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Verfahren zur Katalyse unter Verwendung von löslichen Metallverbindungen
syntlletiseher Polymerer Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Katalyse,, bei
dem Metailverbindungen Synthetischer, löslicher Polymerer als Katalysatoren verwendet
werden Es ist bekannt, daß Metallkomplexe mit niedermolekularen Liganden zur Katalyse
in homogener Lösung Verwendung finden können. Diese homogenen Katalysatoren zeigen
gegenüber den heterogenen Katalyse satoren oft Vorteile in Selektivität und Reaktivität.
Es hat sich jedoch gezeigt, daß bei der Übertragung dieses Verfahrens in den technischen
Maßstab Schwierigkeiten dadurch auftreten, daß die Trennung von niedermolekularen
Reaktionsprodukten und niedermolekularem Katalysator nur mit größerem Aufwand oder
mit Verlusten an Katalysator vorgenommen werden kann und dadurch eine kontinuierliche
Reaktionsführung schwer möglich ist. Bei der Übertragung der homogenen Katalysatoren
in den technischen Maßstab mußte man daher dazu übergehen, die homogenen Katalysatoren
zu heterogenisieren, d. h. die homogenen Katalyse toren an Oberflächen aus anorganischen
oder organischen Materialien zu fixieren und dadurch im Reaktionsmedium unlöslich
zu machen. Hierdurch werden die geschilderten besonderen Vorteile homogener Katalysatoren
zum überwiegenden Teil aufgehoben.
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Es wurde nun gefunden, daß die Schwierigkeiten umgangen werden können,
wenn als Katalysatoren lösliche Metallverbindungen von makromolekularen Verbindungen,
die metallbindende Gruppierungen enthalten, benutzt werden. Je nach der Grundstruktur
der, polymeren Metallverbindung erhält man in allen für die Katalyse in Lösung gebräuchlichen
Lösungsmitteln lösliche Katalysatoren, Die Abtrennung der löslichen, polymeren Katalysatoren
von niedermolekularen Ausgangsprodukten und Syntheseprodukten der mit Hilfe dieser
Katalysatoren durchgeführten fleaktion kann sowohl diskontinuierlich als auch kontinuierlich
in üblicher~Weise geschehen eignet erwiesen haben sich unter anderen Verfahren z.
B. die Membranfiliration oder die
Dialyse. Unter Bewahrung der Vorteile
der homogenen Reaktion werden auf Grund der Molekulargewichtsdifferenz zwischen
polymerem, löslichem Metallkatalysator und niedermolekularen Ausgangs- und Syntheseprodukten
die Trennprobleme vereinfacht und eine kontinuierliche Reaktionsführung mit homogenen,
polymeren Katalysatoren ermöglicht.
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Gleichzeitig ist durch die Wahl des Polymerengertistes, des oder der
daran verankerten metallbindenden funktionellen Liganden und des Metalls oder Metallions
die Selektivität und Reaktivität des Katalysators sehr stark zu verändern.
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Gegenstand der Erfindung ist somit ein allgemeines Verfahren zur Katalyse
von Reaktionen mit Hilfe von löslichen Katalysatoren, das dadurch gekennzeichnet.
ist, daß die Katalysatoren aus Polymeren mit.metallbindenen Funktionen und Metallen
bzw. Metallionen dargestellt werden, die katalysierte Reaktionen'in homogener Lösung
ausgefflhztwird und die hochmolekularen Katalysatoren von niedermolekularen Reaktionsprodukten,
Nebenprodukten und unumgesetzten Ausgangsprodukten in an sich bekannter Weise abgetrennt
werden.
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Gegenstand der Erfindung ist ferner die Verwendungvon in Wasser, organischen
Lösungsmitteln oder Lösungsmittelgemisehen löslichen synthetischen polymeren Metallverbindungen
als Katalysatoren.
