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Bezeichnung: D ü n n e V e r k 1 e i d u n g s -p l a t t e f ü r
F u s s b ö d e n W a n d e 0 d . d g 1 Beschreibung: Die Erfindung betrifft eine
dünne Verkleidungsplatte, für Fussböden, Wände od. dgl. aus oder unter Verwendung
von Naturstein, vorzugsweise aus Marmor.
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Fussböden werden heute vielfach mit Textilbelägen, sogenannten Teppichbodenbelägen
oder auch mit dünnen Kunststoff- und Kunststoffsteinmehlgemisch-Platten oder-Bahnen
belegt. Diese haben Stärken von etwa 2,3 bis 4 oder 5 mm. Entsprechend sind die
Türen in Bauwerken, sowie die sonstigen Wandanschlüße und dergl.
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ausgebildet. Die Textil- und Kunststoffbeläge erfüllen sehr oft schon
nach kurzer Zeit nicht mehr die Gebrauchsanforderungen, was das Aussehen, die Hygiene
und die Pflege betrifft. Es besteht deshalb seit langem ein Bedürfnis nach einem
Fußbodenbelag, der vor allem nachträglich anstelle der oder über den vorhandenen
Fußbodenbelägen problemlos angebracht werden kann und der außerordentlich dauerhaft,
pflegeleicht, hygienisch und zudem im Aussehen ansprechend ist. All diese Forderungen
erfüllt ein Naturstein, insbesondere Marmor.
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Bisher mußte man Marmorplatten jedoch in verhältnismäßig großen Stärken
und Abmessungen herstellen und im Mörtelbett verlegen, weil sie sonst bei Herstellung,
Transport und Verlegung, sowie Belastung brechen. Die üblichen Fußbodenplatten aus
Natursteinen dieser Art haben Stärken von 10 bis weit über 20 mm und Kantenlängen
von mindestens 20 cm. Es werden auch Keramikfließen in den verschiedensten Abmessungen
verwendet. Diese haben jedoch den großen Nachteil, daß sie infolge des Brandes immer
verziehen und deshalb keine ebene Unterfläche bilden, die problemlos verklebt werden
könnte. Auch die Oberflächen weisen oft unangenehme Ungenaieiten auf. Auch Winkligkeit
und Parallelität der Seitenflächen von Keramikfließen sind außerordentlich gering.
Keramische Platten können deshalb nur auf Abstand verlegt und dann ausgefugt werden.
Diese Fugungen sind jedoch stets Ansammlungsstellen für Schmutz und Fußbodenpflegemitteln,
so daß sie oft schnell unansehnlich werden.
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Die Anmelderin hat nun durch die deutsche Patentschrift 2 156 181
sowie das deutsche Gebrauchsmuster 7 142 694 Verkleidungsplatten verhältnismäßig
geringer Stärke und ein Verfahren für deren Herstellung bekanntgemacht.
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Dabei werden Platten mit rückseitigen Tragschichten aus Kunststoffen
ggf. mit Glasfasereinlagen oder sonstige Einlagen auf besondere Weise versehen,
dann aufgetrennt und poliert. Die fertigen Platten haben Kantenlängen von etwa 30
cm. Diese Platten erfüllen an sich einen großen Teil der Forderungen. Jedoch sind
Herstellung und Verarbeitung teuer und die saubere Verlegung der großen Platten
nur von Fachleuten oder geübten Heimwerkern durchzuführen.
