DE2428059A1 - Kontinuierliches stahlstranggiessverfahren - Google Patents
Kontinuierliches stahlstranggiessverfahrenInfo
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Description
Patentanwalt
Dipl.-lng. Walter Jackisch
Dipl.-lng. Walter Jackisch
7 Stuttgart N, Menzelstraße 40
2428059 7. Juni 1974
Vereinigte österreichische Eisen- und Stahlwerke - Alpine Montan Aktiengesellschaft
in Wien, Österreich
Kontinuierliches Stahlstranggießverfahren
Die Erfindung betrifft ein kontinuierliches Stahlstranggießverfahren
für eine Gießleistung von mehr als 1,5 t Stahl/min, unter Verwendung einer vertikal angeordneten,
im wesentlichen rechteckigen Kokille, in die mindestens ein inertes Gas enthaltender Stahlstrahl durch ein
Gießrohr unter den Gießspiegel in der Kokille geleitet wird, wobei das Gießrohr seitliche Öffnungen aufweist, deren Achsen
in einer durch die größere Kokillenquerachse verlaufenden
Vertikalebene liegen.
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Es ist bekannt, beim Stahlstranggießen unterhalb der Bodenöffnung des Zwischengefäßes eine gasdurchlässige/
ringförmige Scheibe aus feuerfestem Material vor-.zusehen, durch die radial in Richtung der Gießstrahlachse
inertes Gas, vorzugsweise Argon, eingeblasen wird. Gasblasen werden mit dem Stahlstrahl nach unten geführt,
steigen dann aus dem Stahlsumpf in der Stranggießkokille zusammen mit im Stahl enthaltenen nichtmetallischen Teilchen
auf und spülen diese Teilchen in eine auf dem Gießspiegel in der. Kokille schwimmende·Schlackenschicht ein
(CONCAST NEWS, Volume 10, 1/1971, Seite 4 und Fig. 11).
Die Gasblasen bewirken auch eine Verringerung der Eindringtiefe des Metallstrahles in der Kokille, was die
Gefahr einer Rißbildung verringert. Die Verwendung von feuerfesten, gasdurchlässigen Scheiben oder anderen
Zwischenstücken hat aber den Nachteil, daß das Gas unter Druck zugeführt werden muß. Auch ist die Regelung der
Gaszufuhr wegen der Gefahr des Verstopfens der Gaskanäle problematisch bzw. nicht betriebssicher. Weiters bildet
sich zwischen dem Gießrohr umd dem Stahlstrahl ein Gasschleier. Es ist nicht möglich, das Gas so zuzuführen, daß
seine Menge über den ganzen Sttahlquerschnitt gleichmäßig verteilt wird. Es wurde daher vorgeschlagen, einen aus
zwei Teilen bestehenden Ausguß im Zwischengefäß vorzusehen, wobei der äußere Teil aus einem stark gasdurchlässigen und
der innere Teil aus einem weniger gasdurchlässigen Material gebildet werden, so daß das inerte Gas sowohl in vertikaler
Richtung nach oben als auch radial und senkrecht zum
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Stahlstrahl hin gefördert werden kann (deutsches Gebrauchsmuster Nr. 7 149 261); grobe nichtmetallische Einschlüsse
sollen vor deren Eintritt in den Ausguß nach oben in die Schlackendecke des Zwischengefäßes gefördert, werden, während
die restliche Gasmenge nach unten durch das Gießrohr zur Abbremsung des Gießstrahles gefördert wird. Der Aufbau
dieses bekannten Ausgusses ist kompliziert, seine Herstellung ist teuer und die Betriebssicherheit ebenfalls
nicht ausreichend; es besteht keine Gewähr, daß sich das zugeführte Gas gleichmäßig über den Metallstrahlquerschnitt
verteilt. Das gleiche gilt sinngemäß für Ausgußsteine mit einer seitlichen Bohrung zur Einführung eines
Gases (deutsches Gebrauchsmuster Nr* 6 918 019).
Beim Stahlstranggießen ist es wesentlich, daß der Strang frei ist von Oberflächen- und Innenrissen,
denn Fehler dieser Art führen zu .Materialverlusten, weil rissige Stränge geflammt oder sogar verworfen werden müssen.
