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Beschreibung ErdschIuß-Warn- und -Schutzsystem Die Erfindung betrifft
ein Erdschluß-Warn- und -Schutzsystem für elektrische Hoch- und Niederspannungs-Anlagen
mit erdfreiem Nulleiter.
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-Von der guten Funktion einer Erdschluß-Warn- und -Schutzvorrichtung
können Menschenleben abhängen. Dennoch sind viele der für diesen Zweck eingesetzten
Vorrichtungen nicht so wirksam wie es wünschenswert wäre. Bereits eine einfache
Aufzählung der bei vielen Vorrichtungen dieser Art angetroffenen Nachteile macht
mit dem Problem vertraut.
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1) Viele der für die Anzeige und den-Schutz-gegen Erdschlüsse verwendeten
Vorrichtungen besitzen eine geringe Empfindlichkeit, so daß sie, wenn mit ihnen
lange Leitungen überwacht werden, im allgemeinen nicht in der Lage sind,,Erdschlüsse
sicher festzustellen.
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2) Bekannte Erdschluß-Warnvorrichtungen, einschließlich der modansten
Ausführungen, verwenden in der überwiegenden Mehrzahl Spannungsmeßwandler, die in
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Schaltung angeschlos-sen sind. Diese Wandler weisen meistens Ferroresonanz-,oder
Resonanzerscheinungen auf, die für diese Anschlußarten,@ wenn sie bei Systemen mit
erdfreiem Nulleiter
verwendet werden, charakteristisch sind. Die
übliche Polge der erwähnten Erscheinungen ist meistens die Beschädigung des Meßwandlers,
die zu dessen Explosion führen kann, mit den sich daraus ergebenden Gefahren für
das mit dem Betrieb der Anlagen betraute Personal. Andererseits ist die Wiederinstandsetzung
der beschädigten Gerate an sieh in höchstem Maße kostspielig.
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3) Im allgemeinen ist es bekannten Vorrichtungen vollkommen unmöglich,
die für die -Isolation der Anlagen gefährlichen Erdschlüsse (intermittierende Erdschlüsse
und Erdschlüsse über Lichtbogen) zu erkennen, weniger noch selbsttätig abzuschalten.
Diese Erdschlüsse stellen die größte Gefahr beim Betrieb von Systemen mit isoliertem
bzw. erdfreiem Nulleiter bzw. erdfreiem Sternpuiikt dar. Die bekannten Anzeigesysteme
zeigen nicht deutlich das Vorhandensein der große Überspannungen gegen Erde hervorrufenden
Erdschlüsse an. Die Nichtlinearität der Charakteristik 13 = 13 (11) der Kerne der
erwähnten Wandler bewirkt, daß diese aufgrund dr Sattigungserscheinung die anomal
hohen Werte der Spannungen gegen Erde nicht regisbieren können.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Erdschluß-Warn-und -Schutzsystem
zu schaffen, dem die vorerwähnten-Nachteile nicht anhaften.
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Diese Aufgabe ist mit einem Erdschluß-Warn- und -Schutzsystem gelöst,
das erfinaungsgemaß die folgenden Merkmale aufweist: 1) Es erfüllt die zur- Vermeidung
von todlichen Unfällen durch Elektroschock notwendige Bedingung, daß die Erdschlüsse
in Leitungssystemen mit erdfreiem Nulleiter zuverlässig und mit zweckentsprechender
Empfindlichkeit festgestellt werden.
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2) Die Verwendung von Spannungsmeßwandlern zur Feststelluüg der Erdschlüsse
ist unnötig gemacht, so daß sich die Erdschluß-Feststellung mit größerer Empfindlichkeit,
zuverlässiger und mit geringeren Kosten erreichen läßt.
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3) Das System nach der erfindung gestattet die Feststellung des Fehlerortes
der für die Isolation der Anlagen gefährlichen Erdschlüsse und deren selbsttätige
Auslösung bzw. Abtrennung.
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Die Erfindung wird im folgenden anhand schematischer- Zeichnungen
mehrerer Ausführungsbeispiele mit weiteren Einzelheiten erläutert. In der Zeichnung
zeigt: Fig. 1 eine Schaltungsanordnung bei Anschluß des Erdschluß-Warn- und -Schutzsystems
nach der Erfindung an eine Hochspannungs-Anlage, Fig. 2 eine Fig. 1 ägnliche, abgewandelte
Schaltungsanordnung für den Anschluß an eine Wiederspasnungs-Anlage, Fig. 3 die
äquivalente oder Ersatzschaltung für die Kopplung und Fig. 4 den elektrischen Schaltplan
für das Brdschluß-Schutzrelais des Systems nach der Erfindung.
