DE2438545C3 - Verfahren zur Herstellung gefärbter Fäden aus vollaromatischen Polyamiden - Google Patents
Verfahren zur Herstellung gefärbter Fäden aus vollaromatischen PolyamidenInfo
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- DE2438545C3 DE2438545C3 DE2438545A DE2438545A DE2438545C3 DE 2438545 C3 DE2438545 C3 DE 2438545C3 DE 2438545 A DE2438545 A DE 2438545A DE 2438545 A DE2438545 A DE 2438545A DE 2438545 C3 DE2438545 C3 DE 2438545C3
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Description
-HN-1
anfärbt.
NHC)C
der Erfindung besteht darin, daß man Lösungen dieser
voJlaromatischen, gegebenenfalls Heterocyclen enthaltenden Polyamiden nach üblichen Verfahren naß
verspinnt und die erhaltenen, höchstens kurz gewaschenen Fäden vor, während oder nach dem Verstrecken im
Gelzustand in einem wäßrigen Bad, das einen kationischen oder anionischen Farbstoff enthält, anfärbt
Die Anfärbung naßgesponnener Polyacrylnitrilpolymerisate im »Gelzustand« mit wasserlöslichen kationischen
Farbstoffen in einem wäßrigen Färbebad ist mehrfach beschrieben worden (US-PS 31 13 827, GB-PS
9 91 957, US-PS 31 11 357, DE-PS 14 94 628, US-PS 32 42 243). Um eine genügend tiefe und waschechte
Anfärbung zu gewährleisten, sind die Acrylnitrilpolymerisate oder -Copolymerisate mit sauren Gruppen,
vorzugsweise Sulfonatgruppen, modifiziert
Dem Fachmann ist weiterhin bekannt, daß die Anfärbung vollaromatischer, gegebenenfalls Heterocyclen
enthaltender Polyamide bisher schwierig und aufwendig ist, selbst wenn sie zur erleichterten
Anfärbbarkeit saure Gruppen enthalten. Nach einer gebräuchlichen Rezeptur zur Anfärbung aromatischer
Polyamide, beispielsweise von Poly-m-phenylenisophthalamid, mit kationischen Farbstoffen wird wie folgt
verfahren:
»Man beschickt das auf 300C erwärmte Bad bei
stetiger Flottenzirkulation mit den folgenden Zusätzen:
4(1
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Anfärbung nicht mit sauren oder basischen Gruppen
modifizierter, vollaromatischer, gegebenenfalls Heterocyclen enthaltender Polyamide mit kationischen oder
anionischen wasserlöslichen Farbstoffen. Das Wesen
jo 40 g/l Benzaldehyd-Emulsion (Die Benzaldehyd-
Emulsion setzt sich zusammen aus 98 TI. Benzaldehyd und 2 TI. nichtionogenem
Emulgator).
20 % Natriumchlorid (bei Flottenverhältnis von
20 % Natriumchlorid (bei Flottenverhältnis von
_!■>
mehr als 1 :20=20 g/l Natriumchlorid)
0,5% einet handelsüblichen nichtionogenen
oberflächenaktiven Dispersionsmittels;
pH 4 bis 4,5 abpuffern mittels Trinatriumphosphat oder Tetranatriumpyrophosphat.
Danach setzt man den gelösten Farbstoff zu und erhöht die Flottentemperatur in 45 bis 60 Minuten auf die erforderliche Endfärbetemperatur von 120 bis 1300C (Druckgefäß). Die Färbedauer beträgt 1 bis 2 Stunden. Langsames Abkühlen und Spülen beenden den Färbeprozeß.
Zur Entfernung des Benzaldehyds von der Faser sind die hergestellten Färbungen einer reduktiven Nachbehandlung zu unterziehen. Zu diesem Zweck behandelt man
pH 4 bis 4,5 abpuffern mittels Trinatriumphosphat oder Tetranatriumpyrophosphat.
Danach setzt man den gelösten Farbstoff zu und erhöht die Flottentemperatur in 45 bis 60 Minuten auf die erforderliche Endfärbetemperatur von 120 bis 1300C (Druckgefäß). Die Färbedauer beträgt 1 bis 2 Stunden. Langsames Abkühlen und Spülen beenden den Färbeprozeß.
Zur Entfernung des Benzaldehyds von der Faser sind die hergestellten Färbungen einer reduktiven Nachbehandlung zu unterziehen. Zu diesem Zweck behandelt man
das Material in einer Flotte, die
2 g/l Hydrosulfit konz.
