DE2315367A1 - Injektionsspritze zur einmaligen verwendung - Google Patents
Injektionsspritze zur einmaligen verwendungInfo
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Description
FARBWERKE HOECHST AG vormals Meister Lucius & Brüning
Aktenzeichen: HOE 73/F 090 + H
Datum: 19. März 1973 Dr. Ka/stl
Injektionsspritze ;:ur einmaligen Verwendung
Injektionsspritze ;:ur einmaligen Verwendung
Die vorliegende Erfindung stellt eine Injektionsspritze zur
einmaligen Verwendung dar, die aus einem speziell geformten Flüssigkeitsbehälter besteht, der sur Aufnahme des flüssigen
Arzneimittels dient und auf seiner verschlossenen Vorderseite einen Spritzenkörper aufnimmt, der gegebenenfalls auch den
Flüssigkeitsbehälter voll umschließen kann und der im Inneren mit einer beweglichen Nadelhalterung ausgestattet ist und mit
einer Kolbenstange zusammen eine Sterilkammer bildet.
Sogenannte "Fertigspritzen", die zum einmaligen Gebrauch Anwendung
finden, sind bereits in der medizinischen Applikationstechnik
in größerem Umfang im Einsatz. Die Hontage beim Abnehmer unter sterilen Kautelen stellt infolge der vielen Einzelteile bei
derartigen Massenartikeln einen bedeutenden Xostenfaktor dar. Da die Fertigspritze nur für den einmaligen Gebrauch bestimmt ist,
wird man bestrebt sein, die anfallenden Kosten so niedrig wie möglich zu halten.
Es sind Spritzsysteme bekannt, bei denen das für die Injektion
bestimmte Arzneimittel in einem Flüssigkeitsbehälter in Form einer Carpule, eingeschoben in einem Spritzenkörper, aufbewahrt wird.
Die im Spritzenkörper befindliche Carpule wird in der Endmontage nur soweit eingeschoben, daß die einmontierte, in das Innere
des Spritzenkörpers reichende Injektionskanüle die stirnseitig ■ verschlossene Carpule nicht durchsticht. Ein wesentlicher
Nachteil bei dieser Spritze ist die im Spritzenkörper fixierte Injektionsnadel, da der in dem Spritzenkörper hineinragende Teil
der Nadel und der ihr zugekehrte Teil der Carpule steril sein müssen. Durch den entstehenden Hohlraum zwischen dem Flüssigkeits-
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- 2 - HOE 73/F 090...* -H
behälter und dem Spritzenkörper können aber innerhalb einer
bestimmten Lagerzeit Mikroorganismen ungehindert in die Sterilzone
vordringen.
Die vorliegende Erfindung geht von der Aufgabenstellung aus, daß
die S.terilzone für die Injektionsnadel nicht in dem Spritzenkörper
enthalten sein soll, sondern gesiqhert und getrennt hiervon. Dies wird dadurch erreicht,, daß an den Flüssigkeitsbehälter ■
der eigentliche Spritzenkörper unter mechanischer Einwirkung anrolliert und dadurch eine abgeschlossene Sterilkammer erhalten wird.
'
Figur 2, A und Figur 3, B zeigen den Spritzenkörper irr verkürzter
bzw. verlängerter Ausführung, wobei die Fingerauflage (5) im
ersten Fall ein Teil des Flüssigkeitsbehälters, im zweiten Fall ein Teil des Spritzenkörpers darstellt. ■
Ist der Flüssigkeitsbehälter für die Aufnahme des. Medikaments in
seiner Form so ausgebildet, daß keine Möglichkeit besteht, ihn mit dem Spritzenkörper fest zu verbinden, so'kann die feste
Arretierung erfindungsgemäß vorzugsweise dadurch erreicht werden,
daß ein überstehender Rand (H) des aus einem geeigneten Kunststoff
bestehenden Spritzenkörpers thermisch und mechanisch mit einem geführten Stempel in Behälterachse so verformt wird, daß Haltenocken
(20) entstehen. Diese Haltenocken verhindern ein Herausziehen
des Flüssigkeitsbehälters, fangen aber auch die auftretenden Toleranzen in der Gesamtlänge des Flüssigkeitsbehälters ab, wie sie
bei den derzeitigen Arretierungsmöglichkeiten von Spritzensystemen',
wie- z.B'. Stopfen mit umlaufenden Dichtungslamellen bzw. Gewinden
oder sogenannten Bajonettverschlüssen auftreten.
