DE2653130A1 - Katalysatormischungen - Google Patents
KatalysatormischungenInfo
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- C08—ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
- C08F—MACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED BY REACTIONS ONLY INVOLVING CARBON-TO-CARBON UNSATURATED BONDS
- C08F10/00—Homopolymers and copolymers of unsaturated aliphatic hydrocarbons having only one carbon-to-carbon double bond
- C08F10/04—Monomers containing three or four carbon atoms
- C08F10/08—Butenes
- C08F10/10—Isobutene
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Description
Die Erfindung betrifft Katalysatormischungen aus halogenierten aluminiumorganischen Verbindungen sowie Verfahren
zu deren Herstellung.
Aluminiumverbindungen wie Aluminiumchlorid, Aluminiumbromid
und Alkylaluminiumdihalogenide werden weit verbreitet als Polymerisationskatalysatoren eingesetzt. Zusätzlich
zu diesen können auch Cokatalysatoren wie Halogensäuren oder Halogene verwendet werden.
Das erfindungsgemäße Katalysatorsystem unterscheidet sich wesentlich von diesen bekannten Katalysatorsystemen. Die
Halogene, Halogensäuren, Interhalogenverbindungen und organischen Halogenverbindungen werden nicht als Cokatalysatoren
eingesetzt, sondern stattdessen in einer
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vorgelagerten Reaktion mit der aluminiumorganischen Verbindung umgesetzt, so daß neuartige Katalysatoren erzeugt
werden, die in Kohlenwasserstoffen löslich sind und in Kohlenwasserstoffpolymerisationssystemen verwendet werden
können. Diese Katalysatoren sind im allgemeinen reaktiver und ergeben höhermolekulare Polymere als die entsprechenden
aluminiumorganischen Verbindungen, von denen sie sich ableiten. Darüber hinaus ergeben die erfindungsgemäßen
vorreagierten Katalysatoren Produkte, die den Polymerisationsprodukten bei Verwendung von Halogenen, Halogensäuren,
Interhalogenverbindungen oder organischen Halogenverbindungen als Cokatalysatoren überlegen sind.
In der US-PS 2 220 930 ist die Herstellung von Polymeren beschrieben, wobei Katalysatoren wie Dialkylaluminiumhalogenide
oder Alky!aluminiumhalogenide verwendet werden,
die die allgemeine Formel MX R besitzen, in der M AIu-
mn
minium, Gallium oder Bor, X ein Halogen, R ein monovalenter
Kohlenwasserstoffrest, m oder η ganze Zahlen von 1 bis 2 und m + η = 3 sind. Die beschriebenen Katalysatoren können
außerdem als Komplexe der obigen Verbindungen mit anorganischen Halogenverbindungen, z.B. NaCl oder mit
Ammonium oder Aminen vorliegen. Die mit diesen Katalysatoren erhaltenen Isobutylenpolymere sind niedermolekulare
Harze.
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Gegenstand der US-PS 2 387 517 ist die Herstellung von
Polymeren durch Copolymerisation verschiedener ungesättigter Verbindungen in Gegenwart von Katalysatoren mit
der allgemeinen Formel MX R , in der M, X, R sowie m und η die oben angegebene Bedeutung haben. Die US-PS 2 387
betrifft insbesondere die Herstellung von härtbaren gummiartigen Produkten durch Copolymerisation von Isobutylen
mit niedermolekularen Diolefinen, insbesondere solchen
mit 4 bis 6 Kohlenstoffatomen. Die erhaltenen Produkte haben Molekulargewichte von 1000 bis 3000 und bis
zu 300 000 oder höher. Das Molekulargewicht wird allerdings nicht weiter spezifiziert, d.h. es fehlen solche
Angaben wie die durchschnittliche Zahl der polymerisierten Einheiten und das mittlere Molekulargewicht, und
darüber hinaus ist die Herstellung eines Polymeren mit einem Molekulargewicht von annähernd 300 000 nicht beschrieben.
Die als Katalysatoren verwendeten Mischungen in den beiden zuvor genannten US-Patentschriften werden
nicht durch vorgelagerte Reaktion von Alkylaluminiumhalogeniden mit Halogenen, Halogensäuren oder Interhalogenverbindungen
wie in der vorliegenden Erfindung hergestellt und zeigen nicht die überlegenen Eigenschaften
der erfindungsgemäßen Katalysatormischungen.
Die US-PS 2 388 428 betrifft ein verbessertes Verfahren
zur Durchführung organischer Reaktionen durch Herstellung von Friedel-Crafts-Metallhalogenidkatalysatoren in
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265313Q.
• (p.
situ. Dabei wird eine aluminiumorganische Verbindung gelöst in einem Kohlenwasserstoffreaktanten im Verfahren
eingesetzt und diese Lösung mit einem Überschuß Halogenwasserstoff in einer Reaktionszone unter Kohlenwasserstoff
Umwandlungsbedingungen in Kontakt gebracht, wobei ein Aluminiumhalogenidkatalysator in situ entsteht und
die Umwandlungsreaktion bewirkt wird. Wichtig ist also, daß die Katalysatorkomponenten nicht in einer vorgelagerten
Reaktion miteinander umgesetzt werden und dann in die Reaktionszone eingeführt werden, sondern in situ
miteinander reagieren. Darüber hinaus unterscheidet sich die Stöchiometrie dieser Katalysatoren ganz erheblich
von der der erfindungsgemäßen Katalysatoren.
In der US-PS 3 3^9 O65 wird ein verbessertes Katalysatorsystem
zur Herstellung von hochmolekularem Butylgummi beschrieben. Das Katalysatorsystem enthält ein Dialkylaluminiumhalogenid
zusammen mit einer geringen, aber kritischen Menge eines wasserfreien Halogenwasserstoffes
als Promoter (Cokatalysator). Der wasserfreie Halogenwasserstoff wird dabei in einer Menge von 0,001 bis
maximal 0,05 Mol je Mol Dialkylaluminiummonohalogenxd eingesetzt. Diese Mengen an Halogenwasserstoff fallen
nicht in den erfindungsgemäßen Bereich, und darüber hinaus wird der Halogenwasserstoff zu einer Lösung gegeben,
die sowohl das Dialkylaluminiumchlorid als auch das Monomere enthält. Eine vorgelagerte Reaktion der Kata-
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lysatorkomponenten wie bei der vorliegenden Erfindung findet also nicht statt.
