DE2303978C2 - Vorrichtung zum Einbringen von feinkörnigen Behandlungsmitteln in Stahlschmelzen - Google Patents
Vorrichtung zum Einbringen von feinkörnigen Behandlungsmitteln in StahlschmelzenInfo
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Description
35
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Einbringen von feinkörnigen Behandlungsmitteln (insbesondere
von feinkörnigen Enischwefelungsmitteln und Aufstickungsmitteln) in Stahlschmelzen mit Hilfe
eines Trägergases, bestehend aus Trägergasbatterie. Vorratsbehälter für das feinkörnige Behandlungsmittel,
im Behältertiefsten angeordnetem, mit Trägergascinführungsstutzen
und Suspensionsauslaß versehenem Suspensator und Tauchlanze, wobei die Tauchlanze
über eine Förderleitung für den Suspensionsstrom mit dem Suspensionsauslaß des Suspensators in Verbindung
steht, und auf die Tauchlanze eine Mischkammer aufgesetzt ist. die eine Einspeisung von Druckgas in
den Suspensionsstrom zuläßt. — Die Formulierung »Mischkammer auf die Tauchlanze aufgesetzt« umfaßt
auch Ausführungsformen, bei denen die Mischkammer im senkrechten Teil der gleichsam eine Verlängerung
der Tauchlanze darstellenden Förderleitung angeordnet ist. — Als Trägergas kommen inerte Gase, z. B. Argon,
in Frage. Da es sich um eine Aufstickung handelt. kann aber auch Stickstoff eingesetzt werden.
Bei einer bekannten Vorrichtung der beschriebenen Gattung (OE-PS 254 919) ist die Förderleitung unmittelbar an die Trägergasbatterie angeschlossen, der Suspensionsauslaß des Suspensators mündet in die Förderleitung lediglich ein. Eine erste Abzweigleitung führt
vor dar Einmündung des Suspensionsauslasses in die
Förderleitung von der Förderleitung in den Suspensator, eine zweite Abzweigleitung führt kopfseitig in den
Vorratsbehälter, dem ein Vorratsbunker vorgeschaltet ist. Der Druck im Vorratsbehälter einerseits, die abgegebene
Trägergasmenge in der Förderleitung andererseits werden geregelt, wozu an entsprechenden Stellen
Steuerventile angeordnet und diesen Regelkreise zugeordnet sind. Um die Förderwirkung zu verbessern, ist
die Mischkammer vorgesehen, die als zusätzlicher Injektor funktioniert. Das alles stellt nicht sicher, daß an
der Mündung oder am Ende der Tauchlanze stets ein vorgegebener, im wesentlichen konstanter Druck des
Trägergases herrscht, wie es erforderlich ist, wenn mit
Hilfe der Tauchlanze die feinkörnigen Benandiungsmittel
in einer Tiefe von etwa 2000 mm und mehr in die Stahlschmelze eingeblasen werden sollen, und zwar
auch dann nicht, wenn über ein Reduzierventil od. dg!,
der Abgabedruck der Trägergasbatterie konstant ist. Es i:,t nicht ausgeschlossen, daß gleichsam ein Kurzschluß
über den Suspensator eintritt. Das bedeutet beachtliche Druckschwankungen. Solche Druckschwankungen führen
einerseits zu unerwünschten Schwingungen der wegen großer Eintauchtiefe langen Tauchidii/.c und /u dadurch
bedingten vorzeitigen Zerstörungen, andererseits kann es vorkommen, daß die Stahlschmelze in die
Tauchlan/.c eindringt und die Tauchlanze dadurch unbrauchbar macht. Das alles gilt auch für eine Ausführungsform
ähnlicher Gattung (DT-AS 1 148 938), bei der jedoch die Mischkammer fehlt. Die Tauchlanze
selbst weist bei solchen Vorrichtungen zumeist einen Mantel aus feuerfester Umkleidung oder einen gekühlten
Mantel auf. der ebenfalls nicht schwingungsfest ist.