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Einer ausführlichen Beschreibung der Wirkuiigsweise des Systems sei
eine kurzgefaßte Beschreibung der das System bildenden -Bauteile vorangestellt.
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Das Erdschluß-Warn- und -Schutzsystem nach der Erfindung umfaßt Warnvorrichtungen
mit Licht- und Schallzeichen und- erlaubt außerdem die Ablesung der Restspannung
Ur, ausgedruckt in Vielfachen der normalen Leitunsspannung gegen Null eiter (Sternpunkt)
Ue.~Diese Messung ist für die Feststellung der Erdscbluß-Fehl-erorte von grundlegender
Bedeutung.
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Der Schutz gegen Erdschluß ist mit einem spezielle Merkmale aufweisenden
Relais erreicht, das nachfolgend als Erdschluß-Schutzrelais bezeichnet wird. Die
Aufgabe dieses Relais besteht darin, die selbsttätige Abtrennung der große Restspannungen
hervorrufenden Fehler sicherzustellen, jedoch nicht der unmittelbaren Erdschlüsse,
die keine gefährlichen Überspannungen verursachen und die Erdschlüsse darstellen,
die in Systemen mit erdfreiem Nulleiter am häufigsten vorkommen.
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An dieser Stelle verdient darauf hingewiesen zu werden, daß diese
auf diese Weise erhaltene selektive Abschaltung oder Abtrennung der Erdschlüsse
unter Ausschaltung des schwerwiegendsten Nachteiles die beste Ausnutzung der durch
Systeme mit geerdetem Sternpunkt gebotenen Vorteile gestattet.
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Verzichtet man auf die selbsttätige Abtrennung der für die Isolation
gefährlichen Erdschlüsse, kann das Erdschluß-Warn-und -Schutzsystem nach der Erfindung
ohne das Erdschluß-Schutzrelais installiert werden, wobei dieses Relais, bei Einbau
in das System, die gestellten Forderungen erfüllt und die erwähnten Vorteile bietet.
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Ankopplung an Hochspannung Die Ankopplung an Hochspannung, anstelle
der Spannungsmeßwandler, ist mit drei in Stern geschalteten Hänge-Isolatorketten
C (Fig. 1) verwirklicht, wobei die Anzahl der Isolatoren von der Spannung der Anlage
abhängig ist, in die das Erdschluß-Warn- und-Schutzsystem nach der Erfindung eingebaut
wird.
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Außer ihrer Isolierungsaufgabe erfüllen diese Isolatoren die anscheinend
paradoxe Forderung, Teil der allgemeinen elektrischen Schaltung zu bilden, wobei
die Summe der drei Kriechströme durch die Äquivalent-Impedanzen Zeq der Isolatorenketten
der das Warn-Lichtzeichen gebende Strom Iref ist.
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Dieser Strom gibt nach Gleichrichtung und entsprechender
Verstärkung
das Maß (die Größe) Ur, die Schallzeichen-Warnung und die Betätigung des Erdschluß-Schutzrelais
für die selektive selbsttätige Auslösung.
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Äquivalente oder Ersatzschaltung der Kopplung Fig. 3 zeigt die äquivalente
oder Ersatzschaltung der Kopplung.
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Diese Schaltung wird benutzt, um die gleichpolige Komponente von nicht
im Abgleich befindlichen (unsymmetrischen) Spannungssystemen zu -erhalten.
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Wenn Zeq = die Äquivalent-Impedanz jeder Isolatorenkette, als Kombination
von Isolationswiderstand und Kapazitäten (linearen Elementen), und Z = die Äquivalent-Impedanz
der Elemente, die an den Sternpunkt des von den Isolatorenketten gebildeten Sterns
angeschlossen sind, ergibt sich:.
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UR - ° = Zeq IR + Z Ir - 0 = Zeq IS + Z Ir UT - O = Zeq IT + Z Ir
UR-0 + US-0 + UT-0 = Ur = Zeq Ir + 3 Z Ir worin Ir = IR + IS + IT.
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Da Zeq# 3Z, als Folge der Verwendung von drei Isolatorenketten zur
Bildung des Sterns, erhält man: Uref = Zeq Iref worin Uref der Effektivwert (Wirkwert)-
der Restspannung, und Iref der Effektivwert (Wirkwert) des Summenstromes.
