DE2522534C3 - Verfahren zur Herstellung eines Bauwerks im Wasser, einer künstlichen Insel o.dgl - Google Patents
Verfahren zur Herstellung eines Bauwerks im Wasser, einer künstlichen Insel o.dglInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Bauwerks im Wasser nach dem Oberbegriff des
Anspruches 1.
Aus der DE-OS 20 36 470 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Bauwerks im Wasser bekannt, bei
dem das zu errichfende Bauwerk, wie z. B. ein Wellenbrecher, eine Mole, eine künstliche Insel o. dgl.,
bereits in seiner endgültigen Größe, insbesondere in seiner endgültigen Höhe, in besonderen Betonwerkstätten
in einem Trockendock oder auf einer Helling in Form eines Schwimmkastens aus Beton vorgefertigt,
dann auf das Wasserweg zu der Absenkstelle geschleppt und durch Fluten der Innenkammern mit Wasser
abgesenkt wird, wobei an Ort und Stelle zum Ausgleich von Unebenheiten der Gewässersohle nur noch ein
streifenförmiges Fundament aus Beton gegossen wenden muß. Dies geschieht dadurch, daß der aus einer
nachgiebigen undurchlässigen Hülle bestehende untere Abschluß von schachtförmigen Behältern, die die
Außenwände des Schwimmkastens bilden und die in etwa der Breite der zu gießenden Fundamente
entsprechen, soweit mit Druckluft kissenförmig aufge^
bläht wird, bis er auf der Gewässersohle aufliegt. Dann
werden diese so gebildeten luftgefüllten Kissen mit einem körnigen Füllstoff, wie z, B. Kies, aufgefüllt und
schließlich in den körnigen Füllstoff ein Bindemittel, wie Zementmilch, eingespeist
Da die nach diesem Verfahren hergestellten Bauwerke in ihrer endgültigen Größe an Land vorgefertigt
werden, ist ihre Höhe durch die Tiefe der Fahrrinne begrenzt, durch die sie zu ihrem Standort geschleppt
werden müssen. Dieses Verfahren ist deshalb auf Bauwerke mit relativ geringer Höhe beschränkt
Aus der FR-PS 21 93 400 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Unterwasserbauwerks au:: Beton
bekannt wobei eine im Trockendock oder auf der Helling vorgefertigte Hohlform des zu gießenden
Bauwerks, etwa einer Unterwassertunnelröhre, mit allen Bewehrungsstäben von über der Baustelle
schwimmenden Schiffen aus durch Fluten der Hohlform mit flüssigem Ballast auf den Meeresboden abgesenkt
und diese Form mit Beton ausgegossen wird, wobei die eingeflutete Flüssigkeit aus der Hohlform verdrängt
wird. Auch dieses Verfahren ist technisch aufwendig und damit kostspielig, da zum Absenken und Ausrichten der
Bauwerks-Hohlform sowie zum Transportieren und Einpumpen des flüssigen Betons in die Hohlform
mehrere Spezialschiffe eingesetzt werden müssen.
Ein weiterer Nachteil der vorstehend genannten bekannten Verfahren besteht darin, daß die Bauwerke
aus Beton hergestellt werden, wobei erhebliche Mengen Beton verbaut werden, so daß diese Bauwerke einerseits
kostspielig und andererseits nur schwer wieder entfernbar sind.
