DE2454979A1 - Verfahren zur herstellung von keine nachbearbeitung erfordernden stahlgusstuecken - Google Patents
Verfahren zur herstellung von keine nachbearbeitung erfordernden stahlgusstueckenInfo
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Description
MÜLLER-BORE · GROENING · DEUFEL · &CHÜN · HERTEL
PATENTANWÄLTE
MÜNCHEN · BRAUNSCHWEIG · KÖLN 2454979
MÜNCHEN · BRAUNSCHWEIG · KÖLN 2454979
S/E 15-2 Dr. W. Müller-Bore · Braunschweig
H. Groening, Dipl.-Ing. · München Dr. P. Deufel, Dipl.-Chem. · München
Dr, A. Schön, Dipl.-Chem. ■ München Werner Hertel, Dipl.-Phys. · Köln
EVANS PRODUCTS COMPANY Portland, Oregon, USA
Verfahren zur Herstellung von keine Nachbearbeitung erfordernden Stahlgußstücken
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von keine Nachbearbeitung erfordernden Stahlgußstücken mit
Seitenflächen sowie mit nach oben und nach unten weisenden
Flächen.
Bisher ist es bei der Herstellung von Stahlgußstücken in beträchtlichem Ausmaß erforderlich, den Gußkörperrohlxng
von Hand nachzubearbeiten, ehe er als ein "fertiges" Produkt angesehen werden kann. So ist es erforderlich, die
Anschnitte der Angüsse und Steiger, wo sie auch immer angebracht sind, sowie alle Trennfugen und Grate mit Hilfe eines
Schneidbrenners oder, wenn die VorSprünge einen engen Querschnitt
haben, durch einen Meißelhammer abzutrennen. In manchen Fällen werden die Vorsprünge mit einem Fäustel weggeschlagen.
Um eine glatte und eine bündige Oberfläche zu erzielen, wird bei Verwendung dieser Maßnahmen eine beträchtliche
Nacharbeit in Form von Schleifen erforderlich. Beim Abkühlen eines Gußstücks kann es vorkommen, daß sich das
Gußstück verzieht. Ein solches Gußstück muß dann gerichtet werden, um in die gewünschte Form zuückgebogen zu werden.
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Dieser Richtvorgang ist schwierig, zeitraubend und ungenau
wegen des "Rückfederungsverhaltens" des kalten Metalls.
Ein kaltes Richten kann zu unerwünschten Spannungen in dem Gußkörper führen. Außerdem ist es schwierig, in einem kalten
Gußkörper Öffnungen geeigneter Größe und Anordnung auszubilden.
Es hat sich gezeigt, daß ein Nachbearbeiten im kalten Zustand, insbesondere grobe Arbeitsgänge, wie das Abschlagen
mit dem Hammer, den unversehrten Zustand des Gußstücks aufgrund von Brüchen und Rißbildungen ernsthaft beexntrachtxgen
können.
Wenn die Form und die Abmessungen eines Werkstücks von Bedeutung
sind und eine hochgradige Maßgenauigkeit und Ausbildung als Ganzes erforderlich ist, muß das Werkstück aus
einem Block in einem Paar von Schmiedegasenken geschmiedet und
dann spanabhebend bearbeitet werden, um ein fertiges Werkstück durch Verschweißen oder eine anders geartete Verbindung
von zwei oder mehreren Teilen mit der geforderten Abmessung herzustellen, wobei die Teile Gußstücke, Schmiedestücke
oder auf die entsprechenden Maße zugeschnittene Teile sein können. Schmieden mit einer anschließenden spanabhebenden
Bearbeitung überschreitet bekanntlich die Kosten eines gleichen, nicht spanabhebend bearbeiteten Gußstücks, teilweise
wegen der hohen Kosten und der relativ kurzen Einsatzzeit der Schmiedegesenke. Für Teile mit einem komplizierten
Aufbau ist das Schmieden im allgemeinen unpraktisch und oft unmöglich. Die Herstellung ist außerdem zeitraubend und
aufwendig.
Die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe besteht deshalb darin, ein Verfahren zur Herstellung von Gußstücken aus
Stahl zu schaffen, bei welchem das erhaltene Gußstück in hohem Maße form- und dimensionsgenau sowie strukturmäßig
fest und einwandfrei ist, wobei der hohe Arbeitsaufwand und andere Nachteile, die normalerweise bei einer Kaltnachbear-
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beitung ausftreten, vermieden werden. Dabei soll das nach
dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Produkt einem
durch Schmieden hergestellten Element gleich oder überlegen sein, mit niedrigeren Kosten und in Serienfertigung herstellbar
sein.
Die erfindungsgemäß herzustellenden Gußstücke, bei
welchen keine Nachbearbeitung erforderlich ist, können mit herkömmlichen Gieß- oder Schmiedeverfahren nur sehr schwierig
oder auf unwirtschaftliche Weise produziert werden. Beispiele für solche Gußstücke sind Gußstücke mit einem Innenraum festgelegter
Abmessungen oder Gußstücke, denen eine Querschnittsabnahme fehlt, so daß eine spezielle Kernausbildung erforderlich
ist. Obwohl ein Teil, welches einen Hohlraum hat oder
dem eine Querschnittsabnahme oder Schräge fehlt, durch Schmieden
hergestellt werden kann, ist es oft erforderlich, extrem
hohe Drucke zu benutzen, um das Fließen des Metalls unter den Schmiedegesenken zu gewährleisten, was in einem übermäßigen
Gesenkverschleiß resultiert.
Bei den erfindungsgemäß herzustellenden Gußstücken
sollen deshalb die Anschnitte und Trennfugengrate abgegratet sein, und das Teil soll eine genaue Form und Abmessung
haben, während es sich in einem heißen, plastischen Zustand bei einer gleichförmigen Temperatur befindet, die im
Bereich der kritischen Temperatur liegt.
Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich dadurch aus, daß sich das Gußstück auf eine Temperatur bei
oder unter der Verfestigungstemperatur abkühlen kann. Dann
wird es wieder erhitzt auf eine Halte- bzw. Standtemperatur über der oberen kritischen Temperatur für eine "Homogenisierung",
d. h. eine Umwandlung der Struktur von der nicht homogenen Form "wie gegossen" in die austenitische Form, bei
welcher das Gußstück, während es sich noch im Bereich der
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Homogenisierungstemperatur befindet, der Wirkung eines
Satzes von Gesenken ausgesetzt wird, welche zusammenwirkende Scherkanten haben, um Gußtrichter- und Steigerverbindungen
sowie irgendwelche Trennfugengrate abzuscheren, die beim Gießen gebildet werden, während die nach oben und
nach unten weisenden Flächen des Gußstücks einem genauen Formungsgang unterworfen werden.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren und mit der zugehörigen
Vorrichtung werden unerwünschte seitliche VorSprünge von
einem Werkstück abgegratet, wenn es sich im heißen plastischen Zustand befindet, wobei die Abgratgesenke bzw. -formen
zugeordnete obere und untere Gesenkflächen haben, die bezüglich Form und Abmessung nur an den bedeutendsten Flächen
der vorhandenen oberen und unteren Flächen eines komplexen Werkstückes angreifen und es plastisch formen. Dabei handelt
es sich um ein Werkstück, dessen Herstellung durch Schmieden nicht ausführbar ist.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung eines
Gußstücks wird ein Satz von Gesenken verwendet, um auf das Gußstück im plastischen Zustand einzuwirken, wozu gehört,
daß das Gußstück auf einer Temperatur für Homogenisierungszwecke gehalten wird, die niedriger ist als die normalen
Schmiedetemperaturen, was zu einer Abnutzung der Gesenke führt, die wesentlich niedriger ist als diejenige, die
bei herkömmlichen Schmiedevorgängen auftritt. Dadurch wird erfindungsgemäß die Lebensdauer der Gesenke erhöht und eine
deutliche Verringerung der Kosten pro einzelnem Werkstück erreicht.
Gegenstand der Erfindung ist somit ein Verfahren zum Herstellen
eines Gußstückes, ohne daß eine Nacharbeit erforderlich ist, zu welchem die Formung eines Modells mit sich
seitlich erstreckenden Gußtrichtern, die Herstellung einer Form, das Eingießen von Metallschmelze in die Form und das
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Abkühlen gehören, so daß man ein vorläufiges Gußstück
bzw. ein Gußstück in einem Zwischenstadium erhält. Das vorläufige Gußstück wird dann erneut auf eine Standtemperatur
erwärmt, die über der kritischen Temperatur bzw.' der Umwandlungstemperatur liegt. Während sich das Gußstück
noch im plastischen Zustand und in der Nähe der Umwandlungstemperatur
befindet, wird auf es durch einen Satz von
Gesenken eingewirkt, welche zusammenwirkende Scherkanten haben, die an den Seitenflächen der Gesenke angeordnet sind,
um die Einfülltrichter und die Trennfugengrate abzuschneiden. Die Gesenke haben obere und untere Flächen, die entsprechend
den gewählten Oberflächen des vollständig fertiggestellten Gußstückes geformt sind, um diesen ausgewählten
Flächen die gewünschte Form zu geben. Dann wird das Gußstück
auf Umgebungstemperatur mit einer regulierten Geschwindigkeit abgekühlt. Zum Formen gehört auch das Biegen, Stanzen
oder Durchstoßen bzw. Lochen und Prägen auf Maß des Gußstücks, während es sich noch in der Nähe der Umwandlungstemperatur befindet. Das erfindungsgemäße Verfahren eignet
sich auch zur Herstellung von völlig fertigen Gußstücken, die wenigstens teilweise einen eingeschlossenen Hohlraum
oder keine Schräge bzw. Querschnittsverringerung haben, so daß sie nach herkömmlichen Guß- oder Schmiedeverfahren nur
schwierig oder aufwendig hergestellt werden können.
