Patentanwälte
584-19.342P(19.343H) 1. 9. 1972
Trak Incorporated, Newburyport (Mass. 01950) i V.St.A.
Ski
Die Erfindung betrifft einen Ski.
Insbesondere beim Skilanglauf wird die Skilauffläche, die
auf dem Schnee aufliegt, entweder sorgfältig gewachst oder mit einer solchen Oberflächenstruktur versehen, wie sie
beim Abfahrtslauf benutzt wird, um eine bessere Führung und Stabilität beim Steigen und Spurhalten zu erzielen.
Versuche, die Skilauffläche in bestimmter Weise auszubilden,
sind z. 1B. aus der US-PS 3 38I 972 und der DT-PS 870 3β9
bekannt.
Eine Verbesserung dieser Entwicklungen brachte die Verwendung
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einer dreidimensionalen Struktur oder Abstufung auf der Skilauffläche, wie sie z. B. in der US-PS 3 4o8 086 geschildert
ist. Dort sind Reihen von Vorsprüngen vorgesehen, die konvex gekrümmte Kanten haben, wobei Jede Reihe
gegen eine andere entlang der Lauffläche versetzt ist. Obwohl dadurch ein verbessertes Spurhalten und eine verbesserte
Steigfähigkeit erreicht werden, wird die Gleitreibung erhöht. Ferner erzeugt die sich regelmäßig wiederholende
Struktur auf der gesamten Lauffläche Schall mit starken, reinen Tönen als Komponenten. Die Tonfrequenz und die Tonstärke
nehmen mit der Laufgeschwindigkeit zu. Normalerweise liegt die Frequenz des Grundtons und von dessen Harmonischen
innerhalb des Frequenzbereichs, in dem das menschliche
Ohr am stärksten anspricht.
Ein Merkmal der Erfindung besteht darin, daß an einer dreidimensionalen
Skilaufsohle auf der Lauffläche des Skis in bestimmter Weise ausgebildete Vorsprünge mit im wesentlichen
Rechteckprofil gleichmäßig verteilt sind. Die Spurtreue und Steigfähigkeit des Skis werden durch geeignete Auswahl
der Kanten der Vorsprünge bestimmt, die so abgewandelt werden können, daß der Reibungskoeffizient für eine seitlich gerichtete
Spur- und nach hinten gerichtete Steigbewegung gesteuert wird.
Ein weiteres Merkmal der Erfindung betrifft das Ausmaß der Neigung und die Form bzw. das Profil der Berührungsflächen
der Vorsprünge, um eine geringere Reibung für ein Vorwärtsgleiten bei maximaler Steigfähigkeit zu erhalten.
Ferner ist es erfindungsgemäß vorteilhaft, die Vorsprünge unharmonisch entlang der Lauffläche anzuordnen, um Geräusche
mit reinen Tönen zu vermeiden und nur ein "verschmiertes" oder weniger störendes Rauschen zu erzeugen.
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Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung hat Reihen von rechteckig geformten Vorsprüngen mit gekrümmten Berührungsflächen,
die unharmonisch entlang der Lauffläche verteilt sind.
Die Erfindung wird ferner dadurch weitergebildet, daß die
Vorsprünge in der Mitte des Skis, d. h. unter der Skibindung
am tiefsten ausgeprägt sind und zur Skispitze und zum Skiende flacher werdend auslaufen.
In diesem Zusammenhang ist es besonders zweckmäßig, daß die Bodenfläche am Vorderteil des Skis ohne Vorsprünge ist.
Die zuletzt genannten beiden erfindungsgemäßen Maßnahmen haben ihren Grund darin, daß die Steigfähigkeit des Skis in
erster Linie durch die Wechselwirkung des Mittelteils des Skis, der wegen seiner unmittelbaren Lage unter dem Fuß am
stärksten belastet wird, bestimmt wird.
Eine derartige Ausbildung der Skilauffläche ist nicht zuletzt
sehr wirtschaftlich.