In der mondernen Praxis und nach noch nicht /um Stand der Technik gehörenden Vorschlägen arbeitet
man bei Einblastiefen von 2000 mm und mehr, was Tauchlanzen von 4000 bis 5000 mm Länge erforderlich
macht.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung
der eingangs beschriebenen Gattung so weiter auszubilden, daß an der Mündung oder am Ende der
Tauchlanze ein stets gleicher Druck ohne Schwierigkeiten vorgebbar ist. und zwar auch bei extrem großer
Länge der Tauchlanze und damit großer Tauchtiefe. Dabei muß die Tauchlanze im letzteren Falle 5 bis
10 min. in den flüssigen Stahl, dessen Temperatur mindestens 15300C beträgt, eingefahren werden. Zur Lösung
dieser Aufgabe lehrt die Erfindung, ausgehend von der Vorrichtung der eingangs beschriebenen Gattung,
daß die Mischkammer über eine Bypassleitung mit Steuerventil mit dem Behälterkopf des Vorratsbehälters
in Verbindung steht und die Trägergasbatterie an den Trägergaseinführungsstutzcn des Suspensators
angeschlossen ist. Die Mischkammer wird so durch einen Tcilstrom des Trägergases aus dem Suspensator
gespeist. Der Druck am Ende oder an der Mündung der Tauchlanze wird folglich über das Steuerventil in der
Bypassleitung eingestellt, welches entsprechend eingerichtet
ist. Es kann sich bei dieser Einstellung um eine Steuerung oder auch um eine echte Regelung handeln.
Wird der Abgabedruck der Trägcrgasbbatterie konstant gehalten, so reicht im allgemeinen eine bloße
Steuerung aus. Im übrigen muß allerdings im Vorratsbehälter stets eine Mindestmenge an Behandlungsmitteln vorhanden sein, was unschwer kontrolliert werden
kann. Der Druck an der Mündung oder am Ende der Tauchlanze läßt sich stets sehr genau halten, auf Druckschwankungen beruhende Schwingungen treten nicht
auf. Ganz ausgeschlossen ist es, daß infolge plötzlichen Druckabfalls die Stahlschmelze in die Tauchlanze eindringt. Ohne weiteres kann man zusätzlich eine direkte
Verbindungsleitung zwischen Mischkammer und
Trflgergnsbatterie oder einer weiteren Triigergasbatie-JL
vorsehen, wobei auch diese ein Steuerventil aufweiten
kann· Eine derartige Maßnahme empfiehlt sich inslesondere
dann, wenn die Vorrichtung insgesamt mit
Ϊßgenüber dem hydrostatischen Druck der Schmelze
n Bereich der Tauchtiefe nur sehr geringem Überdruck arbeitet, beispielsweise auch bei abgeschaltetem
Suspensionsslrom während des Ein- und Ausfahrens
jer Tauchlanze. Im übrigen wird man im Interesse
einer möglichst genauen Druckeinstellung dafür sor-•en.
daß die Di uckverluste in der Mischkammer mög-Jcnst
gering sind. Hierzu geht ein Vorschlag der Erfindung dahin, daß die Mischkammer aus einem zylindriichen
Mischkammergehäuse besteht, durch das die Förderleitung axial hindurchgeführt ist und in das die
Bypassleitung (vorzugsweise tangential) einmündet, Wobei die Förderleitung im Bereich des Miichkammer-
«ehäuses eine oder mehrere Trägergaseintrittsöffnun-•en
aufweist. Es kann sich dabei z. B. um ringförmige oder um schlitzförmige öffnungen handeln. Im allgcmeinen
wird man zur Erzielung stationärer Strömungsverhältnisse insgesamt die Anordnung so treffen, daß
sich bei einer Betätigung der Tauchlanze die geometrischen Verhältnisse zwischen den einzelnen Aggregaten
der Vorrichtung nicht ändern, und zwar auch nicht über »5
die Verstellung von Schlauchleitungen. Mit stationären Rohrleitungen kann man ohne weiteres arbeiten, wenn
die Mischkammer auf der Tauchlanze angeordnet ist. und wenn die Tauchlanze über Hilfsvorrichtungen starr
an den Vorratsbehälter angeschlossen und mit diesem zum Eintauchen der Tauchlanze heb- und senkbar ist.
Die erreichten Vorteile sind darin zu sehen, daß bei
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung ohne Schwierigkeiten der Druck am Ende oder an der Mündung der
Tauchlanze garantiert werden kann, und zwar unter Verzicht auf komplizierte Regeleinrichtungen, die man
an sich für erforderlich halten würde. Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß ein Trägergasstrom,
der in der beschriebenen Weise über die Bypassleitung fließt und uadurch durch das Behandlungsmittel im
Vorratsbehälter gleichsam gedrosselt ist, über ein Steuerventil in bezug auf den Druck an der Mündung
der Tauchlanze hinreichend genau eingestellt werden kann, wobei diese Einstellung durch das Arbeiten des
Suspensators störend nicht beeinflußt wird. Gleichzeitig erreicht man eine sehr gleichmäßige Förderung djs
Behandlungsmittels, d. h., auch die Materialmengc ist über die Auslegung des Suspensators sehr genau einstellbar.
