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DE2715536C2 - Verfahren und Vorrichtung zur Rückgewinnung von Koksofenabwärme - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Rückgewinnung von Koksofenabwärme

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DE2715536C2
DE2715536C2 DE2715536A DE2715536A DE2715536C2 DE 2715536 C2 DE2715536 C2 DE 2715536C2 DE 2715536 A DE2715536 A DE 2715536A DE 2715536 A DE2715536 A DE 2715536A DE 2715536 C2 DE2715536 C2 DE 2715536C2
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DE
Germany
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heat
stage
exhaust gas
recuperator
gases
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Claus Dr.-Ing. 4300 Essen Flockenhaus
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Bergwerksverband GmbH
Didier Engineering GmbH
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Bergwerksverband GmbH
Didier Engineering GmbH
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    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10BDESTRUCTIVE DISTILLATION OF CARBONACEOUS MATERIALS FOR PRODUCTION OF GAS, COKE, TAR, OR SIMILAR MATERIALS
    • C10B5/00Coke ovens with horizontal chambers
    • C10B5/10Coke ovens with horizontal chambers with heat-exchange devices
    • YGENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y02TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
    • Y02PCLIMATE CHANGE MITIGATION TECHNOLOGIES IN THE PRODUCTION OR PROCESSING OF GOODS
    • Y02P20/00Technologies relating to chemical industry
    • Y02P20/10Process efficiency
    • Y02P20/129Energy recovery, e.g. by cogeneration, H2recovery or pressure recovery turbines

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Description

is Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Rückgewinnung von Koksofenabwärme gemäß dem Oberbegriff von Patentanspruch 1.
Bekanntlich wird im Koksofen der nach der Einfüllung in die Kammern ruhende Kohlebesatz indirekt beheizt. Die für die Verkokung erforderliche Wärme wird durch Verbrennung von Heizgasen in Heizzügen erzeugt., die aus den Wandungen der Verkokungskammer mit rechtwinklig dazu angeordneten Bindern gebildet sind. Die Wärme wird durch Strahlung und Konvektion von der Flamme und den Reaktionsprodukten auf die Kammerwandungen übertragen. Durch Leitung gelangt sie dann an die Innenseiten der Kammern, von wo sie wiederum maßgeblich durch Leitung, zu einem geringen Teil durch Konvektion über Entgasungsprodukte als Wärmeträgermedien- und Festkörperstrahluiig übertragen wird. Zwangsläufig führt diese Art der Beheizung aufgrund der hohen Verkokungsendtemperaturen von etwa 1000 bis 1200° C zu hohen Abgastemperaturen.
Die Rückgewinnung der in den Abgasen enthaltenen Wärme geschieht bekanntermaßen entweder in periodisch arbeitenden Regeneratoren oder in stetig betriebenen Rekuperatoren. In diesen werden die Verbrennungsluft und gegebenenfalls die Brenngase
tn vorgewärmt. Diese Aggregate werden aufgrund der auftretenden hohen Temperaturen im Koksofenbau aus keramischen Materialien gefertigt. Der Wärmetransport im keramischen Speichermaterial eines Regenerators geschieht durch Leitung, ebenso beim Rekuperator durch die Trennwände zwischen den wärmetauschenden Medien Abgas und Luft.
Mit keramischen Regeneratoren bzw. Rekuperatoren bestcl-1 im Koksofenbau die Möglichkeit, die Abgaswärme weitestgehend zurückzugewinnen und dem Verbrennungsprozeß wieder zuzuführen. Hierzu ist jedoch nachteiligerweise, z. B. aufgrund der Verwendung des keramischen Materials, ein hoher Investitionskosten-Aufwand erforderlich. Die Regeneratoren bzw. Rekuperatoren müssen zu der gewünschten Weitgehenden Wärmerückgewinnung erhebliche Bauhöhen haben. Der Einsatz keramischer Werkstoffe für die Regeneratoren bzw. Rekuperatoren läßt wegen der bestehenden Dichtungsprobleme keine großen Druckdifferenzen auf den Gasseiten zu. Dies hat die Folge, daß die
(in wärmetauschenden Gase nur mit geringer bis mäßiger Strömungsgeschwindigkeit geführt werden können. Die gegf benenfalls bei Druckunterschieden der wärmetauschenden Medien auftretenden Undichtigkeiten würden eine Gefahrenquelle bilden bzw. den verbrennungstech-
fti nischen Wirkungsgrad stark herabsetzen.