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Da Zeq eine Konstante ist, bestimmt das im Kasten angegebene Verhältnis
die Proportionalität zwischen Iref , dem sekundären Abbild der Primär-Restspannung
Üref, und Üref.
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Vorteile der Kopplung a) Kleine Fehler - Die möglichen Veränderungen
von Zeq, infolge von Kondensation der Feuchtigkeit in der Umgebung, Niederschlag
von Staub, Temperatur oder Auswechseln von Isolatoren in den Ketten gegen äquivalente
Elemente, rufen nur Fehler hervor, die im ungünstigsten Falle nicht an heranreichen.
Dieser Genauigkeitsgrad ist für das exakte Arbeiten des Erdschluß-Warn- und Schutzsystems
ausreichend.
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b) Fehlerkonstanz innerhalb eines Spannungsabweichungsbereiches, der
viel größer ist als der, für den die Genauigkeit der Spannungsmeßwandler garantiert
ist, Genauigkeit, die nur für den normalen Zustand des Netzes, nämlich U = UN =
1 Ue, gültig ist. Bereits bei U = 1,73 Ue treten übermäßige Erwärmungen auf.
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Die Konstanz von Zeq, bei sich veränderndem Ur, stellt sicher, daß
die weiter oben angeführte Proportionalität bei größter Abweichung der Spannungen,
bei der die Vorrichtung zu arbeiten haben könnte, 0 bis 9 Ue, aufrechterhalten bleibt.
Es ist daher vorauszusehen, daß das System nach der Erfindung auch bei den Fehlern,
die die größten Spannungen gegen Erde hervorrufen, gut arbeitet.
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c) Niedrige Kapazität der Hänge-Isolatoren - Diese gewährleistet das
Fehlen von Sekundärerscheinungen, wie sie sich ergeben, wenn zur Erfüllung des gleichen
Zweckes, nämlich Ankopplung an Hochspannung, Kondensatoren verwendet werden.
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d) Keine Verwendung von entzündlichen oder brennbaren Stoffen, wie
z.B. Isolieröl für Meßwandler oder Kondensatoren.
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e) Gute Beschaffungsmöglichkeit für die Elemente zur Herstellung der
Kopplung (Hängeisolatoren).
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f) Hinsichtlich der Isolation praktisch problemlos, wenn in den Ketten
die entsprechende Anzahl von Isolatoren verwendet wird.
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g) Praktisch unbegrenzte Haltbarkeit.
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h) Im Vergleich mit einem Satz Spannungsmeßwandler sehr niedrige Kosten
(Kostenverhältnis etwa 1:25).
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Beschreibung der Schaltung des Erdschluß-Warn- und Schutz, systems
bei Anschluß an Hochspannung Bei Anschluß an Hochspannung umfaßt die Schaltung,
wie in Fig. 1 dargestellt, folgende Elemente: Q - Satz einpoliger Trennschalter
mit Isolierungsklasse entsprechend der Spannung-der Sammelschienen, an die die Vorrichtung
angeschlossen wird, C - drei Eånge-Isolatorenketten, im Stern geschaltet (sh. Abschnitt
"Ankopptung an Hochspannung"), M - Neonlampe (Lichtzeichen-Warnvorrichtung), R -
Zweiweg- oder Vollweg-Gleichrichter in Brückenschaltung (nachfolgend kurz Brückengleichrichter
genannt), T - transistor mit niedriger Leistung, Tr - Lautsprecher-Transformator,
AA - Hörfrequenz-Verstärker, P - Lautsprecher (Schallzeichen-Warnvorrichtung), RPFT
- Erdschluß-Schutzrelais (sh. such Fig. 4), und J - Gleichstrom-Milliamperemeter
für die Messung von Uref.
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Beschreibung der Schaltung des Erdschluß-Warn- und -Schutzsystems
bei Anschluß an Niederspannung Bei Verwendung als Warn- und Schutzsystem gegen Erdschlußfehler
in Verbindung mit einer Niederspannungs-Anlage wird, wie aus Fig. 2 zu erkennen,
eine Abänderung der Schaltung nur in der Kopplung an die Niederspannungs-Schienen
vorgenommen. Diese Kopplung an Niederspannung erfolgt mit drei im Stern
geschalteten
Neonlampen N. An den Sternpunkt ist ein veränderbarer Widerstand zum Einstellen
der Empfindlichkeit angeschlossen. Die am Abgriff dieses Widerstandes liegende Schaltung
ist mit der in Verbindung mit Hochspannung verwenketen Schaltung gleich.