Aufgrund der oben dargelegten Nachteile wurde erfindungsgemäß
ein neues Spritzensystem entwickelt, daß im wesentlichen aus den folgenden drei Hauptteilen besteht (vgl. Figur 1):
den Behälter zur Aufnahme des flüssigen Arzneimittels (1),
den verkürzten und/oder verlängerten Spritzenkörper (2) und der auf den Spritzenkörper aufgesetzten Kolbenstange (3).
4098 42/043
- 3 - HOE 73/F 090 + H
Der Flüssigkeitsbehälter ist in an sich bekannter Weise am hinteren
Ende mit einem bevreglichen Kolbenstopfen (6), an der Vorderseite mit einer mittig gelochten Aluminiumkappe (7) verschlossen, in
die eine Gummischeibe oder ein Gummistopfen (8) eingelegt ist. Im Inneren des Dichtungszapfens des Gummistopfens ist zweckmäßigerweise
eine konische Ausnehmung eingearbeitet, durch die sich die restlichen Luftblasen, die sich meistens vor der Applikation
im Inneren des Behälters mit dem darin befindlichen flüssigen Medikament bilden, durch Druck auf die Kolbenstange einfach entfernen
lassen.
Der Flüssigkeitsbehälter (1) kann von der Aufnahmebohrung (9) der
Nadelhalterung (10), die mit einer durchgehenden Kanüle (11)
ausgestattet ist, durch eine Kunststoffmembrane (12) getrennt
werden, die an den aus Kunststoff bestehenden Spritzenkörper (2) angespritzt werden kann. Weiterhin besitzt die. Nadelhalterung (10)
auf ihrer Oberfläche einen erhabenen umlaufenden Ring (13)> der
wiederum in den dafür in der Aufnahmebohrung (9) vorhandenen, vertieften Ring (l4>
einrastet und dadurch die Ausgangsstellung der Nadelhalterung (10) bewirkt. Es wird so ein vorzeitiges
Perforieren der Membrane (12) bzw. Durchstechen der hinter der Aluminiumkappe (7) befindlichen Gummischeibe bzw. des Gummistopfens
(8) verhindert'. Vier senkrecht zum Ring (13) verlaufende erhabene Stabilisierungssicken (15) auf der Nadelhalterung (10) verleihen
dieser eine einwandfreie Zentrierung in der Aufnahmebohrung (9)·
Auf der Vorderseite,der Nadelhalterung (10) befindet sich ein
Konus, vorzugsweise ein Rekordkonus (16), der am Konusende eine
Schulter (17) aufweist, so daß die im Inneren der Kolbenstange (3) herausragende Kunststoffhülse (l8) in die Nadelhalterung (10)
einrasten kann. Im Falle einer verlängerten Kanüle, die gleichzeitig die Injektionsnadel darstellt, ist ein Konus (<£«■) nicht *
erforderlich.
Der Spritzenkörper (2) mit montierter Kolbenstange (3) und der darin befindlichen Nadelhalterung (10) kann in bekannter Weise
beispielsweise durch Anwendung von Gammastrahlen sterilisiert
/ nno / ο / rw ο c * Q*»ndert gemÄQ Eingab·
409842/0435 ^WQn<}Zn ~n 30.S.7*
HOE 73/F 090 + H
werden. Die Sicherung gegen unbeabsichtigtes Drehen der Kolbenstange
(3) wird durch Anbringen einer Punktverschweißung vorgenommen, was gleichzeitig den Vorteil eines Originalverschlusses
darstellt.
