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Verfahren zur Herstellung von Sinterprodukten aus einem
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feinkörnigen Gut, insbesondere von Zement und Vorrichtung zur Durchführuii:
des Verfahrens Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Sinterprodukten
aus einem feinkörnigen Gut, insbesondere von Zement, wobei das Gut in einem Vorwärmer
vorerhitzt und anschließend in einem Ofen gesintert wird, bevor es einem Kühler
zugeführt wird. Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zur Durchführung des
Verfahrens.
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Die Weiterentwicklungen der bekannten Brennverfahren zur Herstellung
von Sinterprodukten, insbesondere für die Herstellung von Zementklinker zielen im
allgemeinen darauf, entweder die Betriebskosten für die Herstellung des Produktes
und/oder die Investitionskosten für die Produktionsanlagen zu senken.
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Die herkömmlichen Produktionsanlagen zur Herstellung von Zement bestehen
im allgemeinen aus einem Zementrohmehl-Vorwärmer, einem Drehrohrofen und einem Kühler
für den fertigen Zementklinker. Der Rohmehl-Vorwärmer und der Klinkerkühler sind
ausgereifte Anlagenteile, die eine hohe Betriebssicherheit zeigen. Der Drehrohrofen
dagegen weist mit zunehmender Durchsatzleistung und Baugröße erhebliche Probleme
auf. Im Betrieb sind die mechanischen Belastungen des Ofens beispielsweise im Bereich
der Itaufringe, die das Ofenrohr tragen, so erheblich, daß der Ofen sich verformt
und teilweise ovale Rohrquerschnitte annimmt. Hierdurch wird die Ausmauerung des
Ofens stark belastet, so daß die feuerfesten Steine aus dem Futtergewölbe sich lösen
und zum gebil sogar ausbrechen. Als Folgen können Wartungs- und Reparaturzeiten
von mehreren Wochen auftreten, die zu hohen Kostenbelastungen für die gesamte Produktionsanlage
führen.
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Bei den heute üblichen Produktionsanlagen für Zementklinker nach dem
Trocken- oder Naßverfahren vollzieht sich die Klinkerkornbildung hinsichtlich der
Korngröße und der zugehörenden Mengenanteile in voller Freiheit.
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Der Xornaufbau des Klinker ist hierbei von zahlreichen
variablen
Einflüssen abhängig und daher zufällig. Als wichtige Einflußgrößen sind hierbei
zu nennen, die chemische Zusammensetzung des Rohmehls, der Gas- und Gut-Temperaturverlauf,
die Gaszusammensetzung, die Drehgeschwindigkeit und Füllung des Drehofens und schließlich
die Form und Stärke des Ansatzes. Das in diesen Prozessen sich bildende weite Kornband
des Elinkers hat andererseits im allgemeinen keinen nachteiligen Einfluß weder auf
den Herstellungsprozeß selbst, noch auf die Eigenschaften des Zements. Die Betreiber
dieser Anlagen variieren die betrieblichen Einflußgrößen auf die Klinkerkornbildung
je nach den Bedürfnissen.
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Aus der US-PS 3,452,968 ist zur Herstellung von Aluminium aus Aluminiushydroxid
bekannt, das Rohmaterial einem Schwebegaswärmetauscher mit vier Zyklonstufen aufzugeben,
wobei zwischen der dritten und vierten Stufe ein Röstofen angeordnet ist, in dem
das Aluminium-Rohmaterial unter Zufuhr hoher Wärmeenergie erhitzt und getrocknet
wird, während der wärmeverbrauchende Umwandlungsprozeß von y-Aluminium in a -Aluminium
in einem dem Schwebegaswärmetauscher nachgeschalteten Wirbelbett erfolgt. Diese
bekannte Produktionsanlage verlangt aber bei der Anwendung
für
die Zementherstellung ein zu verarbeitendes Gut, das in einem möglichst engen Kornband
vorliegt.
