DE2227266A1 - Anlage zum brennen keramischer ware in kurzen zeitspannen, beispielsweise in wenigen stunden - Google Patents
Anlage zum brennen keramischer ware in kurzen zeitspannen, beispielsweise in wenigen stundenInfo
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Description
- "Anlage zum Brennen keramischer Ware in kurzen Zeitspannen, beispielsweise in wenigen Stunden Bei der Herstellung von keramischen Erzeugnissen geht die Entwicklung dahin, einerseits die Brennzeit zu verkürzen, anderseits die mit dem Brennen bzw. Sintern der Ware notwendigen Arbeiten zu vereinfachen, zu mechanisieren und schließlich zu automatisieren. Zur Verkürzung der Brennzeit sind geeignete Öfen und Fördermittel entwickelt worden. In erster Linie wird für das Brennen in kurzen Zeitspannen der Tunnelofen herangezogen, in welchem die Ware beim Durchlaufen vom Einlaßende bis zum Auslaßende vom Rohling zum Fertigteil gebrannt bzw. gesintert wird.
- Die Erfindung bezweckt, die Voraussetzungen für die Automatisierung des gesamten Brennvorganges bzw. Sintervorganges zu schaffen, um hierdurch menschliche Arbeitskraft weitgehend in Fortfall zu bringen, den Ablauf der einzelnen Behandlungsstufen der Ware zu vergleichmäßigen und die im Ofen aufgebrachte Wärme optimal auszunutzen sowie nicht zuletzt die zum Brennen bzw. Sintern der einzelnen Teile benötigte Zeitspanne noch mehr zu verkürzen.
- Das erstrebte Ziel wird mittels einer Anlage zum Brennen keramischer Ware in kurzen Zeitspannen, beispielsweise in wenigen Stunden, erreicht, welche Anlage sich erfindungsgemäß dadurch auszeichnet, daß sie einen Tunnelofen'mit auf dem Tunnelofenboden gleitend verschiebbaren Plattformen und eine Umlaufbahn umfaßt, der außer dem Tunnelofenboden eine weitgehend parallel zur Tunnelofenlängsrichtung sich erstreckende Rücklaufbahn sowie eine vom Ofenauslauf zum Anfang der Rücklaufbahn führende Querbahn und eine vom Ende der Rücklaufbahn zum Ofeneinlaß führende Verbindungsbahn angehören, wobei die Anlage sich ferner dadurch auszeichnet, daß an der Rücklaufbahn eine Station zum Entnehmen der gebrannten bzw. gesinterten Ware von den Plattformen und eine Station zum Beschicken der zuvor geleerten Plattformen mit Ware vorhanden sind, die gebrannt bzw. gesintert werden soll, und wobei die Anlage sich schließlich noch dadurch auszeichnet, daß Beweger vorhanden sind für den Vorschub der Plattformen auf dem Tunnelofenboden, auf der Querbahn, der Rücklaufbahn und der Verbindungsbahn.
- Die Plattformen, auf welche die ungebrannten bzw. ungesinterten Rohlinge gegeben werden und beispielsweise als Schlitten ausgebildet sind, befinden sich beim Betreiben der Anlage in einer ununterbrochenen Umlaufbewegung, bei der sie den Tunnelofen durchwandern und anschließend über die Querbahn zur Rücklaufbahn gelangen, wo sie an der Entnahmestation von der Fertigware geräumt werden und an der Beschickungsstation mit neuer Ware besetzt werden, um sodann über die Verbindungsbahn zum Ofeneinlauf zu gelangen und mit der neuen Ware den Tunnelofen zu durchwandern, worauf die Umlaufbewegung sich wiederholt und die fertiggebrannten Teile an der Entnahmestation wieder abgeräumt werden. Die Umlaufbewegung kann kontinuierlich erfolgen, sie kann aber auch mit taktweisem Vorschub der Plattformen durchgeführt werden.
