DE2411213C3 - Verbrennungsraum für eine Brennkraftmaschine mit Schichtladung - Google Patents
Verbrennungsraum für eine Brennkraftmaschine mit SchichtladungInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf einen Verbrennungsraum für eine Brennkraftmaschine mit Schichtladung,
mit einem Hauptverbrennungsraum, der von einem Zylinder, einem in der Zylinderbohrung gsführten
Kolben und einem Zylinderkopf gebildet ist, und mit einer innerhalb des Zylinderkopfes vorgesehenen und
mit dem Hauptverbrennungsraum lediglich über einen Verbindungskanal verbundenen einlaßventillosen Vorkammer, in der eine Zündkerze angeordnet ist, sowie
mit einem Einlaßventil am Hauptverbrennungsraum für Kraftstoff-Luft-Gemisch, wobei durch einen ersten
Einlaßkanal ein fettes Kraftstoff-Luft-Gemisch in unmittelbare Nachbarschaft des Verbindungskanals
geleitet wird und ein zweiter Einlaßkanal zur Zuführung von Luft in den Hauptverbrennungsraum vorgesehen
ist.
Bei einem solchen aus der US-PS 33 82 850 bekannten Verbrennungsraum ist im Zylinderkopf ein
Einlaßventil vorgesehen, das einen ein mageres Kraftstoff-Luft-Gemisch oder aber reine Luft zuführenden Einlaßkanai öffnet und schließt. Dieses Einlaßventil
ist so ausgebildet, daß es in seinem Ventilschaft eine zylindrische Bohrung als weiteren Einlaßkanal aufweist,
der im Ventilteller annähernd rechtwinklig abgekröpft zur zylindrischen Bohrung mündet. Diese abgekröpfte
Mündung des Einlaßkanals weist in die Richtung eines Verbindungskanals sehr kleinen Querschnittes, der in
einer Vorkammer mündet, in der außerdem die Elektroden einer Zündkerze angeordnet sind. Beim
öffnen des Einlaßventils wird über den ersten
Einlaßkanal reine Luft oder aber ein mageres Kraftstoff-Luft-Gemisch in den Hauptverbrennungsraum gesaugt und gleichzeitig über den im Inneren des
Einlaßventils vorgesehenen weiteren Einlaßkanal ein fettes Kraftstoff-Luft-Gemisch in den Hauptverbrennungsraum so eingeleitet, daß die durch den zweiten
Einlaßkanal geführte Strömung in unmittelbare Nähe des Verbindungskanals zur Vorkammer geleitet wird.
Dadurch soll sichergestellt werden, daß das durch den zweiten Einlaßkanal zugeführte fette Kraftstoff-Luft-Gemisch in die Vorkammer geleitet wird, während das
magere Kraftstoff-Luft-Gemisch bzw. die reine Luft diese Vorkammer möglichst nicht erreichen soll. Da bei
dieser bekannten Anordnung die sehr viel stärkere Strömung der reinen Luft oder des mageren Kraftstoff-Luft-Gernisches jedoch unmittelbar über die relativ
schwache Strömung des fetten Kraftstoff-Luft-Gemisches aus dem zweiten Einlaßkanal geführt wird, sich
also beide Strömungen schneiden, ist eine Ableitung der Strömung des fetten Kraftstoff-Luft-Gemisches aus
dem dem Verbindungskanal benachbarten Teil des Hauptverbrennungsraums möglich, wodurch die Vorkammer kein ausreichend fettes Kraftstoff-Luft-Gemisch erhält.
