnstraßen von Kraftfahrzeugen und anderen Verkehrsteilnehmern in
der Regel zu schnell befahren werden, so daß spielende Kinder, ältere Leute und
andere Menschen, die sich in der Nähe ihrer Wohnungen auf der Straße aufhalten,
stark gefährdet werden, da sie im Bereich der ihnen vertrauten Wohngegend geringere
Vorsicht walten lassen, als im sonstigen Verkehrt Außerdem wird der Raum zwischen
den Häusern und der Straße durch parkende Fahrzeuge stark eingeengt, welche die
Sicht behindern und die unmittelbare Umgebung der Häuser zur Straße hin nicht gerade
verschönern.
-
Um den Verkehrsfluß in Wohnstraßen zu bremsen, ist es bekannt, den
Straßenbelag stellenweise anzuheben oder zu vertiefen, um so künstliche Hindernisse
zu schaffen, um welche die Kraftfahrzeuge herumfahren müssen, so daß sie von selbst
ihre Geschwindigkeit herabsetzen. Derartige Maßnahmen sind jedoch sehr teuer, erfordern
eine lange Bauzeit und verlangen hierfür geeignete Straßenbaustoffe, wie beispielsweise
Pflaster, dessen Verlegung teure Handarbeit erfordert, wenn es nicht ebenflächig,
sondern in Form von Kuppen oder Vertiefungen eingebaut werden soll. Außerdem können
diese künstlichen Hügel und Mulden zu verhängnisvollen Unfällen fUhren, wenn Kraftfahrer
ohne hiervon zu wissen in eine solche mit künstlichen Schlaglöchern und Buckeln
versehene Straße mit hoher Geschwindigkeit einfahren.
-
Zur Lenkung des Verkehrsflusses in Wohnstraßen ist es ferner bekannt,
auf das Pflaster mit Farbe Inseln zu malen und diese durch geeignete Schraffuren
od.dgl. als nicht befahrbare Fläohen zu kennzeichnen, wie dies auch sonst zur Verkehrslenkung
üblich ist. Derartige gehalte Fläohen sind zwar leichter herzustellen und auch nicht
sehr teuer, sie haben 3edoch nur eine geringe Haltbarkeit und werden sehr bald von
den Verkehrsteilnehmern nicht mehr beachtet. Sie werden vielmehr schon nach kurzer
Zeit als willkoene Psrkflächen genutzt und verfehlen damit ihren eigentlichen Sinn.
-
Es ist auch bereits daran gedacht worden, Teile des Straßenbelages
zu entfernen und die Straßendecke durch Erde zu ersetzen, in der Pflanzen angesiedelt
werden können. Auch eine derartige Maßnahme ist sehq(costepielig
und
birgt die Gefahr, daß diese Erdzonen von Fahrzeugen überfahren und von Fußgängern
übertreten werden, so daß die Pflanzen bald zerstört werden und nicht länger gedeihen.
Erweist sich später, daß die Erdinsel doch nicht den richtigen Platz erhalten hat,
sind Korrekturen nur mit sehr hohem Aufwand möglich.
-
Alle diese Nachteile werden mit der Erfindung durch eine großflächige,
vorgefertigte ortsbewegliche Platte aus Beton, Kunststein od.dgl. vermieden, deren
Oberfläche mit Elementen der Garten- und Landschaftsgestaltung versehen ist.
-
Eine solche vorgefertigte Platte kann auf Jeder Straße und an Jeder
beliebigen Stelle mit Hebezeugen in Stellung gebracht, an eine andere Stelle gesetzt
oder wieder entfernt werden. Hierbei kann die Verkehrsinsel nach der Erfindung von
vornherein den gewünschten Umriß und die gewünschte Oberflächengestaltung erhalten,
so daß schon unmittelbar nach dem Versetzen der für eine bestimmte Straße bestimmten
Verkehrsinsel der erwünschte gartengestalterische Effekt eintritt und gleichzeitig
die gewollte Verkehrsführung erzwungen wird. Da die Platten ortsbeweglich sind,
kann ihre Lage auf der Straße Jederzeit korrigiert werden, indem sie mit Hebezeigen
etwas seitlich oder in Längsrichtung verschoben oder gedreht werden. Da die Platte
über die StraBenoberfläche herausragt, wird sie von Kraftfahrern nicht aus Unachtsaakeit
überfahren und bei entsprechender Oberflächengestaltung auch nicht von Fußgängern
Ubertreten.