Aufgabe der Erfindung ist es nun, ein Verfahren zur Herstellung eines Bauwerks im Wasser zu finden, bei
dem auf die Verwendung großer Mengen kostspieligen Betons verzichtet werden kann, bei dem sich außerdem
auf Grund eines einfacheren Aufbaus die Herstellungskosten erheblich senken und mit dem sich Bauwerke mit
einer Höhe herstellen lassen, die das mehrfache der zur Verfugung stehenden Fahrrinntntiefe Getragen kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch den kennzeichnenden Teil des Anspruches 1 gelöst Weitere
vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt darin, daß bis auf einen schwimmfähigen
Baukörper von relativ geringer Höhe völlig auf die Verwendung von Beton als Konstruktionsmatarial
verzichtet werden kann. Bei dem nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Bauwerk wird der
Füllstoff-Körper innerhalb der undurchlässigen Hülle nach Abziehen des Wassers aus der Hülle allein durch
de;, hydrostatischen Druck des umgebenden Wassers zusammengehalten und in die Lage versetzt den
Baukörper zu tragen. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß es für
die Errichtung vorübergehender Bauwerke, wie z. B. Bohrinseln od. dgl., geeignet ist, weil der schwimmfähige
massive Baukörper ohne Schwierigkeiten wieder entfernt und der Füllstoff-Körper innerhalb der Hülle
6Q auf einfache Weise abgetragen werden kann,
Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels
in Verbindung mit der Zeichnung näher erläutert; darin zeigen
Fig-1 bis 3 verschiedene Stadien in der Herstellung
Fig-1 bis 3 verschiedene Stadien in der Herstellung
eines Unterwasserbaüwerks und
F ig, 4 eine vergrößerte Ansicht eines Details aus
F>g-2·.
Nach der Zeichnung besteht der erste Schritt bei der
Nach der Zeichnung besteht der erste Schritt bei der
Herstellung des Unterwasserbauwerks (vgl. Fig. 1)
darin, eine Anordnung, bestehend aus einem Baukörper 10 und aus einer vorfabrizierten, undurchlässigen Hülle
12, an die Stelle zu schleppen, wo das Unterwasserbauwerk errichtet werden soll; die Hülle 12 ist wasserdicht
am unteren Umfang des BauKörpers 10 befestigt und befindet sich während ihres Transports zu der Baustelle
in zusammengefaltetem Zustand. An der Baustelle wird die Anordnung durch Seeanker in Position gehalten.
Dann wird Wasser in die Hülle gepumpt, um sie ι ο aufzuweiten und zu erreichen, daß ihr Basisteil auf der
Gewässersohle 14 aufliegt Anschließend werden drei konzentrische Rohre 16, 18 und 20 fygL Fig.2) durch
eine im Baukörper 10 vorgesehene Öffnung 22 soweit hinabgelassen, bis ihre unteren Enden den Hüllenboden
berühren. Das innere Rohr 16 ist perforiert, während die
zwei äußeren Rohre 18 und 20 nicht perforiert sind. An der unteren inneren Oberfläche des Rohrs 18 ist eine
kreisrunde Dichtung 24 befestigt, die dicht an dem äußeren Umfang des inneren Rohrs 16 anliegt
Anschließend wird ein Gemisch aus Grobsand und Wasser durch den Ringspalt 26 zwischen den äußeren
Rohren 18 und 20 hinuntergepumpt, um am Hüllenboden eine Dränageschicht 28 aus Grobsand zu bilden.
Wenn die Dränageschicht 28 eine genügende Dicke erreicht hat, wird der Grobsand in dem eingepumpten
Sand-Wasser-Gemisch durch einen feineren Sand ersetzt, welcher eine Sandschicht 30 über der Dränageschicht
28 ausbildet Es werden dann weiterhin abwechselnde Schichten 28 bzw. 30 aus Grobsand und
feinem Sand abgelagert, bis die Hülle 12 zur gewünschten Höhe angefüllt ist Während des Pumpvorgangs
wird das aus den Sandschichten durch die perforierten Wände in das Rohr 16 ablaufende Wasser
innerhalb dieses Rohrs durch eine Pumpensaugleitung 32 nach oben und aus dem aufgeschütteten Sandkörper
abgezogen. In dem gleichen Maße wie das obere Niveau dieses Füllstoff-Körpers ansteigt, werden die äußeren
zwei Rohre 18 und 20 angehoben, wobei sie mit ihren unteren Enden nahe dem oberen Sandniveau gehalten
werden.