Aus der US-PS 22 42 990 ist ein weiterer Verbrennungsraum bekannt, der von einem geteilten Einlaßkanal gefüllt wird, der von einem einzigen Einlaßventil
geöffnet und geschlossen wird. Der ein Kraftstoff-Luft-Gemisch führende Teil des Einlaßkanals mündet dabei
in einen ersten, als Vorkammer ausgebildeten Teil des Hauptverbrennungsraumes, während der andere und im
wesentlichen Luft führende zweite Teil des Einlaßkanals in den Hauptverbrennungsraum mündet. Der als
Vorkammer ausgebildete Teil des Hauptverbrennungsraumes weist außerdem ein Aulaßventil auf, über das die
Abgase sowohl der Vorkammer als auch der Hauptverbrennungsraum abströmen. Der Hauptverbrennungsraum ist in dem Zylinderkopf in den die Vorkammer
bildenden ersten Teil und einen einen weiteren Verbrennungsraum bildenden Teil mit Hilfe einer
Trennwand aufgeteilt Beim Verdichtungstakt wird das
fette Kraftstoff-Luft-Gemisch in der Vorkammer und die unbehandelte Luft in der zweiten Vei brennungskammer
verdichtet Im oberen Totpunkt des Kolbens wird das verdichtete Gemisch in der Vorkammer
gezündet und nach der einsetzenden Abwärtsbewegung des Kolbens breitet sich diese Zündung auch in die
zweite Verbrennungskammer aus, wodurch eine sehr gleichmäßige Verbrennung des Kraftstoffes in dem
gesamten Verbrennungsraum erreicht wird.
Eine ähnliche Ausbildung eines Verbrennungsraumes ist auch aus der US-PS .21 79 143 bekannt, bei der jedoch
die Vorkammer und die zweite Brennkammer über ihnen individuell zugeordnete Einlaßventile von einem
wiederum zweigeteilten Einlaßkanal her mit einem fetten Kraftstoff-Luft-Gemisch und im wesentlichen
reiner Luft gefüllt werden. Die Vorkammer weist außerdem wiederum ein Auslaßventil auf, über das die
gesamten Abgase aus dem Hauptverbrennungsraum ausgeblasen werden. Die bei diesen bekannten Anordnungen
benutzte Vorkammer hat ein relativ großen Volumen, das sogar größer als das der zweiten
Brennkammer ist, und außerdem einen sehr großen Öffnungsquerschnitt in ihrer Verbindung mit dem
Hauptverbrennungsraum, so daß diese Vorkammer einen wesentlichen Bestandteil des Hauptverbrennungsraumes
bildet
Aus der US-PS 19 15 170 ist eine weitere Brennkraftmaschine
bekannt, die einen Hauptverbrennungsraum aufweist, in den von oben ein mit einem Einlaßventil
versehener Einlaßkanal für das Gemisch mündet. Unterhalb des Einlaßventils ist eine kleine Vorkammer
vorgesehen, in der eine Zündkerze angeordnet ist. Diese Vorkammer ist über einen Verbindungskanal sehr
kleinen Querschnitts mit einem weiteren Teil des Hauptverbrennungsraumes verbunden, der von dem
oberen und die Einlaßöffnung aufweisenden Teil des Hauptverbrennuiigsraumes durch eine eine Verengung
des Querschnitts des Hauptverbrennungsraumes bildende Einschnürung getrennt ist. Während des Ansaugtaktes
wird sowohl der Hauptverbrennungsraum als auch die Vorkammer mit Gemisch gefüllt und bei der
Zündung zuerst das in der Vorkammer befindliche Gemisch gezündet und anschließend das in der
Hauptverbrennungskammer befindliche übrige Gemisch gezündet, wobei durch die Einschnürung in dem
Hauptverbrennungsraum eine starke Saugwirkung auf das sich in der Vorkammer befindliche Volumen
ausgeübt wird, wodurch diese von allen sich in ihr befindenden Abgasen befreit wird. Der Hauptverbrennungsraum
ist über einen sich quer zu seinen Abmessungen erstreckenden Kanal mit einem Auslaßventil
verbunden, über das die Abgase aus dem Hauptverbrennungsraum ausgestoßen werden. Axial
über dem Auslaßventil befindet sich ein weiteres SS Einlaßventil, durch das Frischluft in den Hauptverbrennungsraum
gelangen kann, die die Kühlung des Auslaßventils verbessern und eine Luftschicht zur
Trennung der noch ausgestoßenen Abgase von dem bereits angesaugten frischen Gemisch bewirken soll.
Diese bekannte Brennkraftmaschine arbeitet daher mit einem einheitlichen Gemisch, das sowohl in den
Hauptverbrennungsraum als auch in die Vorkammer eingeleitet wird.