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Das erfindungsgemäße Verfahren kann zur homogenen Katalyse jeder Art
von Reaktion benutzt werden. Beispielsweise können Additionen an Mehrfachbindungen,
wie Hydrie rungen, Hydroformylierungen, Hydros ilylie rungen ausgeführt werden unter
Verwendung von polymeren Metallkomplexen mit Übergangsmetallen, insbesondere der
8. Nebengruppe. Desgleichen können katalytisch Sauerstoff übertragen und Oxydationsreaktionen
ausgeführt werden, z. B. die Überführung von Alkenen zu Carbonylverbindungen, Mit
löslichen polymeren Metallverbindungen können auch basen-und säurekatalysierte Reaktionen
ausgeführt werden, wofür auch Metallkomplexe mit Hauptgruppenelemerten geeignet
sind. Die polymeren, metallhaltigen, löslichen Katalysatoren sind auch für Cyclisierungs
reaktionen, Carbonylierungen ~~~
und Reduktionen geeignet. Im Prinzip
läßt sich jede bisher bekannte homogene Katalyse auch mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren ausführen.
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Die erfindungsgemäß zu-verwendenden löslichen, makromolekularen Metallverbindungen
werden gewöhnlich durch Polymerisation, Polykondensation oder Polyaddition hergestellt;
dabei können die Metallionen bindenden Gruppen oder die Metallverbindungen schon
in den Grundbäusteinen der makromolekularen Substanz vorliegen, oder die metallbindenden
Gruppierungen und die Metallionen werden im Anschluß an die Verknüpfung der Grundbausteine
in das makromolekulare Gerüst eingeführt.
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Bevorzugte makromolekulare Metallverbindungen für das Verfahren nach
der Erfindung sind, zum Beispiel solche auf der Basis von Polyvinylalkoholen, Polyvinyläthern,
Polyvinylaminen, Polyvinylestern, Polyvinyipyrrolidonen, Polyacryls äure, Polymethacryls
äuren, Polyamiden, Polystyrolen, Polyvinylchloriden, Polyäthylenglykolen, Polypropylenglykolen,
Polyäthyleniminen oder Polyurethanen ableitet. Auch hochmolekulare Substanzen auf
der Basis von Mischpolymerisaten bzw.
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Mischkondensaten der entsprechenden Monomeren untereinander oder mit
anderen Grundbausteinen können verwendet werden, wie beispielsweise Polyvinylacetat
mit Polyvinylpyrrolidon oder Copolymere aus Äthylen und Maleinsäureånhydrid.
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Die als Katalysatoren nach dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendeten
löslichen, - makromolekularen Metallkomplexe werden nach den üblichen Polymerisations-,
Polykondens at ions - oder Polyadditionsverfahren hergestellt und die Metallionen
in Üblicher Weise eingeführt.
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Diese Verfahren werden vorzugsweise unter solchen Bedingungen durchgeführt,
daß makromolekulare Substanzen mit nicht zu weit, zum Beispiel über mehr als eine
Zehnerpotenz streuendem Molekulargewicht gebildet werden. Bei der Verwendung von
makromolekularen Metallkomplexen mit weit streuendem Molekulargewicht ist ein dem
Trennverfahren angepaßter zusätzlicher Klas s ierungs s chritt notwendig.
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Die Molekulargewichte sind in einem weiten Bereich primär insofern
von Bedeutung als sie die Löslichkeit beeinflussen. Vorzugsweise werden für das
erfindungsgemäße Verfahren makromolekulare Metallkomplexe verwendet, von denen sich
wenigstens 0, 1 g in einem Liter des für die zu katalysierende Reaktion benutzten
Lösungsmittels oder Lösungsmittelgemisches lösen.
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Die untere Grenze des Molekulargewichts der als Katalysator verwendeten
makromolekularen Metallverbindungen muß für das Verfahren nach der Erfindung so
hoch liegen, daß ein für die Trennung ausreichend deutr licher Molekulargewichtsunterschied
zwischen der hochmolekularen Metallverbindung und den Synthese- bzw. Ausgangsprodukten
der katalysierten Reaktion besteht. Bei der Synthese niedermolekularer Produkte
bis zu Molekulargewichten. von 1. 000 sollten die hochmolekularen Metallkomplexe
ein mittleres Molekulargewicht von mindestens 4. 000 besitzen.
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Eine kritische obere Grenze des Molekulargewichtes der erfindungsgemäßen
Katalysatoren kann nicht generell angegeben werden. Es hat sich jedoch gezeigt,
daß bei Reaktionen mit und zu niedermolekularen Substanzen die Verwendung von Metallkomplexen
mit Molekulargewichten über 1. 000. 000 keine Vorteile bringt. Wenn das resultierende
Reaktionsprodukt selbst wieder eine makromolekulare Verbindung ist, wie z. B.