- Um die aus dem Tunnelofen kommende Ware an der Entnahmestation mit einer nicht zu hohen Temperatur von den Plattformen abräumen zu können, empfiehlt es sich noch, über der Riicklaufbahn auf der Strecke von deren Anfang bis zur Entnahme station einen Kühl tunnel vorzusehen. Dabei hat es sich als ausreichend erwiesen, wenn lediglich an der Tunneldecke Lüfter angeordnet werden. Dies bringt sogar den Vorteil, daß lediglich der. gebrannten oder gesinterten Ware Wärme entzogen.wird, daß aber der Wärmeinhalt der Plattformen weitgehend erhalten bleibt. Dieser Wärmeinhalt kann daher dazu genutzt werden, die auf der Beschikkungsstation neu auf die Plattformen gegebene Ware auf ihrem Weg um Tunnelofeneinlaß bereits vorzuwärmen. Dieser Vorwärmvorgang läßt sich noch verbessern, wenn gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung über der Rücklaufbahn auf der Strecke von der Beschickungistation bis zum Ende der Rücklaufbann ein Vorwärmtunnel angebracht wird, wobei dieser Vorwärmtunnel lediglich aus Metallblech zu bestehen braucht und frei von jeglicher Fremdbeheizung ist. Die Funktion dieses Vorwärmtunneis besteht darin, daß er die Wärmeabgabe von den Plattformen an die Ware vergleichmäßigt und daß er darüberhinaus den Verlust von Wärme durch Wärmeleitung, Konvektion und Strahlung auf ein Mindestmaß herabsetzt.
- Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung erläutert, die ein Ausfffhrungsbeispiel schematisch veranschaulicht. Es zeigen: Fig. 1 die Anlage in Draufsicht, Fig. 2 einen Schnitt entlang der Linie II-II, Fig. 3 eine als Schlitten ausgebildete Plattform, Fig. 4 einen Längsschnitt durch einen Tunnelofen.
- Die Anlage setzt sich aus einem Tunnelofen 1 mit Ofeneinlaß 2 und Ofenauslaß 3 und einer parallel zur Längsrichtung des Tunnelofens 1 sich erstreckenden Rücklaufbahn 4 sowie einer vom Ofenauslaß 3 zum Anfang 5 der Rücklaufbahn führenden Querbahn 6 und einer vom Ende 7 der Rücklaufbahn 4 zum Ofeneinlaß 2 führenden Verbindungsbahn 8 zusammen. Die Oberfläche 9 des Tunnelofenbodens 10 und die Oberfläche 11 der Querbahn 6 sowie die Oberfläche 12 der Rücklaufbahn 4 und die Oberfläche der Verbindungsbahn 8 gehen stetig ineinander über. Sie liegen vorzugsweise in gemeinsamer Ebene. Auf dieser Oberfläche können Plattformen beispielsweise nach Art des in Fig. 3 wiedergegebenen Schlittens 13 gleitend etwa in Richtung der Umlaufbewegung der Pfeile P, R, S und T verschoben werden. Zum Verschieben innerhalb des Tunnelofens 1 dient eine am Ofeneinlaß angeordnete Stoßvorrichtung 14. Bei der gleitenden Schiebebewegung der Plattformen auf der Oberfläche der Umlaufbahn stößt jeweils die vordere Stirnseite 15 eines Schlittens 13 gegen die rückwärtige Stirnseite 16 des vorangegangenen Schlittens.
- Sobald ein Schlitten 13 den Tunnelofen 1 durchwandert hat, gelangt er am Ofenauslaß 3 auf die Querbahn 6. Hier ist ein nichtgezeigter Querverschiebezylinder vorhanden, der den aus dem Tunnelofenauslaß 3 kommenden Schlitten übernimmt und in Richtung des Pfeiles R auf der Querbahn 6 verschiebt. Sobald ein Schlitten 13 an den Anfang 5 der Rücklaufbahn 4 gelangt, wirkt ein weiterer nichtgezeigter Hydrozylinder auf ihn ein und bewirkt das Verschieben in Richtung des Pfeiles S. Sobald ein Schlitten 13 etwa die halbe Länge der Rücklaufbahn durchwandert hat, gelangt er an die hier vorgesehene Entnahmestation 17, an welcher die auf ihm befindliche Ware von dem Schlitten geräumt wird. Auf dem weiteren Weg in Richtung des Pfeiles S kommt der nunmehr entleerte Schlitten 13 zur Beschickungsatation 18, wo er mit den zu brennenden oder zu sinternden Rohlingen besetzt wird.
