DE2326408C3 - Verfahren zum Erzeugen von Schrägen an Schlitzkanten von Hubkolbenmaschinen-Zylindern - Google Patents
Verfahren zum Erzeugen von Schrägen an Schlitzkanten von Hubkolbenmaschinen-ZylindernInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Bei Hubkftuienmaschinen, deren Zylinder von den
Hubkolben gesteuerte Schütze aufweisen, werden diese
während des Kolbenhubs auch von Kolbenringen iberstnchen. Diese Kolbenringe sind beim Erreichen
eines Schlitzes infolge ihrer federnden Spannung bestrebt, sich in dem vom Schlitz eingenommenen
Umfangsbereich radial nach außen in den Schlitz hinein
auszudehnen. Beim Verlassen des Schlitzes müssen sich die nach außen ausgeweiteten Kolbenringe wieder auf
das Maß der Zylinderbohrungen radial nach innen verlagern. Wegen dieser Radialbewegungen der Kolbenringe werden die Schlitzkanten an den Bohrungswänden der Zylinder zur Schaffung von Gleitflächen
abgeschrägt
Es ist bekannt, bei einem Zylinder aus Leichtmetall, wie
er beispielsweise bei Motoren für ^weiradkraftfahrzeuge eingesetzt wird, nach dem Feinbohren der Zylinderkohrung in dem Leichtmetall-Grundkörper die Schlitzkanten von Hand abzuschrägen und erst danach die
Wand der Zylinderbohrung mit einem galvanischen Überzug aus Hartchrom, Nikasil od. dgl. zu versehen,
der die Lauffläche für den Kolben bildet. Infolge der vor
dem Beschichten erzeugten Gestaltung des Leichtmetall-Grundkörpers ergibt sich beim galvanischen Beschichten ein nicht oder nur unwesentlich verstärkter
Niederschlag an den Schlitzkanten, so daß ein erneutes gesondertes Materialabtragen in diesem Bereich nicht
erforderlich und die Zylinderlauffläche nur noch zu honen ist. Da das Entgraten des Leichtmetall-Grundkörpers manuell durchgeführt wird, ist es verhältnismäßig teuer und hat wegen der nicht zu vermeidenden
Ungleichmäßigkeiten Schwankungen und Streuungen im Kantenverlauf und in der Kantenneigung zur Folge.
Insbesondere bei schnellaufenden Brennkraftmaschinen wirken sich (Jngenauigkeiten in der Steuerkantenhöhe
nachteilig aus.
Wegen der Unwirtschaftlichkeit und (Jngenauigkeit
dieses Verfahrens wurde versucht das manuelle Abtragen von Leichtmetall durch ein elektrochemisches
Abtragen zu ersetzen, das sich an anderer Stelle auch turn Entgraten von Aluminiumteilen bereits bewährt
hatte (Werkstatt und Betrieb, 96. Jahrgang 1963, Heft 12
S. 868, 869). Diese Versuche konnten jedoch nicht befriedigen, weil sich wegen der heterogenen Struktur
der Leichtmetallegierungen beim elektrochemischen Abtragen eine unregelmäßige Oberfläche ausbildet, die
beim nachfolgenden Galvanisieren zu einem ungleichmäßigen Niederschlag führt, so daß entweder eine
Nachbearbeitung der Schlitzkanten erforderlich iot oder diese den hohen Anforderungen nicht genügen, die
insbesondere bei Hochleistungs-Brennkraftmaschinen
an die Schlitzkanten gestellt werden müssen.
