DE2239065A1 - Ionisationskammer - Google Patents
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Description
"Ionisationskammer"
Die Erfindung betrifft eine Ionisationskammer, insbesondere eine luftäquivalente Ionisationskammer.
Bei luftäquivalenten Ionisationskammern bestehen die Wände, die auch die Elektroden bilden können, aus einem Material,
dessen mittlere Atomzahl ungefähr derjenigen der Luftfüllung der Kammer (ungefähr 7>4-) gleicht, so daß die Kammer auf
ionisierende Strahlung ungefähr so wie Luft anspricht. Solche Ionisationskammern lassen sich beispielsweise zur
Messung der Intensität einer medizinischen Röntgenstrahlungsquelle verwenden. Die Wände und die Elektroden können aus
Kunststoff, z.B. aus Methylmethacrylat bestehen. Da letzteres Material elektrisch isoliert, muß, wenn das Material als
Elektrode dienen soll, ein elektrisch leitender Belag vorgesehen sein, der z.B. durch einen dünnen Überzug aus Graphit
in kolloidaler Porm gebildet sein kann.
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Die Atomzahl von Graphit ist" 6. Dies hat bei einer großen
Energie der Röntgenstrahlung, beispielsweise bei 200 keV bis 1,25 MeV, nur geringe Auswirkungen. Es wurde jedoch festgestellt,
daß bei geringeren Energien die Dicke der Graphitschicht von kritischem Einfluß auf die Empfindlichkeit der
Kammer sein kann. Insbesondere hat es sich als schwierig herausgestellt, identische Kammern mit der gleichen Empfindlichkeit
bei niedrigen Energien herzustellen, da die Dicke des Graphitbelages eine kritische Einflußgröße wird und es
schwierig ist, die gleiche Dicke von Kammer zu Kammer einzuhalten.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Ionisationskammer anzugeben, die sich leicht derart herstellen läßt,
daß die elektrischen Eigenschaften von Kammer zu Kammer gleich ausfallen. Die Erfindung geht von einer Ionisationskammer
aus, deren wirksamer Hohlraum von einer Wandung aus elektrisch isolierendem Material umschlossen ist, die einen Belag aus
elektrisch leitendem Material besitzt; und löst die ihr zugrunde liegende Aufgabe dadurch, daß der elektrisch leitende
Belag als ein Muster von Streifen ausgebildet ist, die nur einen kleinen Anteil der Fläche der Wandung einnehmen.
Bei einer bevorzugten Ausbildungsform umfaßt die neue Ionisationskammer zwei im Abstand voneinander befindliche
Scheiben au.s isolierendem Material, zwischen denen und isoliert von denen eine dritte Scheibe aus dem gleichen
Material angeordnet ist. Die beiden ersten Scheiben bilden die Polarisationselektroden der Ionisationskammer, während die
dritte Scheibe die Kollektorelektrode darstellt. Als isolie-
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rendes Material kommt insbesondere Methylmethacrylat infrage.
In Weiterbildung der Erfindung sind beide Flächen der mittleren
Scheibe und die inneren Flächen der beiden anderen Scheiben jeweils mit einem elektrisch leitenden Belag in Form eines
Musters von dünnen konzentrischen und radialen Streifen versehen, die sich nach Art eines Spinnetzes kreuzen und
zu denen die üblichen elektrischen Anschlüsse herstellbar sind. Die elektrisch leitenden Streifen können beispielsweise
durch Eingravieren des Musters mit einem scharfen Werkzeug und Ausfüllen der gravierten Vertiefungen mit einem leitenden
Material, wie z.B. kolloidalem Graphit erzeugt werden. Es kommen jedoch auch andere Möglichkeiten zur Herstellung
des Musters in Frage.
Es wurde überraschenderweise festgestellt, daß die kleinen
leitfähigen Flächen, die durch die Streifen gebildet sind, ausreichen, die Kammer bis zur,Sättigung zu polarisieren
und den gesamten Ionisationsstrom zu sammeln.
Da die schmalen Streifen nur einen kleinen Anteil der Oberfläche der Elektroden einnehmen, z.B. nur 6 %, können
auf einer ungleichmäßigen Dicke des leitenden Belages beruhende EmpfindlichkeitsSchwankungen von Kammer zu Kammer
nur auf den geringen Anteil des Belages auf der Oberfläche zurückgehen und daher auch nur entsprechend klein
sein. .
Der elektrische Anschluß zu den Streifen-Mustern kann beispielsweise
mittels eines leitfähigen Belages hergestellt ' · werden, der außerhalb des Streifen-Musters aufgebracht
ist und mit diesem in Berührung steht. Dieser leitfähige Be-
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lag sollte aber nicht auf der den wirksamen Hohlraum der Ionisationskammer abgrenzenden Wandung aufgebracht sein,
da sonst der mit der Erfindung erzielbare Vorteil teilweise
wieder verlorengehen würde.
