Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ausstanzen
von Werkstückrohlingen aus großflächigen, ebenen Blechen
mit einer in zwei zueinander senkrechten Richtungen von
einem Antrieb bewegbaren Vorschubeinrichtung für das Zu
führen und Hindurchführen des Bleches zwischen den Werk
zeugen und einer insbesondere vertikal arbeitenden Stanz
presse, mit zwei einander gegenüberliegenden Werkzeugen,
die in Drehscheiben lösbar und um nach ihrem Betrag ver
schieden wählbare, für Ober- und Unterwerkzeug gleiche
Winkel um die Werkzeugachse drehend einstellbar sind.
Es ist eine Vorrichtung dieser Art bekannt (DE-OS 14 27 138),
bei der die Werkzeuge zum Einstellen ihrer Winkellage in
der Stanzpresse aus ihren Halterungen herausgenommen und
durch Hilfswerkzeuge ersetzt werden, mit denen die Halte
rungen von Ober- und Unterwerkzeug ausgefluchtet und
gemeinsam in die gewünschte Winkellage eingestellt werden,
damit die anschließend wieder eingesetzten Stanzwerkzeuge
ihre richtige Lage zueinander und zum Maschinenrahmen
einnehmen.
Es ist eine Stanzvorrichtung bekannt (DE-OS 21 65 224),
bei der die Drehscheiben beider Werkzeuge über eine gemein
same Ritzelwelle von einem einzigen Motor gedreht werden.
Beim Ausstanzen großflächiger Bleche erweist sich die
Ritzelwelle hierbei als sehr hinderlich.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zum Aus
stanzen von Werkstückrohlingen der eingangs näher erläu
terten Art so auszubilden, daß der Raum zwischen den
Werkzeugen und in deren Nachbarschaft frei bleibt und
möglichst viele Werkstückrohlinge verschiedener Gestalt
bei geringstmöglichem Abfall unmittelbar aus dem Blech
ausgestanzt werden können, ohne dieses vorher in Streifen
zu schneiden.
Diese Aufgabe wird mit der Erfindung dadurch gelöst, daß
jede Drehscheibe einen hydraulischen Motor aufweist, der
über ein Getriebe an die Drehscheibe angeschlossen ist.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn der hydraulische Motor
ein doppelt wirkender, hydraulischer Zylinder mit zwei
Kolben ist, die durch eine Zahnstange miteinander verbun
den sind, deren Zähne mit einem an der Drehscheibe ange
brachten Zahnrad, Zahnkranz, Verzahnung od. dgl. in Ein
griff stehen. Derartige hydraulische Motoren sind an sich
bekannt (Dürr u. Wachter: "Hydraulische Antriebe", Hanser
Verlag München 1952, Seite 147 Abbildung 187). Anstelle
des Zahnstangentriebes kann jede Drehscheibe auch über
einen Schneckentrieb mit ihrem Antrieb verbunden sein.
Ferner ist es zweckmäßig, wenn die Drehantriebe mit End
schaltern versehen sind, welche eine für diese Drehantriebe
und die Vorschubeinrichtung vorgesehene Steuervorrichtung
weiterschalten.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich
aus den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung
und aus den Zeichnungen, in denen eine bevorzugte Ausfüh
rungsform der Erfindung an einem Beispiel näher erläutert
ist. Es zeigt
Fig. 1 eine Stanzpresse mit einer Vorrich
tung nach der Erfindung in einer
Vorderansicht,
Fig. 2 den Gegenstand der Fig. 1 in einer
Draufsicht und in einem Horizontal
schnitt nach Linie II-II der Fig. 1,
Fig. 3 eine Vorrichtung nach der Erfindung
in einer Seitenansicht und teilweise
im Schnitt,
Fig. 4 den Gegenstand der Fig. 3 in einem
senkrechten Schnitt nach Linie IV-IV
der Fig. 3,
Fig. 5 einen Horizontalschnitt durch den
Gegenstand der Fig. 3 nach Linie
V-V und
Fig. 6 Stanzbilder zum Durchführen des Ver
fahrens nach der Erfindung.