Im Hochlcmperaturgebiet auf der Abgasseite könnte die Wärmeübertragung theoretisch hauptsächlich durch Strahlung der Abgasbestandteile — Wasserdampf und
Kohlendioxid — bestimmt werden. In diesem Gebiet der Wärmeübertragung hemmt aber das keramische Material der Trennwände bzw. der Speichermassen den Wärmefluß aufgrund des hohen Wärmeleitwiderstandes dieser Materialien. Zudem sind die Räume in denen die Gasstrahlung maßgeblich den Wärmedurchgang beeinflußt, aus Gründen der Platzersparnis so ausgebildet, daß keine großen Schichtdicken für die Gasstrahlung zur Verfugung stehen und somit die Intensität der Wärmestrahlung nicht voll genutzt werden kann.
Zwangsläufig verschiebt sich hierdurch der Anteil der Wärmeübertragung durch Gasstrahlung zur Wärmeübertragung durch Konvektion, die geringere Wärmeübergangskoeffizienten als die der Gasstrahlung aufweist Die Folge sind größere Bauvolumina und höhere Kosten.
Der Wärmeübertragungskoeffizient im Niedrigtemperaturgebiet auf der Abgasseite ließe sich theroretisch, wodurch Konvektionswärme übertragen wird, durch Steigerung des Turbulenzgrades erhöhen, was aber nut· über eine Steigerung der Strömungsgeschwindigkeit erreicht werden könnte. Das keramische Materia! bekannter Koksöfen schließt diese Erhöhung jedoch aus den o. g. Gründen der Undichtigkeiten aus.
Der bei Betrieb der üblichen Koksöfen, die mit keramischen Materialien ausgerüstete Regeneratoren bzw. Rekuperatoren aufweisen, notwendigerweise aufgrund der Strömungsverhältnisse auftretende relativ hohe Luftüberschuß setzt den feuerungstechnischen Wirkungsgrad herab. Zweckmäßig wäre eine nahezu stöchiometrische Umsetzung von Brenngas und Luftsauerstoff, was zu eimern geringen Sauerstoffgehalt der Abgase und damit zu einem optimalen feuerungstechnischen Wirkungsgrad führen wurde. Koksöfen bekannter Bauart lassen aber eine derartige Verbrennungseinstellung aus den genannten Gründen nicht zu.
Aus der DE-PS 7 38 676 ist bereits eine zweistufige Wärmerückgewinnung aus den Abgasen von Kokserzeugungsöfen bekannt. Dabei wird ein Dampfüberhitzer in Form einer Rohrschlange als ersle Stufe in einen Abgaskanal eines an sich bekannten Rekuperators eingetaucht. Als zweite Stufe dient der eigentliche Rekuperator. Es hat sich herausgestellt, daß auch eine so geartete zweistufige Wärmerückgewinnung zu keiner wesentlich verbesserten Effektivitätssteigerung führt. 4■>
Rekuperatoren mit Trennwänden aus Metall sind aus »Industriekurier« vom 05.04.1961, Seiten 150 und 152 sowie der DE-OS 21 64 994 bekannt. Es hat sich jedoch gezeigt, daß der thermische Wirkungsgrad bei der Wärmerückgewinnung mit einer einfachen Rckuperativbeheizung auch bei der Verwendung mit metallischen Rekuperatoren relativ gering ist, weshalb diese Technik im Koksofenbau keinen allzu großen Anklang gefunden hat.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die r>5 Rückgewinnung von Koksofenabwärme zu verbessern Und hierfür ein geeignetes Verfahren vorzuschlagen.
Diese Aufgabe wird in bezug auf ein Verfahren durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches I und in bezug auf eine Vorrichtung durch die kennzeichnen- wi djn Merkmale des Anspruches 9 gelöst. Weiterbildungen der Erfindung finden sich in den Ansprüchen 2 — 8 sowie 10 und 11.