Die Erfindung ist zwar insbesondere für luftäquivalente
Ionisationskammern geeignet, jedoch läßt sie sich auch bei anderen Ionisationskammern anwenden, deren Wände aus
isolierendem Material bestehen, z.B. bei gewebeäquivalenten Kammern. Es ist auch nicht notwendig, daß die Kammer eine
flachzylindrische Form hat.
Es folgt eine Erläuterung der Erfindung mit weiteren vorteilhaften
Einzelheiten anhand eines schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels. In den Zeichnungen zeigen:
Pig. 1 einen Längsschnitt durch eine Ionisationskammer nach der Erfindung,
Fig. 2 eine Draufsicht auf eine Polarisationselektrode der Ionisationskammer nach Fig. 1,
Fig. 3 ein elektrisches Schaltbild einer Schaltung, in
der die Ionisationskammer nach Fig. 1 betrieben wird.
Die in Fig. 1 dargestellte luftäquivalente Ionisationskammer umfaßt zwei Scheiben 1 und 2 aus Methylmethacrylat, die
an den beiden gegenüberliegenden Enden eines flachzylindrischen Gehäuses 3 aus Aluminium befestigt sind. Eine dritte
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Seheibe 4 aus Methylmethacrylat ist in der Mitte zwischen
den Scheiben 1 und 2 mittels Eingen 5, 6, 7 und 8 aus dem
gleichen Material befestigt. Dabei ist die Scheibe 4 in einer ringförmigen, zwischen den Eingen 6 und 7 gebildeten
Aussparung eingeklemmt. !Compressible O-Binge 9 stellen die
ausreichende Steifigkeit der Anordnung sicher. Zum Schutz sind an beiden Enden der Kammer Polyäthylenringe 10 aufgesetzt.
Das Gehäuse 3 ist mit einer Filteröffnung 11 versehen, durch die im Hinblick darauf, daß die Einge 5 "bis
keine vollständige Abdichtung bilden, atmosphärische Luft in die Kammer eintreten kann.
Die beiden zwischen den Scheiben 1 und 4 bzw. 2 und 4 gebildeten Hohlräume 12 und 13 stellen den wirksamen oder
aktiven Hohlraum der Kammer dar. Es ist ersichtlich, daß die gesamte, den wirksamen Hohlraum abgren-zende Wandung
der Kammer aus Methylmethacrylat besteht.
Die Scheibe 4 bildet die Kollektorelektrode der Kammer. Die
inneren Flächen der Scheiben 1 und 2 bilden die Polarisationselektroden der Kammer. Beide Flächen der Scheibe 4
und die inneren Flächen der Scheiben 1 und 2 sind mit ehern elektrisch leitenden Belag oder Überzug versehen, dessen
Form in Fig. 2 dargestellt ist. Fig. 2 zeigt die Scheibe 1 oder 2, jedoch findet sich das einem Spinnennetz ähnliche
Muster von Streifen 14 auch auf beiden Flächen der Scheibe Beim dargestellten Ausführungsbeispiel umfaßt das Muster
acht konzentrische Kreise, deren Durchmesser von 1 cm bis 8 cm zunimmt, sowie außerdem, wie dargestellt, radiale
Streifen. Die Streifen werden in der Weise hergestellt, daß mittels eines scharfen Werkzeuges im Querschnitt ungefähr V-för-
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mige Vertiefungen von ungefähr 0,25 mm Breite und 0,25 mm Tiefe erzeugt und die Vertiefungen mit kolloidalem Graphit
ausgefüllt werden. Der elektrische Anschluß zu dem Streifen-Muster wird mittels eines ringförmigen Graphitbelages 15
hergestellt, der den äußeren konzentrischen Ring des Streifen-Musters berührt. Der Widerstand zwischen dem innersten
Ring und dem Belag 15 beträgt ungefähr 100 kjb; dieser Wert
ist jedoch nichtkritisch, noch ist es das Muster der Streifen. Andere geeignete Streifen-Muster lassen sich leicht
experimentell ermitteln.
Aus Fig. 1 ist ersichtlich, daß die Beläge 15 auf den
Scheiben 1 und 2 elektrisch mit dem Gehäuse 3 in Berührung stehen; die entsprechenden, jedoch schmaleren Beläge 15
auf der Scheibe 4- sind mittels eines Kontaktstückes 16 und
einem Draht 17 mit dem Innenstift eines dreiachsigen
Steckers 18 verbunden,dessen Außenwand am Gehäuse 3 angebracht ist. Zwischen den die Polarisationselektroden darstellenden
Scheiben 1 und 2 und der die Kollektorelektrode darstellenden Scheibe 4- ist ein Schutzring vorgesehen,
der durch einen Graphitbelag 19 auf den aneinander grenzenden Flächen der Ringe 5 und 6 bzw. 7 und 8 in Verbindung mit
ringförmigen Aussparungen 20 zwischen diesen beiden Ringpaaren gebildet ist. Ein eventuell von den Scheiben 1 und 2 über
die Oberfläche der Ringe 5 und 8 fließender Leckstrom wird daher zu den Belägen 19 abgeleitet. Die Beläge 19 sind
mittels Kontaktstücken 21 und Drähten 22 an den mittleren Kontakt des Steckers angeschlossen.