In der US-PS 3 562 8o4 wird ebenfalls die Verwendung einer
aluminiumorganischen Verbindung zusammen mit Chlorwasserstoff oder einer organischen C ^,-C7-Halogenverbindung
als Promoter zur Herstellung von Kittmischungen mit geringer Viskosität beschrieben. Der Katalysator und der Promoter
werden auch hier in Gegenwart des Monomeren miteinander kombiniert, und in allen Beispielen wird die getrennte
Zugabe von Katalysator und Promoter zu der Polymerisationsmischung beschrieben.
Die US-PS 3 850 897 betrifft ein Verfahren zur Herstellung
von Polymeren und Copolymeren des Isobutylens. Der dort beschriebene Katalysator hat die allgemeine Formel RAl(YR1)X,
in der Y ein Sauerstoff- oder Schwefelatom in Verbindung
mit einer Vielzahl von Promotern bedeutet. Die beschriebenen Aluminiumverbindungen sind also anders zusammengesetzt
als die erfindungsgemäßen Katalysatoren.
In der US-PS 3 835 079 werden heißschmelzende Zusammensetzungen beschrieben, die Styrol, copolymerisiertes Isobutylenwachs
und ein primäres Harz enthalten. Als Katalysator dient ein System aus Alkylaluminiumdihalogenid als
primäre Komponente mit einem Promoter (Cokatalysator) wie Halogenwasserstoff. Maximal werden 30 Mol.? Cokataly-
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sator, bezogen auf die primäre Katalysatorkomponente eingesetzt. Vorzugsweise werden Cokatalysatoren wie Wasser
in einer Menge von 2,5 bis 15 und insbesondere 5 bis 10 % verwendet. Die in der US-PS 3 835 079 beschriebenen Katalysatormischungen
fallen nicht in den Bereich der vorliegenden Erfindung.
Die US-PS 3 560 458 betrifft ein Polymerisationsverfahren
unter Verwendung eines Katalysators mit der Formel Al(M) R, in der M eine Alkylgruppe und R ein Alkylrest, Wasserstoff
oder Halogen ist. Als Katalysator dient also die Alkylverbindung oder das Monohalogenid.
In der GB-PS 1 362 295 ist ein für die Polymerisation von
ungesättigten Verbindungen geeigneter Katalysator beschrieben und ein diesen Katalysator verwendendes Verfahren. Der
Katalysator ist eine Zweikomponentensubstanz, wobei die primäre Komponente R„A1X ist, in der R ein Kohlenwasserstoffrest
oder Wasserstoff ist und X ein Kohlenwasserstoff, Wasserstoff oder ein Halogen sein kann. Die sekundäre Komponente
besitzt die Formel YZ, in der Y und Z gleiche oder ungleiche Halogene bedeuten. Das Verhältnis von primäerer
zu sekundärer Komponente kann 0,1:1 bis 1000:1 betragen. Zur Erzielung hoher Molekulargewichte müssen die beiden
Katalysatorkomponenten in Gegenwart des zu polymerisierenden Monomeren zueinander gegeben werden.
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Gegenstand der Erfindung ist nun eine Katalysatormischung, bestehend aus dem Reaktionsprodukt von
(a) einem Material der Formel R AlX-, , in der m 1 bis einschließlich
3 ist, R gleiche oder ungleiche, gerad- oder verzweigtkettige Alkylreste mit 1 bis 7 Kohlenstoffatomen
und X Chlor und/oder Brom bedeuten, und
(b) Y Mol Halogen, Halogensäure, gemischtes Halogen oder organische Halogenverbindung je Mol Aluminiumverbindung,
wobei das Halogen Chlor und/oder Brom, die organische Gruppe eine gerad- oder verzweigtkettige Alkylgruppe mit 2 bis
20 Kohlenstoffatomen, eine allylische Gruppe mit 3 bis 20 Kohlenstoffatomen oder eine benzylische Gruppe mit 7 bis
20 Kohlenstoffatomen und (m-Y) 0,7 bis etwa 0,2 ist.
Vorzugsweise ist die organische Gruppe der organischen Halogenverbindung in Komponente b eine Alkylgruppe mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen, eine allylische Gruppe mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen oder eine benzylische Gruppe mit 7 bis 10 Kohlenstoffatomen. Ein besonders bevorzugter
Bereich für die Differenz (m-Y) liegt bei 0,6 bis 0,4.
Vorzugsweise ist die organische Gruppe der organischen Halogenverbindung in Komponente b eine Alkylgruppe mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen, eine allylische Gruppe mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen oder eine benzylische Gruppe mit 7 bis 10 Kohlenstoffatomen. Ein besonders bevorzugter
Bereich für die Differenz (m-Y) liegt bei 0,6 bis 0,4.
In einer Ausführungsform der Erfindung werden die neuen aluminiumorganischen Katalysatoren dadurch hergestellt,
daß man Material der Formel RAlXp, in der R ein gerad- oder verzweigtkettiger Alkylrest mit 1 bis 7 Kohlenstoffatomen
und X Chlor und/oder Brom ist, mit 0,3 bis etwa 0,8 Mol und vorzugsweise 0,4 bis 0,6 Mol Halogen, Halogensäure,
gemischtem Halogen oder organischer Halogenver-
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-40.
bindung je Mol RAlXp vermischt, wobei das Halogen Chlor
und/oder Brom und die organische Gruppe eine gerad- oder verzweigtkettige Alkylgruppe mit 2 bis 20 Kohlenstoffatomen,
eine allylische Gruppe mit 3 bis 20 Kohlenstoffatomen oder eine benzylische Gruppe mit 7 bis 20 Kohlenstoffatomen und
vorzugsweise eine Alkylgruppe mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen, eine allylische Gruppe mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen oder
eine benzylische Gruppe mit 7 bis 10 Kohlenstoffatomen ist. Bevorzugt wird insbesondere Alkylaluminiumdichlorid.