Der- Grundgedanke der vorliegenden Erfindung ist also darin zu sehen, daß man die Abgase von Koksöfen μ nicht mehr in der üblichen Weise in den ζίγ Verfügung stehenden Rekuperatoren oder Regeneratoren aus keramischem Material, weitgehend abkühlt, sondern daß man besagte Rekuperatoren für die Wärmeübertragung lediglich im Hochtemperaturbereich ausnutzt, in welchem die Wärmeübertragung vorzugsweise durch Abstrahlung erfolgt, dann aber bei einer wesentlich höheren Temperatur, bei welcher der Wirkungsgrad der Abstrahlung die wirtschaftlich untere Grenze erreicht, aus dem Rekuperator oder Regenerator herausführt und zur weiteren Abkühlung, z. B. auf etwa 1800C bis 200° C einem Wärmeaustauscher zuführt, der seinerseits für den niedrigen Temperaturbereich optimal fü» die Wärmerückgewinnung durch Konvektion ausgelegt sein kann. Das erfindungsgemäße Verfahren hat somit gegenüber der bekannten Verfahrensführung an Koksöfen mit Regeneratoren oder Rekuperatoren, die eine einstufige vollständige Abkühlung der Abgase herbeifüh-en, den erheblichen Vorteil, daß beide Grundprinzipien der Wärmerückgewinnung, nämlich der der Wärmerückgewinnung durch Abstrahlung und der der Wärmerückgewinnung durch Konvektion jeweils optimal ausgenutzt werden können. Aufgrund des Umstandes daß in den zum Koksofen gehörenden Regeneratoren bzw. Rekuperatoren die Abkühlung des Abgases lediglich bis zu einer relativ hohen Temperatur, d. h. bis zu einer Temperatur von nicht weniger als etwa 4000C, erfolgt, können diese Rekuperatoren oder Regeneratoren eine wesentlich niedrigere Bauhöhe als die bei üblichen Koksöfen vorgesehene haben, wodurch die Investionskosten für tCoksöfen bis zu 20% gesenkt werden können. Für die Durchführung der Erfindung geeignete Verkokungsöfen besitzen demgemäß einen Wärmerückgewinnungsteil, dessen maximal bei etwa Vj— Ve der Bauhöhe der Ofenkammer liegt, während im Normaifall diese Bauhöhe etwa die gleiche Größe besitzen.
Die weitere Abkühlung kann nämlich, wie weiter unten noch verdeutlicht wird, in Anlagen vorgenommen werden, die an Koksöfen ohnehin vorhanden sein müssen und mit der überwiegenden Ausnutzung der Konvektion arbeiten, also keine zusätzlichen Investitionen anstelle des weggefallenen Regenerator- b/.w. Rekuperatorteiles erfordern.
Wenn vorstehend von »überwiegender Ausnutzung der Wärmeabstrahlung« bzw. »überwiegender Ausnutzung der Konvektion« gesprochen worden ist. so sind diese Begriffe im Sinne der Erfindung so zu verstehen. daß in der ersten Stufe die Wärmeübertragung im Vergleich zu üblichen Regeneratoren oder Rekuperatoren zu einem gesteigerten Anteil auf Wärmeabstrahlung und in der zweiten Stufe im Vergleich zu üblichen Regeneratoren oder Rekuperatoren zu einem gesteigerten Anteil auf Konvektion beruht. Wenn ferner im vorliegenden Zusammenhang von einer .»praktisch vollständigen Abkühlung des Abgases« gesprochen wurde, so ist damit eine Abkühlung der Abgase gemeint, wie sie bisher üblicherweise bei Regeneratoren b/.w. Rekuperatoren erfolgte.
Als erste Stufe kann man vorzugsweise einen Rekuperator verwenden, der abgasseitig in einem Temperaturbereich zwischen etwa 14500C und 400°C, vorzugsweise zwischen etwa 13000C und 800°C, und luftseitig zwischen etwa Umgebungstemperatur und 9000C, vorzugsweise etwa Umgebungstemperatur und 700"C arbeitet. In diesen Temperaturbereichen erhält man abgasseitig optimale Wärmerückgewinnung durch Ausnutzung der Wärmeabstrahlung.
Zur Förderung der Ausnutzung der Wärmeabstrahlung des Abgases kann man als erste Stufe einen Rekuperator mit Abgaskanälen relativ großen Quer-
Schnitts verwenden. Durch diese Vergrößerung der Schichtdicken des Abgassiromes wird die Intensität der Wärmeabstrahlung erhöht, »Relativ großer Querschnitt« soll in diesem Zusammenhang heißen, daß der Querschnitt der erfindungsgemäßen Abgaskanäle — unter Berücksichtigung aller Anlagenumstände — größer ist als derjenige bei bekannten Rekuperatoren. Letztere besitzen einen Querschnitt von etwa 0,025 m2, während erfindungsgemäß der Querschnitt der Abgaskanäle der Rekuperatoren etwa 0,05 m2—0,15 m2, vorzugsweise um 0,1 m2 betragen soll.