0,5 g/l eines handelsüblichen nichtionogenen oberflächenaktiven Dispersionsmittels
und
Trinatriumphosphat oder Tetranatriumpyrophosphat zur Einstellung eines pH-Wertes von 7 bis 8
enthält. Die Temperatur des Behandlungsbades beträgt 90 bis 95° C, die Behandlungsdauer 10 Minuten. Die Behandlung ist nach
dem Spülen nochmals zu wiederholen.«
Dieses bewährte »Hochtemperatur-Verfahren« zur Anfärbung aromatischer Polyamide ist überaus aufwendig,
zeitraubend und kostspielig.
Es war daher außerordentlich überraschend, als
gefunden wurde, daß sich naßgesponnene Fäden aus aromatischen, gegebenenfalls Heterocyclen enthaltenden
Polyamiden in einem einfachen, kontinuierlichen Verfahren tief und waschecht anfärben lassen. Dabei ist
besonders erstaunlich, daß die aromatischen oder die
aromatischen, Heterocyclen aufweisenden Polyamide keine sauren Gruppen zu enthalten brauchen. Darüber
hinaus ist bemerkenswert, daß die bei dem erfindungsgemäßen Färbeprozeß von den Fäden aufgenommene
Farbstoffmenge größer sein kann, als nach Anwendung des oben beschriebenen »Hochtemperatur-Färbeverfahrens«.
Die ersten einschlägigen Patentanmeldungen über aromatische Polyamide und Fäden daraus stammen aus
den Jahren 1956/1957. Die Fachwelt kennt daher solche Fäden seit rund 20 Jahren. Bereits 1962/1963 befanden
sich erste Partien solchen Materials auf dem Markt Ebensolange besteht somit das Bedürfnis, Fäden und
Fasern aus vollaromatischen Polyamiden nach einem einfachen Verfahren schnell und tiefgreifend zu färben. 3«
Noch in der DE-OS 20 44 281 mit Priorität von 1969, deren Gegenstand färbbare Fasern und Fäden aus
aromatischen Polyamiden sind, wird beginnend auf Seite 1 unten festgestellt:
»Ein Färben von Fasern aus aromatischem Polyamid jedoch ist bisher sehr schwierig und
erfordert die Anwendung einer Kombination von Färbehilfsmitteln, Überdrücken und erhöhten Temperaturen.
Diese Faser hat dementsprechend nur beschränkt Zugang zu Textilstoffen gefunden, bei J0
denen modische Farben als wichtig betrachtet werden.«
Um solche Fasern besser färbbar zu machen, werden daher gemäß- dieser Offenlegungsschrift nach einem
aufwendigen Verfahren poröse Fasern hergestellt, zu deren Färbung aber immerhin noch eine 1 stündige
Einwirkung einer siedenden Färbeflotte nötig ist (Seite 12, Zeile 5).
Auch in der DE-OS 19 42 409 (Prioritäten 1968), deren Gegenstand ein Färbeverfahren für aromatische
Polyamidfäden ist, wird ausgeführt (beginnend Seite 2 unten):
»Seit vielen Jahren stehen synthetische Polyamidfäden bzw. -fasern mit hervorragenden Hochtem- 4S
peraturbeständigkeitseigenschaften zur Verfugung, die aus Polymerisaten hergestellt werden, die
hocharomatischer Natur sind Leider sind jedoch
auf vielen potentiellen Anwendungsgebieten überhaupt keine Einführungen vorgenommen worden, so
was seinen Grund in einem bisherigen großen Mangel dieser hocharomatischen Polyamide hat,
nämlich der Unmöglichkeit, den Faden mittels einer herkömmlichen oder wirtschaftlich durchführbaren
Färbemethode zu färben. In dem im .v· Oktober 1966 veröffentlichten Technical Information
Bulletin N-201 von Du Pont Co. mit dem Titel »Properties of Nomex-High Temperature Resistant
Nylon Fiber« ist auf Seite 4 angegeben, daß »Nomex« nicht mit tiefen gleichmäßigen Färbun- <*
gen gefärbt werden kann und daß die meisten Farbstoffe auf diesem Faden nur eine helle Farbe
erzeugen. Es öffnen sich ersichtlich weite Gebiete von wichtigen Anwendungen eines feuer- oder
wärmebeständigen Materials, wenn das Material in ^ einer herkömmlichen Weise oder zumindest in
einer wirtschaftlich durchführbaren Weise gehandhabt, d. h. gefärbt, werden kann.«
Nach dem dort vorgeschlagenen Verfahren sollen Fäden aus aromatischen Polyamiden in bestimmter
Weise vorbehandelt und dann gefärbt werden, wobei aber die Färbebedingungen (1 Stunde, 1000C) gemäß
den Beispielen zeigen, daß ein Verfahren zum schnellen und kontinuierlichen Färben immer noch nicht zur
Verfugung gestellt wurde, obwohl bereits tiefe Färbungen erzielt werden konnten.