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Die bisherigen Versuche, die Verklinkerung oder die Sintem rung eines
therisch vorbehandelten Zementrohmehls z. B in einem Schwebeprozeß oder in einem
wirbelbett durchzuführen, scheiterten an der für diese Verfahren unzul--ssigen Bandbreite
des Kornaufbaues des erzeugten Klinker, so daß die erheblichen Mängel, die ein Drehrohrofen
als Brennofen aufweist, bisher in Kauf genommen wurden. Aufgabe der vorliegenden
Erfindung ist es daher, ein Verfahren zur Herstellung von Sinterprodukten insbesondere
von Zement zur Verfügung zu stellen, mit dem es ermöglicht wird, die Zement-Herstellungskosten
der bisherigen Produktionsanlagen weiter zu verringern und insbesondere die hohen
Kosten für die Investition der Brennöfen und deren Wartung und Reparatur zu senken.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das den Vorwärmer
verlassende feinkörnige Gut vor Eintritt in den Sinterofen agglomeriert, vorzugsweise
pelletiert wird.
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Durch diese Maßnahme kann das den Rohmehl-Vorwärmer verlassende heiße
Rohmehl, bevor es in den Schwebeofen eintritt, in ein für diesen Ofen günstiges
enges Kornband übergeführt
werden, so daß die Vorzüge, die ein
Sintern in der Schwebe oder im Wirbelbett oder auf festen Unterlagen z.B. Raten
bieten kann, in vorteilhafter Weise mit den Vorzügen eines Rohmehl - Schwebegasvorwärmers
z.B. eines Zyklon-Vorwärmers kombiniert werden. Durch die bevorzugte Pelletierung
wird das heiße entsäuerte Rohmehl, das auch in dem Verfabrenszustand hinter dem
Vorwärmer im wesentlichen noch feiner als 100 yu ist, auf eine sinterprozeßgerechte
Korngröße mit besonders steiler Kennlinie gebracht, so daß weder Unter- noch Überkorn
in nennenswerter Menge anfällt.
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In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß dem feinkörnigen
Gut vor oder während der Pelletierung Zuschlagsstoffe zugegeben werden, mit deren
Hilfe die Pelletierfähigkeit beeinflußt wird. Durch die Maßnahme der Beeinflußung
der Pelletierfahigkeit bzw. Pelletierwilligkeit des Rohmehls kann in vorteilhafter
Weise die Pelletgröße auf die jeweiligen herrschenden Prozeßbedingungen genau eingestellt
werden. Die Zuschlagstoffe können hierbei fest, flüssig oder gasförmig sein. Sie
können auch chemisch aktiv oder neutral sein.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß als Zuschlagstoff
Brennstoff zugegeben wird, Auf diese Weise können die für den Sinterprozeß erforderlichen
Brennstoffmengen in fester oder auch flüssiger Form und besonders auch minderwertige
Brennstoffe gemeinsam mit dem heißen Rohmehl zu prozeßgerechten Eellets verarbeitet
werden. Zweckmäßig ist hierbei, daß dem feinkörnigen Gut mindestens soviel Brennstoff
zugegeben wird, wie zur Pelletierfähigkeit des Gutes erforderlich ist, höchstens
aber soviel Brennstoff wie für den Gesamtherstellungs prozeß benötigt wird, so daß
die zuzugebende Brennstoffmenge sich einerseits nach der Pelletierfähigkeit des
Rohmehls reiten kann und andererseits auf den erforderlichen gesamten Brennstoffverbrauch
der Klinkererzeugungsanlage abgestellt werden kann. So ist es in vorteilhafter Weise
möglich, dem Rohmehl auch unter Berücksichtigung einer gesonderten Brennstelle im
Vorwärmer vor oder während der Pelletierung zwecks Beeinflussung des Pelletierfähigkeit
soviel Brennstoff zuzuführen, wie in der Sinterstufe zum Fertigbrand des Klinker
benötigt wird. Infolge der Gutbewegung während der Pelletierung werden die Brennstoffpartikel
den Rohmehlteilchen in vorteilhafter Weise gleichmäßig angelagert, so daß die Voraussetzungen
für einen gleichmäßig guten Klinkerbrand gegeben sind.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß der Brennstoff
während der Pelletierung teilweise verbrannt wird. Auf diese Weise ist es möglich,
den klinkerbildenden Brennprozeß bereits während der Pelletierung einzuleiten, so
daß der Gesamtherstellungsprozeß auf die Art und das Verfahren des Sinterofens,
auf die Art und Qualität der verwendeten Brennstoffe und auf die jeweilige Schaltung
der Anlagenteile abgestellt werden kann. Erfindungsgemäß werden zur Verbrennung
während der Pelletierung Abgase von Sinterofen und/oder Abluft vom Klinkerkühler
verwendet, so daß es möglich ist, den ltuftfaktor während der Pelletierung jeweils
darauf einzustellen, ob ein vorzeitiges Zünden und ein teilweises Verbrennen des
Brennstoffs erzielt werden soll. Bei einer erfindungsgemäßen Verbrennung des Brennstoffs
nur während der Sinterung ist es zweckmäßig, den Luftfaktor während der Pelletierung
sehr niedrig, gegebenenfalls hin bis zum inerten Gaszustand, zu halten.