Dazu trägt bei, daß erfindtingsgcmäß die gesamte Gasmenge, die an der Mündung der Tauchlanze
austritt, auch durch das feinkörnige Behandlungsmittel im Vorratsbehälter strömt und folglich zur Aufwirbelung
beiträgt. Komplizierte Materialmengcneinstellvorrichtungen (vgl. Gießerei 55. 1968, S. 5) erübrigen sich.
Druckschwankungen könnten bei einer Tauchlanze durch eine geringfügige Änderung der Fördermenge
und der damit verbundenen Qucrschnittsverändemng im Suspensionsauslaß des Suspensators hervorgerufen
werden. Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung treten solche Druckschwankungen nicht auf. Sie werden auf
einfache Weise durch die Einspeisung derjenigen zumeist geringen Trägergasmengen vermieden, die durch
die Trägergaseinführungsöffnungen der Mischkammer in die zumeist senkrechte Förderleitung eintreten. Die
Einspeisung erfolgt völlig selbsttätig, da über die Bypassleitung nur dann mihr Gas entnommen wird, wenn
sich der Druck in der Förderleitung verringert. Ein besonderer Vorteil ist es, daß im oberen und damit nicht
temperaturbeanspmehien Teil der Lanze eingespeist
wird. Die Einspeisung arbeitet überraschenderweise trotz des Behandlungsmittelpolsters im Vorratsbehälter
völlig verzögerungsfrei. Im Gegensatz zu bekannten Vorrichtungen der beschriebenen Gattung wi.d auf
die sonst übliche zusätzliche Injektorwirkung eines Teilgasstromes in der Mischkammer (OE-PS 254 919)
verzichtet. Der Bypass kann sogar so weit gedrosselt werden, daß eine Injektorwirkung, insbesondere auch
wegen der Ausbildungsform der Trägergaseintnttsoftnung in der Förderleitung, nicht mehr möglich ist. Der
Durchmesser der Förderleitung in der Tauchlanze muß auf die Fördermenge des feinkörnigen Behandlungsmittels zur Erreichung geringer Fördergasmengen abgestimmt
sein. Es versteht sich auch, daß die Vordrucke auf die Gesamtlänge und Eintauchtiefe der Lanze abgestellt
sein müssen. Je tiefer eingetaucht wird, desto höher
muß der Druck sein. Die Vorrichtung kann sowohl bei oben offenen Gefäßen als auch bei geschlossenen
Gefäßen, wie sie z. B. bei der Vakuumbehandlung von Stahl gebrauchlich sind, benutzt werden, so daß, falls
dies erwünscht ist, Feststoffe war- end der Vakuumbehandlung
in das Stahlbad eingebracht werden können.
Im folgenden wird die Erfindung an Hand einer lediglich
ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung ausführlicher erläutert; es zeigt in schematicher
Darstellung
F i g. I eine erfindungsgemäße Vorrichtung zum einbringen von feinkörnigen Behandlungsmittel in Stahlschmelzen,
teilweise im Schnitt.
Γ i g. 7 in gegenüber der F i g. 1 wesentlich vergrößertem
Maßstab einen Schnitt in Richtung A-A durch den Gegenstand nach F i g. 1,
F i g. 3 im Maßstab der F i g. 2 einen Schnitt in Richtung
B-8durch den Gegenstand nach F i g. 2.