In einer weiteren Ausführungsform werden die neuen Katalysatoren dadurch hergestellt, daß man Materialien der Formel
RpAlX, in der R gleiche oder ungleiche, gerad- oder verzweigtkettige Alkylreste mit 1 bis 7 Kohlenstoffatomen und X Chlor
und/oder Brom bedeuten, mit 1,3 bis etwa 1,8 und vorzugsweise 1,4 bis 1,6 Mol Halogen, Halogensäure, gemischtem Halogen
oder organischer Halogenverbindung je Mol Dialkylaluminiummonohalogenid
vermischt, wobei das Halogen Chlor und/oder Brom und die niedere Alkylgruppe eine gerad- oder
verzweigtkettige Alkylgruppe mit 2 bis 20 Kohlens.offatomen,
eine allylische Gruppe mit 3 bis 20 Kohlenstoffatomen oder eine benzylische Gruppe mit 7 bis 20 Kohlenstoffatomen und
vorzugsweise eine Alkylgruppe mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen, eine allylische Gruppe mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen oder
eine benzylische Gruppe mit 7 bis 10 Kohlenstoffatomen ist.
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In einer weiteren Ausfuhrungsform werden die erfindungsgemäßen
Katalysatoren hergestellt, indem man Materialien der Formel R^Al, in der R gleiche oder ungleiche, gerad- oder
verzweigtkettige Alkylreste mit 1 bis 7 Kohlenstoffatomen bedeutet, mit 2,3 bis etwa 2,8 und vorzugsweise 2,Ί bis
2,6 Mol Halogen, Halogensäure, gemischtem Halogen oder organischer Halogenverbindung je Mol Trialkylaluminiumverbindung
vermischt, wobei das Halogen Chlor und/oder Brom und die organische Gruppe eine der oben aufgeführten Gruppen
ist.
Die Katalysatorzubereitung wird vorzugsweise in einem Lösungsmittel,
insbesondere in einem Kohlenwasserstofflösungsmittel und am besten in einem flüssigen paraffinischen Kohlenwasserstoff
oder Mischungen derselben mit 1 bis 10 Kohlenstoffatomen durchgeführt, wobei die Kohlenwasserstoffe
des Lösungsmittel geradkettig, verzweigtkettig oder cyclisch sein können* Die Konzentration der Aluminiumverbindung beträgt
etwa 0,01 bis 20 % und vorzugsweise 0,2 bis etwa 10 %. Die Reaktionstemperatur kann zwischen -100 bis +1000C betragen,
vorausgesetzt, das Lösungsmittel bleibt dabei flüssig und der Katalysator löslich.
Die als Katalysator verwendbaren Verbindungen sind kohlenwasserstofflöslich
und werden rechtzeitig vor ihrer Verwendung hergestellt, um die Reaktion der beiden Komponenten
zur reaktiven Gesamteinheit sicherzustellen. Die Korn-
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- W-
ponenten werden also etwa 2 Minuten, besser 10 Minuten und vorzugsweise 4 Stunden vor ihrer Verwendung miteinander
vermischt. Es ist ein wesentliches Erfordernis, daß die Aluminiumverbindung mit dem Halogen, der Halogensäure
oder der gemischten Halogenverbindung ausreichend lange vor dem Einbringen der resultierenden Katalysatorlösung
in das Polymerisationseinsatzmaterial vorreagiert, so daß sichergestellt ist, daß die beiden Komponenten miteinander
reagiert haben. Es ist dabei von Vorteil, den Katalysator vor der Verwendung mehrere Stunden altern
zu lassen. Die Gegenwart sehr kleiner Mengen an aromatischen Kohlenwasserstoffen in einer Konzentration von
1 bis 10 ppm in dem Katalysatorlösungsmittel ist geeignet, die Verwendungsdauer der Katalysatorlösung zu verlängern
.
Die Mischung kann sogar zur Reaktion gebracht werden und dann vor der Verwendung über Nacht stehengelassen werden.
Die für den Erhalt eines aktiven Katalysators erforderliche Vorreaktionszeit kann dadurch verkürzt werden, daß
man Wärme zuführt. Der so hergestellte Katalysator zeigt eine höhere katalytische Aktivität und Wirksamkeit als
bekannte Katalysatoren und erlaubt die Durchführung von Polymerisationsreaktionen, die bei höherer Temperatur
Polymere und Copolymere mit höherem Molekulargewicht und/ oder bei höheren Temperaturen als bisher möglich sowohl
hoch- oder niedermolekulare Polymere mit einem höheren
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Grad an Ungesättigtheit ergeben. Letzteres ist in Figur dargestellt, in der der Grad an Ungesättigtheit in Mol.#
gegen die Polymerisationstemperatur in C aufgetragen ist.
Die erfindungsgemäßen Verbindungen eignen sich besonders für die homogene kationische Polymerisation in Kohlenwasserstoffmedien,
da sie reaktiver als Alkylaluminiumdichloride oder Dibromide allein sind. Außerdem werden durch
Verwendung von kohlenwasserstoffunlöslichen Katalysatoren wie AlCl., auftretende Schwierigkeiten vermieden, denn
Kohlenwasserstoffaufschlämmungen der letzteren bewirken oft eine Gelierung oder Verschmutzung, während die Verwendung
von Lösungen dieser Katalysatoren in polaren Lösungsmitteln, z.B. Methylchlorid, Gegenmaßnahmen erforderlich
machen, da das polare Katalysatorlösungsmittel kein Lösungsmittel für das Polymere ist und außerdem das
Monomere zur Erhaltung homogener Polymerisationsbedingungen mit zusätzlichem Polymerlösungsmittel verdünnt werden
muß.
Die erfindungsgemäßen Katalysatoren besitzen weitere Vorteile dadurch, daß sie oft höhermolekulare Polymere und
Copolymere bei hoher Katalysatoreffektivität und höheren Temperaturen (siehe Figur 1) liefern als die allgemein bekannten
aluminiumorganischen Verbindungen, aus denen sie in bequemer und billiger Weise hergestellt werden.
