-
Spritzpistole für Zwei-Komponenten-Kunststoff
-
Die Erfindung bezieht sich auf eine Spritzpistole für einen mit Druckluft
auszutragenden Zwei-Komponenten-Kunststoff mit zwei getrennten Durchlaßkanälen für
die Kunststoff-Komponenten und einem Druckluftkanal, in die synchron betätighare
Ventile eingeschaltet sind, sowie mit Spillmittelzuleitungen, die mit den Kunststoff-DurchlaakanYlen
verbunden sind.
-
Bei Spritzpistolen dieser Art werden die beiden miteinander reagierenden
Kunststoff-Komponenten ehenso wie die Druckluft einem Mischkopf zuqefilhrt, indem
sie erst miteinander vermengt werden. Besondere Schwierigkeiten bereitet die synchrone
Steuerung des Komponenten-Durchflusses und des Luftdurchlasses. Hinzu kommt noch,
daß zum Reinigen insbesondere des Mischkopfes das Spülmittel zumindest über einen
Teil der Kanäle für die beiden Kunststoff-Komponenten beim Spülvorgang geleitet
werden muß, wobei noch zusätzlich der Spülvorgang durch Spritzluft zu unterstützen
ist.
-
Bei Spritzpistolen der einaanqs genannten Art benötigt man eine Vielzahl
von Ventilen, um den Komponenten-Durchfluß, den Luftdurchlaß und den Spülmitteldurchfluß
zu steuern. Die in die
Kunststoff-nurchlaßkanäle eingeschalteten
Ventile sind überwiegend Na(lelventile, deren Verschlußkbrper durch ein Synchrongestänge
miteinander verbunden sind. Über dieses Synchrongestänge wird für den Arbeitsvorgang
auch das Ventil fr den Durckluftdurchlaß betätigt. Fur Steuerung des Druckluftdurchlasses
während des Reinigungsvorganges ist eine weitere Vorrichtung vorgesehen, die zusammen
mit separat in die Spülmittelzuleitungen eingefügten ventilen betätigt werden muß.
-
Die Nachteile solcher bekannten Spritzpistolen liegen aber nicht nur
in der umständlichen Bedienung, vielmehr setzen sich die herkömmlich verwendeten
Ventile insbesondere für die Kunststoff-Komponenten leicht zu, so daß die Spritzpistolen
auch sehr störanfällig sind.
-
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Spritzpistole
der eingangs genannten Art dadurch zu verbessern, daß für die Steuerung des Komponenten-nurhflusses,
des Luftdurchlasses und des Spülmitteldurchflusses nur ein einzises Ventil mit einem
auf alle Durchlaßkanäle wirkenden Verschlußstück vorgesehen wird, welches über einen
einzigen Betätigungshebel bedienbar ist.
-
Diese Aufgahe wird bei einer Spritzpistole der gattungsgemäßen Art
gelöst durch einen Mehrwegehahn mit einem über einen außenliegenden Knehel verstellbaren
Küken, das im Bereich der Kunststoffkanäle sowie der Spülmittelzuleitungen bei verschiedenen
Stellwinkeln in Durchlaßrichtung liegende .nteuerbohrunaen und im Bereich des Durckluftkanals
eine in jeder Durchlaßrichtung der Steuerbohrungen öffnende Lugtdurclllaßbohrung
hat.
-
Der besondere Vorteil einer erfindungsgemäßen Spritzpistole liegt
darin, daß über den Mchrwegehahn der gleichzeitige Durchsatz der beizen Kunststoff-Komponenten
und der Druckluft während des Arbeitsvorganges und der gleichzeitige Durchlaß von
Druckluft und Spülmittel während des Reinigungsvorganges
gesteuert
werden kann. Dabei kann durch mehr oder weniger große Überschneidung der Steuerbohrungen
und der Luftdurchlaßbohrtlngen im Küken des Mehrwegebahns in nezus auf die Anschlußöffnungen
der Kunststoffkanäle und des Luftkanals auch die urchflußmenge variiert werden.
Ferner kann die Sperrstellung des Kükens des Mehrwegehahns so gelegt werden, daß
sie zwischen der Offenstellung für den Arbeitsvorgang und der Offenstellung für
den Reinigungsvorgang liegt, damit ein versehentliches Spielen bei beendigung des
Arbeitsvorganges vermieden wird. Weiterhin ist es ein bedeutender Vorteil, daß der
Mehrfachhahn frei von Ventilsitzen ist, die sich insbesonder durch den Kunststoff
zusetzen könnten.
-
Die weiteren Vorteile der erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
und aus der nachfolgenden Beschreibung.