Zur Erhöhung des konvektiven Wärmeübergangskoeffizienten auf der Luftseite kann mam als erste Stufe einen Rekuperator mit Luftkanälen relativ geringen Querschnitts zur Erhöhung der Luftströmungsgeschwindigkeit verwenden. »Relativ geringer Querschnitt« hat in diesem Zusammenhang die entsprechende Bedeutung, wie der zuvor erläuterte Begriff »relativ großer Querschnitt«, d. h., daß der Querschnitt der Luftkanäle erfindungsgemäß etwa bei 0,01 und darüber liegen soll, während bisJang der Querschnitt der Luftkanäle bei 0,025 m2 liegt.
Die Wärmerückgewinnung kann in der ersten Stufe im Vergleich zu üblichen Regeneratoren oder Rekuperatoren noch dadurch weiter verbessert werden, daß man als erste Stufe einen Rekuperator verwendet, welcher relativ dünne, dichte Trennwände zwischen den wärmetauschenden Medien, Abgas und Luft, aus einem Material mit hoher Wärmeleitfähigkeit, vorzugsweise Metall verwendet. Die dünnen Trennwände zwischen den wärmetauschenden Medien aus einem Metall mit hoher Wärmeleitfähigkeit gewährleistet hierbei die gute und schnelle Wärmeleitung vom Abgas zur Luft. Das Vorsehen dichter Trennwände macht es möglich, daß selbst bei großen Druckdifferenzen der wärmetauschenden Medien eine nahezu stöchiometrische Verbrennungsführung erfolgen kann. Wenn in diesem Zusammenhang von »relativ dünn« und »Material mit hoher Wärmeleitfähigkeit« gesprochen wird, so sind diese Begriffe auch wieder relativ zu den entsprechenden Gegebenheiten üblicher Regeneratoren oder Rekuperatoren zu sehen. Die Trennwände sollen demnach »dünn« im Vergleich zu den bei üblichen Rekuperatoren vorgesehenen keramisciien Trennwänden sein und das bei der Erfindung verwendete Trennwandmaterial soll eine höhere Wärmeleitfähigkeit haben, als das üblicherweise verwendete keramische Material, insbesondere Stahl, eignet sich besonders gut, weil aus ihm, z. B. rohrförmige, dünne und dichte Trennwände geschaffen werden können und Metall im Sinne der Erfindung eine hohe Wärmeleitfähigkeit hat. Ein so ausgestalteter stetig betriebener metallischer Rekuperator bietet die Möglichkeit, den Wärmeleitwiderstand als Anteil der Wärmeübertragung gegenüber keramischen Materialien auf das 10- bis 30fache aufgrund höherer Wärmeleitkoeffizienten sowie zusätzlich um das 5- bis 15fache aufgrund reduzierter Wandstärke herabzusetzen. Zudem bietet der metallische Rekuperator die Möglichkeit, hohe Druckdifferenzen zwischen den wärmetauschenden Medien zuzulassen, was eine Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit auf der Seite der Verbrennungsluft zuläßt. Diese beiden Effekte führen zu einer Verkleinerung der Wärmeaustauschflächen bekannter Wärmerückgewinnungsteile gegenüber, seien es keramische Rekuperatoren oder Regeneratoren.
Als zweite Stufe verwendet man zweckmäßigerweise einen Wärmeaustauscher mit relativ dünnen, dichten Trennwänden zwischen den wärmetauschenden Medien, wenn das wärmeaufnehmende Medium ebenfalls gasförmig ist, aus einem Material mit relativ hoher Wärmeleitfähigkeit, vorzugsweise Metall, oder ganz 5 ohne Trennwände zwischen den wärmetauschenden Medien, wenn das wärmeaufnehmende Medium nicht gasförmig, z. B. fest ist. Die Begriffe »relativ dünn« bzw. »relativ hohe Wärmeleitfähigkeit« sind wieder im gleichen Sinne wie zuvor, nämlich im Vergleich zu
ίο üblichen Regeneratoren oder Rekuperatoren aus keramischem Material zu verstehen. Gegenüber der Aufheizung des Kammerbesatzes, wo lediglich Wärme durch Leitung und zu einem geringeren Anteil durch Konvektion übertragen wird, ist die zweite Stufe der Wärmerückgewinnung der Erfindung also so ausgebildet, daß ein Optimum an konvektiver Wärmeübertragung an das wärmeaufnehmende Medium, z. B. ein Einsatzgut, ermöglicht wird. Die von den Abgasen in dem Wärmerückgewinnungsteii des Koksofens nach Abkühlung auf etwa 400—8000C nicht zur Luftvorwärmung genutzte Wärmemenge läßt sich durch verstärkte Beheizung der Heizzüge mühek -. ersetzen.