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Die erfindungsgeraäßen Katalysatoren eignen sich insbesondere
zur kationischen Polymerisierung von Monomeren, insbesondere ungesättigten Kohlenwasserstoffen. Besonders
wertvolle Polymere können hergestellt werden aus Isoolefinen
mit 4 bis 20 Kohlenstoffatomen, MuItiolefinen mit 5
bis 20 Kohlenstoffatomen oder Mischungen derselben, wobei Homopolymere und Copolymere erhalten werden. Beispiele
für solche ungesättigten Kohlenwasserstoffe sind u.a. Isobutylen, 2-Methylbuten, 3-Methylbuten-l, JJ-Methylpenten-1
und ß-Pinen. Geeignete Multiolefine sind beispielsweise Butadien, Isopren, Piperylen, 2,3-Dimethylbutadien, Cyclopentadien,
1,3-Cyclohexadien, Dimethylfulven und Divinylbenzol.
Hoch ungesättigte Copolymere mit mittleren Molekulargewichten ähnlich derer, die mit Hydrocarbylaluminiumdihalogenid
erhalten werden, können bei wesentlich höheren Polymerisationstemperaturen hergestellt werden (siehe Figur 1).
Die erfindungsgemäßen Verbindungen werden hergestellt, indem man eine Hydrocarbylaluminiumhalogenidverbindung
(R AlX-. ) mit einem Halogen, einem Interhalogen, einer
Halogensäure oder einer organischen Halogenverbindung in einem inerten Lösungsmittel, insbesondere einem Kohlenwasserstoff
lösungsmittel, vorzugsweise einem paraffinischen Kohlenwasserstofflösungsmittel und am besten in
einem paraffinischen C.-C.Q-Kohlenwasserstofflösungsmittel
umsetzt.
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Beispiel 1 , /ίϊ ·
Versuche, die die Vorteilhaftigkeit der Modifizierung einer Hydrocarbylaluminiumverbindung mit einem Halogen und die
bevorzugte Menge an Halogen zeigen sollen, wurden in folgender Weise durchgeführt.
In einer inerten Schutzgasatmosphäre wurden in acht 100 ml Meßkolben jeweils 0,9765 g (0,0063 Mol) Isobutylaluminiumdichlorid
gegeben und mit etwa 50 ml Methylcyclohexan verdünnt. Der erste Kolben wurde mit Methylcyclohexan auf 100 ml
aufgefüllt. Den übrigen Kolben wurden 0,3, 0,4, 0,5, 0,6,
0,7, 0,8 bzw. 1,0 g Brom gelöst in 40 ml Methylcyclohexan
zugesetzt. Die Bromfarbe verschwand beim Mischen sofort. Diese Serie entspricht ziemlich genau einem molaren Verhältnis
von Brom zu Hydrocarbylaluminiumverbindung von 0:1, 0,3:1, 0,4:1, 0,5:1, 0,6:1, 0,7:1, 0,8:1 und 1:1. Die Meßkolben
wurden alle auf 100 ml aufgefüllt, so daß die Konzentration aller Lösungen an Aluminiumverbindung 0,063 m
betrug.
Ein Polymerisationseinsatzprodukt, bestehend aus 380 ml
(Volumen bei -1200C) Isobutylen, 20 ml (Volumen bei -780C)
Cyclopentadien und 100 ml Methylcyclohexan wurde bei -1200C
gerührt und mit 2 ml Katalysatorlösung versetzt. Nach 20
Minuten wurde die Polymerisation durch Zugabe weniger Tropfen n-Propylalkohol beendet. Die Lösung wurde dann
zur Desaktivierung von Rückständen des sauren Katalysators
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mit Ammoniak behandelt und das Copolymere aus 1 1 heißem, eine geringe Menge Antioxydationsmittel enthaltendem Methanol
koaguliert. Das Copolymere wurde bei 5O°C in Vakuum getrocknet. In Figur 3 (nicht ausgefüllte Kreise) sind die
Ergebnisse des Versuches wiedergegeben.
Der obige Versuch wurde kurz nach der Katalysatorzubereitung mit 0,^1:1 und 0,5:1 Katalysator lösungen durchgeführt.
Der gleiche Versuch wurde mit allen Katalysatorlösungen wiederholt, wobei diese mindestens 1 Tag gealtert
waren. Das den Wert der erfindungsgemäßen Katalysatoren demonstierende
Ergebnis ist in Figur 3 gezeigt (ausgefüllte Kreise). In Figur 3 ist das mittlere Molekulargewicht
des Produktes als Funktion des Verhältnisses von Brom zu Aluminiumverbindung dargestellt.
Aus Figur 3 geht hervor, daß das mittlere Molekulargewicht mit zunehmendem Verhältnis von Brom zu Hydrocarbylaluminiumdichlorid
stark ansteigt, bei einem molaren Verhältnis von 0,5:1 ein Maximum erreicht und dann wieder
abfällt. Diese Ergebnisse sind von besonderer Bedeutung bei Berücksichtigung der Tatsache, daß die polymeren
Produkte hoch ungesättigte Isobutylencopolymere sind, die wesentliche Mengen an Cyclopentadien (13 Mol.%) enthalten.
Diese hohen Molekulargewichte sind wesentlich höher als die mit nicht modifizierten Hydrocarbylaluminiumdichlorid
erhältlichen und konnten bisher nicht er-
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reicht werden. Ferner zeigt Figur 3 die überraschenden Folgen aufgrund der Katalysatoralterung. Ein gealteter
erfindungsgemäßer Katalysator besitzt eine über die schon beim nicht gealterten Katalysator gegenüber bekannten Katalysatoren
erhöhte Aktivität hinausgehende Aktivität.
Figur 3 (nicht ausgefüllte Kreise) zeigt die Ergebnisse mit zwei nicht gealterten Katalysatoren und macht
die durch Alterung erzielten Vorteile deutlich.