Anhand der beiliegenden Zeichnungen wird die Erfindung
beispielsweise näher erläutert.
Fig. 1 ist eine Draufsicht auf eine Gruppe von vier (verbundenen)
Gußstücken, die erfindungsgemäß benutzt werden.
Fig. 2 ist ein Schnitt längs der Linie 2-2 von Fig. 1.
Fig. 3 ist ein Schnitt längs der Linie 3-3 von Fig. 1.
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Fig. k ist ein Schnitt längs der Linie 4-4 von Fig. 1
durch den mittleren Einguß.
Fig. 5 zeigt in einem Diagramm die Wiedererwärmung und
das Halten über der Umwandlungstemperatur zur Herbeiführung einer Homigenisierung, wobei der Bereich für die Endbearbeitung
gezeigt ist.
Fig. 6 ist ein Phasendiagramm für Kohlenstoffstahl entsprechend
Fig. 5·
Fig. 7 ist ein Schnitt durch einen Satz von Endbearbeitungsgesenken
längs der Linie 7-7 von Fig. 8.
Fig. 7a zeigt schematisch die Pressenanordnung.
Fig. 8 ist ein Schnitt längs der Linie 8-8 von Fig. 7·
Fig. 9 ist ein Fig. 8 entsprechender Schnitt mit geschlossenen Gesenken.
Fig. Io ist ein Schnitt längs der Linie lo-lo von Fig. 9·
Fig. 11 zeigt perspektivisch ein fertiggestelltes Werkstück.
Fig. 12-zeigt in einem Fließbild die Verfahrensschritte.
Fig. 13 zeigt in einem Schnitt entsprechend Fig. 8
modifizierte Gesenke zum Stanzen.
Fig. Ik ist ein Schnitt entsprechend Fig. 13 bei geschlossenen
Gesenken.
Fig. 15 ist ein Schnitt entsprechend Fig. 8 mit modifizierten
Gesenken zum Prägen auf Maß bzw. Kalibrieren.
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Fig. l6 ist ein Schnitt entsprechend Fig. 15 mit geschlossenen
Gesenken.
Fig. 17, l8 und 19 zeigen in einer Draufsicht, einer
Stirnansicht und einer Seitenansicht ein erfindungsgemäß
benutztes Gußstück im Zwischenstadium.
Fig. 2o zeigt im Querschnitt das Gußstück im Übergangsstadium zwischen einem Paar von Gesenken mit einem positionierten
Kalibrierdorn.
Fig. 21 zeigt die Gesenke von Fig. 22 in der Schließlage und die Verformung des Gußstücks in die Endform.
Fig. 22, 23 und 24 sind eine Draufsicht, eine Stirnansicht
und eine Seitenansicht des endgültig fertiggestellten Gußstücks.
In den Figuren 1 bis 4 ist ein zusammengesetztes oder
"bündeiförmiges11 Sandgußstück Io gezeigt, welches vier
einzelne Gußstücke 11, 12, 13 und 14 umfaßt, die in der
gleichen Form gegossen sind. Beim Gießen wird Metallschmelze durch einen Einguß 15 eingegossen, wobei das
Metall auf Gießkanäle l6, 17 (Fig. 4) verteilt wird und
durch die Kanäle strömt. Bei der Auslegung des zusammen- gesetzten
Gußstücks werden sechs Steiger 21 bis 26 verwendet , die mit den Gußstücken durch Anschnitte bzw. Eingüsse
21a bis 26a und 22b bzw. 25b verbunden sind. Der Ausdruck "Einguß" betrifft sowohl den Kanal, der
die Eingußtrichter, Gießkanäle oder Steiger mit dem Werkstück verbindet und durch den die Metallschmelze strömt,
als auch die. Ausbildung von massivem Metall in diesem Kanal
nach der Verfestigung der Metallschmelze.
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In den Figuren 1 bis k ist einerseits ein typisches Gußstücknest
bzw. eine typische Gußstückgruppe gezeigt, wie sie bei der Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
verwendet wird, und andererseits auch das Modell veranschaulicht, welches zur Herstellung der Form benutzt wird,
in welcher das Gußstück erzeugt wird. Da das fertige Werkstück, wie es in Fig. 11 gezeigt ist, einen Hohlaufbau hat,
muß ein Mittelkern in jedem der Modelle benutzt werden. Die Kernelemente sind mit 27 bezeichnet. Der Formkasten, der
zur Herstellung des Gußstücks verwendet wird, ist nicht gezeigt. Derartige Formkästen sind jedoch bekannt. Die Form,
von welcher nur das untere Teil M gezeigt ist, hat eine Trennfuge PL, wie sie in den Figuren 2, 3 und k zu sehen
ist.
Jedes der einzelnen Gußstücke 11 bis l4 hat Seitenflächen,
die durch Anhängen von Buchstaben gekennzeichnet sind. So hat beispielsweise das Gußstück oder Werkstück 11 Seitenflächen
lla bis Hd. Die Gußstücke haben zusätzlich nach oben und nach unten weisende Flächen, die durch die angehängten
Buchstaben e bis 1 (Fig. 2 und 3) gekennzeichnet sind.
Für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens sind
die Eingüsse so angeordnet, daß sie sich seitlich von den
Seitenflächen eines jeden Gußstückes weg erstrecken.
Darüber hinaus sind die Eingüsse so positioniert, daß sie in dem Bereich der Formtrennfuge PL liegen. Der erste
Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung von Gußstücken besteht darin, ein Modell auszubilden, bei
welchem die Eingüsse sich seitlich von den Seitenflächen des
Gußstücks weg erstrecken und in dem Bereich der Formtrennfuge liegen, wobei die nach oben und nach unten weisenden
Flächen frei von äußeren Vorsprüngen in Form von Eingüssen oder dergleichen sind. Die Herstellung eines solchen Modells
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ist an sich bekannt. In Fig. 12 ist dieser erste Verfahrens schritt mit A bezeichnet.
Nach der Herstellung des Modells wird das Modell für die
Ausbildung einer Form benutzt, wobei die üblichen Formungsverfahren verwendet werden. In diese Form wird geschmolzenes
Metall durch einen mittleren Gießtrichter 15 (Fig. 4) entsprechend
den Verfahrensschritten B und C (Fig. 12) gegossen. Die Metallschmelze fließt in alle Teile des Formhohlraums,
einschließlich der Steiger 21 bis 26. Die Steiger dienen dem üblichen Zweck, Metallschmelze durch die entsprechenden Eingüsse
bzw. Anschnitte den Werkstückhohlräumen zuzuführen, um Metall in diese Hohlräume nachzufüllen und so die Kontraktion
des Metalls auszugleichen, die beim Abkühlen der Metallschmelze auftritt.
Beim Gießen kann die Metallschmelze beispielsweise eine Temperatur
in der Größenordnung von I650 C (3ooo F) haben. Wie
aus Fig. 5 zu ersehen ist, läßt man das Metall gemäß dem ,
Verfahrensschritt D (Fig. 12) abkühlen, wobei die Temperatur auf der nach unten gehenden Kurve Jo bis auf eine Temperatur
31 absinkt, bei der sich das Metall verfestigt hat
und ein Gußstück bildet. Nach einer Zeit, in der sich das Gußstück abgekühlt hat, so daß es ausreichend verfestigt ist,
wird es aus der Form auf herkömmliche Weise entfernt, beispielsweise
durch "Losschlagen". An dem Gußstück haftende Sandteilchen können durch Sandstrahlen oder dergleichen entfernt werden.
Es zeigt sich, daß das abgekühlte Gußstück in dem Zustand, wie es gegossen ist, eine willkürliche, nicht gleichförmige
Kornstruktur bzw. ein solches Kristallgefüge hat, das sich durch einen der nachstehenden Punkte auszeichnet, nämlich
einen dentritischen makroskopen Aufbau, einen Widmanstatten1sehen
mikroskopen Aufbau, einen Netzwerkaufbau, einen zellenförmigen
oder einen körnigen bzw. kugelförmigen mikroskopen Aufbau. Diese
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nicht homogene Kornstruktur ist für die schlechten mechanischen Eigenschaften des Gußstücks in dem Zustand, wie
es gegossen ist, veranwortlich, beispielsweise für die Sprödigkeit, inneren Spannungen, geringe Schlagfestigkeit
usw.. Es ist deshalb üblich, eine Verfeinerung oder Homogenisierung der Kornstruktur durch eine Wärmebehandlung des Gußstücks
zu bewirken, wodurch die mechanischen Eigenschaften verbessert werden.
Wärmebehandlungsprozesse umfassen einen Erwärmungszyklus, während dem das Gußstück auf eine Standtemperatur über der
kritischen Temperatur oder Umwandlungstemperatur erwärmt wird. Bei dieser Temperatur wird das Gußstück während des
Standzeitabschnittes gehalten, bei welchem die Verfeinerung des Kornaufbaus bzw. die Kornfeinung durch Umwandlung der
charakteristischen, oben genannten Gußstrukturen in homogenen Austenit herbeigeführt wird. Auf das Erwärmen und das
Verweilen folgt eine regulierte Abkühlung, während der der Austenit in eine gleichförmige Struktur umgeformt wird, die
aus einem oder mehreren Umformungsprodukten besteht, die
vom Standpunkt der Festigkeit, der Härte oder der spanabhebenden Bearbeitbarkeit erwünscht sind. Die Eigenschaften
des Produktes, das beim Abkühlen gebildet wird, hängen von der Abkühlgeschwindigkeit ab. Warmebehandlungsprozesse sind
insgesamt entsprechend der Art und Weise und der Geschwindigkeit klassifiziert, mit welchen ein Gußstück abgekühlt wird.