Zur Förderung dieser konvekm cn Wärmeübertragung verwendet man als zweite Stufe vorteilhafterweise
2ri einen Wärmeaustauscher, der abgasseitig mit relativ hoher Strömungsgeschwindigkeit arbeitet. »Relativ ho';h« heißt hier, daß die Strömungsgeschwindigkeit des Abgases im Vergleich zu der in üblichen Regeneratoren oder Rekuperatoren in der zweiten Stufe nach dem erfindungsgemäßen Verfahren höher und etwa 20—60 m/sec. betragen soll.
Als zweite Stufe kann man beispielsweise einen Wärmetauscher verwenden, in dem das direkt erhitzte wärmezufnehmende Medium (Einsatzgut) eine relativ große Wärmeleitfähigkeit hat, z. B. vorzugsweise Kohle ist. Kohle weist nämlich bekanntermaßen höhere Wärmeleitkoeffizienien auf als keramische Materialien, so daß diese sich vorzüglich für den Einsatz in der zweiten Stufe eignet. Gleichzeitig bietet diese Lösung — Einsatzgut Kohle — die Möglichkeil, eineu Koksofen mit wesentlich niedrigerem Rekuperator, aus welchem das Abgas mit noch relativ hoher Temperatur abgenommen wird, mit einer ohnehin vorhandenen oder notwendigen Kohle — Vorerhitzungsanlage zu kombinieren, indem diese Kohlevorerhitzungsanlage das in dem Rekuperator nur teilweise abgekühlte Abgas zu weiteren Wärmerückgewinnung zugeführt wird. Hierbei wird offensichtlich, daß der Gesamtrest des sonst für die weitere Abkühlung des Abgases von etwa 8000C auf etwa 2000C von der baulichen Seite entfallen kann, damit also erhebliche Investitionskosten gespart werden. Zudem isf der Wirkungsgrad der Wärmerückgewinnung sowohl in dem bleibenden kurzen Abschnitt des Rekuperators nach der Erfindung, als auch in der
^ angeschlossenen Vorerhitzungsanlage wesentlich größer als bei üblichen Rekuperatoren voller Länge, in welchen die Abgase praktisch vollständig abgekühlt werden. Zu der Einsparung der Investitionskosten kommt also auch noch ein verbesserter Wirkungsgrad.
Als zweite Stufe kann man somit eine Flugstrom-, Wirbelbett- oder Sprudelbettanlage mit Feinkohle als wärmeaufnehmenden Medium verwenden, Solche Anlagen haben sich als Anlagen mit optimaler Ausnutzung konvektiver Wärmeübertragung bestens bewährt, da in diesen Relativgeschwindigkeit von wärmeaufnehmendem Medium und wärmeabgebendem Medium größtmöglich sind.
Als zweite Stufe kann man nach der Erfindung aber
auch beispielsweise eine Schwelkoksanlage oder Kohlevergasungsanlage verwenden, da die »Abfallwärme« des Koksofens immer billiger ist, als Wärme in Primärenergieform.
Wenn diese zweckmäßig oder notwendig ist, kann ι man nach der Erfindung das der ersten Stufe entnommene teilweise abgekühlte Abgas vor der Überführung in die zweite Stufe auch durch Zumischung von vorzugsweise Inertgasen wie Stickstoff, Kohlendioxid oder Wasserdampf bzw. Gemischen dieser Gase ι ο abkühlen oder durch Zubrennen den Brenngasen Wärme zuführen.
Die nach der vorliegenden Erfindung ganz bevorzugte Kombination eines metallischen Strahlungsrekuperators zur lediglich teilweisen Wärmerückgewinnung der ΐί fühlbaren Abgaswärme von Koksöfen in Verbindung mit einer Kohlevorerhitzungsanlage, die beispielsweise Fluestrom-. eine Wirbelbett- oder eine Sprudelbettapparatur aufweist, stellt eine optimale Wärmerückgewinnung auf Kokereien dar. Unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit stellt die Vorerhitzungsanlage den zweiten Teil der Wärmerückgewinnung bei gleichbleibender Gesamtwärmebilanz dar. Die gesamte zu verfeuernde Gasmenge bleibt konstant. Somit kann die Ersparnis an Regenerator- und Rekuperatorkosten im Bereich unter 4000C, vorzugsweise im Bereich unter 800°C, den Investitionskosten einer Flugstrom-, Wirbelbett- oder Sprudelbetterhitzung des Einsatzgutes zugute kommen. Unterstellt, daß die Investitionskosten einer dementsprechenden Kohlevorerhitzungsanlage gleich den Ersparnissen sind, stellt sich jedes Prozent Produktionssteigerung durch Vorerhitzung, die bekanntlich bis zu 60% betragen kann, als anteilige Investitionskosteneinsparung im Bereich von 0 bis zu 30% für den Koks erzeugenden Teil der Kokerei dar. Hierin ist ein besonderer technischer Fortschritt auch deswegen zu sehen, weil der Einsatz der Vorerhitziing von Kohle nicht nur Auswirkungen auf die Produktionssteigerung, sondern insbesondere auch auf die Verbreiterung der zu verarbeitenden Kokskohlenpalette hat.