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bei metallkatalys ie rt en Polyme ris at ionen, sind darüber hinausgehende
Molekulargewichte von Nutzen. Da Molekulargewicht und Vernetzungsgrad die katalytische
Wirkung der löslichen, hochmolekularen Metallkomplexe beeinflussen, sind bei jeder
Synthese diese Faktoren von Problem zu Problem optimierbar.
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Die Fixierung der Metallionen an die hochmolekularen, löslichen Verbini
ungen kann durch ionische, kovalente und /oder koordinative Bindung erfolgen. Als
metallbindende Funktion am Polymer kommen Sulfonsäure-,Carbonyl-, Carboxyl-, Amino-,
Imins~, Hydroxyl- und Mercaptogruppen in Frage. Auch hochmolekulare Komplexe, die
sich von bekannten chelatbildenden Reagenzien, wie -Aminosäuren, Hydroxamsäuren,
Salicylaldehyd, Aldiminen, 8~Hydroxychinolin, Pyridinaldehyd, Thioharnstoff,
Iminodiess
igs äure, Nitrilotriessigs äure, Äthylendiamintetraessigsäure ableiten, können erfindungsgemäß
als Katalysatoren Verwendung finden. Erfindungsgemäß sind auch - Komplexe mit unter
sättigten organischen Liganden, wie Olefine, Aromaten, Allylverbindungen sowie phosphorhaltigen
Liganden Katalysatoren für das erfindungsgemäße Verfahren, Die Metallionen bindenden
Gruppierungen sind mit dem makromolekuiaren Gerüst durch kovalente Bindungen, insbesondere
durch C-C-, C-O-, C-N-, C-S oder C-P-Bindungen verbunden.
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Die folgenden Teilstrukturen sind Beispiele für wiederkehrende Einheiten
in den als Katalysatoren dienenden löslichen makromolekularen Metallverbindungen
nach der Erfindung:
X = Halogenligand Me = Ti
| H H |
| 1 1 |
| Me = Rh, Pt, Pd, Co, Nis Ir" Ru, Cu, Ag, Au Hf-CH2-N-CH -C
ff-N- |
| ½ |
| X = Halogen-, CO-, Olefin- Liganden, Me123 |
Gruppe V und VI Donormoleküle Y = P, As, Sb, N R = Allyl- und/oder Arylrest Me =
Cu, Co, Ni, Pd, Pt, Rh
Me = Cu, Ni, Co
R = Halogen-, Alkoxoligand
Die zur Darstellung der löslichen, makromolekularen Metallkatalys ato ren verwendeten
Polymeren binden das Metallion durch mindestens eine funktionelle Gruppe des Polymeren,
während bei Komplexen die restlichen Koordinationsstellen bis zur maximalen Koordinationszahl
durch niedermolekulare Liganden, wie Kohlenmonoxid, Donormoleküle der Elemente der
5. und 6. Hauptgruppe des Periodensystems, Phosphine, Wasser, Cyanid, Halogene,
Olefine, Ammoniak, Amine abgesättigt werden. Die makromolekularen, metallhaltigen
Metallverbindungen können neutral, als Anion oder als Kation vorliegen.
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Zur Ausführung des erf1.rungsgernä(3en Ve rfabrens löst man in dem
für die Reaktion vorgesehenen Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch die als Katalysator
dienende makromolekulare Metallverbindung.
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Die Konzentration der Metallverbindung ist von der Reaktion und dem
Metallgehalt des Polymeren abhängig und daher nicht generell anzugeben. Es hat sich
aber erwiesen, daß höhere Konzentrationen als 10 % lösliche, polymere Metallverbindung
keine Vorteile ergeben, Kleinere Konzentrationen alsO, Ol So sind nur in Ausnahmefällen,
z. B. bei Polymeren mit hoher Metallbeladung gtmtig. Man kann die erfindungsgemäßen
löslichen polymeren Metallverbindungen ohne vorherige Reinisolierung vor der Reaktion
aus Metallsalzen oder Metallkomplexen und dem metallfreien Polymeren bereiten Hier
ist lediglich vor der Durchführung der Reaktion;oft ein Klassierungsschritt zur
Abtrennung niedermolekularer Ausgangs - oder Nebenprodukte notwendig, entsprechend
dem später angewandten Trennverfahren.