Da moderne Stranggießanlagen vollkontinuierlich arbeiten sollen, besteht eine weitere Forderung darin, die Sicherheit
gegen Durchbrüche flüssigen Stahls durch die erstarrte Strangschale zu erhöhen; die bisher bei Stranggießanlagen
wiederholt auftretenden Durchbrüche können zu erheblichen Beschädigungen der Anlage führen und der
Produktionsausfall kann beträchtlich sein. Die Praxis hat
gezeigt, daß diese Probleme bis zu einer Gießleistung von 1,5 t Stahl/min relativ unbedeutend, sind. Steigert man
die Gießleistung jedoch über 1,5 t Stahl/min, so zeigt sich,
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daß mit der bisherigen Technologie nicht mehr das Auslangen gefunden werden kann; bei Schnellgießanlagen für
Brammen mit einer Dicke von 150 bis 25O mm und einer Breite von 800 bis 2500 mm und darüber nimmt die Rißbildung
und die Durchbruchanfälligkeit mit der Gießgeschwindigkeit stark zur weil die Stahlströmung im Bereich der erstarrten
Strangschale Auswaschungen verursacht, die umso kritischer sind, je dünner die Strangschale ist. Bekanntlich vermindert
sich die Strangschalendicke mit zunehmender Gießleistung. Die Stahlströmung im Sumpf des Stranges wird im wesentlichen
von der Richtung der Achsen der seitlichen öffnungen des Gießrohres bestimmt. Üblicherweise verwendet man feuerfeste
Gießrohre mit einem geschlossenen Boden und zwei seitlichen, schräg nach unten und zu den Schmalseiten der Kokille gerichteten
öffnungen. Bei hoher Gießgeschwindigkeit kommt es hauptsächlich zu Kantenbrüchen und Durchbrüchen im Kantenbereich
des Stranges. Gießt man mit einem ausschließlich senkrecht nach unten gerichteten Gießstrahl, so können
Längsrisse auf der Breitseite der Brammen im Bereich der stärksten Strömung entstehen. Außerdem werden nichtmetallische
Einschlüsse in große Sumpftiefe befördert; diese haben
keine Gelegenheit, aufzusteigen und in die auf der Oberfläche des flüssigen Stahls (Gießspiegel) schwimmende
Schlacke zu gelangen. Sind bei einem Gießrohr mit geschlossenem Boden die seitlichen Auslässe steil oder senkrecht
nach oben gerichtet, so wird bei hoher Gießgeschwindigkeit der Gießspiegel in der Kokille stark bewegt, wodurch die
Schlackenführung in der Kokille erschwert wird.
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Aufgabe der Erfindung ist es, diese Schwierigkeiten beim Gießen von Stahlbrammen mittels Schnell- oder Hochleistungsgießmaschinen
zu überwinden und ein Verfahren zu schaffen, bei dem über 800 mm breite Brammen mit einer
Leistung von über 1,5 t Stahl/min .rißfrei und unter Verwendung
einfacher, bewährter Betriebsmittel gegossen werden können, wobei die Brammen arm an nichtmetallischen Einschlüssen
sein sollen; weiters soll die Gefahr von Durchbrüchen unterhalb der Kokille verringert werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem eingangs definierten kontinuierlichen Stahlstranggießverfahren
dadurch gelöst, daß ein Gießrohr verwendet wird, welches außer den seitlichen Öffnungen mindestens eine zusätzliche,
vertikal nach unten gerichtete Bodenöffnung aufweist, deren Querschnitt kleiner ist als der lichte Gießrohr-(Stahlstrahl·)
querschnitt, wobei der NeigungswinkeloC der Achsen der seitlichen
Öffnungen -bfflogen auf die Horizontale - innerhalb eines
Bereiches von 70° nach unten bis-90° nach oben, vorzugsweise 10 bis 90° nach oben beträgt und der Gesamtquerschnitt
der seitlichen Öffnungen und vertikal nach unten gerichteten Bodenöffnungen des Gießrohres mindestens dem lichen Gießrohrquerschnitt
entspricht und daß das inerte Gas in einer Menge von 1 bis 15 Ncm /kg Stahl, vorzugsweise 3 bis 8 Ncm /kg
Stahl, dem Stahlstrahl über dessen gesamten Querschnitt am Ort seines Entstehens über der Kokille zugeführt wird.
Um eine optimale Verteilung des inerten Gases über den gesamten Querschnitt des Stahlstrahles zu erhalten, wird
nach einem weiteren Merkmal der Erfindung das inerte Gas dem Stahlstrahl koaxial zugeführt.