Aus der DE-AS 14 01 965 ist eine weitere Brennkraft- 6$
maschine vergleichbarer Art bekannt, die im Zylinderkopf eine mit dem Verbrennungsraum verbundene
Verdampfungskammer aufweist, in der eine Verdampfung des eigentlichen Kraftstoff-Luft-Gemisches stattfindet,
während über die Einlaßöffnung reine Frischluft in den Verbrennungsraum angesaugt wird, so daß auch
diese Maschine mit einem Frischluftüberschuß, d. h. mit
einem sehr mageren Gemisch arbeitet Die Verdampfungskammer ist so ausgebildet daß unmittelbar vor der
Verdichtung die Heranführung von reinei Luft an die in der Verdampfungskammer vorgesehene Zündstelle
vermieden wird, so daß sich also auch bei dieser Maschine in unmittelbarer Nähe der Zündstelle ein
gegenüber dem übrigen Gemisch fetteres oder angereichertes Kraftstoff-Luft-Gemisch befindet Die Elektroden
der Zündkerze münden dabei in die taschenförmig ausgebildete Verdampfungskammer, die relativ zur
Einlaßöffnung so angeordnet ist, daß beim Ansaugen der größte Teil der angesaugten Strömung, die aus
reiner Luft besteht, unmittelbar in den Verbrennungsraum gelangt, während ein dazu nur relativ kleiner
Anteil der Strömung an einer Kraftstoff-Einspritzeinrichtung
vorbei in die Verdampfungskammer gelangt Dieser relativ kleine Anteil der Strömung enthält daher
annähernd den gesamten Kraftstoff des zu verbrennenden Gemisches, der in der während des Betriebs heißen
Verdampfungskammer verdampft wird.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Verbrennungsraum der eingangs genannten Art so weiterzubilden,
daß bei möglichst geringem konstruktiven Aufwand die Vorkammer eine ausreichende Menge eines eine
zuverlässige Zündung gewährleistenden Gemischs enthält.
Bei einem Verbrennungsraum der genannten Art ist diese Aufgabe gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß
dem zweiten Einlaßkanal ein vom — ersten — Einlaßventil für das fette Kraftstoff-Luft-Gemisch
räumlich getrenntes zweites Einlaßventil für den Hauptverbrennungsraum zugeordnet ist und daß im
Hauptverbrennungsraum mindestens eine durch in bezug auf den Kolbenboden gegenüber dem Ventilsitz
des ersten Einlaßventils zurückgesetzten Ventilsitz des zweiten Einlaßventils gebildete Wand vorgesehen ist,
die nahe dem zweiten Einlaßventil verläuft und die über dieses einströmende Luft vom Verbindungskanal
fortlenkt.
Bei dem neuen Verbrennungsraum ist sein über einen Verbindungskanal mit der Vorkammer verbundener
Teil gegenüber seinem übrigen Teil, der mit Frischluft beaufschlagt wird, strömungsmäßig über mindestens
eine Ablenkwand so abgetrennt, daß keine Frischluft oder zu mageres Gemisch in die Nähe des Verbindungskanals zur Vorkammer gelangen kann, wodurch diese
auch noch während des Verdichtungstaktes des Verbrennungsmotors mit einem ausreichend fetten
Kraftstoff-Luft-Gemisch gefüllt wird. Zu diesem Zweck sind zwei unterschiedliche Einlaßkanäle und diesen
individuell zugeordnete Einlaßventile vorgesehen, über die dem ersten Teil des Hauptverbrennungsraums ein
fettes Kraftstoff-Luft-Gemisch und dem zweiten Teil des Hauptverbrennungsraumes Luft zugeführt wird. Die
in die unterschiedlichen Teile des Hauptverbrennungsraumes zugeführten Strömungen durchmischen sich
nicht, so daß der Verbindungskanal zur Vorkammer durch die Strömung aus dem ersten Einlaßkanal
gegenüber der Strömung aus dem zweiten Einlaßkanal sicher geschützt wird.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im folgenden näher
erläutert. Es zeigt
Fig. 1 einen ausschnittsweisen Schnitt durch das
obere Ende eines Zylinders, der die eriindungsgemäße
Ausbildung des Verbrennungsraumes zeigt und
F i g. 2 einen Schnitt A -A in F i g. 1.
