DE2651922C3 - Verfahren zum Steuern des Frischablaufs beim Frischen von Roheisen - Google Patents
Verfahren zum Steuern des Frischablaufs beim Frischen von RoheisenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Steuern des Frischablaufs beim Frischen von Roheisen
insbesondere nach dem Sauerstoffaufblas-Verfahren.
Beim Sauerstoffaufblas-Verfahren bildet der mit hoher Energie auf die Badoberfläche treffende Sauerstoffstrahl
einen sogenannten Brennfleck und drückt in das Stahlbad eine kraterförmige Vertiefung. Im Bereich
des Brennflecks bzw. der kraterförmigen Vertiefung wird der auf die Badoberfläche treffende Sauerstoffstrahl
umgelenkt, wobei er Eisentröpfchen mit sich reißt. Diese Eisentröpfchen gelangen in die Schlacke und
bilden eine Metall-Schlacke-Gas-Emulsion; sie reagieren sowohl mit der über der Schmelze befindlichen
Gasatmosphäre als auch mit der Schlacke und kehren schließlich in die Hauptmasse der Schmelze zurück Die
Verweilzeit der Eisentröpfchen in der Schlacke ist dabei im Vergleich zur Gasatmosphäre über der Schmelze
wegen der wesentlich höheren Viskosität der Schlacke ganz erheblich länger. Demzufolge besteht während des
Frischens eine Eisen/Schlacke/Gas-Emulsion, deren Eisengehalt und TröpfchenvQrteilung von den Blasbe- so
dingungen einerseits sowie Von der Zusammensetzung des Eisens Und der Schlacke abhängt.
Auf ihrem Weg aus der Schmelze durch die Schlacke Und zurück in die Schmelze kommt es an der
Tröpfchenoberfläche zu Frischreaktionen, insbesondere
zu einer Entphosphorung und Entkohlung. Diese Frischreaktionen laufen beispielsweise in einem 200Φ
Konverter angesichts der im Verhältnis zur Badoberfläche außerordentlich großen Gesamtoberfläche der
Tröpfchen in der Größenordnung von einigen Tausend Quadratmetern sehr rasch ab, so daß die Tröpfchen bei
ausreichender Verweilzeit in der Schlacke den Gleichgewichtszustand
erreichen und demgemäß entsprechend entkohlt und entphosphort, d. h. mit wesentlich
niedrigeren Gehalten an Kohlenstoff und Phosphor als die Badzusammensetzung in die Schmelze zurückkehren.
Dort vermischen sie sich mit der Hauptmasse der Schmelze, die somit bezüglich ihrer Gehalte an
Verunreinigungen, insbesondere Kohlenstoff und Phosphor, durch die zurückkehrenden Tröpfchen gleichsam
verdünnt wird.
Die Tröpfchenbildung und der Tröpfchenumlauf hingen naturgemäß von den Blasbedingungen, insbesondere
vom Sauerstoffangebot und dem Lanzenabstand von der Badoberfläche ab. Ein höheres Sauerstoffangebot
führt ebenso wie ein geringerer Lanzenabstand zu einer stärkeren Tröpfchenbildung, d. h. zu einem
stärkeren Tröpfchenumlauf und bewirkt demgemäß eine Beschleunigung des Siüiiuffisatzes. Außerdem
hängt auch die Tröpfchengröße von den Blasbedingungen ab; sie nimmt mit zunehmender Sauerstoffmenge
und abnehmendem Lanzenabstand zu.
Die Tröpfchenbildung ist so intensiv, daß unter normalen Blasbedingungen eine Schmelze während des
Frischens bis zu sechsmal in Form von Tröpfchen in die Schlackenphase gelangt. Die in der Zeiteinheit anfallende
Tröpfchenmenge bestimmt den Stoffumsatz, so daß bei großer Tröpfchfinbildungsgeschwindigkeit das Blasende
schneller erreicht wird.
Es gibt zahlreiche Modelle zur Prozeßsteuerung beim Frischen von Roheisen nach dem Sauerstoffaufblas-Verfahren.