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Es ist vorteilhaft, daß für die Gaszufuhr ein feuerfestes Rohr verwendet wird, dessen Mündung in einem
Abstand über dem Boden eines Zwischengefäßes, in dem das Gießrohr befestigt ist, einstellbar ist, wobei dieser
Abstand vorzugsweise gleich oder etwas kleiner ist als der Durchmesser des Gießrohres.
Man kann aber auch für die Gaszufuhr ein feuerfestes Rohr verwenden, dessen Außendurchmesser kleiner
ist als der Innendurchmesser des Gießrohres"und dessen
Mündung in einem Abstand unterhalb des Bodens des Zwischengefäßes einstellbar ist, in dem das Gießrohr befestigt
ist, wobei dieser Abstand vorzugsweise gleich oder kleiner ist als der Durchmesser des Gießrohres.
Erfindungswesentlich ist, daß beim Schnellguß ein Teil der Stahlmenge senkrecht nach unten aus dem Gießrohr
ausfließen gelassen wird, weshalb ein weiteres Merkmal der Erfindung darin besteht, daß der "Querschnitt der nach unten
gerichteten Bodenöffnung(en) des Gießrohres - ausgedrückt in % des Gießrohr- (Stahlstrahl·-) querschnitts - in Abhängigkeit
von der Gießleistung - ausgedrückt in t Stahl/min - derart eingestellt wird, daß der Querschnitt bei 1,5 t/min
im Bereich von 20 bis '60 % liegt und - proportional steigend
bis zu einer Gießleistung von 6,0 t/min auf 50 bis 90 % ansteigt.
Die Erfindung umfaßt auch die Verwendung einer geeigneten Schlacke bzw. eines Schlackenpulvers, das auf
den Gießspiegel in der Kokille aufgegeben wird. Diese Schlacke dient zur Aufnahme von nichtmetallischen Teilchen
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aus dem Stahl, insbesondere aluminiumhältigein Stahl, ist
leicht aufschmelzbar, wird vorzugsweise synthetisch hergestellt und hat die folgende Zusammensetzung:
20 bis 50 % Flußmittel der Gruppe CaF2, Na3O, K3O und B 03,
20 bis 40 % SiO2,
25 bis 40 % CaO,
weniger als 5 % Al^O^ und
0 bis 10 % Oxyde des Eisens, Mangans und Magnesiums.
Besonders vorteilhaft ist die Verwendung einer Schlacke mit folgender Richtanalyse:
etwa 12 % CaF ,
etwa 8 % Na2O + K3O
etwa 10 % B2O-.,
etwa 30 % SiO3,
etwa 30 % CaO,
weniger als etwa 2 % Al5O-.,
etwa 4 % FeO und
etwa 4 % C.
Weitere Merkmale und Einzelheiten der Erfindung werden an Hand von Ausführungsbeispielen in der beigefügten
Zeichnung näher beschrieben.
Fig. 1 ist.ein Vertikalschnitt durch den Oberteil einer Stranggießanlage mit einem Zwischengefäß in schematischer
Darstellung. Fig. 2 ist ein Längsschnitt durch ein bei dem erfxndungsgemäßen Verfahren zu verwendenden Gießrohr, wobei
verschiedene Möglichkeiten für die Neigung der Achsen der seitlichen Öffnungen in der Gießröhrwandung gezeichnet sind.
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Fig. 3 zeigt einen Gießrohrkopf, bei dem die seitlichen öffnungen vertikal nach oben gerichtet sind. Fig. 4 ist
ein Horizontalschnitt durch eine Braramenkokille und ein
Gießrohr mit ovalem Querschnitt, welches zwei senkrecht nach unten gerichtete Bodenöffnungen besitzt. Fig. 5 ist
ein Diagramm, das den günstigsten Querschnitt für die Bodenöffnung(en) des Gießrohres angibt, und zwar ist auf
der Abszisse die Gießleistung in t/min und auf der Ordinate der Anteil des Querschnittes der Bodenöffnung(en)
in % des Gießrohr- (Stahlstrahl-)querschnitts aufgetragen. Fig. 6 veranschaulicht eine abgeänderte Ausführungsform
der Zuführung des inerten Gases zum Stahlstrahl.