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Arbeitsweise der Schaltung des Erdschluß-Warn- und -Schutzsystems
Ein Erdschluß ruft eine Restspannung mit einem Effektivwert (Wirkwert) Uref hervor,
der der Strom Iref entspricht, welcher, wie erläutert, jener proportional ist.
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Der Brückengleichrichter R liefert einen Strom, dessen Gleichstrom-Komponente
Irm, die Iref proportional ist, zum Messen und als Schutz dient, und dessen Wechselkomponente,
als Harmonische von |Ir|, Iri, zum Auslösen der Schallzeichen-Warnung benutzt wird.
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Irm bewirkt die Stromsteuerung des Transistors T mit niedriger Leistung.
Der Brückengleichrichter ist in der Weise geschaltet, daß er durch die Gleichstrom-Komponente
Irm, die durch den Eingangswiderstand Re des Transistors T fließt, in den leitenden
Zustand vorgespannt wird. Die auf diese Weise hervorgerufene Veränderung des Kollektorstromes,
n ic, ist, da der Transistor T ein Transistor niedriger Leistung ist, proportional
Irm, wobei die Proportionalitätskonstante die Stromverstärkung des Transistors T
ist.
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Da Irm proportional der Restspannung Uref, wird auch a ic proportional.
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Dies erleichtert die Eichung des Instrumentes J mit linearer Skala
sowie die Berechnung der Einstellung der Auslösung durch das. Erdschluß-Schutzrelais.
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Schallzeichen-Warnung Die Harmonischen von |Ir| , die im Transistor
T verstärkt werden, fließen durch dessen Kollektorschaltung und über-den Lautsprecher-Transformator
Tr zum Hörfrequenz-Verstärker AA.
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Im Lautsprecher P wird das Schallwarnzeichen erzeugt.
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Lichtzeichen-Warnung Diese erfolgt durch die Neonlampe M, durch die
Iref fließt.
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Beide Warnvorrichtungen, Schall- und Lichtzeichen, werden praktisch
gleichzeitig ausgelöst.
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Auslöseempfindlichkeit der Warnvorrichtungen Die Auslöseempfindlichkeit
beider Warnvorrichtungen, d.h. der Abfall der Phasenspannung bei Erdschluß, in Prozent
der normalen Leitungsspannung gegen Sternpunkt Ue, bei der die Warnvorrichtungen
in Tätigkeit treten, liegt sehr nahe bei 1%. Im Vergleich mit anderen, derzeit im
Gebrauch befindlichen und nach-einem verschiedenen Prinzip arbeitenden Vorrichtungen,
die erst bei Unsymmetrien von über 5100% auslösen, ist diese Empfindlichkeit sehr
-gut.
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Messung Die Ablesung des in einer Bedienungstafel~untergebrachten
Instrumentes J gestattet die ständige visuelle Überprüfung von Uref und ermöglicht
di-e Festste-llung des Behlerortes des Erdschlusses.
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Schutz Beim Durchfließen der Spule des zum Erdschluß-Schutzrelais
gehörenden Hilfsrelais A (Fig. 4) gestattet der ßtrom A ic die selektive Auslösung
der-gefährlichen Fehler.
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Es folgt nun die Beschreibung des Schutzrelais, dessen elektrischer
Schaltplan in Fig. 4 dargestellt ist.
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Sobald der Uref proportionale Strom # ic den mit dem Widerstand R
(Fig. 4)- eingestellten Auslösewert errecht, zieht
das Hilfsrelais
A seinen Anker an. Durch Schließen seines Hilfskontaktes a wird das Hilfsrelais
B erregt. Durch Schließen des Kontaktes b1 wird die Lampe L (Schutz in Betrieb)
eingeschaltet und C erregt. Das Schließen von c1 und das Öffnen.
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von c2 leiten die Betätigung von D ein. Dessen Einschaltung ist infolge
der Aufladung des Kondensators C°1 -um etwa 1,5 Sekunden verzögert. Diese Verzögerung
dient dazu, die Schutzvorrichtung gegen vorübergehende Überspannungen zu schützen.