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Durch die Erfindung sollen vor allem die vorerwähnten Nachteile vermieden,
die Vorteile bekannter Verkleidungsplatten möglichst erhalten, sowie miteinander
vereinigt und insbesondere die unten genannten Vorteile erzielt werden. Der Erfindung
liegt die Aufgabe zugrunde, eine preiswerte Verkleidungsplatte extrem geringer Stärke
aus Natursteinen oder mit großen Natursteinbestandteilen zu schaffen, die einfach
und leicht ohne allzu große Bruchgefahr hergestellt und verlegt werden kann. Das
läßt sich erreichen durch eine Dicke in der Stärke üblicher Textil- oder Kunststofffußbodenbeläge,
eine Länge und eine Breite, die nur einen Bruchteil der Länge und Breite von üblichen
Textil- oder Kunststoffliesen betragen, sowie eine ebene Unterfläche und eine im
wesentlichen plan parallele polierte Oberfläche und Seitenflächen hoher Parallelität
und Winkligkeit, sowie geringe Toleranzen und einen weit überwiegenden Anteil von
reinen Natursteinen. Man hat es bisher nicht für möglich gehalten, Natursteinplatten
in der Stärke üblicher Fußbodenbeläge von nur wenigen Millimetern zu fertigen, weil
Natursteine brechen
Deshalb wurde das recht aufwendige Verfahren
mit den Stützschichten entwickelt, wozu große Herstellungsmaschinen und Herstellungsräume
mit Einrichtungen zum Schutz der Arbeiter gegen nachteilige Folgen der verwendeten
Kunststoffe erforderlich sind. Die Erfindung bringt nun den verblüffend einfachen
Gedanken, ganz normale vorhandene Natursteine oder ggf. auch durch Bindemittel verbundene
große Natursteinbrocken in ganz kleinen Abmessungen mit hoher Präzision zu bearbeiten
und dann einfach auf den Untergrund aufzukleben. Derartig kleine Täfelchen, deren
Kantenlängen nur wenige Zentimeter betragen, lassen sich ohne allzugroße Bruchgefahr
in der Stärke weniger Millimeter abtrennen und dann polieren. Da es sich um reines,
gewachsenes, natürliches Material oder wenigstens überwiegend solches Material handelt,
werden die Täfelchen einer spangebenden Bearbeitung unterzogen. Diese führt zu völlig
ebenen Flächen, die sehr leicht vollflächig aufgeklebt werden können. Da es sich
um sehr kleine Werkstücke handelt, können diese auch mit für Natursteine ungewöhnlich
hoher Genauigkeit bezüglich der Ebenheit der Flächen, der Parallelität der Flächen,
sowie der Winkligkeit und der Mßabweichung, ohne einen unvertretbar hohen Aufwand
hergestellt werden. Man benötigt sogar nur sehr kleine Bearbeitungsmaschinen und
kleine Trennblätter, so daß ein Verlaufen der Blätter beim Trennen nicht zu befürchten
ist. Man benötigt deshalb auch keine großen und nur mit geringer Toleranz arbeitenden
Fertigungsmaschinen, sondern kann sehr kleine Fertigungsmaschinen, ggf. in automatischen
Fertigungsstraßen verwenden. Ein besonders großer Vorteil ist auch -darin zu sehen,
daß man für diese kleinen Täfelchen den bei vielen Fertigungsverfahren anfallenden
Abfall von Natursteinen verarbeiten kann und darüberhinaus nunmehr sogar Natursteine
für Fußboden-oder Wandverkleidung oder dergl. verwenden kann, die beim Brechen nur
in sehr kleinen Abmessungen anfallen und deshalb als reine Natursteinplatten bisher
nicht geliefert werden konnten, sondern allenfalls
in sogenanntem
"Agglo-Marmor zu liefern waren, wie beispielsweise "Rosso-Levante". Gerade diese
Steine ergeben oft ein besonders ansprechendes Bild. Mit den neuen kleinen Natursteintäfelchen
kann man nunmehr einen unansehnlich gewordenen Fußbodenbelag ersetzen, indem man
nach dem Entfernen des alten Belages die kleinen Täfelchen direkt auf den Estrich
klebt oder wenn der alte Belag und die sonstigen Anschlüsse es zulassen, die Täfelchen
unmittelbar auf den alten Belag aufklebt. Dabei kann man je nach der vorgesehenen
Belastung und ggf. auftretender Feuchtigkeit, die Täfelchen entweder mit vorher
auf sie aufgetragenem Klebstoff, der durch' Deckschicht geschützt war, oder durch
auf den Untergrund und/oder die Täfelchen bei der Verarbeitung auftetragenem Klebstoff
sehr schnell ohne Schwierigkeiten, in der Regel fugenlos anbringen.