In F i g. 1 ist ein Zylinder 1 gezeigt, in dem eine Zylinderbohrung la ausgebildet ist, in der ein Kolben 2
verschiebbar angeordnet ist. Der Zylinder 1 ist mit einem Zylinderkopf 4 verbunden, wobei eine Zylinderkopfdichtung
3 zwischen beiden angeordnet ist. Im Zylinderkopf 4 ist eine Ausnehmung ausgebildet, die mit
der Zylinderbohrung Xa fluchtet und zusammen mit der
Oberseite des Kolbens 2 einen Hauptverbrennungsraum 5 begrenzt. Bei der dargestellten Ausführungsform
ist der Hauptverbrennungsraum 5 abgestuft und umfaßt einen zylindrischen ersten Teil 6 mit großem Durchmesser,
der unmittelbar oberhalb der Oberseite des Kolbens 2 angeordnet ist und dessen Achse in gleicher Richtung
verläuft wie die Längsachse der Zylinderbohrung. Der Hauptverbrennungsraum 5 umfaßt ferner einen zylindrischen
zweiten Teil 7, der im Zylinderkopf 4 ausgebildet ist und einen wesentlich kleineren Durchmesser
als der erste Teil 6 hat Der kleinere zweite Teil 7 ist relativ zum großen ersten Teil 6 exzentrisch versetzt.
Der Zylinderkopf 4 weist einen ersten Einlaßkanal 8 auf, der in den Hauptverbrennungsraum 5 mündet und
ein fettes Kraftstoff-Luft-Gemisch dem Verbrennungsraum zuführt. Die Mündung des Einlaßkanals 8 ist in der
Stirnwand des großen ersten Teils 6 ausgebildet und steht direkt mit diesem an einer Stelle in Verbindung, die
einen gewissen Abstand von dem kleinen zweiten Teil 7 hat. Der Zylinderkopf 4 weist ein erstes Einlaßventil 9
auf, das die Strömung des Kraftstoff-Luft-Gemisches durch den ersten Einlaßkanal 8 in den Verbrennungsraum
5 steuert.
Im Zylinderkopf 4 ist ferner ein zweiter Einlaßkanal 11 ausgebildet, der Luft in den Hauptverbrennungsraum
5 einspeist. Die Einlaßöffnung des zweiten Einlaßkanals 11 ist in der Stirnwand des kleinen zweiten Teils 7
ausgebildet, so daß dieser direkt in den kleinen zweiten Teil 7 mündet. Der Zylinderkopf 4 weist ein zweites
Einlaßventil 10 auf, das das Einströmen von Luft durch den zweiten Einlaßkanal 11 in den Hauptverbrennungsraum
5 steuert. Ferner ist im Zylinderkopf 4 ein Auslaßkanal 13 vorgesehen, der so angeordnet ist, daß
er direkt mit dem kleinen zweiten Teil 7 über eine Auslaßöffnung in Verbindung steht, die in dessen
Stirnwand ausgebildet ist. Zu dieser Auslaßöffnung gehört ein Auslaßventil 12, das die Strömung der
Abgase aus dem Hauptverbrennungsraum 5 in den Auslaßkanal 13 steuert.
Der Zylinder 1 weist ferner eine Vorkammer 14 auf, die ihm zugeordnet ist und neben dem Hauptverbrennungsraum
5 angeordnet ist Diese Vorkammer 14 steht mit dem Hauptverbrennungsraum über einen Verbindungskanal 15 in Verbindung, der in den ersten Teil 6
des Hauptverbrennungsraums 5 neben der Einlaßöff nung des Einlaßkanals 8 für das Kraftstoff-Luft-Gemisch mündet In der Vorkammer 14 ist eine Zündkerze
16 angeordnet
Im folgenden wird die Arbeitsweise des neuen Verbrennungsraums beschrieben.