Weitere Vorteile der erfindungsgemäßen Katalysatoren ergeben sich aus Figur 4, in der die Katalysatoreffektivität
(ausgedrückt in g Polymeres je Mol Aluminiumverbindung) als Funktion des Verhältnisses von Brom
zu Hydrocarbylaluminiumdichlorid dargestellt ist. Wiederum zeigen die Ergebnisse eine deutliche Verbesserung
aufgrund der erfindungsgemäßen Katalysatoren mit einem Maximum bei einem molaren Verhältnis von etwa 0,5:1 an.
Die erfindungsgemäßen Katalysatoren weisen also das ideale Merkmal auf, daß sie optimale Molekulargewichte
und optimale Effektivität bei demselben molaren Konzentrationsverhältnis ergeben.
Gemäß dem Verfahren in Beispiel 1 wurden Katalysatorlösungen aus einer 0,063 m Lösung von Äthylaluminium-
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- TO -
dichlorid und Isobutylaluminiumdichlorid in einem Kohlenwasserstoff
lösungsmittel hergestellt, indem jede Lösung mit einem halben Mol Brom je Mol Aluminiumverbindung versetzt
wurde.
Mit dem in Beispiel 1 beschriebenen Polymerisationseinsatzprodukt und nach dem an gleicher Stelle angegebenen Verfahren
wurden Polymerisationen bei verschiedenen Temperaturen durchgeführt. Die Ergebnisse mit den erfindungsgemäßen
Katalysatoren sind in Figur 1 mit den Ergebnissen unter Verwendung von Äthylaluminiumdichloridkatalysator allein
wiedergegeben.
Die erfindungsgemäßen Katalysatoren ergeben nicht nur Copolymere mit höherem Molekulargewicht als nicht modifiziertes
Alkylaluminiumdichlorid, sondern erlauben darüber hinaus die Durchführung der Polymerisation zur Erzielung
eines vorgegebenen Molekulargewichts bei höheren Temperaturen.
Ein zusätzlicher Vorteil durch das Arbeiten bei höheren Temperaturen besteht darin, daß das Polymere eine größere
Menge an Cyclopentadien enthält. Die Zusammensetzung des Copolymeren als Funktion der Polymerisationstemperatur
ist in Figur 2 für zwei erfindungsgemäße Katalysatoren wiedergegeben, die erfindungsgemäß durch Modifizierung
von Äthyl- und Isobutylaluminiumdichlorid mit 1/2 Mol Brom je Mol Hydrocarbylaluminiumdichlorid erhalten wurden.
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Die Verwendung von Halogenen, Halogensäuren, positiven Halogenverbindungen
und leicht ionisierbaren organischen Halogenverbindungen als Coinitiatoren für kationische Polymerisationen
ist bekannt. Bei diesen Verfahrensweisen wird oft eine aluminiumorganische Verbindung verwendet, die vorzugsweise
kein Initiator ist. Typisch für eine solche Verfahrensweise ist, daß die aluminiumorganische Verbindung
dem Monomeren zugesetzt wird und dann anschließend der Halogenidinitiator zugegeben wird.
dem Monomeren zugesetzt wird und dann anschließend der Halogenidinitiator zugegeben wird.
Die Initiierung dieser Reaktionen beruht auf der Ionisierung
durch das Halogenid mit Hilfe der Aluminiumverbindung. Dies ist in den folgenden Gleichungen wiedergegeben:
Et2AlCl + Cl2 4 * Cl+
+ CH2 ZZI=Z C(CH,)2
Cl -
Damit die Polymerisation einsetzt, muß ganz offensichtlich das Monomere mit dem Initiator (Halogen, Halogensäure usw.)
in Gegenwart des Aluminium-Coinitiators behandelt werden.
Ein weiteres Merkmal eines solchen Katalysatorsystems ist, daß ein sehr hohes Verhältnis von Aluminiumverbindung zu
Initiator (5:1 bis 200:1) erforderlich ist; vergl. z.B.
Chim Ind. (Milan), 55, 109 (1973).
Ein weiteres Merkmal eines solchen Katalysatorsystems ist, daß ein sehr hohes Verhältnis von Aluminiumverbindung zu
Initiator (5:1 bis 200:1) erforderlich ist; vergl. z.B.
Chim Ind. (Milan), 55, 109 (1973).
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Die erfindungsgemäßen Katalysatoren unterscheiden sich also ganz deutlich von Halogenen und Katalysatoren, die Aluminiumverbindungen
als Coinitiatoren aufweisen. Am wichtigsten bei den bekannten Reaktionen unter Verwendung der Halogenoniumionen
als Initiatoren ist es, daß letztere in Gegenwart des Monomeren erzeugt werden müssen, da sie schnell mit aluminiumorganischen
Verbindungen reagieren und nicht für die Initiierung zur Verfügung stehen würden. Dies ist in den
folgenden Gleichungen wiedergegeben:
Et2AlCl + Cl2
> EtAlCl2 + EtCl IHA
EtAlCl2 + Cl2 ► AlCl3 + EtCl IHB
Im allgemeinen wird so vorgegangen, daß dem momomeren Einsatzprodukt
zuerst die Aluminiumverbindung und dann zur Initiierung der Polymerisation das Halogen zugesetzt wird.
Demgegenüber werden die erfindungsgemäßen Katalysatoren hergestellt,
indem eine kleinere als die stöchiometrische Menge an Halogen (Halogensäure, usw.) mit der aluminiumorganischen
Verbindung vor der Verwendung zur Initiierung der Polymerisation vorreagiert wird. Wie wichtig diese Vorreaktion ist,
ergibt sich auch aus den folgenden Beispielen.