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Zu den Lösungen der erfindungsgemäßen polymeren Metallverbindungen
werden nun die bei der Reaktion benutzten Ausgangsprodukte kontinuierlich oder diskontinuierlich
zugefügt und die Reaktion durchgeführt.
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Reaktionsprodukt bzw. nicht umgesetztes Ausgangsprodukt und niedermolekulare
Nebenprodukte werden dann von der makromolekularen, löslichen Metallverbindung erfindungsgemäß
auf Grund der Mole kulargewichts unterschiede abgetrennt.
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Zur Abtrennung wird bevorzugt in an sich bekannter Weise die Membranfiltration
oder die Dialyse verwendet. Dabei werden die hochmolekularen Metallverbindungen
vom Filter zurückgehalten und so angereichert bzw. abgetrennt.
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Für die Dialyse oder die Membranfiltration werden handelsübliche Membranen
verwendet, deren Porengröße in Abhängigkeit vom Molekulargewicht der abzutrennenden
hochmolekularen Metallverbindung ausgewählt wird. So kann beispielsweise eine Membran,
die für Verbindungen mit einem Molekulargewicht unter 10. 000 durchh3sig ist, dazu
verwendet werden um gZöste hochmolekulare Metallverbindungen mit einem Molekulargewicht.
von über 20.000 quantitativ
und verlustlos zurückzuhalten, während
die niedermolekularen Reaktionsprodukte mit genügender Geschwindigkeit die Membranen
passieren. In kontinuierlicher Arbeitsweise wird der lösliche Katlysator in einem
Reaktionsgefäß gelöst, das mit einer Membran versehen ist. Entsprechend der R eaktionsgeschwindigkeit
und der Durchlässigkeit der Membran wird bei konstant gehaltenem Volumen in dem
Reaktionsgefäß eine gleich große Menge der Lösung der Reaktionsprodukte eingegeben
wie an Lösung durch die Membran abfließt, Werden Gase zur Reaktion benötigt, wie
beispielsweise bei Hydroformylierungen oder-Hydrierungen,wird im Gasraumvolumen
des Reaktionsgefäßes ein genügend hoher Druck der jeweilig notwendigen Reaktionsgase
eingehalten oder das Gas in die Lösung eingeleitet.
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Die Abtrennung der Reaktionsprodukte vom makromolekularen löslichen
Katalysator kann aber auch durch Chromatographie, z. B.
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Gel-Chromatographie oder Ausfällen erfolgen, Die makromolekulare lösliche
Metallverbindung kann nach der Abtrennung wieder verwendet werden.
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Das erfindungsgemäße Verfahren wird bei verschiedenen Gebieten der
Technik angewandt, wo eine Katalyse chemischer Reaktion in Lösung erwünscht ist,
Solche Katalysen sind zur Erzielung größerer Reaktionsgeschwindigkeiten und höherer
Selektivität von Interesse.
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Zum Beispiel kann die erfindungsgemäße Arbeitsweise die übliche katalytische
Hydrierung in heterogener Phase ersetzen sowie bei Hydroformylierungen und Hydrosilylierungen
vorteilhaft eingesetzt werden. Ein anderes wichtiges Anwendungsgebiet des erfindung
gemäßen Verfahrens ist die saure und basische Katalyse. Auch auf dem Gebiet der
Sauerstoffübertragung bzw, Oxydation und bei Reduktionen, z B. der Reduktion von
elementarem Stickstoff zu Ammoniak ist das Verfahren erfolgreich benutzt worden.
Weitere Anwendungsgebiete sind metallkatalys ierbare Cyclis ie rungs reaktionen
und Polymerisatio-nen.
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Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung erläutern, ohne sie zu
begrenzen:
Beispiel 1: Darstellung makromolekularer Phosphinliganden
auf Polystyrolbasis: 600 mg Triphenylphosphin und 500 mg Kalium werden in 20 ml
Dioxan gegeben und 7 Stunden unter Rühren am Rückfluß erhitzt. Die rote Lösung wird
durch eine Glasfritte (G III) langsam in eine Lösung von 5 g chlormethyliertem linearem,
unvernetztem Polystyrol (Molekulargewicht 100. 000, Chlorgehalt 3, 3%, entsprechend
einem Chlormethylierungsgrad von 14 % d. Th.) in 200 ml Dioxan gegeben. Die Reaktion
lösung wird mit 200 ml absolutem Äther verdünnt und das phosphinhaltige Polymer
durch Eingießen in 500 ml absolutes Methanol ausgefällt, filtriert und im Vakuum
über P4Ol getrocknet. Die Arbeitsoperationen werden unter Sauerstoffausschluß ausgeführt.