-
Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung an einem.
-
Ausführungsbeispiel noch näher erläutert. Dahei zeigen: Fig. 1) eine
Seitansicht einer erfindungsgemäßen Spritzpistole, Fig. 2) die Vorderansicht der
Spritzpistole in Richtung der Linie II - II in Fiq. 1 gesehen, Fig. 3) einen Längsschnitt
durch die wesentlichen Elemente der erfindungsgemäßen Spritzpistole im Bereich der
Kanäle für die Kunststoff-Komponenten, Fig. 4) einen nuerschnitt durch die neue
Spritzpistole im Pereich des Luftkanals, Fig. 5) eine perspektivische Darstellung
des Kükens des Mehrwegehahns der Snritzpistole nach der Erfindung und Fig. 6) eine
perspektivische Darstellung der das Küken des Mehrwegehahnes umgehenden nichtungshülse.
-
Den grundsätzlichen Aufbau einer neuerungsgemäßen Spritzpistole zeige
Fig. 1. Sie umfaßt im wesentlichen ein Ventilgehäuse oder einen Ventilkörper 1 mit
daran unterseitig angesetztem Handgriff 2 und einem an der vorderen Stirnseite angebrachten
Mischkopf 3. An den Mischkopf 3 schließt sich weiter nach vorn hin ein Spritzrohr
4 an. An der Rückseite des Ventilkörpers 1 befinden sich zwei deckungsgleich hintereinander
liegende Kunststoffanschlüsse 5, die mit Zuleitungen für zwei im rvlisch kopf 3
zu vermengende Kunststoff-Komponenten verbunden sind.
-
Zwischen den beiden Anschlüssen 5 für die Kunststoff-Komponenten liegt
noch ein Luftanschluß 6 für die Zuführung von Druckluft, die für die Vermischung
der beiden Kunststoff-Komponenten und die Austragung des Gemisches durch das Spritzrollr
4 benötigt wird. An der Unterseite besitzt der Ventilkörper 1 zwei weitere Anschlüsse
7, über die ein Spülmittel zuieieitet wird, das in die im Innern des Ventilkörpers
1 verlaufende Kunststoffkanäle eingeleitet wird, um nach jedem Arbeitsvorgang insbesondere
den Mischkopf 3 und das Spritzrohr 4 vo aushertenden gsunststoff-Rückständen zu
reinigen.
-
Seitlich am Ventilkörper 1 ist eine Welle 8 herausgeführt, auf die
eine am Ventilkörper 1 befestigte Paßscheibe 9 aufgesetzt ist, wie auch Fig. 2 veranschaulicht.
An der Welle 8 sitzt ein Knebel 10, der von der in Fig. 1 wiedergegebenen A-Stellung
in eiiie O-Stellung nd eine B-Stellung umgelegt werden kann. Die Endlagen des Knebels
10 in der A-Stellung und der Stellung wird durch Anschläge 26 auf der Planscheibe
9 begrenzt.
-
Über den Knebel 10 wird ein Mehrwegehahn 11 verstellt, der Kernstück
des Ventilkörpers 1 ist, was Fig. 2 verdeutlicht.
-
Der Mehrwegehahn 11 besteht aus einem in Innern des Ventilkörpers
1 in einer Bohrung 13 gelagerten Küken 12, das über die seitliche angesetzte Welle
8 mit dem Knebel 10 verbunden ist. Das Küken 12 ist in einer Dichtungshülse 14 gelagert,
die in die Bohrung 13 des Ventilgehäuses 1 eingepaßt ist.
-
In Fig. 2 erkennt man noch vorne aus dem Ventilkörper 1 austretende
öffnungen 15 für die beiden Kunststoff-Komponenten, die in den Mischkopf 3 münden.
Zwischen diesen beiden Kunststoff-Austrittsöffnungen 15 ist noch ein Luftaustritt
16 angeordnet, über den die Druckluft in den Mischkopf 3 eingeführt wird.
-
Den Aufbau des Mehrwegehahnes 11 im einzelnen zeigen die Fig. 3 bis
6. Fig. 3 ist ein Längsschnitt durch das Ventilgehäuse 1 der Spritzpistole in einer
der beiden Ebenen, in denen die Kunststoff-Anschlüsse 5 liegen. Zwischen jedem der
Kunststoff-Anschlüsse 5 auf der Rückseite des Ventilgehäuses 1 und der vorderseitigen
Kunststoff-Austrittsöffnung 15 erstreckt sich ein Kanal 17, durch den die betreffende
Kunststoff-Komponente den Ventilkörper 1 passiert. In Fortsetzung des Kanals 17
von beiden Seiten her zum Küken 12 des Mehrwegehahns 11 hin besitzt die das Küken
12 umgebende Dichtungshülse 14 Anschlußbohrungen 18, die einander diametral gegenüberliegen.