-
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Platte mit natürhohen Gesteinsbrocken
und/oder Mineralien belegt oder
besetzt ist, die mit der Platte
fest verbunden oder mit dieser verankert sind. Die Auswahl der Naturgesteine und
Mineralien erfolgt zweckmäßig nach gesteinskundlichen oder erdgeschichtlichen Gesichtspunkten,
so daß den Anwohnern der Straße mit der Aufstellung der Verkehrsinseln zugleich
ein reichhaltiges geologisches Anschauungsmaterial geboten wird.
-
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung können in die Platte Pflanzenschalen
eingeformt sein, die mit Erde gefüllt und mit Pflanzen bepflanzt sind. Durch diese
Ausgestaltung ist es möglich, auch eine baumlose, verhältnismäßig trostlose Wohnstraße
sofort zu begrünen und den Anwohnern zugleich mit der Aufstellung der Verkehrsinseln
Blumen und grüne Sträucher zu verschaffen. Diese Pflanzen sind in der sich über
das Pflaster erhebenden Verkehrsinsel in den eingeformten Erdschalen gut geschützt
untergebracht, insbesondere dann, wenn sie zusammen mit geschickt angeordneten Mineralien
verwendet werden, welche Junge Pflänzchen vor Wind und den Bällen spielender Kinder
schützen.
-
Um die Pflanzenschalen über längere Zeit bewässern zu können, ist
es zweckmäßig, wenn die Pflanzenschalen über in der Platte angeordnete Leitungen
mit einem in die Platte eingeformten oder eingelassenen Wasserbecken in Verbindung
stehen. Dieses Wasserbecken kann mit groben Gesteinsbrocken oder Kieseln gefüllt
sein, so daß keine offene Wasserfläche vorhanden ist, die durch achtlos fortgeworfene
Gegenstände verschmutzt werden kann.
-
Da die Verkehrsinseln Ja auch Hindernisse darstellen und auch darstellen
sollen, ist es zweckmäßig, die Platte mit Beleuchtungskörpern und Anschlüssen für
deren Betriebsmittelversorgung zu versehen. Die Verkehrsinseln können hierdurch
bei Nacht beleuchtet werden, wodurch ihre schöne landschaftliche und gärtnerische
Gesamtgestaltung auch bei Nacht zur Geltung kommt und gleichzeitig eine ansprechende
Straßenbeleuchtung geschaffen wird.
-
Um die Verkehrsinsel, die Ja in den erforderlichen Abmessungen mehrere
Tonnen wiegen kann, bequem auf Tieflader verladen und mit Hebezeugen an Ort und
Stelle versetzen zu können, ist die Platte mit Tragvorrichtungen für den Anschluß
an ein Hebezeug versehen. Diese Tragvorrichtungen können aus Stahlösen oder Haken
bestehen, die in Gewindebüchsen einschraubbar sind, welche in die Seitenflächen
der Platte einbetoniert oder sonstwie verankert und mit Gewindestopfen verschließbar
sind. Nach dem Versetzen der Verkehrsinseln werden die Tragvorrichtungen dann ausgeschraubt
und die Gewindebüchsen mit den Gewindestopfen verschlossen, so daß sich die Gewindebüchsen
nicht zusetzen und auch keine störenden Vorsprünge oder Vertiefungen an der Platte
sichtbar sind.
-
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines AusfUhrungsbeispieles der Erfindung, das anhand der beigefügte
Zeichnung näher erläutert wird. Es zeigt:
Fig. 1 eine Verkehrsinsel
nach der Erfindung im Längsschnitt und Fig. 2 den Gegenstand der Fig. 1 im Grundriß.
