DE2355282C3 - Verfahren und Vorrichtung zur Änderung der Eindringtiefe des Windes in einen Hochofen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Änderung der Eindringtiefe des Windes in einen HochofenInfo
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- C21B5/00—Making pig-iron in the blast furnace
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-
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verführen zur
Änderung der Eindringliefe des Windes in einen Hochofen mil Einspritzung von Zusatzbrennstoff und
,mf eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
Hie Sauerstoffzuführung zum Hochofen erfolgt
bisher mittels des etwa I KK)0C heißen I Iochofenwindes.
Der Winddruck beträgt dabei 2,5 bis J,0 aiii. Der Wind dringt etwa 1,2 in in das I lochofeninnere ein und bringt
den Koks zur Verbrennung, je nach I lochofengröße
wird der Wind an 24 bis 30 Stellen eingeblasen. Der nicht vom Wind erreichte zentrale Beschickungsbereich
behält relativ niedrige Temperaturen und nimm* an der Roheisen-Produktion nicht teil (»Toter Mann« im
ίο Hochofen). |e nach Beschickungsdichte des Ofens muß
aus Gründen der Abstützung der Beschickung die tote Zone in ihrem Durchmesser größer oder kleiner sein.
Zur Erhöhung der Energiezufuhr werden Zusatzbrennstoffe, z. B. Schweröl, in den Windstrom eingedüst, die
π im Innern des Hochofens verbrennen. Die Schwerölzufuhr erfolgt über eine Düse, die zentral kurz vor dem
Ende der Windzuführung angeordnet ist. Dieses Verfahren bedingt einen schlechten Ausbrand des Öles.
Zur Erreichung der vollständigen Verbrennung von
Zusatzbrennstoffen zu Hochöfen ist bereits vorgeschlagen worden (DE-AS 18 14 615), das Zusatzbrennstoff-Windgemisch zur Flammstabilisierung gegen ein Hindernis in der Nähe der Zusatzbrennstoff-Eingabestelle
zu führen. Es wurde weiterhin vorgeschlagen (französi
sehe Patentschrift 15 59 679), dem dem Hochofenwind
zugeführten Brennstoff einen verdrillen Wind beizumischen. Ein weiteres bekanntes Verfahren zur Beheizung
von Hochöfen (DE-PS 16 08 384) besteht darin, daß der flüssige Brennstoff zunächst im unmittelbaren Bereich
Jo einer Blasform entspannt wird, zeitlich und örtlich
anschließend mit in Form komprimierter Strahlen zugesetztem Gas vermischt, dann in einer konvergierend-divergierenden Form beschleunigt und unmittelbar anschließend mit für die vollständige Verbrennung
ausreichendem, gasförmigem Oxydationsmittel vor Eintritt in den Ofen verbrannt wird.
Alle diese bekannten Verfahren haben das Ziel, den Aiisbrandwirkungsgrad zu erhöhen; eine Veränderung
der Windgeschwindigkeit mhtcls dieser Verfahren ist
jedoch nicht möglich, da die Zusalz-Brennstoffmenge an die für den metallurgischen Prozeß erforderliche
Brennstoffmenge gebunden ist und nicht variiert werden kann.
♦5 Zugabe von Zusatzbrennstoff zum Hochofenwind an die
metallurgischen Erfordernisse im Hochofeninneren (Reduktion und Oxydation) gekoppelt ist. Andererseits
ist es vorteilhaft, die Eindringtiefe des Windes durch Regelung der Brennstoff-Zugabe zum Wind den
betrieblichen Erfordernissen, wie z. B. Dichte der Beschickung, anzupassen, um die innere Totzone im
Hochofen auf ein notwendiges Mindestmaß zu reduzieren.
