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Verfahren zur Bearbeitung von landwirtschaftlichem Boden o.dgl. und
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren
zur Bearbeitung von landwirtschaftlichem Boden o.dgl., bei dem der Boden in einer
bestimmten Tiefe vom Untergrund abgetrennt und einer Ortsveränderung unterworfen
wird. Desweiteren bezieht sich die Erfindung auf eine Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens.
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Neben der bodenwendenden Pflugarbeit wendet der Landwirt seit eh und
Je erheblichen Arbeitsaufwand auf zur Eerrichtung eines möglichst optimalen Saatbettes
in bezug auf Bodenkrümelung,
richtige Krümelstruktur, Garezustand,
Oberflächennivellierung, dichtes Saatunterbett und schließlich innige Vermischung
der Bodenkrümel untereinander und mit dem aufgewendeten Dünger, den Spritzmitteln
und den Pflanzenrückständen, um den verschiedenen landwirtschaftlichen Kulturpflanzen
einen bestmöglichen Standort und günstige Keim- und Wachstumsbedingungen zu geben.
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Für die Bewältigung dieser Aufgabe sind zwei Bodenbearbeitungsverfahren
bekannt, nämlich das seit Jahrhunderten im Prinzip gleich gebliebene Verfahren,
die Oberkrume des vom Pflug uneben und schollig gewendeten Bodens mittels der dem
Prinzip nach ebenfalls seit Jahrhunderten bekannten und von tierischer oder motorischer
Kraft gezogenen Zinkenwerkzeuge, wie Eggen, Grubber, Kultivatoren usw., die in Jüngerer
Zeit zum Teil in federnder Ausführung ausgebildet oder mittels federnder Anbringung
elastisch arbeitend gemacht wurden, in der Oberfläche zu zerkleinern, zu zerteilen,
zu krümeln, zu lüften und einzuebnen, und zwar so, daß der Boden bei der Bearbeitung
im wesentlichen aus seiner Ebene nicht vertikal, sondern nur horizontal bewegt wird,
wenn man das Köpfen von Schollenkämmen und das Einräumen in die Furchentäler außer
Betracht läßt.
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Dieses alte Verfahren befriedigt nicht annäherend, was die Zertrümmerung
und die Krümelung von Erdschollen, vor allem aber das Ergebnis der pfluglosen Bearbeitung
von harten, verkrusteten und ausgetrockneten Böden angeht, insbesondere bezüglich
Gareförderung, Mischung der Bodenkrümel untereinander und mit Dünger, mit Spritzmitteln,
mit Stoppeln und anderen Pflanzenrückständen. Auch die in den letzten Jahren bekannt
gewordene Koppelung der verschiedenartigen Zinkenwerkzeuge mit nachfolgenden und
am Boden abrollenden Krümelwälzeggen ZU sogenannten Gerätekombinationen konnte am
Verfahren nichts
ändern und brachte in den angeführten kritischen
Punkten auch keine tiefgreifende Verbesserung. Auch die strichförmige Arbeitsweise
aller bekannten Zinkwerkzeuge läßt zuviel unberührte Stellen in der bearbeiteten
Bodenfläche, so daß neben den beschriebenen anderen Verfahrensmängeln die'Unkrautvernichtung
lückenhaft erfolgt.
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Die Vorteile von Zinkenwerkzeuge liegen jedoch in ihrer Einfachheit,
Unkompliziertheit, in geringem Verschleiß, billigen Reparaturen, relativ niedrigen
Anschaffungskosten Je Meter Arbeitsbreite, in großer Flächenleistung, geringer Wartungsnotwendigkeit,
in problemloser und einfacher Handhabung.
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Eine gewisse Verbesserung erwirkten zwar die von Motorkraft direkt
angetriebenen Zapfwelleneggen, wo an Tragbalken angebrachte Eggenzinken seitwärts
schwingend hin- und herbewegt werden. Sie haben sich aber nicht durchsetzen können,
weil trotz teurer Bauweise die mögliche Arbeitsgeschwindigkeit relativ niedrig liegt,
die Flächenleistung deshalb unbefriedigend ist, der Verschleiß und die Reparaturkosten
hoch sind.