In Fig. 1 ist mit 1 ein feuerfestes Zwischengefäß mit einer Bodenöffnung 2 bezeichnet, die durch einen heb-
und senkbaren feuerfesten Stopfen 3 verschließbar ist. Der Stopfen 3 hat eine axiale Bohrung 4 durch die in Richtung
des Pfeiles 5 ein inertes Gas in einer Menge von 1 bis 15 Ncm /kg Stahl zugeführt wird; es wurde gefunden, daß bei
einer geringerea Menge der Gaszufuhr als 1 Ncm /kg Stahl
Risse in den Brammen auftreten, während bei größeren Gasmengen als 15 Ncm /kg Stahl der Gießspiegel 12 in der Kokille
zu stark aufwallt, so daß eine einwandfreie Führung der Schlacke 13 nicht mehr möglich ist. Die Mündung der Bohrung
4 wird über der Oberkante eines Gießrohres 6 bzw. des Bodens 7 des Zwischengefäßes 1 in einem Abstand +a_ so eingestellt,
daß das zugeführte Gas praktisch drucklos von der Stahlströmung - angedeutet durch die Pfeile 8 - im Bereich der Bodenöffnung
2 angesaugt wird; dies ist der Fall, wenn +a gleich
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oder etwas kleiner als der Durchmesser d der Bodenöffnung
2 bzw. des Gießrohres 6 ist. Man kann aber auch den Stopfen
3 auf einen höheren Abstand b, der also größer ist als d,
einstellen, wenn das inerte Gas unter Druck eingeblasen wird. In jedem Fall erfolgt durch die koaxiale Gaszufuhr
eine gleichmäßige Verteilung des Gases über den gesamten Stahlstrahl- (Gießrohr-)querschnitt, so daß ein optimaler
Bremseffekt bewirkt wird, insbesondere deshalb, weil das Gas in größtmöglichem Abstand von der Kokille am Ort des Entstehens
des Stahlstrahles zugeführt wird. Das Stahl-Gas-Gemisch tritt durch zwei einander gegenüberliegende, horizontale
Öffnungen 9 in der Wandung des Gießrohres 6 sowie durch eine Bodenöffnung 10 in den Stahlsumpf15 aus; die Strömungsrichtung
ist durch Pfeile 11 -gekennzeichnet. Wie ersichtlich, wird das Stahl-Gas-Gemisch unterhalb des Gießspiegels
12 umgelenkt, ohne daß es ■ zu einer Beschädigung der in der wassergekühlten Kokille 14 sich bildenden Strangschale 16
bzw. zu einem.Durchbruch des flüssigen Sumpfes 15 kommt. Mit 17 sind Stütz- und Führungsrollen'für den Strang bezeichnet.
Unterhalb der oszillierenden Kokille 14 sind (nicht dargestellt) Spritzdüsen vorgesehen, um den Strang in der Sekundärkühlzone
weiter bis zur völligen Durcherstarrung zu kühlen. Mit 18 ist die im Zwischengefäß 1 vorhandene Stahlmenge und
mit 19 eine diese gegen die Einwirkung der Atmosphäre schützende Schlackenschieht bezeichnet.
Die Achsen 20 der seitlichen Gießrohröffnungen 9 liegen horizontal in einer durch die größere Kokillenquerachse
gelegten Ebene, die der Zeichenebene entspricht. Nichtmetallische Teilchen im Stahl werden durch die Gasbläschen
nach oben in eine leicht schmelzende Schlackenschieht 13 ein-
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gespült und von dieser aufgenommen. Um zu verhindern, daß
diese Schlacke 13 krümelig und zähflüssig wird und um Ansätze am Gießrohr zu vermeiden, ist die Schlacke erfindungsgemäß
auf der Basis von CaO und SiO~ mit einem hohen Flußmittelanteil
und einem niedrigen Al O3-Gehalt aufgebaut;
der hohe Flußmittelanteil stellt das rasche Aufschmelzen des unter Stranggießbedingungen zugesetzten Gießpulvers
sicher; der niedrige Al3O3-GeIIaIt bewirkt, daß durch aus
dem Stahl in die Schlacke gespülte Tonerdeteilchen keine unerwünschte Veränderung des.AufSchmelzverhaltens eintritt.
Die Schlacke 19 im Zwischengefäß kann, muß aber nicht die gMche chemische Zusammensetzung wie die Schlacke 12 haben.