In Fig. 1 ist eine Stanzpresse dargestellt, die in ihrer
Gesamtheit mit 1 bezeichnet ist und einen Rahmen 3 und
einen Bär oder einen Pressenstempel 5 aufweist, der im
vorderen Teil des Rahmens 3 vertikal hubbeweglich ist. Wie
in Fig. 2 dargestellt, ist unmittelbar unter dem Pressen
stempel 5 in an sich bekannter Weise ein Matrizenrahmen 7
angeordnet, der in seinem mittleren Teil einen Werkzeug
satz trägt, der in seiner Gesamtheit mit 9 bezeichnet ist
und im folgenden näher beschrieben werden wird. Der Pres
senstempel 5 bewegt sich am vorderen Teil des Rahmens 3
in vertikaler Richtung auf den Matrizenrahmen 7 zu und von
diesem weg, um die Werkzeuge in an sich bekannter Weise zu
betätigen.
Zur Erleichterung der Beschreibung wird im folgenden unter
"X-Achse" die Richtung von links nach rechts in den Fig. 1
und 2 und unter "Y-Achse" die Richtung von vorn nach hin
ten verstanden. Die Y-Achse verläuft also in Fig. 1 senk
recht zur Zeichenebene und in Fig. 2
in der Zeichenebene von unten nach oben.
Bei der in den Fig. 1 und 2 dargestellten Presse ist vor
dem Matrizenrahmen 7 ein Tisch 13 angeordnet, der fest auf
einem Grundrahmen 15 montiert und an seiner Oberfläche
mit einer Vielzahl von Stützkugeln 17 versehen ist. Bei
dem dargestellten bevorzugten Ausführungsbeispiel sind
an beiden Seiten des feststehenden Tisches 13 bewegliche
Seitentische 19 und 21 angeordnet, deren Oberflächen mit
der Oberfläche des feststehenden Tisches 13 fluchten und
die ebenfalls eine Vielzahl von Stützkugeln 17 tragen.
Im rechten Winkel zur Y-Achse ist oberhalb des feststehen
den Tisches 13 die Führung 23 eines langgestreckten Schlit
tens horizontal und beweglich angeordnet. Diese Schlitten
führung 23 wird im folgenden als erster Wagen oder Längs
schlitten bezeichnet. Wie am besten aus Fig. 1 hervorgeht,
ist der Längsschlitten 23 auf Stützen 25 und 27 fest mon
tiert, die an ihrer Unterseite mit Schlittenführungen 29
und 31 versehen sind, die auf Führungsschienen 33 und 35
derart gleitend montiert sind, daß die Schlittenführungen
29 und 31 die Führungsschienen 33 und 35 umgreifen. Die
Führungsschienen 33 und 35 sind parallel zueinander auf
dem Grundrahmen 15 in horizontaler Richtung derart mon
tiert, daß sie sich in Richtung der Y-Achse auf beiden
Seiten des Matrizenrahmens 7 der Presse 1 erstrecken. Bei
dem Ausführungsbeispiel werden die hinteren Enden der
Führungsschienen 33 und 35 von Armen 37 bzw. 39 getragen,
die horizontal am Grundrahmen befestigt sind. Auf diese
Weise erstreckt sich der Längsschlitten 23 zwischen den
Stützen 25 und 27 und überspannt den feststehenden Tisch
13. Er ist hierbei derart auf den Führungsschienen 33 und
35 montiert, daß er sich auf diesen längs der Y-Achse
gegenüber dem Matrizenrahmen 7 hin- und herbewegen kann.
Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Seiten
tische 19 und 21 ebenfalls an den Stützen 25 und 27 be
festigt und zusammen mit dem Längsschlitten 23 längs der
Y-Achse verschiebbar. Auf diese Weise können die Seiten
tische 19 und 21 in horizontaler Richtung zusammen mit
dem Längsschlitten 23 auf beiden Seiten des Matrizenrah
mens 7 hin- und herbewegt werden.
Um den ersten Längsschlitten 23 in horizontaler Richtung
längs der Y-Achse bewegen zu können, ist eine Schrauben
spindel 41 vorgesehen, die sich in horizontaler Richtung
längs der Y-Achse erstreckt und durch eine Gewindebohrung
hindurchgeht, die in einem vom mittleren Teil des Längs
schlittens 23 herabhängenden Ansatz 43 in horizontaler
Richtung angeordnet ist. Die Schraubenspindel 41 wird von
einem Motor 45 drehend angetrieben, der bei dem Ausfüh
rungsbeispiel im vorderen Teil des Grundrahmens 15 ange
ordnet ist und numerisch gesteuert wird, um den mit der
Erfindung erstrebten Erfolg auf die nachstehend beschrie
bene Weise zu erreichen.