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Mit der Verwendung von Traktoren in der Landwirtschaft wurde es bekannt,
Motorkraft mit Hilfe der Zapfwellenübertragung direkt in vertikal (Fräsen) oder
horizontal (Kreiseleggen) rotierende Werkzeuge einzuleiten, um mit diesen zwangsrotierenden
Werkzeugen harte Bodenschpllen zu zertrümmern, harten, ausgetrockneten und evtl.
mit Pflanzenrückständen bestandenen Boden ohne Pf luganwendung umzubrechen und sofort
saatfertig zu machen und Dünger und Pflanzenrückstände intensiv einzumischen. Dabei
wird bei den vertikal rotierenden Werkzeugen (Fräsen) ein eis des zu bearbeitenden
Bodens unter der Fräsenabdeckhaube hochgewirbelt und dabei von den rotierenden Werkzeugen
besonders stark gekrümelt und gemischt.
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Dieses Bodenbearbeitungsverfahren befriedigt zwar voll und ganz hinsichtlich
des Arbeitseffektes und des Arbeitsergebnisses, wie Schollenzertrümmerung, Bodenaufbruch,
Durchlüftung, Krümelung, Krümelmischung mit Dünger und Pflanzenrückstände. Aber
leider stehen den Verfahrensvorteilen schwerwiegende technische Nachteile gegenüber,
welche die Vorteile wieder aufwiegen und zum Teil fragwürdig machen. Es sind dies
ein relativ sehr großer Zugkraftbedarf, geringe Arbeitsbreite, niedrige Flächenleistung,
hohe Maschinenanschaffungskosten und ein hoher Verschleiß an Werkzeugen, Getrieben,
Zapfwellen usw. und eine geringe Schlagkraft.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Bodenbearbeitung derart
durchzuführen, daß die Verfahrensnachteile bei der Verwendung von Zinkenwerkzeugen
und die technischen Nachteile der von Motorkraft getriebenen Werkzeuge und Geräte
vermieden werden, Jedoch die technischen Vorteile von Zinkenwerkzeugen und die Verfahrensvorteile
von mittels Motorkraft rotierenden Werkzeugen miteinander vereint werden.
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Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der
Boden während des Abtrennvorganges einen senkrecht zur Trennebene verlaufenden Impuls
erhält, dadurch hochgeworfen und während dieses Hochwerfens aufgelöst und intensiv
vermischt wird.
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Während mit bekannten Bodenbearbeitungsverfahren immer nur ein Teil
des abgetrennten Bodens in die Höhe geschleudert wird, gelingt es mit dem erfindungsgemäßen
Verfahren, die gesamte Bodenmasse in die Höhe und weg vom darunter verbleibenden
Unterboden zu schleudern, so daß diese Bodenmasse eine gewisse Zeit frei in der
Luft schwebt und ggfl. während dieser Zeitspanne von nachgeordneten Geräten, z.B.
von einer Krümelwälzegge, erfaßt und weiter aufbereitet werden kann. Im Gegensatz
zu Verfahren, wie sie beispielsweise mit von Hand betätigten Trennwerkzeugen mit
band8jimiger Schneide bei der UnkrautJätung durchgeführt werden,
wo
der Boden. mit den unerwünschten Bestandteilen nur abgetrennt wird, bewirkt die
Fallenergie der gesamten hoch;geworfenen Bodenmasse eine günstige Durcheinanderrieselung
und kräftige Durchmischung. Größere Oberflächenunebenheiten werden ausgeglichen.
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Es wird eine lockere Saatbeetschicht aufgeschüttet, ein guter Garezustand
herbeigeführt und Dünger und Pflanzenrückstände werden gut eingemischt. Wie praktische
Versuche bewiesen haben, können selbst ausgetrocknete, verkrustete und harte, schwere
und mit Pflanzenrückständen besetzte Böden nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
mit Vorteil behandelt werden.