Die Erfindung wird anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. la und Ib verschiedene Vorsprünge, wie sie erfindungsgemäß
verwendet werden;
Fig. 2 eine vergrößerte schematische Ansicht von Fig. la;
Fig. J5 eine Seitenschnittansicht von Fig. la; und
Fig. k eine schematische Darstellung von Reihen von
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Vorsprüngen, die das Merkmal der nichtharmonischen
Beabstandung erläutern.
Gemäß Fig. 1 hat ein Abschnitt der Lauffläche eines Skis 10 Vorsprünge 14, die in Reihen quer zur Längsachse des Skis
10 ausgebildet sind. Die Vorsprünge Jeder Reihe sind gegen die Vorsprünge der vorhergehenden oder folgenden Reihe versetzt,
um eine Anordnung der Vorsprünge auf Lücke zu erzielen. In diesem Ausführungsbeispiel ist die insgesamt durch
die Vorsprünge erzielte Struktur im wesentlichen mit der in der US-PS 3 4o8 086 gezeigten vergleichbar. Die Spurtreue
und Steigfähigkeit eines Skis sind direkt proportional der Gesamtlänge der Kanten. Es ist nun aus der Geometrie bekannt,
daß der Kreis von allen geschlossenen Kurven das geringste Umfang/Flächeninhalt-Verhältnis hat. Die in Fig. la abgebildete
Struktur hat ein größeres Umfang/Flächeninhalt-Verhältnis für dieselben Schuppen bzw. Vorsprünge als für kreisförmige
Schuppen bzw. Vorsprünge einer ähnlichen Laufsohle. Die Vorsprünge gemäß der Erfindung ergeben eine bessere Spurtreue
und Steigfähigkeit im Vergleich zu den entsprechenden Eigenschaften von kreisförmigen Vorsprüngen, und zwar wegen
ihres vergrößerten Umfangs bzw. ihrer vergrößerten Kantenlänge. Außerdem kann das Verhältnis des Reibungskoeffizienten
für die seitliche (spurhaltehde) und die rückwärtige (Steig-) Bewegung für die Struktur von Fig. la und Ib, insbesondere
Fig. la, frei gewählt werden durch geeignete Wahl der Kantenlängen χ und y gemäß Fig. 2. Zum Beispiel begünstigt ein
großes x:y-Verhältnis die Steigfähigkeit gegenüber dem Spurhalten, während ein großes y:x-Verhältnis ein besseres Spurhalten
im Vergleich zur Steigfähigkeit erzielt. Auf diese Weise bringen die Ausführungsbeispiele von Fig. la und Ib ein
großes Umfang/Flänheninhalt-Verhältnis, das beträchtlich Spurhalten
und Steigfähigkeit von Skiern mit dieser besonderen
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Ausbildung der Laufsohle erhöht. Entsprechend kann vorgesehen sein eine Kombination von geraden und nichtgeraden Kanten,
vgl. z. B. Fig. Ib, Qder eine Vielzahl von kleinen geraden
Kanten, um den Umfang zu definieren. Ferner sind die geraden Kanten versetzt oder unter einem Winkel zur Längsachse des
Skis abgebildet. Die Kanten können unter irgendeinem Winkel vorliegen, in manchen Fällen sogar parallel sein, wenn z. B.
gemäß Fig. la ein Vorsprung mit der Skikante fluchtet.