Damit sich der herabhängende Ansatz 43 des Längsschlittens
23 in Richtung der Y-Achse bewegen kann, ist im mittleren
Teil des feststehenden Tisches 13 längs der Y-Achse ein
sich in
Längsrichtung erstreckender Kanal 13 c ausgeschnitten. In die
sem Kanal 13 c des feststehenden Tisches 13 befindet sich die
Führungsspindel 41, deren hinteres Ende in einem Lager 47
drehbar gelagert ist, welches sich am rückwärtigen Ende des
Kanals 13 c befindet. Wenn die Schraubenspindel 41 von dem
Motor 45 gedreht wird, bewegt sich der Längsschlitten 23 in
horizontaler Richtung längs der Y-Achse zusammen mit den
Stützen 25 und 27, die auf den Führungsschienen 33 und 35
entlanggleiten.
Wie mam am besten aus Fig. 2 erkennt, ist auf dem in Richtung
der Y-Achse beweglichen Längsschlitten 23 ein weiterer Schlit
ten 49 derart angeordnet, daß er sich in horizontaler Rich
tung längs der X-Achse bewegen kann. Dieser Schlitten trägt
Klemmen 51 und 53, welche das auf den Tischen 13, 19 und 21
liegende, zu stanzende Werkstückblech W festklemmen. Der an
dere Schlitten 49, der im folgenden als zweiter Schlitten oder
Querschlitten bezeichnet wird, gleitet auf Führungsschienen
55 und 57, die parallel zueinander auf der Oberfläche des
Längsschlittens 23 horizontal montiert sind. Auch der Quer
schlitten 49 ist so ausgebildet, daß er auf den Führungs
schienen 55 und 57 in deren Längsrichtung von einer Schrau
benspindel 59 bewegt werden kann, die auf dem Längsschlitten
23 horizontal längs der X-Achse angeordnet ist und von einem
Motor 61 angetrieben wird, der an einer hierzu geeigneten
Stelle des Längsschlittens 23 angeordnet ist. Der Motor 61
wird ebenfalls numerisch gesteuert, um den mit der Erfindung
erstrebten Erfolg auf die im folgenden noch näher beschrie
bene Weise zu erreichen.
Wenn die Führungsschraube 59 vom Motor 61 gedreht wird, wird
der Querschlitten 49 in horizontaler Richtung längs der X-
Achse auf den Führungsschienen 55 und 57 bewegt und ver
schiebt das Werkstückblech W in Richtung der X-Achse glei
tend auf dem feststehenden mittleren Tisch 13 und den beiden
beweglichen Seitentischen 19 und 21. Wenn der Längsschlitten
23 längs der Y-Achse auf den Führungsschienen 33 und 35 mit
Hilfe der Schraubenspindel 41 verschoben wird, wird auch der
Querschlitten 49 mit diesem zusammen längs der Y-Achse be
wegt, so daß das Werkstück W in Richtung der Y-Achse verscho
ben wird. Das Werkstückblech W kann also durch das Bewegen
des Längsschlittens 23 und/oder des Querschlittens 49 an jede
beliebige Stelle der Presse gebracht werden. Da die Motoren
45 und 61 zum Verschieben des Längs- und Querschlittens 23
bzw. 49 in bekannter Weise numerisch gesteuert werden können,
können die Bewegungen des Längsschlittens 23 und des Quer
schlittens 49 nach einem vorher ausgearbeiteten Programm
numerisch gesteuert werden, um das Werkstückblech W sowohl
in der Y-Achse als auch in der X-Achse zu verschieben.
Wenn in diesem Zusammenhang damit begonnen werden soll, das
Werkstück W am Anfang beginnend nach der Erfindung auszustan
zen, wird der Längsschlitten 23 in die auf der Y-Achse vor
derste Lage auf den Führungsschienen 33 und 35 gebracht und
der Querschlitten 49 wird am linken Ende des Längsschlittens
23 positioniert, wie dies in Fig. 2 dargestellt ist.
Um das Werkstück W in seine Ausgangsposition auf den Tischen
13, 19 und 21 zu bringen, ist bei dem in Fig. 2 dargestell
ten Ausführungsbeispiel am Seitenrand des Seiten
tisches 21 ein Positionieranschlag 63 vorgesehen. Dieser An
schlag 63 kann so ausgebildet sein, daß er mit Hilfe eines in
Fig. 2 dargestellten Hebels 65 unter die von den Spitzen der
Kugeln 17 in den Tischen 13, 19 und 21 gebildete Horizontal
ebene abgesenkt werden kann.