Ausbeute: 4, 5 g.
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Analyse: 2,59 % C1; 0, 45 % P, entsprechend einer Substitution von
2C So des ursprünglich vorhandenen Chlors durch die P(C 6H5)2-Gruppe. Dieses Polymer
wird als P20 bezeichnet.
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Eine Substitution aller Chlorgruppen ist durch Anwendung eines Uberschusses
an Triphenylphosphin und Kalium entsprechend obiger Arbeit~ vorschrift möglich.
An Stelle der oben angegebenen Mengen werden 3, 0 g Triphenylphosphin und 2, 5 g
Kalium in 60 ml Dioxan eingesetzt. Ausbeute an getrocknetem Polymer: 4, 9 g. Dieses
Polymer wird als P100 bezeichnet. P20 und Ploo sind löslich in organischen Lösungsmitteln
wie Dioxan, Benzol, THF und Chloroform.
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Beispiel 2: Darstellung von Metallverb indungen des Polystyrolphosphin-
Polymers: a) Palladiumverbindung 218 mg des nach Beispiel 1 dargestellten Polymers
P20 und 11, 5 mg PdCl2 (C6H5CN)2 werden in 80 ml Dioxan unter Stickstoff 17 Stunden
lang am Rücldluß gekocht. Danach wird filtriert und die graufajrbene Lösung in 150
ml n-Hexan gegeben. Die graue I'alladiumverbindung wird abfiltriert und igrer P4O10
getrocknet. Ausbeute 200 mg. Die polymere Verbindung ist in Dioxan, Benzol und Chloroform
löslich.
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b) Platinve rbindung 188 mg P20 und 10 mg PtCI,(c H CN) werden entsprechend
Beispiel 2 6 5 2 2 a umgesetzt. Ausbeute 160 mg graue Platinverbindung.
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c) Palladium(II)- komplex 170 mg nach Beispiel 1 dargestelltes Polymer
P100 werden in 50 ml Dioxan gelöst, 34 mg PdC12(C6H5CN)2 unter Sauerstoffausschluß
zuge-0 geben und 1-9 Stunden unter Rühren auf 100 C erhitzt. Danach wird abfiltriert
und die gelbe Lösung von niedermolekularen Bestandteilen durch Membranfiltration
mit einer Membran der Ausschlußgrenze 10. 000 gereinigt. Das Retendat kann direkt
für katalytische Reaktionen Verwendung finden.
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d) Dichloro- und Dobromo-kobalt- Polymerkomplexe 500 mg nach Beispiel
1 dargestelltes Polymer P100 werden in einem kethylgereinigten Gemisch von Benzol
: Dioxan (1 : 1, v/v) unter Sauerstoffausschluß gelöst, 35 mg wasserfreies Kobalt(II)-halogenid
zugefügt 0 und die Mischung bei 85 C unter weiterem Sauerstoffausschluß für 24 Stunden
gerührt. Die blaue Lösung wird auf Raumtemperatur abkül-^len gelassen und von unumgesetztem
Kobalthalogenid abfiltriert. Zur Entfernung von niedermolekularen Produkten wird
f wr 24 Stunden durch Membranfiltration gereinigt. In der Zelle zur Membranfiltration
wird durch Zugabe von Dioxan ein konstantes Volumen eingestellt. Der Durchfluß durch
die Membran beträgt 30 ml/Stunde. Die verwendete Membran der Ausschlußgrenze 10.
000 (Bezugsquelle: Berghof AG, Tübingen-Lustnau) hat e inen Durchmesser von 7, 5
cm, Die so gereinigte Lösung kann direkt ohne weitere Vorbehandlung für katalytische
Reaktionen eingesetzt werden.
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Zur Isolierung des makromolekularen Metallkomplexes wird mit der dreifachen
Menge n-Hexan versetzte der blaue Niederschlag abfiltriert, mit Hexan gewaschen
und im Vakuum über P4 010 getrocknet. Ausbeute 450 mg Kobaltkomplex. Analysenwerte
P 2, 0 % ; Co 1, 9 % für den Chlorkomplex.