Claims (11)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Rückgewinnung von Koksofenabwärme, bei welchem man die Wärmeübertragung aus den Abgasen des Verkokungsprozesses wenigstens zweistufig durchführt, indem das Abgas in einer ersten Stufe, dem Wärmerückgewinnungsteil, nämlich einem Rekuperator des Koksofens zur Ausnutzung der Wärmeabstrahlung und dann in einer zweiten als Wärmetauscher ausgebildeten Stufe, abkühlt, dadurch gekennzeichnet, daß das Abgas in dem als erste Stufe ausgebildeten Wärmerückgewinnungsteil lediglich auf eine Temperatur von nicht weniger als etwa 4000C abkühlt, wobei das Abgas durch Kanäle mit einem relativ großen Querschnitt und ein wärmeaufnehmendes Fluid durch Kanäle mit einem relativ geringen Querschnitt strömen und dann in der als ein gesonderter Wärmetauscher ausgebildeten zweiten Stufe durch überwiegende Ausnutzung der Konvektion weiter abkühlt, wobei man abgasseitig mit relativ hoher Strömungsgeschwindigkeit arbeitet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man bei dem Rekuperator abgasseitig in einem Temperaturbereich zwischen etwa 1450°C und 400°C und luftseitig zwischen etwa Umgebungstemperatur und 900cC arbeitet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2. gekennzeichnet durch die Verwendung eines Rekuperators als erste Stufe, welcher relativ dünne, dichte Trennwände zwischen den wärmetauschenden Medien, Abgas und Luft, aus einem Material mit hoher Wärmeleitfähigkeit, z. B. Metall, insbesondere Stahl aufweist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch die Verwendung eines Wärmeaustauschers als zweite Stufe mit relativ dünnen, dichten Trennwänden zwischen den wärmetauschenden Medien, wenn das wärmeaufnehmende Medium ebenfalls gasförmig ist, aus einem Material mit relativ hoher Wärmeleitfähigkeit, vorzugsweise Metall, oder ganz ohne Trennwände zwischen den wärmetauschenden Medien, wenn das wärmeaufnehmende Medium nicht gasförmig, z. B. fest ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Wärmetauscher der zweiten Stufe das direkt erhitzte wärmeaufnehmende Medium (Einsatzgut) eine relativ große Wärmeleitfähigkeit hat, z. B. vorzuerhitzende Kohle ist.
6. Verfahren nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch die Verwendung einer Flugstrom-, Wirbelbett- oder Sprudelbettanlage als zweite Stufe mit Feinkohle als wärmeaufnehmendem Medium.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4 gekennzeichnet durch die Verwendung einer Schwelkoksanlage oder Kohlevergasungsanlage als zweite Stufe.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß man das der ersten Stufe entnommene teilweise abgekühlte Abgas vor der Überführung in die zweite Stufe durch Zumischung von vorzugsweise inerten Gasen, wie Stickstoff, Kohlendioxid oder Wasserdampf bzw. Gemische dieser Gase abkühlt oder durch Zubrennen von Brenngasen Wärme zuführt.
9. Verkokungsofen für die Durchführung des Verfahrens gemäß Ansprüche 1—8, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Rekuperator maximal etwa V1 bis Ve der Bauhöhe der Ofenkammer besitzt,
10. Verkokungsofen gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß dieser einen Rekuperator, dessen Abgaskanäle einen Querschnitt von etwa 0,05 bis 0,15, vorzugsweise 0,1 m2 aufweisen, besitzt
11. Verkokungsofen gemäß Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftkanäle des Rekuperators einen Querschnitt von etwa 0,01 m2 oder darunter aufweisen.
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