Für den Durchfluß des Kunststoff-Materials ist im Küken 12 eine diametrale Steuerbohrung
19 vorgesehen, die in der A-Stellung des Knebels 10 die beiden Anschlußbohrungen
18 für die Kunststoffkanäle 17 miteinander verbindet. In Fig. 3 ist allerdings die
Stellung des Knebels 10 und die dazu entsprechende Lage des Kükens 12 wiedergegeben,
so daß der Kunststoff-Durchfluß durch die Kanäle 17 gesperrt ist.
-
In der Ebene der Kunststoff-Anschlüsse 5 und der Kunststoff-Kanäle
17 liegen jeweils auch die Spülmittelanschlüsse 7, die deshalb ebenfalls in Fig.
3 zu erkennen sind. Vom Spülmittel-Anschluß 7 führt eine Spülmittel-Leitung 20 zum
Küken 12 hin entsprechend ist in der Dichtungshülse 14 eine Anschlußbohrung 21 für
den Spülmitteleintritt angeordnet. Die Anschlußbohrung 21 für das Spülmittel ist
gegenüber den Anschlußbohrungen 18 für die Kunststoff-Komponenten um 900 versetzt.
Wird über den Knebel 10 das Küken 12 aus der A-Stellung heraus in die s-Stellung
verdreht, fluchtet die Steuerbohrung 19 mit der Anschlußbohrung 21 für das Spülmittel.
An die Steuerbohrung 19
schließt eine weitere Steuerbohrung 22 für
den Durchtritt des Spülmittels durch das Küken 12 an. Diese ebenfalls radial verlaufende
Steuerbohrung 22 fluchtet in der B-Stellung des Kükens 12 mit der vorderen Anschlußbohrung
18 und dem vorderen Kunststoffkanal 17 im Ventilgehäuse 1. Damit ist der Weg für
den Durchtritt des Spülmittels von dem Spülmittelanschluß 7 zur jeweiligen Austrittsöffnung
15 frei.
-
Die Durchtrittsbohrungen für das Spülmittel und die Steuerbohrungen
für die Kunststoff-Komponenten müssen grundsätzlich nicht in einer Ebene des Kükens
12 liegen. Beispielhaft könnte für den Durchtritt des Spülmittels 7 bei der in Fig.
3 gegebenen Anordnung auch eine sogenannte L-Bohrung im Küken 12 vorgesehen sein.
Beim Ausführungsbeispiel hingegen sind die Steuerbohrung 19 für den Kunststoff-Durchtritt
und die Steuerbohrung 22 für den Spülmittel-Durchlaß zu einer sogenannten T-Bohrung
zusammengefaßt. In diesem Bereich bildet der Mehrwegehahn 11 einen sogenannten Dreiwegehahn,
denn es können die beiden Anschlüsse 5 und 7 für die jeweilige Kunststoff-Komponente
und das Spülmittel auf die zuqehörige vordere Austrittsöffnung 15 geschaltet werden.
In der Mittellage zwischen der A-Stellung und der B-Stellung, die entsprechend der
T-Bohrung 19, 22 um 900 auseinanderliegen, liegt die Null- oder Sperr-Stellung.
In dieser Sperr-Stellung ist weder der Kunststoff-Durchlaß noch der Spülmittel-Durchtritt
freigegeben.
-
Die Durchlaßquerschnitte für die Kunststoff-Komponenten und auch für
das Spülmittel öffnen sich nicht erst bei Erreichen der Endlagen des Kükens 12 bzw.
des Knebels 10, sondern geben den Durchlaß entsprechend dem Durchmesser der Anschlußbohrungen
18 und 21 in der Dichtungshülse 14 und der Steuerbohrungen 19 und 22 im Küken 12
etwa von einem Stellwinkel von 75° ab allmählich frei. Es steht somit sowohl im
Bereich der A-Stellung als auch im Bereich der B-Stellung ein Winkel von etwa 150
zur Regulierung der Durchflußmengen durch den Mehrwegehahn 11 zur Verfügung.
-
Fig. 4 zeigt einen Längsschnitt durch die neue Spritzpistole der gegenüber
dem Längsschnitt nach Fig. 3 parallel versetzt ist. Dieser Längsschnitt liegt im
Bereich der Ebene in der der Luftanschluß 6 angeordnet ist. Der rückwärtige Luftanschluß
6 wird mit dem vorderseitigen Luftaustritt 16 über einen Luftkanal 23 verbunden.