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Die blaue Substanz ist löslich in Dioxan, Benzol und Chloroform Der
Komplex sollte unter Feuchtigkeitsausschluß aufbewahrt werden.
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Ein grüner makromolekularer Metallkomplex entsteht in analoger Weise
bei Verwendung von NiBr2.
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d) Dijodo- kobalt- Polymcrkomplex 150 mg nach Beispiel 1 dargestelltes
Polymer P20 werden in Dioxan unter Stickstoff gelöst und 4 mg wasserfreies CoJ2
zugefügt. Danach wird 17 Stunden bei 850 C gerührt, die blaue Lösung nach Filtrieren
in 200 ml n-Hexan gegossen und weiter wie bei Beispiel 2 d aufgearbeitet. Kobalt-Gehalt
des getrockneten Komplexes 0, 7 olo.
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e) Makromolekularer Rhodiumkomplex mit R h2 (C O)4C 12 400 mg nach
Beispiel 1 dargestelltes Polymer P100 werden unter N2 in 100 ml Benzol gelöst, 40
mg Rh2(CO)4C12 zugegeben und 24 Stunden bei 250 C gerührt. Danach wird der gebildete
makromolekulare Rhodium(I) komplex mit der dreifachen Menge n-Hexan ausgefällt.
Ausbeute 380 mg Komplex. Analyse 2, 5 % Rh. Im Infrarotspektrum lassen sich am Rhodium
fixierte C arbonylliganden feststellen. Der makromolekulare Komplex verbleibt bei
der Membranfiltration entsprechend Beispiel c im Retendat.
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f) Makromolekularer Rhodiumkomplex mit Rh(CO)2 (acac) 400 mg nach
Beispiel 1 dargestelltes Polymer P100 werden unter Stickstoff in 125 ml Benzol gelöst,
65 mg Rh(CO)2 (acac) zugefügt und 48 Stunden bei 250 C gerührt. Der gebildete gelbe
Komplex wird mit der dreifachen Menge n-Hexan ausgefällt und nochmals aus Benzol
mit n-Hexan umgefällt. Neben der Bindung des Rhodiums an die Phosphingruppen des
Polymers weist der Komplex am Rhodium noch einen acac- und einen Co-Liganden (2000
cm 1) auf. Reinigung und Membranfiltration erfolgen wie in Beispiel 2 e.
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Auf analoge Weise werden aus Polymer P100 bzw. P20 mit (Diolefin)2
R h2Cl2 makromolekulare Rhodiumkomplexe dargestellt.
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Beispiel 3: hydrierung von IIexen-l mit Polystyrolphos ph in platin-
und palladiurnverl)indungen:
Eine Lösung der gemäß Beispiel 2 b
aus 60 mg Polymer P20 und 3, 3 mg PtCl2(C 6115 CN)2 dargestellten polymeren Platinverbindung
in 30 ml Dioxan wird in einem Hydriergefäß viermal mit Wasserstoff durchspült, danach
1 g Hexen-l bei 250 C und 1 atm. (H2-Dioxan-Atmosphäre) zuge geben. Das Verhältnis
Substrat : Katalysator (Hexen-1:Pt) betrug 4 x 10 M: 2, 3 . 10 M. Die anfängliche
Wasserstoffaufnahme betrug 40 ml H2/Stunde. Während der Reaktion bleibt das System
homogen. Nach Beendigung der Reaktion (ca. 4 Stunden) wird die Lösung in eine Membranfiltrationszelle
überführt und entsprechend Beispiel 2 d bei 1 atü. membranfiltriert.
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Das entstandene Hexan tritt durch die Membran und wird so von dem
im Retendat verbleibenden Katalysator abgetrennt. Die Bestimmung des Hexans erfolgt
gaschromatographisch. Es wird eine quantitative Ausbeute an n-Hexan ermittelt. Die
im Retendat verbleibende Katalysatorlösung wird für eine erneute Hydrierung von
Hexen-l nach obiger Vorschrift eingesetzt. Die Wasserstoffaufnahmekinetik verläuft
wie beim ersten Versuch, sodaß keine Verluste von Katalysator oder Desaktivierungen
eingetreten sind.
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Analog obiger Vorschrift Wird auch mit der nach Beispiel 2 a dargestellten
makromolekularen Palladiumverbindung Hexen-l hydriert. Bei einem molaren Verhältnis
Hexen zu Pd von 4, 5 x 10-1M : 3, 7 10-4M wird eine anfängliche Wasserstoffaufnahme
von 25 ml/Stunde beobachtet.