Wenn das Gußstück sich in ruhender Luft mit einer mäßigen Geschwindigkeit abkühlen kann, nennt man diesen Prozeß
"normalisierend". Eine niedrigere Geschwindigkeit eines gesteuerten Abkühlens, beispielsweise in einem Ofen oder
dergleichen, wird als "Glühbehandlung" bezeichnet. Das schnelle Abkühlen durch Abschrecken in Luft, Öl, Wasser
oder einer Sole wird als "Härten" oder "Abschrecken" bezeichnet. Selbstverständlich können zwei oder mehrere dieser
Wärmebehandlungsverfahren nacheinander ausgeführt werden, wobei der Einsatz von aufeinanderfolgenden Wärmebehandlungen
von der Erfindung mitumfaßt wird.
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Die Metallurgie von Stahlgußstücken hat ein hochtechnisches
Vokabular für die Verständigung bezüglich feiner Unterschiede im kristallinen Aufbau hervorgebracht. Es ist hier
jedoch nicht erforderlich, die Metallurgie im einzelnen zu
erklären oder all die kristallinen Strukturen aufzuzählen, die in verschiedenen Stahllegierungen bei verschiedenen Temperaturen
auftreten. Es genügt, davon auszugehen, daß bei einer gegebenen speziellen Stahllegierung und bei gegebenen
gewünschten mechanischen Eigenschaften des Gußstücks aufgrund der Metallurgie die Werte für die Erwärmungsgeschwxndigkeit,
die Standtemperatur, die Standzeit und die Abkühlgeschwindigkeit festgelegt werden können, wobei alle diese Faktoren
den kristallinen Aufbau beeinflussen und somit die mechanischen Eigenschaften des Gußstücks bestimmen. Deshalb wird im
folgenden zur Vereinfachung der Beschreibung davon ausgegangen, daß das Gußstück aus einem unlegierten Stahl bzw.
Kohlenstoffstahl mit einem Kohlenstoffgehalt von 0,3 % besteht,
wie dies in dem Phasendiagramm von Fig. 6 gezeigt ist. Phasendiagramme ähnlich dem von Fig. 6 gibt es für alle Stahllegierungen,
so daß die Erfindung nicht auf Kohlenstoffstahl beschränkt ist, sondern alle Stahllegierungen umfaßt.
Bei der Ausführung des Verfahrensschrittes E (Fig. 12) wird das Gußstück mit einer gewünschten Geschwindigkeit längs
einer Wiedererwärmungslinie 32 (Fig. 5) erwärmt, wobei
diese Linie die "obere kritische" Temperatur TC an der Stelle 33 überschreitet, die als untere Grenze des austenitischen
Bereichs (Fig. 6) definiert ist. Mit dem Erwärmen wird fortgefahren, bis eine hohe Standtemperatur 3^ erreicht
wird, die beispielsweise um 55°C (loo°F diff. ) über der
oberen kritischen Temperatur liegt. Das Werkstück wird auf dieser Temperatur ausreichend lange gehalten, um die nicht
homogene Struktur des Gießzustandes in eine gleichförmige
austentitische Struktur bzw. in Austenit beim ganzen Werkstück überzuführen, wobei die Standzeit von der Größe des
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Werkstückes abhängt und beispielsweise eine Stunde pro 2,5 cm Stärke des schwersten bzw. stärksten Abschnittes
beträgt. Wie aus dem Phasendiagramm von Fig. 6 zu ersehen ist, besteht die Wirkung der Aufrechterhaltung einer Temperatur
über dem oberen kritischen Pegel darin, die durch das
Gießen erreichte Struktur in die austenitische Form überzuführen, was beispielsweise durch den Punkt 35 gekennzeichnet
ist, wenn davon ausgegangen wird, daß der Kohlenstoffgehalt o,3 % beträgt.
Anstelle einer langsamen Abkühlung des Werkstückes in einem Ofen, einer Abkühlung in ruhiger Luft oder einer Abschreckung
in einer Flüssigkeit wird erfindungsgemäß das Gußstück,
während es sich noch im plastischen Zustand und in der Nähe der Standtemperatur befindet, zwischen einem Satz von Gesenken
angeordnet, welche zusammenwirkende Scherkanten haben, die an den Seitenflächen angeordnet sind, um die Eingüsse,
die sich alle seitlich erstrecken, sowie alle Trennfugengrate abzuschneiden, die beim Gießen gebildet wurden. Bei einer
bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird auf das Gußstück etwa zur gleichen Zeit durch Gesenkoberflächen eingewirkt,
welche von den für das Abschneiden verwendeten Gesenken verschieden sind, die gewünschte Form des Gußstücks
haben und ausgewählten oberen und unteren Flächen des Gußstücks entsprechen, um an diesen Flächen formend anzugreifen,
um zu gewährleisten, daß diese Flächen sich in einer genauen Position befinden. Obwohl bei der Ausführung der Erfindung
bevorzugt wird, das Gußstück als Teil des gleichen Pressenhubs zu beschneiden und zu formen, können diese Vorgänge in
aufeinanderfolgenden Pressenhüben und in mehr als einem Gesenksatz
in ziemlich schneller Folge ausgeführt werden, so daß eine gleichzeitige Verwendung der gleichen Wärme vorgenommen
wird. Diese beiden Arbeitsgänge, das Abgraten bzw. Beschneiden und Formen, sind in Fig. 12 in Form der Verfahrensschritte F
und G dargestellt.
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Zwei oder mehr Gußstücke werden, wenn sie in einer Gruppe gegossen sind, gleichzeitig durch die entsprechenden Sätze
von Abschergesenken und Formungsgesenken behandelt. Dies ist in den Figuren 7 bis 9 gezeigt, wo eine Presse 4o, von
der Einzelheiten nicht gezeigt sind, Gesenkanordnungen 4l, hat, die jeweils auf Gußstücke 11 und 12 (Fig. 7) einwirken.
In Fig. 8 ist die Gesenkanordnung (ti unmittelbar vor ihrem
ersten Angreifen an dem Gußstück 11 gezeigt. Man sieht, daß die Gesenkanordnung (ti zwischen einem vertikal hin- und hergehenden
Kopf 43 und einer Spannplatte 44 angeordnet ist. Wie in Fig. Ja. schematisch gezeigt ist, wird der Kopf 43 von
einem Kolben 45 hin- und herbewegt, der über Abstandshalter
46 wirkt. Zwischen dem Kolben und dem Kopf sind hydraulische oder pneumatische Zylinder 47 angeordnet, welche Kolbenstangen
48 haben, die sich aus den Zylindern erstrecken und durch Bohrungen 49 in dem Kopf gehen. Die Kolbenstangen sind in
eine ausgefahrene Lage vorgespannt. Jeder Zylinder hat ein Entspannungsventil RV und ein Rückschlagventil A aus den
nachstehenden Gründen.
Um das Verständnis der Behandlung der Gußstücke 11 und 12
zu erleichtern, sind in Fig. 7 die Steiger 21, 22 und 23, die einen Teil der Anordnung im gegossenen Zustand bilden,
zusammen mit ihren jeweiligen Anschnitten bzw. Eingüssen 21a, 22a, 22b und 23a gezeigt, die als Ergebnis der
Arbeitsweise der Gesenke abgetrennt werden.
Die Anordnung 4l besteht aus einem oberen Gesenk 5I und
einem unteren Gesenk 52. Das obere Gesenk hat eine insgesamt
rechteckige Halteplatte 53, die an dem Kopf 43 angeschraubt
ist. An die Platte 53 sind Schermesser 54, 55, 56 und 57
(Fig. 7 und 8) angeschraubt, die Scherkanten 58, 59, 60 bzw.
6l haben und so ausgebildet und dimensioniert sind, daß sie den Seitenflächen 11a, lib, Hc bzw. Hd des Gußstückes entsprechen.
Der bewegliche Körperabschnitt 62 mit der Gesenkausnehmung 63, der Oberflächen aufweist, die an den entsprehenden
nach oben weisenden Flächen lie, Uf, Hi und Hj des
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Werkstückes angreifen, ist gleitend verschiebbar zwischen den Messern 56 und 57 angeordnet, so daß eine Vertikalbewegung
des Körpers relativ zu den Schermessern möglich ist. Die Enden dieser Vertikalbewegung sind in den Figuren
8 und 9 gezeigt.
Für das Zusammenwirken mit dem Obergesenk hat das Untergesenk
einen Körperabschnitt, der aus Blöcken 77 und 78 besteht, die an einer Befestigungsplatte 8l sitzen, die
wiederum an der Spannplatte kk verbolzt ist. Diese Blöcke sind so angeordnet, daß sie eine Ausnehmung 65 für die Aufnahme
des Werkstückes bilden und nach oben weisende Flächen zur Abstützung des Werkstücks an dessen nach unten weisenden
Flächen 11K und 11L haben. Vertikale Flächen 79 und 80
dienen als Scherflächen für ein Zusammenwirken mit den Scherkanten 60 und 6l des Obergesenks. Im Untergesenk sind weiterhin
Seitenwände 67 und 68 vorgesehen, die an den Blöcken 77 und 78 angeschraubt sind und Scherflächen 71» 72 haben, die
mit den Scherkanten 58 und 59 des Obergesenks zusammenwirken.
Diese Seitenwände tragen auch die Flächen 11g und 11h.