Es ist zwar bekannt, bei der Herstellung von Zylindern von Hubkolbenmaschinen nach dem elektrolytischcn Aufbringen einer die Lauffläche für den
Kolben bildenden Chromschicht während einer gewissen Zeit die Stromrichtung umzukehren, so daß eine
ίο gewissen Menge Chrom aus der Oberflächenschicht
heraustritt und diese mit feinen Rissen und Spalten durchsetzt wird, damit die Oberfläche, mit welcher der
Kolben in Berührung kommt, in gewissem Maße aufgerauht wird und imstande ist, Schmieröl aufzuneh-
is men. wodurch ein Fressen vermieden werden soll
(DE-PS 7 58 779). Weiter ist es bekannt, bei der Herstellung von Gehäusen von Kreiskolbenmaschinen
sich beim galvanischen Beschichten infolge der bekannten Konzentration des elektrischen Feldes εη Kanten
von Zündkerzenbohrungen ausbildende Wulste aus Beschichtungsmaterial elektrolytisch abzutragen, also
die Oberfläche des galvanischen Überruges zu egalisieren. Demgegenüber geht es beim Anmeldungsgegenstand nicht um die bloße Entfernung überschüssigen
Beschichtungsmaterials sondern um die Herstellung definierter Kantenschrägen, und der Stand der Technik
ergibt keinen Hinweis, daß hierbei auf die bisher für notwendig erachte .ε Entgratung vor dem Beschichten
erfindungsgemäß verzichtet werden könnte.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1
anzugeben, das es gestattet Schlitzkantenschrägen in besonders wirtschaftlicher Weise und mit großer
Gleichmäßigkeit und hoher Maß- und Formgenauigkeit
herzustellen.
Die Lösung dieser Aufgabe ist im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegeben.
Nach der Erfindung wird unter Abkehr von den bisherigen Vorstellungen vor dem Beschichten nicht
entgratet Die Schlitzkanten des ?ylindergrundkörpers
bleiben vor dem Beschichten in der sich beim Feinbohren ergebenden scharfkantigen Form. Ein sich
beim Galvanisieren ergebender verstärkter Niederschlag an den Schlitzkanten, also an den Stellen, an
denen beim fertig bearbeiteten Zylinder die erwünschten Schrägen vorhanden sein sollen, wird in Kauf
genommen. Die Erfindung wendet sich damit gegen das bisherige Bemühen, beim Galvanisieren einen verstärkten Niederschlag an den Schlitzkanten zu unterbinden.
Das überschüssige Material wird beim elektrochemischen Formentgraten, das gemäß der Erfindung erst
nach dem Beschichten durchgeführt wird, wieder abgetragen. Der Abtrag beschränkt sich im wesentlichen auf galvanisch aufgetragenes Material. Die in
diesem erzeugten Schrägen reichen zur Kolbenringführung im allgemeinen aus. Ein Abtragen auch von
Material des Zylindergrundkörpers ist möglich, aber unschädlich, weil einerseits dieses nach dem Beschichten
erfolgende Abtragen allenfalls Material des Zylinder
grundkörpers im unmittelbaren Bereich der scharfen
Kante erfaßt so daß nur wenig von diesem Matenal abgetragen wird und sich daher keine wesentlich
unregelmäßige Oberfläche ausbilden kann, und andererseits sich eventuell im Grundkörpermaterial ausbilden-
de Oberflächen-Unregelmäßigkeiten sich wegen der größeren radialen Entfernung von der Zylinderachse
nicht nachteilig auf die Kolbenringführung auswirken können. Trotz des erhöhten Umsatzes von Beschich-
tungsmaterial wird du/-!· die Erfindung ein wesentlicher
Fortschritt erzielt, weil nämlich nunmehr nicht mehr von Hand entgratet werden muß, sondern Schrägen
maschinell erzeugt werden können. Die Erfindurg ermöglicht, Schlitzkantenschrägen sehr wirtschaftlich
und außerdem mit großer Form- und Maßgenauigkeit zu erzeugen, was eine hohe LeistungsausLcuie der
Hubkolbenmaschinen zur Folge hat Für die Serienfertigung
ist die große Gleichmäßigkeit, die mit der Erfindung erzielbar ist, von wesentlicher Bedeutung, da
sie ermöglicht, Fertigungstoleranzen bei den Serienprodukufit
verhindern. Darüber hinaus wirkt sich die Erfindung verschleißmindernd aus, weil sie eine
günstige Gestaltung der Gleitschrägen mit allmählichem Übergang an den Schlitzkanten ermöglicht.