Wenn sich der Kolben 2 nach unten bewegt, bewirkt
der in der Zylinderbohrung erzeugte Unterdruck, daß fettes Kraftstoff-Luft-Gemisch in den Hauptverbrennungsraum 5 einströmt Dieses fette Gemisch strömt aus
dem ersten Einlaßkanal 8 durch das erste Einlaßventil 9 in den Hauptverbrennungsraum 5. Das einströmende
Gemisch wird durch das erste Einlaßventil 9 in der Weise abgelenkt, daß es mit sehr hoher Geschwindigkeit über die Stirnfläche und die Seitenflächen des
Hauptverbrennungsraumes 5 strömt. Während das fette Gemisch über die Seitenflächen des Verbrennungsraumes
strömt, strömt es auch in unmittelbarer Nähe des Verbindungskanals 15 vorbei, der sich nahe bei der
Einlaßöffnung des ersten Einlaßkanals 8 befindet. Aufgrund einer ähnlichen Wirkung wie beim Pfeifen
strömt ein Strom aus fettem Gemisch vom Hauptverbrennungsraum 5 durch den Verbindungskanal 15
ίο hindurch in die Vorkammer 14. Gleichzeitig werden die
verbrannten, in der Vorkammer 14 verbliebenen Abgase aus dieser durch den Verbindungskanal 15
hindurch in den Hauptverbrennungsraum 5 ausgetrieben,
Während des Ansaughubes des Kolbens 2 wird ferner aus dem zweiten Einlaßkanal 11 über das zweite
Einlaßventil 10 Luft in den Hauptverbrennungsraum 5 eingesaugt. Die einströmende Luft wird durch das
Einlaßventil 10 in der Weise abgelenkt, daß sie mit sehr hoher Geschwindigkeit über die Stirnfläche und die
Seitenflächen des zweiten Teils 7 mit kleinem Durchmesser strömt Diese Strömung erfolgt im
wesentlichen in der durch die Pfeile Q in F i g. 1 angedeuteten Weise, wobei sich die einströmende Luft
is von dem zweiten Teil 7 in den ersten Teil 6 nach unten
bewegt. Da jedoch der zweite Einlaßkanal 11 unmittelbar
in den zweiten Teil 7 mündet, der dem Verbindungskanal 15 im wesentlichen diametral gegenüberliegt,
und daher fern von diesem angeordnet ist, bewegt sich die aus dem Einlaßkanal 11 strömende Luft
nach unten in den Hauptverbrennungsraum 5, ohne in die Nähe des Verbindungskanals 15 zu strömen. Daher
strömt die einströmende Luft nicht in die Vorkammer 14.
Ferner führt der einströmende Gemischstrom, der aus dem Einlaßkanal 8 über das Einlaßventil 9 strömt, dazu,
daß ein Teil des einströmenden Gemisches von dem Einlaßventil 9 in der Weise abgelenkt wird, daß er mit
hoher Geschwindigkeit über die Stirnfläche des großen ersten Teils 6 in Richtung auf den kleinen zweiten Teil 7
strömt Dieser abgelenkte Teil des einströmenden Gemisches, der in F i g. 1 nach rechts strömt, trifft aul
den einströmenden Strom frischer Luft, der aus dem Einlaßkanal 11 einströmt und sich über die innere
Seitenwand des zweiten Teils 7 nach unten bewegt Dieses Auftreffen des Stroms aus Kraftstoff-Luft-Gemisch
auf den Luftstrom führt dazu, daß beide Ströme abgelenkt werden, so daß das fette Kraftstoff-Luft-Gemisch
nach unten und nach außen in den Hauptverbrennungsraum
im wesentlichen in der durch den Pfeil / gezeigten Weise strömt während der Luftstrorr
ebenfalls nach unten und nach außen in den Hauptver brennungsraum strömt, wie dieses durch die Richtum;
des Pfeils Q gezeigt ist Das beschriebene Strömungsbik der einströmenden Luft und des einströmend«
Kraftstoff-Luft-Gemisches tritt während des Saughube! im Zylinder auf.
Während des Verdichtungshubes des Motors, dli
während der Aufwärtsbewegung des Kolbens, wird da:
beschriebene Strömungsbild gestört und unterbrocher
so daß das fette Kraftstoff-Luft-Gemisch und die Luf miteinander vermischt werden, wodurch ein in
wesentlichen gleichmäßiges, jedoch mageres Gemiscl im gesamten Hauptverbrennungsraum 5 erzeugt wird.