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Ein Polymerisationseinsatzprodukt, bestehend aus 38O ml
(Vol. bei -1200C) Isobutylen, 20 ml (Vol. bei -780C) Cyclopentadien
und 100 ml (Vol. bei 20°C) Methylcyclohexan wurde bei allen Versuchen verwendet. Bei Versuch 1 wurde die
aluminiumorganische Verbindung mit dem Halogen in Methylcyclohexan-Lösung
(0,063 m an Aluminiumverbindung) über Nacht reagieren gelassen und am nächsten Tage zur Initiierung
einer Polymerisation verwendet. Der Katalysator war sehr aktiv und ergab eine hohe Katalysatoreffektivität
sowie sehr hohe Molekulargewichte des Produktes. Bei den Versuchen 2 und 3 wurden dieselben Mengen verwendet mit dem
Unterschied, daß in Versuch 2 das Halogen zum monomeren Einsatzprodukt gegeben wurde und dann die aluminiumorganische
Verbindung zugesetzt wurde, während in Versuch 3 die Reihenfolge der Zugabe umgekehrt wurde. In Versuch 4 wurde kein
Halogen, sondern nur aluminiumorganische Verbindung eingesetzt.
Die so hergestellten Katalysatoren ergaben schlechte Ergebnisse, d.h. die Katalysatoreffektivität war unzureichend
und die erhaltenen Molekulargewichte waren niedrig. Die Versuche 5 und 6 entsprechen den Versuchen 3 und 4 mit dem
Unterschied, daß größere Katalysatormengen eingesetzt wurden. Die Ergebnisse sind dennoch sehr viel schlechter als
mit den gealterten erfindungsgemäßen Katalysatoren.
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Diese Versuchsserie zeigt sehr eindrücklich, daß die erfindungsgemäßen
Katalysatoren sich erheblich von solchen Katalysatoren unterscheiden, bei denen Halogene usw. als Initiatoren
dienen.
| (mMol) | BR2 | Reihenfolge | Katalysa- Mn | -eff€ | 775 | 000 | ΛΊ /a | |
| 0,126 | (mMol) | der Zugabe | toi | 49O | 71 | 000 | ||
| 0,126 | 0,063 | Vorbehandelt | 63 | 700 | 3,520 | |||
| 0,126 | 0,063 | Br? zuerst | 12 | 381 | 1,799 | |||
| Tabelle 1 | 0,126 | 0,063 | RAlCl2 | 2 | 175 | 1,747 | ||
| 0,252 | zuerst | 3 | 365 | 1,901 | ||||
| 0,252 | 26 | 778 | 103 | 000 | 1,986 | |||
| 0,063 | RAlCl2 | 27 | 119 | 000 | 2,020 | |||
| zuerst | ||||||||
| Auswirkung des Vorreagierens des Katalysators bei der Copolymerisation von Isobutylen mit 5 Vol.? Cyclopentadien, -120 C |
||||||||
| Versuch RA1C1? | ||||||||
| 1 | ||||||||
| 2 | ||||||||
| 3 | ||||||||
| 4 | ||||||||
| 5 | ||||||||
| 6 |
a) Strukturviskosität: 1 mg/ml in Diisobutylen bei 200C.
Ein Polymerisationseinsatzprodukt, bestehend aus 38Ο ml
(Vol. bei -115°C) Isobutylen, 20 ml (Vol. bei -780C) Cyclopentadien und 100 ml Methylcyclohexan (Vol. bei 200C) wurde bei -115°C gerührt. Es wurden 2 ml Katalysatorlösung zugesetzt, die durch Umsetzung von 0,0063 Mol Isobutylaluminiumdichlorid mit 0,0032 Mol Bromwasserstoff in 100 ml Methyl-
(Vol. bei -115°C) Isobutylen, 20 ml (Vol. bei -780C) Cyclopentadien und 100 ml Methylcyclohexan (Vol. bei 200C) wurde bei -115°C gerührt. Es wurden 2 ml Katalysatorlösung zugesetzt, die durch Umsetzung von 0,0063 Mol Isobutylaluminiumdichlorid mit 0,0032 Mol Bromwasserstoff in 100 ml Methyl-
709823/0908
cyclohexan hergestellt wurde. Die Polymerisationstemperatur wurde 20 Minuten auf -110 bis -115 C gehalten. Dann wurde
die Polymerisation durch Zugabe von Alkohol beendet.
Das durch Koagulation aus Methanol isolierte und vakuumgetrocknete
Copolymere wog 8 g, besaß ein mittleres Molekulargewicht (M ) von 310 000 und enthielt 14,5 Mol.% Cyclopentadien.
Der Versuch gemäß Beispiel 4 wurde wiederholt unter Verwendung von 2 ml einer Katalysatorlösung, die durch Umsetzung
von 0,0063 Mol Äthylaluminiumdichlorid mit 0,0032 Mol Bromwasserstoff hergestellt wurde. Die Ausbeute an Copolymerem
betrug 12,3 ga die Katalysatoreffektivität
97 600 g Copolymeres je Mol Aluminium und Mn 443 000. Das
Copolymere enthielt 14,4 Mol.% Cyclopentadien.
Der Versuch gemäß Beispiel 4 wurde bei -1200C unter Verwendung
von 1 ml Katalysatorlösung wiederholt. Ausbeute gleich 11,6 g Copolymeres; Katalysatoreffektivität = 92 100 g/Mol Al;
Mol.$ Cyclopentadien = 12,9; Mn = 620 000.
7 0 98 2 3/0908
Der Versuch gemäß Beispiel 4 wurde wiederholt unter Verwendung
von 1,2 ml Katalysatorlösung, die durch Umsetzung von 0,0063 Mol Isobutylaluminiumdichlorid mit 0,0032 Mol Chlorwasserstoff
in 100 ml Methylcyclohexan hergestellt wurde. Ausbeute = 7 g; Katalysatoreffektivität = 92 600 g Polymeres/Mol
Al; Mn = 378 000; Mol.? Cyclopentadien = 14,5.
Der Versuch gemäß Beispiel 4 wurde wiederholt unter Verwendung
von 5 ml Katalysatorlösung, die durch Umsetzung von
0,0063 Mol Isobutylaluminiumdichlorid mit 0,0032 Mol Chlorbrom (BrCl) in 100 ml Methylcyclohexan hergestellt wurde.
Ausbeute = 9,5 g; Katalysatoreffektivität = 30 200 g/Mol Al; Mn = 544 000; 13>
9 Mol. JS Cyclopentadien im Copolymeren.
Der folgende Versuch macht die Vorteile deutlich, die durch das Vorreagieren des Chlorwasserstoffs mit der aluminiumorganischen
Verbindung erzielt werden.