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In weiterer erfindungsgemäßer Ausgestaltung wird vorgeschlagen, daß
dem Sinterofen eine Teilmenge der Abluft des Kühlers als Verbrennungsluft zugeführt
wird und daß die andere Teilmenge der Kühlerabluft zur Vorwärmung des
Gutes
in den Vorwärmer geleitet wird. Auf diese Weise wird eine weitgehende Rekuperation
der Klinkerwärme im Kühler ermöglicht, so daß der Zementklinker-Herstellungsprozeß
wärmetechnisch sehr wirtschaftlich durchgefUhrt werden kann.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß eine Teilmenge
der Abgase des Sinterofens aus dem Herstellungsprozeß an die Umgebung abgeführt
und die Restmenge dem Vorwärmer zugeführt wird. Diese Maßnahme ist bei der Herstellung
eines alkaliarmen Klinkers vorteilhaft. Bei der Verwendung von Sauerstoff bzw. sauerstoffangereicherter
Tuft als Verbrennungsluft im Wirbelbett ist bei der direkten Abfuhr der das Wirbelbett
verlassenden alkalihaltigen Abgase der entstehende Wärmeverlust besonders gering.
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In bevorsugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die
dem Sinterofen zugeführte vorzugsweise sauerstoffangereicherte Verbrennungsluft
mittels der aus dem Sinterofen an die Umgebung abgeführten Abgase und/oder durch
die Abluft des Kühlers indirekt aufgeheizt wird. Durch diese Maßnahme kann der Zement-Herstellungsprozeß
wärmetechnisch sehr wirtschaftlich betrieben werden. Dies wird durch eine
weitgehende
Rekuperation der Klinkerwärme im Kühler ermöglicht. Bei dem Einsatz eines SchwebeoSens
oder eines Wirbelbettes muß die Verbrennungsluft mit oder ohne beigefügten Brennstoffen
mit einem Druck entsprechend dem Strömungswiderstand des Wirbelbettes zugeführt
werden.
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Hierzu ist der Einsatz von Gebläsen erforderlich. Eine direkte Gebläseförderung
heißer Kühlerabluft mit einer Temperatur von 5000 bis 8000 C ist betriebstechnisch
nicht wirtschaftlich durchführbar. Durch obengenannte Maßnahmen kann nunmehr die
dem Sinterofen zugeführte Verbrennungsluft durch herkömmliche Geblase gefördert
werden.
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In weiterer bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen,
daß Abluft des Kühlers und/oder Abgase des Sinterofens einer im Vorwärmer angeordneten
Brennzone mit gesonderter Brennstoffzugabe zugeführt werden. Hierdurch wird erreicht,
daß das heiße Rohmehl bereits im Vorwärmer weitgehend entsäuert werden kann, so
daß in der Pelletierstufe gegebenenfalls nur soviel Brennstoff zugegeben wird, wie
zur Sinterung im Sinterofen erforderlich ist.