Wenn die Hülle 12 bis zu dem erwünschten Niveau angefüllt ist, sitzt der Baukörper 10 auf dem
Füllstoff-Körper auf (vgl. F i g. 3), Die äußeren Rohre 18 und 20 werden dann aus dem Füllstoff-Körper
herausgezogen, während das innere Rohr 16 sowie das Pumpensaugrohr 32 zur weiteren Entwässerung des
Füllstoff-Körpers in ihren Positionen verbleiben. Die in verschiedenen Höhen im Füllstoff-Körper vorgesehenen
Dränageschichten 28 unterstützen diese Entwässerung.
Durch das Abziehen des Wassers aus dem von der Hülle 12 umgebenen Füllstoff-Körper wird die Ausbildung
eines Porenwasserdrucks in der Sandschüttung verhindert, während der auf der Außenseite der Hülle 12
wirkende hydrostatische Druck den teilweise entwässerten Füllstoff-Körper zusammenpreßt, so daß er den
Baukörper 10 tragen kann. Auf diese Weise läßt sich entweder vorübergehend oder auf Dauer eine künstliche
Insel mit einer Überwasser-A. oeitsbühne, eine
Mole, ein Wellenbrecher od. dgL schaffen.
Es ist offensichtlich, daß an Stelle von Sand auch andere geeignete Füllstoffe verwendet werden können,
und daß ein oder mehrere perforierte Rohre vorgesehen seir können, um den Füllstoff-Körper zu entwässern.
Obwohl in der Zeichnung eine konisch geformte Hülle dargestellt worden ist, können auch andere
Formen, wie z. B. zylindrische oder hyperbolische Formen verwendet werden.
Der Baukörper 10 kann auch zur Verwendung als ölbohrinsel vorgesehen werden, wobei er dann mit
Mannschaftsräumen, Werkstätten, Bohrgerätschaften und -leitungen sowie Lagerräumen für Frischwasser und
möglicherweise auch Öl ausgestattet sein kann.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist die Errichtung von Bauwerken im Wasser für Wassertiefen
bis etwa 150 Meter, gegebenenfalls auch bis etwa 300 Meter möglich.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (4)
1. Verfahren zur Herstellung eines Bauwerks im Wasser, einer künstlichen Insel od, dgl, bei dem ein
schwimmfähiger Baukörper, der unten längs seines Umfangs mit einer undurchlässigen Hülle zur
Aufnahme eines körnigen Füllstoffs versehen ist, an die Einbaustelle geschleppt wird, worauf die Hülle
bis zur Berührung mit der Gewässersohle aufgeweitet und mit dem körnigen Füllstoff derart gefüllt
wird, daß der Baukörper sich darauf abstützt, dadurch gekennzeichnet, daß der Baukörper
(10) an der Wasseroberfläche schwimmend gehalten und die Hülle (12) durch Einfüllen von
Wasser aufgeweitet wird, daß danach ein Gemisch aus Wasser und dem körnigen Füllstoff in die Hülle
(12) eingefüllt und schließlich das Wasser aus der Hülle gepumpt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dab der Füllstoff-Körper innerhalb der Hiiiie (l2) abwechselnd aus Schichten eines feinkornigen
(30) und eines grobkörnigen (28) Materials aufgebaut wird, wobei die Schichten aus grobkörnigem
Material (28) als Dränageschichten des Füllstoff-Körpers dienen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß drei konzentrische Rohre (16,
18, 20) in die mit Wasser aufgeweitete Hülle (12) hinabgelassen werden und das Gemisch aus
körnigem Füllstoff und Wasser durch den Ringraum zwischen den meiden äußeren Rohren (18, 20) in die
Hülle (12) eingefüllt wird, vobei diese beiden äußeren Rohre (18, 20) entsprechend dem Füllstand
angehoben werden, während da/ Wasser über ein innerhalb der beiden äußeren Rohre (18, 20)
angeordnetes perforiertes Rohr (16) abgesaugt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Wasser im perforierten Rohr (16)
über eine innerhalb dieses Rohrs angeordnete Pumpenansaugleitung (32) nach oben gefördert
wird.
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