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Hopfenballenentleereinrichtung Die erfindung bezieht sich auf eine
Einrichtung zum Entleeren von gepreßten Hopfenballen, wie sie vom Erzeuger zur AuSbereitung
und Verarbeitung des Hopfen angeliefert werden.
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Bei der Automatisierung der Hopfenaufbereitung und Hopfenverarbeitung
stellte bisher die Entleerung der gepreßten Hopfenballen, die vom erzeuger in Säcken
angeliefert werden, ein Problem dar, da dieser Vorgang nach der bisherigen Entleerungsmethode
einen erheblichen aufwand bedingt. Zum Entleeren des Hopfens aus dem Sack werden
die Ballen in der herkömmlichen Weise flachgelegt, die die Ballen aufnehmenden Säcke
an einer Längsseite entlang einer Naht aufgeschlitzt und es wird dann der Hopfen
aus dem aufgeschlitzten Sack entleert. Das Aufschliten der Säcke an der Längsnaht
bringt - abgesehen von dem Ärbeitsgang selbst -mit sich, daß Teile des Nähfadens
und Masern desSackmateriales in den Hopfen fallen und dort als Bremdkörper stören,
ferner auch, daß zu einem späteren Zeitpunkt die Säcke an der Schnittstelle wieder
zusammengenäht werden müssen, was einen erheblichen Zeit-und Kostenaufwand mit sich
bringt, und daß vor allem diese Methode des Entleerens sehr zeitaufwendig ist, da
mit dieser
methode zwei Arbeitskräfte pro stunde lediglich bis zu
ca.
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bücke, die jeweils ein Gewicht von ca. 150 kg hauben, entleeren können.
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miel der Erfindung ist es, das Entleeren der Hopfenballen aus den
Säcken weitgehend zu mechanisieren und ein Aufschneiden der Säcke zu vermeiden,
die Verunreinigung des Hopfen durch Fremdkörper auszuschalten, und die Entleergeschwindigkeit
wesentlich zu erhöhen.
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Gemäß der erfindung wird dies dadurch erreicht, daß eine minrichtung
zum selbsttätigen Entleeren von Hopfenballen aus Hopfensäcken einen ortsfesten Standrahmen,
einen Dchwenkrahmen, der den zu entleerenden Hopfensack aufnimmt, einen Schwenkantrieb,
der den Schwenkrahmen aus der Ruhestellung etwa um 180° in die Entleerstellung in
der vertikalen Ebene verschwenkt, und einen Exzentermechanismus am Schwenkrahmen,
der eine Rüttelbewegung auf eine Sackhaltevorrichtung und damit auf den Sack überträgt,
aufweist.
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Die Schwenkvorrichtung zur Ubertragung einer Schwenkbewegung auf den
Schwenkrahmen besteht vorzugsweise aus einem Elektromotor und einer von diesem Motor
angetriebenen Getriebeübersetzung, die am Schwenkrahmen angreift. Es ist im Rahmen
vorliegender Erfindung jedoch auch möglich, den Sack aus der Ruhestellung ohne Verschwenken
anzuheben und dann erst in der angehobenen Stellung zu verschwenken.
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Der Exzentermechanismus, der am Schwenkrahmen befestigt ist, und der
Rüttelbewegungen auf den Hopfenballen in der Entleerstellung ausübt, ist vorzugsweise
über ein Schwinghebelpaar mit der Auflegeplatte gekoppelt und nimmt die Sackhaltevorrichtung
auf, die beispielsweise als Paar von Klemmzangen ausgebildet ist, wobei jeweils
eine Klemmzange mit einem Schwinghebel verbunden ist und jede der Klemmzangen ein
seitliches Sackende aufnimmt und festhäl-t.
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Der Exzentermechanismus ist dabei vorzugsweise so ausgelegt, daß mit
Rüttelfrequenzen bei einer Hubhöhe von ca. 40 bis 50 mm und bei 120 U/min Exzenterumdrehung
gearbeitet wird.
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Mit der erfindungsgemäßen Einrichtung wird erreicht, daß der Hopfenballen
selbsttätig aus dem Sack entleert werden kann, daß der Sack zum Entleeren nicht
mehr aufgeschlitzt werden braucht und daß deshalb keinerlei Nähfäden und dgl, Fremdmaterial
in das Hopfengut gelangen könne.
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Nachstehend wird die Erfindung in Verbindung mit der Zeichnung anhand
von Ausführungsbeispielen erläutert. Bie Figuren zeigen: Fig. 1 eine Ausführungsform
einer Xopfenballenentleereinrichtung nach der Erfindung in seitlicher Ansicht im
Xuhezustand mit aufgesetztem Sack, Fig. 2 die Einrichtung nach Fig. 1 in der Entleerstellung,
ebenfalls in seitlicher Ansicht, Fig. 3 eine Aufsicht auf die Einrichtung nach Fig.
l ohne Sack, Fig. 4 eine Variante der Ausführungsform nach Fig. 1 in schematischer,
verkleinerter Darstellung.
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g. 5 5 in vergrößertem Haßstab eine Ansicht einer Ausführungsform
einer Elemmsange, Fig. 6 eine Auf sicht auf die Klemmzange nach Anspruch 5 und Fig.