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Das Verfahren funktioniert in seiner Wirkung auf den abgetrennten
Boden im wesentlichen auch dann, wenn kein nachgeschaltetes Folgegerät, z.B. eine
Erümelwälzegge, zugeordnet ist. Es ist grundsätzlich auch anders als das durch deq
Pflug bewirkte Bodenbearbeitungsverfahren. Ein Pflug trennt den Boden in einer bestimmten
und meist größeren Tiefe zwar auqh ganzflächig ab, aber der abgetrennte Boden wird
in der weiteren Folge auf der Oberseite des Streichbieches fortgleitend, mehr oder
weniger schraubenförmig wendend, seitlich versetzt abgelegt, ohne in seiner Gesamtheit
deutlich in die Höhe geworfen zu werden, so daß sich der abgetrennte Boden zeitweilig
schwebend in der Luft befindet. Auch die Wirkung auf den abgetrennten Boden ist
eine völlig andere als die Wirkung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
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In vorteilhafter Ausgestaltung des Verfahrens kann das Abtrennen in
einer einstellbaren Tiefe ganzflächig und in einer zur Bodenoberfläche parallelen
Ebene erfolgen. Harter Boden wird bei der Bearbeitung nicht gewaltsam zerschlagen
und dabei in seine Einzelkornstruktur zerlegt, sondern schonend aufgebrochen, so
daß er seine garefördernde Lebendverbauung behält, die seine Fruchtbarkeit erst
auswirkbar macht
Als Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
wird eiD in den Boden einführbares, im wesentlichen keilartig mit einer unteren
und oberen Keilfläche ausgebildetes Trennwerkzeug vorgeschlagen, das mit seiner
Keilschneide iD der Trennebene liegt. Dieses Trennwerkzeug kann während des Trennvorganges
vorteilhaft derart gehaltert sein, daß von der Keilschneide beginnend die untere
Keilfläche einen Freiwinkel mit der Trennebene und die obere Keilfläche eine dem
abgetrennten Boden einen Wurfimpuls verleihende Anstellfläche bildet.
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Der Freiwinkel des Trennwerkzeuges, der gemäß einem weiteren Merkmal
der Erfindung etwa 5 bis 10 Winkelgrad betragen kann, trägt vorteilhaft dazu bei,
daß das Trennwerkzeug wegen fehlender Reibung an dem stehenbleibenden Boden mit
geringeren Kräften bewegt werden kann. Die Anstellfläche, deren Winkel zur Trennebene
etwa 14 bis 40 Winkelgrad, vorzugsweise Jedoch 25 bis 300 beträgt, leiht dem abgetrennten
Boden beim Aufgleiten auf die Anstellfläche einen von der Bewegungsgeschwindigkeit
des Trennwerkzeuges abhängigen Wurf impuls in Aufwärtsrichtung, so daß auf einfache
Weise ein völliges Hochheben des abgetrennten Bodens in der Luft stattfindet.
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Um beim Abtrennvorgang einen ziehenden Schnitt zu erzielen, kann die
Keilschneide zu einer in der Trennebene senkrecht zur Bewegungsrichtung des Trennwerkzeuges
liegenden Linie einen Winkel von etwa 20 bis 55 Winkelgrad, vorzugsweise einen Winkel
von 35°, einnehmen. Um die Lebensdauer des Trennwerkzeuges zu verdoppeln, kann das
Trennwerkzeug nach einem bevorzugten Merkmal der Erfindung - im Querschnitt gesehen
- um eine senkrecht zur unteren Keilfläche oder zur jnstellfläche liegende Achse
symmetrisch ausgebildet sein. Dadurch wird es beispielsweise nach einem Unbrauchbarwerden
der einen Keilschneide möglich, die andere Keilechneide zu verwenden.
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Das Trennwerkzeug kann mit einer annähernd im rechten Winkel nach
oben abragenden Halterung versehen sein, wobei diese Halterung an dem in Bewegungsrichtung
vorderen Ende des Trennwerkzeuges angeordnet sein kann. Nach bevorzugten weiteren
Merkmalen kann die Halterung ebenfalls als Trennwerkzeug ausgebildet sein und gleich
lang wie das Trennwerkzeug sein. Dadurch ist es vorteilhaft möglich, auch den zur
Halterung dienenden Teil des Trennwerkzeuges nach entsprechendem Umdrehen zur Arbeit
zu benutzen. Bei symmetrischer Ausbildung des Werkzeuges sind demzufolge vier Keilschneiden
vorhanden, von denen jeweils eine zum horizontalen und eine zum vertikalen Abtrennen
des Bodens benutzt werden kann. Nach dem Umdrehen kommen die entgegengesetzt liegenden
Schneiden zum Einsatz, wobei die zuerst vertikal liegenden Schneiden dann horizontal
liegen und umgekehrt.