Eine Einsatzproduktmischung, bestehend aus 38Ο ml kondensiertem
Isobutylen, 20 ml Cyclopentadien und 75 ml Methylcyclohexan
wurde in den Reaktor gegeben und bei -1100C durchgemischt. Es wurden zwei Lösungen hergestellt, von
709823/090 8
denen eine Äthylaluminiumdichlorid (Ο,ΟβΙ m) in Methylcyclohexan
und die andere Chlorwasserstoff (0,0315 m) in Methylcyclohexan enthielt. Bei allen Reaktionen wurden 8 ml
der Athylaluminiumdichloridlosung eingesetzt, und wenn
HCl verwendet wurde, wurden 6,4 ml der HCl-Lösung eingesetzt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 2 wiedergegeben. Beim ersten
Versuch wurde zuerst HCl zum Einsatzprodukt gegeben und dann die Athylaluminiumdichloridlosung. Beim zweiten Versuch wurde
zuerst die Athylaluminiumdichloridlosung und dann die
Chlorwasserstofflösung zugesetzt. Beim dritten Versuch wurden
die Äthylaluminiumdichlorid- und HCl-Lösungen vorgemischt, miteinander reagieren gelassen und dann in den Reaktor gegeben.
Beim vierten Versuch wurde nur Athylaluminiumdichloridlosung
zur Initiierung der Polymerisation verwendet. Die Ergebnisse zeigen klar die Vorteile, die sich durch das
Vorreagieren der Katalysatorkomponenten ergeben.
| Versuch | Katalysatorherstellung | Mn | 0,570 | Ungesättigtheit des Polymeren (Mol.?) |
| 1 | HCl zuerst | 42 000 | 0,571 | 27,8 |
| 2 | EtAlCl2 zuerst | 54 000 | 1,270 | 24,4 |
| 3 | vorgemischt | 120 000 | 0,750 | 23,5 |
| 4 | EtAlCln allein | 78 000 | 26,4 | |
(a) Strukturviskosität: 1 mg/ml in Diisobutylen bei 20 C
709823/0908
Polyisobutylene sind wertvolle Materialien für eine Vielzahl von Anwendungszwecken. Niedermolekulare Polyisobutylenprodukte
werden kommerziell durch Lösungspolymerisation von Isobutylen in paraffinischen Lösungsmitteln wie Hexan unter Verwendung
von Aufschlämmungen von festem AlCl in dem Kohlenwasserstoff
lösungsmittel als Katalysator hergestellt. Eine solche Katalyse ist schwierig zu kontrollieren und charakterisiert
durch Verschmutzungsprobleme auf Wärmeaustauschflächen, schlechte Katalysatoreffektxvitäten und physikalische
Probleme bei der Durchführung.
Lösliche Katalysatoren ergeben gegenüber den AlCl^-Aufschlämmungskatalysatoren
wertvolle Vorteile und lösliche Katalysatoren, die höhere Molekulargewichte oder eine höhere Katalysatoreffektivität
oder die Durchführung des Verfahrens bei höheren Temperaturen ermöglichen, bringen weitere Vorteile
mit sich.
Die folgende Tabelle gibt die Ergebnisse von Versuchen wieder, bei denen Katalysatoren verwendet wurden, die aus 0,063 m
Lösungen von Isobutylaluminiumdichlorid vorreagiert mit einem halben Moläquivalent Brom, Bromwasserstoff oder Chlorwasserstoff
bestanden. Das bei -300C durchgeführte Verfahren ergab Polyisobutylen mit einem Staudinger-Molekulargewicht von
etwa 18 000, das gelöst in Öl ein V.I.-Verbesserungsmittel
(V.l. = Viskositätsindex) ist. Die Tabelle zeigt deutlich
709823/0908
- 85 -
,die Vorteile bezüglich Molekulargewicht und Katalysatoreffektivität
bei Verwendung der erfindungsgemäßen Katalysatoren.
Darüber hinaus konnten die Molekulargewichtserfordernisse erfüllende Produkte bei einer 15°C höheren Polymerisationstemperatur hergestellt werden, so daß die Kühlkosten gesenkt
oder der Durchsatz erhöht werden können.
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Versuch Nr.
Temp. C Katalysator Umsatz {%) Katalysator- Zeit
effektivität (Min.)
Gewicht/Gewicht
Gewicht/Gewicht
/fl I Staudinger Molekulargewicht
Verfahren 1
Vergleich 2j
Vergleich 2j
-30 -55 -55
AlCl, AlCl^ EtAlCl.
60
40
79
40
79
< 500
100
580
580
60
60
60
60
60
0,56
0,94 1,70
18 30 55
1
2
5
6
7
8
10
11
12
■55 ■55 •55 -55
■30 •30 -30 ■30 -30
-15 -15 ■15
EtAlCl5 Cat ft (b) Cat B (c)
Cat C (d)
EtAlCl9 Cat ft Cat A Cat B Cat C
Cat A Cat B Cat C
30
28
23
28
23
39
44
40
68
44
40
68
44
16
40
16
40
790
260
240
260
240
640
770
000
700
770
000
700
750
900
600
900
600
30
25
25
25
25
25
25
25
25
20
20
20
25
20
20
20
35
30
30
25
1,61 2,20 2,28 2,27
0,65 0,83 0,92
0,99 0,80
0,62 0,63 0,58
50 69 71 71
20 26 29 31 25
19 ooo
19 18
a) Einsatzprodukt: 30 % Isobutylen in Hexan
b) mit Brom modifiziertes Isobutylaluminiumdichlorid
c) mit Bromwasserstoff modifiziertes Isobutylaluminiumdichlorid
d) mit Chlorwasserstoff modifiziertes Isobutylaluminiumdichlorid
Unter Verwendung der erfindungsgemäßen Katalysatoren hergestellte Polyisobutylenprodukte wurden nach den für Paraton-n
(V.l. = Verbesserungsmittel) verwendeten Verfahren in Standardlaborversuchen
getestet. Die Beurteilung der Produkte war wie folgt:
Die erhaltenen Polyisobutylene besaßen eine engere Molekulargewichtsverteilung
als im Handel erhältliche Polyisobutylene. Diese engere Molekulargewichtsverteilung führte zu einem
Produkt, das eine höhere Scherbelastbarkeit als im Handel
erhältliches Polyisobutylen mit demselben Staudinger-Molekulargewicht aufwies. Dies ermöglicht die Verwendung höhermolekularer
Produkte, um eine Scherbelastbarkeit zu erzielen, die mit der von im Handel erhältlichem Isobutylen vergleichbar
ist. Dies wiederum bedeutet jedoch eine Abnahme an erforderlicher Polymermenge und führt zu einem Produkt
mit überlegenen Eigenschaften bei geringeren Herstellungskosten. Vergleiche Tabelle 1J.