Um die erfindungsgemäße Spritze in Betrieb zu nehmen., xvird die
Kolbenstange (3) bis zum Anschlag (21) gedreht, wodurch das herausragende eine Ende der Kanüle (11.) die Kunststoff membrane
(12) und die Gummidichtung (8) .durchsticht und damit eine Verbindung zur Injektionslösung herstellt. Danach wird mit einfacher
Rückwärtsdrehung die Kolbenstange (3) abgenommen und in den am
Ende des Ar'zneimxttelbehalters (I) befindlichen Kolbenstopfen
(6) eingeschraubt.
Anschließend setzt man die Injektionsnadel3 deren Größe nach
dem jeweiligen Anwendungszweck auszuwählen ist, auf den Rekordkonus
(16) der Nadelhalterung (.10) auf. Es ist jedoch möglich, bereits die auf der Konusseite verlängerte Injektionskanüle (19), die
fest mit der Nadelhalterung (10) verbunden ist, als Injektionsnadel zu verwenden. Das erfindungsgemäße Injektionsgerät zur
einmaligen Verwendung kann dann in üblicher Weise zum Injizieren des Arzneimittels eingesetzt werden.
Gegenüber den zum Stand der Technik gehörenden Einmalspritzen
besitzt das erfindungsgemäße Gerät den Vorteil, daß sich die
gesamte Kanüle in einer Sterilkammer befindet, daß ein Fragmentieren
der Gummischeibe bzw. des Gummistopfens und damit ein Verstopfen der Kanüle weitestgehend vermieden wird und im Falle
des verlängerten Spritzenkörpers durch Anbringen von Haltenocken eine gegenüber den bekannten Modellen überlegene Arretierung
erreicht wird, wodurch u.a. auch ein einwandfreies Aspirieren
gewährleistet ist. Die Haltenocken geben einen sicheren Schutz gegen unerwünschtes Herausfallen oder Austaschen des Flüssigkeitsbehälters
.
4098Λ2/0435
Claims (9)
- ~ 5 ~ HOE 73/P 090 + HPatentansprüchelj Injektionsspritze zur einmaligen Verwendung^ dadurch gekennzeichnet, daß sie aus einem zur Aufnäme des Medikaments dienenden Flüssigkeitsbehälter (1) besteht und auf seiner verschlossenen Vorderseite einen verkürzten oder verlängerten Spritzenkörper (2) aufnimmt, der im Inneren mit einer beweglichen Nade!halterung (10) ausgestattet ist und mit einer Kolbenstange (3) eine Sterilkammer bildet.
- 2. Injektionsspritze gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein zum Verschließen des Flüssigkeitsbehälters (1) verwendeter Gummistopfen (6) im Inneren des Dichtungszapfens eine konische Ausnehmung besitzt.
- 3. Injektionsspritze gemäß Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Spritzenkörper (2) thermisch und mechanisch fest mit dem Flüssigkeitsbehälter (1) verbunden ist.
- H. Injektionsspritze gemäß Ansprüchen 1 bis 3> dadurch gekennzeichnet, daß die Nade!halterung (10) auf ihrer Oberfläche einen erhabenen umlaufenden Ring (13) und senkrecht dazu vier Stabilisierungssi cken; (15) besitzt.
- 5· Injektionsspritze gemäß Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß in der Aufnahmebohrung (9) ein vertiefter Ring (1*0 für die Ausgangsstellung der Nadelhalterung (10) angebracht ist.
- 6. Injektionsspritze gemäß Ansprüchen 1 bis 5» dadurch gekennzeichnet, daß anstelle der aufsetzbaren Injektionsnadel eine auf der Konusseite fest eingesetzte Injektionskanüle (19) verwendet werden kann.
- 7. Injektionsspritze gemäß Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Kolbenstange eine Hülse (18) besitzt, die in die Schulter (17) der Nadelhalterung (10) einrastet.409842/0435HOE 73/F Q9O + H
- 8. Injektionsspritze gemäß Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß im Falle des verkürzten Spritz.enkörpers der Flüssigkeitsbehälter (1) eine aufgetellerte Fingerauflage besitzt.
- 9. Injektionsspritze gemäß Ansprüchen Ibis 7» dadurch gekennzeichnet, daß der verlängerte Spritzenkörper (2) an seinem hinteren Ende Haltenocken (20) zur Arretierung des Flüssigkeitsbehälters (1) aufweist.409842/0435Leerseite
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