Ein weiteres Merkmal der Erfindung ist in Fig. 3 zu sehen,
wo eine gekrümmte Oberfläche 20 der Vorsprünge 14 im Längsschnitt gezeigt ist. Dieser gekrümmte Oberflächenberührungsbereich
ergibt eine geringere Reibung für ein Vorwärtsgleiten ohne Aufhebung oder starke Reduzierung der Wirkung der in
Fig. la und Ib gezeigten Kanten. Im Gegensatz zu bekannten Skiern nimmt die Dicke der Vörsprünge gemäß der Erfindung
allmählich zu, vorzugsweise in Form einer Exponentialkurve. Die allmähliche Krümmung der Vorsprünge 14 von Fig. J5>
die z. B. ähnlich der Form der Gleitfläche eines Schlittens ist,
vermeidet am Oberflächenberührungsbereich die Ausbildung von Kanten, die die Reibung für ein Vorwärtsgleiten ohne
Nutzen für Spurhalten und Steigfähigkeit erhöhen würden. In diesem Ausführungsbeispiel kann die Dicke t der Vorsprünge
als Funktion des Abstands vom vorderen Punkt χ die Form einer Exponentialfunktion haben;
y = t(l - e~ilx) für ^
> 1
mit t = Dicke der Vorsprünge an der Hinterkante; und
«t = Zahl, die vorzugsweise größer als die Länge des
Vorsprungs 1 ist.
Durch geeignete Wahl von et kann man eine allmählich abnehmende
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Krümmung am vorderen Abschnitt und eine nahezu flache Gleitfläche in der Nähe der hinteren Kante erreichen, was
zu einem verbesserten Oleiten für eine Vorwärtsbewegung führt. Selbstverständlich kann jede Krümmung (auch eine,
die praktisch zu einer schiefen Ebene führt) verwendet werden, wobei dieses Merkmal der Erfindung darauf gerichtet
ist, das Auftreten von irgendwelchen geraden Kanten auf der OberflächenberUhrungsfläche zu vermeiden, was das Vorwärtsgleiten
behindern würde.
Die bekannten Skier zeigen eine gleichmäßige Verteilung von Vorsprüngen bzw. Schuppen auf der Lauffläche des Skis
(vgl. insbes. US-PS > 4o8 086), wobei das Schuppenmuster
gleichmäßig auf der gesamten Lauffläche wiederholt wird. Dieses regelmäßig wiederholte Muster erzeugt Geräusche,
wenn es über eine Oberfläche wie Schnee oder Wasser gleitet. Wenn wie bei der dreidimensionalen Schuppenlauffläche das
Muster regelmäßig auf im wesentlichen der gesamten Lauffläche wiederholt wird, hat der erzeugte Schall starke Komponenten
in Form reiner Töne. Die Frequenz des Tons und dessen Lautstärke nehmen mit der Laufgeschwindigkeit zu. Bei den
gegenwärtig verwendeten Skiern liegt die Frequenz des Grundtons und von dessen Harmonischen in einem Frequenzbereich,
in dem das menschliche Ohr am empfindlichsten ist.
Um den Schall im Bereich reiner Töne zu unterdrücken und zu einem kontinuierlichen Rauschen zu gelangen, sollte der Abstand
zwischen den verschiedenen Reihen der Vorsprünge, d. h. die Teilung, ungleichmäßig und unharmonisch sein, um
eine Periodizität innerhalb Jeder Zeilengruppe zu verhindern, wie Fig. 4 zeigt. Die Folge der Reihen in den verschiedenen
Gruppen sollte verschieden sein, um eine Periodizität der Gruppen zu vermeiden. Als Ausführungsbeispiel dieses Prinzips
zeigt Fig. 4 vier Reihen von verschiedenem Abstand oder ver-
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schiedener Schuppenlänge, die mit a, b, c und d bezeichnet sind. Nur zur Erläuterung: b ist I,lj5mal so groß wie a gezeigt,
c l,2;5mal so groß wie a und d I,j51mal so groß wie a. Selbstverständlich
kann jede ungeordnete, ungleichmäßige Anordnung von Reihen innerhalb der Gruppe von Vorsprüngen, egal, ob
in Reihen oder nicht, verwendet werden, um Periodizltäten zu vermeiden; und weniger als vier Reihen können innerhalb einer
Gruppe variiert werden, z. B. zwei oder drei, oder sogar mehr als vier, je nach Wunsch.
Bei einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel besteht die Lauffläche des Skis 10 aus Gruppen, die aus einer zufälligen
Kombination von Reihen a, b, c und d z-usammengesetzt sind, z. B. wie abed/bade/aceb/dabc/bacd/ etc. Nach
vier oder fünf verschiedenen Gruppenkombinationen ist das Muster genügend ungeordnet, so daß es erneut wiederholt werden kann,
bis die gesamte Lauffläche bedeckt ist.