Auf diese Weise wird das Werkstückblech W zu Beginn des Stanz
vorganges genau in Stellung gebracht, wenn es am Positionier
anschlag 63 anliegend von den Klemmen 51 und 53 am Querschlit
ten 49, wie in Fig. 2 gezeigt, festgeklemmt ist. Hierbei be
findet sich natürlich der Längsschlitten 23 in Richtung der
Y-Achse in seiner vordersten Stellung und der Querschlitten
49 am linken Ende des Längsschlittens 23, wenn das Werkstück
W in seiner Ausgangslage positioniert wird.
Der mit der Erfindung erstrebte Erfolg kann mit der oben be
schriebenen Anordnung unter Verwendung von bekannten Werk
zeugen in Einzelfällen teilweise erreicht werden. Um die der
Erfindung zugrunde liegende Aufgabe jedoch vollständig zu
lösen, ist ein neuartiger Werkzeugsatz oder ein Paar von
oberen und unteren Stanzwerkzeugen vorgesehen. Wie weiter
oben bereits erwähnt wurde, ist solch ein neuer Werkzeugsatz
oder ein Paar dieser neuen oberen und unteren Stanzwerkzeuge
in Fig. 2 insgesamt mit dem Bezugszeichen 9 versehen.
Beim Stanzvorgang wird das Werkstück W zunächst mit Hilfe
der Schlitten 23 und 49 aus der in Fig. 2 gezeigten Lage
längs der Y-Achse an das hintere Ende auf den Tisch 13
gebracht und dann zwischen das Werkzeugpaar 9 in der Presse
1 längs der X-Achse eingeführt, um ausgestanzt zu werden.
Nach dem Ausstanzen während des ersten Durchgangs längs
der X-Achse wird das Werkstückblech W von dem Längsschlitten
23 in Richtung der Y-Achse gegenüber der Presse 1 zurückge
fahren und dann wieder in den Werkzeugsatz 9 längs der X-
Achse zum Ausstanzen eingeführt. Diese Verschiebe- und
Zuführvorgänge werden von den Schlitten 23 und 49 so lange
wiederholt, bis das gesamte Werkstückblech W ausgestanzt
worden ist. Auch dieses Verschieben und Zuführen mit den
Schlitten 23 und 49 kann nach einem vorher festgelegten
Programm numerisch gesteuert werden.
Wie am besten aus den Fig. 3 und 4 hervorgeht, hat der auf
dem Matrizenrahmen 7 montierte Werkzeugsatz 9 einen oberen
Werkzeugträger 69 und einen unteren Werkzeugträger 71, die
beide aus dicken Blöcken bestehen (Fig. 3 und 4). Der obere
Werkzeugträger 69 kann so ausgebildet sein, daß er lösbar an
der Unterseite des Pressenstempels 5, beispielsweise mit
Schrauben, befestigt werden kann, die durch Bohrungen 5 b im
unteren Teil des Pressenstempels 5 hindurchgesteckt sind und
in Gewindebohrungen 73 eingreifen, die in der Oberseite des
oberen Werkzeughalters 69 angeordnet sind. Der untere Werk
zeugträger 71 ist am Matrizenrahmen 7 lösbar montiert und an
diesem mit mehreren Schrauben 75 in geeigneter Weise be
festigt. Auf diese Weise ist der obere Werkzeughalter 69 so
ausgebildet, daß er sich bei der vertikalen Hubbewegung des
Pressenstempels 5 in vertikaler Richtung gegen den unteren
Werkzeugträger 71 und von diesem fort bewegt. Außerdem er
kennt man, daß das zu stanzende Werkstück W zwischen den
oberen und unteren Werkzeughaltern 69 bzw. 71 eingeführt
wird.