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Hierdurch werden die Investitionskosten für den Sinterofen zusätzlich
herabgesetzt. Es ist auch zweckmäßig den Brennstoff während der Pelletierung zu
verschwelen und die Schwelgase der gesonderten Brennzone des Vorwä;rmers zuzuführen.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß bei zwei
parallel geschalteten Vorwärmern die Abluft des Klinkerkühlers und die Abgase der
Pelletierstufe in den einen Vorwärmer und die Abgase des Sinterofens in den zweiten
Vorwärmer geführt werden. Durch die Maßnahme wird erreicht, das Wärmegleichgewicht
zwischen den Wärmetauschern so auszusteuern, wie es für die gtimale Vorwärmung des
aufgegebenen Rohmehls erforderlich ist. Zweckmäßig ist hierbei, daß in nur einem
Vorwärmer die gesonderte Brennzone angeordnet ist und daß die Abluft der Kühlers
und die Abluft der Pelletierstufe der Brennzone als Verbrennungsluft zugeführt werden.
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Die Erfindung betrifft außerdem eine- Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens in einem aus mehreren übereinander angeordneten Zyklonen bestehenden
Vorwärmer, der einem Sinterofen vorgeschaltet ist, dem seinerseits ein Kühler für
das fertig gesinterte Gut nachgeschaltet ist. Gemäß der Erfindung ist bei dieser
Wärmebehandlungsvorrichtung vorgesehen, daß zwischen dem Vorwärmer und dem Sinterofen
eine Pelletiereinrichtung angeordnet ist. Mit Hilfe dieser Pelletiereinrichtung
kann das aus dem Vorwärmer austretende heiße entsäuerte Rohmehl auf eine sinterprozeßgerecht.
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Korngröße mit steiler Kennlinie gebracht werden, so daß eine Sinterung
in einem Sinterofen ermöglicht wird, der nach dem Prinzip der Schwebeöfen oder der
Wirbelbetten oder nach dem Prinzip der Rostöfen arbeitet. Zweckmäßig ist hierbei,
daß die Pelletiereinrichtung eine Pelletiertrommel aufweist, die als schnellaufende
Trommel zwischen Rohmehlvorwärmer und den genannten Sinteröfen zwischengeschaltet
ist. Beim Einsatz von Pelletiertellern können die Investitionskosten gegenüber der
Pelletiertrommel noch weiter gesenkt werden.
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In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Pelletiereinrichtung
Zufuhreinrichtungen für Zuschlagstoffe und/oder Brennstoffe aufweist. Auf diese
Weise kann die Pelletierfähigkeit des Zementrohmehis in einfacher Weise beeinflußt
werden und außerdem je nach Bedarf die Brennstoffmenge zugesetzt werden, die für
eine Sinterung des Rohmehls erforderlich ist.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Pelletiereinrichtung
über Gasleitungen mit dem Sinterofen und dem Vorwärmer in Verbindung steht. Hierdurch
ist es möglich, eine bestimmte Gasmenge durch die
Pelletiereinrichtung
zu führen, deren Geschwindigkeit so eingestellt wird, daß das Unterkorn aus der
Pelletiereinrichtung zurück in den Vorwärmer getragen wird, in dessen unterster
Zyklonstufe abgeschieden und damit einer nochmaligen Pelletierung unterzogen wird.
Fallweise anfallendes überkorn kann dagegen innerhalb oder außerhalb der Pelletiereinrichtung
zerkleinert und dann dem Sinterofen zugeführt werden. Hierdurch wird durch eine
einfache Prozeßmaßnahme eine sinterprozeßgerechte Korngröße mit steiler Kennlinie
erreicht.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, in daß/der
zwischen dem Klinkerkühler und dem untersten Zyklon des Vorwärmers angeordneten
Abluftleitung ein indirekt arbeitender Wärmetauscher für die dem Sinterofen über
ein Gebläse zugeführte vorzugsweise sauerstoffangereicherte Verbrennungsluft angeordnet
ist. Hierdurch wird eine weitgehende Rekuperation der Klinkerwärme im Kühler ermöglicht,
so daß die vom Gebläse geförderte Verbrennungsluft vor Eintritt in den Sinterofen
optimal aufgeheizt wird.