7 eine Seitenansicht der Darstellung nach Fig. 6.
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Die erfindungsgemäße Einrichtung weist einen ortsfesten Rahmen 1 mit
senkrechten Säulen 2, 2 und waagerechten, im Boden veranker-ten Trägern 3, 3 auf;
an den senkrechten Säulen ist am
oberen Ende ein Elektromotor 4
und eine Stirnradübersetzung 5 für die Durchführung des Schwenkvorganges des Schwenkrahmens
6 angeordnet, der über die verlängerte Antriebswelle 7 wirksam wird. Der Schwenkrahmen
besteht sus einem in Ruhestellung einen spitzen Winkel zur Vertikalen einschließenden
Armpaar 8, 8 und einer daran starr befestigten horizontalen armpaar 9 , 9, einem
bei 11 am Armpaar 9 gelagerten Schw-inghebelpaar 10, 10, einem Exzenterantrieb mit
Motor 12 und Exzenter 13 sowie einer Verbindung 14 am einen Ende des Schwinghebels
10. am entgegengesetzten Ende eines Jeden Schwinghebels 10 ist je eine Elemmzange
14 befestigt, die ein seitliches Sackende aufnimmt. Eine Auflageplatte 15 ist starr
mit dem Schwenkrahmen, z.B. dem Arm 8 verbunden und dient zur Aufnahme des Sackes
16 mit Hopfenballen.
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Die Naht des Sackes 16 ist mit 17 gekennzeichnet. Wie Figuren 1 und
2 zeigen, werden die an demnähten 17 gebildeten Zipfel des Sackendes in die Klemmzangen
14 eingespannt.
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Das Verschwenken des Sackes 16 aus der Stellung nach Fig. 1, in der
der Sack auf der Auflageplatte 15 aufliegt und das obere Ende de 1n es geöffnet
ist, in die um etwa 1800 gekippte Stellung nach Fig. 2, in der das geöffnete Ende
des Sackes nach abwärts gerichtet ist, erfolgt über den Schwenkantrieb 4, 5 der
an sich in beliebiger Weise ausgebildet sein kann; entscheidend iBt lediglich, daß
der Rahmen 6 mit Sack aus der Stellung in Fig. 1 in die Stellung in Fig. 2 gebracht
wird. Ist die Stellung nach Fig. 2 erreicht, wird vorzugsweise selbsttätig, z.B.
über Endschalter (nicht dargestellt) der Exzentermechanismus 12, 13, 14, 10 in Tätigkeit
gesetzt, der im Takt der Exzenterbewegung und im Ausmaß des Exzenterhubes unter
Berücksichtigung der Db ersetzung des Schwinghebels 10 fortlaufende ruckartige Bewegungen
(Rüttelungen) auf die Klemmzangen 14 und den daran befestigten Sack 16 ausübt, so
daß bei jedem Exzenterhub der relativ fest gepreßte Hopfenballen um eine entsprechende
Strecke aus dem Sack 16 rutscht.
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ü.r hohe Leistungen wird ein gerät in c£r in Fig. - schematisch dargestellten
ausführung verwendet. Dem Schwenkrahmen 6 ist hierbei ein um 180° versetzer und
im Gegentaktbetrieb arbeitender zweiter Schwenkrahmen 18 zugeordnet, der in gleicher
Weise aufgebaut und mit den gleichen elementen versehen ist wie der Schwenk rahmen
6, also ebenfalls einen Exzentermechanismus, einen Schwinghebel, eine Auflageplatte
und Iclemmzangen usw. . besitzt. bei dieser abgeänderten Ausführungsform kann also
gleichzeitig ein Hopfensack auf die Auflageplatte aufgesetzt werden, während ein
anderer Hopfensack in die Entleerstellung gebracht worden ist und entleert wird.
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Eine Ausführungsform einer Klemmzange 14 ist in den Figuren 5, 6 und
7 näher dargestellt. Die Klemmzangen 14, 14 sind über eine Achse 19 miteinander
gekoppelt, mit dem Schwinghebelpaar 10, 10 verbunden und machen mit diesem die Rüttelbewegung
aufgrund der Arbeitsweise des Exzenters 13 mit. Der eine Zangenschwenkol 20 ist
mit einem Betätigungshebel 21 gelenkig bei 22 verbunden und weist an seinem inneren
Ende Spitzen, Nadeln, Zähne oder dgl. 23 auf, die durch das Material des Hopfensackes
dringen. einer andere Zangenschwenkel 24 besitzt an seinem inneren Ende eine meiste
oder dgl. 25, gegen die die Spitzen 23 in eingriff kommen, so daß der Hopfensack
sicher festgeklemmt ist, wenn die beiden Zangenschwenkel 20 und 24 geschlossen sind.
Das äußere Ende des Zangenschenkels 24 dient dabei als Führungsfläche für eine am
betätigungshebel 21 gelagerte Rolle 26 und weist eine Begrenzung 27 für die Rolle
26 auf. Beispielsweise ist eine Feder 28 vorgesehen, die auf die Schenkel 20 und
24 im Öffnungssinne der Zange 14 einwirkt.