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Die Keilschneide bzw. die Keilschneiden können eine obere Schnittkante
aus Hartmetall aufweisen. Diese Schnittkante kann z.B. aus Wolframcarbid bestehen
und im Flammspritzverfahren aufgetragen sein. Da die nichtbeschichtete Schnittkanten-Unterseite
sich schneller abnutzt als die harte Oberseite, wird die Schnittkante während des
Trennvorganges ständig geschärft. Zur Erzielung großer Arbeitsbreiten können mehrere
Trennwerkzeuge in Bewegungsrichtung hintereinander versetzt angeordnet sein, wobei
sie vorteilhaft in ihrer Schnittwirkung sich überdeckend angeordnet sein können.
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Baulich und funktionell günstig können die Halterúngen von jeweils
zwei Trennwerkzeugen hintereinander angeordnet stein und das eine Trennwerkzeug
kann nach der einen, das andere Trennwerkzeug nach der anderen Seite hin abragen.
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Jeweils zwei Trennwerkzeuge können an einem Werkzeughalter angeordnet
sein, der an einem vom Zugfahrzeug, z.B. Ackerschlepper,
zu ziehenden
Geräteträger federnd abgestützt ist. Dabei können die Werkzeughalter mit Schwingen
parallelogrammartig angelenkt sein.
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In einfacher Weise kann der Geräteträger aus einem quer zur Bewegungsrichtung
liegenden zentralen Tragholm bestehen, an dem die die Werkzeughalter tragenden Schwingen
mittels in Bewegungsrichtung liegender Holme angelenkt sind. Diese Holme können
zugleich als Führungsholme für die Tragglieder eines im Abstand veränderbar anzulenkenden
Folgegerätes z.B. einer Krümmelwälzegge, ausgebildet sein. Das Fdgegerät kann seinerseits
an seinen Traggliedern mittels Schwingen angelenkt sein.
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Vorteilhaft kann das Folgegerät zwei hintereinander an einem Traggerüst
hängende Walzen umfassen, z-B. Krümelwalzen, und ein an den Traggliedern angeordneter
Ausleger kann vorgesehen sein, der auf das Traggerüst drückt und Aufwärtsbewegungen
des Traggerüstes und Schwingbewegungen der Walzen einstellbar begrenzt.
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In der Zeichnung ist das Verfahren und sind Vorrichtungen zur Durchführung
des Verfahrens in Verbindung mit der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
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Es zeigen: Fig. 1 bis 7 unterschiedliche Querschnittsformen von erfindungsgemäßen,
schematisch dargestellten Trennwerkzeugen, Fig. 8 bis 10 ein Trennwerkzeug gemäß
Fig. 4 bei der Bodenbearbeitung, Fig.11 bis 13 ein Trennwerkzeug gemäß Fig. 4 bei
der Bodenbearbeitung in den in den Fig. 8 bis 10 gezeigten Phasen mit nachfolgender
Krümelwalze,
Fig. 14 ein Trennwerkzeug mit einer Halterung, die
ebenfalls als Trennwerkzeug ausgebildet ist, Fig. 15 ein Arbeitsgerät mit erfindungsgemäßen
Trennwerkzeugen und mit nachgeschaltetem Folgegerät, Fig. 16 eine Ansicht auf das
Arbeitsgerät -gemäß Pfeilrichtung XVI aus Fig. 15 und Fig. 17 eine Ansieht von oben
auf die Trennwerkzeuge des Arbeitsgerätes gemäß der Schnittlinie XVII-XVII aus Fig.
15.
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Fig. 1 veranschaulicht ein von einem Stahlstreifen gebildetes Trennwerkzeug
1, das keilförmig ausgebildet ist und von der Keilschneide 2 an nach hinten verlaufend
eine untere Keilfläche 3 und eine obere Keilfläche 4 aufweist. Um mit diesem Trennwerkzeug
1 Boden in einer zu seiner Oberfläche 5 parallelen Trennebene 6 abzutrennen und
um diesem Boden einen Wurfimpuls zu geben, wird das Trennwerkzeug bei der Arbeit
derart gehalten, daß die Keilschneide 2 in der Trennebene 6 liegt, zwischen der
unteren Keilfläche 3 und dieser Trennebene 6 ein Freiwinkel' von etwa 5 bis 10 Winkelgrad
und der Winkel»der als Anstellfläche dienenden oberen Teilfläche 4 zur Trennebene
6 etwa 14 bis 40, vorzugsweise aber 25 bis 30 Grad beträgt.