- Schließlich gelangt der neu besetzte Schlitten 13 an das Ende 7 der Rücklaufbahn 4, wo ein weiterer Hydrozylinder vorhanden ist, der ihn in die Richtung des Pfeiles T auf der Verbindungsbahn 8 weiter schiebt. Er gelangt nunmehr an den Ofeneinlaß 2 und wird hier mittels der Stoßvorrichtung 14 in den Tunnelofen 1 geschobein. Hier durchwandert er nacheinander die Vorwärmzone A, die Hochtemperaturzone B und die Abkühlzone C und gelangt schließlich an den Ofenauslauf 3. Der Vorgang wiederholt sich.
- Das Entnehmen der Ware an der Entnahmestation 17 kann von Hand oder unter Heranziehung beispielsweise von Gummi-Saughebern erfolgen.
- Über der Rücklaufbahn 4 ist auf der Strecke vom Anfang 5 bis zur Entnahmestation 17 noch ein Kühltunnel 19 angeordnet. Entlang seiner Erstreckung sind an der Decke 20 nichtgezeigte Lüfter angeordnet, die bewirken, daß die auf den Schlitten befindliche Ware gekühlt wird, wenn die Schlitten den Kühltunnel 19 durchwandern. Die Ware nimmt hierdurch an der Entnahme station 17 eine Temperatur an, die beispielsweise bei 1000 C liegt.
- Auf der Strecke von der Beschickungsstation 18 bis zum Ende 7 der Rücklaufbahn 4 ist noch ein Vorwärmtunnel 21 über der Rücklaufbahn 4 etwa in der gleichen Weise wie der Kühltunnel 19 vorgesehen. Der Vorwärmtunnel kann z0B. aus Metallblech bestehen, wobei er frei ist von jeglicher Fremdbeheizung. Er dient dazu, den Verlust der in den Schlitten noch vorhandenen Wärme so gering wie möglich zu halten und den Wärmeübergang von den Schlitten 13 auf die neu aufgegebenen Rohlinge zu vergleichmaßigen und zu intensivieren.
- Die Zeitspanne, welche die Ware insgesamt zum Durchwandern des Tunnelofens benötigt, liegt unter drei Stunden. Ein Rohling kann also in weniger als drei Stunden fertig gebrannt bzw. gesintert werden.
- Als Plattformen müssen nicht unbedingt Schlitten dienen, vielmehr können die Plattformen auch durch Schubplatten und ähnliche Fördermittel gebildet werden.
Claims (5)
1. Anlage zum Brennen keramischer Ware in kurzen Zeitspannen, beispielsweise
in wenigen Stunden, dadurch gekennzeichnet, daß die Anlage einen Tunnelofen (1)
mit auf dem Tunnelofenboden (9) gleitend verschiebbaren Plattformen (13) und eine
Umlaufbahn umfaßt, der außer dem Tunnelofenboden (9) eine weitgehend parallel zur
Tunnelofen-Längsrichtung sich erstreckende Rücklaufbahn (4) sowie eine vom Ofenauslauf
(3) zum Anfang (5) der Rücklaufbahn (4) führende Querbahn (6) und eine vom Ende
(7) der Rücklaufbahn (4) zum Ofeneinlaß (2) führende Verbindungsbahn (8) angehören,
daß ferner an der Rücklaufbahn (4) eine Station (17) zum Entnehmen der gebrannten
bzw. gesinterten Ware von den Plattformen (13) und eine Station (18) zum Beschicken
der zuvor geleerten Plattformen (13) mit Ware vorhanden sind, die gebrannt bzw.
gesintert werden soll, und daß Bewegter vorhanden sind für den Vorschub
der Plattformen (13) auf dem Tunnelofenboden (9), der Querbahn (6), der Rücklaufbahn
(4) und der Verbindungsbahn (8).
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rücklaufbahn
(4) auf'der Strecke vom Anfang (5) bis zur Entnahmestation (17) einen Kühltunnel
(19) aufweist.
3. Anlage nach den Ansprechen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß
die Rücklaufbahn (4) auf der Strecke von der Beschikkungsstation (18) bis zum Ende
(7) der Rücklaufbahn (4) einen Vorwärmtunnel (21) aufweist.
4. Anlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlvorrichtung
des Kühl tunnels mittels Lüfter in der Kühltunneldecke gebildet ist.
5. Anlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorwärmtunnel
vornehmlich
aus Metallblech besteht und frei von jeglicher Fremdbeheizung ist.
Leerseite
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Cited By (3)
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| JPS4932904A (de) | 1974-03-26 |
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