Obwohl aber in der Technik des Färbens von Fäden die Gelbadfärbemethode bei Acrylnitrilfäden als eine
»herkömmliche und wirtschaftlich durchführbare Färbemethode« bekannt war, ist offenbar diese wohlbekannte
Maßnahme der Gelbadfärbung von der Fachwelt als nicht übertragbar auf aromatische Polyamide
angesehen worden.
Durch die erfindungsgemäß vorgeschlagene Lösung wird somit ein seit langem bestehendes Bedürfnis
befriedigt.
Diese Lösung besteht in einem Verfahren zur Herstellung gefärbter Fäden aus nicht mit sauren oder
basischen Gruppen modifizierten vollaromatischen, gegebenenfalls Heterocyclen enthaltenden Polyamiden
durch Anfärbung mit kationischen oder anionischen wasserlöslichen Farbstoffen, das dadurch gekennzeichnet
ist, daß man naßgesponnene und höchstens kurz gewaschene Fäden aus den vollaromatischen, gegebenenfalls
Heterocyclen enthaltenden Polyamiden vor, während oder naLh dem Verstrecken im Gelzustand in
einem wäßrigen Bad, das einen kationischen oder anionischen Farbstoff enthält, anfärbt.
In der älteren DE-AS 24 17 344 wird beansprucht und
beschrieben, in Fäden aus einem aromatischen Polyamid einen Flammverzögerer in feinverteilter Form dadurch
einzuarbeiten, daß das Lösungsmittel aus den frisch ersponnenen Fäden mit Hilfe eines wäßrigen Bades
praktisch vollständig extrahiert wird, wobei die Fäden gleichzeitig zu einem solchen Ausmaß von Wasser
gequollen werden, daß sie in ihrem Inneren mindestens 50% Wasser enthalten, worauf man einen Flammenverzögerer
aus wäßriger Lösung eindiffundieren läßt, die Fäden aus der wäßrigen Lösung entfernt und,
gegebenenfalls unter Wärmeeinwirkung, trocknet. Wenn dabei in Spalte 8, Zeilen 6 bis 9, dieser DE-AS
24 17 344 angegeben ist, daß man bei der Verfahrensstufe
der Absorption des Flammverzögerers (phosphorhaltiges Harz) außerdem noch einen Farbstoff von den
Fäden absorbieren läßt, so wird dadurch kein Farbstoff nach der Gelbadtechnik in naßgesponnene Fäden, die
noch Lösungsmittel enthalten, eingelagert, sondern in wassergequollene, vom Lösungsmittel praktisch befreite
Fäden noch dazu zusammen mit einem weiteren Modifizierungsmittel.
Beim Anfärben im Gelzustand gemäß dem Verfahren der Erfindung erfolgt dagegen das eigentliche Auswaschen
des Lösungsmittels aus den Fäden erst nach dem Färben. Vor dem Färben wird höchstens ein kurzes
Waschen vorgenommen, so daß aus den Fäden nur ein Teil davon ausgewaschen wird. Die ältere Anmeldung
betrifft somit einen anderen Gegenstand.
Vollaromatische oder aromatische Heterocyclenstrukturen aufweisende Polyamide oder Copolyamide,
die sich nach dem erfindungsgemäßen Verfahren vorteilhaft anfärben lassen, sind bespielsweise in den
folgenden Patentschriften beschrieben:
US-PS 29 79 495, US-PS 30 06 899, US-PS 33 54 127,
US-PS 33 80 969, US-PS 33 49 061, NE-PS 68 09 916,
GB-PS 7 18 033, DE-OS 18 11411, DE-OS 19 46 789.
US-PS 29 79 495, US-PS 30 06 899, US-PS 33 54 127,
US-PS 33 80 969, US-PS 33 49 061, NE-PS 68 09 916,
GB-PS 7 18 033, DE-OS 18 11411, DE-OS 19 46 789.