Wie die Betriebspraxis gezeigt hat, haben diese zum Teil sehr aufwendigen Modelle nicht zu einer
durchgreifenden Verbesserung des Prozeßablaufs geführt. Der Grund liegt darin, daß diese Modelle den
Prozeßablauf aufgrund äußerer Erscheinungen steuern sollen. Erfolgreich kann jedoch nur ^p Modell sein, das
auf dem wirklichen Reaktionsablauf im Konverter beruht.
Bekannt ist aus der deutschen Auslegeschrift 23 54 003 auch ein Verfahren zum Bestimmen der
Schlackenhöhe in einem Verweilzeit bei dem die während des Frischens aufsteigende Schlacke bzw.
Metall/Schlacke/Emulsion zum Verstimmen und/oder Verändern der Güte eines elektrischen Schwingungskreises benutzt wird und die jeweilige Größe der
Verstimmung als Maß zum Bestimmen der Schlackenhöhe im Konverter dient. Hierbei handelt es sich um ein
reines Meßverfahren, das nicht in einem Zusammenhang mit dem Frischverlauf bzw. der Entkohlungs- und
Entphosphorungsgeschwindigkeit steht; es dient vielmehr allein dazu, die Höhe des Schlackenspiegels im
Konverter zu bestimmen. Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, das Phänomen der vorerwähnten,
für den Stoffumsatz eine entscheidende Bedeutung besitzenden Entkohlungs- dung brw. des Tröpfchenstromes
zwischen Bad und Schlacke für eine Steuerung des Reaktionsablaufs auszunutzenr Dabei geht die Erfindung
von der Erkenntnis aus, daß sich oberhalb einer kritischen Blasbedingung, d. h. einer kritischen Sauerstoffmenge
und/oder eines kritischen Lanzenabstands die Menge der Tröpfchen bzw. das Verhältnis von Eisen
zu Schlacke in der Eisen/Schlacke/Gas-Emulsion einstellen läßt. Die kritische Blasbedingung kennzeichnet
in diesem Zusammenhang den Beginn der TröpfchenbÜdung. Bei Verwendung einer Mehflöchlän-
ze an einem 200-t-Konverter läßt sich beispielsweise die
kritische Blasbedingung wie folgt beschreiben: In Abhängigkeit vom Sauerstoffangebot
K[NmVmIn]
beträgt die kritische Lanzenhöhe in Metern
Λ=1,12 · ΙΟ-2 · V.
Λ=1,12 · ΙΟ-2 · V.
Damit eröffnet sich ein Weg, für die Entkohlung und insbesondere die Entphosphorung optimale und insbesondere
reproduzierbare Frischbedingungen einzustellen.
Untersuchungen der Anmelderin haben nämlich ergeben, daß die Entphosphorung des Eisens ausschließlich
in der Schlackenphase stattfindet, d. h. der Stoffumsatz bei der Entphosphorung läuft ausschließlich
über die Eisentröpfchen in der Schlackenphase ab. Es kommt mithin im Hinblick auf eine möglichst rasche
Entkohlung und Entphosphorung vornehmlich darauf an, daß die Gesamtoberfläche der Tröpfchen in der
Emulsion möglichst groß ist und daß die Verweilzeil att
Tröpfchen in der Schlackenphase für eine vollständige Entphosphorung der Tröpfchen ausreicht, so daß diese
im Gleichgewichtszustand in die Schmelze zurückkehren. Mithin basiert das erfindungsgemäße Verfahren auf
dem Gleichgewicht Metalltröpfchen/Schlacke, während die Verfahren nach dem Stand der Technik ein
Gleichgewicht Metallschmelze/Schlacke anstreben.