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Beispiel 4 Hydrierung mit Polystyrolphos phin- palladium( II) - komplex:
Das gemäß Beispiel 2 c erhaltene Retendat mit dem Palladium(II)-chlorid-Komplex
des Polystyrolphosphin-Polymers wird in der Ultrafiltrationszelle viermal mit Wasserstoff
gespült, 1 ml Hexen-l zugefügt und bei 25° C und 1 atom H2 hydriert. Nach 48 Stunden
wird bei 1 atü N2 membranfiltriert analog 2 d. Im Filtrat wird gaschromatographisch
95 % n-Hexan neben 5 % nicht umgesetztem Hexen-l bestimmt. Der makromolekulare Komplex
bleibt entsprechend 2 c im Itetendat und ist zur erneuten Kata lyse der fIydrierung
von Kexen-l zugänglich.
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Beispiel 5 I-Iydrierung Init einem makromolekularen Rhodium(I)- Komplex:
Der nach Beispiel 2 c im Retendat verbleibende Rhodium(I)Komplex wird viermal mit
Wasserstoff durchspült, 0, 5 ml Hexen-l zugegeben und 7 Stunden bei 1 atu. H2,und
800 C gerührt. Die Reaktionslösung wird mit Benzol analog Beispiel,4 membranfiltriert
und im Eluat 70 % Hexan gaschromatographisch nachgewiesen.
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Beispiel 6 Darstellung eines polymeren Rhodiumkomplexes und darauffolgende
Hydrierung: In der Zelle zur Ultrafiltration werden unter peinlichem Sauerstoffausschluß
400 mg nach Beispiel 1 dargestelltes Polymer P und 40 mg 10 Rh[P(C6H5)3] C1 in 125
ml reinem Benzol gelöst und 1 Woche bei 250 C gerührt. Danach wird bei 2 atü. N2
membranfiltriert, wobei der polymere Komplex im R etendat verbleibt.
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Die Hydrierung wird kontinuierlich ausgeführt, indem in die Zelle
bei 2 atü. Wasserstoffdruck und 25° C 5 ml/Stunde einer an Hexen-l und Cyclohexadien-l.
3 jeweils 0, 5 m benzolischen Lösung eingespeist werden.
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Durch die Membran fließen ebenfalls 5 ml Lösung/Stunde ab. Im Filtrat
wurde ein Umsatz zu 70 % Hexan festgestellt. Hydrierungsprodukte des Cyclohexadiens
sind nicht nachweisbar. Der Katalysator ist demnach zur selektiven Hydrierung befähigt.
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Beispiel 7 Hydroformylierung mit polymerem Rhodium(I)-Komplex: Der
nach Beispiel 2 f dargestellte polymere Rhodiumkomplex aus dem Polymer P20 und Rh(CO)
(acac) wird in 125 ml Benzol gelöst, 1 ml Hexen-l 2 zugegeben und im Autoklaven
bei peinlichem Sauerstoffausschluß bei 1000 C und 100 atü. 1I2/CO = 1: 1 17 Stunden
umgesetzt. Die Reaktionslösung wird in die Membranfiltrationszelle überführt und
nach Beispiel 2 f ultrafiltriert.
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Im Filtrat ist gaschromatographisch kein Hexen-l nachweisbar und ein
quantitativer Umsatz zu Heptanalenfestzusteflen. Die im Retendat verbleibende Lösung
des makromolekularen Komplexes kann wiederverwendet werden.
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Beispiel 8 Löslicher, polymerer Rhodiumkornplex aus phosphoryliertem
Polyvinylchlorid und dessenVerwendung als Katalysator: 1,3 g Triphenylphosphin und
750 mg Kalium werden unter N2 5 Stunden in 30 ml Dioxan rückflußgekocht. Die rote
Lösung wird über eine G-III-Fritte in die Lösung von 600 mg linearem Polyvinylchlorid
(Vinoflex 535, Molekulargewicht bei 200 000) in 250 ml THF langsam eingegeben (unter
Sauerstoff- und Feuchtigkeitsausschluß), wobei die rote Farbe des KP(C6H5)2 sofort
verschwindet. Nach Beendigung der Reaktion wird die Lösung mit 1/2 1 trockenem Methanol
behandelt, wobei das Produkt ausfällt. Es wird abgetrennt und über P4Olo getrocknet.