Diese zitierten aromatischen, gegebenenfalls Hetero-
cyden enthaltenden Polyamide oder Copolyamide sind zum größten Teil in polaren, organischen Lösungsmitteln,
wie Ν,Ν-Dimethylformamid, Ν,Ν-Dimethylacetamid
oder N-Methylpyrrolidon löslich, zumindest dann,
wenn man als Lösungsvermittler einige Prozent eines Alkali- oder Erdalkalisalzes, wie Calciumchlorid oder
C2H5-N=C-^
Lithiumchlorid, zusetzt und lassen sich ohne Schwierigkeiten
nach dem bekannten Naßspinnverfahren verspinnen.
Als wasserlösliche Farbstoffe werden kationische oder anionische Farbstoffe verwendet Im folgenden
sind einige Farbstoffe beispielhaft aufgeführt:
C2H5
Cl
OCH,
-N
N C-N=
C2H5
CH1SO4
CH, 'N(CH,
/\ μ
■ Il '
-N -<' Y-N
CH1O
( H3SO4
■Γ
CH,
CH:
N(CH1),
CHxSO4
N(C2H5), C7H5
C2H4OH
C!
O NH
CHjSO4
CH, Cl
CH.,
/V
Cl
N CH3
Cl
Cl
C2H5
C2H4-N(CH3).,
CH3SO4
CH1
N-N
-N- N
■Ν
C2H5
(N)
H.,C GH.,
S---γ γ- och,
CH,
N"
CH,
CI
: 2 Chromkomplex von
N=N-C C-CH,
Il Il
COOH/C\ /N
HO N
C!
(O)
(P)
Kobaltkomplex von OH
SO, N H,
N---=--■ N C C-CH,
C N / \ / HO N
Cl
Chromkomplex von H2N-SO,-
Cl
= N —C C-CH.,
Il Il c ν
OH /
HO N
NO,
I : 2-Chromkomplex von OH
J]-N=N-C C-CH,
Il Il c ν
SO2NH, HN N
(Q) (R)
(S)
C2H5
SOjH
O NH,
SO3Na
O NH
O NH
O OH
OH
OH
COOC2H5
SOjNa
Die Anfärbung der Fäden im wäßrigen Färbebad erfolgt vorzugsweise vor dem Verstrecken der Fäden,
kann aber auch vorteilhaft während oder nach dem Verstrecken der Fäden durchgeführt werden.
Die Farbstoffkonzentration im Färbebad beträgt 0,01 bis 5%, vorzugsweise 0,2 bis 1%. Die Temperatur des
Färbebades kann zwischen 20 bis 100° C betragen, wird
aber vorzugsweise auf 50 bis 80° C gehalten.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird dem wäßrigen Färbebad 1 bis 40 Gew.-°/o, vorzugsweise 10
bis 25 Gew.-% (bezogen auf das Gesamtgewicht des Bades) eines polaren organischen Lösungsmittels,
beispielsweise Dimethy'.acetamid, N-Methylpyrrolidon,
Dimethylformamid oder Hexamethylphosphorsäuretrisamid zugemischt. Bevorzugt wird das gleiche
Lösungsmittel verwendet, das auch zur Herstellung der Spinnlösung gewählt wurde.
Im einzelnen gestaltet sich das Verfahren wie folgt:
Die Polykondensation und die Herstellung von geeigneten Spinnlösungen der Polyamide sind in den
oben zitierten Patentschriften hinreichend beschrieben.
Das Verspinnen erfolgt nach dem an sich bekannten Naßspinnverfahren, bei welchem einzelne Spinnbedingungen
in weiten Grenzen variierbar sind. Vorteilhaft werden Spinniösungen mit Viskositäten zwischen 300
bis 1100 Poise (gemessen bei 20° C) eingesetzt, welche
diesen Viskositäten entsprechend eine Polyamid-Feststof!konzentration
von etwa 13 bis 25 Gew.-% aufweisen. Als Düsen finden 20- bis 1000-Loch-Düsen
Verwendung mit einem Lochdurchmesser zwischen 0,08 und 0,2 mm. Das wäßrige Fällbad enthält vorzugsweise
40 bis 65 Gew.-% (bezogen auf das Gesamtgewicht des
ή Bades) eines polaren organischen Lösungsmittels
(vorzugsweise des Spinnlösungsmittels) und ist auf eine Temperatur zwischen 20 bis 50° C eingestellt Die
Abzugsgeschwindigkeit beträgt vorteilhaft 4 bis 8 m/min.