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In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß der Sinterofen
über eine absperrbare Bypaßleitung abgasseitig mit der atmosphärischen Umgebung
verbunden ist. Diese Maßnahme ermöglicht die Herstellung eines alkaliarmen Klinkers.
Bei der Verwendung von Sauerstoff oder sauerstoffangereicherter Luft als Verbrennungsluft
ist damit die Herstellung eines alkaliarmen Klinkern besonders wkrmewirtschaftlich
möglich.
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In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Abgasleitung
des Sinterofens mit BrenustoffzuSuhrT einreichtungen versehen ist. Hierdurch wird
eine - über den Querschnitt der Abgasleitung gesehen - gleichmäßige Verteilung von
Brennstoff erreicht, der sich mit dem fein dispergierten Zementrohmehl vermischt
und während der einsetzenden Verbrennung seinen Wärmeinhalt gleichmäßig auf die
einzelnen Zementrohmehlpartikel abgibt, so daß bereits vor Eintritt des Rohmehls
in die Pelletiereinrichtung eine hohe und gleichmäßige Kalzinierung des aufgegebenen
Zeientrohmaterials erreicht wird.
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In besonderer Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß
bei zwei parallel geschalteten Vorwärmern die Abgasleitung des Sinterofens mit dem
untersten Zyklon des einen Vorwärmers und die Abluftleitung des Elinkerkühlers und/oder
die Abgasleitung der Pelletiereinrichtung mit dem untersten Zyklon des anderen Vorwarmers
verbunden ist. Dies stellt eine besonders zweckmäßige Maßnahme bei großen Anlagen
dar.
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Der Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Zementherstellung
wird anhand von Vorrichtungsbeispielen zur Durchführung dieses Verfahrens näher
erläutert, dem weitere Merkmale und Vorteile zu entnehmen sind. Es zeigen in: Fig.
1 einen Nehrfach-Zyklonvorwärmer mit Pelletiereinrichtung, Sinterofen und Klinkerkühler;
Fig. 2 einen Doppelmehrfach-Zyklonvorwärmer mit Pelletiereinrichtung, Sinterofen
und Klinkerkühler.
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Das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 zeigt einen aus vier übereinander
angeordneten Zyklonen 1, 2, 3, 4 bestehenden Vorwärmer 5, dem von einer Zuteilvorrichtung
6 das Zementrohmehl aufgegeben wird. Erfindungsgemäß ist dem untersten Zyklon 4
des Vorwärmers 5 eine Pelletiereinrichtung 7, vorzugsweise eine Pelletiertrommel
nachgeordnet. Die Pelletiereinrichtung weist Zufuhrvorrichtungen 8 für Zuschlagstoffe
und/oder Brennstoffe auf. Der Pelletiereinrichtung ist ein Sinterofen 9 vorzugsweise
ein Schwebeofen oder ein Wirbelbett oder ein Rostofen nachgeschaltet, d. h. Brennöfen
mit horizontalen oder geneigten Rostböden. Der Sinterofen weist eine Brennstoffzufuhreinrichtung
10 und eine Zuleitung 11 für Verbrennungsluft auf. Dem Sinterofen ist ein Klinkerkühler
12 für das im Ofen fertig gesinterte Gut nachgeschaltet. Die Pelletiereinrichtung
7, der Sinterofen und der Klinkerkühler stehen gasseitig über die Gasleitungen 13,
14 miteinander in Verbindung, während die Pelletiereinrichtung über die Gasleitung
16 mit dem Vorwärmer 5 verbunden ist. Es ist im Rahmen der Erfindung auch möglich,
die Pelletiereinrichtung gasseitig direkt mit dem Elinkerkühler zu verbinden.