In Fig. 2 ist dargestellt, welche Neigungen der Achsen 2O der seitlichen öffnungen erfindungsgemäß in
Frage kommen: Zur Erzielung einer guten Abscheidewirkung für die nichtmetallischen Teilchen können die Achsen zur
Horizontalen unter einem Winkel +OC von 10° bis 70° geneigt
sein, d.h der durch den WinkelO^„ gekennzeichnete
Bereich zwischen 20' und 20" von 60° ist sehr günstig; es können aber auch, wenn es auf die Abscheidung der nichtmetallischen
Teilchen nur in geringerem Maße ankommt, die Achsen bis zur Achse 20"' unter einen Winkel -OC3. vom
70° nach unten geneigt sein. Wenn die seitlichen Öffnungen 9 schräg nach unten gerichtet sind, würde ohne Gaszufuhr eine
verstärkte Anlagerung von nichtmetallischen Einschlüssen an der Sttangschale 16 stattfinden; durch die Gaszufuhr und durch
das Vorsehen der Bodenöffnung 10 sowie durch die Einstellung eines Winkels von - 70° bis + 70° - bezogen jeweils auf die
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Horizontale - wird eben dieser Nachteil der bisherigen Stranggießtechnologie vermieden.
Nach Fig. 3 kann auch ein Gießrohrkopf 6' mit vertikal
nach oben gerichteten öffnungen 9* verwendet werden;
die Achsen 20"" schließen hier mit der Horizontalen einen Winkel von 90° ein. Wesentlich bei allen Ausführungsformen
ist es, daß einerseits der durch die Bodenöffnung 10' mit
dem Durchmesser d gegebene Querschnitt kleiner ist als der durch den Durchmesser d gegebene Querschnitt des Gießrohres
6' bzw. Stahlstrahles und anderseits die Summe des Querschnittes der Bodenöffnung 10' und der seitlichen
Öffnungen 9' mit dem Durchmesser d„ entweder gleich dem
Gießrohrquerschnitt oder größer als dieser ist. Die Querschnittsform des Gießrohres kann - wie Fig. 4 zeigt - beliebig,
z.B. oval sein, und es können auch zwei Bodenöffnungen 10" und zwei schlitzförmige seitliche Öffnungen
9" im Gießrohr 6" kombiniert werden; weiters ist wesentlich, daß die Achsen der öffnungen 9" mit der größeren Kokillenquerachse
22 zusammenfallen, also zur Schmalseite der Kokille 14 hin gerichtet sind.
In Fig. 5 ist der erfindungsgemäße Zusammenhang
zwischen dem Querschnitt der Bodenöffnung(en) 10, 10', 10"
und dem Gießrohrquerschnitt (Stahlstrahlquerschnitt) in Abhängigkeit von einer im Bereich zwischen 1,5 und 6,0 t/min
liegenden Gießleistung bei Stahlschnellgießanlagen dargestellt: der Querschnitt der Bodenöffnungen muß im Feld A
liegen, damit keine Risse im Strang entstehen.
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In Fig. 6 ist mit 23 ein feuerfestes Rohr für die Gaszufuhr bezeichnet, dessen Querschnitt kleiner ist, als
der Querschnitt des Gießrohres 6. Dieses Rohr 23 ist, wie der Stopfen 3 heb- und senkbar. Die Mündung kann auch in
einen Abstand -a unterhalb des Bodens 7 eingestellt werden, wodurch ebenfalls ein Ansaugen des inerten Gases erfolgt
und als Folge einer starken Strömung in der Bodenöffnung
2 eine gleichmäßige Verteilung der Gasblasen über den gesamten Stahlstrahlquerschnitt eintritt; der Abstand -a. soll nicht,
größer sein als der Rohrdurchmesser d. Ein solches Rohr 23
wird vorzugsweise dann verwendet, wenn unterhalb des Zwischengefäßes ein Schieberverschluß für das darunterliegende
Gießrohr vorgesehen ist.
Bei Hochleistungsgießanlagen ist der Gießrohrdurchmesser d meistens etwa 60 mm. Dieser Durchmesser d
soll möglichst 40 % der Kokillenschmalseite (Brammendicke) nicht übersteigen; bei wesentlich größeren Durchmessern
besteht die Gefahr von Auswaschungen der Strangschale. Bei sehr breiten Brammen können zwei Gießrohre -nebeneinander
angeordnet werden, deren Bodenöffnungen entsprechend der durch jedes Gießrohr fließenden Stahlmenge in t/min nach Fig. 5
zu dimensionieren sind.