Da sowohl die Tröpfchengröße und die Trcpfchenmenge als auch die Verweilzeit der Tröpfchen von den
Blasbedingungen, d. h. überwiegend von dem Blasimpuls
abhängen, die ihrerseits durch den Lanzenabstand von der Badoberfläche, die Eindringtiefe des Sauerstoffstrahls,
die Düsenzahl und den Austrittsquerschnitt der Düsen sowie deren Anstellwinkel und die zeitliche
Sauerstoffmenge bestimmt wird, lassen sich die Entkohlungs- und Entphosphorungsgeschwindigkeiten
durch Änderung des Blasimpulses beeinflussen. Die in einer bestimmten Zeiteinheit in der Schlackenemulsion
vorhandene iropfchenmenge ist weiterhin von der
Verweilzeit abhängig, d. h. der Zeit vom Aufsteigen der Tröpfchen aus dem Bad bis zum Zurückfallen in das Bad.
Bei längerer Verweilzeit erhöht sich die Tröpfchenmenge beim Blasen mit gleicher Sauerstoffmenge und
gleicher Lanzenhöhe. Die Verweilzeit der Tröpfchen ist abhängig von der Viskosität der Schlacke.
Hiervon ausgehend besteht die Lösung der obenerwähnten
Aufgabe darin, daß bei einem Verfahren der eingangs erwähnten Art die Menge der in der Schlacke
befindlichen Eisentröpfchen gemessen und der Lanzenabstand und/oder die Sauerstoffmenge in Abhängigkeit
von der Tr&pfchenmenge eingestellt wird. Da sich der Zusammenhang zwischen dem BIas;mpuls bzw. dessen
Parametern und der Tröpfchengröße sowie der Tröpfchenmenge in der Schlackenphase bzw. der
Emulsion, der Verweilzeit der Tröpfchen sowie der Entkohlungs und der Entphosphorungsgeschwindigkeit
ohne weiteres bestimmen läßt, eröffnet sich hier eine Möglichkeit, die Entkohlungs- und die Entkohlungsgeschwindigkeit
auf dem Wege über den Blasimpuls willkürlich und insbesondere optimal einzustellen.
Dazu bedarf es lediglich einer Messung der Menge der Eisentröpfchen in der Eisen/Schlacke/Gas-Emulsion
sowie einer daraus resultierenden Änderung des Blasimpulses.
Im einzelnen kann dies in der Weise geschehen, daß die Änderung der Tröffchenmenge induktiv oder
kapazitiv gemessen und der Meßwert als Steuersignal für den Blasimpuls dient. Die Eisen/Schlacke/Gas-Emulsion
fungiert dabei als Diamagnetikum bzw. als Dielektrikum und ändert demgemäß das Ausgangssignal
einer induktiven oder kapazitiven Meßvorrichtung.
Bei dieser Meßvorrichtung handelt es sich zweckmäßigerweise um einen elektrischen Schwingkreis, bei dem
die Tröpfchenmenge in der Eisen/Schlacke/Gas-Emulsion
eine proportionale induktive oder kapazitive Verstimmung hervorruft, die sich als Steuersignal für die
ίο Blasbedingungen, insbesondere den Blasimpuls eignet
Insofern eröffnet das erfindungsgemäße Verfahren nicht nur die Möglichkeit einer Automatisierung des
Frischens, sondern auch einen Weg für eine Regelung des Tröpfchenanteils und der Tröpfchengröße bzw. der
Tröpfchenoberfläche in der Emulsion auf optimale und insbesondere reproduzierbare Werte, woraus sich nicht
nur eine Beschleunigung des Frisclrablaufs, sondern auch eine weitestgehende VergleichmäUigung des
Frischverlaufs von Charge zu Charge und der Stahlqualität ergibt
Vorzugsweise wird bei dem erfind vngsgernäßcn
Verfahren der Lanzenabstand und/oder die Sauerstoffmenge in Abhängigkeit von der induktiv oder kapazitiv
gemessenen Tröpfchenmenge eingestellt Dabei läßt sich dur.h eine Erhöhung des Sauerstoffangebots die
Tröpfchenmenge und damit der Tröpfchenumlauf erhöhen, während eine Verringerung des Sauerstoffangebots
zu einer entsprechenden Verringerung des Tröpfchenumlaufs führt Ebenso wirken eine Vernngerung
oder Vergrößerung des Lanzenabstandes, so daß sich hier zwei einfach zu beherrschende Parameter für
