-
Ein solcher Schalldämpfer hat den Nachteil, daß er aus einer Vielzahl
verschiedener Teile besteht, die einzeln innerhalb des Mantelrohres befestigt werden
müssen, was einen beträchtlichen Aufwand erfordert, weil diese Teile hohen mechanischen
und thermischen Beanspruchungen ausgesetzt sind. Außerdem ist die Befestigung an
der Innenseite des porösen Absorptionsteiles schwierig, weil ein solches Absorptionsteil
notwendig eine nur begrenzte Festigkeit aufweisen kann. Endlich ist auch die Anwendung
sol-
-
cher Absorptionsteile nachteilig, weil diese von den heißen Pulvergasen
durchströmten Absorptionsteile einer erheblichen Abnutzung unterliegen, so daß solche
von Absorptionsteilen gebrauchmachenden Schalldämpfer eine nur begrenzte Lebensdauer
haben.
-
Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Schalldämpfer
zu schaffen, der aus nur wenigen Teilen besteht und keine Absorptionskörper benötigt,
so daß er einfach herstellbar ist und eine praktisch unbegrenzte Lebensdauer hat,
und der zugleich eine besonders gute Schalldämpfung gewährleistet.
-
Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß das Innenrohr
einen quadratischen Querschnitt hat und die die Öffnungen bildenden Abschnitte paarweise
von einander gegenüberliegenden Seiten abgebogen sind, sich über die ganze Breite
des Innenrohres erstrecken und bis zur Mittelebene des Innen rohres reichen, wo
ihre Querränder aneinanderstoßen, und endlich an ihren Querrändern Ausschnitte aufweisen,
die sich zu in Längsrichtung des Innenrohres gesehen im wesentlichen kreisrunden
Öffnung für den Geschoßdurchtritt ergänzen.
-
Bei dem erfindungsgemäßen Schalldämpfer ist also das Innenrohr ähnlich
wie bei dem bekannten Schalldämpfer mit den kegelförmigen Leitflächen in einzelne
Kammern unterteilt, die an ihrem vorderen Ende durch schräg nach vorn und außen
weisende Leitflächen begrenzt sind, von denen die dem Geschoß nacheilenden Pulvergase
in eine äußere Kammer gelenkt werden. Trotzdem ist der erfindungsgemäße Schalldämpfer
nicht aus einer Vielzahl von hintereinander angeordneten Leitblechen aufgebaut,
sondern weist nur ein einziges Innenrohr auf, von dem Abschnitte nach innen abgebogen
sind, die sich zu pfeilförmig ausgebildeten Querwänden ergänzen.
-
Es ist nicht nur die Herstellung eines solchen Innenrohres besonders
einfach, sondern es weist der erfindungsgemäße Schalldämpfer wegen der einteiligen
Ausbildung des Innenrohres eine besonders gute mechanische Festigkeit auf, wodurch
eine hohe Lebensdauer gewährleistet ist. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen
Schalldämpfers besteht darin, daß die Pulvergase nicht in einem kreissymmetrischen
Strom von dem Innenrohr in die von Innenrohr und Mantelrohr begrenzte Kammer abgelenkt
werden, sondern in zwei einander gegenüberliegenden Teilströmen, so daß beim Austritt
der Gase in diese Kammer infolge des notwendigen Druckausgleiches Strömungskomponenten
entstehen, die quer zur Längsrichtung des Schalldämpfers verlaufen, damit sich auch
diejenigen Abschnitte der Kammer mit den Pulvergasen füllen, die den Wandabschnitten
des Innenrohres benachbart sind, die an die nach innen abgebogenen Abschnitte angrenzen,
wodurch in der vom Mantelrohr nach außen begrenzten Kammer eine kräftige Verwirbelung
der Pulvergase eintritt, welche die gewünschte Entspannung der Pulvergase verursacht,
ohne daß in dieser Kammer ein Absorptionsmaterial angeordnet werden müßte. Daher
werden mit Hilfe des erfindungsgemäßen Schalldämpfers überraschend hohe Dämpfungswerte
erzielt, und es weist zugleich dieser Schalldämpfer eine praktisch unbegrenzte Lebensdauer
auf, weil er kein einem Verschleiß unterliegendes Material enthält.