Eine Ausgestaltung der Erfindung ist im Anspruch 2 angegeben. Diese ermöglicht eine weitere Herabsetzung
der Toleranzen und damit eine Vergleichmäßigung der Serienfertigung.
Anhand der Zeichnung ist die Erfindung an einem Beispiel weiter erläutert Es zeigt in schematischer
Darstellung
Fig. 1 einen Zylinder mit Kolben in einem Axialschnitt
F i g. 2 den Schnitt nach der Linie H-H in F i g. 1 und
F i g. 3 eine Einzelheit aus F i g. 1 in größerem Maßstab.
Ein Zylinder 1 einer Zweitakt-Hubkolben-Brennkraftmaschine, der luft- oder flüssigkeitsgekühlt sein
kann, weist einen Einlaßkanal 2, Oberströmkanäle 3,4,5
und einen Auslaßkanal 6 auf. Die Kanäle münden in eine Zylinderbohrung 7, in der ein Kolben 8 angeordnet ist
der mit einem Pleuel 9 verbunden ist und Kolbenringe IO trägt Während des Kolbenhubs überstreichen die
Kolbenringe 10 die als Schlitze bezeichneten Kanalmundunger·,
wobei sie in dem jeweiligen Umfangsbereich Radialbewegungen ausführen.
Die Gestaltung der S^hltukanien ist in Fig.3
verdeutlicht Die Wand 11 des aus eiücr Leicht.metallegit-rung
bestehenden Zylindergrundkörpers war nach dem Feinbohren an den Schlitzkanten scharfkantig
abgebildet Ohne weitere Bearbeitung der Schliu kanten
wurde die Wand 11 des Zylindergrundkörpers durch Galvanisieren mit einer Hartchromschicht 12 verseilen,
ίο die eine Dicke von etwa 0,08 mm erreichte. Nach dem
Beschichten und eventuell einem Vorhonen wurden an den Schlitzkanten die für die Führung der Kolbenringe
10 erforderlichen Schrägen 13 durch elektrochemisches Formentgraten angebracht Dabei wurde an den
Schlitzkanten die Hartchromschicht 12 derart abgetragen, daß sich ein allmählicher Übergang ausbildete, in
Fig.3 ist gezeigt, daß daneben auch Material des Zylindergrundkörpers in geringfügigem Maße abgetragen
wurde, so daß auch die Wand 11 des Zyiindergrundkörpers
an den Schlitzkanten abgerundet ist, und zwar in unmittelbarem Anschluß an die Schrägenbereiche der
Hartchromschicht 12.
In Abweichung von dem Beispiel nach Fig.3 kann
bei geringerer Intensität des Abtragens erreicht werden, daß die scharfkantige Ausbildung der Wand 11 des
Zylindergrundkörpers erhalten bleibt In diesem Fall beschränkt sich die Ausbildung der Schrägen auf das
galvanisch aufgetragene Beschichiungsmaterial, das sich beim Galvanisieren nicht nur auf der feingebohrten
3t> zylindrischen Oberfläche der Wand 11, sondern in
abgeschwächtem Maße auch in den der Zylinderbohrung benachbarten Bereichen der Kanalwände auf
diesen niederschlägt und beim elektrochemischen Formentgraten auch in diesen Bereichen entsprechend
abgetragen wird.
Claims (2)
1. Verfahren zum Erzeugen von Schrägen an Schlitzkanten von beschichteten Zylinderwandungen von Zylindern von Hubkolbenmaschinen, insbesondere Zweitakt-Hubkolben-Brennkraftmaschinen, dadurch gekennzeichnet, daß unmittelbar nach dem Feinbohren beschichtet und nach dem Beschichten
elektrochemisch formentgratet wird
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das elektrochemische Formentgraten
nach einem dem Beschichten folgenden Vorhonen durchgeführt wird.
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