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In gleicher oder ähnlicher Art kann man auch Wände oder sonstige Bauwerksteile,
Möbel oder dergl. verkleiden, entweder passend zum Fußboden oder getrennt nach den
jeweils gewünschten Vorstellungen. BeisFi-cweise kann man alte Badezimmer- oder
Küchenkacheln leicht mit den neuen Natursteintäfelchen abdecken und so, vor allem
bei der Altbausanierung, sehr preiswerte, jedoch hochwertige neue Verkleidungen
schaffen. Bezüglich der Farben, Farbkombinationen und Muster sind kaum Grenzen gesetzt.
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Bei unebenen Untergründen kann man entweder einen etwas ausgleichenden
Klebstoffilm auftragen oder ggf. Spachtelungen oder ebene Unterschichten anbringen.
Zum Preise sonstiger üblicher Wand- oder Fußbodenbeläge kann man nunmehr hochwertige
Natursteinbeläge schaffen, die vor allem hohen hygienischen Anforderungen gerecht
werden und besonders pflegeleicht sind.
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Leicht abgerundete Kanten führen dazu, daß auch die kleinsten Maßtoleranzen
nicht in Erscheinung treten.
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Weitere Einzelheiten und vor allem bevorzugte Abmessungen gehen aus
den weiteren Ansprüchen, sowie der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen
hervor.
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Anhand der Zeichnungen werden nachfolgend bevorzugte Ausführungsbeispiele
näher erläutert.
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Es zeigen: Fig. 1 Die Schrägansicht einer neuen Natursteinverkleidungsplatte;
Fig. 2-4 Draufsichten auf Verkleidungsplatten verschiedener Abmessungen; Fig. 5
die Seitenansicht einer Verkleidungsplatte.
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Fig. 6 einen schematischen Teilvertikalschnitt durch eine an einen
Teppichboden anschließende Natursteinverkleidungsplatte.
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Die Fig. 1 und 2 zeigen eine rechteckige Verkleidungsplatte mit der
Länge L und der Breite B. In Fig. 1 ist auch die im Verhältnis zu Länge und Breite
außerordentlich geringe Stärke d dargestellt. Die Fig. 3 und 4 zeigen quadratische
Platten unterschiedlicher Länge.
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In Fig. 5 erkennt man wiederum die geringe Stärke d, sowie an der
rechten Ecke eine scharfe Kante K, während an der linken Seite eine gerundete Kante
r dargestellt ist. Die obere Fläche ist mit 0 bezeichnet, während die untere Fläche
mit U bezeichnet ist. Die Stirnseitenflächen sind mit S bezeichnet. Die obere Fläche
0 wird bei allen Platten poliert. Bevorzugt wird eine Naturpolitur vorgesehen, die
also nicht unter Verwendung künstlicher Glänzungsmittel, sondern nur durch Polieren
mit immer feineren Werkzeugen und Poliermitteln erzielt wird.
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Diese bietet ein besonders eldes Aussehen und vor allem ist sie pflegeleicht.
Bei den kleinen Täfelchen kann man sie auch sehr gut verwirklichen. Es ist nicht
unbedingt erforderlich, jedoch sinnvoll, die Stirnseiten S ebenfalls zu polieren.
Dann erzielt man sehr gut aneinanderpassende Täfelchen mit geringen Toleranzen und
zum anderen kann man jedes Täfelchen auch zur Verkleidung von Ecken benutzen. Wenn
es vom Preis her vertretbar ist, sollten die Kanten rings um die Oberfläche 0 herum,
wie durch den Radius r dargestellt, ganz leicht abgerundet werden, da Natursteinecken
zum Ausbrechen neigen und außerdem selbst bei kleinen Herstellungstoleranzen bezüglich
Dicke und Planparallelität kein Hängenbleiben hinter leichthochstehenden Kanten
möglich ist. Die Dicke d der Platten liegt zwischen 2.5 und etwa 4 mm, vorzugsweise
sollte sie 3 mm mit Maßabweichungen von etwa +/- 0,1 mm betragen. Die Stirnflächen
S sollten ebenfalls mit geringen Toleranzen parallel zueinander verlaufen und vor
allem sind die Winkel OC mit Toleranzen einzuhalten, was bei der Bearbeitung Natursteinen
nicht schwierig ist, bei kerEmischen Materialien durch wegen des Verziehens jedoch
nurXAuswahl bei einem geringen Teil der gefertigten keramischen Platten verwirklicht
werden kann, wobei dann große Mengen von Platten geringerer Qualität anfallen. Die
Länge und die Breite der Täfelchen beträgt nur wenige Zentimeter. Es kommen vor
allem Abmessungen für Breite und Länge etwa folgender Aufstellung in Betracht: B
L 5 x 5 cm 5 x 10 cm 7S5 x 7?5 cm 7,5 x 15 cm 10 x 10 cm.