Die Erfindung kann beim Stranggießen aller Stähle angewendet werden, jedoch ist eine besonders vorteilhafte Anwendung
bei breiten Brammen aus aluminiumhältigem Stahl gegeben; insbesondere läßt sich das erfindungsgemäße Gießverfahren
für aluminiumberuhigte Tiefziehstähle mit
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C 0,03 bis 0,07 %
Si Spuren,
Mn 0,30 bis 0,45 %,
P max. 0,020 %,
S max. 0,020 % und
Al 0,020 bis 0,060 %
anwenden, die zur Herstellung kaltgewalzter Feinbleche mit höchster Oberflächengüte bestimmt sind.
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Claims (7)
1. Kontinuierliches Stahlstranggießverfahren für eine Gießleistung von mehr als 1,5,t Stahl/min unter
Verwendung einer vertikal angeordneten, im wesentlichen rechteckigen Kokille, in die mindestens ein
inertes Gas enthaltender■Stahlstrahl durch ein Gießrohr
unter den Gießspiegel in der Kokille geleitet wird, wobei das Gießrohr seitliche Öffnungen aufweist,
deren Achsen in einer durch die größere Kokillenquerachse verlaufenden Vertikalebene liegen, dadurch gekennzeichnet,
daß ein Gießrohr verwendet wird, welches außer den seitlichen öffnungen mindestens eine zusätzliche,
vertikal nach unten gerichtete Bodenöffnung aufweist, deren Querschnitt kleiner ist als der lichte
Gießrohr-(Stahlstrahl-)querschnitt, wobei der Neigungswinkel (c\f) der Achsen der seitlichen öffnungen
- bezogen auf die Horizontale - innerhalb eines Bereiches
von 70° nach unten bis 90° nach oben, vorzugsweise 10° bis 90° nach oben beträgt und der Gesamtquerschnitt
der seitlichen öffnungen und vertikal nach unten gerichteten
Bodenöffnungen des Gießrohres mindestens dem lichten Gießrohrquerschnitt entspricht und daß das
inerte Gas in einer Menge von 1 bis 15 Ncm /kg Stahl, vorzugsweise 3 bis 8 Ncm /kg Stahl, dem Stahlstrahl über
dessen gesamten Querschnitt am Ort seines Entstehens über der Kokille zugeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das inerte Gas dem Stahlstrahl koaxial zugeführt wird.
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— 1 ^—
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
. daß für die Gaszufuhr ein feuerfestes Rohr verwendet
wird, dessen Mündung in einem Abstand (+a, b) über dem Boden eines Zwischengefäßes, in dem das Gießrohr
befestigt ist, einstellbar ist, wobei dieser Abstand (+a) vorzugsweise gleich oder etwas kleiner ist als
der Durchmesser (d) des Gießrohres.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß für die Gaszufuhr ein feuerfestes Rohr verwendet
wird, dessen Außendurchmesser kleiner ist als der Innendurchmesser (d) des Gießrohres und dessen Mündung
in einem Abstand (-a) unterhalb des Bodens des Zwischengefäßes einstellbar ist, in dem das Gießrohr befestigt
ist, wobei dieser Abstand (-a) vorzugsweise gleich oder kleiner ist als der Durchmesser (d) des Gießrohres
(Fig. 6).
5. Verfahren nach den Ansprüchen Ibis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der Querschnitt der nach unten gerichteten Bodenöffnung (en) des Gießrohres - ausgedrückt in % des Gießrohr-(Stahlstrahl-)querschnitts
- in Abhängigkeit von der Gießleistung - ausgedrückt in t Stahl/min - derart eingestellt
wird, daß der Querschnitt bei 1,5 t/min im Bereich von 20 bis 60 % liegt und - proportional steigend bis
zu einer Gießleistung von 6,0 t/min auf 50 bis 90 % ansteigt (Feld Ä von Fig. 5).
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6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß zur Aufnahme von nichtmetallischen Teil
chen aus dem Stahl, insbesondere aluminiumhältigen Stahl, in der Kokille eine Mcht aufschmelzbare, vorzugsweise
synthetisch hergestellte Schlacke folgender
• Zusammensetzung verwendet wird:
20 bis 50 % Flußmittel der Gruppe CaF , Na0O, K0O und Bo0 20 bis 40 % SiO2,
25 bis 40 % CaO,
weniger als 5 % Al2O0 und
0 bis 10 % Oxyde des Eisens, Mangans und Magnesiums.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlacke folgende Richtanalyse hat:
etwa 12 % CaF2,
etwa 8 % Na3O + K3O,
etwa 10 % B3O3,
etwa 30 % SiO2,
etwa 30 % CaO,
weniger als etwa 2 %
etwa 4 % FeO und
etwa 4 % C.
409882/0847
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