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Die Abluftleitung 15 des Klinkerkühlers und die Abgasleitung 16 der
Pelletiereinrichtung münden in die von dem Sinterofen zu dem untersten Zyklon 4
des Vorwärmers 5 geführten Abgasleitung 17. In der Nähe, zweckmäßig aber oberhalb
der Einmündung der Abluftleitung 15 bzw. der Abgasleitung 16 ist in der Abgasleitung
17 des Sinterofens oberhalb der Rohmehlleitung 18 aus dem nächst höheren Zyklon
3 des Vorwärmers 5 eine zusätzliche Einrichtung 9 für die Zufuhr von Brennstoff
angeordnet. Dem Sinterofen 9 wird die zur Verbrennung erforderliche vorzugsweise
sauerstoffangereicherte Luft durch ein Gebläse 20 zugeführt Das Gebläse steht mit
einem indirekten Wärmetauscher 21 in Verbindung. Der Sinterofen 9 der dargestellten
Ausführungsart weist weiterhin eine Bypaßleitung 22 zur Abfuhr der alkalireichen
Abgase auf.
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Das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 zeigt einen Dopplwärmetauscher
mit Pelletiereinrichtung 23, Sinterofen 24 und Klinkerkühler 25, wobei die aus den
übereinander angeordneten Zyklonen 26, 27, 28, 29 bestehenden Vorwärmer 30, 31 parallel
zueinander geschaltet sind. Bei dieser Vorrichtung steht die Abgasleitung 32 des
Sinterofens 24 mit dem untersten Zyklon 29 des Vorwärmers 30 in Verbindung,
während
die Abluftleitung 33 des Klinkerkühlers 25 unddie Abgasleitung 34 der Pelletiereinrichtung
mit dem untersten Zyklon des Vorwärmers 31 in Verbindung steht. Die Rohmehlleitung
35 des Zyklons 28 des Vorwärmers 31 und die Rohmehlleitung 43 des Zyklons 29 des
Vorwärmers 30 münden in die Abluftleitung 73 des Klinkerkühlers. In der Nähe und
oberhalb der Einmündungsstelle ist eine zusätzliche Einrichtung 37 zur gesonderten
Zufuhr von Brennstoff angeordnet.
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An de r der Pelletiereinrichtung 23 sind Zufuhreinrichtungen 36 für
Zuschlagst-offe vorzugsweise Brennstoffe angeordnet.
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Der Sinterofen 24 ist mit einer gesonderten Brennstoffzufuhreinrichtung
38 versehen.
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Verfahrensmäßig ergibt sich bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zur Herstellung von Sinterprodukten insbesondere von Zement der folgende Ablauf:
Bei der gemäß Fig. 1 dargestellten Produktionsanlage wird das Zementrohmehl (durchgezogene
Pfeile) dem Vorwärmer 5 durch die Zuteilvorrichtung 6 zugegeben und durchsetzt im
stufenweisen Gegenstrom zu den aufsteigenden Heißgasen
(durchbrochene
Pfeile) den aus den Zyklonen 1 bis 4 bestehenden Vorwärmer. Das in dem Zyklon 3
abgeschiedene und bereits hocherhitzte Rohmehl gelangt in die von dem Sinterofen
9 zu dem untersten Zyklon 4 des Vorwärmers führende Abgasleitung 17 und wird durch
Verbrennung der oberhalb der Einmündung der Rohmehlleitung 18 über die Brennstoffzufuhr-Einrichtung
19 zugesetzten Brennstoffe einer weitgehenden Entsäuerung unterzogen. Es ist im
Rahmen der Erfindung Jedoch auch möglich statt der mittels gesonderter Brennstoffzufuhr-Einrichtungen
19 zugesetzten Brennstoffe, die in die Pelletiereinrichtung eingeführten Brenntoffe
zu verschwelen und die Schwelgase zwecks Verbrennung der Brennzone des Vorwärmers
zuzuleiten und die Entsäuerung des Rohmehle durchzuführen.