die Beeinflussung des Tröpfchenumlaufs und damit für den Stoffumsatz bei der Entkohlung und Entphosphorung
ergeben. Da die Frischreaktionen insbesondere von Kohlenstoff und Phosphor quantitativ über die
Eisentröpfchen ablaufen, läßt sich mit dem erfindungsgemäßen Verfahren der Frischverlauf besonders gut
beherrschen. Bei der Entkohlung sind bestimmte Korrekturgrößen zu berücksichtigen, da die Entkohlung
nicht nur in der Schlacke, sondern auch während der Bert lining der Tröpfchen mit der Gasphase erfolgt
Entscheidend ist jedoch, daß auch die Entkohlung zum überwiegenden Teil in der Schlackenphase stattfindet
und sich demzufolge über die Tröpfchenmenge steuern läßt
Ein weiterer wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß sich durch
fortlaufendes Messen der Tröpfchenmenge sofort jede Anomalie des Frischverlaufs erkennen läßt Demzufolge
können beispielsweise über eine Änderung des Blasimpulses oder durch die Zugabe von Zuschlagstoffen
sofort Gegenmaßnahmen ergriffen werden, so daß es nicht -"j unerwünschten Erscheinungen, wie beispielsweise
stark schwankenden Frischbedingungen und einem zu nicht unctheblichen Eisenverlusier und zu
einer Gefährdung der Konvertermannschaft führenden Auswurf kommt Auswurferscheinungen läßt sich
nämlich durch Ärderung der Tröpfchenmenge entgegenwirken. Zusätzl.oh zu der von der Eisentröpfchenmenge
in der Emulsion ausgehenden Steuerung lassen sich noch andere Parameter mit in die Steusrung
einbeziehen wie beispielsweise die Abgasanalyse, d. h.
die Gehalte des Abgases an Sauerstoff, Wasserstoff, Kohlenmonoxyd und Kohlendioxyd sowie die Bad- und
die Abgastemperatur. Schließlich eröffnet das erfindungsgemäße Verfahren noch die Möglichkeit, durch
Einhalten optimaler Blasbedingungen die Frischzeh zu verkürzen; es ist zudem mit einer hohen Treffsicherheit
ι
\
hinsichtlich der angestrebten Stahlanalyse und verhältnismäßig geringer Eisenoxydulgehalte der Schlacke
gekennzeichnet.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eitler Zeichnung des näheren erläutert In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Konverters
ffiit einer MeD- üfid Steuervorrichtung,
Fig.2a die Änderung des Kohlenstoff- und Phosphorabbrandes,
der Tröpfchenmenge und des Blasimpulses mit der Frischzeit, für eine Schmelzengruppe I,
F i g. 2b die Änderung des Kohlenstoff- und Phosphorabbrandes, der Tröpfchenmenge und des Blasimpulses
mit der Frischzeit, für eine Schmelzengruppe II,
F i g. 3 die Änderung des Abbrandes von Phosphor und Kohlenstoff in Abhängigkeit von der Tröpfchen- is
menge,
Fig.4 die Abhängigkeit der Tröpfchenmenge vom
relativen Blasimpuls und
F i g. 5 den Zusammenhang zwischen Lanzenabstand und Tröpfchenmenge in Abhängigkeit von der Blasezeit
Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich in einem Konverter mit einem Stahlblechmantel 1 und einem
Futter durchführen, das aus üblichen Konvertersteinen 2 und einer Stampfschicht 3 mit einer eingebetteten
Induktionsspule 4 mit horizontalen oder vertikalen Windungen besteht Die horizontalen Windungen der
Induktionsspule 4 sind in verschiedenen Höhen über Leitungen 5 bis 8 mit einem elektrischen Schwingkreis 9
verbunden, dessen Ausgangssignal über eine Leitung 10 einem Rechner 11 zugeführt wird, der die Meßsignale
des Schwingkreises 9 nach einem bestimmten Programm in Steuersignale umsetzt. Die Steuersignale
gelangen über Leitungen 12,13 zu Regelventilen 15,16
in einer Feinkalkleitung 17 und einer Sauerstoffzuleitung 18 sowie über eine Steuerleitung 14 zu einer
Hubvorrichtung 19 zum Verstellen einer über eine flexible Leitung 20 mit den Zuleitungen 17, 18
verbundene Blaslanze 21.