In diesen Luftkanal ist das Küken 12 des Mehrwegehahns 11 mit einer Kreuzbohrung
25 eingeschaltet, deren Zweige diametral und rechtwinklich zueinander angeordnet
sind. In Verlängerung des Luftkanals 23 besitzt die Dichtungshülse 14 zwei einander
ebenfalls diametral gegenüberliegende Anschlußbohrungen 24 für den Durchtritt der
Druckluft. Die Kreuzbohrung 25 für den Druckluft-Durchtritt ist nun so gelegt, daß
sie sowohl in der A-Stellung als auch in der B-Stellung des Kükens 12 bzw. des Knebels
10 den Luftdurchlaß freigibt. Auch hier kann wieder über einen Stellwinkel des Kükens
1 2 in der Größenordnung von 15C ausgehend von den beiden Endlagen die Durchflußrnenge
reguliert werden. In der Null-Stllug ist die Verbindung zwischen dem Druckluft-Anschluß
6 und dem Luftaustritt 16 gesperrt. Fig. 5 zeigt die zweckmäßige Ausführungsform
für das Küken 12 des Mehrwegehahns 11. Es besteht aus einem zylindrischen Vollkörper,
in dem in verschiedenen radialen Quersclunittsebenen hintereinander die beiden T-Bohrungen
19,22 für den Durchlaß der beiden Kunststoff-Komponenten und des Spülmittels und
die Kreuzbohrung 25 für den Durchtritt der Druckluft angeordnet sInd. Zur mittigen
Kreuzbohrung 25 sind die beiden außenliegenden T-Bohrungen spiegelsyminetrisch angeordnet.
Für eine vereinfachte Herstellung des Kükens 12 ist es vorteilhaft, wenn die einzelnen
Bohrungszweige in axialer Richtung des Kükens 1 2 miteinander fluchten. So decken
sich die beiden Steuerbohrungen 19 für den Kunststoff-Durchtritt mit dem einen Zweig
der Kreuzbohrung 25 für den Luftdurchtritt ebenso fluchtet die Steuerbohrung 22
für den Spülmitteldurchlaß mit dem anderen Zweig der Kreuzbohrung 25 filr den Luftdurchtritt.
-
Die zugehörige Ausbildung der Dichtungshülse 14 mit den darin
angebrachten
Anschlußbohrungen zeigt Fig. 6. Die Anschlußbohrungen 18 und 21 für den Kunststoff-Spülmitteldurchlaß
liegen in einer Ebene mit den T-Bohrungen 19, 22 des Kükens 12, das gleiche trifft
für die einander diametral gegenüberliegenden Anschlußbohrungen 24 in der Hülse
14 und der Kreuzbohrung 25 im Küken 12 zu. Die Kreuzbohrung 25 ermöglicht im Zusammenspiel
mit den Anschlußbohrungen 24 der Hülse 14 den Luftdurchtritt sowohl in der A-Stellung
in der die Kunststoff-Anschlußbohrungen 18 miteinander in Verbindung stehen als
auch in der B-Stellung, in der die Anschlußbohrungen 21 für das Spülmittel mit den
vorderen Anschlußbohrungen 18 der Hülse 14 verbunden sind. Damit erreicht man einen
Druckluft-Durchsatz durch das Mehrwegeventil 11 sowohl für den Arbeitsvorgang bei
dem das Kunststoff-Material ausgetragen wird als auch für den Spülvorgang, bei dem
vorteilhaft das Spülmittel durch die Druckluft ausgeblasen wird. Sofern ein größerer
Winkel zwischen der A-Stellung und der B-Stellung des Kükens 12 gewünscht ist, kann
auch von der rechtwinkligen Zuordnung der Bohrungen des Kükens 12 und der Anschlußbohrungen
der Hülse 14 abgewichen werden. Auch ist es möglich, bei anders als beim Ausführungsbeispiel
liegenden Anschlüssen für die beiden Kunststoff-Komponenten und die Druckluft die
Anordnung der T-Bohrungen und der Kreuzbohrungen des Kükens 12 gegeneinander zu
verdrehen, ohne daß bei entsprechender Anordnung der Anschlußbohrungen in der Hülse
14 die Steuer- und Reguliermöglichkeit verlorengeht.
-
Es muß lediglich dafür Sorge getragen werden, daß stets die Durchlässe
für die beiden Kunststoff-Komponenten zusammen mit der Spritzluft und der Durchtritt
für das Spülmittel ebenfalls zusammen mit der Druckluft gleichzeitig freigegeben
werden.
-
L e e r s e i t e