Entkoppelung der metallurgischen Erfordernisse von den betrieblichen Erfordernissen die Ziisatzbrennstoff-/uführung so zu gestalten, daß einerseits dein I lochofen
die für die Reduktion erforderliche Brennstoffmenge zugeführt wird, andererseits aber die innere Totzone auf
das betrieblich notwendige Mindestmaß beschränkt bleibt. Gemäß der Erfindung wird dies dadurch erreicht,
daß mittels des dem Hochofenwind beigegchenen /usal/brcnnsloffcs die Windgeschwindigkeit geändert
wird. Die Veränderung der Windgeschwindigkeit
beeinflußt unmittelbar die Eindriiigtiefe des I Iochofenwindes in den Hochofen und (Limit die Größe der
inneren Totzone, wodurch die Roheisen Produktion beeinflußt wird. Gleichzcilig gibt die Erfindung die
Möglichkeit, die zentrale Totzone auf ein von den Betriebsbedingungen abhängiges Minimum zu reduzieren,
so daß auf diese Weise die lloehofenleistung
optimal gestaltet werden kann. Die durch die Verbrennung erhöhte Windtemperalur und die Verbrennungsgase
bewirken eine Vergrößerung des Windvclumens und damit eine Erhöhung der Eintrittsgeschwindigkeit
des Windes in den Hochofen bzw. bei gleichbleibender Geschwindigkeit eine Verstärkung des Windstrahles,
was ebenfalls der Verbesserung der Windverteilung im I lochofen dient.
In Ausführung der Erfindung wird der dem I lochofenwind
beigegebene Zusatzbrennstoff aufgeteilt, und zwar in eine die Eindringliefe des Windes beeinflussende
erste Teilmenge, die in an sich bekannter Weise so weit stromaufwärts eingebracht wird, daß ihr vollständiger
Ausbrantl noch innerhalb der Windzuführung erfolgt,
während eine zweite Teilmenge erst gegen der Windzuführung dem Hochofenwind beigegeben wird.
Je nach Größe der Energiezufuhr kann der Brennstoff in voller Höhe in der Windzuführung verbrannt werden
oder aber nur zum Teil, wobei dann der Resi erst kurz vor dem Rand des Hochofeninneren zugeführt und
somit erst innerhalb des Hochofens verbrannt wird, so daß die notwendige Gesamtmenge an Zusatzbrennstoff
wieder erhalten wird. Der Brennraum in der Windzuführung kann dabei in bekannter Weise für bessere Zünd-
und Verbrennungsbedingungen so gestaltet sein, daß die Windgeschwindigkeiten klein bleiben, d. h. der Brennraum
hat gegenüber der Hochofen-Windzuleitung einen jo
größeren Durchmesser. Er kann aber auch bei entsprechender Auslegung der Stabilisierungseinrichtungen
ohne Erweiterung in der Windzuleitung untergebracht sein. Der Brennstoff kann in an sich
bekannter Weise mit und ohne Überdruck axial, radial J5
oder diagonal in den Brennraum eingebracht werden. Gemäß der Erfindung kann die Brennstoffverieilung in
bekannter Weise drallförmig ausgebildet sein, oder eine solche Form haben, daß der Brennstoff als Film in den
Brennraum gelangt. Die Brennstoffzuführung kann in bekannter Weise innerhalb von Windriickströmgebieten
vorgesehen werden.
Um die den Brennraum begrenzenden Wände und die im Brennraum installierten Einbauten thermisch nicht
zu hoch zu überlasten, wird der Hochofenwind in bekannter geeigneter Weise an diesen Teilen vorbeigeführt,
indem ein Hitzeschild vorgesehen wird. Außer dieser Kühlmethode können die installierten Einbauten
auch mittels des zugeführten Brennstoffes oder mit Kühlwasser gekühlt weruen. Auch Kombinationen der
erwähnten Methoden sind denkbar.
Gemäß einem weiteren Merkmal tier Erfindung können die Brennstoff zufuhrenden Teile als tragende
Elemente der Brennstoffverteiler ausgebildet sein, so daß sie vom Brennstoff gekühlt werden. Weiterhin
besieht ein Merkmal der Erfindung darin, daß zur Unterstützung des Effektes der Eindringtiefenänderung
der Durchströmquerschnitt in an sich bekannter Weise an) Ende der Windzufühning veränderbar gestaltet
wird.