-,» Die koagulierten Fäden werden nach einer höchstens
kurzen Wäsche in einem Wasserbad oder aber ohne Wäsche direkt in das wäßrige Färbebad geführt,
welches 0,01 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 0,2 bis 1 Gew.-% (bezogen auf das Bad) eines anionischen oder
kanonischen Farbstoffes gelöst enthält Das Bad wird auf eine Temperatur zwischen 20 und 100° C, vorzugsweise
zwischen 50 und 80° C eingestellt Die Verweilzeit der Fäden beträgt durchschnittlich 10 bis 30 Sekunden.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform dieses
bo Verfahrens enthält das Färbebad zusätzlich 1 bis 40
Gew.-%, vorzugsweise 10 bis 30 Gew.-% (bezogen auf das Gesamtgewicht des Bades) eines polaren organischen
Lösungsmittels, wie N-Methylpyrrolidon, Dimethylacetamid.
Dimethylformamid oder Hexamethylphosphorsäuretrisamid, vorzugsweise jedoch des Spinnlösungsmittels.
Anschließend wird der Faden durch ein wäßriges Waschbad mit einer TemDeratur zwischen 20 und 80° C
geführt, wobei Verweilzeiten zwischen 10 und 60 Sekunden bevorzugt werden, aber auch Verweilzeiten
bis zu 5 Minuten möglich sind. Der Lösungsmittelgehalt des Fadens beträgt hinter diesem Waschbad weniger als
3%.
Die Nachbehandlung der gefällten und gewaschenen Fäden richtet sich nach der chemischen Struktur der
Fäden und ist jeweils in den angeführten Patentschriften beschrieben worden. Im allgemeinen wird ein zweistufiges
Streckverfahren angewendet, wobei zuerst in siedendem Wasser im Verhältnis 1:1,2 bis 2,2 und
anschließend auf einem Heizbügel oder einer Galette bei einer Temperatur zwischen 200 bis 360"C im
Verhältnis 1 :2, 0 bis 8,0 verstrecki wird. Die so erhaltenen Fäden weisen die ihnen eigentümlichen
guten textiltechnologischen Eigenschaften auf, die in der
Patentliteratur beschrieben sind. Sie sind darüber hinaus nach einem einfachen kontinuierlichen Verfahren tief
und waschecht angefärbt. Ein Vergleich dieser Gelbadanfärbung mit dem bisher üblichen »Hochtemperatur-Färbeverfahren«
ergibt überraschenderweise, daß die im Gelbad angeführten Fäden tiefer angefärbt sind.
Die Farbtiefe der angefärbten Fäden wurde mit Hilfe der Remissionsmessung nach DIN 5033 in den
Normfarbwerten X, Kund Zbestimmt.
Die in den folgenden Beispielen angegebenen rel. Viskositäten (η rel.) wurden an einer 0,5%igen Lösung
des jeweiligen Polymeren in N-Methylpyrrolidon bei 20° C gemessen.
/VCx
-HN J
Festigkeit: 4,0 bis 43 g/dtex.
Dehnung: 6 bis 10%.
Dehnung: 6 bis 10%.
Waschechtheit und Glanz der Fäden sind ausgezeichnet
Coloristische Lichtechtheit: 5 bis 6.
Coloristische Lichtechtheit: 5 bis 6.
20
JO
Eine 20%ige Lösung des aromatischen Polyamids der Formel
Eine ca. 18gew.-%ige Dimetbylacetamidlösung des
.T-omatischen Polyamids der Formel
-HN
N-f VNHOC
N O
mit einer lelaiiven Viskosität; von fjrel.=2,05 wurde
durch eine 50-Loch-Düse (Lochdurchmesser: 0,1 mm) in ein wäßriges ca. 5% Dimethylacetamid enthaltendes
Fällbad gesponnen. Die koagulierten Fäden wurde nach einer kurzen Wäsche in einem Wasserbad in das
Färbebad geleitet, das 10 g/I eines blauen Farbstoffs der Konstitution (A) enthielt Die Verweilzeit im Färbebad
betrug 14 Sekunden. Darauf wurde das gefärbte Material in siedendem Wasser gewaschen und dabei im
Verhältnis 1 :1,4 verstreckt. Nach der Endverstreckung im Verhältnis 1 :1,3 auf einem Heizbügel bei 300°C
wurden am Filamentgarn folgende Textilwerte gemessen:
Festigkeit:4,5 g/dtex.