Die Gesenkanordnung k2 ist genauso gebaut wie die vorstehend
im einzelnen beschriebene Gesenkanordnung kl. In Fig. 7 sind die entsprechenden Bauelemente dieser Anordnung mit dem zusätzlichen
Buchstaben a hinter den der Gesenkanordnung kl entsprechenden Bezugszeichen gekennzeichnet.
Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden
die Gußstücke 11, 12 mit ihren zugehörigen ganzen Steigern 21, 22, 23 in die jeweiligen Untergesenke 52, 52a eingebracht,
wobei sich die Gesenkanordnungen im zurückgezogenen oder "offenen" Zustand (Fig. 7 und 8) befinden. Während der
Betätigung der Gesenke können die Gußstücke 13 und Ik kragarmförmig außerhalb an den Gußkanälen l6 und 17 (Fig. k)
hängen. Die Gießkanäle können auch durch irgendeine Einrichtung vor der Plazierung des Stückes in der Presse abgetrennt
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werden. Vorzugsweise sind die Eingüsse, Steiger und Gießkanäle so angeordnet, daß sie die Handhabung des Gußstücks
und die genaue Positionierung des Gußstücks in dem Gesenk unterstützen* Die Gußstücke 11, 12 werden in den Gesenken
angeordnet, wobei sie erfindungsgemäß noch auf der Standtemperatur
oder in der Nähe davon gehalten werden, bei
dieser Temperatur das Gußstück sich in einem plastischen Zustand befindet und eine homogene gefeinte Kornstruktur und überall eine äußerst gleichförmige Temperatur hat. Die Tatsache, daß das Gußstück eine äußerst gleichförmige Temperatur aufweist, ist bezüglich der Gesenkkonstruktion von Bedeutung, da das Fehlen von Temperaturgradienten in dem Gußstück bedeutet, daß das Gußstück, auch wenn es infolge der Ausdehnung des Stahls größer geworden ist, den gleichen Ausdehnungsprozentsatz an allen Punkten hat. Somit wird die gewünschte Abmessung zwischen den Seitenflächen, beispielsweise 11a und 11b, dadurch erreicht, daß die Scherkanten 58, 59 einen Abstand zueinander haben, der gleich der gewünschten Endabmessung zwischen 11a und 11b erhöht um den Ausdehnungsprozentsatz des speziellen Stahls bei der Starttemperatur ist, wobei dieser Prozentsatz in der Größenordnung von 1 % liegen kann. Wenn somit das Gußstück abschließend auf die Umgebungstemperatur abgekühlt ist und die zugehörige Kontraktion ausgeführt hat, haben die Seitenflächen 11a und Hb genau den
gewünschten Abstand zwischen sich. In gleicher Weise sind alle Oberflächen und Scherkanten der Gesenkanordnung in
"Übergröße" (etwa 1 %) vorgesehen, um die gleichförmige
Kontraktion des Gußstückes zu berücksichtigen, die beim
Abkühlen von der Standtemperatur aus erfolgt.
dieser Temperatur das Gußstück sich in einem plastischen Zustand befindet und eine homogene gefeinte Kornstruktur und überall eine äußerst gleichförmige Temperatur hat. Die Tatsache, daß das Gußstück eine äußerst gleichförmige Temperatur aufweist, ist bezüglich der Gesenkkonstruktion von Bedeutung, da das Fehlen von Temperaturgradienten in dem Gußstück bedeutet, daß das Gußstück, auch wenn es infolge der Ausdehnung des Stahls größer geworden ist, den gleichen Ausdehnungsprozentsatz an allen Punkten hat. Somit wird die gewünschte Abmessung zwischen den Seitenflächen, beispielsweise 11a und 11b, dadurch erreicht, daß die Scherkanten 58, 59 einen Abstand zueinander haben, der gleich der gewünschten Endabmessung zwischen 11a und 11b erhöht um den Ausdehnungsprozentsatz des speziellen Stahls bei der Starttemperatur ist, wobei dieser Prozentsatz in der Größenordnung von 1 % liegen kann. Wenn somit das Gußstück abschließend auf die Umgebungstemperatur abgekühlt ist und die zugehörige Kontraktion ausgeführt hat, haben die Seitenflächen 11a und Hb genau den
gewünschten Abstand zwischen sich. In gleicher Weise sind alle Oberflächen und Scherkanten der Gesenkanordnung in
"Übergröße" (etwa 1 %) vorgesehen, um die gleichförmige
Kontraktion des Gußstückes zu berücksichtigen, die beim
Abkühlen von der Standtemperatur aus erfolgt.
Der gewünschte Arbeitsbereich der "Endbearbeitungs"-Temperatur
ist in Fig. 5 mit F bezeichnet. Die Temperatur reicht von
der Standtemperatur TH über die kritische Temperatur TC bis zu einem Punkt nach unten, der etwas unter der kritischen
Temperatur liegen kann. Obwohl das Gußstück bevorzugt
"endbearbeitet" wird, während es sich auf einer Temperatur
"endbearbeitet" wird, während es sich auf einer Temperatur
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befindet, die so nahe wie möglich an der Standtemperatur
liegt, kann in der Praxis die untere Grenze der Endbearbeitungstemperatur bzw. Nachbearbeitungstemperatur eine Temperatur
sein, die im Bereich von 55 bis llo°C (loo bis 2oo F) unter der kritischen Temperatur TC liegt. Das Gußstück
oder die Gußstücke befinden sich in jedem Fall, wenn sie in der Presse plaziert werden, in einem rotglühenden
plastischen Zustand, also in einem Zustand, in welchem das Metall geschnitten und als Ganzes in die gewünschte Form
gebracht werden kann, wobei relativ geringe Scher- und Formkräfte benutzt werden. Diese Kräfte sind nur ein Bruchteil der
Kraft, die erforderlich wäre, wenn diese Nachbearbeitungsschritte an dem Gußstück im kalten Zustand ausgeführt würden.
Anhand von Fig. 8 und 9 wird das Einwirken auf das Gußstück 11 durch die Gesenkanordnung 4l erläutert. Wenn die Presse
11 ihren Abwärtshub vervollständigt, jedoch bevor das Gußstück von dem Obergesenk erfaßt wird, nehmen die Teile die
in Fig. 8 gezeigte Lage ein. Bei einem bevorzugten Verfahren gemäß der Erfindung, bei welchem das Gußstück zuerst
in Formeingriff kommt und gleichzeitig durch die Gesenke vor dem Scheren fest an Ort und Stelle gehalten ist, wird der
bewegliche Gesenkkörper 62 des Obergesenks in seiner untersten Lage bezüglich der Schermesser durch die ausgefahrene
Kolbenstange 48 gehalten. Bei der Fortsetzung des Hubs stößt die untere Fläche 64 des Körperabschnitts gegen die Flächen
Hi, Hj. Die Kraft dieses ersten Angreifens kann dadurch
variiert werden, daß das Entweichen von Fluid aus dem Zylinder k~l durch ein Entspannungsventil RV eingestellt wird,
um dadurch der Kolbenstange 48 die gewünschte Verzögerungskraft zu erteilen. Wenn der Angriff des Körperabschnittes
62 an dem Gußstück erfolgt ist, führt die fortgesetzte Abwärtsbewegung des Kopfes 43 dazu, daß die Kolbenstange 48
in den Zylinder 47 zurückweicht, so daß eine Abwärtsbewegung
der oberen Schermesser bezüglich der unteren erfolgen kann.
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Wenn die Schermesser 54, 55 und 54a, 55a (Fig. 7) abgesenkt
werden, greifen die Scherkanten 58, 59, 58a, 59a an den Eingüssen 21a, 22a, 22b, 23a an, so daß nach Vervollständigung
des Schubs die Steiger 21 bis 23 frei in einen geeigneten Behälter abfallen können. In gleicher Weise ist
aus Fig. 8 und 9 ersichtlich, daß, wenn die Schermesser 56 und 57 abgesenkt werden, von den Scherkanten 60 und 6l alle
Trennfugengrate, die sich an den Flächen lic und lld gebildet haben, erfaßt und so von dem Werkstück abgeschnitten
werden. Wenn sich der Kopf 43 dem Boden bei seinem Abwärtshub
nähert und das Abscheren vervollständigt ist, stößt zusätzlich die Unterseite des Kopfes 43 gegen die Oberseite
des beweglichen Gesenkkörpers 62, wodurch eine abschließende, eine Spitze bildende Kraft auf das Werkstück übertragen wird.
Das Einwirken auf das Gußstück in dieser "Folge" mit nur einem Pressenhub führt sowohl zum Entfernen von nicht zum
Gußstück gehörendem Metall von dem Gußstück und zum Begradigen bzw. Richten der horizontalen Flächen. Wenn das Gußstück
durch die Kolbenstange 48 fest an Ort und Stelle gehalten wird, die über den beweglichen Gesenkkörper 62 während des
Abschneidess wirkt, wird eine hohe Genauigkeit der örtlichen Lage der seitlichen Oberflächen gewährleistet.
Nach Vervollständigung des Abwärtshubes wird der Kolben
zurückgezogen, wodurch sich die Scherkanten nach oben und von den neu zugeschnittenen Kanten weg bewegen. Bis die
Scherkanten jedoch von dem Gußstück freikommen, gewährleistet der bewggliche Gesenkkörper 62 infolge des Drucks, der
weiter .auf ihn durch die Kolbenstange 48 ausgeübt wird, daß
das Gußstück in dem Untergesenk 52 sitzen bleibt. Wenn die
Schermesser von dem Gußstück frei sind, wird der bewegliche Gesenkkörper 62 zurückgezogen. Das Gußstück, welches sich
noch auf der Standtemperatur oder in der Nähe dieser Temperatur befindet, wird freigegeben und kann aus dem Untergesenk
auf herkömmliche Weise entfernt werden. Ein Abkühlen
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mit der gewünschten Geschwindigkeit vervollständigt die Wärmebehandlung.