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Das Trennwerkzeug 1 nach Fig. 2 hat grundsätzlich die gleiche Form
wie das nach Fig. 1. Unterschiedlich ist lediglich, daß anschließend an die obere
Keilfläche 4 eine zur unteren geilfläche 3 parallele Fläche 7 vorgesehen ist.
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Das Trennwerkzeug 1 nach Fig. 3 ist um eine zur unteren geilfläche
3 senkrecht stehende Achse. 8 symmetrisch ausgebildet uqd zeigt eine kegelige Form.
Dieses Trennwerkzeug ist mit zwei geilschneiden 2, 2a versehen. Das Ausführungsbeispiel
nach
Fig. 4 zeigt einen kegelstumpfförmigen Querschnitt für das ebenfalls zwei Keilschneiden
2, 2a aufweisende Trennwerkzeug 1.
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Das Trennwerkzeug 1 nach Fig. 5 entspricht in seiner Form dem nach
Fig. 2, lediglich in umgekehrter Anordnung. Das gleiche gilt für die Ausführungsform
von TrenDwerkzeugen 1 nach den Fig. 6 und 7, die den Trennwerkzeugen nach den Fig.
3 und 4 in umgekehrter Anordnung entsprechen.
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Wird ein Trennwerkzeug 1, beispielsweise in der Ausbildung nach Fig.
4, in einem ziehenden Schnitt in der aus Fig. 8 ersichtlochen Pfeilrichtung 9 mit
seiner Keilschneide 2 in der Trennebene 6 parallel zur Oberfläche 5 durch den Boden
gezogen, erfährt der abgetrennte Boden von der darunter fortgleitenden oberen Keilfläche
4 einerseits eine plötzliche und relativ starkwinkelige Umlenkung aus der horizontalen
Sshnittebene, wobei der abgetrennte Boden krümelig von dem davor und über der Schnittebene
stehenden Erdbalken kleinkrümelig abbröckelt und einen gegenüber der Schnitthorizontalen
in die Höhe stoßenden Wurfimpuls erhält. Der hochgeworfene Boden durchläuft dabei
die in den Fig. 8 bis 10 angedeutete Bahn und fällt dann auf die Trennebene 6. Von
der noch stehenden und zu unterfahrenden Bodenschicht bröckelt Krümel für Krümel
ab.
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Selbst harter Boden wird nicht zerschlagen, sondern so schonend zerlegt,
daß er seine für die Gare unbedingt nötige Lebendverbauung beibehält. Der hochgeworfene
Boden fällt im wesentlichen wieder an seine ursprüngliche Stelle zurück, d.h. er
wird in der Art einer Wellenbewegung weder rückwärts noch vorwärts noch seitwärts
weit weggeschleudert. Beim Hochwerfen wird die vorherige Bodenstruktur aufgelöst
und beim Zurückfallen auf den Unterboden findet eine kräftige Verkrümelung mit sich
selbst und mit Dünger, Pflanzenrückständen usw. statt.
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Es ergibt sich eine nivellierte,krümelige und lockere Schicht, die
ein optimales Saatbett darstellt.
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Für den Fall, daß dem Trennwerkzeug 1 ein Fplgegerät, z.B. eine Krümelwälzegge
10, zugeordnet wird, ist es nach den Fig. 11 bis 13 möglich, den hochgeworfenen
Boden noch in der Luft von dem Folgegerät erfassen zu lassen, so daß eine besonders
günstige Aufbereitung sichergestellt wird.
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Zur Befestigung an einem Geräteträger ist das Trennwerkzeug 1 gemäß
Fig. 14 mit einer ebenfalls als Trennmesser ausgebildeten Halterung 11 versehen.
Die Halterung 11 steht in Fahrtrichtung gesehen an einem Ende des Trennwerkzeuges
1 etwa im rechten Winkel nach oben ab und ihre Länge entspricht der Länge des Trennwerkzeuges,
das von der Halterung 11 aus mit seiner Keilschneide 2 in der Trennebene 6 zu einer
senkrecht zur Bewegungsrichtung gemäß Pfeilrichtung 9 liegenden Linie 12 einen Winkel
} von etwa 20 bis 55 Grad, vorzugsweise jedochvon 35 Grad, einnimmt. Dadurch wird
ein ziehender Schnitt bei der Abtrennung des Bodens erzielt. Durch die Ausbildung
der Halterung 11 als Trennwerkzeug werden Bodenanstauungen und Gleitbehinderungen
an der Verbindungsstelle und ein Verschleiß der Halterung vermieden. Nach Umschlag
kann die Halterung 11 zur Arbeit benutzt werden, während umgekehrt das vielleicht
abgenutzte Trennwerkzeug als Halterung benutzt werden kann.