Dehnung: 9 bis 11 °/o.
Die Fäden waren tief und waschecht angefärbt.
Coloristische Lichtechtheit: 4.
40
45
das eine rel. Viskosität von η rel.= 1,95 aufweist, in
Dimethylacetamid wurde bei Raumtemperatur durch 5η
eine 50-Loch-Düse mit einem Lochdurchmesser von 0,1 mm in ein Fällbad gesponnen, das aus 90
Gew.-Teilen Wasser und lOGew.-Teilen Dimethylacetamid
bestand. Die Fäden wurden danach in ein Wasserbad geleitet das 10 g/l des gelben Farbstoffs der
Konstitution (P) enthielt Die Verweilzeit der Fäden in diesem Färbebad betrug 14 Sekunden. Anschließend
wurden die gefärbten Fäden in siedendem Wasser gewaschen und im Verhältnis 1 :1,5 gereckt Die
Endverstreckung erfolgte auf einer Heizschiene bei eo 3O0C im Verhältnis 1 :1,3. Am Filamentgarn wurden
folgende Textilwerte ermittelt:
Wie im Beispiel 2 beschrieben, wurde eine Lösung des aromatischen Polyamids der im Beispiel 2 angegebenen
Formel versponnen und in einem Färbebad mit einem roten Farbstoff der Konstitution (N) tief angefärbt.
Textilwerte: Festigkeit: 4,3 bis 4,5 g/dtex.
Dehnung: 10 bis 13%.
Dehnung: 10 bis 13%.
Die tiefrot angefärbten Fäden sind glänzend und weisen eine ausgezeichnete Waschechtheit auf.
Coloristische Lichtechtheit:4.
Coloristische Lichtechtheit:4.
Wie im Beispiel 3 beschrieben, wurde eine Lösung des aromatischen Polyamids mit der in Beispiel 2 angegebenen
Formel versponnen und ebenfalls mit dem Farbstoff (N) angefärbt Im Unterschied zu den in Beispiel 3
angewendeten Färbebedingungen wies das Färbebad statt 20° C eine Temperatur von 80° C auf. Der Vergleich
der beiden Färbungen (Beispiel 3 und Beispiel 4) ergab, daß die bei 8O0C gefärbten Fäden geringfügig tiefer
angefärbt sind.
65
Die in Beispiel 2 beschriebene Lösung des aromatischen Chinazolindion-Systems enthaltenden Polyamids
in Dimethvlacetamid wurde versDonnen und in einem
Färbebad,
Farbstoffe
Farbstoffe
das 10 g/l eines Gemisches der roten
OH
CH3
SQ2-C6H5
SO3H
Eine 21%ige Lösung von Poly-(m-phenylenisophthalamid)
^tJ= 1130 Poise, η rel.= l,85), die als Lösungsvermittler
ca. 2% Calciumchlorid enthielt, wurde durch eine 50-Loch-Düse (Lochdurchmesser 0,1 mm) in ein Fällbad
(Badtemperatur 200C) aus 90 Gew.-Teilen Wasser und
10 Gew.-Teilen Dimethylacetamid gesponnen. Die Abzugsgeschwindigkeit der Fäden betrug 5 m/min. Die
Fäden wurden nach einer kurzen Wäsche in einem Wasserbad in ein Färbebad geführt, das 10 g/l des
Farbstoffs (A) enthielt. Die Verweilzeit im Färbebad betrug ca. 15 Sekunden. Anschließend wurden die
gefärbten Fäden in siedendem Wasser gewaschen und gleichzeitig im Verhältnis 1 :1,8 vorverstreckt. Die
Endverstreckung erfolgte nach dem Trocknen auf einem Heizbügel von 30 cm Länge bei einer Temperatur
von 300°C im Verhältnis 1 :1,2. Am Filamentgarn wurden folgendeTextilwerte gemessen:
Reißfestigkeit: 2,9 bis 3,5 g/dtex.
Dehnung: 15 bis 26%.
Die Fäden waren tief und waschecht angefärbt.
Die im Gelbad gefärbten Fäden weisen bei der Remissionsmessung nach DIN 5033 folgende Normfarbwerte
X, Kund Z auf:
JO
9,7
11,5
20,7.
Fäden, die zum Vergleich der HT-Färbung unterworfen wurden, waren nicht so tief angefärbt, wie sich aus
den höheren Normfarbwerten X, Vund Zergibt:
11,3 16,4 J2,0.