Sobald nach dem Chargieren die Lanze in den Konverter 1 eingefahren ist und die kritischen
Blasbedingungen, d. h. ein kritischer Blasimpuls erreicht ist, gelangen immer mehr Tröpfchen in die Schlacke, wie
sich aus dem Verlauf der Kurven in dem Diagramm der F i g. 2 ohne weiteres ergibt Mit sich verstärkendem
Tröpfchenurr.Iauf wird der Schwingkreis 9 in zunehmendem
Maße gestört und gibt ein der Störung entsprechendes Steuersignal an den Rechner ab, der programmgemäß
über die Regelventile 15, 16 die Sauerstoff- und/oder Feinkalkzufuhr sowie über die
Hubvorrichtung 19 die Lanzenstellung ändert, bis die Blasbedingungen einen optimalen Tröpfchenumlauf
ergeben. Gleichzeitig erfaßt der Schwingkreis 9 die jeweilige Schlackenhöhe, da mit zunehmender Schlakkenhöhe
immer mehr Windungen der Induktionsspule 4 durch die als Diamagnetikum wirkende Schlacke
beeinflußt werden. Auf diese Weise läßt sich das Entstehen einer Schaumschlacke sofort feststellen und
eine Änderung der Teilchenmenge vornehmen, um Auswurf zu vermeiden.
Entsprechend dem Tröpfchenumlauf und dem Blasimpuls ändern sich auch der Phosphor- und der
Kohlenstoffabbrand, wie das Diagramm der Fig. 3·
zeigt Da sich der Tröpfchenumlauf durch das Sauerstoffangeboi beeinflussen läßt, d. h. mit zunehmendem
Sauerstoffangebot größer wird, besteht die Möglichkeit den Phosphor- und den Kohlenstoffabbrand
im Wege einer Änderung des Sauerstoffangebots und/oder der Lanzenhöhe optimal einzustellen.
Im folgenden wird ein Verfahren und Modell zur erfindungsgemäßen Prozeßsteuerung beim Sauerstoffaufblas-Verfahren
unter Verwendung einer Vorrichtung nach Fig. 1 beschrieben. Als Beispiel werden die
Zusammenhänge für das Frischen von Thomasroheisen nach dem Einschlackverfahren erläutert
In F i g. 2 sind die metallurgischen Ergebnisse bei Unterschiedlicher Schmelzenführung zusammengestellt.
Im unteren Diagramm ist der Abbrand des Kohlenstoffs und des Phosphors pro Minute in Abhängigkeit von der
Blasezeit dargestellt. Zunächst brennt vorzugsweise der Phosphor ab und dann die Kohle. Im mittleren
Diagramm ist die Tröpfchenmenge in Abhängigkeit von der Blasezeit dargestellt, die diesen Stoffumsatz
bewirkt. Das Bad wird während der Blasezeit in Form von Tröpfchen fünfmal umgewälzt Das obere Dia
gramm gibt die Änderung des Blasimpulses über die Blasezeit wieder. Die Schmelze wurde mit einem
konstanten Sauerstoffangebot von 525 NmVrnin gefrischt. Von der 1. bis zur 14. Blasminute wurde durch die
Lanze Feinkalk eingeblasen. Die Lartzenhöhe wurde so eingestellt, daß sich eine gut reagierende Schaumschlakke
ergab. Bei weichen Blasbedingungen, d. h. bei einer geringen Tröpfchenmenge, brennt bevorzugt der
Phosphor ab und hei harten Blasbedingungen, d. h. bei
einer großen Tröpfchenmenge, brennt bevorzugt der Kohlenstoff ab.