-
Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die nach
innen abgebogenen Abschnitte
von in Längsrichtung des Innenrohres hintereinanderliegenden
Paaren in bezug auf die Rohrachse jeweils um 900 gegeneinander versetzt. Auf diese
Weise lassen sich die gewünschten Austrittsöffnungen und von den abgebogenen Abschnitte
gebildeten Querwände sehr dicht hintereinander anordnen, und es kann die für eine
optimale Dämpfung benötigte Anzahl von in Längsrichtung des Schalldämpfers hintereinanderliegenden
Kammern auf einer relativ kurzen Länge des Schalldämpfers untergebracht werden,
so daß sich der erfindungsgemäße Schalldämpfer auch durch eine relativ kurze Baulänge
auszeichnet.
-
Es hat sich überraschend herausgestellt, daß besonders gute Dämpfungswerte
erzielt werden, wenn in weiterer Ausgestaltung der Erfindung die beiden nach innen
abgebogenen Abschnitte wenigstens eines Paares eine unterschiedliche Länge aufweisen.
Dabei können die von den gleichen Seiten des Rohres abgebogenen Abschnitte von in
Längsrichtung des Rohres hintereinanderliegenden Paaren verschieden lang sein, so
daß also die jeweils einen gleichen Winkel mit der Rohrachse bildenden Abschnitte
abwechselnd auf entgegengesetzten Seiten des Innenrohres liegen. Bei einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung weist das Innenrohr vier in Längsrichtung hintereinanderliegende
Paare von nach innen abgebogenen Abschnitten auf, von denen jeweils die beiden Abschnitte
des, in Schußrichtung von hinten nach vorn gezählt, ersten und dritten Paares verschieden
lang und des zweiten und vierten Paares gleich lang ausgebildet sind. Dabei haben
die Abschnitte des zweiten und vierten Paares im wesentlichen jeweils die gleiche
Länge wie die kürzeren Abschnitte der beiden anderen, unsymmetrischen Paare.
-
Die Festigkeit des Innenrohres kann dadurch bedeutend erhöht werden,
daß die nach innen abgebogenen Abschnitte an ihren Längsrändern mit den benachbarten
Seiten des Innenrohres und/oder an ihren aneinanderstoßenden Querwänden miteinander
durch Hartlöten oder Schweißen verbunden werden.
-
Außerdem wird durch diese Maßnahme eine bessere Ableitung der Pulvergase
in die vom Mantelrohr begrenzte Kammer erzielt.
-
Das Innenrohr kann zweckmäßig mittels Endscheiben in dem Mantelrohr
befestigt sein, die in ihrer Mitte Durchgangsbohrungen für den Geschoßdurchtritt
aufweisen. Auf diese Weise wird auch eine besonders stabile Verbindung zwischen
dem Mantelrohr und dem Innenrohr erzielt, die zugleich einfach herstellbar ist.
Weiterhin kann das Mantelrohr entgegen der Schußrichtung über das Innenrohr verlängert
und zur Aufnahme eines mit Querbohrungen versehenen Abschnittes des Waffenlaufes
eingerichtet sein. Diese Maßnahme hat in bekannter Weise den Zweck, die Mündungsgeschwindigkeit
der Waffe auf einen unter der Schallgeschwindigkeit liegenden Wert zu vermindern,
damit beim Abschießen der mit dem Schalldämpfer versehenen Waffe der Überschallknall
des Geschosses vermieden wird.
-
Weitere Einzelheiten ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels. Es zeigt F i g. 1 einen
Längsschnitt durch einen Schalldämpfer nach der Erfindung und Fig.2 einen Schnitt
längs der Linie II-II durch den Schalldämpfer nach Fig. 1.