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| Versuch | Katalysator | Tabelle 4 | -30 | Polymerisation | Ul | Monomerum- | Staudinger-Molekular | |
| effektivität | -15 | AT | 4 | setzung, % | gewicht χ 10 ^ | |||
| Zusammenfassende Produktbeurteilung | -15 | 2 | ||||||
| 1 | 642 | Anfangspoly | 40 | 26 | ||||
| 2 | 1750 | merisations temperatur |
-15 | 4 | 44 | 19 | ||
| 3 | 515 | °c | 21 | 20 | ||||
| -15 | Ul | |||||||
| O CD |
4 | 905 | -15 | 4 | 16 | 20 | ||
| OO | -29 | — | ||||||
| K) | 5 | 6200 | 31 | 24 c? | ||||
| CjO | 6 | 3000 | 47 | 22 | ||||
| O | 7 | 250-300 | 40 | 18 | ||||
| CD O |
||||||||
| OO | ||||||||
N> CjO
O CO O OO
| M /M + + ν η |
MxI η |
Portsetzung von Tabelle 4 |
Viskosität | -17,8 Poise |
Schallscher belastbarkeit C % (Sonic Shear) |
(Portsetzung) | T.E.+ | 1-BuAlCl2- Katalysator modifiziert mit |
% Monomeres im Einsatz produkt |
|
| 2,22 | OSMOT. | Zusammenfassende Produktbeurteilung | 99°C CS |
Fließ punkt (Pour Point) 0C |
1,41 | Br2 | ||||
| Versuch | 2,68 | 26,0 | 29,5 | -40 | 1,08 | Br2 | ||||
| 2,70 | 102 | GPC | 12,56 | 28,0 | 21,1 | -37,2 | 1,04 | HCl | 30 | |
| 2,60 | 59 | 12,40 | 28,5 | 20,8 | -40 | 1,04 | HBr | ' 30 | ||
| 58 | 110 | 12,85 | 28,4 | 21,3 | -37,2 | 1,16 | Br2 | 30 | ||
| 1 | 55 | 58 | 12,88 | 27,0 | 22,7 | -40 | 1,18 | Br2 | 30 | |
| 2 | ____ | — | 55 | 12,49 | 26,8 | 23,2 | -40 | 1,00 | Nur AlCl, | 81 ι |
| 3 | -- | 53 | 12,47 | 27,4 | 26,4 | -40 | * I 50 oi iij |
|||
| 4 | __ | -- | 12,13 | 40 ι | ||||||
| 5 | -- | |||||||||
| 6 | __ | |||||||||
| 7 | ||||||||||
+ Verdickungseffektivität relativ zu im Handel erhältlichem Polyisobutylen
— — ^* Mi Mi4" N
steht im Zusammenhang mit M (M = 2l J und ^"st das durch Messung
der Lösungsviskosität bestimmte Molekulargewicht. Ni ist die Zahl der Moleküle mit dem
Molekulargewicht Mi.
Claims (6)
1. Katalysatormischung, bestehend aus dem Reaktionsprodukt von
a) einem Material der Formel R AlX-. , in der m 1 bis
einschließlich 3 ist, R gleiche oder ungleiche, gerad- oder verzweigtkettige Alkylreste mit 1 bis 7 Kohlenstoffatomen
und X Chlor und/oder Brom bedeuten, und
b) Y Mol Halogen, Halogensäure, gemischtes Halogen oder organische Halogenverbindung je Mol Aluminiumverbindung,
wobei das Halogen Chlor und/oder Brom, die organische Gruppe eine gerad- oder verzweigtkettige
Alkylgruppe mit 2 bis 20 Kohlenstoffatomen, eine allylische Gruppe mit 3 bis 20 Kohlenstoffatomen oder
eine benzylische Gruppe 7 bis 20 Kohlenstoffatomen und (m-Y) 0,7 bis etwa 0,2 ist.
2. Katalysatormischung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie in einer Konzentration von 0,01 bis
20 % in einem Kohlenwasserstofflösungsmittel gelöst ist, das im wesentlichen aus einem paraffinischen
C1-C1Q-Kohlenwasserstoff oder Mischungen derselben
besteht.
3. Verfahren zur Herstellung von Katalysatoren, dadurch gekennzeichnet, daß man die Verbindungen a) und b)
gemäß Anspruch 1 vor der Verwendung als Katalysator vermischt und vorreagieren läßt.
709823/0908
265313Q < *.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß man das Mischen und Vorreagieren in einem inerten Lösungsmittel
durchführt.
5./ Verfahren zur Herstellung von Polymeren aus Isoolefinen
mit 4 bis 20 Kohlenstoffatomen sowie von Copolymeren aus diesen Isoolefinen und einem Multiolefin mit etwa 5 bis
20 Kohlenstoffatomen, wobei man das Isoolefin und das Multiolefin unter Polymerisationsbedingungen mit einem
Katalysator in Kontakt bringt, dadurch gekennzeichnet, daß man einen Katalysator gemäß Anspruch 1 verwendet.
6. Verfahren nach Anspruch 5* dadurch gekennzeichnet, daß
man als Isoolefin Isobutylen und als Multiolefin Isopren, Piperylen und/oder Cyclopentadien verwendet.
ue:ka:bü
709823/0908
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