Der für die Winderhit/ting benutzte Zusatzbrennstoff
ist zweckniäßigerweise der gleiche wie der zur Energiesteigerung des Hochofens eingesetzte. Für
Soiidereigenschaflen der Verbrennung bezüglich Zündung,
Ausbrand, Korrosion. Wandschiit/ od. dgl. inner- M hall) der Windzufühning ist es jedoch möglkh, daß ein
Soriderbrennstoff eilige«..:,zt werden muß. /ur weiteren
Steigerung der 11<κ hofen'eisiiirig kann es erforderlich
werden, besonders hochenergetische Brennstoffe (Metallbeimischungen) zu verwenden. Hierbei wird der
Einsatz von festen, flüssigen und gasförmigen brennstoffen bzw. Mischungen oder Lösungen der genannten
Brennstoffe vorgesehen.
In den Figuren ist ein Ausführungsbeispiel der
Erfindung zeichnerisch dargestellt. Es zeigt
Fig. 1 eine Vorrichtung gemäß der Erfindung im Schnitt mit erweitertem Brennraum,
Fig.2 eine entsprechende Vorrichtung mit einem Brennraumdurchmesser, der der Windzuführung entspricht.
In den Fig. I und 2 ist das Mauerwerk eines Hochofens mit 1 bezeichnet, wobei 2 das Innere des
Hochofens darstellt. Ein Windzuführungsrohr J besteht aus zwei an der Stelle 4 miteinander verbundenen
Rohrteilen.
In F i g. 1 ist eine Brennstoffzuführung 5 mit radialer Zuleitungfi im Rohr J angeordnet. Ein Brennstoffverteiler
(Flammhalter) 7 enthält als Ueisf-I einen Drallzerstäuber
S. Kurz vor dem Ausgang des Wi-tdzuführungsrohres J sind eine Anzahl Brennsloffdüsen 9 angeordnet.
Der Brennraum IO hat im Fall der F i g. 1 eine erweiterte Form gegenüber der Windzuleitung IOj. In
ihm befindet sich ein zylindrischer, perforierter Hitzeschild It zum Schutz der Brennkammerwand gegen
Überhitzung. An der Mündung des Windzuführungsrohres 3 sind Wasserkanäle 12 für Kühlungszwecke
vorgesehen. Alle erwähnten Konstruktionselemente sind an sich bekannt.
Die Fig. 2 stellt eine entsprechende Vorrichtung dar.
deren Brennraumdurchmesser dem der Windzuführung entspricht. Mit U, I)' und 1.3" sind Brennstoffzuleitungen
bezeichnet, welche radial zu Brennstoffverteilern (Flammhaltern) 14,14'und 14" führen.
Die Funktion der neuen Vorrichtung ist wie folgt:
In Fig. I und 2 strömt der Wind in Richtung der
eingezeichneten Pfeile 15 durch das Windzuführ.mgsrohr
J. In Fig. I passiert der Wind den Brennstoffverteiler
7 mit Drallzerstäuber 8. Durch die Erweiterung des Brennraumes 10 wird die Geschwindigkeit des
Windes zunächst herabgesetzt und dadurch ein fast vollständiger Ausbrand des zugefühnen Brennstoffes
auf kurzer Wegstrecke innerhalb des Brennraumes 10 ermöglicht. Durch die Verbrennung erfolgt am Ende des
Brennraumes 10 eine starke Geschwindigkeitssteigerung. Erfordern die Betriebsbedingungen eine nur
teilweise Erhöhung der Geschwindigkeit, wird durch den Zerstäuber 8 nicht die volle Menge Brennstoff
eingespritzt, sondern nur ein Teil, wobei der mit Rücksicht auf die Roheisenqualität erforderliche Rest
kurz vor der Mündung der Windzuführung durch die Düser 3 Jem Wind zugegeben wird. Dieser Rest nimmt
an einer Steigerung der Windgeschwindigkeit nicht mehr teil.