-
Der in der Zeichnung dargestellte Schalldämpfer
weist
ein zylindrisches Mantelrohr 1 auf, das an seinem vorderen Ende durch eine Kappe
2 und an seinem hinteren Ende durch ein Anschluß stück 3 verschlossen ist. Sowohl
die Kappe als auch das Anschluß stück greifen mit einem Abschnitt in das Innere
des Mantelrohres ein, und es ist das Ende des Mantelrohres mit der Umfangsfläche
der Kappe 2 bzw. des Anschlußstückes3 verschweißt. Innerhalb des Mantelrohres 1
ist mittels Endscheiben 4 und5 ein Innenrohr 6 angeordnet, das, wie aus F i g. 2
ersichtlich, einen quadratischen Querschnitt hat. Die Endscheiben 4 und 5 haben
jeweils an einer Stirnseite einen quadratischen Ansatz 7 bzw. 8, auf den das In-Innenrohr
6 mit seinem entsprechenden Ende aufgeschoben ist. Das Innenrohr 6 ist mit den Endscheiben
4 und 5 wiederum durch Schweißen oder Hartlöten verbunden. Die vordere Endscheibe4
greift in eine entsprechende Aus drehung 9 an der Rückseite der Kappe 2 ein, wogegen
die hintere Endscheibe 5 etwa in der Mitte des Mantelrohres 1 mit ihrem Umfang an
dessen Innenseite anliegt. Die Endscheiben 4 und 5 sind in der Kappe 2 bzw. dem
Mantelrohr 1 lediglich durch einen Preßsitz gehalten. Die Kappe 2, das Anschlußstück3
und die Endscheiben 4 und5 sind jeweils mit einer Durchgangsbohrung 10 für das Geschoß
der Feuerwaffe versehen.
-
Die von dem Mantelrohr 1, dem Innenrohr 6 und den Endscheiben 4 und
5 begrenzte Kammer 11 steht mit dem Inneren des Innenrohres 6 über Öffnungen 12
in Verbindung, die dadurch gebildet sind, daß von einander gegenüberliegenden Seiten
des im Querschnitt rechteckigen Innenrohres 6 Abschnitte 13, 14 und 15 ausgeschnitten
und nach innen so weit abgebogen sind, daß sich ihre Querränder 16 in der Mittelebene
des Innenrohres 6 treffen. Die nach innen abgebogenen Abschnitte 13 bis 15 erstrecken
sich jeweils über die ganze Breite des Innenrohres und sind an ihren Längsrändern
mit der benachbarten Seite des Innenrohres und an ihren aneinanderstoßenden Querrändern
16 miteinander durch Hartlöten oder Schweißen verbunden.
-
Bei dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel weist
das Innenrohr 6 vier Paare einander gegenüberliegender Abschnitte 13 und 14 bzw.
-
15 auf, die in Längsrichtung des Innenrohres hintereinander angeordnet
sind und von denen jeweils aufeinanderfolgende Paare um 900 gegeneinander versetzt
sind. Während also, in Schußrichtung gesehen oder von der hinteren Endscheibe 5
aus gezählt, die Abschnitte 13 und 14 des ersten und des dritten Paares im Schnitt
dargestellt sind, weil sie von den zur Zeichenebene senkrechten Wänden des Innenrohres
6 abgebogen sind, sind die Abschnitte 15 des zweiten und vierten Paares in Ansicht
dargestellt, weil sie von den zur Zeichnungsebene parallelen Wänden des Innenrohres
6 abgebogen sind. Weiterhin sind die Abschnitte 13 und 14 des ersten und des dritten
Paares verschieden lang ausgebildet, und es geht von jeder Seite des Innenrohres
6 ein langer Abschnitt 13 und ein kurzer Abschnitt 14 aus, so daß also die von den
Abschnitten 13 und 14 des ersten und des dritten Paares gebildeten Keile nach verschiedenen
Seiten in bezug auf die Längsmittelebene des Innenrohres schief gestellt sind. Im
Gegensatz dazu sind die Abschnitte 15 des zweiten und des vierten Paares gleich
lang, so daß also die von diesen
Abschnitten gebildeten Keile zu der entsprechenden
Längsmittelebene des Innenrohres 6 symmetrisch verlaufen. Alle Abschnitte 13 bis
15 weisen an ihren Querrändern 16 Ausschnitte 17 bzw. 18 bzw. 19 auf, die sich,
in Längsrichtung des Innenrohres 6 gesehen, zu im wesentlichen kreisrunden Öffnungen
20 für den Geschoßdurchtritt ergänzen.
