DE2533925C3 - Verfahren zur Herstellung von feinstteiligen Oxiden von Metallen und/oder des Siliciums - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von feinstteiligen Oxiden von Metallen und/oder des SiliciumsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung feinstteiliger Oxide von Metallen, z. B. Aluminium, Titan,
und/oder des Siliciums durch hydrolytische Umsetzung deren flüchtiger Chloride in einer Flamme, indem man
die Chloride im Gemisch mit unter Wasserbildung verbrennenden Gasen und Luft bzw. Sauerstoff einer
aus einem Brenner in einem Reaktionsraum abbrennenden Flamme zuführt und zur Umsetzung bringt,
dann das gebildete Oxidaerosol zusammen mit den Prozeßgasen ein nachfolgendes Kühlsystem durchlaufen
läßt und in einer Abscheidungsvorrichtung von den Prozeßgasen abtrennt, wobei die Freihaltung des
Prozeßgases von Chlor gewährleistet wird.
Nach bekannten Verfahren werden durch hydrolytische Verbrennung flüchtiger Metallhalogenid-Verbindungen
feinstteilige Oxide hergestellt, indem die flüchtigen Verbindungen zusammen mit Wasserdampf
bildenden Gasen und Luft bzw. Sauerstoff getrennt oder bereits in Mischung einem Brenner zugeführt werden.
Dabei werden Luft bzw. Sauerstoff und Wasserstoff in einem solchen Mengenverhältnis vermischt, daß sowohl
eine vollständige Verbrennung des Wasserstoffs als auch eine Hydrolyse der Halogenid-Verbindung
gewährleistet ist. Zur Herstellung besonders aktiver Produkte wird die Flammentemperatur durch Zugabe
überstöchiometrischen Luft- bzw. Sauerstoffmengen oder von Inertgasen, wie z. B. Stickstoff, gesteuert.
Die nach diesen bekannten Verfahren gewonnenen Produkte fallen zusammen mit Halogenwasserstoffgas
enthaltenden Abgas an, welches in einem Abscheider von den Oxidteilchen abgetrennt wird. Die Hydrolyse
iles Halogenids erfolgt z. B. bei Verwendung von SiCl4
nach der Gleichung:
SiCL, + 2 H2 + O2- SiO2 + 4 HCI.
In einer Nebenreaktion entsteht durch teilweise ίο Oxydation von HCl mit überschüssigem O2 freies
Halogen nach der Gleichung:
4 HCl+ O2-^CI2+ 2 H2O,
so daß das Reaktionsgas je nach Führung der
is Flammreaktion 6-10 Gewichtsprozent freies Chlor,
bezogen auf den HCI-Anteil, enthält.
Das zwangläufig als Nebenprodukt anfallende Chlor muß durch zusätzlichen technischen Aufwand nach
Absorption des Chlorwasserstoffs aus dem Betriebsabgas entfernt werden. Dies erfolgt nach bekannten
Verfahren.
Infolge der Aufwendigkeit dieser Verfahren wurde auch schon versucht, die Bildung von Chlor während der
pyrolytischen Umsetzung zu beeinflussen. So ist es aus der deutschen Patentschrift Nr. 12 10 421 bekannt, die
Bildung von freiem Chlor dadurch zu vermeiden, daß die Pyrolyse nicht in Gegenwart von Sekundärluft, sondern
von eine.Ti Inertgas, z. B. Stickstoff, durchgeführt wird,
da das Verfahren mit einer sogenannten autarken
jo Flamme arbeitet, d. h. die Flamme bereits alle für die
Reaktion notwendigen Komponenten homogen gemischt enthält Aus der deutschen Patentschrift
Nr. 12 44 125 ist weiter bekannt, in Erweiterung vorgenannten Verfahren einen Teil des Reaktionsabgases
nach der Feststoff-Abscheidung abzuzweigen und statt der sogenannten Sekundärluft dosiert in einen
abgeschlossenen Brennraum einzuführen.