Ausbeute: 0, 6 g, C1: 47,4 %, P: 2, 2 O/o.
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140 mg des nach oben erhaltenen Produktes werden in 100 ml abs.
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Dioxan/Benzol (1:1) unter N2 gelöst und 26 mg Rh(CO)2 (acac) zugegeben.
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Es entwickelt sich CO. Es wird 17 Stunden bei 2 C gerührt. Der Komplex
wird durch Eingießen der Lösung in 300 ml n-Hexan als gelbes Produkt ausgefällt
und mehrmals mit n-Hexan gewaschen und danach über P4 O10.
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im Vakuum getrocknet. Ausbeute 105 mg, Rh: 4, 9 %. Das IR zeigt eine
-l einfache intensive Absorption bei 2000 cm , entsprechend Rh-CsO. Das Produkt
ist löslich in Dioxan, THF und Benzol und bleibt bei der Membran filtration zurück
im Retendat. Hydroformylierung: 16 mg nach oben dar--4 gestelltes Polymer wird in
100 mol THF/Benzol (1:1) (10 m Rh) gelöst.
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Unter Luftausschluß wird 1 ml Hexen-l (Rh: Hexen = 1:700) bei 1000
C und 100 Atm H2/CO (1:1) hydroformyliert. Nach 17 Stunden Reaktionszeit wird wie
in Beispiel 7 aufgearbeitet. Die gaschromatographische Analyse ergab eine 90 %ige
Umsetzung, davon 60 % n-Ileptanal.
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Beispiel 9 Bis-N-polyäthylenglylkol-Salicylaldimin-Ni(II)-Komplex:
15Q mg Bis-Salicylaldehyd-Ni(II)-Dihydrat werden in 100 ml 75 %iges wässriges Äthanol
gegeben und nach Zugabe von 4 g &J'i)1-Diaminopoly äthylenglykol (MG-- 4000)
4 Stundenauf 80° C erwärmt unter Rühren, Das Rohprodukt wird durch Umfällen mit
Hexan aus der Dioxanlösung erhalten. Es wird mit Dioxan als Lösungs- und Verdünnungsmittel
durch Membranfiltration gereinigt, mit n-Hexan ausgefällt und über P4O10 getrocknet,
Ni: 0, 5 %.
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Cyclysierung von Acetylen: Ein Autoklav Wt rd mit der Lösung von 10
Mol makromolekularemKomplex (bez. auf Ni) in 100 ml Dioxan beschickt unter Ausschluß
von Sauerstoff und Feuchtigkeit. 5 atm N2 werden aufgepresst und danach noch 15
atm.Acetylen. Es wird langsam auf 80° C aufgeheizt und 15 Stunden reagieren gelassen.
Das Reaktionsgemisch wird membranfiltriert und wenig Benzol im Filtrat durch Kombination
Gaschromatographie-Mas senspekt rometrie identifiziert.
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Beispiel 10 Darstellung und Anwendung eines Aluminium-Polymers: 20
g Polyäthylenglykol vom Molekulargewicht 20. 000 werden in 1 1 BenzQl gelöst, 1
g wasserfreies Aluminiumchlorid bei Raumtemperatur zugefügt und unter Rückfluß und
Rühren 2 Stunden erhitzt. Zur Entfernung niedermolekularer löslicher Verunreinigungen
wird einen Tag lang ultrafiltriert.
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Durch Ausfällen mit Äther oder Abdampfen des Lösungsmittels -wird
das Aluminiumpolymer gewonnen und über P4 010 getrocknet. Ausbeute 19 g Aluminiumgehalt:
0, 2 %.
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S äurekatalysierte Atherdarstellung mit dem Aluminium polymer: 10
g des erhaltenen Aluminiumpolymers werden in 400 ml Benzol gelöst, 1D g Triphenyllmethylalkohol
zug(geben und unter Rühren am Rückfluß für 6 Stunden gekocht. Nach dem Abkühleniassen
wird in die Ultrafiltrationszelle
überführt und der Ditriphenylmethyläther
entsprechend Beispiel 2 d membranfiltriert. Der Katalysator verbleibt im Retendat.
Im Filtrat wird gaschromatographisch eine Ausbeute von 40 % Ditriphenylmethyläther
festgestellt.