Die im Beispiel 6 beschriebene Poly-(-m-phenylenisophthalarnid)-Lösung
wurde wie in Beispiel 6 angegeben versponnen. Die erhaltenen Fäden wurden danach
in ein Färbebad geführt, das neben der üblichen
35
40
45
10
15
20
enthielt, angefärbt (Badtemperatur: 600C). Verweilzeit
im Bad 14 Sekunden. Die Fäden wurden in siedendem Wasser im Verhältnis 1 :1,7 vorverstreckt und nach dem
Trocknen auf einer Heizschiene bei 3000C im Verhältnis
1 :1,2 nachgereckt
Festigkeit: 3,8 bis 4,2 g/dtex.
Dehnung: 8 bis 10%.
Coloristische Lichtechtheit: 4.
Dehnung: 8 bis 10%.
Coloristische Lichtechtheit: 4.
Konzentration an Farbstoff (A) zusätzlich 20 Gew.-% Dimethylacetamid enthielt Nach dem 2stufigen Streckvorgang
wurden Fäden erhalten, die geringfügig tiefer angefärbt waren wie die in Beispiel 6 beschriebenen
Fäden. Die textiltechnologischen Eigenschaften waren annähernd gleich.
Die im Beispiel 6 beschriebene Poly-(-m-phenylenisophthalamid)-Lösung
wurde wie dort beschrieben versponnen und in einem Färbebad, das neben der im
Beispiel 5 genannten Farbstoffmischung auch 20 Gew.-% Dimethylacetamid enthielt, angefärbt. Die
Verweilzeit im Färbebad betrug ca. 15 Sekunden. Die gefärbten Fäden wurden in siedendem Wasser im
Verhältnis 1 :2 und nach dem Trocknen auf einem Bügel bei 2900C im Verhältnis 1 :1,2 verstreckt
Reißfestigkeit: 32 bis 3,7 g/dtex.
Dehnung: 15 bis 25%.
Die Fäden waren tiefrot und waschecht angefärbt. Coloristische Ϊ ichtechtheit: 4 bis 5.
Die im Beispiel 6 beschriebene Poly-(-m-phenylenisophthalamid)-Lösung
wurde versponnen und in einem Färbebad, das 10 g/l des roten Farbstoffs (N) enthielt,
angefärbt Badtemperatur 95° C Die Fäden wurden während dieses Anfärbeprozesses im Verhältnis 1 :1,8
vorverstreckt Nach der Wäsche und Trocknen wurde auf einem Heizbügel bei 2900C im Verhältnis 1 :1,3
nachgereckt
Reißfestigkeit: 3,1 bis 3,6 g/dtex.
Dehnung: 20 bis 25%.
Die Fäden waren tief und waschecht angefärbt.
Coloristische Lichtechtheit: 3 bis 4.
Die im Gelbad gefärbten Fäden wiesen bei der Remissionsmessung nach DIN 5033 folgende Normfarbwerte
X, Vund Zauf:
16,0
11,4.
Fäden, die zum Vergleich der HT-Färbung unterworfen wurden, waren nicht so tief angefärbt, wie sich aus
den höheren Normfarbwerten X, Vund Zergibt:
26,8 15,2 17,1.
Beispiel 10
Die im Beispiel 6 angegebene Poly-(m-phenylenisophthalamid)-Lösung
wurde wie dort angegeben versponnen und in einem Färbebad mit dem Farbstoff (P) angefärbt Die verstreckten Fäden waren tief und
waschecht ungefärbt
Die coloristische Lichtechtheit betrug 5 bis 6.
Die coloristische Lichtechtheit betrug 5 bis 6.
Beispiel 11
Eine 22%ige Lösung eines aromatischen Polyamids,
b5 hergestellt aus Toluylendiamin-2,4 und Isophthalsäuredichlorid,
die eine Viskosität von 1450 Poise und eine rel.
Viskosität, η rel.= 1,72 aufwies, wurde durch eine 10-Loch-Düse in ein wäßriges Fällbad gesponnen. Die
909 632/216
Abzugsgeschwindigkeit betrug 5 m/min. Die Fäden
wurden danach in ein wäßriges Färbebad geleitet, das ca. 20 Gew.-% Dimethylacetamid und 10 g/l des
Farbstoffs (P) enthielt Nach einer Verweilzeit von ca. 14
Sekunden im Färbebad wurden die Fäden in siedendem Wasser gewaschen und dabei im Verhältnis 1 :1,5
vorverstreckt Endverstreckung erfolgte nach dem Trocknen auf einem Heizbügel bei 300° C im Verhältnis
1 :5.