In den Figuren 7 bis Io wurde aus Gründen einer einfachen
Darstellung keine Maßnahmen für ein Lochen oder Prägen des Gußstücke getroffen. Dies kann jedoch durch geeignete Lochungselemente
an den zusammenwirkenden Gesenken und durch geeignete Prägeflächen in den Innenflächen 63, 64 und 65 der Gesenkabschnitte
erfolgen.
Wenn beispielsweise die Gesenkanordnung so modifiziert ist, daß sie ein Lochen ausführen kann, wobei diese Anordnung 4 Im
in den Figuren 13 und 14 gezeigt ist, ist ein Lochungselement 9o zur Bildung eines Loches in der Fläche Hi des
Gußstückes 11 vorgesehen. Die Elemente der Gesenkanordnung, die für den Lochungsvorgang nicht modifiziert worden sind,
haben die gleichen Bezugszeichen wie in den Figuren 7 bis (beispielsweise 43, 56, 8l), während die Elemente, die abgeändert
wurden, in den Figuren 12 und I3 mit den gleichen Bezugszeichen von Fig. 7 bis lo, jedoch mit dem Zusatz des
Buchstabens m bezeichnet sind.
Der Ausdruck "Lochen" soll allgemein verstanden werden und zwei Möglichkeiten umfassen, nämlich a) ein Lochungs- oder
Aufweitwerkzeug, welches eine runde Nase hat und seinen Weg durch ein bestehendes Loch erzwingt, und b) ein Stanzwerkzeug, welches scharfe Ränder hat und Metall unter Bildung
oder Vergrößerung eines Loches entfernt. Diese letztere
Weise ist dargestellt.
In Fig. 13 ist die Anordnung 4lm kurz vor dem ersten Angriff
am Gußstück 11 gezeigt« wobei die Änderung an der Gesenkanordnung zur Erzielung eines Loches in der nachstehenden
Weise vorgenommen ist. Der Kolben 43 hat ein Lochungselement
9o, das sich von seiner unteren Seite aus und durch eine Bohrung 91 in dem beweglichen Gesenkkörper 62m erstreckt.
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Ein Block 77m in dem Untergesenk 52m hat einen Hohlraum 94
mit einer Bohrung 92 von einem Durchmesser, der gleich der
Größe des zu stanzenden Loches ist, sowie eine größere Bohrung 93, durch welche das ausgestanzte Metall hindurchgehen
und durch eine Öffnung 95 entfernt werden kann.
Vorzugsweise wird in dem Gußstück ein Loch einer Untergröße
während des Gießens ausgebildet, indem ein geeignetes Kernelement in der Form angeordnet wird. Dieses Loch ist in
Fig. 13 mit 96 bezeichnet und dient dazu, daß das Loehungselement
auf einen geringeren Widerstand trifft. Dies ist
jedoch ein bevorzugtes Verfahren. Das Stanzen kann auch mit oder ohne Ausbildung eines Loches von einer Untergröße erreicht
werden.
Es folgt nun der erste Angriff am Gußstück 11, welches durch den Senkkörper 62m fest in Lage gehalten ist. Bei fortgesetztem
Pressenhub weicht die Kolbenstange 48 zurück, wodurch eine Abwärtsbewegung des Lochungselementes 9o raltiv zu dem
beweglichen Gesenkkörper 62m möglich ist. Das Lochungselement 9o greift dann an der Fläche lli an der Stelle des Loches
mit Untergröße an. Bei fortgesetztem Hub schert das Lochungselement
das ganze Metall in dem Bereich weg, der durch die gestrichelten Linien 97 in Fig. 13 gekennzeichnet ist.
Die Stellung nach Abschluß des Abwärtshubes ist in Fig. l4
gezeigt, wobei sich das Lochungselement 9o etwas in die
Bohrung 92 erstreckt, um zu gewährleisten, daß das von ihm
entfernte Lochungselement auf den Boden des Hohlraums 94
durchfällt. Das Zurückziehen der Gesenke entspricht der
beschriebenen Folge, mit der Ausnahme, daß das Lochungselement 9o zusammen mit eiern Schermesser 56 zurückgezogen wird,
während der bewegliche Gesenkkörper 62m durch die ausgefahrene Kolbenstange 48 gewährleistet, daß das Gußstück festsitzend
in dem Untergesenk 52m gehalten bleibt.
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- 2ο -
In gleicher Weise kann ein Prägen des Gußstückes auf Maß ausgeführt werden, während es sich noch auf der Standtemperatur
oder in der Nähe davon befindet. Es soll beispielsweise davon ausgegangen werden, daß der Abstand
zwischen den beiden Flächen lic, lld (Fig. 8) nicht von Bedeutung ist und daß die wesentliche Abmessung die Stärke
der "Flügel" mit den Flächen Hi, Hj, llk und 111 ist. Um
die gewünschte Flügelstärke zu erzielen, wird die Gesenkanordnung kl von Fig. 8 zu der in den Figuren 15 und 16
gezeigten modifizierten Gesenkanordnung 4ln geändert. Das
Obergesenk ^lxi besteht aus einem beweglichen Gesenkkörper
62n, der gleitend verschiebbar zwischen Blöcken 56n und
57n sitzt und Anschlagblöcke loo und lol hat, die auf der
Oberseite des beweglichen Gesenkkörpers sitzen und so beabstandet sind, daß ein Spiel bzw. freier Raum zwischen den
vertikalen Flächen lic, lld und den Anschlagblöcken verbleibt. Das Untergesenk 52n ist zum Obergesenk 52 von Fig.
identisch, mit der Ausnahme, daß die Blöcke 77n und 78η vorgesehen
sind, die länger sind und sich über die seitlichen Flächen Hc und Hd so hinaus erstrecken, daß sie Flächen
bilden, gegen welche die Anschlagblöcke loo und lol zum Anliegen kommen.
Das Prägen wird am Ende des Abwärtshubes durch die abschliessende Spitzenkraft ausgeführt, die auf den beweglichen Gesenkkörper
62n übertragen wird, wenn die Unterseite des Kopfes 4t3 gegen die Oberseite des beweglichen Gesenkkörpers
stößt. Wenn diese Prägekraft auf die Flügel übertragen wird, deren Stärke etwas größer als die Stärke T der Anschlag
blöcke loo, lol ist, erhält man eine leichte Verschiebung des Metalls in die Räume S, bis die Anschlagblöcke gegen
die Blöcke 77n bzw. 78η stoßen. Zu dieser Zeit und unmittel bar nach dem Zurückziehen der Gesenkanordnung haben die
Flügel die Stärke T. Wie vorstehend erwähnt, macht das Gußstück jedoch eine Kontraktion bei der darauffolgenden
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Abkühlung durch. Deshalb ist die Stärke T der Anschlagblöcke etwas größer, in der Größenordnung von 1 % oder dergleichen,
als die gewünschte Endstärke.
Aus Gründen der Vereinfachung sind die Anschlagblöcke loo und
lol so gezeigt, daß sie eine relativ begrenzte Fläche für das
Aufsitzen an dem Untergesenk haben. In der Praxis sind die Anschlagblöcke so ausgelegt, daß ihre Fläche etwas größer ist
als die Fläche des auf Maß zu prägenden Teils. Oft ist es jedoch erforderlich, daß nur ausgewählte Abschnitte auf Maß
geprägt werden. So kann beispielsweise der bewegliche Senkkörper 62n mit einem örtlich beschränkten scheibenförmigen
Prägeelement versehen sein, das sich etwas unter seiner Unterseite
erstreckt und einen kleinen Anschlußbereich bildet,, der ein Bolzenloch in dem Gußstück umgibt.
Wegen des plastischen Zustands des Metalls im Bereich der kritischen Temperatur bzw. der Übergangstemperatur nimmt
das Gußstück die Form des Gesenks frei an ohne irgendeine Neigung für eine Rückfederung, so daß man ein Gußstück mit
einer Form und Abmessungen von hoher Genauigkeit erhält, auch wenn das Gußstück zur Zeit der Anordnung der Gesenke
sich in einem verzogenen oder mißgeformten Zustand befindet. Es ist somit kein späteres "Richten" erforderlich, welches
das Hauptproblem ist, wenn ein Gußstück "kalt nachbearbeitet" wird.
Obwohl zur Vereinfachung das Gußstück 11 mit ebenen "Flügeln"
gezeigt ist, die in Formungseingriff mit den Gesenken stehen, so daß gewährleistet ist, daß sie bezüglich einer horizontalen
Ebene richtig liegen, ist es selbstverständlich, daß die obere und untere Gesenkanordnung so modifiziert werden kann,
daß sie entsprechend gekrümmte Flächen für das Gußstück hat, wenn ausgewählte Flächen des Gußstückes geformt oder gebogen
werden sollen. Wenn beispielsweise der "Flügel", der durch die
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Flächen 11k und 111 begrenzt ist, eine gekrümmte Fläche haben soll, wird die Form so ausgelegt, daß sie ein Gußstück
formt, welches "Flügel" hat, die in die angenäherte, für den Endzustand erwünschte Krümmung gebracht sind. Die
Gesenkanordnung von Fig. 8 und 9 kann in einfacher Weise
so modifiziert werden, daß sie für jeden "Flügel" des Gußstücks 11 Krümmungen bildende Flächen hat, die einander
gegenüberliegen, beispielsweise die Flächen 64 in der Obergesenkanordnung
und die oberen Halteflächen der Blöcke 77 und
78. Somit braucht nach Abschluß des Pressenhubs und dem
darauffolgenden Abkühlen des Gußkörpers kein "Kaltbiegen"
oder "Kaltrichten" der "Flügel" auf die gewünschte Krümmung mit dem sich dadurch ergebenden Rückfederungsproblem zu
folgen.