Um den oberen Werkzeughalter 69 bei seiner Vertikalbewegung
zu führen, sind vertikale Führungsstangen 77 und 79 vorge
sehen, die parallel zueinander in Vorsprüngen 81 und 83 ver
ankert sind, welche am unteren Teil der Rückseite des unte
ren Werkzeugträgers 71 angeordnet sind und horizontal über
diesen hinausragen. Der obere Werkzeugträger 69 ist an sei
ner Rückseite ebenfalls mit Vorsprüngen 85 und 87 versehen,
von denen jeder eine vertikale Bohrung aufweist und so zu
den Führungsstangen 77 bzw. 79 angeordnet ist, daß die Vor
sprünge 85 und 87 an den Führungsstangen 77 und 79 in verti
kaler Richtung entlanggleiten können. Man erkennt jedoch,
daß die Führungsstangen 77 und 79 nicht unbedingt erforder
lich sind, wenn der obere Werkzeugträger 69 in der weiter
oben beschriebenen Weise am Pressenstempel 5 befestigt ist.
Wie in Fig. 4 erkennbar, ist der obere Werkzeugträger 69 in
seinem mittleren Teil mit einer abgestuften Ausnehmung 89
versehen, die nach unten hin offen ist und einen kleinsten
oberen Teil 89 S mit kleinstem Durchmesser, einen mittleren
Teil 89 M mit mittlerem Durchmesser und einen größten unteren
Teil 89 L mit größtem Durchmesser aufweist. In der abgestuf
ten Öffnung 89 ist eine runde Drehscheibe 91 angeordnet, die
an ihrem oberen Umfang mit einer Verzahnung 93 und an ihrem
unteren Teil mit einem Flansch 95 versehen ist. Die Dreh
scheibe 91 ist derart in der abgestuften Öffnung 89 angeord
net, daß ihre Verzahnung 93 innerhalb des kleinsten oberen
Teiles S und der Flansch 95 innerhalb des mittleren Teiles
89 M der abgestuften Öffnung 89 frei, aber ohne Spiel dreh
bar ist. Die Drehscheibe 91 wird in der abgestuften Öffnung
89 mit Hilfe eines Ringes 97 in Stellung gehalten, der in
dem weitesten unteren Teil 89 L der abgestuften Öffnung 89
sitzt und in geeigneter Weise am oberen Werkzeugträger 69
befestigt ist.
Bei der dargestellten bevorzugten Ausführungsform ist die
Drehscheibe 91 so ausgebildet, daß sie um 180° horizontal
gedreht und in zwei Drehlagen verriegelt werden kann. Zu
diesem Zweck ist der Flansch 95 der Drehscheiben 91 an zwei
einander diametral gegenüberliegenden Stellen seines Umfan
ges mit zwei ausgebüchsten Löchern 99 und 101 versehen, in
welche ein Arretierstift 103 in einer weiter unten noch be
schriebenen Weise eingeführt werden kann.
Im mittleren Teil des oberen Werkzeugträgers 69 und der Dreh
scheibe 91 sind Vertikalbohrungen 105 bzw. 107 für die In
stallation eines an sich bekannten Auswerfers vorgesehen.
An der Unterseite der Drehscheibe 91 ist ein oberes Stanz
werkzeug 109 beispielsweise mit Schrauben in geeigneter Wei
se befestigt. Zum Ausrichten des oberen Werkzeuges 109 ge
genüber der Drehscheibe 91 ist am oberen Werkzeug 109 eine
Ausnehmung 111 vorgesehen, in die ein Justierzapfen 113 ein
greift, der an der Drehscheibe 91 angeordnet ist. In der
gleichen Weise können natürlich verschiedene Werkzeuge mit
verschiedener Form in den Werkzeughalter eingesetzt werden.
Auf diese Weise wird das obere Werkzeug 109 von der Dreh
scheibe 91 lösbar gehalten und kann bei Bedarf zusammen mit
der Drehscheibe 91 um 180° gedreht werden.
Bei dem dargestellten bevorzugten Ausführungsbeispiel ist an
dem oberen Werkzeug 109 ein ringartiger Niederhalter 115
befestigt, der mit mehreren, das obere Werkzeug 109 umgeben
den Bolzen 117 an diesem hängt und von vielen, die Bolzen
117 umgebenden Federn 119 elastisch nach unten gedrückt wird,
um das Werkstückblech W bei jedem Stanzvorgang festzuhalten.
Wie aus Fig. 4 hervorgeht, hat der untere Werkzeugträger 71
eine dem oberen Werkzeugträger 69 ähnliche Konstruktion, wo
bei jedoch dessen oberes Ende bei dem unteren Werkzeugträger
unten liegt. Der untere Werkzeugträger 71 hat auch in seinem
mittleren Teil eine abgestufte Öffnung 121, welche der abge
stuften Öffnung 89 des oberen Werkzeugträgers 69 ähnlich ist.