Dieses führt dazu, daß die Vorkammer 14 noch mi einem verhältnismäßig fetten Kraftstoff-Luft-Gemiscl
gefüllt ist, während der Hauptverbrennungsraum 5 mi einem mageren Kraftstoff-Luft-Gemisch gefüllt ist, da
ferner die restlichen, zuvor aus der Vorkammer 14 ausgetriebenen Abgase enthält.
Wenn sich der Kolben 2 während des Verdichtungshubes nach oben bewegt und sich seinem oberen
Totpunkt nähert, wird das fette Gemisch in der Vorkammer 14 durch die Zündkerze 16 ohne Schwierigkeit gezündet. Die durch die Zündung des fetten
Gemisches in der Vorkammer 14 erzeugten Flammen treten durch den Verbindungskanal 15 in den Haupiverbrennungsraum 5 ein, wodurch das darin enthaltene
magere Gemisch gezündet wird. Auf diese Weise wird die bekannte Schichtladung und entsprechende Verbrennung erreicht.
In der Regel werden das erste Einlaßventil 9 und das zweite Einlaßventil IO während des Ansaughubes im
wesentlichen gleichzeitig geöffnet, beispielsweise durch die gleiche Ventilsteuerung. Wenn jedoch aus dem
Einlaßkanal 11 in den Hauptverbrennungsraum 5 verdichtete Luft eingesaugt wird, um eine Aufladung zu
bewirken, kann dem Verbrennungsraum in der Regel selbst dann eine ausreichende Menge von Luft
zugeführt werden, wenn das zweite Einlaßventil 10 für einen kürzeren Zeitraum als das erste Einlaßventil 9
geöffnet wird. Daher kann das zweite Einlaßventil 10 in der Weise betätigt werden, daß es nach dem öffnen des
ersten Einlaßventils 9 öffnet, so daß Luft aus dem zweiten Einlaßkanal 11 in den Hauptverbrennungsraum
5 eingelassen wird, nachdem die Vorkammer 14 bereits gespült und mit fettem Gemisch aus dem ersten
Einlaßkanal 8 gefüllt ist. Dieses verzögerte öffnen des zweiten Einlaßventils IO führt dazu, daß die Vorkammer
14 bereits zu Anfang mit dem fetten Gemisch gefüllt wird, wodurch das Eintreten von Luft in die Vorkammer
14 verhindert wird. Ferner ermöglicht das Aufladen des Motors durch die Zufuhr von verdichteter Luft aus dem
zweiten Einlaßkanal ll, daß der Motor auch mit einem
mageren Gemisch optimal arbeitet, wodurch nicht nur die abgegebene Leistung erhöht, sondern ferner auch
Fehlzündungen des Gemisches durch den Anstieg des Drucks des Gemisches verhindert wird.
Obwohl bei dem beschriebenen Ausführungsbeispiel der Hauptverbrennungsraum eine abgestufte doppelzylindrische Form hat, kann die besondere Ausbildung des
Verbrennungsraums auch bei einem Hauptverbrennungsraum mit anderer Formgebung realisiert werden,
solange die über das zweite Einlaßventil eingesaugte Luft daran gehindert wird, in die Vorkammer 14
einzutreten. Zu diesem Zweck kann der Hauptverbrennungsraum mit einer Ablenkfläche versehen sein, die
neben der Einlaßöffnung des zweiten Einlaßkanals angeordnet ist und dazu dient, die einströmende Luft
nach unten in den Verbrennungsraum zu leiten, wodurch verhindert wird, daß die einströmende Luft direkt in
Verbindung mit der Vorkammer 14 gelangt. Eine solche Ablenkfläche wäre somit im wesentlichen gleichwirkend wie die innere zylindrische Wand, die durch den
zylindrischen zweiten Teil 7 mit kleinem Durchmesser gebildet wird.