Die Arbeitsweise der Gesenke in Verbindung mit der Wärmebehandlung
nach der Standperiode bewirkt, daß automatisch alle Schritte ausgeführt werden, die bisher von Hand ausgeführt
werden mußten. Das bedeutet, daß die Steiger und die Eingüsse oder Eingußtrichter sauber von den Gußstücken längs genauer
Abmessungslxnxen in einem einzigen Pressenhub zusammen mit anderen Unregelmäßigkeiten, wie irgendwelchen Graten, abgetrennt
werden, die sich längs der Trennfuge während des Formens gebildet haben. Der Scherschnitt ist ausreichend
glatt, so daß das Blockputzen und Schleifen entfällt, das bisher für die Endbearbeitung des Gußstücks erforderlich
war.
Obwohl bevorzugt die plastische "Formgebung" unter Verwendung
von Gesenken erreicht wird, die sich in dem gleichen Satz wie die für das Abschneiden verwendeten befinden, können auch zwei
oder mehr Arbeitsgänge in schneller Folge ausgeführt werden, d. h. es wird ein erster Satz von Gesenken nur zum Abscheren
verwendet. Das Werkstück wird unmittelbar, während es sich noch im heißen und plastischen Zustand befindet, zu einem
zweiten oder weiteren Satz von Gesenken für die Formgebung,
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einschließlich Prägen, Lochen und dergleichen, weitertransportiert.
Der hier benutzte Ausdruck "gleichzeitig", der sich auf das Abschneiden und Formen bezieht', beruht
darauf, daß diese beiden Arbeitsgänge ausreichend nahe beieinander ausgeführt werden, um so die gleiche Wärme und den
gleichen plastischen Zustand ausnutzen zu können. Der Ausdruck ist nicht notwendigerweise auf einen einzigen Satz von
Gesenken beschränkt.
Bezüglich der Verfahrensschritte, insbesondere des Verfahrensschrittes
A, ist zu bemerken, daß die Ausdrücke "seitlich", "nach oben" und "nach unten" in einem relativen
Sinn benutzt werden und daß die GußStückgruppe der Figuren
1 bis k auch imter Verwendung eines Modells, welches um 9o°
gedreht ist, so daß die Trennfuge in einer vertikalen Ebene liegt. In diesem Fall wäre den Anforderungen des Verfahrensschrittes A genügt, da eine 9o -Drehung des Modells zu einer
in den Figuren 1 bis k gezeigten Konfiguration führen würde.
Obwohl die vorstehende Beschreibung der Formherstellung auf einen herkömmlichen Formkasten Bezug nimmt, ist das erfindungsgemäße
Verfahren zusätzlich auch für Gußkörper geeignet, die nach einem formkastenfreien Formungsverfahren erzeugt werden.
Das formkastenfreie Verfahren umfaßt die Herstellung einer
Reihe von Formhohlräumen in einer horizontalen Sandsäule mit einer hohen Grünfestigkeit, den Transport der Säule an einer
Metallgießstation vorbei, wo Metallschmelze der Reihe nach in jede Form gegossen wird,und das Entfernen der Sandform
nach der Verfestigung. Die Art des formkastenfreien Ver
fahrens erfordert eine vertikal ausgerichtete Trennfugenebene und Eingüsse, die im Bereich dieser Ebene liegen. Eine
Lageänderung durch Drehen der Form um 9o° ergibt eine Konfiguration, die der des Verfahreneschrittes A genügt. Deshalb ist das erfindungsgemäße Verfahren für die Praxis in
Verbindung mit einem formkastenfreien Gießen besonders geeignet. !* ·
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Das erfindungsgemäße Verfahren, welches die Herstellung
eines Stahlgußstücks, das Abkühlen und das darauffolgende
Erwärmen des Gußstücks auf eine Standtemperatur und das Abschneiden, während es sich im plastischen Zustand befindet,
umfaßt, führt zu einer Herstellung der Teile auf äußerst wirtschaftliche Weise. Verglichen mit Schmiedeverfahren
besteht ein Hauptunterschied darin, daß das Teil, auf welches durch die Gesenke eingewirkt wird, sich bereits
im wesentlichen in seiner Endform befindet. Nach dem Abschneiden
der Steiger und Eingüsse besteht die Aufgabe der Gesenke nur noch in der Feinung und darin, eine Form zu erzielen,
die genauer ist als die bereits vorhandene, was dazu führt, daß die Gesenke nicht gebraucht werden, um
zwangsweise einen Metallrohrling in die Endform des fertiggestellten Produkts zu bringen. Dadurch wird es möglich,
erfindungsgemäß nur einen einzigen Satz von Gesenken zu verwenden, um das Teil in die Endform mit den Endabmessungen
zu bringen, wobei Bearbeitungskräfte verwendet werden, die so niedrig sind, daß das Abschneiden und Formen
mit wesentlich verringerter Abnutzung der Gesenke, schnell und unter Verwendung einer leichteren Presse bei nur einem
begrenzten Gesamthub erreicht wird. Das Gesamtergebnis besteht darin, daß ein nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
hergestelltes Teil im wesentlichen alle Vorteile hat, die man normalerweise durch Verbindung mit einem Schmiedeverfahren
erhält, einschließlich der genauen Form und Abmessung, sowie zuverlässige und gleichbleibende Eigenschaften hat,
wobei jedoch die Stückkosten unter Berücksichtigung der Amortisation der Gesenkkosten und der Wartung erheblich
niedriger sind als die Stückkosten beim Schmieden.
Ein weiterer Grund für die erhebliche Kostenreduzierung
besteht darin, daß die Gesenke stark vereinfacht werden können. Im Falle, von Schmiedegesenken müssen die Gesenke
Oberflächen haben, die jeder einzelnen Oberfläche an dem Fertigprodukt entsprechen. Bei der Erfindung können im
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Gegensatz dazu die Gesenke bestimmte Teile des Werkstückes ohne Abstützung lassen, d. h. es erfolgt während der Formung
kein Angreifen, so daß eine Konzentrierung auf die Flächen erfolgen kann, die abmessungsmäßig bedeutend sind. So steht
beispielsweise die Oberseite 85 des zylindrischen Abschnittes
des Werkstückes H nicht mit dem Körperabschnitt 62 der Obergesenkanordnung
in Eingriff (Fig. 9).
Wenn die in Fig. 7 gezeigten Gssenke einen einzigen Zyklus abgeschlossen haben, sind die Gußstücke voneinander unabhängig
und frei von allem Fremdmetall und haben eine genaue Form und Abmessung. Wenn die Gesenke offen sind, werden die
fertiggestellten Gußstücke entfernt, wofür die gewünschten bekannten Einrichtungen verwendet werden. Zweckmäßigerweise
läßt man die Gußstücke in ruhender Luft abkühlen, um so die "Normalisierung" des Metalls der Gußstücke zu vervollständigen.
Alternativ können die Gußstücke auch durch langsameres Abkühlen glühbehandelt werden. Denkbar ist auch, daß die aus
den Gesenken entnommenen Gußstücke mit oder ohne darauffolgender
Nachglühung bzw. einem anschließenden Anlassen abgeschreckt bzw. gehärtet werden. Auf jeden Fall wird der
Anforderung des abschließenden Schrittes H von Fig. 12 genügt,
Wesentlich ist, daß die "Endbearbeitung" des Gußstückes einschließlich Beschneiden und Formen in Verbindung mit der
Wiedererwärmung des Gußstückes für die Homogenisierung, beispielsweise zum Zwecke der Normalisierung bzw. des
Normalglühens erfolgt. Das. heißt mit anderen Worten, daß
erfindungsgemäß die ursprüngliche Gießwärme nicht ausgenutzt
wird. Der Grund dafür besteht darin, daß eine Endbearbeitung, d. h. die Beschneidung und Formung, nur erfolgt, nachdem sich
das Gußstück abgekühlt hat und anschließend auf die Standtemperatur über der oberen kritischen Temperatur in einem
Zeitraum wiedererwärmt worden ist, der lang genug ist, um das Korn bzw. das Gefüge in dies gewünschte körnige, d. h.
austenitische, Struktur zu einer Zeit umzuwandeln, wenn die
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gesamten inneren Spannungen Gelegenheit hatten, sich auszugleichen,
und zu einer Zeit, bei welcher im wesentlichen alle Abschnitte des Gußstückes sich auf der gleichen Temperatur
befinden und den gleichen Plastizitätsgrad haben. Dies steht im Gegensatz zu jedem Verfahren, bei welchem nur
die ursprüngliche Gießwärme benutzt wird, da das Gießen zu einer ungleichförmigen Abkühlung in der Form führt, so daß
verschiedene Abschnitte des Gußstückes sich auf anderen Temperaturen als andere Teile befinden, so daß man unterschiedliche
physikalische Eigenschaften und eine schlecht definierbare Kristallographie erhält, was zu einem wesentlichen
Nachteil führt.