Im Gegensatz zu der abgestuften Öffnung 89 des oberen Werk
zeugträgers 69 erstreckt sich jedoch die abgestufte Öffnung
121 des unteren Werkzeugträgers 71 über die gesamte Dicke
des unteren Werkzeugträgers 71, sie geht also durch diesen
Werkzeugträger ganz hindurch. Die untere abgestufte Öffnung
121 des unteren Werkzeughalters 71 ist auch mit einem größ
ten oberen Teil 121 L, einem mittleren Teil 121 M und einem
kleinsten unteren Teil 121 S versehen, welche Teile in ihrem
Durchmesser dem größten unteren Teil 89 L, dem mittleren Teil
89 M und dem kleinsten Teil 89 S der abgestuften Öffnung 89
des oberen Werkzeugträgers 69 jeweils entsprechen. In der
abgestuften Öffnung 121 ist eine Drehscheibe 123 angeordnet,
die in ihrem unteren Teil mit einer Verzahnung 125 und in
ihrem oberen Teil mit einem Flansch 127 versehen ist, die
in ihrem Durchmesser und ihrer Konstruktion der Verzahnung
93 und dem Flansch 95 der oberen Drehscheibe 91 gleich sind.
Auf diese Weise ist die untere Drehscheibe 123 in der abge
stuften Öffnung 121 in ähnlicher Weise drehbar, wie die obe
re Drehscheibe 91 des oberen Werkzeugträgers 69. Sie wird
in der abgestuften Öffnung 121 von einem Ring 129 in Stel
lung gehalten, der in dem weitesten oberen Teil 121 L der
abgestuften Öffnung 121 sitzt. Um auch die Drehscheibe 123
in der abgestuften Öffnung 121 in Stellung zu halten, sind
zwei ausgebüchste Löcher 131 und 133 an einander diametral
gegenüberliegenden Stellen des Flansches 127 der Dreh
scheibe 123 angeordnet, in die ein Arretierzapfen 135
eingreifen kann.
An der Oberseite der Drehscheibe 123 ist ein unteres Stanz
werkzeug 137 in geeigneter Weise lösbar derart befestigt,
daß es mit dem oberen Werkzeug 109 zusammenarbeiten kann,
um aus dem Werkstück W eine Anzahl von Werkstückrohlingen
auszustanzen. Das untere Stanzwerkzeug 137 ist in seinem
mittleren Teil mit einer vertikalen Bohrung 139 versehen,
durch welche die aus dem Blech ausgeschnittenen Werkstück
rohlinge ausgetragen werden. Um das untere Werkzeug 137
gegenüber der unteren Drehscheibe 123 einzustellen, ist am
unteren Werkzeug 137 eine Ausnehmung 141 vorgesehen, die mit
einem Justierstift 143 zusammenwirkt, der an der Drehscheibe
123 angeordnet ist. Zwischen dem Ring 129 und der unteren
Matrize 137 ist eine ringförmige Staubdichtung 145 angeord
net, um ein Eindringen von Staub zwischen diesen Teilen zu
verhindern. Auf diese Weise ist das untere Werkzeug 137 auch
an der Drehscheibe 123 im unteren Werkzeugträger lösbar be
festigt und kann zusammen mit der Drehscheibe 123 bei Bedarf
um 180° gedreht werden.
Es ist nun klar erkennbar, daß das Werkstückblech W zwischen
den oberen und unteren Werkzeugen 109 und 137 ausgestanzt
wird, wenn das obere Werkzeug 109 von dem Bär 5 nach unten
gegen das untere Werkzeug 137 gepreßt wird. Hierbei können
natürlich obere und untere Werkzeuge von verschiedener Form
am oberen und unteren Werkzeugträger 69 bzw. 71 angebracht
werden, um aus dem Blech W Werkstückrohlinge von verschiede
nen Formen auszustanzen. Um den mit der Erfindung erstrebten
Erfolg zu erreichen, werden das obere und das untere Werkzeug
gleichzeitig gedreht, wie dies im folgenden noch beschrieben
werden wird.
Wie in Fig. 5 gezeigt, wird die obere Drehscheibe 91, welche
das obere Werkzeug 109 hält und dreht, von einem hydrauli
schen Motor in Umdrehung versetzt, der bei dem dargestellten
bevorzugten Ausführungsbeispiel in seiner Gesamtheit mit 169
bezeichnet ist. Da die untere Drehscheibe 123 auf die glei
che Art gedreht wird wie die obere Drehscheibe 91, ist für
die untere Drehscheibe 123 keine weitere Erläuterung erfor
derlich.