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Das heiße entsäuerte Rohmehl wird in dem untersten Zyklon 4 des Vorwärmers
5 abgeschieden und gelangt in die Pelletiereinrichtung 7 vorzugsweise in eine Pelletiertrommel.
Es sind jedoch auch andere Bauarten von Pelletiereinrichtungen denkbar. Dieser Pelletiereinrichtung
werden bei 8 Zuschlagstoffe beigegeben, die die Pelletierfähigkeit unterstützen.
Diese Zuschlagstoffe können auch ganz oder teilweise Brennstoffe sein, so daß bereits
während der Pelletierung in der Pelletiereinrichtung ein Teil der Brennstoffe verbrannt
werden und die Sinterung vorbereitet werden kann, bevor die Zsentpellets
in
den Sinterofen vorzugsweise in einen Schwebeofen oder Wirbelbettofen oder Rostofen
geleitet und dort fertiggebrannt werden. Das gesinterte Gut wird dem glinkerkuhler
12 zugeführt, in welchem dem Zementklinker mit Hilfe von Luft die Prozeßwärme entzogen
wird.
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Ein Teilstrom der heißen Abgase des Sinterofens 9 wird bei der dargestellten
Anlage durch die Pelletiereinrichtung 8 Silber die Gasleitung 14 geleitet, so daß
das Unterkorn aus der Pelletiereinrichtung abgezogen und durch die Gasleitung 16
in den untersten Zyklon 4 des Vorwärmers 5 getragen wird, in welchem es mit dem
Rohmehl abgeschieden und der Pelletiereinrichtung 7 zur nochmaligen Pelletierung
zugeführt wird.
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Das Überkorn kann durch eine nicht näher dargestellte Absugaeinrichtung
einer Zerkleinerung unterzogen werden und dann dem Sinterofen zugeführt werden.
Auf diese Weise wird ein sehr enge gornband und eine sinterprozeßgerechte Korngröße
im Sinterofen erreicht. Dem Sinterofen werden die zur Sinterung erforderlichen Brennstoffe
über die Brennstoffzufuhrsinrichtung 10 zugeführt. Die für die Verbrennung der Brennstoffe
erforderliche Verbrennungsluft wird durch die Gebläse 20 gefördert und durch den
Wärmetauscher 21 indirekt aufgeheizt. Die indirekte Aufheizung erfolgt mit Hilfe
der aus dem Klinkerkühler 12 in den Vorwärmer 5 durch die Abluftleitung 17 eingeführten
heißen tEhlerablutt.
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Zur Herstellung eines alkaliarmen Zements kann eine Teilmenge der
alkaliangereicherten Abgase des Sinterofens über die Bypaßleitung 22 und über einen
nicht näher dargestellten Entstauber aus der Anlage heraus und an die atmosphärische
Umgebung abgeführt werden.
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Der verfahrensmäßige Prozeßablauf der Anlage gemäß Fig. 2 mit Doppelmehrfach-Zyklonvorwärmer
30, 31, Pelletiereinrichtung 23, Sinterofen 24 und Klinkerkühler 25 entspricht im
wesentlichen dem Prozeßablauf gemäß der Produktionsanlage nach Fig. 1. Bei dieser
Anlage werden jedoch die heißen Abgase des Sinterofens 24 in den Vorwärmer 30 und
die heiße Kühlerabluft zusammen mit den Abgasen der Pelletiereinrichtnng 23 in den
Vorwärmer 31 geleitet, wobei in der zum untersten Zyklon 29 des Vorwärmers 31 führenden
Abluftleitung 33 des Klinkerkühlers 25 das heiße Zementrohmehl in einer gesonderten
Brennzone erwärmt und zumiilest teilweise entsäuert wird.
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Es liegt auch im Ralunen der Erfindung als Sinteröfen Sinterroste
oder Sinterdrehöfen der Pelletiereinrichtung nachzuschalten, denen dann die Abluft
des Klinkerkiihlers als sekundäre Verbrennungsluft in herkömmlicher Weise durch
die Klinker bzw. Pelletierschicht zugeführt wird.
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- Patentanspruchc -
L e e r s e i t e