Nach diesem bekannten Verfahren kann zwar die Bildung von freiem Chlor weitgehend verhindert
werden, jedoch läßt sich die Umsetzung nur durch das Abbrennen der Flamme innerhalb einer Inertgas-Atmosphäre
bzw.· in einer geschlossenen Brennkammer durchführen.
Bei einem anderen bekannten Verfahren (DE-OS 21 53 671) wird die Bildung von freiem Halogen durch
»Umhüllen« der Flamme mit einem Wasserdampfmantel verhindert, der entweder durch Eindüsen von
Wasserdampf oder durch Abbrennen eines hohen ^-Überschusses hergestellt wird. Im letzten Falle ist
weiterhin die Zumischung von Stickstoff erforderlich, um entsprechende Produktqualitäten wie bei normaler,
offener Fahrweise zu erreichen.
Dies bedeutet, daß man durch Manipulationen an der Flamme (im Reaktionsraum) gravierend in den Reak-
->-> tionsablauf eingreift und zusätzliche Maßnahmen
ergreifen muß, um zu den üblichen Produktqualitäten zu gelangen.
Der Erfindung lag die Aufgabenstellung zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung feinstteiliger Oxide von
Metallen, z. B. Aluminium, Titan, und/oder des Siliciums durch hydrolytische Umsetzung deren flüchtiger Chloride
in einer Flamme anzugeben, indem man die Chloride im Gemisch mit unter Wasserbildung verbrennenden
Gasen und Luft bzw. Sauerstoff einer aus einem Brenner in einem Reaktionsraum abbrennenden Flamme
zuführt und zur Umsetzung bringt, dann das gebildete Oxidaerosol zusammen mit den Prozeßgasen
ein nachfolgendes Kühlsystem durchlaufen läßt und in
einer Abscheidungsvorrichtung von den Prozeßgasen abtrennt, wobei ohne Eingriff in den Reaktionsablauf die
Schwierigkeiten der Absorption des stark verdünnten, elementaren Chlors aus den Reaktionsgasen vermieden
werden.
Das Kennzeichnende der Erfindung ist darin zu sehen, daß während des Abkühlens des Reaktionsgases
unterhalb der Reaktionstemperatur von Wasserstoff mit dem im Reaktionsgas enthaltenen Sauerstoff das bei
der Flammenreaktion gebildete Chlor mittels eingeführtem Wasserstoff reduziert wird.
Dies kann erreicht werden durch einfache oder mehrfache Einführung von Wasserstoff in das ca. 5000C
heiße Reaktionsgas, ein Temperaturniveau, das bei der Abkühlung der Reaktionsprodukte ohnehin durchlaufen
wird. Bei der Einleitung des Wasserstoffs wird für eine gute Durchmischung mit bekannten Mitteln gesorgt,
z. B. durch Einbau eines Formkörpers.
Eine andere Variante des Verfahrens besteht darirt,
daß vor oder r.zch der Abscheidung der festen Reaktionsprodukte unter Einsatz von energiereichem
Licht oder Katalysatoren das Chlor, jedoch nicht der gleichzeitig im Reaktionsgas anwesende Sauerstoff zur
Reaktion mit Wasserstoff gebracht wird.
Der bei dieser Reaktion gebildete Chlorwasserstoff wird zusammen mit dem bei der Flammenhydrolyse
gebildeten Chlorwasserstoff nach bekannten Verfahren absorbiert und als konzentrierte Salzsäure gewonnen.
Neben dem Vorteil dieses neuen Verfahrens, wonach die Flammenreaktion ungestört ablaufen kann, ist noch
die bessere Wirtschaftlichkeit hervorzuheben. Wie im Beispiel beschrieben, werden weder Zusatz-Stickstoff
noch -Wasserdampf und darüber hinaus nur geringe Mengen an zusätzlichem Wasserstoff benötigt. Weiterhin
bleibt die Anlagenkapazität der normalen Betriebsweise erhalten, da die Apparatur mit keinem zusätzliehern
Gasballast beaufschlagt werden muß, wie es bei den bekannten Verfahren geschieht.