Der hydraulische Motor 169 hat einen Hydraulikzylinder 171,
der unmittelbar neben dem Zahnkranz 93 der Drehscheibe 91
horizontal angeordnet ist. Der Hydraulikzylinder 171 wird
von ringförmigen Teilen 173 und 173′ gestützt, die an seinen
Enden angeordnet und am Werkzeugträger 69 befestigt sind.
Der Hydraulikzylinder ist an seinen Enden mit Kappen 175
und 175′ versehen, welche Einlaßkanäle 177 und 177′ aufwei
sen, durch welche die Hydraulikflüssigkeit zugeführt und
abgeleitet wird. An der Seite ist der Hydraulikzylinder 169
mit einer sich in axialer Richtung erstreckenden, langge
streckten Öffnung 179 versehen. Ferner gleitet in dem Hy
draulikzylinder 171 eine Zahnstange 181, die mit dem Zahn
kranz 93 der Drehscheibe in Eingriff steht.
Die Zahnstange 181 trägt an ihren Enden Kolben 183 und 183′,
die von der Hydraulikflüssigkeit im Hydraulikzylinder 171
bewegt werden, so daß die Zahnstange die Drehscheibe 91 an
ihrem Zahnkranz 93 bei jedem vollen Hub im Zylinder 171 um
180° dreht. Um die 180°-Drehung der Drehscheibe 91 zu be
grenzen, ist die Zahnstange 181 an ihren Enden mit Vorsprün
gen 185 und 185′ versehen, welche durch die Betätigungs
stifte 187 und 187′ Endschalter 189 und 189′ betätigen, die
an den Enden des Zylinders 171 angeordnet sind. Die Betäti
gungsstifte 187 und 187′ für die Endschalter 189 und 189′
werden von Federn 191 und 191′ in den Hydraulikzylinder 171
gedrückt, die in napfförmigen Sitzen 193 und 193′ unterge
bracht sind, welche sich an den Enden des Zylinders 171 be
finden.
Nach der Erfindung werden die oberen und die untere Dreh
scheibe 91 und 123 gleichzeitig im gleichen Sinne in Um
drehung versetzt, um das obere und das untere Werkzeug 109
und 137 gleichzeitig um 180° zu drehen. Obgleich die Zahn
kränze 93 und 125 der Drehscheiben 91 und 123 bei dem dar
gestellten Ausführungsbeispiel von Zahnstangen 181 gedreht
werden, können die Zahnkränze 93 und 125 auch als Schnecken
räder ausgebildet sein und von Schnecken gedreht werden.
Außerdem können die Drehscheiben 91 und 123 auch so ausge
bildet sein, daß ihre Drehbewegungen numerisch gesteuert
werden.
In den Fällen der Stanzbilder (D) und (E) der Fig. 6 ist es
erforderlich, das obere und das untere Werkzeug 109 bzw. 137
zu drehen. In diesen Fällen wird die Drehung der Werkzeuge
109 und 137 nach einem vorher festgelegten Programm nume
risch gesteuert.
Das Stanzbild (D) zeigt einen Fall, bei dem bei jedem vollen
Durchlauf des Werkstückes W in Richtung der X-Achse eine
gleiche Anzahl Nx Werkstückrohlinge aus dem Blech W ausge
stanzt wird und bei dem das obere und das untere Werkzeug
109 und 137 des Werkzeugsatzes 9 nach jedem vollen Durchlauf
in X-Richtung gedreht werden.
Das Stanzbild (E) zeigt einen Fall, bei dem die Zahl Nx der
aus dem Werkstück W auszustanzenden Werkstückrohlinge beim
Durchlauf in der positiven Richtung der X-Achse um eins grö
ßer ist als die Zahl der Werkstückrohlinge bei Durchläufen
in der negativen Richtung der X-Achse und bei dem die Werk
zeuge 109 und 137 des Werkzeugsatzes 9 nach jedem vollen
Durchlauf des Bleches in Richtung der X-Achse gedreht wer
den.
Aus dem Vorstehenden erkennt man, daß Metallbleche bei jedem
der fünf Stanzmuster nach vorherbestimmten Programmen mit
eine numerischen Steuerung sehr wirtschaftlich und voll
automatisch gestanzt werden können.