Den Zusammenhang zwischen dem Phosphor- und Kohlenstoffabbrand und der Tröpfchenmenge in der
Schlacke zeigt Fig.3, und zwar itn oberen Diagramm
für ein weiches Blasen und im unteren Diagramm für ein weiches Blasen (linker Kurvenast) und ein hartes Blasen
(rechter Kurvenast). Dabei geht die Kohlenstoffkurve im Gegensatz zu der Phosphorkurve nicht durch den
Nullpunkt, weil die Kohlenstoffoxydation nicht nur in der Schlacke stattfindet. Für den Blasimpuls /, der die
Metalltröpfchen erzeugt, gilt folgende Gleichung:
J = fc-104· FI12.11 ρ -
F = Summe der Fläche der Düsenöffnungen in m2,
ρ = Sauerstoffdruck vor der Lanze in kg/cm2,
k — Korrekturfaktor (Schlacken- und Badanaiyse,
Konverterform, Düsenanstellwinkel).
ρ = Sauerstoffdruck vor der Lanze in kg/cm2,
k — Korrekturfaktor (Schlacken- und Badanaiyse,
Konverterform, Düsenanstellwinkel).
Der Zusammenhang zwischen dem Druck ρ und dem Sauerstoffangebot V in NmVmin ergibt sich f·"— die
verwendete Lanze aus der folgenden Gleichung:
p=0,013 - V
Für den relativen Blasimpuls des Sauerstoffstrahles, d.h. den auf die Lanzenhöhen in m bezogenen
Blasimpuls, ergibt sich die folgende Beziehung:
Λ = k
10*F(12,ll
0,013 K-9,81)
1?
Die verschlackte Phosphormenge Pm des Bades in
einem bestimmten Zeitintervall t ist der verschlackten Phosphormenge Pg des im Zeitintervall durch die
Schlacke geflossenen Tröpfchenstromes Mg sowie der
von der Schlacke aufgenommenen Phosphonnenge Ps
gleich:
Für den zeitlichen Phosphorabbrand Pm im Bad als
A% Pm in der Zeit At kann bei gegebener Eiserimenge
Mfolgende Bilanzgleichung aufgestellt werden:
Ρμ={Δ°/ο Pm ■ M/100
Der zeitliche Phosphorzubrand der Schlacke resuN tiert aus cfem Phosphorabbau A0Zo Pg des zugehörigen
Tröpfchenstromes Mg als gemittelte Differenz
(% Pb-0Zo Pg) zwischen dem Phosphorgehalt der im
Zeitintervall AI in die Schlacke eintrelenden (Ψ6 Pb) und
der entphosphort zurückfallenden Tröpfchen (% Pg), so daß auch hier die Bilanzbedingung gilt:
ehern Düsenquerschnitt Und unterschiedlicher Lanzenhöhe.
Wird beim Sauerstoffaufblas-Verfahren für einen bestimmten Sloffumsatz die Tröpfchenmenge Während
der ßlasezeit anhand der Fig.3 und 5 vorgegeben, so
läßt sich bei einem bestimmten Düsenquerschnitt Fder Sauerstofflanze und einem bestimmten Sauerstoffangebot
die Lanzenhöhe in Metern nach der folgenden Gleichung errechnen:
10 h =
15
Aus diesen uieichungen foigt für die ι röpfchenmen^
ge Mg in der Schlacke im Zeitintervall At in erster
Näherung:
., M- \%PU
\(%P„ - % Pn)
Weitere Untersuchungen führen zu dem Ergebnis, daß die Tröpfchenmenge Mg eine Funktion des
relativen Blasimpulses Ji, ist, wie F i g. 4 zeigt:
Ma= -223,067 + 76,632 \ogji[t/mm]
Für die Tröpfchenmenge gilt demnach folgende Gleichung:
25
30
35
MG = - 223,067 + 76.632 · log
fc-IQ4-F(12,11 -0,013-
V-
9,81)-
/r
Das Diagramm der Fig.4 zeigt die Änderung der
Frischgeschwindigkeit unabhängig von unterschiedli-10* - ^ -(0,157- V- 9,81)
Γ Λ'/(,^+_223,067 Ί
L 76,632 J
Γ Λ'/(,^+_223,067 Ί
L 76,632 J
Für ein Sauerstoffangebot von beispielsweise 600 NmVmin beim Einblasen von Kalkstaub und bei
einer Tröpfchenmenge, wie sie Fi g, 5 zeigt, ergibt sich der im unteren Diagramm der Fig.5 dargestellte
Lanzenabstand während der Blasezeit, der ein Blasen mit einer gut reaktionsfähigen Schlacke ohne Auswurf
ermöglicht.