2000 kg SiCU, 648NmVh Wasserstoff und
ίο 1900NmVh Luft wurden dem AEROSOL-Brenner
zugeführt, sowie 22 NmVh Wasserstoff über den Mantel zur Freihaltung des Brennermundes (»normale«
Betriebsweise), wobei 705 kg/h feinstteilige Kieselsäure mit einer spez. Oberfläche von 200 mVg erhalten
wurden. 7,5% des zu erwartenden Chlorwasserstoffs wurden als freies Chlor in den Reaktionsgasen
gefunden.
70NmVh Wasserstoff wurden in das auf 5!00C
abgekühlte Reaktionsgas eingeleitet. Die Menge an freiem Chlor wurde dadurch auf 0,07%, bezogen auf den
Chlorwasserstoffanteil, gesenkt.
In der Tabelle sind die Einstellwerte für normale Betriebsweise, für das bekannte Verfahren nach der
DE-OS 2153671 sowie für die erfindungsgemäße Ausführung zusammengestellt Es ist zu ersehen, daß mit
einem sehr geringen Aufwand an Einsatzstoffen nach dem neuen Verfahren gearbeitet werden kann.
In analoger Weise kann die Herstellung von
feinstteiligen Oxiden des Aluminiums oder Titans sowie
jo deren Mischoxide mit Siliciumdioxid durch gleichzeitige
Umsetzung der Chloride des Aluminiums oder Titans mit Siliciumtetrachlorid erfolgen.
WasserstofTbedarf für Chiorfre:-Verfahren (Angaben H2 100%-ig)
| Verfahren zur Herstellung von feinststeiügem Siliciumdioxid |
Nm3/h Wasserstoff im Brenngas gemisch |
Mantel-H2 Zusalz- zur Freihallung Wasserstoff des Brenner mundes |
Gesamt- WasserslofT |
Stickstoff |
| Normal-Verfahren | 648 | 22 | 670 | — |
| (DE-PS 9 74 793 US-PS 29 90249 US-PS 3086851 US-PS 3006738) |
||||
| Chlorfrei-Verfahren | 849 | 54 | 903 | 718 |
| (DE-OS 21 53 671) | ||||
| Chlorfrei-Vcrfahren | 648 | 22 70 | 740 | - |
| (gemäß Erfindung) |
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung feinstteiliger Oxide von Metallen und/oder des Siliciums durch hydrolytische
Umsetzung deren flüchtiger Chloride in einer Ramme, indem man die Chloride im Gemisch
mit unter Wasserbildung verbrennenden Gasen und Luft bzw. Sauerstoff einer aus einem Brenner in
einem Reaktionsraum abbrennenden Flamme zuführt und zur Umsetzung bringt, dann das gebildete
Oxidaerosol zusammen mit den Prozeßgasen ein nachfolgendes Kühlsystem durchlaufen läßt und in
einer Abscheidungsvorrichtung von den Prozeßgasen abtrennt, unter Freihaltung des Prozeßgases
von Chlor, dadurch gekennzeichnet, daß während des Abkühlens des Reaktionsgases unterhalb
der Reaktionstemperatur von Wasserstoff mit dem im Reaktionsgas enthaltenen Sauerstoff das bei
der Flammenreaktion gebildete Chlor mittels eingeführtem Wasserstoff reduziert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Reduzierung des Chlors durch
einfache oder mehrfache Einführung von Wasserstoff in das auf einem Temperaturniveau im Bereich
von 5000C liegende Reaktionsgas vorgenommen wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchmischung der Reaktionsgase
im Kühlsystem mittels eingebrachter Formkörper vorgenommen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß vor oder nach der Abscheidung der
testen Reaktionsprodukte unter Einsatz von energiereichem Licht (UV-Licht) oder Katalysatoren
das Chlor mit Wasserstoff zur Reaktion gebracht wird.
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