-
Zum Gebrauch wird er erfindungsgemäße Schalldämpfer auf den in F
i g. 1 strichpunktiert dargestellten Lauf 21 einer Waffe aufgeschoben, der die Bohrung
10 im Anschlußstück 3 durchdringt und bis zur hinteren Endscheibe 5 reicht, mit
dem das Innenrohr 6 in dem Mantelrohr 1 gehalten ist. Diese Endscheibe 5 weist an
ihrer Rückseite eine Bohrung 22 auf, in die der Lauf 21 der Waffe eingreift. Auf
diese Weise wird zwischen dem Lauf 21 und dem Mantelrohr 1 eine weitere Kammer 23
gebildet, in deren Bereich der Lauf 21 Querbohrungen 24 aufweist, damit bereits
aus dem Lauf Pulvergase in die Kammer 23 entweichen können. Diese Maßnahme hat in
bekannter Weise den Zweck, die Mündungsgeschwindigkeit des aus dem Lauf 21 abgefeuerten
Geschosses auf einen unter Schallgeschwindigkeit liegenden Wert zu vermindern, damit
auch der Überschallknall des Geschosses vermieden wird.
-
Die aus dem Lauf 21 in das Innenrohr 6 des Schalldämpfers eintretenden
Pulvergase werden von den schräggestellten Abschnitten 13 bis 15 der Seitenwände
des Innenrohres durch die so gebildeten Öffnungen 12 nach außen in die von dem Innenrohr
6 und dem Mantelrohr 1 begrenzte Kammer abgelenkt. Dabei sorgen die Wände 13 und
14 mit ihrer verschiedenen Neigung für eine verschiedene Verteilung der Gase auf
die Kammer. Außerdem werden die Pulvergase nur auf einander entgegengesetzte Seiten
der Kammer verteilt, so daß seitlich der Öffnungen 12 Zonen geringeren Druckes entstehen,
in welche die Pulvergase von dem gewälbten Mantelrohr abgelenkt werden. Dadurch
entsteht in der Kammer 11 eine starke Verwirbelung, welche die Ausbreitung von Schockwellen
verhindert, die über das Mantelrohr 1 an die Umgebung weitergeleitet werden könnten.
Dies ist gegenwärtig die Erklärung dafür, daß mit dem erfindungsgemäßen Schalldämpfer
außerordentlich günstige Dämpfungswerte erzielt werden. Es ist jedoch nicht sicher,
daß diese Deutung die tatsächlichen, sehr komplizierten Vorgänge vollständig erklärt,
die zu dem überraschend guten Ergebnis führen.
-
Es ist weiterhin ersichtlich, daß der erfindungsgemäße Schalldämpfer
sehr einfach herstellbar ist, weil es nur sehr einfacher Arbeitsvorgänge bedarf,
um aus einem handelsüblichen Rohr mit quadratischem Querschnitt die Abschnitte auszuschneiden
und an ihren Querrändern mit den Ausschnitten zu versehen, dann nach innen in das
Rohr abzubiegen und bei Bedarf durch Schweißen oder Hartlöten mit den benachbarten
Rohrwänden und an ihren Querrändem miteinander zu verbinden. Das auf diese Weise
hergestellte Rohr ist auch in einfacher Weise in dem Mantelrohr befestigbar, so
daß der erfindungsgemäße Schalldämpfer aus einer extrem kleinen Anzahl einfacher
Teile besteht, die praktisch keinerlei Verschleiß unterliegen, so daß der erfindungsgemäße
Schalldämpfer auch eine praktisch unbegrenzte Lebensdauer hat.