Gemäß Fig. la und 4 sind die Reihen parallel zueinander angeordnet,
wobei jede dieser Reihen senkrecht zur Längsachse des Skis liegt. Die Reihen können, wenn sie untereinander
parallel sind, andere parallele Strukturen annehmen, z. B. unter einem beliebigen Winkel zur Skiachse liegen, die folgenden
geradlinig sein, um Sparren oder gekrümmte Muster zu erzielen. Die kurvenähnlichen parallelen Muster können sinusartig,
gebogen, parallel usw oder eine Kombination davon sein. Gemäß Fig. la und 4 werden die Mitten der Vorsprünge einer
Reihe durch die zusammenstoßenden Kanten der nächsten Reihe halbiert. Die Mitten der Vorsprünge einer ersten Reihe können
zu den Mitten der Vorsprünge einer oder mehrerer der anderen Reihe oder Reihen fluchtend ausgerichtet werden. Wahlweise
können sie zu den Vorsprüngen von irgendeiner der anderen Reihen um irgendeinen Betrag nach Wunsch versetzt sein, wobei
einige Vorsprünge fluchten und andere nicht.
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ErfindungBgemäß kann die unharmonische Beabstandung der
Schuppenstruktur zusammen mit irgendeinem Vorsprungstyp verwendet werden, um die charakteristischen reinen Töne im
Geräusch zu unterdrücken, das regelmäßig wiederholte Muster begleitet. Diese Ausbildung kann benutzt werden allein oder
in Verbindung mit Vorsprüngen, die Kanten haben, die ihren Umfang gemäß Fig. la und Ib bilden. Ferner kann diese erfindungsgemäße
Ausbildung verwendet werden in Zusammenhang mit Vorsprüngen, wobei die Berührungsfläche der Vorsprünge
jede gerade Kante daran vermeidet, um die Gleitreibung klein zu halten, ohne Spurhalten und Steigfähigkeit des Skis zu
beeinträchtigen. Daher kann irgendeines der Ausführungsbeispiele, wie in Fig. la und Ib abgebildet, allein oder in
Verbindung mit den Merkmalen der Erfindung nach Fig. 4,
allein oder in Verbindung mit den Merkmalen der Erfindung nach Fig. j5, benutzt werden, Ferner kann das Ausführungsbeispiel von
Fig. J5 allein oder in Verbindung mit den Ausführungsbeispielen von Fig. 1 und/oder denen von Fig. 4 benutzt werden. Bei einem
bevorzugten Ausführungsbeispiel werden zum Kleinhalten der Gleitreibung, zum Großmachen von Spurhalten und Steigfähigkeit
und zur Beseitigung von reinen Tonkomponenten, wie sie bei einer gleichmäßigen Oberfläche erzeugt werden, die Kombinationen
von Fig. la, 3 und 4 zusammen verwendet.
Obwohl die vorangegangene Beschreibung im Hinblick auf ein Ausführungsbeispiel der Erfindung erfolgte, dessen Lauffläche
zu einem Langlaufski gehört, ist es offensichtlich, daß die
Erfindung auch für Abfahrtsskier, Wellenbretter und ähnliche Einrichtungen zum Gleiten auf Wasser, Schnee, Eis usw. benutzt
werden kann. Die Erfindung kann auf jede Oberfläche mit Vorsprüngen angewendet werden, die einem Fluid ausgesetzt
werden; z. B. wenn eine Relativbewegung zwischen dem Fluid und
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der Oberfläche stattfindet und es erwünscht ist, das Strömungsgeräusch
und/oder die Reibungseigenschaften zwischen der Strömung und der Oberfläche zu steuern, z. B. in der Papierindustrie
bei einem Papierbreistrom, um das Durchmischen des Papierbreis zu verbessern.
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