-
In den Zeichnungen ist mit 10 eine Verkehrsinsel zur Lenkung des Verkehrsflusses
in Wohnstraßen bezeichnet, von denen mehrere im Längsabstand voneinander am Strassenrand
so aufgestellt werden, daß sie gegenüber den Verkehrsinseln auf der gegenüberliegenden
Straßenseite in Längsrichtung versetzt sind. Die Verkehrsinsel 10 besteht aus einer
großflächigen, vorgefertigten Platte i1 aus Stahlbeton, die im Grundriß langgestreckt
nierenförmig ist, aber auch Jede andere gewünschte Grundrißgestalt haben kann. Die
Seitenflächen 12 der Platte 11 sind nach außen hin fallend abgeschrägt und ebenso
wie die Oberfläche 13 der Platte 11 mit verschiedenen Elementen der Garten- und
Landschaftsgestaltung belegt. Zu diesen Elementen gehören in erster Linie natürliche
Gesteinsbrocken 14, z.B. drei Findlinge aus Granit oder anderen Gesteinen und mehrere
Säulenbasaltbrocken 15. Dazwischen ist die Oberfläche 13 der Platte mit verschiedenen
Mineralien 16, z.B. Quarzen, Feldspäten od. dgl. oder auch einfachen Kieseln 17
belegt, die ebenso wie die Gesteinsbrooken 14 und 15 in die Oberfläche der Betonplatte
teilweise eingebettet und so mit dieser fest verbunden sind.
-
Im mittleren Teil der Platte und an ihrem schmaleren Ende sind Pflanzenschalen
18 in die Betonplatte eingeformt, die mit Erde 19 gefUllt und mit verschiedenen
Pflanzen 20 besetzt sind. Die Pflanzenschalen 18 sind
durch Leitungen
21 mit einem in die Platte 11 eingeformten Wasserbecken 22 verbunden, das vollständig
mit groben Gesteinsbrocken oder Kieseln 23 gefüllt ist.
-
Am breiteren Ende der Platte 11 ist eine niedrige Leuchte 24 in der
Platte verankert, die einen flachen Schirm 25 aufweist, welcher das Licht nur nach
unten und nach den Seiten strahlen läßt, so daß die Verkehrsinsel 10 und der umliegende
Straßenbereich beleuchtet wird, Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer 3edoch nicht
geblendet werden. Die Leuchte 24 ist mit einem Anschluß 26 an der Unterfläche der
Platte versehen, durch den der Leuchte 24 der erforderliche Strom von einer in der
StraBe verlegten Stromleitung zugeführt werden kann.
-
In den Seitenflächen 12 der Platte 11 sind drei Gewindebtichsen 27
einbetoniert, in welche Tragvorrichtungen 28 in Form von Stahlösen eingeschraubt
werden können. In diese Stahlösen können die Lasthaken des Hebezeuges zum Versetzen
der Verkehrsinseln eingehängt werden. Nach dem Versetzen werden die Tragvorrichtungen
28 aus geschraubt und durch hier nicht mehr dargestellte Gewindestopfen ersetzt,
welche in die Gewindebtichsen 27 eingeschraubt werden und die Löcher verschließen,
Die Erfindung ist nidt auf das AusfUhrungsbeispiel beschränkt. Beispielsweise ist
es auch möglich, die Verkehrsinsel nach der Erfindung zur Gestaltung von
Parkplätzen
oder von Hausgärten oder öffentlichen GrUnanlagen einzusetzen0 Form und Anordnung
der Gestaltungselemente können verschieden sein. Beispielsweise ist es auch möglich,
einen Springbrunnen mit Umlaufpumpe zu installieren oder anstelle der niedrigen
Leuchte eine große Straßenlaterne in der Platte zu verankern, die bei genügend großer
Grundfläche der Platte eine ausreichende Standfestigkeit gewinnt. Selbstverständlich
ist anstelle des Stromanschlusses auch ein Gasanschluß zur Betrieb von Gaslaternen
möglich. Ferner können auf großflächigen Verkehrsinseln auch Bänke oder andere Sitzgelegenheiten
installiert werden, ohne daß hierdurch der Rahmen der Erfindung überschritten wird.