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Für das Eindringvermögen des Trennwerkzeuges 1 in harte Böden und
für Leichtzügigkeit, die besondere und in praktischen Versuchen festgestellte Vorteile
dieses Werkzeuges sind, ist die keilförmige Profilierung von entscheidender Bedeutung,
weil sich durch die stärkere Verschleißbeanspruchung der Keilschneide 2 an der Schnittkantenunterseite
auf der Trennebene 6 eine dauernde Selbstschärfung ergibt. Ein geringerer Verscheiß,
eine ungleich längere Schnitthaltigkeit und damit eine erheblich längere Nutzungsdauer
und eine wesentlich größere Wirtschaftlichkeit wird weiter dadurch erreicht, daß
auf die Oberseite der dünnen vorderen Schnittkante, die Jeweils im horizontalen
Bodeneingriff steht, mittels geeigneten und an sich
bekanntem Verfahren,
z.B. Flammspritzverfahren, ein Streifen geeignetenHartmetalles, z.B. Wolframcarbid,
aufgetragen wird, der in diesem Falle bewirkt, daß die nichbbeschichtete Schnittkantenunterseite
schneller vom Boden abgetragen wird als die hartmetallbeschichtete Schnittkantenoberseite
und letztere somit eine ständig scharfe Schnittkante hoher Standzeit darstellt.
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Nach Fig.15 sind erfindungsgemäße Trennwerkzeuge 1 an einem Geräteträger
13 befestigt, der von einem Ackerschlepper o.dgl. in Pfeilrichtung 14 gezogen werden
kann und dem ein als grümelwälzegge 10 ausgebildetes Folgegerät nachgeschaltet ist.
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Wie aus Fig. 15 in Verbindung mit den Fig. 16 und 17 hervorgeht, sind
Jeweils zwei Trennwerkzeuge 1 mit ihren Halterungen 11 hintereinanderliegend an
Werkzeughaltern 15 derart befestigt, daß mit Bezug auf die Bewegungsrichtung des
Geräteträgers in Pfeilrichtung 14 das eine Trennwerkzeug 1 nach der einen Seite,
das andere nach der anderen Seite hin und nach hinten abragt.
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Dabei ist die Anordnung derart getroffen, daß sich die Trennwerkzeuge
1 an einem der Werkzeughalter 15 mit denen des benachbarten Werkzeughalters in der
Schnittwirkung überdecken.
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Die Werkzeughalter 15 sind mit Schwingen 16 parallelogrammartig gegen
die Wirkung von Federn 17 schwingbar an Holmen 18 angelenkt, die in Pfeilrichtung
14 liegend an einem zentralen Tragholm 19 befestigt sind. Die Holme 18 dienen zugleich
als Führungsholme für die Tragglieder 20 des in der Folgelänge einstellbaren Folgegerätes
10, das zwei Krümelwalzen 21 an einem Traggerüst 22 umfaßt. Das Traggerüst 22 ist
mit Schwingen 23 an den Traggliedern 20 angelenkt, derart, daß es auf und ab schwingen
kann. Ein Ausleger 24 an den Traggliedern 20 drückt mit einer Gleitrolle 25 auf
das Traggerüst und begrenzt einstellbar Schwingbewegungen des Traggerüstes und der
Krümeiwalzen 21. Dabei wird die Andruckkraft von dem in der Zeichnung gestrichelt
gezeigten hydraulisch oder pneumatisch beaufschlagten Zylinder über einen
Kolben
aufgebracht. Es ist natürlich auch möglich, die Andruckkraft mechanisch aufzubringen.
Mit dem Andruckzylinder wird im gezeigten Beispiel die Schnittiefe der Trennwerkzeuge
1 eingestellt. Diese Schnittiefe wird während der Arbeit durch die Abstützung der
Gleitrolle 25 auf die Krümeiwalzen 21 eingehalten, die vertikal frei gegeneinander
pendeln können.