Die Funktion der Vorrichtung nach F i g. 2 ist grundsätzlich die gleiche wie in Fig. I. Da hier der
Brennraumdurchmesser 10 klein, und zwar gleich dem Durchmesser des Vf indzuführiingsrohres 3 gehalten ist,
wird seine Längenausdehnung größer, damit ein fast vollständiger Ausbrand erzielt wird. Durch den
Ausbrand erfolgt ähnlich wie in F i g. I am Ende des Brennraumes 10 eine starke Geschwindigkeitserhö
hung. Um einen größeren Regelbereich zu erhalten, ist im Beispiel der Fig. 2 eine stufenweise Brennstoffzufuhr
II, IV vorgesehen. Bei Regelung wird die notwendige Restmenge ähnlich dem Beispiel der F i g. I
kurz, vor der Mündung durch die Brennstoffzufuhr 15'
zugegeben.
für hcidc Figuren gilt, daO, falls eine maximale
(Jcsdiwindigkeitscrhöhung gefordert wird, durch die
kurz vor der Mündung angeordneten Düsen 9 bzw. 14" kein Brennstoff zugeführt wird.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
- Patentansprüche:I. Verfahren zur Änderung der Eindringtiefe des Windes in einen Hochofen, dadurch gekennzeichnet, daß mittels des dem Hochofen wind beigegebenen Zusatzbrennstoffes die Windgeschwindigkeit geändert wird.I. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dall der dem Hochofenwind beigegebene Zusatzbrennstoff aufgeteilt wird, und zwar in eine die Eindringtiefe des Windes beeinflussende erste Teilmenge, die in an sich bekannter Weise so weit stromaufwärts eingebracht wird, daß ihr vollständiger Ausbrand noch innerhalb der Windzuführung erfolgt, während eine zweite Teilmenge erst gegen Ende der Windzuführung dem Hochofenwind beigegeben wird.J. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dal) eine ctufenweise Hrennstoffzufühning (H, ti', t J'') vorgesehen ist, wobei die Breiinsiuifztiführungsstellen sowohl stromaufwärts innerhalb des Windzuführungsrohres (J) als auch am Ende desselben angeordnet sind.4. Vorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der Brennraum (10) gegenüber der Hochofen-Windzuleitung (lOaj einen größeren Durchmesser hat.5. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Brennraum (10) sich ohne Erweiterung im Inneren der Windzuleitung (1Oa1J befindet.6. Vorrichtung nach Anspruch i — 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Brenostoffverteilung (8) drallförmig ausgebildet ist.7. Vorrichtung nach Anspruch J—5, dadurch gekennzeichnet, daß die Brennstoffverteilung (14, 14') als Film längs einer oder mehrerer Wände erfolgt.8. Vorrichtung nach Anspruch J—7, dadurch gekennzeichnet, dali der Urennraum (10) bzw. Teile des llrennraumes einen Hitzeschild (II) zur Kühlung durch den Hochofenwind enthalten.9. Vorrichtung nach Anspruch 3 — 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine Kuhlwasserleitung (12) so geführt ist, daß der Brennraum (10) oder Teile des Brennraumes durch Kühlwasser gekühlt bzw. geschützt werden.10. Vorrichtung nach Anspruch 3—9, dadurch gekennzeichnet, daß die Brennstoff zuführenden Teile (6) als tragende Elemente der Brennstoffverteiler (7) ausgebildet sind, so daß sie vom Brennstoff gekühlt werden.II. Vorrichtung nach Anspruch J—10, dadurch gekennzeichnet, daß zur Unterstützung des Effektes der Eindringtiefenänderung der Durehströmquerschnitt in an sich bekannter Weise am finde des Windziiführungsrohres (1) veränderbar gestaltet ist.
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Applications Claiming Priority (1)
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| DE2355282A1 DE2355282A1 (de) | 1975-05-07 |
| DE2355282B2 DE2355282B2 (de) | 1978-06-01 |
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Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
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Families Citing this family (3)
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| RU2167204C1 (ru) * | 1999-12-31 | 2001-05-20 | Открытое акционерное общество "Новолипецкий металлургический комбинат" | Дутьевая фурма доменной печи |
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