Reißfestigkeit: 2,6 bis 3,2 g/dtex.
Dehnung: 10 bis 15%.
Coloristische Lichtechtheit: 6.
10
15
Die im Beispiel 11 beschriebene Polyamid-Lösung wurde analog versponnen, gefärbt und nachbehandelt
Als Farbstoff diente die in Beispiel 5 genannte Farbstoffmischung.
Die Fäden waren tief und waschecht angefärbt
Coloristische Lichtechtheit: 3 bis 4.
Die im Beispiel 11 beschriebene Polyamid-Lösung wurde analog versponnen, gefärbt und nachbehandelt
Als Farbstoff diente ein orange Farbstoff der Konstitution (O).
Die Fäden waren tief und waschecht angefärbt
Coloristisehe Lichtechtheit: 3.
Die Lösung eines Copolyamide, hergestellt aus 69 Gew.-Teilen m-Phenylendiamin, 36,2 Gew.-Teilen 3-{p-
Aminophenyl)-7-amino-2,4(l H,3 H)-Chinazolindion
und 152,2 Gew.-Teilen Isophthakäuredichlorid in Dimethylacetamid, wies eine Viskosität von !700 Poise
und eine reL Viskosität η reL = 1,87 auf und wurde durch
eine 50-Loch-Düse in ein wäßriges Fällbad gesponnen. Die Abzugsgeschwindigkeit betrug 5 m/min. Die Fäden
wurden danach in ein wäßriges Färbebad geleitet, das ca. 20 Gew.-% Dimethylacetamid und den Farbstoff (N)
enthielt Die Badtemperatur betrug 20° C Nach einer Verweilzeit der Fäden im Färbebad von ca. 15 Sekunden
gelangten die Fäden in ein siedendes Wasserbad, in dem sie gewaschen und gleichzeitig im Verhältnis 1 : 1,5
gereckt wurden. Die Endverstreckung erfolgte nach dem Trocknen auf einem Heizbügel bei 290° C im
Verhältnis 1 :1,4.
Dehnung: 12%.
Die in Beispiel 14 beschriebene Lösung der aromatischen Chinazolindion-Strukturen enthaltenden
Copolyamide wurde wie dort angegeben versponnen, gefärbt und nachbehandelt Als Farbstoff diente ein
Farbstoff der Konstitution (P).
Claims (9)
1. Verfahren zur Herstellung gefärbter Fäden aus nicht mit sauren oder bash ;hen Gruppen modifizierten
vollaromatischen, gegebenenfalls Heterocyclen enthaltenden Polyamiden durch Anfärbung mit
kationischen oder anionischen wasserlöslichen Farbstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß man
naßgesponnene und höchstens kurz gewaschene ι ο
Fäden aus den vollaromatischen, gegebenenfalls Heterocyclen enthaltenden Polyamiden vor, während
oder nach dem Verstrecken im Gelzustand in einem wäßrigen Bad, das einen kationischen oder
anionischen Farbstoff enthält, anfärbt
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Fäden vor dem Verstrecken
durch das wäßrige Färbebad führt.
3. Verfahren gemäß den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Fäden
während des Anfärbeprozesses im wäßrigen Färbebad vorverstreckt.
4. Verfahren gemäß den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man ein wäßriges
Färbebad verwendet, das 0,01 bis 5 Gew.-% Farbstoff gelöst enthält.
5. Verfahren gemäß den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man ein wäßriges
Färbebad verwendet, das eine Temperatur zwischen 20 und 100° C aufweist.
6. Verfahren gemäß den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man ein wäßriges
Färbebad verwendet, das zusätzlich 1 bis 40 Gew.-°/o (bezogen auf das Gesamtgewicht des Bades) eines
polaren organischen Lösungsmittels enthält
7. Verfahren gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß als polares organisches Lösungsmittel
Dimethylacetamid, N-Methylpyrrolidon, Dimethylformamid
oder Hexamethylphosphorsäuretrisamid verwendet wird.
8. Verfahren gemäß den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß man naßgesponnene
Fäden aus Poly-m-phenylenisophthalamid anfärbt.
9. Verfahren gemäß den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß man naßgesponnene
Fäden aus einem heterocyclischen Polyamid der Formel
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