Fig. 1 zeigt die Ionisationskammer ungefähr im Maßstab 1:1. Die Scheiben 1 und 2 haben einen Durchmesser von unge-
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fähr11,4 cm und sind 4 mm dick, während die Scheibe 4
ungefähr 1 mm dick ist. Der wirksame Hohlraum der Ionisationskammer hat einen Durchmesser von ungefähr 7j6 cm und
der Abstand zwischen den Scheiben 1 und 4 bzw. 2 und 4 beträgt 1,2 cm, so daß der gesamte wirksame Hohlraum (12 + 13) ungefähr
108 cm^ groß ist. .
Die Ionisationskammer ist mittels eines dreiachsigen Kabels 23 (vgl. Fig. 3) mit einem Metallgehäuse 24 verbunden,
das die zugeordnete elektrische Schaltung enthält. Die .leitfähigen Beläge bzw. Streifen-Muster auf den Scheiben
1 und 2, den Polarisationselektroden, sind über den ä\ißeren
Leiter des Kabels 23 unmittelbar mit dem Metallgehäuse 24 verbunden. Die Scheibe 4,'die Kollektorelektrode, ist über
den innersten Leiter des Kabels mit der Eingangsklemme eines üblichen, über einen Widerstand rückgekoppelten
Operationsverstärkers 25 verbunden, dessen Ausgangssignal
von einem Meßinstrument 26 angezeigt wird. Der Operationsverstärker 25 ist in einem metallischen Abschirmgehäuse
27 untergebracht, mit dem über den mittleren Leiter des Kabele die Schutzringe 19 sowie außerdem die Masse-Eingangskle^uie
des Operationsverstärkers verbunden sind. Die Polarisationsspannung
für die Kammer wird mittels eines Gleichspannung-Gleichspannung-Wandlers
28 erzeugt, welcher das Abschirmgehäuse 27 und damit den Verstärker 25 und die
Scheibe 4 auf einem positiven Potential.von + 150 V gegenüber
dem Gehäuse 24 und den Scheiben 1 und 2 hält. Der Wandler
28 wird aus einem an das Netz angeschlossenen Netzteil 29
gespeist, das auch die Speisespannung für den Operationsverstärker 25 liefert.
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Bei der beschriebenen Ionisationskammer nehmen die Streifen 14 schätzungsweise nur 6 % der gesamten, den wirksamen
Hohlraum der Kammer umschließenden Fläche ein. Es wurde festgestellt, daß Ansprechverhalten und Empfindlichkeiten
dieser Kammer gegenüber Röntgenstrahlen von 58 keV bis 1,25 MeV und bei 32 keV von Kammer zu Kammer maximal um
5 % voneinander abweichen.
ANSPRÜCHE:
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Claims (6)
- AnsprücheΌ J Ionisationskammer, deren wirksamer Hohlraum von einer Wandung aus elektrisch isolierendem Material umschlossen ist, die einen Belag aus elektrisch !leitendem Material besitzt, dadurch gekennzeichnet , daß der elektrisch leitende Belag als ein Muster von Streifen (14-) ausgebildet ist, die nur einen kleinen Anteil der Fläche der Wandung (1, 2, 4·, 5-8) einnehmen.
- 2) Ionisationskammer nach Anspruch 1, dadurch ge kennzeichnet , daß sie zwei im Abstand voneinander befindliche Scheiben (1, 2) aus isolierendem Material als Polarisationselektroden umfaßt, zwischen den'en und isoliert von denen eine dritte Scheibe (4) aus dem gleichen Material als Kollektorelektrode angeordnet ist.
- 3) Ionisationskammer nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet , daß die drei Scheiben (1, 2, 4) aus Methylmethacrylat bestehen.
- 4) Ionisationskammer nach Anspruch 2 oder 3j dadurch gekennzeichnet , daß beide Flächen der mittleren Scheibe (4) und die inneren Flächen der beiden anderen Scheiben (1, 2) jeweils mit einem elektrisch leibenden BelagΊ O <) »00/09201A/G-41 780
- ί -in Form eines Musters von dünnen konzentrischenund radialen Streifen (14) versehen sind, zu denen dieüblichen elektrischen Anschlüsse herstellbar sind (Fig. 2). - 5) Ionisationskammer nach Anspruch 4, dadurch g e k en η ζ e i ch η e t , daß die elektrisch leitenden Streifen (14) durch Eingravieren des Musters mit einem scharfen Werkzeug und Ausfüllen der gravierten Vertiefungen mit einem leitenden
Material erzeugt sind. - 6) Ionisationskammer nach einem der Ansprüche 1 bis 5»
dadurch gekennzeichnet , daß die elektrisch leitenden Beläge aus kolloidalem Graphit bestehen.3 Π 9 H 0 H / ü 1J 2M .Le ers ei\e
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