Zu dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Herstellen eines
Gußstücks ohne besondere Nacharbeit gehört die Herstellung eines Modells, welches mit Ausnahme der zusätzlich vorzusehenden
Eingüsse und Steiger im wesentlichen dem fertiggestellten Werkstück entspricht, wobei das sich aus dem
Modell ergebende Gußstück dann in einem Satz von Gesenken zur Beschneidung, Prägung und dergleichen angeordnet wird.
Die Erfindung ist jedoch darauf nicht begrenzt und kann auch zur Herstellung eines Werkstücks verwendet werden,
welches wenigstens einen teilweise geschlossenen Hohlraum aufweist, dessen Herstellung normalerweise den Einsatz eines
Kerns erfordern würde. Erfindungsgemäß wird das ursprüngliche Modell mit seinen Eingüssen und Steigern dann nicht
in der Form des gewünschten fertigen Werkstücks hergestellt. Statt dessen erhält das Modell die Form eines Übergangsgußstückes bzw. Zwischengußstückes mit Wänden, welche eine
geeignete Schrägung haben, um die Benutzung eines Kerns zu vermeiden. Das so geformte Zwischengußstück wird dann erneut
auf den plastischen Zustand über der oberen kritischen Temperatur erwärmt und darauf eine ausreichend lange Zeit
für die Homogenisierung gehalten. Während sich das Zwischengußstück
noch im plastischen Zustand und in der Nähe der Standtemperatur befindet, wird es in einem Satz von Gesenken
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für das Abscheren der Eingüsse und Steiger angeordnet,
wobei der Gesenksatz gegenüberliegende Formungsflächen hat, die denen der gewünschten, nach oben und nach unten
weisenden Flächen des fertigen Werkstücks entsprechen. Die gegenüberliegenden Gesenkflächen werden zusammengebracht,
so daß sie auf das Zwischengußstück so wirken, daß dessen Wände nach innen unter Bildung von wenigstens einem teilweise
geschlossenen Hohlraum verformt werden. Die Gesenke werden zurückgezogen und das Gußstück kann sich mit einer
gesteuerten Geschwindigkeit abkühlen. Ein Werkstück mit. einem teilweise geschlossenen Hohlraum in der Zwischenform
ist beispielsweise in den Figuren 17 bis 19 und in der Endform in den Figuren 22 bis 2k gezeigt. Um eine doppelte
Darstellung zu vermeiden, soll davon ausgegangen werden, daß in den Figuren 17 bis 19 sowohl das Übergangsgußstück
bzw. das Zwischengußstück sowie das Modell gezeigt ist, welches zur Herstellung des Gußstückes benutzt wird.
Das Werkstück 12o in der Zwischenform hat eine Rinnenform
mit Seitenwänden 121, 122, die mit einer entsprechenden Schrägung für das Gießen versehen sind und die zwischen sich
einen rinnenfÖrmigen, nach oben offenen Hohlraum 123 De~
grenzen. Die Wände 121 und 122 verjüngen sich in der vertikalen
Abmessung, wie dies aus Fig. 18 zu ersehen ist. Die Spitze 124 des Teils ist "spatenförmig". An dem gegenüberliegenden
dickeren Ende ist ein Einguß 125 mit einem Steiger 126 vorgesehen.
Unter Verwendung eines Modells der in den Figuren 17 bis gezeigten Gestalt wird eine Form hergestellt und das Gußstück
auf übliche Weise geformt. Da der Hohlraum 123, obwohl er durch hochstehende Wände begrenzt ist, über der Trennfuge
Pl offen ist, ist kein Kern erforderlich, so daß das Gießen
auf übliche Weise erfolgen kann. Wenn das so gebildete Gußstück abgekühlt worden ist, erhält man, wie vorstehend
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beschrieben, einen nicht homogenen dendritischen Kornaufbau. Das Zwischengußstück wird dann erneut auf einen
plastischen Zustand über der oberen kritischen Temperatur erhitzt und darauf gehalten, bis die Homogenisierung eintritt.
Während sich das Gußstück noch im plastischen Zustand und in der Nähe der Standtemperatur befindet, wird es
in einen Satz von Gesenken eingebracht, welche eine Scherkante I28 (Fig. l8) zum Abschneiden des Eingusses und des
Steigers haben. Zu dieser Zeit werden die Scherflächen auch dazu verwendet, alle Trennfugengrate zu entfernen, wie dies
bereits beschrieben wurde. Während sich das Zwischengußstück im plastischen Zustand befindet, wird es, wie in
Fig. 2o zu sehen ist, zwischen den teilweise gezeigten Formungsgesenken 13o mit einem Untergesenk 13I und einem
Obergesenk I32 angeordnet. Das Obergesenk hat eine Formungsfläche 133, die sich von der Gestalt des Zwischengußstücks
unterscheidet, die jedoch der Form des fertiggestellten
Gußstückes entspricht. Zwischen den Gesenken I3I, 132 ist
ein Dorn 135 mit einer vorspringenden Leiste I36 angeordnet.
Wenn die Gesenke zusammengebracht werden, wie dies in Fig. gezeigt ist, kommt der Vorsprung 133 an dem Obergesenk
formend mit der Wand 122 des Zwischengußstückes in Eingriff, wodurch das plastische Material, aus dem die Wand besteht,
seitlich verschoben wird und in den Raum fließt, der von der
Oberseite 133 und der unteren Leistenfläche I36 gebildet
wird. Die oberen Kanten der Wände des Zwischengußstückes werden gemeinsam nach innen verformt, so daß der Hohlraum
anstelle einer Öffnung auf der Oberseite teilweise umschlossen wird. Das Ergebnis ist die Herstellung des in den Figuren
bis 2k gezeigten Werkstückes, welches sich von der Form des für seine Herstellung benutzten Modells unterscheidet und
sich dadurch auszeichnet, daß es einen teilweise umschlossenen Hohlraum hat, der normalerweise die Verwendung
eines Kerns erfordert. Die Erfindung kann somit für die wirtschaftliche
Herstellung eines gegossenen Werkstückes verwendet
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werden, welches auf die übliche Weise nicht gegossen werden kann und welches wegen des teilweisen Abschlusses die Verwendung
eines Kerns erfordern würde. Darüber hinaus kann das erhaltene Werkstück infolge der Herstellung durch Gießen und
durch Verwendung extrem einfacher Formgesenke, wie sie in den Figuren 2o und 21 gezeigt werden, erheblich billiger als
ein Schmiedestück und mit beträchtlich verringerten Gesenkkosten hergestellt werden.
Wenn die Gesenke ihren Hub abgeschlossen haben, werden die
Gesenke geöffnet, der Dorn in Längsrichtung zurückgezogen
und das Gußstück entfernt, das sich mit einer gesteuerten Geschwindigkeit abkühlen kann.
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Claims (1)
- 2454973PATENTANSPRÜCHE1. Verfahren zur Herstellung von keine Nachbearbeitung erfordernden Stahlgußstücken mit seitlichen Flächen sowie nach oben und nach unten weisenden Flächen, dadurch gekennzeichnet, daß ein Modell hergestellt wird, bei welchem sich die Eingüsse seitlich von den Seitenflächen weg erstrecken, in dem Bereich der Formtrennfuge liegen und die nach oben und nach unten "weisenden Flächen frei von äußeren Vorsprüngen in der Form von Eingüssen oder dergleichen sind, daß unter Verwendung des Modells eine Form hergestellt wird, daß in die Form Stahlschmelze gegossen wird, daß sich das so gebildete Gußstück abkühlen kann, wodurch man eine nicht homogene gegossene Gießstruktur erhält, daß das Gußstück wieder auf einen plastischen Zustand über der oberen Umwandlungstemperatur erwärmt und auf dieser Temperatur ausreichend lang für die Homogenisierung gehalten wird, so daß die durch das Gießen erhaltene Kornstruktur in eine homogene austenitische Struktur umgewandelt wird, daß, während sich das Gußstück noch im plastischen Zustand und in der Nähe der Standtemperatur befindet, es in einen Satz von Gesenken eingebracht wird, die gegenüberliegende Formungsflächen haben, die ausgewählten Flächen der nach oben und nach unten weisenden Oberflächen des Gußstücks entsprechen, und die zusammenwirkende Scherkanten haben, die in den Seitenflächen liegen, daß die Gesenke für das Abscheren der Eingüsse sowie irgendwelcher beim Gießen gebildeten Trennfugengrate bündig mit den Seitenflächen und für ein formendes Angreifen an der nach oben und nach unten weisenden Fläche zusammengebracht werden und daß abschließend das Gußstück mit einer gesteuerten Geschwindigkeit abgekühlt wird.509829/02122. Verfahren nach Anspruch I1 dadurch gekennzeichnet, daßa) die formgebenden Flächen an den Gesenken mit den entsprechenden Flächen an dem Gußstück in Eingriff gebracht werden,b) die Scherkanten mit dem Gußstück in Schereingriff gebracht werden, -c) die formenden Flächen an den Gesenken mit einer Spitzenkraft auf das Gußstück gedrückt werden,d) die Scherkanten völlig vom dem Gußstück zurückgezogen werden unde) die formenden Flächen völlig zurückgezogen werden, worauf das fertiggestellte Gußstück entfernt und mit gesteuerter Geschwindigkeit abgekühlt wird.3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Modell eine Vielzahl von verbundenen Einheiten und die sich ergebende Form eine Vielzahl von Gußhohlräumen aufweist, welche eine Vielzahl von Gußstückeinheiten begrenzen, die einander verbindende Eingüsse und Gießkanäle haben, und daß die entsprechenden Sätze von abscherenden und formenden Gesenken gleichzeitig betätigt werden, so daß die einheitlichen Gußstücke einzeln von den Eingüssen und Gießkanälen, welche sie verbinden, abgetrennt werden.50 9 829/02124. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Scherkanten seitlich voneinander einen. Abstand haben, der die thermische Expansion des Gußstückes bei der Standtemperatur berücksichtigt, so daß bei der anschließenden Kontraktion des Gußstückes infolge der Abkühlung die Seitenflächen des Gußstücks zueinander einen genauen Abstand haben;5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Modell hergestellt wird, bei welchem sich die Eingüsse seitlich von den Seitenflächen weg erstrecken, im Bereich der Formtrennfuge liegen und die nach oben und nach unten weisenden Flächen frei von äußeren Vorsprüngen in Form von Eingüssen oder dergleichen sind, daß eine das Modell nutzende Form hergestellt wird, daß in die Form Stahlschmelze gegossen wird, daß das so gebildete Gußstück abgekühlt wird, so daß man eine nicht homogene Kornstruktur wie gegossen erhält, daß das Gußstück wieder auf den plastischen Zustand über der oberen Umwandlungstemperatur erhitzt und auf dieser Temperatur ausreichend lang für eine Homogenisierung gehalten wird, so daß die Kornstruktur wie gegossen in eine homogene austenitische Struktur umgewandelt wird, daß dann, während das Gußstück sich noch im plastischen Zustand und in der Nähe der Standtemperatur befindet, es in einem Satz von Gesenken plaziert wird, welche zusammenwirkende Scherkanten haben, die an den Seitenflächen angeordnet sind, daß die Gesenke zum Abscheren der Eingüsse sowie irgendwelcher beim Gießen gebildeter Trennfugengrate bündig mit den Seitenflächen abgeschert werden und daß abschließend das Gußstück mit einer gesteuerten Geschwindigkeit abgekühlt wird.S09829/021 26. Verfahren nach Anspruch 5» dadurch gekennzeichnet, daß das Gußstück, während es sich im plastischen Zustand und in der Nähe der Standtemperatur befindet, in einen Satz von Gesenken mit formenden Flächen eingebracht wird, wobei gegenüberliegende Seiten des Gußstückes eine (maßlich) kritische Stärkenabmessung haben, und daß die Gesenke auf eine im Abstand genau bemessene untere Stellung gebracht werden, um die Stärkenabmessung gleichzeitig mit dem Abscheren der Eingüsse und Grate zu erreichen.7. Verfahren nach Anspruch 5 öder 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Gußstück, während es sich im elastischen Zustand und nahe bei der Standtemperatur befindet , in einen Satz von Gesenken eingebracht wird, die gegenüberliegende LochungseJ.emente haben, und daß dann die Gesenke zusammengebracht werden, so daß das Gußstück gleichzeitig mit dem Abscheren der Eingüsse und Grate gelocht wird.8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Gußstück, während es sich im plastischen Zustand und in der Nähe der Standtemperatur befindet, in einen Satz von Gesenken eingebracht wird, die gegenüberliegende Prägeflächen haben,» welche gegenüber ausgewählten Oberflächen des Gußstückes angeordnet sind, daß der Weg einer Prägefläche bezüglich der anderen begrenzt wird, wenn die Gesenke zusammenkommen, so daß die Prägeflächen bei einem festgelegten Abstand ihre untere Stellung erreichen, die gleich der gewünschten abschließenden Trennung der ausgewählten Flächen des Gußstückes vergrößert um einen Betrag ist, der den Ausdehnungszustand des Gußstücks bei der Standtemperatur berücksichtigt, wodurch bei der darauffolgenden Kontraktion des Gußstücks infolge des Abkühlens die ausgewählten Oberflächen zueinander einen genauen Abstand haben·509829/0 2129. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Modell angefertigt wird, bei welchem sich die Eingüsse seitlich von den Seitenflächen weg erstrecken, im Bereich der Formtrennfuge liegen und die nach oben und nach unten weisenden Flächen frei von äußeren Vorsprüngen in Form von Eingüssen oder dergleichen sind, daß unter Verwendung des Modells eine Form hergestellt wird, daß in die Form Stahlschmelze gegossen wird, daß das so geformte Gußstück abgekühlt wird, so daß man eine nicht homogene Kornstruktur wie gegossen erhält, daß das Gußstück wieder auf den plastischen Zustand über der oberen kritischen Temperatur erhitzt und bei dieser Temperatur ausreichend lang für eine Homogenisierung gehalten wird, so daß die Kornstruktur wie gegossen in eine homogene austentitische Struktur umgewandelt wird, daß, während das Gußstück sich noch im plastischen Zustand und in der Nähe der Standtemperatur befindet, es zwischen einem Satz von Gesenken palziert wird, die formende Oberflächen haben, welche ausgewählten Flächen der nach oben und nach unten weisenden Flächen des Werkstücks entsprechen, und die zusammenwirkende Scherkanten haben, die an den Seitenflächen angeordnet sind, wobei die formenden Flächen in festem Eingriff mit dem Gußstück für dessen Lagefixierung vorwärtsbewegt werden, die zusammenwirkenden Scherkanten für das Abscheren der Eingüsse sowie irgendwelcher beim Gießen gebildeter Trennfugengrate von den Seitenflächen bündig mit den Seitenflächen vorwärtsbewegt werden und anschließend die formenden Flächen zunehmend bis zu einem abschliessenden unteren, genau bemessenen Zustand bewegt werden, was von der Erzeugung eines Spitzendrucks an den formenden Flächen begleitet wird, der ausreicht, um die Flächen in die gewünschte Form- und Stärkenabmessung plastisch zu verformen, und daß anschließend das Gußstück mit einer gesteuerten Geschwindigkeit abgekühlt wird.5 09829/0212lo. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Gußstück einen wenigstens teilweise umschlossenen Hohlraum mit einer gewünschten Innenabmessung hat, dadurch gekennzeichnet, daß ein Modell mit einer oben offenen Rinnenform mit einer Abschrägung hergestellt wird, bei welchem sich der Einguß seitlich weg von den Seitenflächen im Bereich der Formtrennfuge erstreckt, daß unter Verwendung des Modells eine Form hergestellt wird, daß Stahl in die Form eingegossen wird, um ein vorläufiges Gußstück zu bilden, daß das so gebildete Gußstück abgekühlt wird, um eine nicht homogene Kornstruktur wie gegossen zu erhalten, daß das vorläufige Gußstück auf einen plastischen Zustand über der oberen kritischen Temperatur erhitzt und auf dieser Temperatur ausreichend lang für die Homogenisierung gehalten wird, so daß die Kornstruktur wie gegossen in eine homogene austenitische Struktur umgewandelt wird, daß, während sich das Gußstück in einem plastischen Zustand und in der Nähe der Standtemperatur befindet, der Einguß abgeschnitten wird und das vorläufige Gußstück in einen Satz von Gesenken eingebracht wird, die gegenüberliegende formende Flächen haben, welche den gewünschten, nach oben und nach unten weisenden Flächen des fertiggestellten Gußstückes entsprechen, daß die Fomren in einem genau beabstandeten unteren Zustand zusammengebracht werden, wobei ein Dorn mit der gewünschten Innenabmessung an der Basis der Rinne sitzt, um die Wände der Rinne nach innen auf dem Dorn zu verformen, um ein fertiges Gußstück zu erhalten und um einen umschlossenen Hohlraum zu bilden, und die Gesenke und der Dorn zurückgezogen werden, und daß abschließend das Gußstück bei einer gesteuerten Geschwindigkeit abgekühlt wird.509829/021211. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Gußstück wenigstens einen teilweise umschlossenen Hohlraum hat, dessen Herstellung normalerweise einen Kern erfordern würde, dadurch gekennzeichnet, daß ein Modell hergestellt wird, welche sich wesentlich von der gewünschten Form des fertigen Gußstücks unterscheidet und bei welchem der Hohlraum offen und von nach oben stehenden Wänden begrenzt ist, die eine ausreichende Abschrägung*haben, damit ein Kern entfallen kann, wobei sich ein Einguß seitlich von den Seitenflächen im Bereich der Formtrennfuge erstreckt, daß unter Verwendung des Modells eine Form hergestellt wird, daß Stahlschmelze in die Form gegossen wird, um ein Zwischengußstück in der Form des Modells zu erhalten, daß das so erhaltene Gußstück abgekühlt wird, um eine nicht homogene Kornstruktur wie gegossen zu erhalten, daß das Zwischengußstück auf einen plastischen Zustand über der oberen kritischen Temperatur erhitzt und auf dieser Temperatur ausreichend lang für eine Homogenisierung gehalten wird, so daß die Kornstruktur wie gegossen in eine homogene a-ustenitische Struktur umgewandelt wird, daß das Zwischengußstück, während es sich noch in einem plastischen Zustand und in der Nähe der Standtemperatur befindet, in einen Satz von Gesenken eingebracht wird, welche zusammenwirkende Scherkanten zum Abscheren des Eingusses und gegenüberliegende formende Flächen haben, die den nach oben und nach unten weisenden Flächen des fertiggestellten Gußstückes entsprechen, daß die Gesenkstücke zum Abscheren des Eingusses und in einem genau beabstandeten unteren Zustand zusammengebracht werden, um die Wände nach innen zu verformen, um so den umschlossenen Hohlraum zu bilden, daß die Gesenke* engl. "draft"509829/0 212zurückgezogen werden und daß abschließend das
Gußstück mit einer gesteuerten Geschwindigkeit
abgekühlt wird.12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Satz von Gesenken zwei Paare von Gesenken hat, wobei das erste Paar zusammenwirkende Scherkanten und das zweite Paar gegenüberliegende Formflächen haben.509829/0212
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