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Da die Täfelchen extrem dünn sind, werden verhältnismäßig wenig natürliche
Riße vorkommen. An diesen Stellen kann man die Täfelchen ggf. zusammenkleben. Die
Bruchgefahr ist außerordentlich gering, da die Täfelchen sehr klein sind. Andererseits
kann man die kleinen dünnen Täfelchen für den Wandanschluß oder sonstige Aussparungen
und Paßstellen sehr leicht auf das erforderliche Maß bringen.
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Sie lassen sich entweder mit entsprechenden Sägeblättern ohne weiteres
sägen. Insbesondere kann man sie aber mit schneidenartigen Trennvorrichtungen sehr
sauber auseinandertrennen. Die unteren Flächen U wird man mit der natürlichen Sägerauhigkeit
des Trennschnittes belassen, damit ein Kleber gut haftet. Man kann für solche Einsatzfälle,
wo Feuchtigkeit und hohe mechanische Beanspruchung nicht zu erwarten sind, auch
mit Selbstklebeschichten oder beidseitig selbstklebenden Streifen arbeiten die mit
Deckblättern abgedeckt sind, welche vor dem Ansetzen abgezogen werden.
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Man kann mehrere Täfelchen auf Netzen oder in sonstiger Weise miteinander
vereinigt, zur Anlieferung bringen, obwohl man in der Regel sie gut geschützt, beispielsweise
in Polystyrol-Schaumstoffverpackungen mit entsprechenden weiteren Yeasbeitungsmaterialien
Clnd Hinweisen für den Heimwerker zum Verkauf bringen. Die Tafeln bestehen in bevorzugter
Ausführung aus reinem Naturstein, insbesondere den verschiedensten Marmorarten,
die in diesen Größen auch zu sehr geringen Preisen verfügbar. sind. Da bei der Herstellung
vieler Bauteile Agglomaratwerkstoffe mit großen Natursteinbrocken verwendet werden,
die entweder mit Zement, vorzugsweise aber mit Kunststoff und/oder Zementbindungen
zu sogenanntem"Agglo-Marmor"zusammengefügt werden, fallen auch entsprechende Abfallstücke
dieser Werkstoffe an. Vielfach kann man auch besondere geschmackliche Effekte nur
mit diesen Agglomaratwerkstoffen erzielen.
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Sie haben vielfach die gleichen Probleme wie Natursteine, weil die
großen Natursteinbrocken auch leicht zum Brechen und Ausbrechen neigen. Zu den kleinen
Täfelchen kann man den Abfall oder die gewünschten Agglo-Marmor-Arten jedoch auch
recht gut verarbeiten.
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Die Erfindung ist nicht auf die genau beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschränkt. Insbesondere kommen auch andere Abmessungen, jedoch immer kleine Abmessungen
im Verhältnis zu den Abmessungen üblicher Fußbodenbeläge in Betracht. Auch brauchen
die Kanten nicht unbedingt geradlinig zu sein, sondern können auch andere, aneinanderpassende
Formen haben. In die Klebe schichten kann man Stützfäden einarbeiten, damit evtl.
gebrochene Täfelchen zusammengehalten werden, bis sie aufgeklebt sind.
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Fig. 6 veranschaulicht in einem schematisierten Vertikalschnitt wie
auf dem Fußboden F eine erfindungsgemässe Natursteinfliese NF von der Dicke d unmittelbar
an einen Teppichbodenbelag TB anschließt. Da sie in der Stärke eines Teppichbodenbelages
hergestellt werden, kann man in ein und demselben Raum je nach Bedarf nunmehr auch
an den Stellen, wo man Natursteinböden wünscht, diese in Form der erfindungsgemäßen
Fliesen unmittelbar an den Teppichboden anschließend aufkleben, zumal sie in der
gleichen Stärke herstellbar sind.