Hält die Überspannung weniger als die angegebene Zeit von etwa 1,5 Sekunden an,
öffnen sich A, B und C. Das Schließen des Kontaktes c2 beschleunigt das Entladen
des Kondensators Coli, und die Schutzvorrichtung geht in den Anfangszustand zurück.
Handelt es sich dagegen nicht um eine vorübergehende Überspannung, wird das Relais
D nach Ablauf der erwähnten Zeitverzögerung seinen Kontakt schließen. Das Schließen
von d schaltet das Auslöse-Relais E ein. Der Kontakt e1 öffnet sich und der Kontakt
e2 betätigt die zentrale Warnvorrichtung der Anlage.
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Da das Öffnen des Relais D durch die Entladung des Kondensators Co
verzögert wird, ist sichergestellt, daß der Auslösebefehl (das Auslösesignal) von
entsprechender Dauer ist und daß andererseits der Kontakt e1 den Auslösestrozikreis
nur schließt, jedoch nicht unterbricht. Die letztgenannte Aufgabe ist dem Hilfskontakt
des Leistungstrennschalters vorbehalten.
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Der Kondensator Co0 verhindert, daß das Relais A infolge der Wechselkomponente
des Kollektorstromes schwingt.
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Da das Relais A bei einem bestimmten Strom in Tätigkeit tritt, jedoch
nach Betätigung von einem ausreichend geringeren Haltestrom in erregtem Zustand
gehalten wird, kann es vorkommen, daß ic bei Auftreten eines Fehlers (Erdschlusses)
nach einem verhältnismäßig hohen vorübergehenden Strom den niedrigeren Wert annimmt,
der einer metallischen Erdung entspricht.
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Wird keine zusätzliche Vorsorgemaßnahme getroffen, erfolgt in diesem
Fall eine ungewollte Auslösung. Um dies zu vermeiden, ist die Schaltung wie folgt
ausgebildet: Schließen des
Kontaktes'b2 schaltet das Relais F ein,
und dieses betätigt G.
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Durch das Umschalten des Kontaktes g1 wird F während etwa 3 Sekunden,
während deren der Kondensator Co2 entlädt, in erregtem Zustand gehalten, während
Schließen von g2 nach einer Verzögerung von etwa 0,4 Sekunden die Möglichkeit zur
Betätigung von H gibt. Dies bedeutet, daß H vor D in Tätigkeit tritt. Der mit dem
Relais A in Reihe liegende Kontakt h unterbricht beim Umschalten vorübergehend den
Spulenstrom des Relais A. Dieses fällt ab und kehrt nicht wieder in den erregten
Zustand zurück, wenn der Strom b ic nicht über seinen Auslöse wert hinaus ansteigt.
Der Abfall des Relais A zieht in ähnlicher Weise das Abfallen der Relais B und C
nach sich. Es erfolgt keine Aiislösung. Rch Ablauf der entsprechenden Zeit schaltet
der Kontakt h erneut um; und zwar infolge des Abfalls des Relais F, das damit in
seinen Anfangszustand zurückgeht.
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Bleibt der Strom j ic dagegen, auf seinem hohen Wert, ist der Schaltvorgang
wie folgt: Nah dem Umschalten des Kontaktes h und, nach kurzzeitigem Abfallen der
Relais A, B und C, tritt das Relais A und mit ihm die Relais B und C erneut in Tätigkeit,
und nach Ablauf der an die Betätigung des Relais D sich anschließenden Verzögerung
bewirkt das Relais E die Auslösung.
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Einstellung der Auslösung Wie bereits erwähnt, ist der Wert der Auslösespannung
Uref mit dem Widerstand R veränderbar. Aufgrund der Proportionalität von Uref und
8 ic läßt sich die Einstellung der Auslösung leicht berechnen.
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Um die Vorteile der Systeme mit erdfreiem Sternpunkt nicht zu verlieren,
ist die Auslösung nur für Werte von Ur/Ue größer als 3 zweckmäßig.
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Das Erdschluß-Warn- und -Schutzsystem nach der Erfindung weist folgende
Vorteile auf: a) Hohe Empfindlichkeit - Die Warnvorrichtung tritt bei 1 übersteigenden
Unsymmetrien der Spannungen gegen Erde in Tätigkeit. Aufgrund dieser hohen Empfindlichkeit
ist das System ein wertvolles Hilfsmittel, Leitungen festzustellen, die iniLge beginnender
Fehler Störungen hervorrufen.
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b) Niedrige Kosten.
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c) Leichte Installation.
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Sehr niedriges Gewicht.