Der neue Verbrennungsraum hat daher sowohl die Eigenschaften einer Verbrennung mit fettem Gemisch
als auch einer Verbrennung mit magerem Gemisch. Dadurch kann nicht nur die Menge schädlicher
Bestandteile der Abgase, wie beispielsweise unverbrannte Kohlenwasserstoffe und Stickstoffperoxid,
vermindert, sondern auch der Wirkungsgrad des Motors durch einen Anstieg der Reaktionsgeschwindigkeit der
Verbrennung verbessert werden. Durch Ausnutzung der dem Pfeifen ähnlichen Wirkung werden ferner die
restlichen Abgase in der Vorkammer 14 mit Sicherheit ausgespült, wodurch auch bei einem Motor mit nur
einem Vergaser ein fettes Gemisch in der Vorkammer 14 und ein mageres Gemisch im Hauptverbrennungsraum gleichzeitig vorhanden ist. Der neue Verbrennungsraum ermöglicht ferner einen Betrieb mit
Aufladung durch Einspeisung eines kleinen Volumens verdichteter Luft aus dem zweiten Einlaßkanal.
Claims (5)
1. Verbrennungsraum für eine Brennkraftmaschine mit Schichtladung, mit einem Hauptverbrennungsraum, der von einem Zylinder, einem in der
Zylinderführung geführten Kolben und einem Zylinderkopf gebildet ist, und mit einer innerhalb des
Zylinderkopfes vorgesehenen und mit dem Hauptverbrennungsraum lediglich über einen Verbindungskanal verbundenen einlaßventillosen Vorkam-
mer, in der eine Zündkerze angeordnet ist, sowie mit
einem Einlaßventil am Hauptverbrennungsraum für Kraftstoff-Luft-Gemisch, wobei durch einen ersten
Einlaßkanal ein fettes Kraftstoff-Luft-Gemisch in unmittelbare Nachbarschaft des Verbindungskanals 1S
geleitet wird und ein zweiter Einlaßkanal zur Zuführung von Luft in den Hauptverbrennungsraum
vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß dem zweiten Einlaßkanal (11) ein vom — ersten
— Einlaßventil (9) für das fette Kraftstoff-Luft-Ge- *>
misch räumlich getrenntes zweites Einlaßventil (10) für den Hauptverbrennungsraum (5) zugeordnet ist
und daß im Hauptverbrennungsraum (5) mindestens eine durch in bezug auf den Kolbenboden gegenüber
dem Ventilsitz des ersten Einlaßventils (9) zurückge- 2S
setzten Ventilsitz des zweiten Einlaßventils (10) gebildete Wand vorgesehen ist, die nahe dem
zweiten Einlaßventil (10) verläuft und die über dieses einströmende Luft vom Verbindungskanal (15)
fortlenkt.
2. Verbrennungsraum nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Hauptverbrennungsraum
(5) einen ersten zylindrischen Teil (6) großen Durchmessers, an dessen einer Seite der Verbindungskanal (15) unmittelbar mündet, und einen
zweiten Teil (7) aufweist, der an einer zum Verbindungskanal im wesentlichen diametral gegenüberliegenden Seite des ersten Teils angeordnet ist
und in axialer Richtung über den ersten Teil hinausragt, und daß der zweite Einlaßkanal (11) in
der Stirnwand des zweiten Teils mündet.
3. Verbrennungsraum nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Einlaßkanal (8) direkt
mit dem ersten zylindrischen Teil (6) an einer Stelle
in Verbindung steht, die zwischen dem Verbindungskanal (15) und dem zweiten Teil (7) liegt.
4 Verbrennungsraum nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Teil (7)
ebenfalls zylindrisch ist, einen wesentlich kleineren Durchmesser als der erste zylindrische Teil (6) hat
und relativ zu diesem exzentrisch angeordnet ist.
5. Verbrennungsraum nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Verbindungskanal (15) durch die Seitenwand des Hauptverbrennungsraums (5) hindurchgeht, daß der erste
Einlaßkanal (8) mit dem Hauptverbrennungsraum (5) über eine in der Stirnwand ausgebildete Einlaßöffnung in Verbindung steht und daß die zum ersten
Einlaßkanal (8) gehörende Einlaßöffnung ungefähr zwischen dem Verbindungskanal (15) und der
Einlaßöffnung des zweiten Einlaßkanals (11) angeordnet ist.
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| JP1973093113U JPS548241Y2 (de) | 1973-08-09 | 1973-08-09 |
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