Die in den Figuren dargestellte Vorrichtung dient zum Einbringen von feinkörnigen Behandlungsmitteln,
insbesondere von feinkörnigen Enischwefelungsmitteln
und Aufslickmitteln in Stahlschmelzen mit Hilfe eines Trägergases. Die Vorrichtung besteht in ihrem grundsätzlichen
Aufbau zunächst aus der Trägergasbatterie 1. dem Vorratsbehälter 2 für das feinkörnige Behandlungsmittel,
einem im Behälter'.iefsten angeordneten, mit Trägergaseinführungsstutzen 3 und Suspensionsauslaß 4 versehenen Suspensator 5 und der Tauchlanze
6. die über eine Förderleitung 7 für den Suspensionsstrom
mit dem Suspensionsauslaß 4 des Suspensators in Verbindung steht. Der Suspensator 5 besteht, in an
sich bekannter Weise, beispielsweise aus einem Siebboden 8 im Behältertiefsten des Vorratsbehälter 2, der in
Verbindung mit dem Trägcrgaseinführungsstutzen 3 so ausgelegt ist. daß eine intensive Verwirbelung erreicht
wird. Das ist in der F i g. 1 in einem Ausschnitt angedeutet
worden. Die Förderleitung 7 weist eine Mischkammer 9 auf, die eine Einspeisung von Druckgas in
den Suspensionsstrom zuläßt. Dabei wird aber nicht ein fremdes Druckgas eingeführt, vielmehr ist die Anordnung
so gctroifen, daß die Mischkammer 9 über eine
Bypassleitung 10 mit Steuerventil 11 mit dem Behälterkopf des Vorratsbehälters 2 in Verbindung steht. Die
Trägergasbatterie 1 ist nach bevorzugter Ausführungsform der Erfindung lediglich an den TrägergaseinfOhrungsstutzen
3 des Suspensators 5 angeschlossen. Nicht dargestellt ist, daß zusätzlich eine direkte Verbindungsleitung zwischen Mischkammer 9 und Trägergasbatterie
1 vorgesehen werden kann; ist sie vorgesehen, so weist auch diese ein Steuerventil auf. Die Gestaltung
der Mischkammer 9 entnimmt man aus den F i g. 2 und
3. Die Mischkammer 9 besieht aus einem zylindrischen Mischkammergehäuse 12, durch das die Förderleitung
7 axial hindurchgeführt ist. Die Bypassleitung 10 mündet in die Mischkammer 9 tangential ein. Die Förderleitung
7 selbst besitzt im Bereich des Mischkammergchäuses 12 mehrere Trägergaseintrittsöffnungen 13. Es
könnte dort auch ein Injektor ausgebildet sein. Im Ausführungsbeispiel
befindet sich die Mischkammer 9 auf der Tauchlanze 6. Die Tauchlanze 6 ist über Hilfsvorrichtungen
14 starr an den Vorratsbehälter 2 angcschlossen und mit diesem zurr» Eintauchen der Tauchlanze
6 in die Stahlschmelze heb- und senkbar. Dazu ist ein besonderes Stativ 15 vorgesehen. Die Stahlschmelze
befindet sich in der in der Figur nur angedeuteten Pfanne 16, die Eintauchtiefe liegt bei 2000 mm.
Durch Einstellung eines Reduzierventils 17 der Trägergasbatterie 1 wird der Abgabedruck konstant
eingestellt. Danach ist es durch Einstellung des Steuerventils 11 der Bypassleitung 10 möglich, den Abgabedruck
an der Mündung der Tauchlanze 6 konstant zu halten. Es kann sich bei diesem Steuerventil 11 um ein
einfaches Überströmventil handeln, obwohl auch mit einem Regelventil mit zugeordnetem Regelkreis gearbeitet
werd-en kann. Ein Ventil 18 unter dem Suspensator 5 dient im allgemeinen nur dazu, den Suspensionsstrom
zuzuschalten oder abzuschalten. Eine Stcuerfunktion ist an dieser Stelle nicht erforderlich. Ohne
weiteres können Zusatzaggregate und Hilfsaggregate vorgesehen werden, so Durchflußmeßgeräte in der
Förderleitung 7 und in der Bypassleitung 10 Druckanzeigegeräte und Regulierventile für die Einregelung.
Claims (3)
1. Vorrichtung zum Einbringen von feinkörnigen
Behandlungsmittel in Stahlschmelzen mit Hilfe eines Trögergases, bestehend aus Trägergasbatterie,
Vorratsbehälter für das feinkörnige Behandlungsmittel,
im Behältertiefsten angeordnetem, mit Trägergaseinführungsstuuen und Suspensionsauslaß
versehenem Suspensator und Tauchlanze, wobei die Tauchlanze über eine Förderleitung für den Suspensionsstrom
mit dem Suspensionsauslaß des Suspensators in Verbindung steht und auf die Tauchlanze
eine Mischkammer aufgesetzt ist, die eine Einspeisung von Druckgas in den Suspensionsstrom
zuläßt, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischkammer (9) über eine Bypassleitung (10) mit
Steuerventil (11) mit dem Behälterkopf des Vorratsbehälters (2) in Verbindung steht und die Trägergasbatterie
(1) an den Trägergaseinführungssiut>:en (3) des Suspen.<..t;ors (5) angeschlossen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischkammer (9) aus einem zylindrischen
Mischkammergehäuse (12) besteht, durch das die Förderleitung (7) axial hindurchgeführt
ist und in das die Bypassleitung (10) einmündet, wobei die Förderleitung (7) im Bereich des
Mischkammergehäuses (12) eine oder mehrere Trägergaseintrittsöffnungcn (13) aufweist.
3. Vorrichtung nach Jen Ansprüchen I und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Tatichlanze (6) über
Hilfsvorrichtungen (14) starr an den Vorratsbehälter
(2) angeschlossen un& mit d jsem zum Eintauchen
der Tauchlanze heb- u>id sen1 bar ist.
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