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e) Erfordert nicht die Verwendung von Spannungsmeßwandlern.
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Daraus ergeben sich eine Reihe von Vorteilen: ei) eine Störung in
der Isolation zwischen Hoch- und Niederspannung ist praktisch unmöglich, e2) keine
Brand- oder Explosionsgefahr, e3) die Wirkungsweise des Systems verursacht keinerlei
störende Eingriffe in die übrigen Installationen, e4) die Kopplung unterliegt keinerlei
Beschädigungsgefahr, ihre Haltbarkeit ist praktisch unbegrenzt, e5) ausgezeichnetes
Verhalten gegenüber atmosphärischen Beanspruchungen infolge der hohen Isolation
zwischen Hoch- und Niederspannung, welche der bei den übrigen mit der gleichen Spannung
arbeitenden Vorrichtungen überlegen ist.
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f) Kann zum Messen von Spannungen zwischen Phasen und Erde und Restspannung
als Hochspannungsmesser arbeiten. Bei Ansteigen der zur messenden Spannungen treten
keine Erscheinunn auf, die diese Messungen verfälschen könnten.
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h) Die Gefährlichkeit der Erdschlüsse läßt sich schnell und leicht
feststellen.
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i) Durch Verändern der Anzahl der Isolatoren läßt sich dieselbe Vorrichtung
in Anlagen beliebiger Spannung verwenden.
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j) Durch Auswechseln der Kopplung in Niederspannungs-Anlagen verwendbar.
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k) Das System stellt etwaige Unsymmetrie der Spannungen gegen Erde
fest. In diesem Sinne läßt sich sagen, daß das System einen Schutz gegen Unsymmetrie
der Spannungen darstellt. Es stellt die Erdschlüsse fest, weil; diese- eine Spannungs-Unsymmetrie
hervorrufen.
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Als Schutz gegen Unsymmetrie bietet es viele Möglichkeiten: k1) Es
stellt ohne Schwierigkeiten die großen Unsymmetrien der Spannungen gegen Erde fest,
die mit der Ferroresonanz in Verbindung stehen. Bei Anschluß an Schienen, bei Verwendung
eines beliebigen Spannungsmeßwandler-Satzes und bei geerdetem Nulleiter oder Sterupunkt
der Primärseite läßt sich mit der Vorrichtung nach der Erfindung bei Warnung, daß
sich die Erscheinung ausbildet, die Zerstörung des Wandler-Satzes,vermeiden.
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Durch Belasten des betreffenden Wandler-Satzes bis zur Wärmebelastbarkeitsgrenze
läßt sich die Erscheinung bei recht-zeitiger Entdeckung unterdrücken. Dies is-t
ohne- jede Schwierigkeit mit der Vorric-htung nach der Erfindung erreichbar.
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k2) Es stellt ohne Schwierigkeiten die großen Spannungs-Unsymmetrien
fest, die hervorgerufen werden durch Unterbrechen einer Phase oder wenn ein Mehrfach-Phasenunterbrecher
zwei Phasen schließt oder-ungewollt eineeinzige Phase öffnet. In diesen Fellen großer
Unsymmetrien löst das Erdschluß-Warn- und -Schutzsystem die Abtrennung aus, wenn
die Überspannungen gegen Erde gefährlich werden.
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k3). Es meldet die Überspannungen und Störun-gen, dle hervorgerufen
werden durch das Heraus-lauSen des Bildpunktes des Erdpotentials aus dem Spannungs-Dreieck
(Verschiebung des Sternpunktes).
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1) Das System läßt sich als überlagerter Schutz in Systemen mit unmittelbar
oder über einen Widerstand geerd-etem,Nulleiter bzw. Sternpunkt verwenden. Dabei
vermag es Unsymmetrien der Spannungen gegen Erde festzustellen, die verschiedene
Ursachen haben:
a) Fehler infolge hohen Widerstandes in Leitungen.
Die 'Erfahrung zeigt, daß bei solchen Fehlern die Distanzschutzeinrichtungen nicht
in Tätigkeit treten, oder wenn doch, in nicht selektiver Weise.
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b) Interne Fehler' infolge hohen Widerstandes in Transformatoren oder
Leitungsendmasten, c) Stark unsymmetrische Belastungen infolge Schmelzens eines
Schmelzleiters einer Hochspannungssicherung in einer Phase eines Verteilertransformators
mittlerer Leistung.
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/Patentansprüche