Bisher war die Lanzenführung beim Sauerstoffaufblas-Verfahren ausschließlich von der Erfahrung des
Blasemeisters abhängig. Hier eröffnet das erfindungsgemäße Verfahren erstmals einen Weg, den Lanzenabstand
in Abhängigkeit vom Reaktionsablauf zu berechnen und den Prozeßablauf reproduzierbar zu steuern.
Die Verwendung eines Schwingkreises ist dabei nicht erforderlich; vielmehr kann der Frischverlauf auch
aufgrund einer vorgegebenen Kurve der in Fig.5 dargestellten Art gesteuert werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren schafft mithin die Voraussetzungen für eine automatische Steuerung des
Ffischens, dessen Verlauf und Ergebnis im wesentlichen nur von dem Kohlenstoff-, Phosphor- und dem
Eisenabbrand bestimmt wird.
Hierzu 6 Blatt Zeichnungen 109 625/409
Claims (6)
1. Verfahren zum Steuern des Frischablaufs beim Frischen von Roheisen insbesondere nach dem
Sauerstoffaufblas-Verfahren, dadurch gekennzeichnet,
daß die Menge der in der Schlacke befindlichen Eisentröpfchen gemessen und
der Lanzenabstand und/oder die Sauerstoffmenge in Abhängigkeit von der Tröpfchenmenge eingestellt
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Tröpfchenmenge mit Hilfe des Blasimpulses eingestellt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Tröpfchenmenge induktiv
oder kapazitiv gemessen wird.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Eisen/Schlack'/Gas-Emulsion das Diamagnetikum
oder Dielektrikum eines elektrischen Schwingkreises bildet
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstimmung des elektrischen
Schwingkreises mit Hilfe eines Rechners zur Steuerung des Lanzenabstandes und/oder der
Sauerstoffmenge dient
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 5 in einem feuerfest
zugestellten Konverter, gekennzeichnet durch eine an einen elekt; sehen Schwingkreis (9) angeschlossene
Induktionsspule (4) oder zv--°i Kondensatorplatten, deren Ausgang auf einen Rechner (11) mit
Steuerleitungen (12,13,14) zu Re-elventilen (15,16)
und einer Lanzenhubvorrichtung {, 19) führen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19762651922 DE2651922C3 (de) | 1976-11-13 | 1976-11-13 | Verfahren zum Steuern des Frischablaufs beim Frischen von Roheisen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19762651922 DE2651922C3 (de) | 1976-11-13 | 1976-11-13 | Verfahren zum Steuern des Frischablaufs beim Frischen von Roheisen |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE2651922A1 DE2651922A1 (de) | 1978-05-18 |
| DE2651922B2 DE2651922B2 (de) | 1978-10-26 |
| DE2651922C3 true DE2651922C3 (de) | 1979-06-21 |
Family
ID=5993144
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19762651922 Expired DE2651922C3 (de) | 1976-11-13 | 1976-11-13 | Verfahren zum Steuern des Frischablaufs beim Frischen von Roheisen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE2651922C3 (de) |
Families Citing this family (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2474531B1 (fr) * | 1980-01-24 | 1986-08-14 | Ugine Gueugnon Sa | Procede de decarburation des fontes au chrome, pour l'elaboration d'aciers inoxydables, par jet d'oxygene supersonique |
| US5314524A (en) * | 1992-02-28 | 1994-05-24 | Mit (Mass. Institute Of Technology) | Process of discharging charge-build up in slag steelmaking processes |
-
1976
- 1976-11-13 DE DE19762651922 patent/DE2651922C3/de not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE2651922A1 (de) | 1978-05-18 |
| DE2651922B2 (de) | 1978-10-26 |
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|---|---|---|---|
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